Nr. 215.
Samstag, 9. Mai 1914.
bestehen, daß ein Israelit, sobald er die für Me Reserveoffi
zier-Aspiranten ganz gleichmäßig vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt, anstandslos znm Offizier befördert werden würde. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Was die Jugendbewegung anlangt, so hat von sozialdemokratischer Seite ein Abgeordneter darüber gesprochen, der im vorigen Jahr sagte: „Es
wäre besser gewesen, ich wäre 100 Jahre früher geboren worden . Ich verstehe den Wunsch. (Heiterkeit.) Auch ich wünschte es. Ich hätte heute lieber zu Füßen Fichtes gesessen und dessen von glühender Vaterlandsliebe getragenen Reden hören mögen, als jetzt Reden anhören zu müssen, denen diese Eigenschaft fehlt, um sie schmackhaft zu machen. Ich wäre lieber mit Friesen und Körner hinausgezogen zum offenen Kampf gegen den Dämon, der damals das Vaterland erdrosseln wollte, als heute Redeübungen halten zu müssen. Das kann keinem unangenehmer sein als mir selbst. (Große allgemeine Heiterkeit.) Wenn mich etwas trösten kann, so ist es der Blick auf die Jugendbewegung. Sie hat das Gefühl, daß wieder ein Dämon an der Arbeit ist, das Vaterland zu unter- wuhlen, das nicht gewillt ist, bie Ideale, die seit Jahrhunderten die deutschen Herzen erfüllten, von Hämischen in den Staub ziehen zu lassen.
Es ist das der Dämon des verschwommenen Weltbürgertums, des unklaren Internationalismus und Materialismus. Die Jugend beginnt, sich dagegen zu wehren und macht ihr Naturrecht geltend an der Freude für das herrliche Land, das ihr durch Verunglimpfung verekelt werden soll. Sie stärkt durch Wanderungen, Sport und Spiel Körper und Seele, sie verlacht die falschen Propheten der internationalen Verbrüderung. Sie befindet sich auf dem Weg zum alten deutschen Ideal: zur Armee. Hätten wir diese Jugendbewegung nicht, so müßten wir sie schaffen, sie gehört zur Armee und die Armee zu ihr.
Nach kurzen Erklärungen der Generalmajore Wild von Hohenborn und Frhrn. v. Langermann und Erlenkamp zu den Ausführungen des Abg. v. Schele bemerkt
Abg. Schöpflin (Soz.): Das schweizerische Milizsystem ist nicht ganz das Ideal, das wir uns von einem Milizheer machen. Mit unserem Streben, das Heerwesen zu ändern, wollen wir nicht, wie der Kriegsminister meinte, die Art an die Wurzel der Macht des Reichs legen. Im Gegenteil bei Befolgung unserer Absichten würde die Macht des Reichs, des deutschen Volkes, wachsen.
Auch wir stehen auf dem Standpunkt der körperlichen Ertüchtigung der Jugend,
dann muß die Jugend aber vor körperlichen Schäden durch die soziale Gesetzgebung geschützt werden. Die Behauptung, daß die Sozialdemokraten gegen das Heer oder einzelne Teile desselben Haß hätten, ist durchaus falsch. Wir hassen nur den Militarismus, der sich beispielsweise durch Soldatenmißhandlungen kundgibt. Es ist auch nicht richtig, daß Sozialdemokraten auf sozialdemokratischen Versammlungen anders sprechen, als wir hier tun. Die Konservativen sollten doch nicht so schroff gegen die Juden Vorgehen. Wollen sie denn behaupten, daß in allen adeligen Familien rein arisches Blut fließt. Wie würde es manchmal in degenerierten adeligen Familien aussehen, wenn nicht ein kräftiger Leibjäger 'im Hause wäre. (Lebhafte Pfuirufe rechts.) Scharnhorst und die anderen. Helden traten ebenso gegen die Junker auf, wie wir es tun.
Mg. Dr. Müller-Meiningen (Bpt.): Den Gegensatz des jüdiichen und deutschen Volkes, der erst vom Kollegen Rupp hier konstruiert worden ist, muß ich zurückweisen Darauf was getan wirty um dre verfassungswidrigen Zustände gegen die Juden zu beseitigen, hat der Kriegsminiister keine Antwort gegeben. Für den Krieg gibt es jüdische Offigieraspiranten nicht für den Frieden, in dem eine gesellschaftliche Gleichstellung erfnlgen konnte.
Das Kricgsmiinstcrium lehnte eine Einmischnng in die Agitation des Wcrbevereins ab; das ist eine Svmvatbie- erklärung für diesen Verein.
Es mutz eine parlamentarische Kommission eingesetzt werden, um dem unhaltbaren Zustand entgegenzutretsn,, der bezüglich der Zuständigkeit des Kriegsministeriums und des Militärkabinetts besteht. Notwendig ist gegenseitiges Vertrauen zwischen Volk und Heer. Das läßt sich aber nicht durch schöne Worte ausdrücken, sondern einzig und allein durch Daten die wir vom Kriegsminister sehen wollen. (Beifall links.)
Abg. Gröber (Ztr.): Der Reichstag hat wiederholt Resolutionen angenommen in der Richtung, daß irgendeine Zurücksetzung beim Militär aus politischen oder religiösen Rücksichten nicht stattfinden soll. Der Bundesvat antwortete daraus, daß aus religiösen Rücksichten keine Zurücksetzung stattfände. Ja, wenn es nur das wäre, dann könnten wir durchaus zufrieden sein. Daß überhaupt keine Juden fähig wären, eine R eserv eo fsiz iersstellung einzunehmen, kann doch kein Mensch mit Ernst behauptend Wir müssen verlangen, daß das Duellgesetz noch vor Schluß der Session erledigt wind. Was der Kriegsminister zur Frage des Militär-Minettes sagte, waren politische Erwägungen, nicht aber verfassungsrechtliche Darlegungen. Es gibt ein verfassungsmäßiges Verlangen, einen verantwortlichen Minister auch für das Heer zu haben. Diese Förderung wirld nicht verschwinden, bis das Ziel erreicht ist.
Kriegsminister v. Falkenhahn: Wenn auch nicht aus
führlich, so habe ich doch tn meinen Ausführungen über die Befugnisse dos Militärkabinetts und des Kriegsministeriums reichlich Gesichtspunkte davgeilegt. In Preußen muß der Zustand maßgebend sein, wie er Bet der Fortführung der Reichs- Verfassung gestanden hat. Damals bestand keine Gegenzeichnung des Kriegsministers, und so wird es auch jetzt gehanid- habt.
Es handelt sich bei der Abgrenzung der Befugnisse des Militärkabinetts und Kriegsministeriums nicht um Organisationsfragen, sondern um den inneren Dienst.
Als Säule und Grundlage der preußischen Armee habe ich die Berfassungsbestimmung bezeichnet, bie dem König freie Verfügung über das Heer innerhalb der Gesetze gibt, und auf dissem Standpunkt werde ich auch stehen bleiben. (Bravo rechts.)
Abg. Freiherr v. Scheele (Welse): Ich möchte feststellcn,
^ß der Kriegsminister bei der Erweisung der militärischen Ehvm bei einem verstorbenen Kriegskameraden wissentlich Wlsch berichtet worden ist. Der Herzog von Cumbevland hatte rvn Kranz einem ehemaligen Regimentskameraiden gestiftet.
Bon einem politischen Akt konnte sonach keine Rode sein.
Die Generaldebatte ist somit geschlossen.—
Titel 1 der Ausgaben (Gehalt des Kriegsministers) wird angenommen, ebenso eine Resolution der Wirtschaftliche,n Ver- ffnigung aus Nachprüfung und Erhöhung der Vergütungs- iatze für Vorspannleistungen für die bewaffnete Macht, ferner eine Resolution der beiden konservativen Parteien, die
Wiesbadener Tagblatt»
Morgen-Ausgabe, 1. Matt.
neue Verhandlungen mit den verbündeten Regierungen über die gleichmäßige Ausdehnung der Heeres- und Marinedienst- co ^ilitärariwärter auf dns Besoldungs!dien-stalter in allen Bundesstaaten wünscht. Kerner ersucht -die Resolution, dahin zu wirkon, daß die Vorschriften hierüber bei den kommunalen und sonstigen Verwaltungen recht bald gesetzlich cin- geführt weriden.
Beim Titel
Offiziere des Kriegsministeriums
I hat die Kommission mehrere Offiziere gestrichen, darunter die für das Presfereserat in Aussicht «genommenen Personen.
Mg. Dr. Oertel (Ions.) begründet den Antrag seiner Partei, der die Regierungsvorlage wiederherstellen will.
Mg. Schiffer (natl.): Auch wir wollen, daß die Presse gut und schnell informiert wird, und zu diesem Zweck ist eine enge Verbindung zwischen Presse und Verwaltung notwendig. Im Interesse der Presse ist die Annaihme der Regierungsvorlage wünschenswert.
Abg. Stückle» (Soz.): Wir hüben uns «gegen die Aus-
knNffAstelle als solche nicht gewandt, sondern nur gegen die vom Kriegsminister geforderte Vermehrung, zumal eine Beeinflussung ^der^ Presse durch diese Stellen zu befürchten ist.
Abg. Liesching (Vpt.): Wenn wir auch gegen das Presse- referat als solches nichts einzuwenden haben, so wünschen wir Doch, daß es nicht zu politischen Zwecken mißbraucht wird.
Kriegsminister v. Falkenhayn: Ich werde dafür sorgen, Baß die Anskuniftsstelle nicht zu Parteizwecken ausgenutzt wird.
Die Debatte schließt. Die Abstimmung wird einst weilen ausgesetzt.
Beim Titel pensionierte Offiziere usw. hat die Kom Mission Abstriche voygenommen. Ein Antrag Basser- m a n n (natl.) will die Regierungsvovlage wiedevherstellen Der Antrag wird abg e lehnt und der Titel in der Kom- mWonsfiassuing angenommen. Damit ist die im Interesse der Versorgung der Offiziere zu errichtende Auskunsts stelle abgelehnt.
Bei. der hierauf folgenden Abstimmung über den Titel Offiziere des K r i e g s «m i «ni st er i u m s wurden ,amtliche Anträge ab gelehnt und der Titel in der Kom misstonssiassung angenommen.
Das vom Kriegsministerium beantragte Pressereferat ist somit abgelehnt.
Dafür stimmten die Konservativen, Ibie Freisinnigen, ein Teil der NationaMoeralen und einige Mitglieder des Zentrums.
Eine Reihe weiterer Titel wird entsprechend den Kom Missionsbeschlüssen erledigt.
Beim Titel
Militärintcnbanturen
fragt Abg. Kuhnert (Soz.), wo die längst versprochene Denk- schrrft über die Reorganisation der Militärintendantur bleibe, und eMärt, daß seine Partei die Position ubleihnen Werve.
. Abg. Häusler (Ztr.): Auch ich warte schon seit Jahren aus die Reform des Jntendanturwejsens. Es ist geradezu erstaunlich, mit welcher Fixigkeit man bei uns 'mit großen Heeresvorlagen bei der Hand ist. Und wie langsam arbeitet die Heeresverwaltung, wenn es sich um die Reorganisation eines so wichtigen Teiles der Armee, wie es das Jntendvntur- wesen ist, handelt. Wir müssen alles tu», damit die Versorgung von Heer und Volk mit Brot und Fleisch im Inland sichergestellt ^ ist. Einzig und allein durch einen gründlichen Ausbau unserer Militärverwaltung können wir die zahlreichen Bedenken beseitigen. Daß seit 1870 und nach den Ersah mngem in China und Afrika nichts zur Reorganisation der Intendanturen geschehen ist, darin liegt ein schwerer Vor- wuvf für unsere Militärverwaltung. Von der Reorganisation des Inten,danturwesens erhoffe ich nicht eine neue Belastung des Volkes, sondern eine Ersparnis von vielen Millionen. (Lebhaftes Bravo!)
Abg. Werner-Hersfeld (Wirtsch. Vergg.): Auch ich bitte den Kriegsminister, recht bald an die Reform des Jntendan- tu«we;ens zu gehen.
Kriegsminister v. Falkenhayn: Daß sich die Jntendan- turbsamten eine höhere Bildung Eignen, ist sehr wünschenswert und die Ausbildung wird noch intensiver werden, wenn wir die Mittel, die in den Etat eingestellt sind, bewilligt tver- den. Die Ausfnhrun!gen des Wog. Häusler über die Reorganisation der Intendantur hätten viel gedrängter sein können (Großer Lärm bei den Soz.) Das sollte kein Vorwurf sein ^ch sagte es nur in bezug auf seine früheren Ausführungen Daß wir reformieren können, wird nicht bestritten.' Das beweist auch die Denkschrift, die in Vorbereitung ist.
Abg. Häusler (Ztr.): Der Kriegsminister hat es für gut befunden, mir Vochaltungen über die Länge meiner Ausführungen zu machen. Ich hätte gewünscht, daß auch er ausführlicher gewesen wäre. (Sehr gut!)
Damit schließt die Debatte. Der Titel wird bewilligteben,o der Titsl „M i l i t ä r s e e I s o r g e" '
Beim Titel M i l i t ä rjnst izv e rwa It u ng" wird nach kurzen Ausführungen des Mg. Hofrichter (Soz) und einer Erwiderung des Generalmajors Freiherr v. Lanaer- mann und Erlenkamp vertagt. 9
Nächste Sitzung Samstag 12 Uhr. — Schluß 148 Uhr.
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entfremdet werden, ist es wünschenswert, daß sie in ihren Heimatschulen hospitieren dürfen.
Für die Erziehungsarbeit in der Schule haben die Frauen als Lehrerinnen sehr gute Erfahrungen aufzuwersen. Wir sind gegen die Koeduktion, weil sie vielfach zu Unzuträg- Irchkelten führt. Bei der Erziehung der Kinder müssen Eltern und Schule Zusammenarbeiten. Wünschenswert wäre es, wenn mcht der Rektor, sondern der Klassenlehrer den Ver- kehr zwischen Schülern und Eltern vermitteln würde. Wir glauben, daß der Erlaß des Ministers über die zweite Lehrer- pru ung außerordentlich förderlich auf die Lehrerbildung ge- wirkt hat. Die Kreisschulinspektoren dürfen bei einer Inspektion die Autorität der Lehrer nicht beeinträchtigen.
.... Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Viereck (freikons.) ftihrt Abg. Campe (natl.) aus: Wir bitten den Minister, die Ernennung von Lehrern zu Hauptlehrern in erweitertem Umfang vorzunehmen. Die Nordmarkenzulage sollte endlich den Lehrern, namentlich in den Städten, gewährt wer- ber /Organisation der Schulverwaltung ist eine gewisse Dezentralisation eingetreten. Wir würden aber eine engere Verbindung mit den politischen Behörden für angebracht^ halten. Notwendig wäre auch die Errichtung von Krersschulämtern. Bezüglich des Antrags Viereck sind auch wrr der . Ansicht, daß die hier angeschnittene Frage einer baldigen gesetzlichen Regelung bedarf.
Ernst (Vpt.): Wir glauben nicht, daß die Einheitsschule, wie dre Konservativen meinen, ein theoretischesProblem blerbt, sondern daß sie verwirklicht werden wird. Der Minister sagt, die Einheitsschule fei unmöglich. Freilich werden wir sie nicht bekommen, so lange man sie nicht haben will. Als einen Schritt zur Verwirklichung unseres Zieles erstreben wir dre organische Verbindung der Lehrpläne der Volksschule mrt denen der höheren Schulen.
In diesem Sinne fordern wir eine gemeinsame Unterweisung für alle Schüler.
Wir treten auch für die S i m ult an sch u le ein, womit wir keineswegs den Religionsunterricht aus der Schule verdrängen wollen. Es findet durchaus unsere Billigung, daß in den Snnultanschulen den Schülern der Religionsunterricht in ihrer Konfession erteilt wird. Redner begründet sodann feinen Antrag auf Vorlegung eines Gesetzentwurfes, durch welchen dre Schulunterhaltungspflicht in den Provinzen Westpreußen uiid Posen neu geregelt wird und die Sozietätsschulen in der Provinz Posen beseitigt werden.
Abg. Stulzinski (Pole): Die Sozietätsschulen haben eine außerordentlich hohe und ungleiche Verteilung der Schullasten zur Folge. Wir haben bei Uns in Polen zu wenig katholische Lehrer. Desgleichen müßten bei uns mehr katholische «emrnnre eingerichtet werden, bei denen auch polnische Lehrer angestellt werden sollten. Die Unterdrückung der Mutter- wird von einem Volk so empfunden, als ob eine men,chliche Zunge ausgerissen würde.
Kultusminister v. Trott zu Solz: Die Behauptung des Vorredners, dag ich mich mit meinen Ausführungen in tntt ben Angaben des Oberbürgermeisters der Stadt Po,en gesetzt habe, ist unrichtig. Ich HMe neulich aus- gefuhrt, daß ein Erlaß von mir ergangen ist, wonach der Religionsunterricht in den unteren Klassen der Volksschule in der deutschen Sprache erteilt werden soll, darauf muß ich auch qeute noch bestehen bleiben. Es ist nicht richtig, daß die Re- E dem Fehlen polnischer Lehrkräfte
. ilb^ Leinert (Soz.): Die Erteilung des Unterrichts in ^/stlrckien Provinzen ist sehr mangelhaft. Sie wird Mer durch d-e Be,chaft,gung der Kruder in der Landwirtschaft noch mehr beeinträchtigt. Es rst unwürdig, wie die Kinder in den landwirtschaftlichen Großbetrieben ausgebeutet werden Für die Zuziehung zu den akademischen Kursen sind nicht pädagogische Fähigkeiten, sondern patriotische Gesinnungstüchtigkeit und Strebertum erforderlich. Unsere Volksschule ist leider u'ch s als eine religiöse Anstalt zur Heranbildung von Arbeitskräften für den Kapitalismus.
. Berichterstatter von der Osten: Die Darstellung des Aba. Lernert, daß ich rn der Kommission bei Erörterung einer Petition von Arbeitern einseitig den Standpunkt der Arbeitgeber vertreten habe, ist tatsächlich unrichtig.
Darauf wird die Weiterberatung ans Samstag 11 Uhr vertagt. — Schluß gegen 6 Uhr.
Abgeordnetenhaus.
ffitae»er Drahtbericht des ..Wiesbadener TaMatlS".
$ Berlin, 8. Mai.
Am Ministertisch: Kultusminister von Trott zu Solz Präsident Gras Schwerin-Löwib eröffnet die Sisiuna um 11 Uhr 15 Minuten. ' s “
Die Beratung des Kultnsetats wird bei der allgemeinen Besprechung über das
Elementarunterrichtsweseir
fortgesetzt.
Abg. MallSe (kons.): Der Lehrstoff auf den Seminarien sollte nicht über das notwendige Maß hinaus erweitert werden. Man sollte bei dem neuen Lehrplan den Grundsatz zur Geltung bringen, non multa, «eck multum, Ländliche Ortschaften dürfen nicht zu allzugroßen Schulgemeinden vereinigt werden, weil dadurch die weiten Wege zur Schule entstehen. Dadurch wird häufig die Leutenüt verstärkt, weil Arbeiterfamilien wegen der langen Schulwege nicht gern in solche Gegenden ziehen.
Abg.Kcsternich (Zentr.): Es ist bedauerlich, daß wir einen so großen Überfluß an Lehrerinnen haben, daß ein großer Teil von ihnen nicht angestellt werden kann. Damit nun die auf Wartezeit aNgestellten Lehrerinnen ihrem Beruf nicht
Letzte Drahtberichte.
Das Uaiserpaar in Süddeutschland.
Eine Gefechtsübung bei Dreiähren.
Soiilr? \ Mai. In Anwesenheit des
Kaisers fand heute m den Vogesen zwischen Urbeis und
S t°,u U s ror Dremhren eine. Gebirgsübung ftatt, welche der kommandierende General v. Deim- -Sie endete nach einem anstrengenden mehrstündigen Gefecht in teilweise glacisartigem Ge- birgsgelande mit einem Sturm auf das mächtige Vogesenmaffiv La Rochette. Große Bewunderung er-
L e frlL et ^ ^a e r flGr öer Straßburger Fliegerstation, bo £® o:tmar . aus trotz der Regenböen die feindliche Stellung in kriegsmäßiger Höhe erkundete.
Der Kaiser auf der Hohkönigsburg. wb. Schlettstadt, 8. Mai. Um 2)4 Uhr traf der Kaffer mit Gefolge im Kraftwagen aus dem Gefechts- Evaux kommend übet RaWoltsweiler und Dunkirchen auf der Hohkonigsburg ein. Vor dem Zurgportal meldeten sich der kaiserliche Statthalter von Elsaß-Lothrmgen Dr. v. Dallwitz, ebenso bearüßten hier den Kaiser Staatssekretär Graf v Rödern°so- X P t£ r Schloßhauptmann der Hohkönigsburg Staats- sekretar a. D. Freiherr Zorn von Bulach. Bei dem Zuudgange durch die Raume der Burg unter Führung Bodo Ebhardts wurden besonders die n e u e n W a n d- malereren des Malers Leo Schnug besichtigt. Gegen 41/2 Uhr erfolgte die Fahrt nach. Schlettstadt, von wo me Fahrt nach B r a u n s ch w e i g über Karlsruhe mit- Sonderzuges gegen 5 Uhr angetreten wurde. Vor de» Hohkonigsburg, über welcher während der Anwesenheit des Kaisers em Geschwader von 6 Flugzeugen kreuzte, . fand eine Parade der elsaß-lothringischen Pfadfinder in Stärke von 7000 Mann statt.
Die Frühstückstafel in Karlsruhe, vb. Karlsruhe, 8. Mai. Heute mittag 1 Uhr fand im Großherzoglichen Palais Frühstückstafel statt, an
