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8sn 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntag».

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Berliner Redaktion des W i esbadener Tagblatts : Berlin-Wilmersdorf. Gtinhelstr. »6. Ferns t . ^.-h---—--"

---- - *• nr# 223. . 62. Jahrgang.

Donnerstag, 14. Mai 1914.

Morgen - Ausgabe.

Fortführung derSozialreform!

Von Professor Dr. E. Francke (Berlin).

Die Bedeutung der großen Berliner Versammlung am' 10. Mai, in der mehr als 4000 Männer und Frauen einmütig und entschlossen die Fortführung der Sozial» reform forderten, liegt in der Vereinigung des tums und der Arbeitnehmerschaft aus diesem Boden gemeinsamer Gesinnung und gemeinsamer Wunsche. Diesen Boden hat die Gesellschaft für Soziale Reform seit ihrer Begründung Anfang 1901 betreten und plan­mäßig beackert, so daß jene gewaltige Kundgebung als eine wertvolle Frucht ihrer Aussaat angesprochen wer­den kann. Sie hat sich stets bemüht, Vertreter der bürgerlicher Parteien und der bürgerlichen Berussstande auf ihr Programm zur sozialpolitischen Arbeit zu sam­meln: auch' Arbeitgeber haben Sitz und Stimme tn

ihrem Ausschuß neben Vertretern der liberalen Berufe und der Wissenschaft. Aber nicht minder haben sich ihr angeschlossen die großen Verbände der Arbeiter und Angestellten, die nicht der Sozialdemokratie folgen, sondern im Rahmen der gegenwärtigen Staats- und Wirtschaftsordnung ihre Rechte wahren und mehren wollen, eine Entwicklung auf friedlichem, Wege eine wahrhaftige Reform erstreben. Nicht weniger als zwei Millionen Arbeiter und Angestellte sind durch ihre Organisation der Gesellschaft für Soziale Reform letzt

^TW^BÜndnis von Bürgertum und Ar­beiterschaft bestintmte auch, zunächst schon das äußere Gesicht der Versammlung m der „Neuen Wett . Gewiß, es waren auch Sozialdemokraten und freie Ge­werkschaftler anwesend — wo wären diese aber nicht tn einer nach Tausenden zählenden öffentlichen Versamm­lung'Berlins? Aber sie hielten sich ganz zurück; w so gar' beim Kaiserhoch, mit dem Freiherr v. Berlepsch die Verhandlungen eröffnete, versuchte niemand, dirrbh Sitzenbleiben oder Hinausgehen zu demonstrieren. Die aewaltige Mehrheit der Versammlung aber bestand ans B ärgern und reichstreuen Ar bei t n e h me r n, Männern und Frauen aus allen fanden und Be­rufen Neben Beamten in hohen Stellungen saßen Kaufleute, Handwerker, Industrielle neben Leuchten Wissenschaft Gelehrten, Ärzten, Anwälten, Lehrern, iSStafc"* Gehilfen techmiche An- rt-Kte Unterbeamte, gewerbliche Arbeiter in dichten gS und wer die politische Farbe und Stimmung

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Von nah und fern waren die Besucher yeroeigeeiU aus

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jattemen. tni: 91 Df ^Ualvolitiker und Reformfreun.de für soziale Reform, ^ rMst kommen oder Dele- herbeigeettt. Und wer nicht ftwi Zustimmungs-

dNundL gingen die Briefe und

Telegramme von hervorragenden Persönlichkeiten und von Vereinen. Die Kürze der Zeit erlaubte nicht mehr als einen kurzen Hinweis auf diese Tatsache, ich möchte deshalb an dieser Stelle noch besonders aus «ne Erklärung der liberalen Vereinigung des bayMschen MS?»** di- iich treu ,md »J»M reform bekannte. Wenn man also versuchen sollte, sw Bedeutung der Kundgebung auf das Niveau „einer rem Berliner lokalen Veranstaltung herabzudrucken, so fälschte man die Tatsachen. ,

Die lange Reihe der Reden und Ansprachen spiegelte ebenfalls diesen äußeren Charakter der Versaimnlung wider. In bunter Folge sprachen inaktivei Staats' minister und Arbeiterführer, Gelehrte und Praktiker, Mitglieder der bürgerlichen Reichstagsfraktionen, An­gestellte und Unterbeamte, Angehörige aller Konfessin nen Darunter waren auch mehrere Frauen, dw mit warmen Herzenstönen die Nöte ihrer Berufsgenossinnen vorbrachten. So wurde aus einzelnen -stucken und Stückchen ein einheitliches Bild zusammengesugt, das de5m eine Übersicht über das gesamte Gebiet der sozialen Reformen ergeben hat: Sozialversicherung und Arbeiterschutz. Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und die Volksseuchen, Wohnungsreform , und Gememde- tmTiHf Tarifverträge und gewerbliches Enngungs- LN ÄÄ* mrb Vereins,-«, rprfitimina und Eingliederung m den Staat. Und über ÄSÄÄj«, »webte ber laut- P--t°ft aegen die Bedrückung der Arbeiterbewegung und dw Beschränkung der organisierten Selbsthilfe, der aus der Tiefe des Herzens kommende Ruf nach Gerechtig-

^ Wie in einem Orchester erst der Zusammenklang der verschiedenen Instrumente eine Sinfonie, erzeugt, so fehlte es natürlich auch in dieser Harmonie der Ver- ?nnrmTima nicht an Verschiedenheiten. Männer wie die lEatSmK Freiherr »■ »-«« und Stof vau Nwadowskv fassen die sozial-polittschen Dinge anders mtt und an als wie die Führer der Arbeiter, der An- rtotLmpn der Techniker, der Unterbeamten, Gelehrte gestellten, der ~ r k bie Parlamentarier

Marguart Mumm, Praktiker wie Ex-

^Nonr^Derubilra und Oberbürgermeister Dommwus zellenz Dernvurg uuv ^ Konzert. Aber gerade

d>s^Monniafattiakeit im einzelnen erhöht ja die Wucht ÄHfta biein der Einmütigkeit der Tau- knde von Hörern "ichen Widerhall und damit eine ge» ^wm^Skärke erfuhr. Neben den zahlreichen Anfor-

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N^größter 1 wurde stet/ aufs" nfnV in

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Äif.lTnVmu? in seiner reinsten Läuterung, d-m »NI - n bei S < I bW i I f«, h°ud° de» 3»0 d-,

'°°sL?w«°di- HM« im Ausd-uck w«a »SSÄ bie ® o j.i n Ib o H t. I mo» 8 uud “S S Au!sti-8 d-» R->«s an Volks-

kra.ft, Arbeitsleistung, Wtrtschasts- e r f o! g und W o h l f a h r t beeinflußt Hab« Emtg auch in der Überzeugung, daß auf diesen von Erfolg begleiteten Bahnen fortzuschreiten sei — nicht nur wett noch Unendliches im einzelnen zu leisten sei, was der, Gesundung und Kräftigung ber !Katum denen muffe, sondern gerade auch weil Deutschlands V°lkswrrtschast in immer höherem Grade eine leistungsfähige, gewi-

S Stise «rbeiterHSoft etfotbete,

unb in bec W-lt mtanjiitomnnn. ii,,l,» nd 'ch »«>r man vollkommen in der Überzeugung, daß alle ^eriuche einer Gewaltpolitik zur Nwderhattung der Ar­beiterbewegung zu unheilvollen Konflikten fuhren inusp ten und daß nur durch Reformen dw friedliche und freie Entwicklung geleitet und gesichert werden lonnt« die wiederum die Voraussetzung der Kraft und des Ansehens des Reiches sei. Darum^ keine Pause, kein Stillstand, kein Begräbnis der Sozialresorm, am aller­wenigsten eine Reaktion und Gewaltpolitik, sondern n II11 p t ft oat alteform!

Ein journalistisches Sprachrohr der Scharsmacher hat schon vor der Kundgebung das Vorgehen der Ge­sellschaft für Sozialreform als eine ^HENiche Uber- hebnng bezeichnet. Wir hoffen und wünschen, daß m diesem Sprüchlein so etwas wie Besorgnis zum Am druck konnnt daß die Kundgebung einen starken Ein­druck nicht nur im Volke selbst, sondern auch auf dw Reichs- und Staatsleitung sowie auf dre Parlamente machen wird. Diesen Eindruck zu verstärken,, ist nun unseres Ermessens eine wichtige Aufgabe für unsere Freunde im Lande draußen. Und besonders sollten sich die Liberalen allerorten angelegen sein lassm, den Ruf nach Fortführung der Sozialreform und Bekämpfung der Gewaltpolitik aufzunehm«i und zu wiederholen. Denn im Kampfe gegen Rechts und Links, gegen Sozialdemokratie und Reaktion kann e„ sur 5» liberal-

ffitoSb^anneiteHt« für

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rechtigkeit einzutreten. Hat dw Kundgebung der G sellschast für Soziale Reform diese Wirkung, dann reicht ihre Bedeutung weit über den Tag und den An­laß hinaus. in die Zukunft unserer Geschicke!

Freudenau.

Nachdruck verbale».

„r>. er Dr Hans Wantoch (Wiefll).

Bilder vom Wwner Turf von Äi. H«»» . ' '

si'cher Jubck tn dem Wmte ^ »te um ;bag @eIÄuf

der mit lebhafteren Farben ü^fratische Herrenreiter mit der Rennbahn von Wie . s in .der eine gewisse

jener typisch osterreichns hen - . Izmorden, Rennknvaliere Lässigkeit kunstvoll erstarrter 3»®"« S® Menschliche

mit exzentrischen » Andere ^Eperament-

Lcidenschaftskampse -n ie-der Form, ) 8 > flirrt. Die

grades und jeder Energwharte. D^e E«lga-

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® im S?i«°‘iitili «-»- «»»• S-»,l «»««*■ SWI ««»

r r.? Tnnften, lichten und leichten Rund d-r Laub-

letcht auf s M^f.p Wölkchen flügeln. Helle Wölkchen,

bäume rmgSum. M Glück, Geld. Und ver-

und Aerftie . Laudichufi

??“ l L d-m weiten » »6en bie «-!-»-

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SSTomS« -ich t»«.r t««nte..- *m ->--»'»«

... r . v.ir’fvf- in hf»r Ordnunu. Zumindest an einem rechi sch «ff en>e n^W erk e l tag. Und darum e"«sAldigt mm, seine un-

WMWMLM-

^'*1SA»"lnnd"°um",k»-»eMi?>e d-. »eben.

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aSfletten äSeten Menschen. Das Amüsanteste. Nur drüben

8-»-S G-t-uftch in d-t mm b- SBitie. «> Ij ™ ^ aer genest Kleidern zu Hunderten geballt sind, dort aüf vem Guldenplatz verstellen sie sich nicht, wett sw an sich genug interessant sind, dort bekennen sie chrlich, weil das Eten

keine Masken leiht. . . o l0 6en.

Und Loch! Seltsame Verbrüderungen lE das ^ Auch einer vom polaren Ende der Ordnung

enthüllter Bekenner. Er war aus Asien, Schah vion J unb er sprach das Wort: „Daß Pferde l-uftn können. ^ mir längst bekannt. .Und daß von zweien e über-

Ziele ist, regt mich nicht auf. von -Leidenschaft,

legte Meinung, die scheinbar einen Schlund von ^ . rBriiat einen Absturz von Verlockung, Grauen, Rum .. .

Aber sie hat ein Loch, u'.id aus ihm stürzt die h ß ..st

DeutscheZ Reich.

* Die bayerische Wahlreform nbgelehnt. Die Kammer der Abgeordneten hat die Anträge der Sozialdemokratie und w oiWrnlen betreffend Änderung des bayerischen Landtag-

SÄ Ä Vt der B <«t S11«.. » « H

“‘"“«eine Wntufuno beb Haager Schiedsgerichts tn der "raae des Wehrbeitrags der Ausländer. In diplomatischen Kreisen wird die Brüsseler Meldung, daß die gegen dw Heran- kiebung der Ausländer zu dem Wehrbertrag protestierenden Staaten das Haager Schiedsgericht anrufen werden, als

falsch bezeichnet. .

* Einschränkung des Besuches britischer Offtzwre rn Elfah-Lothringen Das britische Armee-Council hat eme ge­nauere Beachtung der Bestimmungen des britischen Krwgs- ministeriums für Offiziere,, welche Elsaß-Lothrmgen zu be­reisen wünschen, a ngeordnet und hrnzugefugt, daß^me^^

Erregung, >dtt zttterüde Erwartung, 'die Frage aller Fmish- fragen: „Von zweien mutz eines früher am Z'ole fern, aver

wclckMs vo^Leide^^. ^ englisch. Ja- sem spovts-

feindlicher Sinn patzt durch die Art seines Ausdrucks wunder­voll in dieses Milieu des Sportes Es # *

Form. Englisch. Und englisch ist.baS Mb. Iu »'

göfchorene Rassn, der Lawn, . ^ Durchschaubarkeit und L un bimffn Strenge. U.!d englisch sind bysmsders

«s 'fagsjr ssfsJr Ä

SSSSS^aSS^?'*»«“ AnsgewWtheit bemeistern Es st tste Mlmi-rY dieses Spieles, es ist sein oberstes Gesetz und eine S Weisheit: sich nicht zu verraten Denn iedes Sichannwrkenlassen mindert die Summe des Ge­winnes So sind die Menschen auch an jenen Platzen, tvo, dw Einbutze eines Goldstückes Verlust ist, wunderbar tralnwrtt foii nimmt ein Spiel auf seinem Wog rund nm die Welt von dem Geist des Bodens, aus dem es entiprosten, und gewinnt Macht über die Menschen. In den Haisardsalen von Monte, in romantischer Sphäre, ist es erlaubt, seine Leiidanschaften nackt zu zeigen. Dort ist es faahion, sich 0 U erregen.' Dort ist es tasllion, mit bebenden Fingern , im Göldhausen zu wühlen: „ktteeäarnss, inessieurs kaitss

votre jeu!" Der Würfel klappert, die Goldmünzen klirren: „AssäaniW, insssisurs - - -Der Rechen des Ero»p> - scharrt die Goldmünzen in die Kassen der Bank. Klick, -

klick, klack! Eine entnervende Monotonie. Stundenang, tagelang. Und es war fast wie eine Erlösung' melhr tragbarer Einförmigkeit, als der junge j