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Nr. L7S. Freitag, 17. April 1914.

Die Frage des Saluts.

R. Washington, 16. April. Von maßgebender mexikani­scher Seite wird erklärt, daß betreffs des mexikanischen Saluts für die amerikanische Flagge nur noch ein Punkt zu regeln fei, nämlich dieZahlder Salutschüsse. Man glaubt, daß man sich darüber einigen wird. Im Staats­departement und im Kriegs- und Marinedepartement betrach­ten die Beamten die Krise als erledigt.

Keine Anerkennung Huertas.

Washington, 16. April. Wie es heißt, bedeutet die Er­füllung der von Huerta gestellten Bedingungen durch die Ver­einigten Staaten nicht die Anerkennung der Regie­rung Huertas. Es wird erklärt, die amerikanische Re­gierung wolle ihre Flottenmacht in den mexikanischen Ge­wässern selbst dann verstärken, wenn der geforderte Flaggen­salut abgefeuert werde. In diesem Fall wird nur ein Teil der jetzt südwärts dampfenden Schiffe zurückgerufen.

Die Übergriffe General Billas gegen europäische Firmen.

Frankfurt a. M., 16. April. DieFranks. Ztg." meldet aus Mexiko: Die Nachricht, daß der Rebellenführer Villa in Torreon die Filialen der Deutsch-Südamerikani­schen Bank und der London-Mexiko-Laguna-Bank beschlag­nahmt habe, wird jetzt bestätigt. Auch ist es richtig, daß er von Baumwollvorräten im Wert von 23 Millionen Mark Besitz ergriffen und sie nach den Vereinigten Staaten ver­kauft hat, obwohl der größte Teil davon Ausländern gehört.

Die Lage der BundeSiruPpcn bei San Pedro.

Chihuahua, 16. April. General Villa berichtet, die von San Pedro zurückgehenden Bunde Struppen würden jetzt zwischen zwei Rebellengruppen zerrieben. Er eile dem Kampfplatz zu in der Hoffnung, ihnen einen vernichten­den Schlag beizubringen.

OsMcheZ Reich.

* Hof- und Personal - Nachrichten. Zum Bürgermeister von Eupen wurde der bisherige Amtsrichter in Eupen, Reichs- graf Dr. Wolfs-Metternich, gewählt. Graf Metter­nich nahm die Wahl an.

* Aus Korfu meldet das Herold-Depeschen-Bureau unter dem !7. April: Die Frage der Nachfolgeschaft des Grafen Wedel ist bisher nicht entschieden worden. Daß Kaiser und Kanzler über diese wichtige Angelegenheit gesprochen haben, ist selbstverständlich. Kaiser und Kanzler verkehrten in alter Herzlichkeit miteinander. Der Besuch der griechischen Minister Bcnizelos und Dr. Streit ist als reiner Höflichkeits­besuch anzusehen. Irgendwelche Entscheidungen von größerer Tragweite auf dem Gebiete der auswärtigen Politik sind nicht zu erwarten.

* Veränderungen in der elsaß-lothringischen Verwaltung.

Der bisherige Direktor der Verkehrssteuern für Elsaß-Loth­ringen, Kassel, ist zum Präsidenten der Zollverwaltung für Elsaß-Lothringen an Stelle des in den Ruhestand treten­den Wirkt. Geh. Oberregierungsrats Leydhecker ernannt worden. An die Stelle Kassels tritt Oberregierungsrat N e u- nr a n rt, der bisher an der Direktion der Zölle und indirekten Steuern stand.

* Keine Zabernadrcsse an den Kaiser. Die Nachricht, daß dem Kaiser bei seinem bevorstehenden Besuch in Straßburg von Mitgliedern der Ersten Kammer des elsaß-lothringischen Landtags eine Adresse in Sachen der Zaberner Vorgänge überreicht werden soll, wird dementiert.

Eine deutsch-offiziöse Abfertigung desTemps". Die Köln. Ztg." schreibt aus Berlin: Die Reise des Prinzen

Heinrich und seiner Gemahlin nach Südamerika war von vornherein als eine Erholungsreise gedacht. Daß eine Persönlichkeit, wie der Bruder des deutschen Kaisers, wenn er fremde Länder besucht, nicht so unbeachtet bleibt wie ein Privatmann,, liegt auf der Hand. Alle Versuche, wie sie z. B. der PariserT e m p s" unternimmt, den Prinzen als den auf Eroberung ausgehendenBotschafter der wirtschaftlichen Ausdehnung Deutschlands" und seine Reise als etwas anderes denn eine Erholungsfahrt hinzustellen, erledigen sich von selbst. Die deutschen wirtschaftlichen Beziehungen zu den südameri- kanischen Republiken sind so alt und fest begründet, daß es sachlich nicht mehr nötig ist, einenBotschafter der wirtschaft­lichen Ausdehnung Deutschlands" hinüber zu schicken, etwa wie französische Politiker und Schriftsteller im Dienst der französischen Beziehungen zu jenen Ländern hinübergegangen sind. Wenn derTemps" glaubt, damit, daß. er in diesem Zusammenhang von einerdeutschen Gefahr" für jene Länder spricht, irgend etwas im Sinne einer Änderung der deutschen Beziehungen zu ihnen zu erzieten, so ist das ein Irrtum. Ar, das Gespenst von derdeutschen Gefahr" glaubt in Süd­amerika niemand mehr. Damit kann die französische Presse keinen Erfolg mehr erzielen. Man kann über die Äußerungen desTemps" ruhig zur Tagesordnung übergehen, zumal an­gesichts des glänzenden Empfangs, den der Prinz trotz des privaten Charakters seiner Reise drüben gefunden hat und über den man sich überall in Deutschland herzlich freut. Den Cüdnmerikanern wie unfern Landsleuten drüben ist die Dank­barkeit Deutschlands sicher für die Freundlichkeiten, die sie dem Prinzen bewiesen haben.

* Zur Frage der Besteuerung der Zündholzersatzmittel. Der Verein Deutscher Zündholzfabrikanten (Sitz Kassel) be­ruft auf Dienstag, den 21. April, eine eilige Versammlung nach Berlin ein, um zu den erneuten dringenden Anträgen an die Regierung und den Reichstag betreffs Besteuerung der Zündholzersatzmittel Stellung zu nehmen und über einen Antrag auf Einführung des Zündholzmonopols Beschluß zu fassen, falls die Besteuerung der Ersatzmittel nicht in aller­nächster Zeit zum Gesetz erhoben wird.

* Die beanstandete Kaiscrbüste. Der Kaiser hat dem Bildhauer Max Dezner (nicht Revner, wie im gestrigen Abendblatt irrtümlich gemeldet wurde), einem gebürtigen Stuttgarter, der seit einiger Zeit in Paris lebt, zu der Pcrtraitbüste Modell gesessen und sich nach Vollendung der Arbeit sehr anerkennend über das Werk geäußert. Eine Replik der Kaiserbüste soll auf der diesjährigen Großen Berliner Kunstausstellung zu sehen sein, die An­fang Mm eröffnet wird. Auch hatte der Künstler (wie be­richtet) beabsichtigt, die Büste in einer großen Pariser Kunstausstellung ausstellen zu lassen, was jedoch an der Seine zu Besorgnissen Anlaß gab. Die Angelegenheit hat nunmehr ihre Erledigung gefunden, indem der Künstler davon Abstand genommen hat, die Büste auszustellen. Ein intimer Freund Dezners machte dem Korrespondenten der>Telegraphen- llnion" hierüber folgende Mitteilungen: Herr Dezner hat die Büste aus dem Salon zurückgezogen, ohne daß der geringste Druck auf ihn ausgeübt worden ist. Lediglich um weitere

__ Wiesbadene r Ta gblatt. _

j unliebsame Diskussionen zu vermeiden, hat sich Herr Dezner ! zu seinem Entschluß veranlaßt gesehen. Der Künstler, der im übrigen die Erlaubnis des Kaisers zur Aufstellung der Büste erhalten hat, glaubte auf Grund der Tatsache, daß er seit den 16 Jahren, die er bereits in Frankreich lebt, niemals irgendwelche Manifestationen erlebt oder gar veranlaßt hat, eine Aufstellung der Büste vornehmen zu dürfen. Als Elast Frankreichs wollte jedoch Herr Dezner unter keinen Umstün­den zu ferneren Diskussionen Anlaß geben. Die heutige Pariser Morgenpresse beschäftigt sich lebhaft mit der Ange­legenheit. Die Blätter sind des Lobes voll über die vornehme Haltung des deutschen Künstlers. DerPetit Parisien" zollt der großen Liebenswürdigkeit und dem Taktgefühl Dezners Anerkennung und nimmt die Handlungswssise DeznerS äußerst beifällig auf.

* Zentrum und Bayerischer Bauernbund. Wie aus München berichtet wird, hat der Bayerische Bauernbund in seiner letzten Tagung abermals ein Zusammengehen mit der Zentrumspartei in aller Entschiedenheit abgelehnt.

* Die Frage der Bergwerksgercchtsame in Marokko. Die Nordd. Allg. Ztg." meldet: Am 15. b. M. hat in Paris das Bureau der Schiedskommission zur Schlichtung der bergrecht­lichen Streitigkeiten in Marokko seine Tätigkeit ausgenommen. Entsprechend dem Artikel 3 des Schiedsreglements müssen die in Artikel 1 desselben vorgesehenen Gesuche bei Vermeidung des Verfalls der Ansprüche zwischen dem 20. April und 20. Mai' 1914, so weit es sich um die spanische Zone handelt, und zwischen dem 30. April und 30. Mai 1914, so weit cs sich um die französische Zone handelt, bei der Schiedskommission eingereicht sein.

* Zur Errichtung von Landkrankcnkassen. Die Konferenz der Versicherungsämter Groß-Berlins zur Beratung der Frage einer eventuellen nachträglichen Errichtung von Lcmdtranken- kaisen für die Dienstboten soll am 8. Mai d. I. im Oberver­sicherungsamt stattfinden.

* Wieder ein Opfer der Fremdenlegion. Ein 17jähriger junger Mann aus Zwickau namens Max Martin, der Sohn eines Stallschweizers, ist, wie sich jetzt herausstellt, in die Fremdenlegion verschleppt worden. Nachdem er ein halbes Jahr lang keine Nachricht gegeben hatte, erhielten die Eltern gestern einen Brief aus Algier, worin der Vater gebeten wird, alles zu versuchen, ihn aus der Fremdenlegion, in die man ihn wider Willen gebracht habe, zu befreien. Dem Vernehmen nach will sich der Vater durch Vermittlung der sächsischen Regierung an das Auswärtige Amt in Berlin wenden.

* Verbot französischer Hetzzeitschriften für Elsaß-Loth­ringen. Auf Grund des § 2 des Preßgesetzes hat das Ministe­rium die Verbreitung des in Paris erscheinenden Wochen­blattesParis - F r a n c f o r t" und der Flugschrift Coeur de France" für das Gebiet von Elsaß-Loth­ringen verboten.

* Der Autodroschkenführerstrcik in Berlin. Der Verband der Kraftdroschkenbesitzervereine Groß-Berlins hat sich gestern abend in einer Versammlung mit dem Streik der Chauffeure beschäftigt. Die Versammlung kam überein, von einer Generalaussperrung abzusehen, dafür aber einen Unterstützungsfonds zu gründen, zu dem jederDroschten- kutscher, der von dem Streik nicht betroffen wird, pro Wagen 2 M. für den Tag beizusteuern hat. Das Geld soll an die vom Streik betroffenen Besitzer verteilt werden. Man glaubt, daß der Generalstreik die Folge dieses Beschlusses sein wird.

käeer un<d FkoNe.

Die Marinefliegerabteilung in Putzig Hai die ersten Fliegeroffiziere für unsere Schutzgebiete ausgebildet, den Oberleutnant z. S. Plüfchow und den Leutnant Müller- towski. Beide sind für das K i a u t s ch o u g e b i e t bestimmt. Plüschow wird Kompagnieoffizier bei der Matrosenartillerie­abteilung Kiantschou undMüllerkowski beim 3. Seebataillon. Ihr Standort ist Tsingtau, das damit Flugstützpunkt wird. Seit dem Jahresbeginn sind beide Offiziere in der Führung von Flugzeugen ausgebildet worden. Die Flugstation Tsingtau wird für den Aufklärungsdienst besonders wertvoll sein.

Zeppelin-Luftschiffe für die bayerische Armee. Die

bayerische Heeresverwaltung schloß soeben mit der Zeppelin- Werft einen Vertrag über Lieferung von mehreren Kriegs­luftschiffen für die bayerische Armee zum April 1915 ab.

Glterreicb-Unaarn.

Die Minisierzusammenkunft in Abbazia. Ablbazia,

16. April. Der von Graf Berchtold und di San Giuliano geplante Mcerausflug ist wegen ungünstiger Witterung unterblieben. Die .Minister arbeiteten vormittags in ihren Wohnungen und frühstückten gemeinsam. Am Nach­mittag unternahmen San Giuliano und die Gräfin Berchtold einen Autoausflug, die Votichafter Herzog von Marna, Mtzrey von Kapos-Möre und andere. Persönlichkeiten der bei­derseitigen Begleitungen machten im TorpedobootTatra" eine Rundfahrt im Golf von t^uamero. Gras Berchtold begleitete die Teilnehmer der Rum fahrt zum Schisse. Nach dem Diner hatte San Giuliano dem Grafen Berchtold eine Unterredung, an der die Botschafter teilnahmen.

Luxemburg'

Zur Verhaftung des angetrunkenen Deutschen. Luxem- b u r g, 17. April. Der gestern wegen Lines E x z e s se s aus der Straße verhaftete Deutsche heißt Re der und stammt aus Trier. Er ist ehemaliger deutscher Artillerie­offizier. Seine zwei Bcgleiter^die sich vollständig korrekt be­nahmen, wurden auf freiem b'stß belassen. Sie begleiteten den Verhafteten auf die Polizeiwache und hinterlegten dort eine Kaution in Höhe von 180 M., worauf er vorläufig wieder aus der Haft entlasten wurde.

Velaren.

Das Defizit der Weltausstellung in Gent. Brüssel, 10. April. Das Komitee für die Weltausstellung in Gent verlangt von der Stadt Gent 4 800 000 Franken zur Deckung des Defizits.

Frankreich.

Royalistische Unteroffiziere. Paris, 17. April. Wie aus Vevdun gemeldet wird, riefen mehrere Unteroffiziere in einer von dem konservativen Mandatsbewerber, dem pensio­nierten General M a i r r c t, in Varenne veranstalteten Wählerversammlung:Es lebe Maitrot, es lebe der König!" Der Gouverneur von Verdun ordnete eine Unter--

Abend-Ausgabe, 1. Blatt. Seite 3.

suchung über den Vorfall an und ließ die Namen der Unteroffiziere feststellen, die sich an der royalistischen Kund, gebung beteiligt hatten. Sie werden bestraft werden.

Schweden-

Das Befinden des Königs. Stockholm, 16. April. Das Bulletin von heute vormirtag lautet: Der König hat die Nacht ohne Schlafmittel recht gut geschlafen. Tempe­ratur 36,9, Puls 86. Unter der Voraussetzung, daß der gute Zustand andauert, wird nur ein Bulletin täglich veröffent­licht.

Die Neuwahlen. Stockholm, 16. April. Nach den bis Mitternacht vorliegenden Ergebnissen sind bisher in die Zweite Kammer gewählt worden: 21 Mitglieder der Rechten, 55 Sozialdemokraten und 40 Liberale. Die Rechte gewinnt 15 Sitze und verliert 1, die Sozialdemokraten ge­winnen 9 und verlieren 8, die Liberalen verlieren 20. Die früheren liberalen Minister Schotte und P e t r e n wurdcp wiodergewählt.

Norwegen.

Rücktritt des Handelsministers. Ch r ist i an ia, 16. April. Der Minister für soziale Angelegenheiten, Handel und Industrie, Ca st borg, ist wegen Meinungsverschieden­heiten mit den übrigen Ministern aus dem Kabinett Knudfen ausgetreten.

Italien.

Ein Besuch PoincarKs in Aussicht. Paris, 17. April. Hier verlautet, daß Präsident Poinoarb im Laufe dieses Sommers eine Reife nach Julien unternehmen und sich einige Zeit in Vireggio rn Toskana aufhalten werde.

Gesetzentwürfe zum Schutze der Eisenbahner. Rom, 16. April. Der Arbeitsmin'ster empfing die Vertreter des E i s e nb alh ner sy n d ik a t s und versprach ihnen, der Kammer Gesetzentwürfe vorzulegen, durch welche die gemach­ten Zugeständnisse f c st gelegt werden.

Ralkanstaaten-

Neue griechische Machenschaften in Epirus. Durazzo,

16. April., Bei der hiesigen Regierung sind Meldungen ein­getroffen, daß trotz der Blockade von Santa Quaranta gestern etwa 300 griechische Freiwillige dort ausge­schifft wurden und in das Innere des Epirus abmarfchiert feien.

Auch ein griechischer Marschallstab für König Konstantin.

Athen, 16. April. Am nächsten Sonntag, am Osterfest, wird die griechische Armee, in Nachahmung des Bei­spiels Kaiser Wilhelms, dem König Konstantin, ihrem siegreichen Führer im türkischen und bulgarischen Kriege, einen kunstvoll gearbeiteten M a rschaIl st a b überreichen lassen. Bei dieser Feierlichkeit werden die Chefs von fünf Armeekorps sowie verschied Offiziers-Abordnungen und die Prinzen des königlichen , ^>ses zugegen sein. Kriegs­minister Denizelos wird dem König mit einer Ansprache den Marschallstab überreichen.

Türke!

Die wirtschaftlichen Verhandlungen mit Deutschland.

K o nst a n t i n o p e l, 16. April. Nachdem der gestrige Ministerrat den in Paris paraphierten Vertrag über die An­leihe von 500 Millionen Franken genehmigt hat, wurde ein I r a d e unterzeichnet, durch welches die Ermächtigung erteilt wird, daß Dschavid - Bei und die Ottomanische Bank im Namen der übrigen Banken den Vertrag unverzüglich unter­zeichnen. Unmittelbar nach der Ausarbeitung de? Budgets, das noch einige Tage in Anspruch nehmen wird, wird Dscha- vid-Bei, wie im Finanzministerium offiziell erklärt wird, die wirtschaftlichen Verhandlungen mit Deutschland wieder aufnehmen.

Keine Anleihe in Deutschland? P a r i s, 16. April. Der Temps" dementiert aus guter Quelle die Nachricht eines hiesigen Movgenblattes, daß die Türkei gegenwärtig in Verhandlungen stehe, um in Deutsch l a n,d eine Anleihe von 30 0 Millionen aufzunehmen. Es bestshe auch keineswegs die Absicht, solche Verhandlungen anzuknüpfen.

Ku§ Ztaöt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Naturdenkmalpflege in Nassau.

Im abgelaufenen Jahr wurden durch den Geschäftsführer des Bezirkskomitees für Naturdenkmalpflege im Regierungs­bezirk Wiesbaden, das unter dem Vorsitz des Regierungspräsi­denten Dr. v. Meister steht, Professor Dr. Lüstner (Geisen­heim) eine Reihe von Besichtigungen derartiger Denkmäler vorgenommen und durch ihn Erhaltungsarbeiten angeordnet, die zum Teil ausgeführt wurden. So wurde beim Ramstein im Rüdesheimer Berg festgestellt, daß zurzeit ein Absturz noch nicht zu befürchten ist, baß jedoch dafür Sorge getragen wer­den muß, daß das in dem Felsen befindliche Loch nicht weiter vergrößert wird, da hierdurch die Absturzgefahr sehr ver­größert würde. Die Rotbuche und die Dicke Eiche bei Weisel wurden auf Gemeindekosten nusgemauert. Für die Linde am Beltenborn bei Weisel sowie einige auf der dortigen Vieh­weide stehende alten Hambuchen, die allem Anschein nach Ge- bückreste darstellen, wurden Erhaltungsmaßnahmen beantragt. An der Lausbuche bei ^berbrcchen sowie an der Kirchenlinde zu Langendernbach wurden die beantragten Erhaltungs­arbeiten .anSgefuhrt. aste Zwillingsbuche bei Nassau im Wald der Gräfin van der Groeben wird von dieser nach Möglichkeit erhalten werden, Für die Erhaltung der arten Nußbäume und der alten Linde bei Bornhofen haben sich Herr Heydkamp sowie der Bürgermeister von Camp verdient gemacht. Eine im Jntereye der Erhaltung des Landschaftsbildes beantragte Wegeverwgung in der Gemarkung Kiedrich war leider nicht erreichen Für die Erhaltung der Gangquarze im Kreis Usingen wird der dortige Landrat Sorge tragen. DaS Ein­gehen der alten Kastanien in der Gemarkung Cronberg am Taunus gab Veranlassung, die Bäume zu besichtigen, wobei festgestellt wurde, daß ihr Absterben allem Anschein nach eine Folge des abnorm trockenen und heißen Sommers 1911 ist. Wie in den Vorjahren, wurden auch diesmal wieder eine grö­ßere Zahl von Naturdenkmälern ausgenommen und die an denselben vorhandenen Schäden festgestellt.

Ehrengabe für Veteranen. Zum erstenmal kommt in diesem Jahre die bei Gelegenheit des Regierungsjubiläums des Kaisers gestiftete Ehrengabe für Veteranen aus den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 in Höhe von 6000 M. zur Verteilung. Berücksichtigt werden nach den Satzungen nur solche Veteranen, welche zur Fahne einberufen waren, dem Unteroffizier- oder Gemeinenstande angehört haben und in