nter-
das
ge-
Pro-
öort
urch-
daS
nun»
«erlag Langgaffe 21
„Tagblatt-HiuS".
Pch-lter-H-lle geöffnet von 8 Uhr morgen« 64* 8 Uhr abend«.
wöchentlich
«e,u,«.Preis s4ir beide Ausgaben: 70 Pjg monatlich. 9H- 2.- vierteljährlich durch den Verlag Langaasle 2t. ohne Bringerlohn. M. 3.— vierteljährlich durch alle deutschen Postanstalten, ausschlieklich Bestellgeld. — Bezugs. Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marckring 2S, sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Ausgabestellen und in den benachbarten Landorlen und im Rdeingau die betrestenden Tagblatt-Träger.
12 Ausgaben.
Fernruf;
„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.
Uhr morgen« bis 8 Uhr abends, außer Sonntag«.
Auzeigen-Breis für die Zeile: lh Pfg. für lokale Anzeigen im ..ArbeitSmarkt" und „Kleiner A>
nzeiger" > lokalen
in einheitlicher Satzsorm; 20 Psg. in davon abweichender SatzauSsührung, sowie für alle übrigen Anzeigen: 80 Psg. für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Mk. für lokale Reklame»; 2 Mk. sür auSwänige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlausend, nach besonderer Berechnung - Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Rabatt.
«ittag^^ür^die^Moni'en^sil^g^bis^Ubr^iächmsttags^ Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf. Güntzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 450 u. 451. Uglnünd wlT„ SfriÄ“ä2? r Ä t JS”
Freitag. 24. Hprü 1914.
Morgen - klusgabe.
Nr. 189. ♦ 62. Iahrgang.
DOM
»Uß-
!rinz
klen-
lbal-
iter*
DON
Sem
rrtet.
ne«.
über
zur
die schon ent- rung >urch ein- Der c die t sei. Slus- tzlich : an Se- essen eine ngs- nes- kfniS chul- des , da :rge» uert mit Dar- :rge- schen ließt
ondS von tlten Dar* die ; zu des- »deren t« auf-
ihne, des aßen ihen der ende e ist ? sie t zu nent ung. eine man, 569). uchS vertrat* Se-
akc-
unI
auf*
die
sam-
trat-
ei«e
die
auf
pril.
“eil*
3t«
ver-
ran-
,ert-
er-
G.
ater
ge-
eine
tlich
Die
Oer Fall Alexander.
Als vorgestern die erstaunte Welt Kunde erhielt von der Entlarvung des zweiten Bürgermeisters von Köslin, lag es natürlich nahe, an den Fall des Hauptmanns von Kopemck zu denken, Und die Presse hat auch viel- fach darauf Bezug genommen. In Wirklichkeit liegt aber der Fall Alexander alias Thormann noch viel bedenklicher und blamabler als der des Schuhmachers Voigts und wenn fetzt alle Welt weniger lacht wie damals, so liegt dies nur daran, daß die Situation im Falle Alexander nicht so voller drastischer Komik ist <wie in dem Köpenicker Falle.
Es ist an sich kaum ausdenkbar, daß ein Schwindler in dem Preußen der Korrektheit, der gutgeführten Listen und der genauen Abstempelung eines jeden Menschen von der Wiege bis zur Bahre sich widerrechtlich bis zu der angesehenen Stellung eines zweiten Bürgermeisters einer vielgenannten Stadt aufschwingen kann. Ein vorbestrafter, steckbrieflich verfolgter subalterner Mensch hat Jahre hindurch in Preußen Staats- und städtische Behörden an der Nase herumgeführt, er hat sich einen noch dazu nur selten vorkommenden Namen widerrechtlich zugelegt und Examina vorgespiegelt, die er nie gemacht hat. Und keinem Menschen ist es eingefallen, ausreichende Nachforschungen anzustellen. Besonders muß der Aufsichtsbehörde der Vorwurf gemacht werden, daß sie ihr Recht und ihre Pflicht ans Nachprüfung der persönlichen Verhältnisse des angeblichen Assessors Dr. Thormann in völlig ungenügender Weise ausgeübt hat.
Es muß geradezu grotesk wirken, wenn man bedenkt, um welchen Krimskrams sich die Aussichtsbehörden oft kürnmern, wie genau sie darüber orientiert sind, ob ein zum Stadtrat gewählter Mann unvorschriftsmäßige Gesinnungen bekundet oder gar in religiösen Fragen sich, sehr offenherzig geäußert hat, wie rasch sie bei der Hand sind, Bestätigungen zu versagen, wenn die Konduitenliste des Kandidaten vom behördlichen Standpunkte aus nicht.völlig einwandfrei ist, — und wenn inan andererseits nun hier sieht, wie dieselbe Aufsichtsbehörde vollkoinmen versagt gegenüber einem Manne, der zwar offenbar über die entsprechenden Papiere verfügte, der aber bei den Behörden selbst völlig unbekannt sein mußte. Hier liegen zweifellos große Mängel in der Verwaltungspraxis vor. Und es ist für die auf ihre Zuverlässigkeit und Korrektheit stets so stolze preußische Bureaukratie keineswegs schmeichelhaft, daß ein Hochstapler burcfi die ausgestellten Fallstricke so elegant dnrchschlupsen konnte. Unsere Behörden haben sich viel zu sehr mit der Gesinnung der Bevölkerung zu beschäftigen und hier genau Buch und Rechnung zu führen, und so kann es denn gelegentlich Vorkommen, daß em Betrüger dem ganzen hochwohlweisen staatlichen , Bnreaukratendicnst ein Schnippchen schlägt. Bei Köpenrck konnte der Bluff
A
Argen- und Sonnentage am ffienferfee.
Bon Berta Freifrau v. Nauendorf.
Territet, im Frühjahr 1914.
„Es regnet früh, es regnet spät . . Das Berschen patzt so recht aus die Serie trübseliger Regentage, und nur die Hoffnung auf ein paar warme Sonnenstrahlen hält aufrecht. Da heißt es ja auch weiter: „Und wenn's genug geregnet hat, dann hört's auch wieder auf." Aber es hörte nicht so bald auf. Es regnete und regnete blanke, glitzernde Schnüren, die von hoch oben niederfielen viele Tausende Meter lang. Und hätte acht Tage zuvor nicht die Sonne warm geschienen —• niemand wollte es so recht mehr glauben, die Neuangekommenen erst recht nicht, wie warm die Sonnenstrahlen bereits brannten. Doch die braungebrannten Gesichter der „alten Gäste" sprechen eine beredte Sprache, sie erzählen von wirklich schönen Tagen. Aber — aber, auch die moderne Kosmetik ist weit vorgeschritten! So kann man denn beobachten, daß manche Schöne, die gerade ankam, am Tage braunverbrannt umhergeht, vielfach in Samtschuhchen mit unglaublich hohen Absätzen — für Regenwetter und Bergtouren übrigens sehr zu empfehlen — das heißt, sie trippelt Nur ängstlich umher, ist aber um ihre Gesundheit nicht sonderlich ängstlich besorgt, denn trotz empfindlicher Kühle trägt sie genau mach Modevorschrift eine dünne Batistbluse, spitz ausgeschnitten. Und der entblößte Hals, die Brust, zeigen dieselbe gesunde braune Farbe wie das Gesicht. . . .
Dann aber abends zum Diner geschieht das Wunder. Da läßt sich die Schöne in einem tiefausgeschnittenen, hoch- gerasstcn, hypermodernen Wunderwerk der Schneiderkunst anstaunen. Milchweiß ist ihr Gesicht, zartrosig überhaucht, wilchweiß der Nacken, der am Tage „braunverbrannte"! Der Schlitz des gerafften Kleides ist nicht mehr diskret, er ist recht indiskret. Aber wie so oft, dürfte auch hier weniger mehr
dadurch gelingen, daß die Hauptmannsuniform gegenüber den Soldaten und die Anwesenheit der bewaffneten Macht gegenüber den städtischen Behörden als schlagkräftiges Argument unmittelbar ins Feld geführt werden konnte. Bei dem Assessor und Bürgermeister Dr. Alexander aber konnten Monate und Jahre nicht dazu ausreichen, um zu der Entdeckung seiner Schwindeltaten zu führen; erst das rücksichtslose Vorgehen eines betrogenen Mädchens führte zu der Aufhellung des ganzen ungeheuerlichen Falles. Wenn Herr Thormann nicht so töricht gewesen wäre, in der eben erwähnten Angelegenheit sich gegen die notwendige Zahlung zu sperren und die Sache dadurch vor den Staatsanwalt kommen zu lassen, so könnte er wohl nach wie vor Bürgermeister sein, und vielleicht wäre er später einmal, da er ja anerkannt tüchtig war, irgendwo Oberbürgermeister geworden, und die „B. Z. am Mittag" war sogar boshaft genug, die Eventualität zu erwähnen, daß Herr Dr. Alexander, wenn er es bis zum Ob e r b ü r g e r m e ister gebracht hätte, hernach auch leicht hätte — Minister, vielleicht sogar Jnstizminister werden können!
Der Fall Alexander, der ja zweifellos auch im preußischen Abgeordnetenhause in irgend einer Form zur Besprechung kommen wird, hat aber zweifellos auch sein Gutes. Er lehrt uns, bescheiden zu sein, und er wird das B n r e a uk rat en g efü h l der G o tt- 8 h n l i ch k e i t ein wenig einzudämmen geeignet sein. Der falsche Bürgermeister hat, darüber sind also alle Zeugen einig, seine Sache ganz gut gemacht; nur im rein juristischen Fach soll cs ein wenig gehapert haben, als V e r w a I t u n g s m e n s ch und Organisator war der gewandte Verbrecher mit seiner Subalternbildung offenbar sehr tüchtig. Im Lande der strengsten Aussiebung, der tausendfältigen Examina ist es ganz heilsam, wenn einmal ein Mann auftritt, der ohne alle diese behördliche Überprüfung d och den Beweis liefert, daß er an einer verantwortungsvollen und schwierigen. Stelle Brauchbares und Nützliches leisten kann. Wenn der Fall Alexander bei uns in Deutschland und Preußen mit dazu beitragen würde, daß der Mann weniger nach seinen Papieren, sondern nach seinen Fähigkeiten und Leistungen ein- gcschätzt und im. öffentlichen Leben verwendet würde, dann hätte er immerhin Gutes gewirkt.
politische Übersicht.
Eine weitere Vereinfachung der Rechtschreibung ?
Bon der 88. rheinischen ProviiiziÄl-Lchrerversammlung, die ihre Tagung in Bingerbrück soeben beendet hat, ist u. a. ein Antrag angenommen worden, die Regierung um die Herbeiführung einer vereinfachten Rech tschreibun g gu bitten. Man darf annehmen, daß damit eine phone-
scin. '. . - Und dann wird getanzt, die allerneuesten Modetänze: Tango, Fischtanz, Maxixe, mit mehr oder minder Grazie. Kein Wunder, wenn der Tango verboten wurde, wenn er nicht hoffähig ist! Glücklicherweise wird er nicht überall so grotesk getanzt.
Und leise oder auch lauter rieselt draußen der Regen_
Die Tennisspieler — meist Engländer — sind außer sich. Rauchend sitzen sie in der Halle und den vielen Salons des großen Hoteis umher, paffen dicke Wolken ihres parfümierten Tabaks aus den kurzen Pfeifen in die Luft und machen damit den schweren Regenwolken draußen Konkurrenz. Sobald es nur ein wenig mit Regnen nachläßt, gehen sie hinaus, in voller Rüstung, den Schläger in der Hand und starren in die Tiefe nach den Tennisplätzen, die vor Nässe triefen. Flehende Blicke werfen sie gen Himmel. Wird kein gütiger Wind über die „aciurls" blasen, die Sonne nicht scheinen, die alle Pfützen so rasch aufsaugt? Es muß ja doch wieder schön werden! Sie alle — die Tennisspieler — brennen darauf, sich dem Lift anzuvertrauen, der sie herunterfährt zu den Tennisgrounds, die mit dem See in einem Niveau liegen. Sie müssen sich doch unbedingt fleißig trainieren zum Tennisturnier, das bald beginnt und alle sportlich gesinnten Gemüter in Atem hält. Aber statt der Sonne fegt ein neuer Regenschauer über den Platz_
Die Barometer werden ständig um ihr Urteil beftagt. Sie alle zeigen das Wetter auf 24 Stunden im voraus an. Der findige Portier schiebt die regulierende Nadel etwas zurück und läßt dadurch in den Gästen den Glauben erstehen, das Wetter rücke auf schön! — Aber so ganz funktioniert dieser nette Trick denn doch nicht. Es gibt zu viele selbstregistrierende Barometer im Hause und zu viele Gäste, die sie zu lesen verstehen. Da sah es schlimm aus. Die Nadel beschrieb eine Kurve, wie von zittriger Greisenhand gelenkt, und dieser zittrige blaue Strich, der sich nach der Tiefe senkte, zeigte eine betrübliche Neigung, sich in dieser tiefen Lage zu halten. Doch dann geschah es ganz plötzlich, daß der blaue Strich schnell auswärts stieg. Alle Herzen schlugen wieder freudiger — endlich eine Wendung zum Besseren. Ein heftiger Donnerschlag, der sich weithallend in den Bergen fortpflanzte, ließ eine
tische Rechtschreibung gemeint ist, die den Grundsatz folgerichtig durchführt: „Für jeden Laut nur ein Zeichen!" Allerdings hätte man deutlicher aussprechen können, was unter „vereinfacht" zu verstehen ist. Die für die deutschen, österreichischen und schweizerischen Schulen maßgebenden Beschlüsse von 1902 stellen bekanntlich einen über die Ergebnisse der ersten deutschen Rechtschreibungs-Konferenz noch hinausgehenden weiteren Schritt in der Richtung zur phonetischen Schrift dar. Seitdem sind zwölf Jahre vergangen, ohne daß von einer Fortsetzung etwas verlautet hätte. Den Lehrern kann man es allerdings nachfühlen, daß sie sich danach sehnen, die noch vorhandenen entbehrlichen Dehnungszeichen im Unterricht loszuwerden oder die Zeit, die sie für die Erklärung des Unterschieds von Haupt- und Tätigkeits- Wörtern schon auf der Unterstufe wegen der großen Anfangsbuchstaben aufwenden muffen, mit nützlicheren Dingen auszu» füllen. Nur noch der zurückgebliebenste Bruchteil der Skandinavier hält mit uns an dem Großschreiben der Hauptwörter fest. Wir freuen uns deshalb der von den Lehrern gegebenen Anregung. Indes scheint es uns nicht, daß die Regierung gegenwärtig einer solche» Reform sehr hold ist.
wir verleumdeten EMffer!
Die Liga zur Verteidigung Elsaß-Loth- r i n g e n s übersendet uns folgenden Artikel, dem wir Raum geben, da wir auch von der fraglichen Broschüre Notiz genommen haben:
„Die Ankündigung der Liga zur Verteidigung Elsaß- Lothringens hat allein schon genügt, um in jenen Kreisen, welche geflissentlich die Ansicht in Altdeutschland nähren, die in Elsaß-Lothringen vereinzelt laut werdenden nationalistischen Äußerungen seien der Ausdruck der Stimmung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, eine Agitation gegen die Liga mit der Tendenz einzuleiten, die Liga selbst als einseitige Verteidigerin nationalistischer Tendenzen erscheinen zu lassen. Dieser Versuch wird neuerdings in einer Broschüre gemacht, die den Titel führt „Wir verleumdeten Elsässer, der Liga zur Verteidigung Elsaß-Lothringens in aller Ehrlichkeit gewidmet von Emile Jacques Daniel Kleber. Mit 11 Abbildungen von Heinrich Zislin." (Verlag von I. F. Lehmann, München.) Schon der Titel der Broschüre, „Wir verleumdeten Elsässer", zeigt die-Absicht des anonymen Verfassers, den Kampf der Elsaß-Lothringer gegen die Verleumdungen und Verdrehungen von Stimmung und Charakter der Elsaß-Lothringer als ungerechtfertigt und als eine Verteidigung nationalistischer Tendenzen erscheinen zu lassen, indem er andeutet: die angebliche Verleumdung der Elsaß-Lothringer sei die Wahrheit. Diesem Zweck dienen die 11 aus Werken des Karikaturisten Zislin gezogenen Abbildungen, und die taktische Absicht der Broschüre, den Altdeutschen Elsaß-Lothringen als durchaus nationalistisch und deutschfeindlich hinzustellen, wird in einer durchtrieben zu nennenden Weise durchgeführt. Der Verfasser hat mit großem Fleiß alles zusammengetragen, was in den letzten Jahren von den Nationalisten in Elsaß-Lothringen und den Chauvinisten in Frankreich geredet, geschrieben und gezeichnet worden ist. Er läßt die Reihe der Nationalisten diesseits der Vogesen und jenseits derselben fast vollzählig ausmarschieren, um dann zu sagen: Seht, das ist die wahre
große Anzahl der Gäste um 2 Uhr nachts erschrocken aus dem besten Schlummer auffahren — ein Gewitter bildete, gleich einem Schlußpunkt, das Ende einer langen Reihe Regentage. Am nächsten Morgen war die Luft köstlich prickelnd, wie Champagner, es roch nach frischgefallenem Schnee. Die Deut du Midi leuchtete in strahlendem Weiß und auch die übrigen Berge batten eine Verstärkung ihrer Schneedecken erhalten. Selbst die steile Felswand hinter dem Hotel — bon zahmen Kastanien bepflanzt, die bisher noch keine Spur Leben verrieten — war an ihrem Gipfel über Nacht ergraut, als hÄbe ein schwerer Kummer sie heimgesucht und ihr Haupthaar gebleicht. ...
Warme Sonnenstrahlen wußten diesen Kummer und diese Alterserscheinung wenige Stunden später schnell zu verscheuchen. Sonnenstrahlen von so intensiver Kraft, daß der Teerbelag in den höher gelegenen Straßen schmolz und man weich wcmderte, wie im Märchen, wo die Straßen aus süßem Brei bestehen. Alles Trübe schwand: der alte ausgespannte Regenschirm über einer mit Ansichtskarten bedeckten Säule, die Regenmäntel, die dunklen Hüllen, die Wolken und die grauen Nebelschleier. Blau leuchtete der Himmel, und blau leuchtete der See. Auf den Tennisplätzen flogen die Bälle, flogen die Spieler umher. Die Herren, meist blütenweiß bekleidet, die Damen mit ihren bunten Sweatern dem Ganzen eine sröhsiche Note verleihend. Da sieht man Schwefelgelb neben kräftigem Kornblumenblau, Erdbeerrot neben Lila, Grasgrün neben Orange. Farbenkoniraste, die früher Zahn, weh hervorriefen bei dem blaßen Gedanken daran, die aber heute gern gesehen werden und auch wirklich hübsch wirken.
Von Vevey nach Territet zieht sich fast ohne Unterbrechung eine lange Reihe von Hotels, Pensionen, Villen am See entlang. Leider ist der Kai nicht ganz durchgeführt, sein plötzliches Aufhören zwingt die Spaziergänger in die Stadt zurück, die um die Mittagszeit dann raten dürfen, was in diesem und jenem Hotel gerade gekocht wird! Damit mischt sich das Parfüm der vielen eleganten Fremden, und es entsteht ein Gewirr, ein Chaos von Gerüchen. Man bedenke: irgend ein feines Modeparfüm und dazu prosaischer Zwiebelgeruchs
