Wiesbsdkner TsgW.
WVchSNEÄ) 12 £IUS0(lf?Slt» „TazUatt-HmiK-- Rr. SS5S-S3.
Schalter-Halle geLffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr «bendr. * * M Bon 8 Bit inoraenS bis 8 Ubr abends, auker Sonntaas.
BezngS-Preis für beide Ansgaben: 7V Pfg. monatlich, M. 8.— »ierteljährlich durch den Verlag Langgasie 21, ohne Bringer lohn- 3Ji- 3.— vierteljährlich durch alle deutschen Poftanftalten, ausschließlich Bestellgeld. — BezuaS-Beftellnngc» nehmen »utzerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marckrmo W, sowre die Ausgabestellen in allen Teilen' der «tadt; in Biebrich: die dortigen Ausgabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rdeingau die betreffenden Tagblatt-Träger.
„TazUatt-Hmi»" Nr. 6850-53.
Bon 8 Uhr morgend bis 8 Uhr abends, außer Sonntags.
Anzeigen-PreiS für die Zeile: lb Pfg. für lokale '
und „Kleiner Anzeiger" alle übrigen lokalen
__ . ... lokale Anzeigen im »Arbeitsmarkt" nn
in eiuhcitlichcr Satzsorm; Äl Psg. in davon abweichender SatzauSfnhrung, sowie für Anzeigen; 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Mk. für lokale Reklamen; 2 Mk. fttr auswärtig! Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, dnrchlanfend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholler Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Rabatt,
«lltaas^fä?die MorgenMusg. bis 3 Mw^uichmittag? Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf. Güntzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 458 u. 461. Tagen und Pl^en wird k!in?G-wälir^beniommnr
ZEZtKgK 2« Mai 1914 ,
Morgen-Ausgabe.
Nr. 2SI« » 62. Jahrgang.
Mn anonymer Diplomat.
Wenn ein englisih-er oder ein französischer Staatsmann seinem Volke und der weiteren Öffentlichkeit etwas zu sagen hat, so schreibt er unter seinem Namen. Zahlreich.sind die Bücher nicht bloß früherer, sondern auch im Amt befindlicher Minister und Diplomaten der beiden westlichen Völker, in denen von einer mehr oder weniger hohen Warte aus ein Überblick über die politischen Bereiche gesucht wird. Auch wir haben solche Schriften, aber sie sind selten. Die letzte, die verdiente Aufmerksamkeit fand, war der in die Form einer historisch-politischen Studie gekleidete Rechenschaftsbericht des Fürsten B ü l o w über seine Amtstätigkeit. Weit häufiger ist es, daß deutsche Politiker die Tarnkappe strengster Arlbnymität aufsetzen, wenn sie das Bedürfnis fühlen, sich vor der Öffentlichkeit zu äußern. Die jüngste Zeit hat zwei, sehr beachtenswerte Beispiele für diese ängstliche Scheu vor dem Erkanntwerden. vielleicht sogar vor dem Bekanntwerden, gebracht. Die vielbeachtete Flugschrift „D e u t s ch e Weltpolitik und kein Krieg" stammt, wie freilich nur Eingeweihte wissen (aber die Tatsache steht fest), von einem höheren Diplomaten, und jetzt hat der im Verborgenen gebliebene Verfasser einen Nachfolger « einem zweiten hochgestellten Mitglied unserer Diplo- inatie gefunden, der sich bescheiden „I. I. Ruedorffer" nennt. Daß er ein „distinguierter" Angehöriger der deutschen Diplomatie ist, dies entnehmen wir einer Besprechung seines Buches „G r u n d z ü g e der Welt- Politik in der Gegenwart" im Maiheft der „Preußischen Jahrbücher", ( wo sich . der bekannte Historiker Dr. Daniels eingehend mit diesem Werk beschäftigt, zum Teil ablehnend, zum überwiegenden Teile aber zustimmend. Jedenfalls kommt Daniels zu dem Schluß, daß das Buch Ruedorffers gedankenreich und anregend ist. Der Verfasser stellt die Ansicht ans, die im ersten Augenblick paradox erscheint, daß der weltpolitische Ehrgeiz unserer Tage den allgemeinen Frieden weniger bedrohe als fördere. Er meint das so: Heute findet der expansive Drang der europäischen Mächte in Asien und Afrika Platz genug, damit alle ihre Kräfte betätigen können. Jede Nation ist imstande, ihre eigenen großen Eroberungen zu machen. Früher war das anders. Was die Staaten in vergangenen Jahrhunderten zu erwerben vermochten, war weniger und schwerer teilbar. Infolge dessen fanden damals viele blutige Kriege statt, während es in der Aera der Weltpolitik bei diplomatischen Konflikten sein Bewenden hat. Wenn einmal die h a l b z i v i I i s i e r t e n und unzivilisierten Länder endgültig a u f g e- teilt sind, werden die Zusammenstöße zwischen den europäischen Regierungen wahrscheinlich viel friedens- gefährlicher sein als heute, denn, der Trieb zu wachsen ist in aller Geschichte jedem kräftigen Gemeinwesen angeboren. Auch heute aber hat die Weltpolitik Nicht etwa die Kontinentalpolitik zu einem überwundenen Standpunkt zu machen vermocht. Vielmehr gehen Weltpolitik und Kontinentalpolitik nebeneinander her oder, genauer getagt, greifen ineinander ein. Das weltpolitische Moment jedoch ist rmmer das,
' Hrmmelserscheimwgen
im Mai 1914.
Die in den letzten Wochen sehr schnelle Zunahme der nördlichen Deklination der Sonne weicht im Mai einem langsameren Tempo und hört im Juni ganz aus. Die T a g e s l ä n g e vergrößert sich im nördlichen Deutschland von 16 bis aus 16% Stunden, im mittleren Deutschland von 14% bis aus 1% Stunden und im südlichen Deutschland, Österreich und der Schweiz von 14% bis auf 15% Stunden. Durch die schon sehr langen Dämmerungen findet die Tag-es- helligteit anfänglich morgens und abends noch eine Verlängerung von je % Stunden, zuletzt sogar eine solche von je eine Stunde. Die Periode der mitternächtigen Dämmerungen (hellen Nächte) «beginnt im nördlichen Gebiet schon Anfang Mai, im mittleren Gebiet aber egst im letzten Monatsdrittel.
Unser Mond ändert im Mai seine Gestalt zu nachstehenden Zeiten: Erstes Viertel am 3., um 7 Uhr vormittags, Vollmond am 9., um 10 Uhr 31 Min. nachmittags, Letztes Viertel am 16., um 11 Uhr 12 Min. nachmittags, und Neumond am 25., um 3 Uhr 35 Min. vormittags. Der Mond befindet sich in Erdnähe am 8. Mai, um 8 Uhr nachmittags, bei einem Abstande von 56.2 Erdhalbmessern und am 21. Mai. um 5 Uhr vormittags, in Erdferne «bei einem Abstande von 63.6 ErÄhalbmessern ä 6378 Kilometer. — S te r n b -e- deckungen durch den Mond ereignen sich im Mai viermal: am 1. wird der Stern Kappa der „Zwillinge" (Größe 3.4) bedeckt, Eintritt für Berlin um 8 Uhr 39.1 Min. nachmittags und Austritt um 9 Uhr 4.5 Min. nachmittags; am 16. erfolgt eine Bedeckung des Sternes Jota des „Wassermannes" (Größe 4.2), Eintritt für Berlin um 3 Uhr 5.3 Min. vormittags und Austritt um 4 Uhr 15.1 Min. vormittags. Eine Bedeckung
welches pazifistisch wirkt: „Die Gegensätze", sagt
unser Autor, „werden nicht gelöst, nicht aus der Welt geschasst, ihre Austragung wird vertagt. Die Expansion nimmt die Richtung des geringsten Widerstandes. Solange ein Nebeneinander aus dem einen Gebiete möglich ist, schlummert das Gegeneinander aus dem anderen Gebiete. Europa als politisches Einheitsgebiet betrachtet, kennt nur ein Gegeneinander. Alles ist verteilt, was der eine hier gewinnen will, muß der andere verlieren. Dank der Weltpolitik nun hat jeder der europäischen Staaten die Möglichkeit einer überseeischen, sei es wirtschaftlichen, sei es politischen Expansion. Diese Möglichkeit gibt Europa eine gewisse Ruhe; die europäischen Gegensätze bleiben aufgeschoben. Solange sich Rußland in der Mongolei und Persien mit geringer Mühe ausbreiten kann, wird sein Expansionstrieb sich nicht gegen Österreich-Ungarn, den Balkan und Konstantinopel richten. Solange der französische Lebenswille in Afrika ein Kolonialreich begründet, kann die elsaß-lothringische Frage in den Gemütern schlummern oder nur Gegenstand gelegentlicher Reden sein. Solange die Blicke Italiens auf das Mittelmeer gerichtet bleiben, wird Triest, Nizza und Trentino nur Gegenstand von Demonstrationen sein. Das ganze Gewebe von Gegensätzen, aus dem die europäische Frage zusammengesetzt ist, bleibt, wie es ist. Es ist daran, wenn man den Südosten ausnimmt, der eine Frage für sich bildet, in den letzten vier Jahrzehnten so gut wie nichts geändert worden." Ruedorffer steht aus dem Standpunkte, daß die Weltwirtschaft, innerhalb deren die großen Nationen fest miteinander verwachsen sind, jeden Staat die Wunden fühlen lassen müßte, die einem anderen Staat geschlagen werden. Der Sieger habe zu fürchten, daß er ebenso schwer wie -der Besiegte leiden werde. Keine Regierung könne sich ein Bild davon machen, welche Gewinnmöglichkeiten sie beim Losschlagen eigentlich habe, und auch diese lähmende Ungewißheit trage viel dazu bei, daß die Schwerter in den Scheiden. bleiben. Diese Ansichten des anonymen Diplomaten sind nicht bloß an sich von Interesse auch darum, weil man den Eindruck empfängt, daß die Leiter unserer auswärtigen Politik genau auf demselben Boden stehen. Der unter dem Namen Ruedorffer schreibende Diplomat erkennt indessen die Grenz e, wo die Verhältnisse für uns eine andere Gestalt annehmen könnten. Unsere Politik, so schreibt er, habe die politische Expansion nur in beschränktem Maße erstrebt und deswegen heftige Angriffe erfahren. „Deutschland hat seine Politik im nahen und im fernen Orient auf die Erhaltung der Türkei und Chinas eingestellt und nirgends eine politische Teilung getrieben. Es hat sich nur immer, wenn die Gefahr einer Aufteilung austauchte, gemeldet, hat Kiautschou besetzt, die berühmten Fühlhörner an den Kongo gestreckt; sein Interesse an einem eventuellen Verkauf der portugiesischen Kolonien bekundet. Es ist klar, daß Deutschland keiner weiteren Verkleinerung der freien Gebiete zusehen kann, daß es durch die Einschränkung der wirtschaftlichen Expansion in die politische Expansion getrieben werden muß."
OeutscheZ Reich.
* Eine Denkschrift zur Frage eines Staatsarbeiterrechts.
Das Reichsamt des Innern wird dem Reichstag eine Denkschrift zur Frage der Schaffung eines Staatsarbeiterrechts zugehen lassen. Im Reichstag sind die Verhältnisse der Arbeiter in den Betrieben des Reichs und der Bundesstaaten in rechtlicher und tatsächlicher Beziehung wiederholt zum Gegenstand von Erörterungen gemacht worden. Im vergangenen Jahr wurde durch eine Petition die Schaffung eines Staatsarbeiterrechts gefordert. Die Verbündeten Regierungen sind in ihren Erwägungen über diese Resolution zu einem ablehnenden Bescheid gekommen. Gleichwohl ist die Reichsregierung bereit, zur Prüfung der ganzen Frage eine Denkschrift vorzulegen, in der das gesamte einschlägige Material und die Stellungnahme der Bundesregierungen zur Darstellung gebracht ist.
* 3»m „Fall Mugler". Die unglaubliche Art und Weise, in der die Orthodoxie gegen -den liberalen Oberlehrer Dr. Mugler in Siegen agitiert und intrigiert hat, hat bereits eine Gegenaktion hervorgerufen. Gegen 180 der angesehensten Bürger Siegens, darunter sämtliche Lehrer des Realgymnasiums, mit Ausnahme des Direktors, haben folgende Erklärung veröffentlicht: „(Dem Herrn Oberlehrer Dr. Mugler vom hiesigen Realgymnasium ist auf Betreiben der Orthodoxie der Religionsunterricht entzogen worden. Die staatliche Schulaufsichtsbehörde hat geglaubt, unter den gegebenen Verhältnissen nicht anders handeln zu können. Unerörtert bleibe an dieser Stelle, ob dabei die erforderliche Rücksicht genommen ist auf die Eltern, die für ihre Söhne einen Religionsunterricht im Sinne Dr. Muglers wünschen, der vor seiner Anstellung dem Leiter der Anstalt seinen religiösen Standpunkt dargelegt hat. Die Unterzeichneten drängt es aber, in dieser Angelegenheit dem warmherzigen Mann und trefflichen Lehrer, der seine Lebensaufgabe in solch einschneidender Weise beschränkt sieht, offen ihre Teilnahme zu bezeigen und ihm zu danken für das, was er bisher an unserer Jugend getan hat."
* Ans der Nordmark. Die Dänen haben einen größeren
Besitz, den Hof Nygaard im Kreise Apenrade, der sich bisher in deutschen Händen befand, für 105 000 M. erworben. Trotz des Eifers der Deutschen, die Scholle in der Nordmark zu erhalten, gelingt es dennoch den Dänen, Boden zu gewinnen. Durch die Errichtung der Deutschen Höfebank in Kiel ist neuerdings eine Zentralstelle geschaffen worden, die mit Unterstützung der Staatsregierung den deutschen Boden zu schützen sucht. ,
* Deutscher Protestantentag. Der Deutsche Protestantentag wird in diesem Jahre vom 12. bis 14. Oktober in Osnabrück stattfinden. Als Hauptgegenstände stehen auf der Tagesordnung: 1. Braucht die evangelische .Kirche eine theologische Wissenschaft? 2. Was verbindet uns mit der kirchlichen Rechten?
* Der Allgemeine Evangelisch-Protestantische Missionsverein hält seine Jahresversammlung vom 21. bis 23. Oktober d. I. in Jena ab.
Varramenrarisches.
Keine neue Wehrvorlage. Berlin, 1. Mai. In der Budgetkammifsion antwortete der Kriegsminister auf die Ausführungen eines fortschrittlichen Abgeordneten, daß keine neue Wehrvorlage in Arbeit sei. Ob eine solche später notwendig werden könne, sei jetzt nicht zu übersehen. Ans die
des Mars am 30. Mai von 6 Uhr 16.9 Min. bis 7 Uhr 29.9 Min. nachmittags sowie eine solche des Regulus (Alpha des „Löwen") von 6 Uhr 0.2 Min. bis 7 Uhr 14.2 Min. nachmittags fallen in die hellen Tagesstunden.
Von den mit freiem Auge zu «beobachtenden Haupt" Planeten gehören im Mai Venus, Mars und Saturn dem Abendhimmel, Jupiter dem Morgenhimmel. Merkur, der am 17., um 11 Uhr vormittags seine vlbere Sonnenkonjunktion durchläuft, dann also hinter der Sonne steht, bleibt unsicht- bar. Lhm 20. Mai kommt er in seine Sonnennähe. Sein EödabstaNd beträgt am 1. 1.22, am 16. 1.32 und am 31. 1.17 Erdbahnhälbmeffer öder Einheiten st 149.48 Millionen Kilometer. — Venus bleibt im Bilde des „Stiers" als Wendstern etwa 1% Stunden am westlichen Horizont sichtbar. Sie erreicht am 27". Mai ihre Sonnennähe. Von der Erde ist der Planet am 1. Mai 1.58, am 31. Mai 1.45 Einheiten entfernt. Am 16. Mai hat Venus mit Saturn Konjunktion; am 27. Mai kommt der Mond mit dem Wendstern in Konjunktion. — Mars steht im Bilde des „Krebses" «bei Dunkelwerden nach hoch im Wösten, er geht anfänglich gegen 2 Uhr, zuletzt schon gegen 12% Uhr unter. Sein Erdabstand ist seit der Opposition und Erdnähe Anfang Januar -d. I. schon so groß geworden, er beträgt am 1. Mai 1.52, am 31. Mai 1.78 Einheiten, gegen 0.62 am 1. Januar. Demgemäß ist auch sein Scheibendurchm-effer bereits stark zusammengeschrumpft. Am 2. Mai, um 10 Uhr vormittags, und am 30. Mai, um 6 Uhr nachmittags, gelangt der Mond mit Mars in Konjunktion, die am 30. sogar zu einer Bedeckung führt — feer Mars verschwindet um 6% Uhr hinter der Mondscheibe und wird, um 7% Uhr -von dieser wieder freigegeben, das seltene Ereignis fällt mithin leider in die Tageszeit. — Jupiter erhebt sich im Bilde des „Steinbocks" täglich früher über den östlichen Horizont, er geht Anfang Mai bald nach 2 Uhr, Ende Mai bald nach Mitternacht auf. Am 12. befindet er sich in
Quadraturftellun-g zur Sonne. Am 16. Mai, um 3 Uhr nachmittags, kommt der Mond mit dem Planeten in Konjunktion. — Saturn bleibt im Bilde des „Stiers" nur noch bis um Monatsmitte sichtbar, danach verschwindet er in der Abenddämmerung. Der Konjunktion von Venus und Saturn am 16. Mai haben wir schon -beveits gedacht; empfohlen sei, die Annäherung der beiden Planeten schon einige Tage früher zu beobachten, um den Saturn noch -deutlich wahrnehmen zu können. — Uranus, unweit südwestlich vom Jupiter im Bilde des „Steinbocks", wird immer günstiger sichtbar. — Neptun wird irrt Bilde der „Zwillinge" im Mai auch für große Instrumente unsichtbar.
Von Kometen ist gegenwärtig nur der lichtschwache Komet 1914a zu beobachten, der sich zuerst im Bilde des „Herkules" und dann im Bilde der „Leier" nordöstlich weiter- bewegt. Er ist nur in lichtstarken Jnstru-menten zu beobachten.
Zu Beobachtungen am F i x st e r n h i m -m e l gewähren die Nächte des Mai nur wenige Stunden, und diese werden im echten Drittel sowie am Monatsschluffe noch durch störendes M-ondlrcht, in nördlicheren Gegenden auch schon durch die mitternächtige Dämmerung geschmälert. Das schöne Bild des großen Jägers „Orion" sinkt schon vor Beginn der Dunkelheit unter den Horizont und bleibt bis zum Herbst verborgen. Als letzte Nachzügler der sogenannten Wintersternbilder gewahren wir abends im Wösten den „Kleinen Hund" mit dem Hanptst-erne Prokyon, darWer die „Zwillinge" (Castor und Pollux) im Tievkr-effe, der mit -dem „Stier" am Nordwesthorizont anhebt. Höher im Südwesten kennzeichnet der „Löwe" mit Regulus den Tierkreis, und etwas weiter hin, im Süden, gewahrt man nahe der Ekliptik den hellen Stern Spica in der „Jungfrau", rechts darunter den trapezförmigen „Raben". Hoch im Südosten fällt der funkelnde Statur im Bootes besonders auf, eine von den-
