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Nr. 204. Samstag. 2. Mai 1914.

dare Schweitzer. * Döhmcr im Bezirk des Oberlandes- gerichts zu Frankfurt a. M. wurden zu Gerichtsassessoren ernannt. — Gerichtsvollzieher Weitz in Wiesbaden erhielt das Verdienstkreuz in Gold.

parlamentarisches.

Ein Kompromißantrag zum Konkurrenzklauselentwurf?

Wie die „Deutsche Zeitung" aus parlamentarischen Kreisen gehört haben will, steht eine Einigung über die bisher lebhaft umstritten gebliebenen Bestimmungen des Konkurrenzklausel­entwurfs unmittelbar bevor. Danach soll die untere Gehalts­grenze auf den Betrag von 150(1 M. reduziert werden, d. h. die Klausel soll nur solchen Angestellten auferlegt werden dürfen, die mindestens 1600 M. Jahresgehalt beziehen. In der Frage der Karenzgelder wird das Zugeständnis der Regierung aufrechterhalten, wonach für die Dauer der aufer- legien Erwerbsbeschränkung und der dadurch bedingten Er­werbslosigkeit die Hälfte des bisherigen Einkommens zu ge­währleisten ist. Andererseits soll der Regierung die Kon­zession gemacht werden, daß die Prinzipale neben der verein­barten Vertragsstrafe auch noch die Erfüllung der Konkurrenz­klaufel selbst erzwingen dürfen.

Abänderung des württcmbergischen Gemeindesteucrrechts. Die württembergische Erste Kammer nahm gestern das Gesetz über die Abänderung der Besteuerungsrechte der Gemeinden und der amtlichen Körperschaften an in der Form der Ver- mtttlungsvorschläge der Zweiten Kammer, nach denen das Existenzminimum fallen gelassen wird. Danach ist es also den Gemeinden möglich, vom 1. April 1914 ab Zuschläge zur staatlichen Einkommensteuer bis 75 Prozent der staatlich ver­anlagten Sätze zu erheben, gegen 50 Prozent nach dem bis­herigen Recht.

Mrche und Vildungswesem

Turnen als Prüfungsfach beim Staatsexamen der Ober­lehrer. Um das persönliche Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler, aus dem heraus allein die moderne Erziehungsschule ihre Aufgabe erfüllen kann, zu erleichtern, streben seit langem Staat und viele einsichtsvolle Stadtverwaltungen danach, die wissenschaftliche und körperliche Ausbildung der Schüler in einer Hand zu vereinigen Doch scheitert die Verwirklichung dieses Ideals oft an dem Mangel an technisch ausgebildeten akademischen Lehrkräften. Um. diesem Übelstand zu begegnen, macht sich, wie die „Blätter für höheres Schulwesen" schreiben, neuerdings der Wunsch geltend, durch Anrechnung der Turnlehrerprüfung als Ersatz für ein Nebenfach beim Staatsexamen mehr geeignete Kräfte zu gewinnen.

Heer und Slotte.

Noch ein SOjahriges Militärdienstjubiläum. Am gestrigen 1. Mai beging auch der in Friedenau lebende Generalleutnant z. D. Kutzen die Feier des 50jährigen Militärdienstjubi­läums. 1864 eingetreten beim Seebataillon in Danzig, be­fand er sich 1869 an Bord der Korvette „Arkona", auf welcher der preußische Kronprinz der Eröffnung des Suezkanals bei­wohnte, und war auch bei dem Einzug in Jerusalem im Ge­folge. Im Anschluß daran machte er an Bord der „Herta" die Reise um die Welt. 1872 wurde er in das mecklenburgische Füsilier-Regiment Nr. 60 versetzt; später, 1898, wurde er zum Kommandeur des 3. Großherzoglich Hessischen Infanterie- Regiments (Leibregiments Großherzogin) Nr. 117 in Mainz. 1901 zum Brigadekommandour in Freiburg i. Br. ernannt und trat 1906 mit dem Charakter als Generalleut­nant in den Ruhestand.

— Die Bcfördcrungsverhältnisse im Sanitätsoffizicr- korps. Die Beförderungsverhältnisse im Sanitätsoffizierkorps schließen sich nach Maßgabe der im letzten Halbjahr erfolgten Beförderungen bis zum Oberstabsarzt ziemlich dem Beförderungsgange der Offiziere bis zum Major an. Für die Beförderung vom Assistenzarzt bis zum Oberarzt sind etwa 51-2 bis 6. Jahre, vom Oberarzt zum Stabsarzt 5 Jahre, vom Stabsarzt zum Oberstabsarzt 8 bis 91/.. Jahre, vom Oberstabsarzt zum Generaloberarzt 9i/ 2 Jahre und vom Generaloberarzt zum Generalarzt 5 bis 5y z Jahre vorgesehen. Vom Oberstabsarzt ab geht es mit der Beförderung sehr langsam vorwärts. Im Interesse des Nachwuchses wäre jedoch eine Verbesserung der Beförderungsverhältnisse auch in den höherer: Stellen des Sanitätsoffizierkorps dringend erforderlich.

Zn dem schweren Unfall zweier Offizierflieger. Halb er - st a d t, 2. Mai. Über den gestrigen Absturz zweier Offizier­flieger erfährt man noch folgendes: Da das Fahrzeug sehr heftiaen Windstößen ausgesetzt war, wollten die Offiziere auf dem Halberstädter Militärflugfeld landen, als Leutnant Nie - meyer bemerkte, daß vor ihm eine Baumreihe auftauchte. Um die Bäume nicht anzufahren, gab der Führer wieder Gas und machte eine Kurve. In demselben Augenblick wurde der Doppeldecker in etwa 20 Meter Höhe von einer Bö. ersaßt und in der Luft kopfgestellt. Die Maschine stürzte senkrecht in die Trefe und begrub die beiden Flieger unter ihren Trümmern. Sofort eilten Hilfsmannschaften zur Befreiung der beiden Verunglückten herbei. Oberleutnant Mayer war bereits tot, er hatte einen Bruch des Genicks erlitten. Leut­nant Niemeyer hatte einen Bruch des Ober- und Unterkiefers davonaetragen. .Er wurde ins Spital verbracht.

Schrffsbewegungcn. Eingetroffen: S. M. S. „Breslau" am 80. April in Corinth, S. M. S. „Iltis" am 30. April in Tschemulvo.

Post und Eisenbahn.

RPA. Ausdehnung des Brieftelegrammverkehrs. Den

am unmittelbaren Brieftelegrammverkehr teilnehmenden Orten treten während der Bade- und Reifezeit hinzu: Baden- Baden, die Bäder Homburg v. d. H., Kissingen, Nauheim, Neichenhall, ferner Borkum, Lindau <Bodensee), Misdroy, Norderney, Saßnitz, Seebad Heringsdorf, Swinemünde. Westerland. Wildbad und Zoppot.

Deutsche Schutzgebiete.

Der 4. deutsche Kolonialkorrgrcß. Der ständige Ausschuß des deutschen Kolonialkongresses hat sich dafür ausgesprochen, daß in der ersten Hälfte des Oktober 1915 der 4. deutsche Kolonialkongreß abgehalten werden soll.

Husland*

Österreich-Ungarn.

Die Genesung des Kaisers. Wien, 2. Mai. Über das Befinden des Kaisers Franz Joseph ioird gemeldet: Der

Monarch hat gestern einen ausgezeichneten Tag ge­habt. Die Katarrherscheinungen sind bedeutend zurückgegan­gen. Die Temperatur ist normal, der Appetit ist gleichfalls

Wiesbadener Tagblat»« _

gut. Abends nahm der Kaiser wieder rnit bestem Appetit das Abendessen ein. Die Ärzte drückten über den Zustand des Monarchen ihre lebhafte Befriedigung aus.

Niederlande.

Der neue Präsident der Ersten Kammer. Haag,

1. Mar. Baron B 0 0 r st T 0 t - V 0 0 r st ist zum Präsidenten der Ersten Kammer ernannt worden.

Frankreich.

Bor den Stichwahlen. Paris, 1. Mai. Der Ausschuß der L i n k e n der bisherigen Deputiertenkammer hat die Republikaner aufgefordert, bei den Stichwahlen überall ihre Stimmen auf denjenigen Kandidaten der linken Parteien zu vereinigen, der die meisten Aussichten gegen die. Kandidaten der verbündeten reaktionären Parteien hat.

Die verschwundenen Torpedoboote. Toulon, 2. Mai. Das gesuchte Torpedoboot „174", das auf geheimnisvolle Weise vor kurzem verschwand, ist w.iedergefunden worden. Die Vermutung, daß es durch die starke Strömung abgetrieben worden sei, hat sich bestätigt. Man fand es ungefähr einein­halb Meilen von den Hytzresinseln auf. Das andere Tor­pedoboot, das bekanntlich aus einem kleinen Hafen in der Nähe von Toulon gestohlen wurde, ist trotz aller Bemühungen noch nicht wiedergefunden worden.

England.

Die Ulsterkrisis. London. 2. Mai. Der Premier­minister. der Staatssekretär für Irland, B i r r e l, und der Erste Lord der Admiralität Churchill hatten gestern eine Konferenz im Kriegsministerium über die Lage in Ulster. Aus Dublin wird gemeldet, daß die dortigen Regierungsbe­hörden Nachrichten von einem beabsichtigten Waffen- s ch m u g g e I für die Ulsterfreiwilligen in R 0 h l a r e in der Grafschaft Wexford erhielten. Es sollen umfassende Vor­kehrungen zu ihrer Verhinderung getroffen werden. In Queenstown traf eine große Waffen- und Munitions­ladung ein. Man nimmt an, daß diese Ladung für die Truppen in Ulster bestimmt ist.

Schweden.

Die Rekonvaleszenz des Königs. Stockholm, 1. Mai.

Über das Befinden des Königs ist heute vormittag folgender Bericht veröffentlicht worden: Die Genesung schreitet

fort, jedoch langsam, da der König vor der Operation sehr geschwächt war. Der König ruht rvährend eines großen Teiles des Tages. Er unternimmt täglich eine kurze Spazier­fahrt. Schlaf und Appetit sind recht befriedigend.

Nuhland.

Auflösung der Duma? Petersburg, 2. Mai. Gutem Vernehmen nach hat Minister Maklakoff die Auf­lösung der Duma beantragt. Ssasonow und B ark sprachen sich entschieden gegen die Auflösung aus. Auch Goremykin hat sich für eine solche Absicht nicht erwärmen können, erklärte jedoch, er würde die Ablehnung des Budgets durch die Duma für einen Anlaß zur Auflösung Halter:.

Protest gegen ein TabakSmonopol. Petersburg, 1. Mai. Das Tabaksmonopol stößt bei allen Tabakplantagen- besitzern auf energischen Protest. Dieser Tage erhielt der Handelsminister von großen Plarrtagenbesitzern ein Memo­randum, in dem sie erklären, daß sie im Falle der Ein- führung des Monopols sämtlich nach der Türkei a u s w a n - d e r n werden. Das Monopol droht den ganzen Tabakbau Rußlands zu ruinieren.

Ergänzungskredit für die Amnrbahn. Petersburg,

1. Mai. Der Verkehrsminister hat im heutigen Ministerrat um Ergänzungskredite von 16 Millionen Rubel nachgesucht zwecks Beendigung der Arbeiten am mittleren Teile der Amurbahn, ferner um 3 Millionen zur Ausführung ergänzen­der nicht vorgesehener Arbeiten für diesen Teil.

VaManstaaten.

Neue Offensive der Epiroten. Durazzo, 2. Mai. Die Epiroten gehen neuerdings zur Offensive über. So befindet sich E 0 l 0 n i a bereits in ihren Händen.

Keine Verschwörung in Albanien. Wien, 1. Mai. Zu den Meldungen ausländischer Blätter, denen zufolge in Albanien eine Verschwörung gegen den Fürsten und die Regie­rung aufgedeckt worden sei, wird der Albanischen Korrespon­denz aus Durazzo gedrahtet, daß diese Gerüchte völlig grundlos sind.

Türkei

Die Mohamrnedanerverfolgungen in Mazedonien. K 0 n - stantinopel, 1. Mai. Es verlautet, die Pforte habe an die Botschaften eine Denkschrift gerichtet, welche die Aufmerk­samkeit der Mächte auf die Verfolgungen der Muselmanen in Mazedonien lenkt.

Militärflieger in Jerusalem gelandet. Konstanti­nopel, 1. Mai. Die beiden türkischen Militärflieger sind auf ihrem Fluge Konstantinopel-Alexandria von Beirut abge- flogen und in Jerusalem gelandet.

Nordafrika.

Ein neuer Kampf der Spanier in Marokko. Madrid,

2. Mai. In der spanischen Einflutzzone in Marokko ist ein spanisches Lager in der Nähe von T e t u a n von Eingeborenen angegriffen worden. Spanische Aeroplane warfen Bomben auf die Marokkaner, die panisch die Flucht er­griffen und 200 Tote auf dem Platze liehen. Über die Ver­luste der Spanier verlautet noch nichts.

Vereinigte Staaten.

Kritische Lage im Bergwerksstreik. R. Washington,

1. Mai. Das Kriegsamt meldet, daß die Lage im Bergwerks- bezirk in Colorado, im Walsenburg-Distrikt, kritisch ist, daß aber die Herstellung der Ordnung in den Bezirken von Trinidad und Cannon-City Fortschritte mache. Major Hol­brook, der die Truppen in Trinidad befehligt, empfahl, daß das Gesuch des Gouverneurs um mehr Truppen gewährt würde. — Nach einer späteren Meldung wurde bekanntge­geben, daß dre Streikenden in der Umgebung von Walsenburg sich bereit erklärten, die Waffen auszuliefern.

China.

Die neue Verfassung. Peking, 2. Mai. Gestern ist die veränderte Verfassung veröffentlicht worden. Vorher hatten die Kabinettsmitglieder ihre Entlassung gegeben.

Japan.

Die Bestechungsaffäre. Tokio, 1. Mai. Der Admiral Kamimura, der Präsident des Kriegsgerichts über Matfurnoto, ist, wie es scheint, in die Bestechungsangelegenheit in der Marine verwickelt; ferner iverden Jamamoto, Saito und Jjuin in diesem Zusammenhang genannt.

Mbend-Ausgabe, 1. Blatt. Sette 3»

Bits Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

— Die amerikanischen Hotelbesitzer» deren Besuch für heute angekündigt war, trafen morgens 9 Uhr 10 Min. aus dem hiesigen Hauptbahnhof, von Köln kommend, ein. Die Reisegesellschaft, mit Damen etwa 160 Personen zählend, fuhr vom Bahnhof rnit etwa 60 Droschken und Mailchoaches, die mit amerikanischen und deutschen Flaggen geschmückt waren, zum Kurhaus. Hier wurden den Damen als Gruß der Stadt Veil­chen- und Rosensträuße überreicht. Bürgermeister Travers hielt eine Begrüßungsansprache, in welcher er die Gäste als Angehörige eines Staats willkommen hieß, mit dem wir durch kulturelle Beziehungen eng verknüpft sind und dem wir die nrüßte Achtung und Bewunderung entgegenbringen. In der Bäderstadt dürfte ihnen neben den städtischen Einrichtungen und sonstigen Sehenswürdigkeiten auch eine Fülle sie beson­ders interessierender großzügiger Hoteleinrichtungen geboten iverden. Er hoffe, daß die Gäste eine schöne und bleibende Erinnerung mitnehmen werden. Hierauf begrüßte Hotelbe­sitzer Kommerzienrat Häfsner die Gäste namens des „Hotelbesitzervererns" und hieß sie in der Bäder- und Frem­denstadt herzlich willkommen. Herr Edward M. T i e r n e y aus New York, der Präsident des amerikanischen „Hotel­besitzervereins", hielt eine englische Ansprache, in welcher er mit herzlichen Worten seinen Dank für den gastlichen Emp­fang zum Ausdruck brachte. Seine Freunde seien mit ihm von London über Ostende, Brüssel und Köln nach Wiesbaden gekommen, Wiesbaden aber sei bis jetzt die schönste Stadt, dre sie gesehen. Das Kurhaus, welches, wie er humoristisch be­merkte, wohl mit einem großen Teile amerikanischen Geldes errichtet sein dürfte, sei das schönste und modernste Gebäude, das sie bisher auf ihrer Tour gesehen haben. Die europäische Tournee sei bereits seit drei Jahren vorbereitet, und ihre Ausführung bereite ihm und seinen Begleitern besondere Freude. Er schloß mit einem dreifachen Hipp-Hipp-Hurra auf Wiesbaden. Hieran schloß sich eine Besichtigung der einzelnen Räume des Kurhauses. Im Biersalon hatte Herr W. Ruthe eine Weinprobe veranstaltet und dafür erlesene Marken aus seinem reichhaltigen Keller zur Verfügung gestellt. Vorn Kur­haus aus fuhren die Gäste durch die Stadt, wo sie die Kur­anlagen, den Kochbrunnen und das Kaiser-Friedrich-Bad be­sichtigten, zum Neroberg. Mittags findet in der Sektkellerei Henkell eine Besichtigung und Frühstück statt. Im Anschluß daran fährt die Reisegesellschaft nach Frankfurt, wo sie gegen 4 Uhr eintrifft.

— Aus dem Lyzeum 1. In einem Festaktus vollzog sich heute vormittag in der Aula des LyzeumS 1 die Amtseinfüh­rung des neuen Direktors Professor S ch l i t t. Es hatten sich dazu eingefunden neben dem Lehrkörper in corpore und den Schülerinnen das Kuratorium der Anstalt, Vertreter des Magistrats usw. Die Amtseinführung nahm der Provinzial­schulrat Unruh aus Kaffel vor.

— Kirchliche Wahlen. Nach der evangelischen Kirchen- gemeindeordnung (8 43) scheidet von drei zu drei Jahren die Hälfte der Kirchenvorsteher und Gemeindevertreter aus, doch können die Ausscheidenden wieder gewählt werden. Die für diese in den hiesigen vier Kirchcngemeinden demnächst statt­findenden Wahlen aufgestellte Wählerlisten liegen von Mon­tag, den 4. Mai d. I., zwei Wochen lang zur Einsicht der Ge- merndeglieder auf dem Gemeindebureau, Luisenstraße 34, offen. Es liegt im Interesse der Wahlberechtigten, sich inner­halb dieser Frist persönlich davon zu überzeugen, ob ihre Namen in die richtige Liste eingetragen sind. Nach Ablauf der Anslegungsfrist können Einsprüche gegen die Liste nicht mehr Berücksichtigung finden.

— Schulsparkasscn. Seitdem die.Nassauische Sparkasse die Errichtung von Schulsparkassen unterstützt, ist deren Zahl in unserem Bezirk außerordentlich gestiegen. Zurzeit sind an die Nassauische Sparkasse 100 Schulsparkassen angeschlossen. In den betreffenden Schulen befinden sich 13 561 Schulkinder. Von diesen beteiligen sich am Sparen 9257 Kinder: Der Ein­lagenbestand beträgt 128 300 M. Das erfreuliche Resultat ist der eifrigen Tätigkeit der beteiligten Lehrer zu danken.

— Naturhistorischcs Museum. Am Sonntag, den 3. Mar, sind die Sammlungen des Naturhistorischen Museums (Wil­helmstraße 24, 1. Stock) außer den Besuchsstunden von 10 bis 1 Uhr auch nachmittags von 3 bis 5 Uhr unentgeltlich geöffnet.

— Sommcrurlaub für kaufmännische Angestellte. Die hiesige Ortsgruppe des Deutschnationalen Handlungsgehilfen­verbands bittet uns auch in diesem Jahre wieder darum, allen Prinzipalen die Gewährung eines ausreichenden Erholungs­urlaubs an ihre Angestellten nahezulegen. Wir entsprechen diesem Ansuchen hiermit gern und möchten dabei gleichzeitig der Meinung Ausdruck geben, daß diese soziale Maßnahme nachgerade wohl von allen Geschäftsinhaberrr als eine Selbst­verständlichkeit angesehen werden müßte. Dürfte sich doch heute schon fast erübrigen, mit vielen Worten eine Begrün­dung für dieses Erfordernis zu geben und im einzelnen dar­zulegen, wie sehr jeder Angestellte der Möglichkeit bedarf, durch eine Reise oder doch durch ein zeitweiliges gänzliches Heraustreten aus seinem gewohnten Arbeitskreis jenes seeli­sche Gegengewicht zu gewinnen, das ihn wie nicht anderes be­fähigt, die Anstrengungen des täglichen Erwerbslebens wieder für ein werteres Arbeitsjahr auf sich zu nehmen. Dieser den Vorteil eines jeden Geschäftsbetriebs eng berührende Erfah­rungssatz in Verbindung mit der heute in immer weiteren Kreisen unseres Volkes sich ausbreitenden Erkenntnis, daß zugleich auch mit der Erhaltung der Arbeitskraft und Gesund­heit unserer Erwerbsstände die Fähigkeit unseres Volksganzen wächst, den Wettbewerb mit seinen Konkurrenten auf dem Weltmarkt erfolgreich und auf die Dauer auszuhalten, wird dazu beitragen, 'der Sitte der Urlaubsgewährung mehr und mehr auch da Eingang zu verschaffen, wo dies heute bedauer­licherweise noch nicht oder doch nicht in erwünschtem Umfang der Fall ist.

— Wettcrschutzwände bei der Straßenbahn. Herr Dr.

F i s ch e n i ch stellt uns nachfolgendes von der König!. Preuß. und Großherzogl. Hess. Eisenbahirdirektion an ihn gelangtes Schreiben zur Verfügung: „Auf das von Ihnen an den Herrn Regierungspräsidenten zu Wiesbaden gerichtete Schreiben vmn 6. d. M. teilen wir mit, daß wir die Süddeutsche Ersenbahn- gesellschafi, soferrr dies nach den bestehenden gesetzlichen Be­stimmungen angängig ist, veranlaßt haben, die auf den Wies­badener Uberlandstrecken verkehrenden Triebwagen mit Wcttcrfchutzwänden zu versehen. Die vorgenannte Gesellschaft hat auch bereits erklärt, daß auf den fraglichen Strecken dem­nächst nur noch Triebwagen rnit Wetterschutzwänden verkehren iverden." Damit ist die Angelegenheit, welche im Anfang de Jahres verschiedentlich Veranlassung zu Erörterungen m