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Nr. INS. Freitag, 24. April 1914.

zulässig erklärt und dabei auSgesührt, daß bei Anstellung im Zivildienst das Recht auf den Pensionsbezug ganz oder teilweise ruht. Es widerstreite dem Offizier-Penstonsgesetz, wenn statt der M i l i t ä r p e n s i o n das Z i v i l d i e n st - einkomm en von der ZivilbehLrde gekürzt werde.

KULlanS«

Gsterreich-Ungarn.

Ein Verbot von Huß-Feier» in Böhmen. Prag, 22. April. Wie die hiesigen Blätter melden, hat der Unter­richtsminister in einem vertraulichen Erlaß die Direktoren der Mittelschulen angewiesen, alle Sammlungen für die Ver­breitung von Broschüren anläßlich der bevorstehenden Huß- Feiern zu verbieten.

Luxemburg.

Klerikale Subskriptionen. Luxemburg, 22 . April. Da die Kammer die Subskriptionen für gerichtlich Verurteilte verboten hat, ist von klerikaler Seite eröffnet worden, die klerikale Presse werde demnächst Subskriptionen im Aus­land eröffnen. Wahrscheinlich wird dieses zugunsten des wegen seiner Rede auf dem Metzer Katholikentage verurteilten Bischofs K o p p e s geschehen.

Srankreich.

Die neuen Panzerkreuzer. Paris, 23. April. Das Marineministerium erklärt, daß die Staatswerften von Lorient am 1. April 1915 mit dem Bau des ersten der vier vorge­sehenen großen Panzerschiffe, dem „Duquesne", beginnen werden. Der neue Paanzerkreuzer wird eine Wasserver­drängung von 29 600 Tonnen haben. Er soll mit sechzehn 85-Zentimetergeschützen und vier drehbaren Türmen ausge­rüstet loerden.

Nufflnub.

Eine hohe Ordensauszeichnung Jswolskis. Peters­burg, 23. April. Ein heute veröffentlichtes kaiserliches Reskript anläßlich der Verleihung des Alexanüernewski- Ordens an den Botschafter I s w o l s k i häbt dessen höchst- nützliche Tätigkeit in dem befreundeten und verbündeten Frankreich und die engen Bande zwischen Rußland und Frankreich hervor, die nicht nur eine Garantie für die Interessen der beiden verbündeten Länder, sondern auch als ein wertvolles Unterpfand zur Wahrung des Weltfriedens dienten, der durch die Tätigkeit des Botschafters noch mehr ge­festigt worden sei, und wofür der Kaiser ihm sein Wohlwollen zu erkennen gebe.

Balßem Staaten«

Die Antwortnote der Mächte an die griechische Regie­rung. London, 28. April. Die Antwortnote der sechs Mächte an die griechische Regierung enthält in ihren wesent­lichen Punkten folgendes: Griechenland hat die von Venizelos gewünschte Grenzrektifikation bei Arghrokastro zugestan­den erhalten, ebenso wird bezüglich der von Griechenland angesprochenen Zugeständnisse, betreffend die Einreihung griechischer Bewohner in die südalbanische Miliz, Rücksicht bewiesen werden. Hinsichtlich der ägäischen Inseln beharren die Mächte dabei, daß die Inseln Lemnos, Jmbros und Tenedos nicht befestigt werden dürfen.

Die französische Militärmission in Griechenland. Athen, 22. April. General V i l l o r e t, der neue Leiter der franzö­sischen Militärmission in Griechenland, kam heute morgen hier an und wurde von den Mitgliedern der französischen Mission und griechischen Offizieren empfangen. Im Laufe des Vor­mittags besuchte er den Ministerpräsidenten Venizelos.

Kus St adt un d Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Utrchlich-sozialer «ongretz.

Professor Dr. Dade fährt in seinem Referat fort: Man brauche ja nur für einen bäuerlichen Betrieb 1 Hektar zu rechnen, so hätte man, wie mit einem Zauberschlag 32 Millio­nen bäuerliche Familien in Deutschland. Rechne man 5 Hektar für den bäuerlichen Betrieb, so könne Deutschland mit Leich­tigkeit 61/2 Millionen bäuerliche Betriebe haben, während wir heutzutage nur etwa die Hälfte besäßen. Der Bauernstand ließe sich also mit Leichtigkeit verdoppeln. Bei derartigen sozialistischen Schlagwörtern werde übersehen, daß die durch­schnittliche Größe für einen landwirtschaftlichen Betrieb, der eine Familie ernähren kann, 8 bis 10 Hektar in Deutschland betrage und daß mit Rücksicht auf den technischen Fortschritt und aus sozialen und politischen Gründen eine Mischung von Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben das Ziel einer gesunden Agrarpolitik bilden müsse. Aber auch innerhalb dieser Be­schränkung sei für die innere Kolonisation in Deutschland noch ein weiter Spielraum gegeben. Zwar werde man nicht in der Lage sein, den 13 Millionen russischen Bauern durch innere Kolonisation ein nennenswertes Gegengewicht zu schaffen, zumal die große Agrarreform in Rußland weniger in. einer Vermehrung des Bauernstandes als vielmehr in einer Umsiedelung des bisherigen Bauernstandes bestehe. Im großen und ganzen werde man sich mit den 8 Millionen Bauern begnügen müssen und könne Gott danken, wenn es uns trotz der großstädtischen und großindustriellen Entwick­lung durch innere Kolonisation gelinge, uns diesen Bauern­stand zu erhalten und ihm noch einige Hunderttausende Be­triebe hinzuzufügen. Man sollte sich davor hüten, durch politi­sche Schlagwörter die Vorstellung von der Vermehrung un­seres Bauernstandes in der öffentlichen Meinung zu übertrei­ben. Wollte man für Ostelbien eine Verteilung des Grund­besitzes wie in Süddeutschland herbeiführen, wo der Kleinbe­trieb völlig überwiege, so würde zwar Ostelbien eine Million Bauern mehr haben als jetzt, doch sei dies schon aus dem Grunde eine utopische Betrachtung, weil wegen Klima, Boden- und Verkehrsverhältnisse ein so kleiner Besitz in Ost­elbien nicht lebensfähig sein würde. Würde man so weit gehen, Ostelbien eine Besitzverteilnng zu wünschen, wie sie glücklicher­weise in Westdeutschland bestehe, so würde Ostelbien etwa 400 000 Bauern mehr haben als jetzt. Aber auch hier werde man noch ein Fragezeichen machen müssen. Er komme daher zu dem Schluß, daß etwa die Hälfte neue Bauernstellen im nächsten Menschenalter geschaffen werden müßten, wobei dem Großbetrieb noch eine genügende Fläche verbleiben würde. Gehe unser ganzes Trachten aber dahin, möglichst viel Men­schen auf dem Lande zu haben, so genüge in keiner Weise die bäuerliche Ansiedelung. Bei der Beschränktheit unseres Bodens müßten wir vielmehr unserer bisherigen Kolonisation eine

WieSdkdrKeV TagbtM» _Morgen-Ansgabe, 1. Blatt. _ Seite I. '

entscheidende Wendung geben und die Lücke ausfüllen, welche die moderne wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in die Reihen- des ländlichen Arbeiterstandes gerissen habe. Es müsse uns gelingen, jährlich mindestens 10 000 Bauern und Mindestens 20 000 Arbeiter- und Handwerkerfamilien anzu­siedeln und ihnen eine bessere soziale Stellung auf dem Lande zu bieten. Aber es handle sich in dieser Frage nicht nur darum, den rein wirtschaftlichen Boden für eine neue Landbe­völkerung zu ebnen, ihr zur Seite müsse auch, eine Wieder­geburt unserer sittlichen und religiösen Lebensauffassung stehen. Nur so werde Deutschland der Zukunft sicher entgegen­setzen können. — Zunächst nimmt ; n der sich an den Vortrag reihenden Besprechung der Generalsekretär Behrens (Essen) das Wort, um darauf hinzuweifen, das erste aller Erfordernisse für die Kolonisation sei, auf dem Lande die Vorbedingungen für die Existenzen zu schaffen, wie sie die Zweigwirtschaften, die nur aus Kosten der Frauen lebensfähig seien, nicht böten. Es gelte, andere Zustände auf dem Lande zu schaffen. Wo der Arbeiter sich nicht als gleichberechtigter Faktor im Wirtschaftsleben anerkannt sehe, da sei er nicht zu halten. Und das sei heute vielfach noch nicht der Fall. Man bewerte auf dem Lande die Persönlichkeit zu gering. Man zahle nicht die Barlöhne, deren man zur Erfüllung seiner öffentlichen Pflichten bedürftig sei. Die Möglichkeit, geord­nete Verhältnisse auf dem Lande durch Verhandlungen zwi­schen Unternehmer und Arbeiter zu schaffen, liege theoretisch vor. Erfordernis aber dafür sei die Organisation. Für sie sei die Persönlichkeitsbewertung dort noch zu gering. Es müßten Rechte für die Landarbeiter geschaffen werden, wie für alle anderen Staatsbürger. Weiter beteiligten sich an der Besprechung Geheimrat Seeberg, Baron Bistram, Direktor Lepsius, Pfarrer Christian. — Dem Referat sowohl wie den sich anschließenden Auseinandersetzungen wohnten der Präsident unserer Landwirtschaftskammer Bartmann-Lüdicke, der Generalsekretär Landesöko­nomierat Müller sowie Landwirtschaftsinspektor K e i s e r an. — Schluß der Hauptversammlung nach 1 Uhr.

— Gustav-Adolf-Fest. Nächsten Sonntag, den 26. April, feiert der Wiesbadener Zweigverein der Gustav-Adolf-Stif- tung sein Jahresfest. Der Festgottesdienst findet um 10 Uhr in der Ringkirche statt. Pfarrer Erwin Gros von Esch, der vielen durch seine Erzählungen und Novellen bekannte Volks­schriftsteller, wird die Festpredigt halten. Um 8 Uhr abends findet eine Nachversammlung im Luthersaal der Lutherkirche statt; bei der Generalsuperintendent Oh ly, Dekan a. D. Meckerling und Pfarrer D e i t e n b e ck aus Sossenheim Ansprachen halten werden. Alle Evangelischen sind eingeladen.

— Neue Tagesverbindung Frankfurt-München. Eine gute Tagesverbindung zwischen Frankfurt und München wird ab 1. Mai dadurch geschaffen, daß die bisher nur zwischen Frank­furt und Würzburg verkehrenden v-Züge 160 und 161 nach bezw. von München durchgesührt werden. Frankfurt ab 8 Uhr 29 Min. vorm., München an 3 Uhr 10 Min. nachm. Der Gegenzug verläßt München um 2 Uhr 45 Min. nachm, und trifft um 8 Uhr 66 Min. nachm, in Frankfurt ein. In Frank­furt ist für Anschlüsse von und nach allen Hanptrichtungen, also auch Wiesbaden, gesorgt.

— Fortbildungsschulpflicht und Probezeit. Häufig wird vor Eingehung eines Lehrvertrags zwischen dem Lehrherrn und dem Lehrling eine mehrwöchige Probezeit vereinbart, von deren Bestehen oder Nichtbestehen die Fortsetzung des Lehrverhältniffes abhängig gemacht wird. Biele Arbeitgeber sind der Meinung, daß während der Probezeit der Lehrling nicht schulpflichtig sei. Dies ist ein Irrtum. Die Schulpflicht beginnt sofort und der Lehrherr setzt sich bei Nichtanmeldung des Lehrlings erheblichen Geldstrafen aus. Da der Fortbil­dungsschulunterricht für das Jahr 1914 bereits begonnen hat, so muß im allgemeinen Interesse daran erinnert werden, die Lehrlinge umgehend in die Schule zu schicken.

— Prüfung der Quittungskarteu in Sicht. Sicherem Vernehmen nach findet in den nächsten Tagen in hiesiger Stadt eine außerordentliche Prüfung der Quittungskarten statt, welche von Bureaubeamten der Landesversicherungsan- stalt Hessen-Nassau ausgeführt wird. Für Arbeitgeber, welche mit der Verwendung der fälligen Beitragsmarken noch im Rückstand sind, empfiehlt es sich daher, zur Vermeidung von Strafen und Weiterungen alsbald das Versäumte nachzu­holen. Auch empfehlen wir, die Quittungskarten in der näch­sten Zeit bereitzuhalten, damit dieselben auch bei etwaiger Ab­wesenheit des Arbeitgebers oder Versicherten von den Ange­hörigen und Beauftragten dem Kontrollbeamten alsbald vor­gelegt und dadurch öftere Störungen und Zeitverluste für beide Teile vermieden werden können.

— Das Volksfesffpielhaus auf dem Feldberg. Der vom „Taunusklub" beabsichtigte Bau auf dem Feldberg wird in Anbetracht der besonders für die schwierigen Bauverhältnisse geringen Bausumme, nur einen kleinen Saal mit den dazu gehörigen Nebenräumen, außerdem Schlaf- und Aufenthalts­räume, für Turner, Touristen und Skiläufer enthalten. Weiter werden im Umbau, was dringend notwendig ist, allgemein zu­gängliche Bedürfnisanstalten und Waschräume geschaffen.

— Volkspark und Huudedressur. Ein Abonnent schreibt uns: Am Mittwochnachmittag machte ich zur Erholung einen Gang durch den neuen Volkspark, der jetzt das Ziel Taufender Erholungsbedürftiger ist. Kaum hatte ich die Anlage betreten — es war gegen 6 Uhr —, da schallte mir das Gekläff einer ganzen Meute von Hunden entgegen. Ich blieb stehen, um festzustellen, wie lange der Skandal dauern würde. Schon freute ich mich, als ein Aufseher nahte, weil ich annahm, der­selbe würde dem Unfug ein Ende machen. Weit gefehlt! Das „Auge des Gesetzes" ging in einer Entfernung' pon etwa 80 Meter ruhig vorüber, sicherlich, um sich keine Arbeit zu machen. Fremde gesellten sich zu mir und gaben ihrer Empörung lauten Ausdruck über diesen Unfug, geg^ j, en frühere Geknalle nur ein Kinderspiel war. Das Mitnehmen von Hunden in den Volkspark zu verbieten, wäre wohl zu weit gegangen, denselben aber als geeigneten Ort zur Dressur und zum Scharsmachen von Kriegs- oder Schäferhunden zu be­nutzen, geht denn doch über die Hutschnur. Als ich um 7 meinen Rückweg durch die »Geißheck" nahm, klang das Gekläff noch über das Wiesental herüber. Mögen diese Zeilen die städtische Behörde, welche den Park mit vielen Kosten zur Er­holung Einheimischer und Fremden geschaffen hat, veran­lassen, nun auch jede ungehörige Störung durch ihre Organe fernzuhalten.

— Ausstellung für neuzeitlichen Industriebau. Im Som­mer d. I. findet in Malmö eine Ausstellung für neuzeit­lichen Industriebau statt, durch welche die ästhetische Entwick­lung und die städtebauliche Bedeutung dieser Baugattung ver­anschaulicht werden soll. Der deutsche Generalkommissar der Baltischen Ausstellung in Malmö 1914 versendet soeben Druck­schriften, in denen zur Beteiligung an dieser Ausstellung auf­

gefordert wird. Dem Ausschuß gehören u. a. an: Geheimer Baurat Mathias, als deutscher Generalkommissar, die Pro­fessoren an der Technischen Hochschule in Berlin, Herren Dr. Seesselberg, Franz, Geheimer Hofbaurat Genzmer, Geheimer Regierungsrat Brix und der Direktor der hiesigen Gewerbe­schule, Herr Architekt B e u t i n g er , an den man sich wegen eventueller Beschickung der Ausstellung wenden wolle. Die Beteiligung an der Ausstellung ist für die deutsche Industrie (auch den Maschinenbau) von weitgehendem Interesse.

— Ein Mansardenbrand, der in dem Hause Bismarck­ring 19 ausgebrochen war, machte gestern nachmittag das Ein­greifen der Feuerwehr notwendig. Das Feuer, das nur ge­ringen Schaden anrichtete, konnte bald gelöscht werden.

— Personal-Nachrichten. Von der hiesigen Königlichen Regierung haben die Regierungssekretär-Prüfung in Kassel ab­gelegt und bestanden: Regierungssupernumerar Popp und die Regierungsdiätare Hof mann und Lunken heimer, letzterer mit „gut".

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Israelitischer Gottesdienst. Israelitische Kultus- gemeinde. Synagoge: Michelsbcrg. Gottesdienst in der Hauptsynagoge: Freitag: abends 7 Uhr, Sabbat: rnorgens 8.45 Uhr, nachmittags 3 Uhr, abends 8,25 Uhr. Gottesdienst im Gemeindesaal: Wochentage: morgens 6,45 Uhr, abends

7.15 Uhr, Die Gemeindebibliothek ist geöffnet Dienstagabend von 7 bis 9 Uhr.

Altisraelitische Kultusgemeinde, Synagoge: Friedrichstraße 33, Freitag: abends 7.15 Uhr, Sabbat: morgens

7 Uhr, Mussaph 9.15 Uhr. Vortrag 10,30 Uhr, Jugendgottes­

dienst nachmittags 3,15 Uhr. nachmittags 4 Uhr, abends 8.25 Uhr. Wochentage: morgens 6.45 Uhr, nachmittag

6.15 Uhr. abends 8.25 Uhr.

Talmud Thora-Vereffn Wiesbaden, Stist- straße 3. Sabbat-Eingang: 7 Uhr, morgens 8.M Uhr, Mussaph

9.15 Uhr, Mincha 4 Uhr. Ausgang 8.25 Uhr, Wochentage: morgens 6.30 Uhr, Mincha und Schrur 7.30 Uhr. Maarif

8 25 Uhr.

vorberichte über «unkt, varträge und verwandt««.

* Königliche Schauspiele. Georg Bak.lanoff, der be­rühmte russische Baritonist, wird hier am nächsten Donnerstag ein einmaliges Gastspiel als „Rigoletto" in Verdis gleich­namiger Oper absolvieren. Der Vorverkauf von Eintritts­karten hat bereits begonnen.

* Residenz-Theater. Der nächste Samstag bringt die Neueinstudierung eines älteren, stets gern gesehenen Werkes, und zwar gelangt das Lustspiel „Kenn". nach dem Franzö­sischen des Alex Dumas (Vater) von Ludwig Barnay zur Auf­führung. Die Titelrolle spielt Hermann Neffelträger, während m den weiteren sehr zahlreichen Rollen fast das ganze Perso­nal beschäftigt ist.

* Wiesbadener Künstler auswärts. Dr. Emanuel K a h s e r sang am vergangenen Karfreitag in Kreuznach die Jesus-Partie in der Matthäus-Passion. Der dortige „Öffent­liche Anzeiger" beurteilt seine Leistung folgendermaßen: „Mit Weihe und tiefem Mitgefühl umgab Dr, K. den Christus, tech­nisch und geistig seiner Ausgabe voll gewachsen." Und der „Gen.-Anz." schreibt tt. a.: „Dr. K, übernahm die Batzpartie und behauptete sich als ein hochwillkommener Sänger durch die pathetisch edle Linienführung des schildernden Gesanges mit einem Baßorgan, das volle tonliche Klarheit, eine schöne Aus­geglichenheit und eine kernige sonore Tiefe hatte."

Musik- und Vortragsabend«.

* Orgelkonzert in der Marktkirche. Dem Mittwoch-

Orgelkonzert hatte die Altistin Willy Hora A d e m a ihre hoch­zubewertende Mitwirkung geliehen, Die herrlichen Dich­tungen vo-nPaul Hehfe. Rückert und Mörike in sbenbürtigerVer- tonung von Hugo Wolf und Gustav Mahler waren ein rechter Maßstab für das künstlerische Feingefühl und- die stimmlichen Qualitäten der Sängerin, Fm Largo aus dem Doppelkonzert für zwei Violinen von Bach hatten sich Anna Baum und Kammermusiker Weimer zu herzerfreuendem Musizieren vereinigt. Letzterer brachte noch allein das Larghetto aus dem Konzert von Mehle zu tonschöner Wiedergabe. Me Oboe d'amore-Partie in der Bachschen Arie „Zum reinen Wasser er mich weist" wurde von L, Brückner in trefflicher Werse interpretiert. Die Toccata von Bach und die Phantasie-Sonate von Nenhosf, welche Organist P e t e r s e n auf der Orgel vortrug, gehören zu den beliebtesten Orgelkomposttionen. Das Konzert war wieder gut besucht. -rs-

Kus dem Vereinslehen.

vorberkchts, Verstnsverscnninlungsn.

* Der „Deutsche und Österreichische Alpen­verein". Sektion Wiesbaden, veranstaltet am Sonntag, den 26. d. M,, seinen Frühjahrsausflug in die in herrlichster Blütenpracht stehende Bergstraße. Die Abfahrt erfolgt 6 Uhr 45 Min. vormittags nach Tarmstadt. Bon da aus Wanderung aus den Frankenstein, Nach kurzer Frühstücksrast Weiter­marsch zu dem aussichtsreichen Felsberg und dem historisch berühmten Felsenmeer und Abstieg über das prächtig gelegene Auerbacher Schloß nach Auerbach, wo ein gemeinsames Mittagsmahl im Gasthaus „Zur Krone" stattfindet. Rückfahrt 6 Uhr 50 Min.. Ankunft in Wiesbaden 9 Uhr 15 Min.

* Der Bofftand des „Kriegerverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden" hielt am 15. April unter dem Vorsitz des Herr Oberst a. D. v. Detten im „Hotel Berg" seine Monatssitzung ab, Bon den auswärtigen Ver­bänden waren vertreten: Frankfurt a. M., Obertaunus und Rheingau. Die Aufnahmeantrage der Kriegervereine Mittel­hofen. Neustadt, Waldmühlen, Caden-Härtlingen und Ober­bausen, sämtlich im Kreise Westerburg, sind dem Landesver­band befürwortend weitergegeben. Im abgelaufenen Jahre sind im hiesigen Bezirk an Unterstützungen und Notstands­geldern 19 858 M. bezahlt worden. Der Kriegerverein ..Mrch- spiel Kirburg" heißt jetzt Kriegerverein Nocken zu Nocken im Oberwesterwaldkreis, . Der , Kriegerverein Neuhof (Unter­taunus > hat sich wieder m den Landesverband aufnehmen lassen. Dem Verband gehören noch 26 Veteranen von 1864 an. Vom Preußischen Landeskriegerverband ist diesen Vete­ranen znm 18, Aprfl d, I , em Khffhäuserbild überreicht wor­den. Wegen Fahrpreisermäßigung zum Besuche der Schlacht­felder von 1864 wird auf die Ausführung in der „Parole" vom 25 Marz 1914 Bezug genommen. Wegen Erneuerung der Haftpflichtversicherung ergeht Rundschreiben an die Kreis- verbände und Vereine. Der am 14, Juni cr. in Eltville im Saale des »Hotel Reisenbach" stattfindende Vertretertag be­ginnt um 10 Uhr vormittags. Nach den Verhandlungen ge­meinschaftliches Mittagessen im „Bahnhof-Hotel". Couvert 2 M. 50 Pf. Am Abend vorher Kommers im „Bahnhof-Hotel".

verelnskonzert«,

* Frauenklub Wiesbaden. (Ohne Gewähr.) Das Seh- berthsche Vokalauartett vertritt ein in der Öffent­lichkeit so selten gehörtes Musikgenre. daß es schon deshalb das lebhafteste Interesse verdient. Am Montag durften wir uns wieder einmal an _ den sorgfältig einstudierten künstle­rischen Darbietungen dieser Bereinigung, an der Schönheit der einzelnen Stimmen, ihrem harmonischen Zusammcnklang und der exakten, allen Schwierigkeiten sich gewachsen zeigenden Ausführung erfreuen. Neben den Ukrainischen Liebesliedern von Iwan Knorr, die in ibrer Leidenschaftlichkeit und Senti- mentalität so reckt den slawischen Typus zeigen, .fesselten be­sonders die klassischen Brahmsschen Quartette, Zigeunerlieder und das rhythmisch so eindringliche Wecksellied zum Tanze sowie die romantisch anmutenden vier Quartette von Hans Huber. Prächtig wirkten Frau Streim-Winklers frühlings­frische Stimme und der warme Tenor des Opernsängers Ger- harts in dem unvergänglichen Haydnschen Duett zwischen Lukas und Hannchen aus den „Jahreszeiten". An dem edlen Alt Else.Kochs und Albert Seyberths markigem Baß durften wir uns in den Brahmsschen Duetten „Vor der Tür" und „Es rauschet das Wasser" erfreuen. Elfe Hoyers brillante und