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Nr. 24». _ Samstag, 30, Mai 1914.

änderungsanträgen soll abgesehen werden, um das Zustande­kommen der Vorlage nicht zu gefährden. Am 17. Juni wird die Session aus den 10. November vertagt werden. Eine ge­meinsame Schlußsitzung findet nicht statt, die Vertagungs- order wird in beiden Häusern des Landtags am Schlüsse der setzten Sitzungen verlesen werden. Im Abgeordnetenhause werden vom 16. Juni ab vier Kommissionen weitertagen, die Kommissionen für das Grundteilungs-, Kommunalab­gaben-, Fischerei, und Fideikommihgesetz. Die Mitglieder dieser Kommissionen erhalten Diäten.

Ein Zwischenfall in der bayerischen Abgeordnetenkammer. Bei der Beratung des Forstetats in der bayerischen Abgeord­netenkammer hatte der Bauernbündler Gandorfer mit dem Finanzminister gestern eine Differenz wegen eines Grundjtückaustauschsgeschäftes zwischen der bayerischen Forst­verwaltung und der Stadt Bamberg. Als der Finanz- minister äußerte, die Auslassungen Gandorfers, des Bauers und Bürgermeisters von Thausen, hätte dem Hause Anlaß zur Heiterkeit gegeben, erwiderte dieser, daß nicht er, sondern der Finanzminister dem Hause Anlaß zur Heiterkeit gegeben habe. Der Minister erwiderte: Nachdem der Präsi­dent die Bemerkung des Abgeordneten nicht zurückgewiesen hat, muß ich mich sehr energisch dagegen verwahren, daß ich im Hause Anlaß zur Heiterkeit gegeben habe. Ich verwahre mich dagegen. Ich werde sonst das Haus nicht mehr betreten. Der Vizepräsident betonte, daß es ihm nicht möglich gewesen sei, die Bemerkung des Abgeordneten so schnell zurückzuweisen, da der Minister sofort das Wort er­griffen hätte.

Die badische Erste Kammer über die Verhältniswahl. Die Justiz- und Verwaltungskommission der badischen Ersten Kammer hat sich nunmehr aleichfalls mit der Denkschrift der Regierung über das Verhältniswahloerfahren und mit den nationalliberalen und volksparteilichen Anträgen hierzu be­schäftigt. Die Anträge wurden mit allen gegen 2 Stimmen abgelehnt. Die Kommission sprach sich aber einstimmig für den Städteproporz in den Städten Mannheim, Karls­ruhe und Freiburg aus, um dadurch Erfahrungen mit dem neuen System zu sammeln und später eventuell den Proporz für das ganze Land einzuführcn.

Rechtspflege und Verwaltung.

* Der Landesverein Preußischer BoMschullehreriimen hält vom 81. Mai bis 8. Juni in der Stadthalle in Königsberg I. Pr. seine 10. ordentliche Generalversammlung ab. Außer den Verbandsangelegenbeiten wird u. a. das Thema „Die Wohnungsfrage und die Volksschule" behandelt.

Der Kommentar zum RcichSpreßgesetz von Schwarze- Appelws- der für die Ausleguna und Rechtsprechung maß­gebende Bedeutung hat, erschien soeben bei I. Schweitzer Ver­lag (Artur Sellier) in München, neu bearbeitet von Amts­gerichtsrat Wulfsen, in 5. Auflage.

keer und frlofte.

„L. 3" in Fuhlsbüttel. „L. 3" landete gestern um 2,36 Uhr glatt auf dem Fuhlsüütteler Flugplatz und wurde in die Halle verbracht.

Ausreise der Flottcnschnlschiffe. Als erstes der vier See- radetten- und Schiffsjungenschulschiffe hat am Mittwoch „Viktoria Luise", Kommandant Fregattenkapitän Dominik, die Reise angetreten. Donnerstag folgt „Vineta" unter dem Kommando des Fregattenkapitäns Adelung. Am 2. Juni verläßt „Hansa", Fregattenkapitän v. Hornhardt, am 4. Juni „Herta", Kapitän zur See Bohardt, den Kieler Hafen. Alle Schiffe gehen von Kiel zunächst nach den pommerschen Ge­wässern, dampfen dann nordwärts und um Skagen nach der Nordsee und laufen darauf zur Vervollständigung ihrer Aus­rüstung Wilhelmshaven an. Von dort wird anfangs August die Weiterreise anhetreten, die, so w it bis jetzt feststeht, für „Vineta" und „Herta" nach den amerikanischen Gewässern, für „Viktoria Luise" und „Hansa" nach dem Mittelmcer führt. Am Dienstag hatte die Besichtigung der Schiffe auf Seeklar­heit durch d.n Inspekteur des Bildungswesens der Marine, Vizeadmiral v. Dambrowski, stattgefunden.

Ein neues Dock- und Hebeschiff. Die Reichswerft in Danzig baut das zweite Dock- und Hebeschiff für Untersee­boote. Das seit einigen Jahren tätige erste Unterseeboot­begleitschiff „Vulkan"' bleibt nach der Fertigstellung des zweiten ständig in der Ostsee. Der Neubau ist für die Nord­see bestimmt. Jedem der beiden großen Übnngsgebiete steht dann ein Dock-, Hebe- und Begleitschiff zur Verfügung.

Schiffsnachrichten. Eingetroffen: S. M. S „Nürnberg" am 26. Mai in Acapulco. S. M. S. ..Königsberg am 27. Mai in Aden. S. M. S. ..Pelikan" am 27. Mai in Danzig. S. M. S „Hyäne" am 27. Mai vor Helgoland (ab 28. Mm). — In See gegangen: ©. M. S. „Grille" am 27. Mm von Cuxhaven.

post und Eisenbahn.

Die neue Postscheckordnnng, die am 1. Juli 1914 in Kraft tritt, enthält eine Reihe wichtiger Neuerungen. Für Zahl­karten, die jetzt bis 10 000 M. kauten dürfen, ist kein Höchst­betrag mehr festgesetzt. Für Schecks wird der Meistbetrag von 10 000 M. auf 20 000 M. erhöht. Zahlkarten und Überweisun­gen bis 3000 M. können telegraphisch übermittelt werden. Die Höchstgrenze für telegraphische. Zahlungsanweisungen, bisher 800 M., beträgt künftig 3000 M.

Der neue Postbahnhos in Köln, der amtlich „Postverlade­stelle" genannt wird, ist mit einem Aufwand von 892420 M. für den Grundevwerb, 1 689 085 M. für den Bau und 662 463 Mark für Bahnanlagen errichtet und wird -demnächst endgül­tig fertig. Der Bahnhof verfügt über 13 parallel laufende Ladegeleise, die paarweise zwischen 3,7 Meter -breiten Lade- bahn'teigen liegen. Die Bahnpostwagen werden mit zwei reich-eigenen feuerlosen Dampflokomotiven rangiert. Mit der Anlage sind vier geräumige Packkammern verbunden, ferner Diensträume für die beiden Bahnpostämter, die Zweigpost- halterei, ein Pferdestall usw. Auf dem Pöst-bahnhof werden jetzt täglich etwa 106 eingehende und 93 wbgchende Bahnpost- und Beiwagen, 49 000 eingehende und 80 000 abgchcnde Pakete a-bgefertigt. Außerdem werden täglich 120 Säcke ein- und abgehcnde Drucksachenposten und-80 Säcke ein- und abgehende Posten der Seevostabfertigun-g verladen. Die Stelle hat ein Personal von 83 Beamten und 187 Unterbcamten, darunter drei Rangierleiter, sechs Rangierer, vier Lokomotivführer, '»ier Heizer usw.

Deutsche SchrchgeNete.

Der Militärctat im südwestafrikanffchcn Landcsrat. In der Sitzung am Dienstag begann der Landcsrat die Beratung des Militärctats. Der Kommandeur der Schuhtruppe er­klärte, er werde eine etwaige Verminderung des Schutz­truppenbestandes nicht mitmachen, sondern die Konsequenzen daraus ziehen. Er habe dringende Bedürfnisse, wie die Er­neuerung von Kriegsmaterial und den Ausbau von Kasernen, mrs Ersparnisrücksichten zurückgestellt. Auch der Bericht-

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erstatter der Kommission führte aus, eine Verringerung der Schuhtruppe sei absolut unmöglich. Rach längerer Debatte wurden zwei Anträge einstimmig angenommen, welche die Aufstellung einer Fliegertruppe und eine Er­höhung der Kopfstärke der Kompagnien um je 30 Mann er­bitten. Ein werterer Antrag bittet um Übernahme des Pen­sionsfonds aus der Aufstandszeit auf den Reichspensions­fonds, da die dort ausgeworfencn Pensionen fast ausschließ­lich in Deutschland verzehrt werden und ihr Verbleiben auf dem Schuhgebietsetat ein ganz falsches Bild von der Höhe des Truppenetats ergibt. ' An die Beratung des Schutz­truppenetats schloß sich eine geheime Sitzung an,' in welcher Eingeborenensragen erörtert wurden. Ein umfangreicher Auszug, soll veröffentlicht werden.

K- K. Ausbau des Hafens von Duala. Der Ausbau des Kameruner HaupthasenS Duala mit einem Kostenaufwand von rund 9 Millionen Mark macht rüstige Fortschritte. Die schwierige D u r ch b a g g e r u n g der vorgelagerten Barre ist nahezu beendigt, so -daß alsdann die großen See­schiffe bis unmittelbar nach Duala gelangen können. Um ein unmittelbares Umschlagen der Waren zwischen Schiff und Eisenbahn zu ermöglichen, soll nunmehr die Anlage von Kai. mauern möglichst beschleunigt wenden. Auf die vom Reichs- kolonialamt vor kurzem ausgeschriebene Verdingung der Kai­anlagen sind 9 Angebote eingelaufen. Die niedrigste Forde­rung einer Hamburger Firma beläuft sich auf 3 282 000 M., die Höchstforderung stellt sich auf 6 989 756 M. Nach Bewil­ligung des Kameruner Etats durch den Reichstag sollen die Arbeiten unverzüglich in Angriff genommen und so gefördert werden. Laß binnen zwei Jahren der ge­samte Hafenbau einschließlich der Schuppenanlagen vollendet sein wird. Etwa um die gleiche Zeit wird die Kameruner Mittel! and bahn den schiffbaren N j o n g erreichen und damit eine wesentliche Steigerung des Verkehrs herbeiführen.

HusCarcd*

Äflterreich-Nngarn.

Begnadigung serbischer Spione in Bosnien und der Herzegowina. S e r a j e w o, 28. Mai. Das „Amtsblatt" veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben, nach dem sämt­liche serbischen Staatsangehörigen in Bosnien und der Herzegowina, die bis heute wegen Verbrechens der Aus­spähung rechtskräftig verurteilt worden sind, begnadigt wer­den und das Strafverfahren gegen jene, welche noch nicht rechtskräftig verurteilt sind, einzustellen ist.

Genehmigung des Marincetats durch die ungarische Dele­gation. Budapest, 28. Mai. Die österreichische Dele­gation nahm nach Erledigung des Heeresbudgets den Voran­schlag für die Kriegsmarine sowie einen Kredit von 48 Millio­nen als erste Rate des auf 6 Jahre zu verteilenden 426- Millionenkredits an, welcher für den Ersatz der Monarchklasse sowie der ersten Schiffe der Habsburgklasse dient.

Spanien.

Deutschfreundliches aus der Kammer. Madrid, 28. Mai. In der Fortsetzung der Marokkodebatte, anläßlich deren es in den letzten Tagen wiederholt zu äußerst stürmischen Szenen in der Kammer gekommen war, entwickelte der Karlist M e l l a heute die schon öfters vorgetr-agene Idee, daß Spanien von einer Freundschaft mit Frankreich und England niemals etwas Gutes zu erwarten habe, sondern eine seiner würdige Macht­stellung nur durch Annäherung an Deutschland er­reichen könne. Nach der Sitzung erfolgten wieder Kund­gebungen und Prügeleien in der Umgebung der Kammer.

Erhöhung des Effektivbestandes der Armee. Madrid, 29. Mai. In der gestrigen Kammersitzung brachte der Kriegs- minister einen Gesetzentwurf -ein, der den Effektivbestand des Heeres für 1914 auf 128 763 Mann festsetzt unid die Regie­rung ermächtigt, im Notfall diese Ziffer zeitweilig zu -erhöhen. Als Entschädigung sieht der Gesetzentwurf zeitweilige Beur­laubungen vor, die unter Berücksichtigung der Notwendigkeiten des Dienstes bewilligt werden könnten.

Hufilanö..

Einschränkung deutscher Rechte. Warschau, 28. Mai. „Rußkoje Slowo" teilt mit, -daß auf Anregung des General­gouverneurs von Kijor, Treport, das Ministerium des Innern mit der Ausarbeitung eines Gesetzes beschäftigt ist, das die Rechte der Deutschen auf Landerwerb in L-ithauen und R u t h e n e n l a n d beschränkt. Die Anregung gab der Generalgouverneur von Kijor durch Veranlassung der Natio­nalisten im Ruthenenlan-d, dessen Hauptstadt Kijor ist, die dar­über Beschwerde führten, daß die besten Stücke Land von den Deutschen aufgekauft würden. Das Gesetz soll auch auf Polen und Tschechen in Anwendung gebracht werden.

Russische Bahnen in Nordchina. Petersburg, 28. Mai. Die Regierung richtete an China eine Note, in der sie schnell­stens die Zuerkennung einer Konzession zur Bahn Zizikar- Aigun-Tschantschun verlangt. Da verschiedene Mächte sich um chinesche Bahnkonzessionen bemühen, besteht Rußland auf der obigen Konzession, um das Gleichgewicht unter den an China -interessierten Mächten zu erhalten.

VaManstaaten.

Auflösung der serbischen Sknpschtina? Belgrad, 28. Mai. Wie man in Skupschtinakreisen wissen will, hat -das Kabinett Pasitsch von der Krone das Mandat für die Durchführung von Neuwahlen erhalten. Die Negierung wird nach Erledigung der wichtigsten Gesetzesvorlagen, die nächste Woche erfolgen wird, die Sknpschtina auflösen und noch im Laufe des Som­mers die Neuwahlen durchführen.

Ebcrhardts technische Mission in Griechenland. Athen, 28. Mai. Der auf Einladung der griechischen Regierung in Athen weilende deutsche Architekt Professor Hug-o Eber- Hardt, Direktor der großherzoglich hessischen technischen Lehr­anstalten in Offenbach a. M., inspizierte wiederholt die In - d u st r i e s ch u l e n von Athen und dem Piräus. Eberhardt hat bereits einige Vorträge vor den Ministern für National­ökonomie und für den Kultus gehalten und hat mehrfache Be­sprechungen mit der Prinzessin Alice, einer eifrigen Förderin der für die wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands ungemein wichtigen Frage. Eberhardt wunde heute vom Ministerpräsidenten V e n i s e l o s in längerer Audienz emp­fangen.

Wirket

Eine Reise deS Kronprinzen nach Paris. Konstan- t i n o p e I, 29. Mai. Der Kronprinz Jzzedin wird voraus­sichtlich am nächsten Montag nach Paris reisen, um . eine Pariser Kapazität für sein nervöses Leiden zu konsultieren. Der Kronprinz wird von seinem Bruder Zia Eddin begleitet sein. Wie noch bekannt sein dürfte, befand sich der türkische Kronprinz im letzten Jahre zur Erholung in Österreich.

Morgen-Ausgabe- 1» Blair» » ' Seit« 3»

aus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Eine neue Nalenderreform.

Einen neuen Kaleiid-erreformvorschlag macht ein Wies­badener, Gustav Ritscher, dem cs gelungen ist, nicht nur das O st e r f e st für alle Jahre s e st z u l e ge n. und zwar auf den 8. April, sondern auch die Daten aller Jahrestags ohne Ausnahme'in allen Jahren stets festzulegen auf dieselben Sonn- und Wochentage!

Jedes Jabr soll dann beginnen mit dem Sonntag und der erste Weihnachtstag soll stets auf einen Sonn- tag fallen. Hierdurch würden für jedes Jahr z w e i E x t r a- arbeitstage gewonnen werden, was einen Arbeitsgewinn von 100 Millionen jährlich bedeuten würde.

Jeder Monat im Jahr soll genau 26 Arbeitstage erhalten, mit alleiniger Ausnahme von April und Mai wegen des Ab­zugs von Karfreitag und Ostermontag und desgleichen von Himmelfahrtstag und Pfingstmontag. Dre Anfangsmonate der Quartale Januar, April, Juli und Oktober erhalten 31 Tage mit 5 Sonntagen und der Dezember ebenfalls noch 81 Tage mit 4 Sonntagen und dem Weihnachtsmontag. Die übrigen Monate erhalten sämtlich 30 Tage mit 4 Sonntagen, wodurch dann die 26 Arbeitstage für jeden Monat korrekt festgelegt sind. In den Monat Mai verfällt sodann für jedes Schaltjahr der 31. Mai als Zulage zu den 30 sonstigen Mai­ragen.

Diese neue praktische Kalenderreform soll nun in folgen­der Weise hergestellt werden: 52 Jahreswochen ergeben 364 Tage, so daß der jedes Jahr entstehende 388. Tag und der im Schaltjahr, entstehende 366. Tag bisher die gleich- bleibende Tagesbenennung verhinderten. Damit nun dieser 365. und 366. Tag nicht mehr die erwünschte stets gleiche Tagesbenennung verhindern, sollen diese beiden über­zähligen Jahrestage, anstatt der bisherigen gewöhnlichen Tagesbenennung einen „Spezial-Namen" erhalten, und zwar soll der Schalttag unter dem Spezialnamen „Schalttag" eingelegt werden am 31. Mai in die mit Sonntag, 27. Mai, beginnende Pfinastwoche, und- zwar als der sechste Arbeitstag für diese bisher stets nur fünf Arbeitstage enthaltende Pfingstwoche. Sodann soll der überzählige 368. Jahrestag am 18. April eingelegt werden, als ebenfalls sechster Arbeitstag, in die am Sonntag, 8. April, beginnende Osterwoche. Dieser in jedem Jahr eintretende Extraarbeitstag der Osterwoche soll wegen des Erbringens von E x t r a g e w i n n folgenden Spezialnamen erhalten: Französisch Richedi, Englisch Richday und Deutsch Reich(s)tag.

Es legt jedes Jahr in der Folge dann den 1. Januar auf einen Sonntag und es bringen: Januar 31 Tage, 5 Sonntage, 26 Arbeitstage, Februar 30 Tage, 4 Sonntage, 26 Arbeits­tage, März 30 Tage, 4 Sonntage, 26 Arbeitstage, April 31 Tage, 8 Sonntage, 24 Arbeitstage, 2 Extrafesttage, Mai 8V Tage, 4 Sonntage, 24 Arbeitstage, 2 Extrafesttage, Juni 80 Tage, 4 Sonntage, 26 Arbeitstage, Juli 31 Tage, 6 Sonn­tage, 28 Arbeitstage, August 30 Tage, 4 Sonntage, 26 Arbeits­tage, September 30 Tage, 4 Sonntage, 26 Arbeitstage, Okto­ber 31 Tage, 5 Sonntage, 26 Arbeitstage, November 30 Tage, 4 Sonntage, 26 Arbeitstage, Dezember 31 Tage, 4 Sonntage, 26 Arbeitstage, 1 Extrafesttag.

Der 31. Dezember fällt dann stets auf Samstag.

Die O st e r w o ch e ergibt alljährlich folgendes: 8. April = Ostersonntag, 9. April — Ostermontag, 10./14. April = Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag, sind fünf Arbeitstage, 18. April — Reich(s)tag — sechster Arbeits­tag, 16. April — wieder Sonntag.

Die Pfingstwoche im Schaltjahr folgendes: 27. Mai -- Pfingstsonntag, 28. Mai — Pfingstmontag, 29. Mai (Diens­tag) Erster, 30. Mai (Mittwoch) Zweiter, 31. Mai (Schalttag) Dritter, 1. Juni (Donnerstag) Vierter, 2. Juni (Freitag) Fünfter, 8. Juni (Samstag) Sechster Arbeitstag.

Diese ungemein praktische Kalenderreform darf wohl auf allgemeinen Beifall rechnen.

— Ausgabe der JnvalidenquittungSkarten. Der Vorstand

der „Allgemeinen Ortskränkenkaffe Wiesbaden" schreibt uns: „Die gestrige Notiz in den Zeitungen über Ouittungskarten- ausgabe ist geeignet, im Publikum die Meinung zu verbreiten, als ob die Allgemeine Ortskrankenkasse nur in ihrem Inter­esse den Umtausch der Ouittungskarteu ihrer Mitglieder vor­nehme. Demgegenüber sei scstgestellt, daß in d-er preußischen Anweisung über die Quittungskartenausgabe nichts darüber bestimmt ist, daß die Polizeibehörden in erster Linie für die Ausstellung bezw. den Umtausch der Ouittungskarten zustän­dig seien, vielmehr wurden ab 1. Januar 1914 d-ie Orts-, Zand-, Betriebs- und Jnnungskrankenkassen neben den seit­herigen Ausgabestellen als solche bestimmt. Nur solche Kran­kenkassen, die wegen ihrer geringen Mitgliederzahl oder aus Mangel an geeignetem Personal als Ouittungskartenausgabe- stellcn nicht geeignet erscheinen, können von Ausgaben wider­ruflich befreit werden. Ferner wird darauf hingewiesen, daß die Allgemeine Ortskrankenkassc es sich angelegen sein läßt, durch eine genaue Kontrolle beim Umtausch der Ouittungs­karten ihrer Mitglieder darauf zu achten, daß einmal den Ver­sicherten durch das Richtverwenden von Marken oder durch Kleben von Marken einer geringeren Lohnklasse als die ge­setzlich vorgeschriebene, von seiten ihrer Arbeitgeber kein Schaden entsteht, und daß ferner die Arbeitgeber durch dies« Prüfung der Karten vor Strafen und sonstigen Unannehm­lichkeiten geschützt werden. Es kann daher Versicherten wie Arbeitnehmern nur aut das dringendste empfohlen werden, die Quittungskarten bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse um­zutauschen. Voraussetzung ist jedoch, daß die Karteninhaber Mitglieder der Kasse sind. Für Arbeitgeber, die vom Kassen­lokal zu weit entfernt wohnen, empfiehlt eS sich, die Karten durch di« Post (5 Pf- Porto bis zu 250 Gramm) einzusenden. Sie erkalten dann die neuen Karten durch die Post oder durch die Kassendoten zugestellt."

— SonntagSfahrtarten Wiesbadcn-Langenschwalbach. Di« Handelskammer yat erneut die Wünsche der Biebricher und Wiesbadener Bevölkerung auf Ausgabe von Sonntags- fahrkarten von Biebrich, Wiesbaden, Landesdenkmal und Dotzheim nach den Stationen Chausseehaus, Eiserne Hand und 2 a n g e n s ch w a l b a ch vertreten. Sie führt« aus: „Es liegt für den Mittelstand von Biebrich und Wies­baden ein dringendes Bedürfnis vor, durch Ausgabe derartiger billiger Sonntagssahrkarten vermehrte Gelegenheit .. in der weiteren Umgebung Wiesbadens zu

schaffen. Gerade die Wiesbaden nahegelsgenen GebirnZ- stationen liegen günstig, um als Ausgangs- und Endpunkt für kürzere und weitere Fußtouren in di« Taunuswaldungen zu dienen. Durch Auflegung dieser Karten würde es einem