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Nr. 847. Freitag, SS. Mai 1914. MeShgLmer TagNM. Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. Seite 3.

Vereinbarungen zwischen den beteiligten Regierungen Ab­machungen getroffen werden könnten, durch welche ein Zu­sammenarbeiten der drei Gruppen ermöglicht und die uner­freulichen und schädlichen Wirkungen des uneingeschränkten Wettbewerbs hintangehalten werden könnten.

fim und Slotte.

Zur Errichtung eines Flugstützpunktes in Stettin. Die Stadtverordneten von Stettin bewilligten 24 000 M. für die Errichtung eines Flugstützpunktes für Militär- und Zivil­flieger am Ostrand des Krekower Exerzierplatzes. Der Milr- tärfiskus verzinst die Bausumme mit 4 Prozent. Die Orts­gruppe Stettin des Deutschen Luftflottenvereins zahlt 2 Pro­zent der Bausumme jährlich in einen Sicherheitsfonds.

Schiffsbewegungen. Eingetroffen: S. M. S.Goeben" mit dem Chef der Mittelmeerdivision am 26. Mai in Smyrna. ©. M. 'S.Nürnberg" am 25. Mai in Manzanillo. S. M. S.Geier" -am 26. Mai in Bagamoyo. S. M. S. Grille" am 26 Mai in Cuxhaven. In See gegangen: S. M. S.Pelikan" am 27. Mai von Kiel nach Danzig.

Deutsche Schutzgebiete.

Der Gouverncmcntsrat von Dcutsch-Ostafrika ist auf den 19. Juni nach Daressalam einberufen. Die Tagesordnung enthäli außer dem neuen Etat 15 Vorlagen von allgemeiner Bedeutung, darunter Entwürfe einer Wasserrechts- und einer Sprcngstoffverordnung. Die erstere ist durch die schwierigen Wasserrechtsverhältnisse, die letztere besonders durch die zu­nehmende bergbauliche Entwicklung des Landes notwendig geworden. Ferner finden im Gouvernementsrat u. a. Be­sprechungen über die Arbeiterfrage und über die Buchführung der indischen Kaufleute statt.

Busfaitd«*

Österreich-Ungarn.

Kerne militärischen Vorbereitungen gegen Serbien.

B u d a p e st, 27. Mai. Die österreichische Delegation nahm das Heeresordinarium an. Im Laufe der De­batte fragte der Abgeordnete Dr. Kramarc den Kriegsminister, ab die Meldung eines Budapester Blattes richtig sei, daß das Ministerium militärische Vorbereitungen treffe, weil Serbien an der Grenze Albaniens gewisse Vorbereitungen getroffen habe. Kriegsminister K r o b a t i n erwiderte, ihm sei von Vorbereitungen militärischer Natur nichts bekannt. Diese Ansicht sei vollkommen aus der Luft gegriffen.

England.

Das Urteil im ArmcelicferungS-BcstechungSprozcß. Lon­don, 27. Mai. In dem BestMuntzNprozeß im Zusammen­hang m-t Armeelieferungen wurden heute sieben Zivilisten zu Geldstrafen von 50 Ins 500 Pfund Sterling verurteilt. Über die übrigen Angeklagten, acht Offiziere, die aus dem Unter- osfizierstande hervorgegangen sind, verhängte das Gericht einstweilen keine Strafe, verpflichtete sie dagegen, bei einer Strafe von 50 Pfund Sterling einer etwaigen Ladung vor Gericht Folge zu leisten und das Urteil anzunehmen. Einer der Angeklagten, der frühere Oberst vom Infanterie-Regiment in Aorkshire Whitaker, wurde Zu sechs Monaten Gefäng­nis verurteilt.

Italien.

Die österreichisch-feindlichen Kundgebungen in Reckpcl und die Maßregelung des Präfekten. Rom, 27. Mai. In der Kammer beantwortete gegen Sitzungsschluß der Minister. Präsident Salandra verschiedene die Zurdispositionsstel­lung des Präfekten von Neapel betreffenden Anfragen. Der Präfekt sei zur Disposition gestellt worden, weil er nach ein­gehender gewissenhafter Untersuchung der Vorgänge, die sich am 5. Mai in Neapel ereigneten, nicht mit der genügen- den Wirksamkeit die den Präfekten des Königreichs vorher voni Minister gegebenen Instruktionen, das Öster­reich i s ch - u ng a r r sch c Konsulat vor feindlichen Kundgebungen zu schützen, ausgeführt habe. Der Minister betrachte cs für seine erste Pflicht,. unter allen Umständen die Vertreter fremder Staaten und ihre Wohnsitze zu schützen. Diese Pflicht müßten in demselben Maße die Unterbeamtcn empfinden (Lebhafter Beifall.)

Nntzlnnd.

Genehmigung geheimer militärischer Gesetzentwürfe.

P e t e r s b u r g, 27. Mai. Die Budgetkommission der Reichs- duma hat in geheimer Sitzung mehrere geheime Gesetzent­würfe, darunter solche für Kredite zum Bau von Tor­pedobooten, für Verkehrswesen und Luft- schiffahrt, angenommen,

Zum Besuch des englischen Geschwaders. Peters­burg, 27. Mai. Der Besuch eines englischen Geschwaders in den russischen Gewässern wird vom 17. Juni bis zum 3. Juli dauern. Das aus vier Schlachtschiffen und zwei Kreuzern be­stehende Geschwader wird vom 17. bis 20. Juni im Kriegshafen Reval ankern, vom 22. bis zum 28.^vor Kronstadt liegen und hierauf noch drei Tage Riga besuchen. Den Engländern zu Ehren veranstalten das Marineministerium und die Stadt­verwaltungen die üblichen Festlichkeiten, die Schiffskomman­danten werden dem Kaiser vorgestcllt werden.

Valkanstaaten.

Die außerordentlichen HecreSkrcditc Serbiens. Belgrad, 27. Mai. Die Skupschtina nahm in erster Lesung die Militär- gesetzcsvorlage mit 87 g e g e n e i n c stimme an. Sodann wurden die Gesetzesvorlagen über die Nachtragskredite für 1912 und 1913 angenommen.

Türkei

Neue Gesetze. K o n st a n t i n o p e l, 27. Mai. Die Kammer nahm heute eine Reihe von Gesetzen an, die bereit? vorläufig in Kraft getreten waren, insbesondere die Amnestie für die Bevölkerung der zwölf Inseln, wie sie schon im Vertrag von Lausanne vorgesehen war, ferner die «ufhebuug des Zollzuschlags, der während des Krieges gegen die Balkanstaaten verfügt worden war. Weiter bewilligte die Kammer drei provisorische B ud g e t z tv ö l f- t e l. Die gesamten Ausgaben betragen 8 774123 türkische Pfund, von denen 2 169 198 Pfund für die Armee und Marine bestimmt sind.

klsien.

Die Reformen in China. Peking, 28. Mai. Duan-schikai hat soeben ein Dekret herausgegeben, in welchem die Organi­sation und die Zusammensetzung des neuen Senats geregelt wird. Die Mitglieder des Senats bestehen aus Angehörigen westlicher Beamten, so Mitgliedern des Magistrats, der Mili­tärverwaltung, der Unterrichtsbehörden, der Diplomatie, der

Industrie usw. Im ganzen bestehen sechs verschiedene Sek­tionen. Diese Zusammensetzung des Senats ist vollkommen nach dem Plan des amerikanischen Regierungsrats Dr. G o o d n o w ausgearbeitet. In den Kreisen der der Regie­rung nahestehenden ausländischen Diplomaten glaubt man nicht, daß diese Art und Weise der Zusammensetzung des Senats als sehr glücklich zu bezeichnen ist.

Einfälle der Mashuds in indo-britisches Gebiet. Simla, 27. Mai. Der aufrührerische Wahsudstamm, dessen Beziehun­gen zu den britischen Behörden sich in letzter Zeit verschlech­terten, machte in den letzten Tagen zwei Einfälle aus briti­sches Gebiet, einen in der Nähe von Jandula, den anderen bei Sheraui. In beiden Fällen wurden die Mahsuds durch die Eingeborenenhilfstruppen zurückgeschlagen.

Bu§ Stabt und £crad.

wLeZbadenGv Nachrichten.

Tin Lehrer-Iubilar.

Am Pfingstmontag d. I. kann einer der ältesten Schul­männer und eine: der bekanntesten Persönlichkeiten Wies­badens sein fünfzigjähriges Dienstjubilaum feiern: Lehrer

Karl H o f h e i n z von der Volksschule am Schulberg.' Recht nett schildert sein an derselben Schule beschäftigter Kollege Rudolf Dietz imAllgemeinen Schulblati" die Popularität des alten Hofheinz:Er war immer an der Schule auf dem Berg beschäftigt, die er nur von 1863 bis 1897 örtlich mit der Markt­schule vertauschte, um dann wieder in die alten Räume einzu­ziehen. Immer waren's Mädchen, die er unterrichtete, auf dem Berg und auch in seiner 30jährigen nebenamtlichen Tätigkeit am Spießschcn (Holzhäuserschen) und seiner 2äjähri- gen Tätigkeit am Bernhardtschen Institut. So kommt's, daß er jededritte Frau und fast jedes Mädel auf der Straße duzt, und alle freuen sich, wenn sie ihr alter Hofheinz be­grüßt wie in der Zeit, da noch die Zöpfe flogen." Seine erste Schulstelle hatte Hofheinz in dem heute etwa 14 Haushaltun­gen mit einigen 70 Einwohnern zählenden Dörfchen Wallenfels im Dillkreis. Im Jahre 1864 hatte die dortige Schule sechs schulpflichtige Kinder, einen Bub und fünf Mädchen, die bequem auf einer Bank Platz fanden. Van son­stigen Merkwürdigkeiten- dieser weltverlassenen kleinen Siede- lung wird nach Dietz die eine durch das SprichwortIn Wallenfels gibt's keine Spatzen" , (wegen des Raubzeugs in den nahen -großen Wäldern) und eine andere durch den Hin­weis auf einer Landkarte des Jahres 1864 an der Hartenroder StraßeWeg ins Ausland" (Wallenfels war ein Grengdorf) gekennzeichnet. Hierher kam am 1. Juni 1864 als Waldschul­meister, Vorsänger, Vorleser und Vorbeter an der dortigen Kapelle der sehr jugendliche Schulamtskandidat Karl Hosheinz, geboren am 7. November 1845 zu H a i g e r.Der am wenig­sten aufreibende Teil seiner dortigen pädagogischen Praxis war wohl die Schulzucht, denn der Geheimrat Firnhaber äußerte den besonderen Wunsch, der neue Stelleninhaber möge die Kinder bald zum Sprechen bringen. Die sechs kleinen Weltwunder saßen nämlich immer mäuschenstill da, einerlei, ob der Lehrer drin oder drauß war. Wie groß war da der Gegensatz zu seiner ersten Wiesbadener Klasse, bie er bereits anfangs Juli 1866, mitten in der Kriegsz-eit, über­nahm: vom winzigen Dorfidyll mit seinen sechs überbraven in die aufblühende Mittelstadt zu 98 übermütigen elfjährigen Schulmädels, die nicht einmal während der Einführungsfeier die Schnäbel halten konnten. Nun, wie er oben auf der Höhe die Befangenheit löste, so hat er auch hier unten allzeit mühe­los gute Zucht mit schönen Unterrichtserfolgen vereinigt. Der Umzug von Wallenfels nach Wiesbaden fiel, wie erwähnt, in die Kriegszeit. Die Deutz-Gießener Bahn war für den Personenverkehr gesperrt, und der junge Magister hätte die 100 Kilometer lange Strecke zu Fuß machen müssen, wenn ihm nicht ein sehr merkwürdiger Zufall zu Hilfe gekommen wäre. Ein Oberst Schmidtborn hatte seine Frau in Haiger in Sicherheit gebracht, und Hofheinz konnte die Retourkutsche nach Wiesbaden benutzen und hat da wohl die längste Chaisen- fahrt seines Lebens von morgens 2%. Uhr bis abends 10 Ubr durchs schöne Nassauer Land gemacht. Mit 260 Gulden Jah­reslohn ungefähr seinem heutigen Monatsgehalt hat er hier sein Wiesbadener Amt angetreten und ist dann frohen Mutes fast ein halbes Jahrhundert durch alle Röte, Leiden und Freuden des Wiesbadener Schulle'bens hindurchgegangen."

Die Lieblingsbeschäftigung des Herrn Hofheinz bildet be­kanntlich die Musi k. Seit 34 Jahren leitet er mit vorzüg­lichem Erfolg und mit allseitiger Anerkennung, auch durch be­rufene Musikverständige, denEvangelischen Kirchenchor", dessen Konzerte in Kirche und Kasino sich großer Beliebtheit in allen Kreisen erfreuen. Früher dirigierte er außerdem den Männergesang-VereinSängerlust" und die Gesangsab- teilung des KriegervereinsGermania-Alemannia". Seit 1878 ist er Kantor an der Berg- beziehungsweise der Markt­kirche. Dreißig Jahre gehört Hofheinz der Gemeindevertre- iung der Bergkirch-engemeinde an. Der Jubilar, der noch nicht daran denkt, sich zur Ruhe zu setzen, hatin fast eigensinniger Bescheidenheit" gebeten, von jeder Feier und Ehrung, auch im engsten Kreise seines Kollegiums, Abstand zu nehmen. Sein Wunsch muß gewiß respektiert werden, trotzdem aber werden ihm die bestgemeinten Glückwünsche zu seinem Ehrentag ge­wißhaufenweise" ins Haus fliegen.

pfingstrvanderungen.

II.

Haltestelle Laufenselden - Lohnerbach- Kemel - Tal der alten Wisper - Riesenmühle- Langens-eifen-Lang-enschwalbach.

Wir fahren um 7 Uhr 3 Min. mit der Bahnlinie Schwal- bach-Diez nach Laufenselden, Ankunft daselbst 8 Uhr 28 Min. (Tagblatt"-Fahrplan 7, Seite 40.) Wir folgen während der ganzen Wanderung dem Wegemarkierungszeichengelber Strich". Bei der Haltestelle Laufenselden, 236 Meter, auch Lohnersteg genannt, beginnen wir unsere Fußwanderung am wilden Lohnerbach entlang, im herrlichen Waldtal aufwärts, in li/ 2 ; Stunden nach Kemel, 516 Meter hoch auf rauher Hoch­ebene, der Kemeler Heide, gelegen. Kemel ist ein uralter Ort, offenbar aus dem Lagerdorf entständen, welches sich um das hier befindliche römische Kastell bildete. Die Dorfstraße ent­lang, am Marktplatz vorbei, an der vom schweigenden Wald umgebenen, sagenhaften Gerichtsstätte,Nederne" genannt, erreichen wir bald, durch herrlichen Tannenforst marschierend, dieDicke Linde". Trotzdem der Stamm zerklüftet ist, grünt und blüht die schon seit Odins Zeiten stehende Linde immer fort und hütet als treuer Bannwart den Eingang in das Tal der Wisper. Auf der linken Talseite langsam ansteigend, ge­langen wir in % Stunden nach dem 400 Meter hoch gelege­

nen kleinen Dörfchen Wisper. Der Sage nach soll Wisper ein­mal eine Stadt gewesen sein. Man erzählt sich von hierWehe den: Wanderer, der in seines Herzens Unschuld des Dorfes Spottruf:Stadt Wisper, mach's Tor auf!" ertönen läßt, daß der Zorn der Wisperer Mannen ihn sonder Gnade -treffe. Wir wenden uns nun aus der rechten Tals-eite südlich abwärts zur Wispermühle und in dem verlassenen wildromantischen Tal weiter bis zum blumigen Wiesengrund, wo wir links im Wiesengrund die Mauerr-este der sagenberühmtonHexen- mühle" (Springmühle) sehen. Der Hexenmüll-er war anfangs des vorigen Jahrhunderts ein in der ganzen Gegend berühm­ter Wunderdoktor. Wir durchwandern jetzt die schönsten Stellen des Tals, -das mehr und mehr den Charakter einer finsteren Felsenschlucht annimmt, so daß sich das sonst so flinke Büchlein nur mühsam hindurchzwängen kann. Bald wird das Tal breiter, wir verlassen die dämmerige Schlucht und treten hinaus auf die breite Chaussee der großen Wisper. Nun auf der Chaussee talaufwärts zur Ries-enmühle, die von der hohen Riesenlai überragt ist (gute Wirtschaft). Wir verlassen jetzt die Wisperstraße und gehen rechts über die Brücke in das schöne Fischbachtal und in diesem aufwärts zu dem Dorf Langenseifen, 400 Meter hoch auf aussichtsreicher Hochebene gelegen. Von hier auf der hübsche Ausblicke bietenden Fahr­straße weiter zur Platte (Aussichtstempel mit schönem Blick auf Schwalbach) und nun gerade aus hinunter über den Paulmenberg, am Kurhaus und der englischen Kirche vorbei, nach Bad Langenschwalbach. Entfernungen: Haltestelle

Laufens-elden-Kem-el 1 y 2i 'stunden, Dorf Wisper % Stunden, bis zur Riesenmühle 1% Stunden, Langenseifen % Stunden, Langenschwalbach iy 2l Stunden, zusammen 6% Stunden. Rückfahrgclegönheit von Schwalbach sieheTagblatt"-Fahr- plan 7, Seite 41.

övjährigcs Militiir-Dienstjnbiläum. Der hier im Ruhestand lebende Generalleutnant v. K e t t l e r, der dadurch besonders bekannt geworden ist, daß er als Brigade­kommandeur dem ostasiatischen Expeditionskorps angehört hak, begeht am Pfingstsonntag, den 31. Mai, den 50. Gedenktag seines Eintritts in die Armee. Im Feldzug 1870/71 hat er besonders an der Belagerung von Paris teilgenommen und sich das Eiserne Kreuz erworben. Am 1. April 1587 kam er als Hauptmann in das Füsilier-Regiment Nr. 80 und wurde in diesem am 16. Februar 1889 Major, ein Jahr später Bataillonskommandeur. Am 14. Mai 1884 wurde er zum Oberstleutnant, am 22. März 1897 zum Oberst befördert und am 1. April desselben Jahres zum Kommandeur des Jn- fanierie-Regiments Nr. 162 ernannt. Am 16. Juni 1900 er­hielt er die 5. Jnfanteriebrigäde unter Beförderung zurtt Generalmajor. Im Juli 1900 ging er an der Spitze der zwei­ten Jnfanteriebrigäde des ostasiatischen Expeditionskorps nach China, nahm am Gefecht bei Liulinkuan teil und wurde durch Verleihung des Roten Adlerordens 2. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Nach der Rückkehr aus China im September 1901 wurde er Kommandeur der 2-8. Jnfanteriebrigäde, am 24. April 1904 unter Beförderung zum Generalleutnant Kom­mandeur der 21. Division. In Genehmigung seines Abschieds­gesuchs am 13. Februar 1906 wurde er zur Disposition gestellt und seitdem lebt er hier in Wiesbaden.

- 1526 M. 9 Pf. war das Ergebnis der jetzt beendeten zweiten Entleerung der Zahltellerkassen, bestehend aus fast nur Kupfer- und Nickelmünzen. Dieser Ertrag ist je zur Hälfte den beiden VereinenWiesbadener Verein für Som- merpflege armer Kinder" undWiesbadener Verein für Speisung bedürftiger Schulkinder" überwiesen worden. Es ist zu hoffen, daß das Zahltellerkassenshstem eine dauernde Ein­nahmequelle für obige Vereine bleibt, denn diese Art Samm­lung, hauptsächlich Kupfer- und Nickelmünzen, machen keinen arm und geben doch vielen Kindern den Reichtum der Gesund­heit zurück. Übrigens begegnet man dieser Einrichtung in fast allen größeren Städten Deutschlands, Belgiens und der Schweiz. Die Zahltellerkasse wurde vor etwa einem Jahr von dem Schatzmeister desWiesbadener Vereins für Sommer- Pflege armer Kinder" zum Patent angemeldet, und heute arbeiten rund 30 000 Exemplare im Dienst der Wohltätigkeit für verschiedene soziale Zwecke.

Samariterabtcilung des Vaterländischen Frauenver- eins. Gestern nachmittag 5 Uhr fand im Turnsaal des Ober­lyzeums die Prüfung der von der Samariterabteilung ausge­bildeten Helferinnen vom Roten Kreuz durch die beiden di«! Ausbildung leitenden Ärzte statt. Die Vorsitzende des hiesigen Vaterländischen Frauenvereins, Frau Prinzessin ElisabethzuSchaumburg-Lippe, wohnte der Prü­fung bei. Unter den -erschienenen Gästen befand sich als Ver­treter der Regierung Geh. Reg.- und Med.-Rat Dr. v. Hake, Der Prüfung unterzogen sich 9 Helferinnen und 1 Hi'lss- schwester. Letztere hatte y> Jahr, die anderen Damen hatten 6 Wochen praktisch im städtischen Krankenhaus gearbeitet. Nachdem Geh. Rat v. Hake zum Schluß sein Urteil über das Ergebnis der Prüfung abgegeben hatte, überreichte die Frau Prinzessin den Damen mit einigen Worten die Ausweisbücher.

Verbotene Zirkusvorstellungen. Der bekannte Zirkus Charles wollte in diesen Tagen wieder -einmal ein mehr­tägiges Gastspiel in Wiesbaden geben. Beschwerden von An­wohnern der für die Aufftellung des Zirkus in Frage kom­menden Plätze haben indessen den Polizeipräsidenten veran­laßt, die Vorstellungen zu verbieten. Gegen den Bescheid des Polizeipräsidenten ist Beschwerde beim Minister erhoben! worden.

Die Jubiläumsfeiern der Garbe-Grenadicr-Regimcnter.-

Wie bekannt, feiern die Garde-Gvenadier-Regimenter Alexander" undFranz" in Berlin am 17. und 18. August d. I. ihr 100jähriges Bestehen. Aus diesen, Anlaß werden auch viele alte Angehörige der beiden Regimenter sich zun Teilnahme an den Festen nach Berlin begeben. Die Jubi­läumsvereinigung, welche sich mit dem Sitz Frankfurt a M gebildet hat, verfolgt nun das Ziel, den Teilnehmern die Kosten zu verringern. Ans ein an die König!. Eisenbahndirek- tion gerichtetes Gesuch wegen Stellung eines Verwaltungs- Sonderzugs wrrdrn der Antwort die Bedingung gestellt, daß die tarinnatzige Mindestgebuhr erreicht wird. Damit die ver­langten Llngaben gemacht werden können, werden die Anmel­dungen Meunigst an Georg Voigt in Frankfurt a. M.,

St Ä,M t .?er Sonderzug geht voraussichtlich um 15. <lugust i.. I., adends, von Frankfurt ab.

, r ~? tt Kaisermanovern werden eine ganze Anzahl er­fahrener Eyenbahnbeamter von Mainz und Wiesbaden an die Hauptverkehrszentrale versetzt. König Konstantin welcher vor zwei Jahren zum Chef de^ 2 . Nassamschen Infanterie-Regiments Nr. 88 ernannt wurc e und dem er seinen Namenszug verliehen hat, wird bei oen ^ayermanövern während der Parade dem Kaiser auch ! em Regiment vor führen und dabei zum erstenmal die Uni- form der 88er tragen. ''.. 1