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Sette 4.

Abend-AuLgabe, 1. Blatt._ j£?fcöl>aS£*UT TagblaN«

Feindesland gestanden haben. Sie müssen bedürftig sein und

am Jubiläumstag, dem 18. Juni v. I., mindestens ein Jahr mng hier in Wiesbaden ihren Wohnsitz gehabt haben. Mel- ^ngbn wegen Berücksichtigung sind bis spätestens den su. elpril l. I. bei der städtischen Kommission für Veteranen- berhilse auf den: Rathaus, Zimmer 21, vormittags von 9 bis -1 --irl un * er Vorlegung der Militärpapiere mündlich oder christlich vorzubringen. Später eingehende Meldungen bleiben unoerücksichtigt. ,

— «chulnachrichten. In der Provinz Hessen-Nassau leiste­ten rm abgelaufenep. Jahre 57 Lehrer ihre Militärpflicht ab. Davon dienten 34 als Einjährig-Freiwillige; das sind 59,65 Prozent geg-n 48,65 Prozent in 1912.

— Fortbildungsschule. Alle Arbeitgeber werden nochmals daraus aufmerksam gemacht, daß vom 20. April ab alle zu Ltstern in ein Arbeitsverhältnis eingetretenen ungelernten Arbeiter fortbildungsschulpflichtig sind. Der Fortbildungs- ichulpslrcht unlerliegen also in Zukunft bis zum 18. Jahre Hausburschen, Ausläufer, Kommissionäre, Liftjungen, ^Lliungsjungen,^ Austräger, Fabrikarbeiter, Arbeitsburschen.

schulpflichtigen sind umgehend im Gewerbeschulgebäude, Wellritzstraße 38, Zimmer 10, anzumelden. Zur Einschulung haben sie sich Dienstag, den 21. April, vormittags 8 Uhr, ein- zusinden.

Israelitische Kultusgcmeinde. An Stelle des Herrn Simon Hetz, der mit dem heutigen Tage auf seinen Wunsch vom umt eines Vorstehers der israelitischen Kultusgemeinde, Las er 43 Jahre hindurch, und zwar 81 Jahre als erster Vor­steher bekleidete, entbunden wird, ist Rechtsanwalt Justizrat

Jv " bsoh n von hiesiger Königl. Regierung als erster Vorsteher verpflichtet werden. Mit dem morgigen Festgottcs- dienst m der Synagoge auf dem Michelsberg wird eine Ab­schied s f e i e r zu Ehren des Herrn Simon Hetz verbunden werden.

— Wiesbaden auf der Kölner Werkbundausstellung. An

der „Deutschen Werkbundausstellung" in Köln a. Rh. ist auch Wiesbaden stark beteiligt. Der hiesige Architekt Kurt Hoppe wird dort einen großen Pavillon mit vornehmer Innenaus­stattung erbauen, den er mit einem etwa 3000 Quadratmeter großen, reich durchgegliederten und mit lauschigen Hecken und Lauoengan^eu, Plastiken und Brunnen ausgestatteten grotz- zugigen Gartenanlage umgeben hat. Es werden daran hiesige Künstler und Bildhauer, Maler, Kunstgewerbler, Geschäfts­leute. und Handwerker Mitwirken.

— Das Projekt der Hafenbahn nach Schierstein wird den Magistrat, wie wir hören, in der nächsten Zeit beschäftigen. D:e Pläne sind bereits fertiggestellt und werden demnächst vorgelegt.^ Der Weiterbau dieser Bahnverbindung scheitert, darüber scheint man sich in den beteiligten Kreisen klar zu sein, vorläufig, nicht an dem Widerspruch direkt der Gemein- oen, bei denen sicherlich kein Zweifel darüber herrscht, daß eme solche abgekürzte Verbindung mit Wiesbaden ihnen, ihren Geschäftsleuten, besonders ihren Wirten, ganz erhebliche Vor- teile bringen wird, sondern an der Opposition der beteiligten Vlllenöesitzer. Diese sind die Hauptsteuerzahler in den Ge­meinden und geben daher dort den Ton an. Für das Zu- standerp'mmen des Projekts sind auch noch die Verhandlungen Mit d2r Wafferbauverwaltung und der Ersenbahnverwaltung ausschlaggebend.

— Es ist nichts so fein gesponnen . . . Der 23 Jahre alte Packer Philipp Werner, der in Frankfurt in einem Darnen- konfektionsgeschäft in Stellung war, hatte von seinem Arbeit­geber den Auftrag, 322 M. einzukassieren. Er kam am Abend jedoch zu seinem Chef und erklärte, er hätte das Geld ver­loren. Nach längerem, hartnäckigem Leugnen gestand er jedoch ein, das Geld unterschlagen zu haben, um es für sich zu verwenden. Es stellte sich heraus, daß Werner die Summe in einer Zigarrenkiste verwahrt und diese auf dem Hauptbahnhof in Wiesbaden als Handgepäck hinterlegt hatte. Durch einen hiesigen Kriminalbeamten wurde dort auch der Schatz in der Zigarrenkiste gefunden und der geschädigten Firma wieder zu­gestellt.

— öffentliches Ärgernis erregte heute morgen kurz vor 8^ Uhr in der Wilhelmstraße ein besser gekleideter junger Mensch, der, nach seinem Zustand zu urteilen, die Nacht ge­schwärmt halte und in unflätigster Weise ihm begegnende weibliche Personen anrempelte und belästigte. So trieb er es auch an. der Theaterkolonnade und durch die Burgstratze, immer hinter jungen Mädchen her, trotzdem er von allen Seiten zurechtgewiesen wurde und mehrere Personen nach einem Schutzmann riefen. Leider war ein solcher nicht zu finden. Es^ ist geradezu bedauerlich, daß auf der Wilhelm- Uratze ein solcher Mensch schamlos sich Herumtreiben kann, ohne alsbald beseitigt zu werden.

— Der Batcrmord in Eisenbach. Die Anklage wider den jungen Landwirt Seck von Eisenbach, welchem bekanntlich Schuld gegeben wird, seinen leiblichen Vater ermordet resp. getötet zu haben, wird nunmehr bestimmt bei Gelegenheit der am nächsten^ Montag beginnenden zweiten diesjährigen Tagung des Schwurgerichts nicht mehr zur Verhandlung ge­langen. Es steht noch ein ärztliches Obergutachten von Marburg aus, bet dem eS sich um die Feststellung der direkten Veranlassung zum Tod des alten Seck handelt, ohne welches nicht einmal die Voruntersuchung schon zum Abschluß gebracht iverden kann. Die bevorstehende Tagung des Schwurgerichts wird demgemäß bestimmt nur zwei Sitzungstage mit ebenso- vielen Verhandlungsfällen umfassen.

— Radlerunfall. Gestern abend gegen 7 Uhr fuhr ein Radfahrer mit voller Geschwindigkeit die obere Walramstraße hinunter. Dabei hatte er an seinem Rad weder Bremse noch Schelle. Mit großer Wucht rannte er gegen ein Kind, das auf oer Straße spielte. Letzteres kam unter das Rad und der Radfahrer stürzte von demselben ab. Passanten brachten das Krnd m seine elterliche Wohnung; der Radfahrer kam mit einigen leichten Verletzungen und verbogenem Stahlroß davon. 0

— @»Lf<ftoew Unfall ereignete sich heute vormittag gegen 11 Uhr auf dem Bismarckring. Dort geriet das 6 Jahre alte Töchterchen Anni des Kaufmanns Gabriel Becker unter ein Fuhrwerk, wobei es leider durch einen Hufschlag so ;chwer am Kopf verletzt wurde, daß es bald nach seiner durch die «anitütswache besorgten Überführung in die elterliche Wohnung starb.

— Erheblich verletzt hat sich ein junger Mann von aus­wärts, der gestern abend im Hauptbahnhof aus einem in voller Fahrt befindlichen Zug sprang und dabei zu Boden stürzte. Der tollkühne Mensch, dessen Name und Wohnung amtlich festgestellt wurden, dürfte obendrein einer Bestrufung gewärtig sein.

— Diebstahl. Ein etwa 80 Jahre alter Mann erschwin­delte im Villenviertel einen Stoßkarren im Wert von etwa 40 M. Der Schwindler entlieh sich den Karren« um angeb­

lich im St. JosephL-Hospital etwas abzuholen. Der Karren hat hohe Räder, ist gelb gestrichen und trägt an der linken Seite die Aufschrift „Villa Humboldt".

— Kleine Notizen. Das Bureau der Arbeitsausschüsse der Roten-Kreus-Sammlung 1914 sowie des Kinüer- hilfstages befindet sich von jetzt ab im Hause Schiller- Platz 1 (in den früheren Räumen des vegetarischen Restau­rants). — Das Haus Gartenstraße 9. Herrn Dr. Ermert gehörend, ging durch Kauf in den Besitz vog Frau Mora Vr >8 6s , das Haus Pautinenstraße 5. den E ben Bü s ing gehörend, in den Besitz des Herrn Eric B. Krause in Berlin über., (Beide Abschlüsse durch die Firma I. Ehr. Glücklich) — Die bei der verunglückten Autofahrt de? Leut­nants a D. Holtz von hier beteiligte Dame war Frau Dr. Robtnsohn von hier. Sie erlitt erhebliche Verletzungen.

MU8 dsm Tcrnökrs-is MiesdKden.

Allgemeiner Lrhrervcrcin für den Regierungsbezirk Wiesbaden.

-cd. Biebrich, 16. April. Anläßlich der Hauptversamm­lung des Allgemeinen L e h r e r v e r e i n s im Regie­rungsbezirk Wiesbaden zu Biebrich a. Rh. hat der „Lehrer­verein Biebrich" eine F e st s ch r i f t herausgegeben, die ein Bändchen von über 100 Seiten füllt, sehr gut ausgestattet ist und vielerlei enthält, was Pädagogen und andere Leute recht interessieren kann. Eingeleitet wird die Schrift mit einem illustrierten „Führer durch Biebrich"; Heinrich Nieder (Biebrich) gibt eine Charakteristik eines psychopathisch min­derwertigen Schmers im Sinne der pädagogischen Pathologie; Dr. Weiß (Wiesbaden) liefert mit dem Artikel „Fortschritte der Lebensversicherung" einen beachtenswerten Beitrag zur Bürgerkunde; eine Reihe von zum Teil illustrierten Artikeln beschäftigen sich mit der Biebricher Industrie; ferner enthält das Buch zwei kulturgeschichtlich interessante naffauische Spott­bilder (eine allegorische Darstellung des Streichs der „Nebel­jungen" (1841) und die erste Probefahrt auf der Taunuseisen­bahn), und eine Darstellung des Rheinübergangs durch Georg II. am 21. August 1743; an Eichendorffs „In einem kühlen Grunde" werden die Wirkungen eines Kunstlieds auf den Volksgesang anschaulich gemacht. Die Schriftleitung der Festschrift lag in den Händen des Lehrers Otto S t ü ck r a t h, der sich seiner Aufgabe in geschickter und das übliche Fest­schriftschema glücklich vermeidender Weise erledigt hat.

— Biebrich, 16. April. Nachzutragen bleibt noch, daß die an den Vortrag des Herrn Lehrers H e l w i g (Wiesbaden) anschließende Diskussion sich in einzelnen Teilen recht lebhaft gestaltete. Es beteiligten sich daran besonders die Herren Maas (Wiesbaden), Broglie (Wiesbaden), Müller (Frankfurt), Schmidt (Frankfurt) und Klees (Frankfurt). Die von dem Redner aufgestellten Thesen wurden endlich, mit einem kleinen Zusatz versehen, angenommen. Der Vorsitzende dankte nochmals den erschienenen Gästen, insbesondere Herrn Regierungs- und Schulrat Dr. Grau, der den Verhandlungen von Anfang bis Ende beiwohnte, und schloß die Hauptver­sammlung. Darauf fand im „Hotel Bellevue" ein Fest­essen statt, an das sich noch die Besichtigung eines indu­striellen Werkes, der Zementwerke Dyckerhoff u. Söhne, G. m. b. H., anschloß. Damit hatte der offizielle Teil der Veranstaltungen sein Ende erreicht und der harmoni­sche Verlauf bei prächtigem Frühlingswetter wird das Ge­denken an die Biebricher Tagung in den Herzen aller Teil­nehmer noch lange lebendig erhalten. Für diejenigen Gäste, die noch einen weiteren Tag unserer Rheinstadt schenkten, war für Donnerstag noch eine Besichtigung der Sektkellerei Henkell u. Co. und der Chemischen Fabrik Kalle u. Co. vor­gesehen.

Provinz Hsssen- Nassau.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

Selbstmord eines Frankfurter Millionärs, w. Frankfurt a. M.. 17. April. Hier hat sich gestern abend in seinem Hause der mebrfache Millionär Sally Jakob Kuhn, der mit einer Schauspielerin vom Frankfurter Schauspielhaus verlobt war, aus unbekannten Gründen erhängt. Kuhn galt als Sonderling.

Beendeter Streik.

— Frankfurt a. M., 17. April. Der in der Friedrichs- dorfer Nudelfabrik Theodor Haller in Friedrichsdorf i. T. am 80. März d. I. ausgebrochene Streik und Boykott ist nach mehrtägigen Verhandlungen unter Mitwirkung des Deutschen Jndustrieberbands, Zweigstelle Frankfurt a. M., beigelegt. Die Arbeitsbedingungen wurden für die Zeit bis 1. Oktober 1917 vereinbart.

m. Geisenheim, 16. April. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem.Weg von hier nach Marienthal. Das vor einem Wagen, in dem sich zwei Frauen und mehrere Kinder befanden, gespannte Pferd wurde scheu und schien durchgehen zu wollen. Die eine Frau, eine Frau M o l z - ü e r g e r aus Ostrich, sprang vor Schrecken vom Wagen und stürzte dabei so unglücklich, daß sie bewußtlos liegen blieb. Sie kam ins Krankenhaus, wo festgestellt wurde, daß sie eine starke Gehirnerschütterung davongetragen hat.^

o. Oberlahnstein, 16. April. Heute früh verunglückte an dem Bahnübergang bei der Südallee Hierselbst der Unter- assistent I e n d l e. Es wurde ihm der rechte Arm vom Körper geradezu abgerissen. Nach kurzer Zeit gab der Verunglückte fernen Geist auf. Lendle ist verheiratet, Vater mehrerer Kinder und aus Wehe n, wohin auch die Leiche zur Beerdi-, gung befördert werden wird.

— Scheuern bei Nassau, 16. April. Am 14. d. M., nach­mittags, beehrte Regierungspräsident Dr. v. M e i st e r aus

Wiesbaden in Begleitung von Geh. Regierungsrat, Landrat Duderstadt (Diez) die hiesige Erziehungs- und Pflege- anstalt mit seinem Besuch. Unter Führung des Direktors Todt und des Anstaltsarztes Dr. Anthes wurde eingehend die Anstalt besichtigt, insbesondere die neuen Gebäude, das Pensionat, das zentrale Wirtschaftsgebäude und das Okonomre- gebaude. Beim Weggang war der Besuch außerordentlich be­friedigt über das Gesehene. Der Schülerchor der Anstalt bot ihm vor seinem Scheiden einige Liedervorträge, die sichtlich überraschten und erfreuten.

Nachbarstaaten u. -Provinzen.

^Koblenz. 16. April. Die Stadtverordneten beschlossen, eine Anleihe von 8100 000 M. aufzunehmen, und zwar als Dbltaations- und Schuldscheinanlerhe. Die Anleihe soll hauptsächlich verwendet werden für Wilitarbauten, Neubau von Straßen, für Entwässerungsanlagen.^ .Haien- und Werftan- lagen. für den Neubau einer Markt-Viehhalle. für die Ausge­staltung der Rheinwerft und den Neubau desj, Rheinmuseums.

Es verlautet, daß der Kultusminister letzt die Genehmigung zur Verlegung des Lyzeums der Dominikaner in Urenberg gegeben hat. Das Lyzeum soll nach Euskirchen ver­legt werden. Seit Jahren hatte sich die Stadt Mayen darum bemüht, es dorthin zu bekommen.

Freitag. 17. April 1914. Nr. 17k».

Gsrichtssaal.

= Gendarmen als Helfer von Buchmachern. Berlin, 16. April. Ein großer Buchmacherprozeß gegen Geudarmerie- beamte hat heute vor dem Kriegsgericht der 2. Gardedivision begonnen. Die Gendarmeriewachtmeister Haneberg, Suckland und Erxleben wurden aus dem Unter­suchungsgefängnis in Frankfurt a. d. O. vorgeführt. Die Be­amten waren verdächtigt, von Buchmachern auf dem Renn­platz in Karlshorst-Hoppegarten Geld und andere Geschenke genommen und dafür das Treiben der Buchmacher geduldet zu haben. Die heutige Verhandlung richtet sich gegen die ein­gangs erwähnten drei Wachtmeister, die der passiven Be­stechung beschuldigt werden. In dem Prozeß, der mehrere Tage in Anspruch nehmen wird, sind 82 Zeugen geladen.

§psrt unb Luftfahrt.

sr. Hockey. Die englische Hockeymannschäft von Oxford- Cambridge beendigte am Donnerstag in Hamburg ihre Tournee. Der Uhlenhorster Hockeyklub errang nach überlege­nem Spiel mit 4:1 (2:0) einen leichten Sieg über die eng­lische Elf, die nichts Bedeutendes zeigte.

* Das Motorboot-Meeting von Monaco. Das Rennen über 50 Kilometer um den Preis von Monte-Carlo gestaltete sich zu einem interessanten Kampf zwischen dem deutschen Racer „Boncourt" und dem französischen Despujolsboot „Stigma 6". Das deutsche Boot legte über die ersten 20 Kilo­meter ein vorzügliches Tempo vor. Das bedeutend stärkere französische Boot ging dann aber an die Spitze und hielt auch verschiedene Vorstöße von „Boncourt" sicher, konnte jedoch nur einen Vorsprung von 39 Sekunden über die 50 Kilometer her­ausholen. Die nächsten Plätze belegten: „El Barbara",

„Vapapa", „Panhard-Tellier", „Rodia 2".

Das Klassement des Stcrnflugs nach Monaco.

X Paris, 17. April. (Eig. Drahtbericht) Das Klasse­ment des Sternflugs nach Monaco ist offiziell festgesetzt worden: Garros erhält außer 40 000 Franken Barpreisen die Ehrenpreise des Präsidenten der Republik, der Großher­zogin von Mecklenburg-Schwerin, des französischen Marine­ministers und des Aeroklubs von Belgien. R e n a u x erhält 10000 Franken und Brindcjonc 6000 Franken. Die übrigen Barsummen werden wie folgt verteilt: Verriers und M a l l a r d erhalten je 4000 Kranken. Die Konkurrenten, die mehr als 1000 Kilometer durchflogen haben, nämlich Helmut Hirth, Brindejonc und M o i n a u x empfan­gen jeder 8000 Franken. Schließlich werden noch denjenigen Fliegern, die mehr als 500 Kilometer zurückgelegt haben, je 1500 Franken zugeteilt, nämlich: dem Aviatikpiloten Ernst Stöffler und Molla.

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RcitererS Flug Berlin-Wien. Prag, 17. April. Auf der Fahrt von Johannisthal nach Wien geriet der Pilot Nette­rer mit seinem Begleiter, dem Hauptmann N e u m a n n, in einen heftigen Schneestur m. Gegen %6 Uhr abends lan­deten die Piloten auf der Kuchelberger Rennbahn bei Prag. Reiterer will heute ftüh 5 Uhr seinen Flug nach Wien fort­setzen.

Absturz eines Looping-the-Loop-Fliegers. London, 16. April. Einen unglücklichen Ausgang nahm ein Looping- the-Loop-Flug, den der bekannt? englische Aviatiker Louis R o e l heute nachmittag mit einem Passagier auf dem Flug­platz Hendon unternahm. Der Apparat stürzte bei einer Spirale ab. Noel erlitt so schwere Verletzungen, daß er kaum mit dem Leben davonkdmmen dürfte. Sein Passagier, der in englischen Sportkreisen sehr bekannte polnische Aristokrat Fürst S a p i ch a, wurde schwer am Kopf verletzt, doch scheinen seine Verletzungen nicht tödlich zu sein.

NeuEZ aus aller Welt-

Gilt bekannter Kapitän gestorben. Hamburg, 16. April. Ein vielen älteren überseereisenden wohlbekannter Mann ist hier in der Person des Kapitäns Heinrich Barends nach langem Leiden im 67. Lebensjahre gestorben. Barends, der neuerdings den Titel „Kommodore" erhalten hatte, stand seit 1870 in Diensten der Hamburg-Amerika-Linie und war in den 90er Jahren Führer der damaligen Schnelldampfer der Linie, der „Normannia". des „Fürst Bismarck" und der „Deutschland". Der vielerprobte Schiffsführec lebte seit etwa 10 Jahren im Ruhestand., ,

Zwei Generalstabsofftztere als Lebensretter. Berlin, 16. April. Ein aufregender Vorgang hat sich gestern nach­mittag am Grunewaldseee abgespielt. Ein junges Mädchen namens Else Fechner aus Großlichterfelde stürzte sich aus unglücklicher Liebe m sölb-stmörderischer Absicht in die Fluten des Grunewaldfees. Zwei Offiziere vom Großen General­stab, die gerade vorubergeritten kamen, sprangen von den Pferden, stürzten sich tns Wasser und schwammen der Lebens­müden nach. Sie konnten sie noch erfassen, ehe sie unterging, und brachtön sie ans Land. Das Mädchen wurde ins Grotz- Lichterfelder Kreidkrankenhaus gebracht

Traurige Folgen von Urlanbsüberschreitnng. Köln, 16. April. Ein Musketier aus Köln, der seinen Urlaub über­schritten hatte, war desertiert und trieb sich planlos auf der Mülheimer Herde umher. Heute morgen wurde seine Leiche an einem Tuche erhängt aufgefunden.

Ein ungetreuer Feldwebel. Schweidnitz, 17. April. Großes Aufsehen erregt die auf Veranlassung der Militärbe­hörde erfolgte Verhaftung des Feldwebels Habig vom 10. Grenadier-Regiment. Habig soll Gelder, die er zur Be­gleichung von Rechnungen aus der Kompagniekasse erhielt, für sich verwendet haben.

Eine verhängnisvolle Wettfahrt. Stettin, 17. April. In dem Dorfe Sommin unternahmen die Pächter Kurkowsky und Ciecsinsry auf dem Rückweg von der Kirche eine Wettfahrt. Das Fuhrwerk des ersteren stieß gegen einen Baum. Der Be­sitzer sowie die Arbeiterfrau Wietczak wurden, wie der „Berl. Lok.-Anz." meldet, getötet.

Ein heftiger Orkan. Paris, 16. April. Der Gouver­neur von Madagaskar teilt dem Kolontalmtnisterium mit. daß ein heftiger, örtlich begrenzter Orkan auf der Insel Mayotto (Comoren) am li. Avril schweren Dtaterialschaden an Ge­bäuden, Straßen uyd Dämmen verursacht hat. Einige Einge­borene sejen ertrunken.

Ein Schoner mit der Besatzung nntcrgegangcn. New N o r k, 16 Avril. Der Schoner „Buckley" ist bei Lang Brauch rm Staate Illinois gestrandet. Der Kapitän, seine Frau und die ganze Mannschaft ertranken, nur ein Mann konnte sich retten.

Der Grubenbrand in Gill». Brüssel. 16. April. Bei dem Brande trt der Grube von Gilly sind zwei Arbeiter ver­brannt. Das Feuer ist seit heute mittag gelöscht.

Die Baumwollbrande in Bombay. Bombay. 16. April. In den letzten 24 Stunden haben sich vier Baumtvollbrände ereignet. Der Schaden ist unerheblich.

Selbstmord eines dänischen Abgeordneten. Kopen­hagen. 17- Avril. Der liberale Abgeordnete Laust Jensen wurde gestern ,m Zimmer eines Hotels am Türpfosten erhängt aufgefunden über die Motive, die ihn zu der Dar veranlaßt haben, ist man rm Unklaren.