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Nr. 208, _ Dienstag, 5. Mai 1914. WteSVKSeNer EaglttaN. Mend-Ausgabe, 1. Blatt. _ Sette 3.

Glückwunschtelegramm zum 60. Gedenktage seines Eintritts in das Heer gesendet. Es heißt in ihm: ..Ich gedenke immer gern unserer gemeinsamen Tätigkeit bei meinem Leib-Garde- Husaren-Regiment und der Frische, mit der Sie allezeit den Reitergeist zu pflegen wußten. Ihre Bravour vor dem Feinde bleibt für jeden Garde-Husaren vorbildlich." v. Wartens­leben erhielt den Kronenorden 1. Klasse.

Zum Eintritt türkischer Prinzen in die deutsche Armee. Zum Gouverneur der vier türkischen Prinzen, die, wie im gestrigen Wendblatt gemeldet, zu ihrer militärischen Ausbil­dung nach Berlin geschickt werden, ist Oberst v. Strempel bestimmt, der bewährte frühere Militärattache in Konstanti­nopel, der vor etwa einem halben Jahr aus der Stellung des Militärattaches in die des Generalstabschefs der vom General v. Liman geführten deutschen Militärmission übertrat. Die Kommandierung der vier türkischen Prinzen zur deutschen Armee ist ein wirksamer Gegenzug gegen die antideutschen Treibereien der letzten Zeit.

Die Luftfahrt im Kirchengcbet. Von den evangeli­schen Kirchenbehörden wird eine königliche Verord­nung veröffentlicht, nachdem der Generalshnodalvorstand zu­gestimmt und die Dringlichkeit anerkannt hatte. Danach soll im allgemeinen Kirchengebet nunmehr auch der Luftschisser gedacht werden. Die Stelle lautet jetzt: „Beschütze das König­liche Kriegsheer und die gesamte, deutsche Kriegsmacht zu Lande und zu Wasser, insonderheit die Schisse und die Luft­fahrzeuge. welche auf der Fahrt sind." Die Verordnung ist von Achilleion datiert.

Das Kanonenboot „Panther", Stationär in Westafrika, das bei Agadir eine bemerkenswerte Rolle spielte, ist gestern an der Kanalmündung eingetroffen und wird heute in Kiel erwartet.

Schiffsbewegungen. Eingetroffen: S. M. S. „Straßburg" am 3. Mai in Desterro (Südbrasilien), S. M. S. „Königs­berg" am 3. Mai in Almeria. S. M. S. „Scharnhorst" mit dem Chef des Kreuzergeschwaders und Torpedoboot „8 00" am 3. Mai in Port Arthur, S. M. S. „Luchs" am 3. Mai in Nanking. __

ausländ,

Österreich-Ungarn.

Die Ankunft des bayerischen Königspaares in Wien.

W i e n. 4. Mai. Das bayerische Königspaar ist heute morgen %6 Uhr, von München kommend, aus dem Westbahnhos hier angekommen. In Begleitung des Königspaares waren auch die beiden Töchter desselben. Auf dem Bahnsteige des Wöstbahrchoses hatte sich Erzherzog Eugen eingeffunden, der der Königin ein prachtvolles Bukett überreichte. Nach einer kurzen Unterhaltung fuhr der Erzherzog mit der bayerischen Königssamilie nach Eiwcmowrtsch in Mähren weiter. Am 7. d. M. begibt sich das bayerische Königspaar nach Sarvar in Ungarn zu einem längeren Aufenthalte

dortselbst. .

Der türkische Großwesir in Wien. W r e n, 4. Mai. Der türkische Großwesir Mahmud-Mukhtar-Paschch ist, von KonstamtinspÄ ÄmmenÄ, hier eingetroffen.

Schweiz.

Die Luftfahrzeuge für die Armee. Zürich. 4. Mai. dlaä) einet Meldung aus Bern werden für die schweizerische Armee vorderhand zwölf Luftfahr­zeuge. 6 Ein- und 6 Zweidecker, angeschafft werden.

Frankreich.

General Grevh st. Paris, 4. Mai. Hier starb der ehe­malige Senator und Divisionsgeneral des Ruhestandes Grevh. der Bruder des ehemaligen Präsidenten der Republik, im Alter von 93 Jahren.

Das „Duell" Caillaux-d'Allieres. P a r i s. 4. Mai. Ent­gegen der allgemein herrschenden Ansicht, der auch die Schiedsrichter Ausdruck gaben, daß kein Grund zu einem Duell zwischen Caillaux und d'Allieres vorliege, waren dm Zeugen der beiden Herren in den Vormittagsstunden doch zu der Entscheidung gekommen, daß ein Zweikampf stattfinden müsse Es wurde ein Pistolenduell mit einmaligem Kugelwechsel vereinbart. Das Duell fand, wie schon gemel­det, nachmittags 3s4 Uhr statt. Die Lertung des Zweikampfes hatte der ehemalige Militärgouverneur von Paris, Gene­ral D a l st e i n, übernommen. Es wurde eine Distanz von 25 Schritt vereinbart. Das Duell verlief unblutig. Caillaux schoß (wie schon gemeldet) rn die Luft, während d'Allieres die Mündung seiner Pistole auf den Boden richtete, so daß er den Gegner unmöglich 'treffen konnte. Die beiden schieden unversöhnt. — Trotzdem offenbar keiner der Gegner ein Blutvergießen herbeiführen wollte, kann man in diesem Falle — so bemerkt eine Meldung des tzerold- bureaus dazu — das Duell nicht als eine Spielerei bezeich­nen. Caillaux wenigstens befand sich m einer Zwangs­lage. Die Forderung war notwendig geworden, um M zeigen, daß er. Caillaux. dem gegenüber in der letzten Zeit die unglaublichsten Ausdruücke gebraucht worden waren, sich nicht alles gefallen lassen konnte. Andererseits hätte er die Aussichten im Prozeß seiner Frau stark kompromittiert, wenn er. ein bekannt guter P ist o l e n sch ü tz e, feinen Gegner aufs Korn genommen, ihn verwundet oder gar getötet hätte. Bei der Gepflogenheit der gegnerischen Presse wäre zweifels­ohne das Geschrei über die M ö r d e r f a m 1 1 i e zum Aus­bruch gekommen und Caillaux selbst wäre als Mörder bezeich­net worden. Daß es Caillaux nicht an persönlichem Mute fehlte, hat er mehr als einmal bewiesen, und daß die beiden Gegner es mit der Schießerei ernst gemeint haben, geht daraus hervor, daß keine Versöhnung stattgefunden hat.

England.

Die Budgetrede des Schatzkanzlers. London, 5. Mai. Die mit großer Spannung erwartete Budgetrede des Schatzkanzlers Lloyd George brachte dem Parlament einen bedeutenden Tag. Haus und Tribüne waren stark besucht, da eine Reihe wichtiger Erklärungen erwartet wurden. Die Rede brachte eine schwere Enttäuschung. Die Hoff­nungen, daß die Zölle auf Tee und Zucker herabgesetzt wür­den, sind nicht in Erfüllung gegangen. Auch eine Subvention an die lokalen Behörden zur Erhöhung ihrer Leistungen auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge ist nicht erfolgt. Das Riesenbudget von 200 Millionen Pfund endet mit einem Defizit von 9 800 000 Pfund, die in der Hauptsache durch Erhöhung der Ausgaben für Heer und Marine veranlaßt worden sind. Zur Deckung des Defizits ist eine Erhöhung der E i n k o m m e n steu e r vorgesehen. Einkommen von über 1000 Pfund sollen künftig mit 1 Schilling 4 Pence pro 100 Pfund, statt wie bisher mit 10 Pence besteuert werden. Außerdem soll aus die Einkommen von 2000 Pfund jährlich

und mehr ein Zuschlag erfolgen. Man hat durch diese Er­höhung der Einkommensteuer ein Defizit von 8 800 000 Pfund zu decken, während der Rest dem staatlichen Reservefonds ent­nommen werden soll.

Ein neuer scheußlicher Vandalenakt der Suffragetten.

London. 4. Mai. Bei der heutigen Eröffnung der Aus­stellung !der Königlichen Akademie verübte eine Suffragette einen Akt des Vandalismus, indem sie ein Portrait von Sir John Sarge nt. das den bekannten Romanschriftsteller Henry I a m e s darstellte. zerschnitt. Das Gemälde weist eine Reihe von Schnitten quer durch das Gesicht auf. Die Frau wurde verhaftet. Der Vorfall erregte ungeheures Anfschen. Bei ihrer Abführung rief die Suffragette unauf­hörlich „Votes for women!". Als ein Mann die Täterin zu schützen versuchte, stürzten sich mehrere Besucher auf ihn und mißhandelten ihn. Das Bild ist eines der besten Werke Sargents.

Italien.

Keine offizielle Begrüßung PoincarM an der Riviera.

Paris, 4. Mai. Gegenüber einer römischen Meldung, wonach die italienische Regierung die Absicht geäußert habe, zur Begrüßung des in Eze bei Nizza weilenden Präsidenten Poincar6 eine Schiffsdivision an die Riviera zu entsenden, wird offiziös erklärt, daß hier von einem derartigen Schritt der italienischen Regie­rung nichts bekannt ist.

valkanstaaten.

Die Anklagen gegen die früheren bulgarischen Kabinette Geschow und Danew. Sofia. 5. Mai. , Die Sobrcmje be­gann gestern die Verhandlung über die Einsetzung einer Un­tersuchungskommission gegen die unglückselige Politik der beiden früheren Kabinette Geschow und Danew. Die Sitzung gestaltete sich dramatisch. Die vorgebrachten Anklagen machten allgemein einen tiefen Eindruck. Aus den Reihen der Bauernbündler vernahm man den Zwischenruf: „Die

Schuldigen müssen zur Guillotine. Wahrscheinlich wird gegen beide Kabinette die Anklage erhoben.

Von der griechisch-bulgarischen Grenze. A. B. Sofia, 4. Mai. Meldungen von der griechisch-bulgarischen Grenze berichten: Die Griechen stellen zwischen ihren Grenzposten telephonische Verbindungen her, bauen Straßen und legen Listen über den Viehbestand an. Sie heben in jedem Dorf einige Beamte aus, die gegen 100 Franken monatlichen Sold den Auftrag haben, die Bulgaren zu überwachen und zu zwingen. Griechisch zu sprechen.

Die cpirotische Fahne erobert. Wien, 5. Mai. Die „Albanische Korrespondenz" meldet aus Durazzo, daß es den albanischer! Freiwilligen nach hartem Kampf gelungen ist, die aufständischen Epiroten bei Gardiki zu schlagen und die Fahne des autonomen Epirus zu erbeuten. Sre wurde im Triumph nach Valona gebracht, wo aus diesem Anlaß gestern Demonstrationen stattfanden. — Auch bei Tepelini haben die albanischen Truppen nach hartem Kampf gesiegt und die Stadt besetzt.

China.

Neue Meutereien der Regierungs-Truppen. Mukden, 4. Mai. Die Meutereien der Regierungstruppcn mehren sich täglich, so daß die Regierung nur auf einen Teil ihrer Truppen zählen kann. In verschiedenen Provinzen mußte der Kriegszustand proklamiert werden. In Mukden, Nanking, Peking und vielen anderen Städten finden ständig Maffen- verhaftungen und Hinrichtungen statt. Die Regierung formiert neue Truppendivisionen, sollten aber auch diese meutern, so wäre ihre Lage unhaltbar.

Die Überfälle auf deutsche BermeffungSabteilungen. London. 4. Mai. Die Blätter bringen einen Bericht des Chefingenieurs Linow von der deutschen Sektion der Kukwang-Bahn über zwei Überfälle, die kürzlich von Chinesen auf die Bermessungsabteilungen in der Nähe von Anku ver­übt worden seien. Am 8. April sei eine Abteilung mit Ver­messungsarbeiten beschäftigter Eingeborener, die 50 Kilometer nördlich von Anku stationiert sind, bei Liuschuigo angegriffen worden. Zehn Mann wurden verwundet, von denen zwei später starben. Am 12. April griffen mehrere Hundert Be­waffnete. die, wie vermutet, zur Bande des „Weißen Wolfs" gehörten. 40 Kilometer südlich von Anku eine Abteilung von 24 Bahnpolizeibeamten an. Der Führer der Dahnbeamten und mehrere Räuber wurden bei dem Kampfe getötet. Truppen wurden sofort nach dem Schauplatz abgesandt. Bei den Überfällen war kein ausländischer Ingenieur; keiner der beiden Angriffe ist auf fremdenfeindliche Stimmung zurück­zuführen.

Iapan.

Admiral Fujii unter Anklage. Tokio. 4. Mai. Das Marinedevartement veröffentlicht eine Reihe von Anklagen gegen den Admiral Fujii. in der er be­schuldigt wird, von zwei bekannten englischen Schiffs­werften Provisionen erhalten zu haben. Es wird angegeben, daß Fuji: vom Januar 1911 bis September 1912 von den Lieferanten 352 000 Jen erhalten habe.

Kur Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Die Einheitsschule.

Die Idee der Einheitsschule ist nicht neu, sie ist aber durch das für die kommende Pfingstversammlung des Deuffchen Lehrervereins gestellte Verbandsthema: „Die nationale Einheitsschule" wieder in lebhaften Fluß gekommen und steht gegenwärtig im Mittelpunkt des pädagogischen In­teresses. Aufgabe eines jeden Zweigvereins ist es, die Ge­danken zu klären, das Für und Wider scharf abzugrenzen, gleichzeitig aber auch zur Lösung an seinem Ort beizutragen, also praktische Heimatpädagogik zu treiben. Aus diesem Grunde beschäftigte das obengenannte Thema die Teilnehmer der letzten Monatsversammlung des „Wiesbadener Lehrer­vereins". m

Die Schule zeigt die gesellschaftliche Struktur des Volkes, auf dessen Boden sie geivachsen ist. In Deutschland haben wir bei der sehr ausgeprägten gesellschaftlichen Gliederung des deutschen Volkes keine Volksschule, an der alle Glieder der Nation Interesse haben, sondern nach Stand und Ver­mögen der Eltern geschiedene Schulgattungen. Jede Schul­gattung steht für sich allein, hat mit der anderen keine Berüh­rungspunkte und sucht sich durch Berechtigungen immer mehr abzuschließen. Durch dieses Berechtigungswesen entsteht aber ein m a t er i a l isti s ch er B i l d u n g s b e g r i f | t der

lähmend aus das ganze Schulleben einwirkt. Auch die neue Mittelschule kann nichts anders als eine Standesschule sein, obwohl ihr Lehrplan vielfach auf die Arbeitsschule hin­weist. Durch den geschärften Existenzkampf droht nun der Volksschule die Gefahr, zur Armenschule zu werden. Den Besuchern der Volksschule fehlt durch die Berechtigungen und Examen der höheren Schulen die Entwicklungsmöglichkeit. 90 Prozent der Bevölkerung sind dadurch von besseren Stellen ausgeschlossen; und der Bildungsgang und die zukünftige Lebensstellung der meisten ist schon mit dem 6. Lebensjahr entschieden. Die Einwände gegen einen einheitlichen Unter­bau sämtlicher Schulen sind bei gutem Willen zu überwinden durch einen vierjährigen breiter angelegten Unterbau auf Heimat und Gegenwart, durch Verlegung der ftemden Sprachen auf einen späteren Jahrgang, durch Zurückdrängung des gram, formalen Einschlags des Unterrichts der höheren Schulen und zuletzt durch Zurückschrauben der Berechti­gungen.

Für die Möglichkeit der Verwirklichung dieser Forderun­gen bietet das Schweizer Schulwesen ein treffliches Beispiel. Da nun der Staat das höchste Interesse an einem sozialen Ausgleich, an der Minderung der Gegensätze hat, muß die Einheitsschule eine der wichtigsten inneren Fragen der Regierung bilden. Und die Regierung kann hel­fen, denn sie hat das Schulmonopol; jede Schule gilt so viel, als sie festseht. Den höchsten Wert lege sie auf die Weckung geistiger und sittlicher Kräfte; zurück vom Bildungs­materialismus zum Idealismus; denn da liegen die starken Wurzeln der Kraft einer Nation.

Das ist in kurzen Zügen der Gedankengang, den der Referent. Herr H. Philippi, seinen klaren, tiefgehenden Ausführungen zugrunde gelegt hatte. In der lebhaften Debatte kamen Freunde und Gegner der Einheitsschule zu Wort. Eine bestimmte Stellungnahme des Vereins zur Frage der Einheitsschule soll einer der nächsten Versammlungen Vorbehalten bleiben.

— Todesfall. Im städtischen Krankenhaus verstarb der Gefängnrsdirektor und Hauptmann a. D. Max Rüstow im Alter von 61 Jahren. Der Verstorbene, der seit einiger Zeit hier zur Kur weilte, war Gefängnisdirektor in Neu­münster i. H.

— Kaiserparade. Heute vormittag hielten Vertreter der Militärbehörde, der Polizeibehörde sowie der Vorstände ver­schiedener Vereine auf dem für die Kaiserparade in Aussicht genommenen Gelände resp. in dessen näherer Umgebung eine Besprechung ab, bei der es sich darum handelte, festzustellen, wo die einzelnen Truppenkörper, die sich beteiligenden Ver­eine und Deputationen ihre Aufstellung zu nehmen haben.

— Wiesbadener Fremdenverkehr. Die Zahl der Fremden, die Wiesbaden im Monat April besuchten, ist, wohl infolge der günstigen Witterung, insgesamt um fast 4000 höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Fm BerichtSmonat 1914 ttafen ein: 12 346 Passanten (9967 i. V.) und 9220 Kurgäste, (7948 i. V.). zusammen also 21666 Fremde gegen 17 915 im April 1913. Die Gesamtzahl der rn diesem Jahr bereits in Wiesbaden gezählten Fremden ist um über 1000 höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Vom 1. Januar bis 80. April 1914 trafen in Wiesbaden ein 31906 Passanten (30 945 i. V.) und 19 488 Kurgäste (19 099 i. V.). Wiesbaden ist also bis zum 1. Mai bereits von 51394 Fremden besucht ivorden, während im Vorjahr um die gleiche Zeit erst 50 044 gezählt werden konnten.

— Krankenversicherungspflicht. Es scheinen verschiedent­lich Zweifel zu bestehen über die Kastenzugehörigkeit 1. der Bedienungsfrauen, Austvärterinnen usw., die doch zweifellos nicht zu den „Dienstboten" gehören, da sie, wenn auch mit untergeordneten Arbeiten im Rahmen t«r Haushal­tung beschäftigt, doch in die häusliche Gemeinschaft des Ar­beitgebers nicht ausgenommen sind; 2. der „Angestellten in ähnlich gehobener Stellung" (im Haushalt), z. B. Wirtschafte­rinnen, Hausdamen, Gesellschafterinnen, Stützen usw. Dem­gegenüber muß, wie eine offiziös bediente Korrespondenz schreibt, darauf hingewiesen werden, daß die genannten Per­sonen in die Allgemeine Ortskrankenkaffe und nicht in die Landkrankenkaffe gehören, weil sie nicht zu den Dienstboten gerechnet werden können.

— Israelitische Kultusgcmeinde. Bei der gestrigen Bor- st a n d s w a h l. der israelitischen Kultusgemeinde Ivurde Moritz Heimerdinger wieder- und Max Hetz neu in den Vorstand gewählt.

— Auszeichnung. Anläßlich eines von der Verlagsfirma Elwin Staude (Berlin) unter spezialärztlrcher Mitwirkung im «Fachblatt für Masseure und Heilgymnasten" unlängst veranstalteten Preisausschreibens wurde dem Masseur Jos. Kühl in Wiesbaden unter zahlreichen Mitbewerbern für seine Arbeit: „Meine Ausbildung als Masseur und meine Tätigkeit als solcher" der erste Preis zuerkannt.

— Der Automobilunfall, der sich vorgestern abend auf der Adolfshöhe zugetragen hat, ist sehr glimpflich ver­lausen^ Der sechsjährige Glasner, der über die Straße weg direkt in das Auto hineinlief, wurde dank der Vorsicht des Automobilisten nicht überfahren, sondern nur angerannt. M. brachte den Jungen selbst zu einem Arzt, der lediglich eine leichte Kopfverletzung feststellen konnte.

— Unfall. Auf der Erbenheimer Landstraße stürzte der Taglöhner Heinrich A m e l u n g aus Breckenheim von der Straßenbahn ab. Er siel dabei mit solcher Wucht wider einen Mast^ der elektrischen Stromleitung, daß er erhebliche Quetschwunden an Brust und Unterleib neben Hautab­schürfungen an Armen und Beinen davontrug. Der Verun­glückte wurde in das Erbenheimer Krankenhaus gebracht.

— Botanischer Ausflug. Morgen veranstalten die Mit­glieder der botanischen Abteilung des „Nassauischen Vereins für Naturkunde" einen Ausflug in das Aartal. Die Abfahrt erfolgt mit dem Zuge 2 Uhr 84 Mrn, von Wiesbaden oder 2 Uhr 52 Min. von Dotzheim nach Adolsseck. Hier beginnt die Wanderung nach Burg Hohenstein. Gäste sind wilttommen.

— Kleine Notizen. Frau Anna Wertheimber-de Vary, Franffurt, Ijat das ihr bei der Verlosung zugefallene Bild des Kaisers, das die Kaiserin als Pertrag zur Verlosung sttftete, der Erholungsstätt e für H eimanbei t arinntu Wiesbaden-Frankfurt a. M.. E. B., geschenkt.

vorbsrichte über Kunft, Vorträge und verwandte».

*-Königliche Schauspiele. In der heutigen Aufführung der Stvautzschen Operette „Die Fledermaus" singt Herr Schub er t,.zum erstenmal den „Alfred". An Stelle des er. krankten Fräuleins Bommer singt Frau Fina Sedlmaier vom Hostheater in Stuttgart die Partie der .Fiosalinde", während für die erkrankte Frau Hans-Zoepffel Frau Krämer die Partie der „Adele" übernommen hat. — Morgen findet das einmalige Gastspiel von Lola Artöt de Padilla von der Königlichen Oper in Berlin statt, und zwar wird dre Künstlerin als „Mignon" in Thomas gleichnamiger Oper am- treten. An Stelle der erkrankten Frau Friedfeldt singt imsv Gates vom Hoftheater in Mssel die „Philine".^,Am Frerras geht Mozarts «Don Juan" neu einstudiert in Srene.