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Seite 4. Mend-Ausgabe, 1. Blatt. MiesbadSNek Tagbiertt. Mittwoch, 3. Juni 1914.

Nr. 284.

Ursachen der Verwahrlosung und deren Bekämpfung." Bei der großen Bedeutung, welche diese Frage heute für alle Ge­biete der Jugendfürsorge hat, dürfte sich die Teilnahme an dei% Kursus oder auch der Besuch einzelner Vorträge sehr empfehlen. Nähere Auskunft über das Programm wird nach­mittags zwischen 3 und 5 Uhr im Bureau des Wiesbadener Stadtverbands für Jugendfürsorge, Bahnhofstraße 2, erteilt.

7 In hilflosem Zustand wurde gestern abend von Passan­ten in den Albrecht-Dürer-Anlagen ein Mann in seinem Blut liegend aufgefunden. Der Mann, der kurz vor­her aus einem Krankenhaus entlassen wurde,. ist in einem Hchwächezustand auf den Stacheldraht gefallen, der an der Un­fallstelle angebracht ist, wobei er sich ziemlich erheblich am Kopf verletzte. Ein Schutzmann veranlaßte die Überführung des' Patienten "in das Krankenhaus.

Preußisch-Süddeutsche Klassenlvttcrie. In der heuti-" gen Vormittagsziehung fielen 15 000 M. auf die Nr. 45 915; 10 000 M. auf die Nr. 147 891; 5000 M. auf die Nummern 70 857, 222 684; 8000 M. auf die Nummern 4246, 21 934,

24 532, 24 792, 42 765, 43 727, 48 861, 52 964, 58 423, 59 276, 62 811, 76 689, 86 857, 94 320, 111 622, 145 898, 148 450, 164 208, 167 705, 167 871, 170 420, 174 762, 182 280, 186 368, 200 508, 205 484, 212 464, 216 106, 220 028, 230157, 230 976. (Ohne Gewähr.)

vorberichte über Runst, Vorträge und verwandtes.

^Königliche Schauspiele. In der morgigen Aufführung desTroubadour" mit Herrn Forchhammer in der Titelrolle wird' an Stelle der erkrankten Frau Friedfeldt Fräulein Englerth zum erstenmal dieLeonore" singen (Abonne­ment A). Die nächste Wiederholung vonPolenblut" findet Samstag bpi aufgehobenem Abonnement statt.

* Reoul v. Koczalski gibt seinen vierten und letzten Chopin-Abend am Freitag um 8l4 im großen Saale des Zivil- Kasino. Der Künstler wird folgende Werke zum Vortrag bringen: Phantasie F-Moll, Nokturne Fis-Dur, Etüde A-Moll, Polonaise Cis-Moll. Impromptu As-Dur, zwei Walzer Cis- Moll und As-Dur. Scherzo H-Moll und 24 Präludien in allen Dur- und Moll-Tonarten.

Bus ösm Landkreis WiesbKöEN.

Eine Kreissynode über Geburtenrückgang und die Flucht vor der Kirche.

e!. Aus dem Dekanat Wallau. 2. Juni. In dem Bericht des Synodalvo r ft andes über die kirchlichen und si t t l i ch e n Z u st ä n d e im Dekanatstbezirk Wallau im ^;ahre 1913 wird als Zeichen des Niederganges, an dem das ab­gelaufene Jahr litt, der Geburtenrückgang und die Massenaustritte aus der Kirche erwähnt. Im hiesigen Synodal­bezirk betrug vor 10 Jahren die Zahl der Taufen, die sich mit der Geburtenzahl deckt, 240, im letzten Jahr nur noch 200. Der Bericht sagt über den Geburtenrückgang:Ganz abgesehen von dem religiösen Standpunkt bedeutet der Geburtenrückgang im Blick auf einen künftigen Krieg eine nationale Gefahr. Mag derselbe auch soziale Gründe in der Wohnungsnot haben, die wesentlichen Gründe dafür sind anderer Art: der Unglaube, der Mangel an Gottvertrauen, der Mammonismus und Materialismus, die Genußsucht und die Unzucht: sie liegen also vorwiegend auf religiös-sittlichem Gebiet." Betreffs Massenaustritte aus der Kirche wird darauf hingewiesen, daß wir es in unserem Bezirk noch nicht mit einer Flucht aus der Kirche, wohl aber mit einer Flucht vor der Kirche zu tun haben, wofür der schlechte Kirchenbefuch den Beweis liefert. LS wird dies sehr bedauert, da schließlich die Kirche noch die einzige Statte ist. wo Reiche und Arme. Besitzende und Besitz- loie, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sich wiederfinden unwr einem Dache und um einen Tisch".

K

Biebrich, 2. Juni. In dem Bericht der D y ck e r h o f f- F e i e r hat sich ein kleiner Fehler eingefchlichen. Der mit dem Ritterkreuz 2. Klasse Dekorierte ist nicht Herr Albert Roth, sondern Herr Robert Roth, ein Wiesbadener, der bereits 26-Jahre den Verantwortlichen Posten des Vorstehers der Kasse und Buchhaltung innehat.

Provinz Hessen-Nassau.

. Regierungsbezirk Wiesbaden.

Kongreß der internationalen Vereinigung der Rechts- und Wirtschaftsphilosophie.

wb. Frankfurt a. M., 2. Juni. Zu Ehren der Mitglieder des vom 2. bis 5. Juni hier tagenden dritten Kongresses der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Wirtschafts­philosophie gab die Stadt im Kaisersaal desRömers" ein F e st e s s e n, an dem u. a. Oberbürgermeister Voigt, Pro­fessor Dr. Joseph Köhler (Berlin), Oberlandesgerichtspräsi­dent Dr, Spahn als Vertreter des preußischen Justiz­ministeriums, Geheimer Oberjustizrat v. H e s s e r t als Ver­treter des Grotzherzogs von Hessen, des Protektors der Ver­einigung, Freiherr v. I m h o f f als Vertreter des Reichs­amts des Innern u. a. hervorragende Persönlichkeiten der Rechtswissenschaft und der Finanzwelt teilnahmen. Oberbür­germeister Voigt begrüßte die Erschienenen und hieß sie namens des Magistrats der Stadt Frankfurt willkommen. Er drückte die Hoffnung aus, daß die Arbeiten des Kongresses von reichem Erfolg gekrönt sein mögen und toastete auf die Vereinigung.' Professor Dr. Köhler (Berlin) dankte dem Oberbürgermeister für die warmen Worte der Begrüßung und schloß mit einem Hoch auf die Stadt Frankfurt..

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hg. Frankfurt a. M., 2. Juni. Als Vorboten der künftigen, Universität erscheinen bereits im Sommerfemester 1914 eineFrankfurter Hochschulzeitung" und einFrankfurter UniversitätSkälender 1914".

o. Obcrlahnstei», 2. Juni. Der Schlossermeister W., wel- cher seinen Lehrling tödlich verletzt hatte, wurde jetzt verhaftet. Dem jähzornigen Mann wird wahrscheinlich wegen Körperverletzung mit Todeserfolg der Prozeß gemacht. Der Vater des getöteten Lehrlings hat eine Schaden s- ersatzklage angestrengt, in welcher er einige tausend Mark verlangt.

h, Limburg, 2. Juni. Die Gemeindeverwaltung läßt noch * im diesem Jahre 10 bis 15 Eins am ili'enhäüser in der Nähe des Schafsbergs bauen, die sie Beamten käuflich über­lassen will. Auch der Eisenbahnbauverein entwickelt wieder eine rege Tätigkeit. Die Staatsbahnverwaltung wird dem­nächst mehrere Mietshäuser für B a h n b e a in t e auf- suhren lassen.

- ~^ '. 2 - Juni. Die Stadtverordneten-Versammluna

ve;chastigte sich wiederholt mit dem Projekt über die Verwen­dung des ehemaligen Lazaretts und der alten Kater ne cm Zusammenhang mit der Frage der Ver- LlNlgung der Volks,kgaben-, und Mädchenschule in, einer sieben- kla,sigen sogen. R e k t o r a t s s ch u le. Es wurde ein Aus- ^chnßantrag mrgenommen, der vorschlug, der Aufstellung eines Pro,ekts nebst Kottenanschlag über Verwendung der fiskali- !chf",Kai^ne Qienftgebaude der Bürgermeisterei ein- tchließlich Star tfaffe und Polizei rwaltung, ferner des Stadt­

archivs, des ortsgeschichtlichen Museums und der Volks- : bibliokhek- sowie eines Brause- und Wannenbads zuzustim­men und hierzu einen Kredit von 300 M. zu bewilligen. , Weiter machte der Ausschuß, der die Kaserne nicht zur Auf­nahme einer Volksschule für geeignet hält, den Vorschlag, den Magistrat zu ersuchen, wegen Ausnutzung der dann noch ver­fügbaren Räume erneute Vorlage zu machen und der Ver­einigung der Volksknaben- und Volksmädchenschule zu einer siebenklassigen sogen. Rektoratsschule zuzüstimmen unter der Voraussetzung, daß ihre Unterbringung unter zweckmäßiger Verwendung der beiden vorhandenen Schulgebäude erfolgt.

Regierungsbszirk Rasse!.

Gründung eines deutschen Ausschusses für Schiffsfürsorge.

= Kassel, 2. Juni. Auf Anregung des Internationalen ^Londoner Kongresses gegen den Mädchenhandel 1913 hat sich hier am Freitag unter, dem Vorsitz der Fürstin Marie zu Erbach und des Prälaten Müller-Simonis, der Vorsitzenden der beiden Internationalen Verbände der Freundinnen jun­ger Mädchen, und des Katholischen Mädchenschutzes, ein Deutscher Ausschuß fürSchisfsfür sorge kon- ,stituiert, der den Schutz der nach Übersee reisenden Mädchen bezweckt.

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wb. Hersfeld, 2. Juni. Heute nachmittag tötete der hier zu Besuch weilende Schlächtergeselle Mohr aus Frank­furt a. M. in der Wohnung des Maurers Becker dessen 20- jährige Tochter durch einen Schuß ins Herz. Der gleiche Schuß durchbohrte auch einem kleinen Kinde, das die Erschossene auf dem Arm trug, den Oberarm. Nach der Tat brachte sich der Mörder mehrere tödliche Schüsse bei.

Nachbarstaaten u. -Provinzen.

Selbstmordversuch eines Soldaten.

Mainz, 2. Juni. Der Musketier Rohde der 5. Kompagnie des 87. Regiments hat sich am Sonntag aus dem Großen Sand eine Kugel in d i e H erz g e g en d ge­schossen. Der Schwerverletzte wurde mit dem Kranken-Auto- mobil ins Lazarett gebracht. Über die Gründe des Selbstmords konnte bis jetzt nichts in Erfahrung gebracht werden.

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rmk. Darmstadt, 2. Juni. Der Haftbefehl gegen die Ehefrau LeK--ermordeten Heydrich ist nunmehr voll­streckt und die der Beihilfe zürn Mord und der Brandstiftung Angeschuldigte nunmehr durch den Leiter des Hofheimer Sanatoriums in Begleitung zweier Gendarmen im Automobil in das Untersuchungsgefängnis in" Darmstadt eingeliefert worden. Die Verhaftete ist etwa 35 Jahre alt und die'Tochter eines Schuhmachers aus Groß-Lichterfelde bei Berlin.

wb. Landau (Pfalz), 8. Juni. Ein Miets automobil, das vier Bäckermeister aus Herxheim und ein Kind, die von einem JnnungsausflÜg kamen und den letzten Zug ver­säumt hatten, nach Hause bringen sollte, fuhr heute nacht bei Queichheim mit voller Wucht in ein Lastfuhrwerk. Von den Insassen wurde der Bäckermeister Joseph Oh m er sofort ge­tötet"; der Bäckermeister Doll und sein Töchterchen wurden s ch w e r, die beiden Bäckermeister Heinrich T r a u t h und Valentin Ohmer leicht verletzt. Der Chauffeur wurde verhaftet.

wb. Heidelberg, 3. Juni. In Anwesenheit des Groß­herzogspaars und der Großherzogin Luise von Baden sowie des Ministers des Jnnlern v. Bodman als Vertreters der groß- herzoglichen Regierung wurde hier heute vormittag' der 3. deutsche Kongreß für Krüppelsürsorge eröffnet.

wb. Heidelberg, 3. Juni. Die Ehe des Professors Henri Thode und seiner Frau Daniela, geb. Wagner, ist heute vom hiesigen Landgericht rechtsgültig g e- schiede n worden.

Serichtssaal-

wb. Die Verhandlung gegen den früheren Oberleutnant Brumm-Seldeneck. Berlin, 3. Juni. Mit einer Über­raschung begann heute morgen die Verhandlung gegen den früheren Oberleutnant Theobald Brumm-Seldeneck, die seit mehreren Tagen das Schwurgericht des Landgerichts Ber­lin 1 beschäftigt. Bei dem Aufruf der Sache fehlte Brumm, und es stellte sich heraus, daß Brumm während der Feiertage geflüchtet war, wahrscheinlich ins Ausland. Das Ge­richt beschloß gemäß § 230, Abs. 2 der StPO., in Abwesenheit des Angeklagten weiter zu verhandeln. Das Gericht erließ einen Haftbefehl, der aber bei dem großen Vorsprung, den der Entflohene hat, wenig Erfolg verspricht.

wb. Freispruch im Ticpolo-Prozeß. O n e g I i a, 2. Juni. Die Gräfin Ti epo lo, die Gattin des Hauptmanns Oggicmi, die den Burschen ihres Gatten tötete, wurde, wie vorauszu- sehen war, nach tagelanger Verhandlung von dem Schwurge­richt f r e i ge s P r och e n. Das Gericht nahm an, daß die Angeklagte in Notwehr gehandelt hatte, als sie Polimanti niederschoß.

Sport und Luftfahrt.

_ * Das Große Berliner Jagdrennen, mit dem diefranzö­sische Woche" am Dienstag in Karlshorst den Höhepunkt erreichte, stand in doppelter Hinsicht unter einem unglücklichen Stern.^ Es regnete den ganzen Nachmittag in Strömen, was aber nicht verhinderte, daß die Bahn einen Massenbesuch auf­wies. In der Schlußphase des Rennens schlugen Ultimatum, Napo und Sea Lord eine-falsche Bahn ein, welchem Bei­spiel noch verschiedene Reiter" folgten. Dadurch verunglückte das wertvolle Rennen vollständig, das wahrscheinlich von dem überlegen gehenden Favoriten Ultimatum getvonnen worden wäre. Ohne Unfall kamen die Pferde über den großen Bach und den Karlshorster Sprung. Ultimatum und Aveyron waren im Vordertreffen, zu ihnen rückte Sea Lord auf. Plötzlich entstand eine allgemeine Verwirrung in dem Feld. Sea Lord brach nach der Steinmauer weg, Ultimatum und Napo folgten seinem Beispiel. Aveyron wurde lahm angehalten. Nur Jockei Nash mit Gesa sowie Montagnard, Coram Populo und Boston 4 schlugen den richtigen Kurs ein. Gesa hatte im Ein­lauf die Spitze, doch rückte der von Jockei Mitchell gesteuerte Montagnard zu der deutschen Stute auf und schlug sie unter großer Aufregung des Publikums nach scharfem Kampf mit Halslänge. Sechs Längen zurück besetzte Coram Populo den dritten Platz vor Boston 4, Priceleß Cherry und Gulli­ver 2. Monsieur Descazeaux, der Besitzer von Montag­nard, stiftete für die Armen Berlins und die Jockeiunter­stützungskasse je 1000 M. Die Ergebnisse der letzten Rennen, die wir in der Morgen-Ausgabe nur unvollständig brachten.

sind: Wellgunde-Fagdrennen. 5000 M. 1. K. v. Tepper-Laskis Erla (Lt. Erbprinz zu Bentheim), 2. Brabant, 3. Reveufe. 60:10; 36, 23:10. Preis von Wahlsdorf. 8000 M. 1. M. v. Schalchas Achmed (Jentzsch), 2. Gracchus, 3. Staccionata. 34:10; 15, 23, 14:10.

* Radrennen. Im Arena- O stpark, Frankfurt

a. M., brachten die Radrennen am Dienstag folgende Ergeb­nisse: Eröffnungsfahren für Berufsfahrer. 1000 Meter.

1. Otto Meyer (Ludwigshafen) 1:22, 2. A. Süßmilch, 3. St. Carapezzi (Mailand). Preis vom Niederwald. 40 Kilo­meter. 1. Hugo Przhrembel (Berlin) 31:28%, 2. W. ©Bert (Leipzig), 3. W. Kölling (Hannover). Hauptfahren für Berufsfahrer. 2000 Meter. 1. Otto Meyer 3:11, 2. G. Ritzenthaler (Stratzburg), 3. A. Süßmilch. Großer Taunus­preis. 60 Kilometer mit Motorführung. 1. Jakob Esser 44:20, 2. Ebert, 3. Przhrembel (Berlin). Vorgabefahren für Berufsfahrer. 1000 Meter. 1. Fritz Brehmer (Hanno­ver) 1:16%, 2. A. Süßmilch, 3. Grüber (Straßburg). Prämienfahren für Berufsfahrer. 3000 Meter. 1) Süßmilch 4:07%, 2. Schmidt, 3. Ritzenthaler. Die Treptower Radrennen fielen am Dienstag infolge der schlechten Witterung aus. Bei den Radrennen in Chemnitz gewann das Stundenrennen Dickentmann mit 84.200 Kilometer gegen Saldow, Janke, Linart und Nettelbeck.

sr. Die Lawntennis-Meisterschaft von Berlin. Unter strömendem Regen wurde am Dienstag im Grunewald das Lawntennisturnier des Lawntennisturnierklübs Berlin fort­gesetzt. Infolge des aufgeweichten Bodens konnten nur einige Spiele ausgetragen werden. In der Schlußrunde der Meister­schaft von Berlin siegte erwartungsgemäß Froitzheim, der aber erst nach Kampf gegen v. Wessely mit 75, 63, 64 siegte. Das gemischte Doppelspiel fiel an Frau v. Satzger- v. Wessely mit 46, 62, 75 gegen Frau Amende-R. Klein- schroth.

* Ein Unfall Pasemanns. Der bekannte Rekordspringer P a s e m a n n erlitt in München beim Weitsprung einen Un­fall. Die Röntgen-Untersuchung ergab eine Spaltung des Fußknochens, so daß Pasemann voraussichtlich für diese Saison außer Gefecht gesetzt ist.

sr. Deutsche Erfolge bei der ungarischen Karpathenfahrt.

Die sich über 7 Tagesetappen von zusammen 2460 Kilometer erstreckende Automobil-Zuverlässigkeitsfcchrt durch die Karpa­then hat mit einem schönen Erfolg der beteiligten deut­schen Benzwagen geendet, denen der Man'nfchaftspreis für strafpunktfreie Absolvierung der Fahrt zuerkannt wurde. Die letzte ca. 300 Kilometer lange Etappe führte von Arad nach Budapest über ausgezeichnete Straßen und Wege. Sämtliche gestarteten 32 Wagen -erreichten das Ziel.

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Das Flugmceting in Aspern.

wb. Wien, 2 . Juni: Heute morgen sind die vier deutschen Militärflieger von dem Flugplatz Aspern abgeflogen, und zwar Leutnant Freiherr v. T h ü n a mit Leutnant v. Kleist als Be­gleiter über München und Weimar nach Berlin, Leutnant H i d -d essen mit Oberleutnant Müller, Hauptmann Frei­herr v. Freyberg mit Hauptmann Streccius und Leutnant W euch er mit Leutnant Hennings nach Budapest.

wb. Wien, 2, Juni. Der deutsche Offiziersflieger Ober­leutnant v. B e a u l i e u vom Fliegerbataillon Nr. 3 in Hannover und Leutnant v. Falkenhayn als Beobachter sind heute früh um 7 Uhr 6 Min. in Hannover aufgeftiegen und nach einer Zwischenlandung in Dresden um 2 Uhr 50 Min. nachmittags auf dem Flugfeld Aspern gelandet. Beaulieu gedenkt den Flug nach Budapest fortzufetzen. Der preußi­sche Offiziersflieger Hauptmann Freiherr v. Freyberg ist in Fischhamend gelandet.

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wb. Ins Meer gestürzt. S e st o c a l e n d e, 2. Juni. Der Flieger Cevasco ist mit seinem Wasserflugzeug ins Meer gestürzt und ertrunken.

Neues aus aller Welt.

Zu», Untergang derEmpreß of Jreland".

Die Identifizierung der Opfer.

Quebec, 3. Juni. Die Identifizierung der Leichen des Empreß of Jreland" geht nur äußerst langsam und ustter den größten Schwierigkeiten vor sich, da fast alle Leichen offenbar durch die umherschwimimenden Schiffstrümmer arg verstümmelt sind. Unter den letzthiü identifizierten Leichen befindet sich auch die des englischen Journalisten Leon­hard Calw er. Ferner wurde der bekannte Finanzmann Sw Henry Seton-Carr rekognosziert. Pon 444 Opfern sind 99 bereits erkannt. Die Suche nach den Leichen wird den ganzen Lorenzstrom entlang fortgesetzt.

Die Hebung des Wracks.

Montreal. 2. Juni. Es wird hier erklärt, daß diefe. preß of Jreland" wahrscheinlich gehoben werden kann. Sie liegt zur Flutzeit 29 Faden tief; während der Ebbe sind nur 9 Faden Wasser über dem obersten Teil des Schiffes. Von der »Canadian Pacific Co. ist bisher kein Entschluß ge­faßt worden, ob das Wrack gehoben werden soll. Diese Frage soll vielmehr erst dann gelöst werden, wenn 'die übrigen Fragen, wie Regelung der Entschädigungssummen an die überlebenden, die Prozeßangelsgenheiten der beiden Gesell­schaften u. a,, ihre Erledigung gefunden haben.

Überladung derStorstad".

London. 8. Juni. DieStorstad" soll 10 000 Tonnen geladen haben. oLvohl sie nur für 6000 Tonnen registriert war.

Die Untersuchung.

London, 2. Juni. Lord M e r s e h , der bereits Vorsitzen­der der Kommission zur Untersuchung derTitanic"-Katästrophe war, ist für die Untersuchung, die wegen des Unterganges der Empreß of Jreland" in Kanada stattfinden soll, als Ver­treter der Regierung ernannt worden. Ottawa. 2. Juni. Die Bill über die Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung des Unglücks derEmpreß of Jreland" ist heute vom Ünterhause angenommen worden.

Erörterung der Katastrophe in der französischen Akademie.

Paris, 3, Juni. In der gestrigen Sitzung der Llkademie der Wissenschaften wurde die Katastrophe derEmpreß of Jreland" erörtert. Bei dieser Gelegenheit ivurde eine Mit­teilung des bekannten SchB-sbauingenieurs B e r t i n var­gelegt. in welcher ausgeführt wird, daß die gegenwärtige Ver­leitung der Schotten nicht die wünschenswerte Bürgschaft für die Sicherheit der Schiffe böte, da diese durch has eindringende Wasser sofort das Gleichgewicht verlören. Diesem übelstand könnte jedoch durch den Bau von: wagerechten Schotten abgeholfen werden.

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Ei» neuerFall Thormann". Schwerin i. M.,

30. Mai. Der Direktor der hiesigen städtischen Elektrizitäts­werke Schröder ist heute verhaftet worden. Es hat sich heraus- geistellt, daß er ähnlich Thormann feine Zeugnisse gefälscht hat. Schröder befindet.sich seit drei Jahren im Amt.