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Sette Morgen-Ausgabe, 1 Blatt»

beerschneise". — Wir wollen aber nicht, wie die Kilometer­fresser, rastlos und achtlos weitereilen, sondern uns an der Natur erfreuen und von Fall zu Fall unsere Blicke rückwärts gleiten lassen und uns an den prächtigen Bildern der durch­wanderten Gegend erbauen. In ^Stunde ist die Limburger Höhe erreicht, wir schreiten einigeMinuten auf derselben weiter, machen dann ein Fünfminuten-Schnauferl, um alsdann die ziemlich steile Schneise zum Glaskopf hinaufzusteigen, 687 Meter (den Gipfel selbst lassen wir links liegen). Auf der Höhe wenden wir uns rechts ab zur Reifenberger Poststraße, und auf dieser links bergan, am schönen Seelborn — der starken Quelle der Ems — vorbei in % Stunde zum „Roten Kreuz", 680 Meter (herrliche Waldwirtschaft). Von hier führt die Fahrstraße meist durch herrlichen Tannenwald in 40 Minuten zum „Großen Feldberg" (880 Meter), der höchste Punkt des Taunusgebirges und des ganzen rheinischen Schiefergebirges. Auf der weiten Heidenfläche der sagenbe- rühmte Brunhildenstein, der herrliche Feldbergturm und drei gute Wirtschaften. Die Aussicht und Rundsicht ist geradezu überwältigend. Bei einigermaßen klarem Meter sehen wir die Berge der Rhön, Meißner, Jnselsberg im Thüringer Wald, Vogelsberg, Westerwald, Eifel und Siebengebrrge, Taunus und Hunsrück, Donnersberg, Haardt, Vogesen, Rhein- ial, Königstuhl bei Heidelberg, Bergstraße, Odenwald und Spessart. „Wer lange sitzt, mutz rosten", drum verlassen Nur bald den stolzen Bergriesen, um den „weißen Strichen" nach zum „Fuchstanz" hinabzusteigen — Wegeknoten —, Schutz­hütte (668 Meter), zwei Wirtschaften, beliebte Kaffeerast; den „roten Strichen" folgend, sind wir in % Stunde auf dem „Altkönig" (798 Meter), es ist der stolzeste Berg des Taunus, der Beherrscher der Mainebene. Ein doppelter Ringwall fuhrt um den Gipfel, jetzt riesige Steinhaufen, waren es früher senkrechte, durch Balkenverband zusammengehaltene Trocken- mauern, welche die Bewohner der Mainebene schützten, wenn der Feind ihre Dörfer überfiel. Herrlich ist der berühmte Feldbergblick, rechts das tiefe Heidetränktal, überwältigend der Riederblick von dem Schutzwall über die Sprenghütte, da­bei auch die Lipsruhe. Wie herrlich ist gerade der Ausblick von diesem-Fleckchen Erde, ja, wie schön ist die Erde! Von der Sprenghütte führt uns ein steiniger Weg dem „blauen Strich" nach zum Plasterweg (Römerstraße) und zum Döngesberg mit dem Lipstempel (607 Meter). Durch jungen Eichenwald wandern wir hinunter nach Falkenstein (440 Meter), herrlich am Fuß seines Burgberges gelegen. In 10 Minuten steigen wir hinan zur alten Burg Rürings- oder Neu-Falkenstein, dem Stammsitz der alten Grafen. Die Burg selbst liegt 499 Meter. - Sie ist jetzt Besitz der Familie Roth- schild in Frankfurt a. M. und nicht mehr zugänglich. In Falkenstein das neuerbaute, große Erholungs- und Ge- nesungsheim für Offiziere. Das Markierungszeichen „grü­ner Strich" führt uns auf einem schönen aussichtsrerchen Pfad um den Burgberg herum, in 20 Minuten nach König­stein (378 Meier), von der 485 Meter hoch gelegenen Burg überragt. Reizend schmiegt sich das liebliche Städtchen um den Berg herum, der die interessante Ruine der Feste König­stein trägt. Die Burg wird zuerst 1225 erwähnt und ist von den Herren von Münzenberg erbaut. Durch das Städtchen in 44 Stunde zum Bahnhof (340 Meter), von wo aus die Rückfahrt via Höchst nach Wiesbaden erfolgt. Gesamtmarsch­zeit 6 Stunden. Rückfahrtgelegenheit: 7 Uhr und 7 Uhr *45 Min., Ankunft in Wiesbaden: 8 Uhr 8 Min. und 8 Uhr 20 Min. ___

— Missionskonfercnz. Die Tagesordnung der Missions­konferenz, die am Ostermittwoch, den 15. April, im „Evange­lischen Bereinsbaus", Platter Straße 2, stattfindet, ist nun festgelegt. Die Konferenz wird vormittags 10 Uhr von Gene- raisuperintendent, Hof- und Domprediger a. D. Ohly mit einer Andacht eröffnet. Dieser folgt unmittelbar ein Vortrag des Marburger Professors D. Pornhäuser über „Selbständige Kirchen, das Ziel der Mission". Um 4 Uhr nachmittags fin­det die Konferenz ihre Fortsetzung durch den Vortrag des Missionsinspektors Oettli aus Basel über: „Unsere Ausein­andersetzung mit dem westafrikanischen Heidentum". In der allgemeinen Missionsversammlung abends 8% Uhr werden Professor D. Bornhäuser und Missionsinspektor Oettli reden. Zu den Veranstaltungen hat jedermann freien Zutritt. Für Schwerhörige sind Vordersitze reserviert.

— Gerichtliches. Die bevorstehende Tagung des Schwur­gerichts wird, wie nunmehr als feststehend angenommen wer­den kann, nur drei Verhandlungsgegenstände und ebensoviele Sitzungstage umfassen. Außer den bereits mitgeteilten Ter- minen steht nur noch ein solcher wider den jungen Seck von Eisenbach wegen Tötung seines Vaters zu erwarten. In dieser letzteren Sache allerdings ist bis zur Stunde die Vor­untersuchung noch nicht geschlossen. Die beteiligten sachver­ständigen Ärzte nämlich sind verschiedener Meinung darüber, ob der Tod des Vaters durch den Sturz oder durch die ihm von seinem Sohn öeigebrachte Verletzung herbeigeführt wor­den sei, und zurzeit wird darüber ein Obergutachten einge­holt. Nichtsdestoweniger ist wohl anzunehmen, daß die Sache noch für die nächste Schwurgerichtstagung spruchreif wird. — Die bevorstehenden Feiertage machen eine Unterbrechung in den Verhandlungen der Strafkammern des Königl. Landge­richts nötig, die von Donnerstag dieser Woche bis zum Donnerstag der nächsten Woche währt.

— Teure Geschenke. Immer wieder kann man die ver­lockenden Anzeigen gewisser Firmen lesen, die ihre Waren, sei es eine Zither oder ein Phonograph oder eine Armband­uhr oder sonstige Gegenstände, verschenken. ' Verlockend sind diese Anpreisungen freilich nur für den Unkundigen. Der Kundige weiß, daß kein Kaufmann seine Ware verschenkt. Der Preis für die angeblich zu verschenkenden Sachen muß eben bei den Nebensachen, bei den Notenblättern, den Platten oder gar. wenn es sich um eine Armbanduhr, bei den 100 Post­karten, die unbedingt zu kaufen sind, wenn man das Geschenk haben will, herausspringen. Es handelt sich bei den „ver­schenkten Sachen" stets um minderwertige Waren, die durch solche unlautere Anzeigen abgesetzt werden sollen. Ein reelles Geschäft macht diese Reklame, die gegen das Gesetz zur Be­kämpfung des unlauteren Wettbewerbs verstößt, nicht. Ge­schädigte wollen ihre Beschwerde der Zentralstelle zur Be­kämpfung der Schwindelfirmcn in Lübeck, Parade 1, oder, wenn sie unbemittelt sind, der hiesigen öffentlichen Rechtsaus­kunftsstelle vortragen.

— Falsche Schwestern. Nach einer Mitteilung der „Göttin- zer Zeitung" vom 1. d. M. bieten neuerdings zwei Frauen, vie Schwesterntracht und Weiße Broschen, vermutlich mit einem schwarzen Kreuz, tragen, in Hannover in den Woh­nungen religiöse Druckschriften (z, B. ein „Missionsblatt für jedermann") an und sammeln Geld, angeblich zu wohltätigen Zwecken, z. B. für die Jugendfürsorge oder für das .Schwarze Kreuz". Das genannte Blatt stellt fest, daß es sich lediglich

Wiesvaderrsr Tagblatt.

um ein Erwerbsunternehmen einer auswärtigen, übel­beleumundeten Person handelt und daß keine Gewähr vor­handen ist, daß die gesammelten Gelder ganz oder teilweise zu wohltätigen Zwecken verwendet werden. Man wird^ also gut tun, auch rn anderen Orten, wo diese „Schwestern" sich etwa zeigen sollten, sich ihnen gegenüber ablehnend zu verhalten und umgehend die Polizei zu benachrichtigen.

— Rotes Kreuz. Nach einem aus Indien gestern im Sanatorium zum „Roten Kreuz" Hierselbst angekommenen Brief haben 14 Ärzte und 6 Ärztinnen sich zur Bekämpfung der Pest in die Provinz Malang begeben.

— Straßenraub. Am Dienstagabend, kurz nach 10 Uhr, wurde, wieder einmal in der Humboldtstraße eine nach Haus alleingehende Dame ihrer Handtasche beraubt. Neben einigen Mark Geldes enthielt die Tasche die Korridorschlüssel und zwei mit Adresse versehene Billette für die Generalprobe des „Cäcilienvereins". Der Räuber, ein anscheinend junger, un­reif aussehender Bursche, hatte einen weichen, in das Gesicht gezogenen dunklen Hut auf und entsprang in der menschen­leeren Gegend nach der Blumenstraße hin.

— Kleine Notizen. Das Thalia - Theater .bringt am kommenden Samstag den vatriotischen Film „Bismarck", dessen Erträgnis für das Bismarck - Natronaldenkmal auf Elisenhöhe bei Bingerbrück bestimmt ist.

Vorberichte über Runjt, Vorträge und verwandtes.

* Kurtheater. Das Fritz Stetdl-Ensemble führt allabend­lich „Bravo-Dakapo, die neue Revue", mit großem Erfolg auf und übt wie bei dem früheren hiesigen Gastspiel eine außer­ordentliche Anziehungskraft auf Fremde und Einheimische aus. Am Karfreitag bleibt das Kurtheater geschlossen.

* Wohltätigkeitskonzert. Am Kavfreitag. abends 8 Uhr, findet in der Lutherkirche ein Konzert zum Besten der Klein­kinderschule der Lutherkirchengemeinde statt. Ausführende sind Mitglieder des Philharmonischen Vereins und Fräulein Josephine Jäger von hier (Gesang). An der Orgel wird Herr Musiklehrer Knöner mehrere Soli spielen, sowie die Be­gleitung der Cello- und Violinsoili übernehmen. Zuw Vor­trag kommen Werke von Bach. Becker, Händel, Reger, Werr- mann. Zech u. a.

Kus dem vereinsleben,

vorberichte, veretnsversarnmlungen.

* Der Athletik-Sportklub „Athletia". gegr. 1882. be­geht am 2. Osterfeiertao in der Turnhalle, Hellmundstcaße 25, seine diesjährige g 'vtze Frühjahrsveranstaltung, verbunden mit Tanz, unter Mitwirkung des Gesangvereins „Neue Con- cordia" sowie des „Radsportklub 1907".

* Der „Wiesbadener Bäckergehilfenverein" veranstaltet am 2. Osterfeiertag unter Mitwirkung eines Humoristen aus. Mainz eine Unterhaltung mit Tanz auf der alten AdoMhöhe.

Hus dsm Landkreis Wiesbaden.

— Hochheim, 7. Avril. Das Landratsamt in Wiesbaden teilt mit, daß für die Genmrkung Hochheim zur Blckämpsung des Heu- und Sauerwurms nnt nikotinhaltigen Mitteln, dem neuen Verfahren. 40 000 M. bewilligt sind. Hieran knüpft sich die Bedingung. daß die Gemeinde oder dre Grundbesitzer keine etlvaigen Schadenersatzansprüche an den Staat erheben dürfen.

Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

Bon der Fürsorgeerziehung Minderjähriger.

Die Zahl der rechtskräftig der Fürsorgeerziehung über­wiesenen Jugendlichen ist im Berichtsjahr 1912 im Regie­rungsbezirk Wiesbaden weiter gestiegen. Von 538 im Vor,ahr ist sie auf 562 angewachsen und hat somit das Jahr 1911 um 24 oder 4,46 Prozent überholt. Kamen 1910 auf 10000 Ein­wohner im Regierungsbezirk Wiesbaden 4,44 Neuuber- weisungen, so betrug diese Ziffer für das Jahr 1912 = 4,63. Im Vergleich zu den Zahlen der anderen Kommunalverbande stellt die Zahl 4,63 die höchste dar, und sie übersteigt den für Preußen "berechneten Durchschnitt, der im Jahre 1912 auf 10 000 Einwohner kommenden Reuüberweisungen von 2,47 erheblich. Von den 562 Neuüberwiesenen stammen 339 aus dem Stadtkreis Frankfurt a. M„ 61 aus dem Stadtkreis Wiesbaden, 43 aus dem Kreis Höchst. Von den 2686 in Für­sorge zurzeit Untergebrachten stammen 1377 aus Frank­furt a. M.

Eisenbahnwünschr.

- Limburg, 7. April. Auch heute traf der Ober- westerwaldzug 3986, der um H Ahr 57 Min. von Hachenburg abfährt und um 1 Uhr 52 Min in Limburg ein- treffen soll, um hier Anschluß an den Lahnzug 401 zu ge­winnen, der um 1 Uhr 52 Min. hier abfahrt, mit 10 Minuten Verspätung ein, und der Lahnzug war bereits abgefah­ren zum Schrecken eines alten Mütterchens und wahrscheinlich noch vieler anderer. Bis 5 Uhr 20 Rin. mutz man nun in Limburg liegen, und Ärger, Zeitverlust und auch Kosten hat man umsonst. Mutz nun gar der Fahrgast von der Endstation nach 1 bis 11/2 Stunden zum Endziel seiner Reise zu Fuß zu­rücklegen, wird es ihm Nacht, ehe er heimkommt. Jetzt und auch im Winter ist darum diese Verspätung sehr unangenehm, und es wäre zu wünschen, wenn sie nicht mehr vorkäme, auch die Zwischenzeit hier zum Umsteigen aus dem Westerwald- in den Lahuzug von 4 auf vielleicht 6 bis 8 Minuten verlängert würde.

«-

m. Rüdesheim, 7. April. Der in der heutigen Stadtver-

ordneten-Versammliuna vom Düagistrare vorgslegte Saus- haltungs p-lan für das Jahr teaefet in Ein­

nahmen und Ausgaben mit je 400 99vm^ m. ab. Für die allgemeine Verwaltung sind 37 340 »c. Einnahmen und 91084 M. Ausgaben, für die Schulverwaltung go 315 M. Aus­gaben und 7526-50 M. Einnahmen, ffi r me Forstverwaltung 13 902 M. Ausgaben und 17 713 M.. Einnahmen, dabei allein 17100 M. von Holzsällungen vorge,eh.en- Dm Kreisabgaben sollen 10 406 M. betragen. Ferner nrw 1000 M. als Zu­schuß für die Erbauung des Bisinarck-imtwnaldenkmals auf der Glisenhühe eingestellt. An Gemeindeumlagen sollen 150 Proz. der Staatssteuer, ferner 200 hroz der Grund-, Ge­bäude- und Gewerbesteuer, sowie 150 -ptzoz, der Betriebssteuer zur Erhebung gelairgen. Vorgesehen iw die Summe von 161220.60 M. r .

= Erbach a. Rb., 7. April. DA mengen evangelischen Ktrchengemeinde ist für die evangel>l«en Schwestern zu Elt- tnlle von der verstorbenen Frau Prmeswr Agnes Keil zu Eltville ein Vermächtnis von 20000 J?. zugefallen.

n. Hattersheim. 7. April. Die Smot Frankfurt hat der hiesigen Gemeinde mitgeterlt. daß sie M ihrem in unserer Gemarkung gelegenen B r u n n e n g e > a u L e, das über 800 Morgen umfaßt. ein eigenes Iagdge 0 iet errichtet habe. Da sich das fragliche Gelände in einem langen, etwa 100 bis 200 Meter breiten Streifen durch einen Teil der hiesigen Ge­markung , zieht, so kann das für unseren bisherigen Jagd- pächter eine sehr fatale Sacke werden,

= Höchst a. M., 8. April. Die Lerche des seit einmen Wochen vermißten Schlossers M a ch a r au ch aus R ö d e l - heim wurde in Nied aus der Nidda gelandet. Vermut-

Domrerstag, 9. April 1914» _Nr. 187.

lich ist er jüngst bei dem Hochwasser in den Fluß gestürzt. In

Griesheim wurden zwei unbekannte Tote ans dem Diam ge-

n = Frankfurt a. M.. 7. April. Im Alter von 55 Jahren ist Eduard Ludwig Wilhelm Stau ff er gestorben, ©r war in ganz Deutschland als tüchtiger Wandersmann und Kenner der touristischen Literatur sehr bekannt. Sein Hauptgemet war der Spessart, über den er ein paar treffliche Reiseführer geschrieben hat. Er war Borstandsmitglied des Spessartver­eins Lichtenau, in früheren Jahren auch eifriges Mitglied des Taunusklubs. Mehr als 25 Jahre war er Bibliothekar des Verbandes deutscher Gebügs- und Wandervekeine. — Nach der jetzt eingegangenen schriftlichen Urteilsbegründung hat das Reichsgericht hie Strafsache gegen Do. Spohlr unjd Dr. Bachem in vollem Umfang an die Strafkammer zurückver- wiesen, so daß der gesamte Prozeß wegen der Pocken- epidemle zum zwetteiimal die Strafkammer beschäftigen wird. Termin zur Verhandlung ist auf den 15. und 16. Mai ange- setzt. — Der erste Tag des Frankfurter Frühjahrs- Vserdemarktes brachte ein sehr lebhaftes Geschäft. Für schwere Arbeitspferde wurden 1700 bis 1900 M.. für leichtere 1400 bis 1500 M.. für Reitpferde 2500 bis 5000 M. bezahlt. — Eine Blütenfülle sondergleichen erfreut jetzt, den Besucher des Palmengartens, der Nor der indischen Azalien ist eine Sehenswürdigkeit auf blumistischem Gebiete, die ander­weitig nicht so leicht in dieser Vollkommenheit anzutreffen sein wird. In Haus 4 finden wir hier u. a, ein Schaustück, das nicht nur aus die Massenwirkung berechnet ist, sondern dessen Einzelheiten auch eine genaue Besichtigung ertragen. Aus der glockig trichterförmigen Blumenkrone ragen die zarten Staubgefäße hervor, die bei vielen Sorten mit der Blumen­farbe in eigenartigem Kontraste stehen. Zurzeit sind über IM Varietäten in Blüte, deren Farben sich vom reinsten Weiß bis zum tiefsten Rot. mit Ausnahme von gelb und blau, bewegen: dabei sind die einzelnen Farbentöne von er­staunlicher Leuchtkraft. Damit ist aber die Reichhaltigkeit der Darbietungen noch nicht erschöpft, auch in den anderen Häusern hat man schöne und interessante Pflanzen.

A Bad Homburg v. d, H„ 8. April. In der gestrigen Stadtverordneten Versammlung wurden einige Nachkredite be- williat und die Erhebung einer Kurtaxe für die Zeit vom 16. Oktober bis 14. April beschlossen. Die Aufbesserung der Besoldungen der Kurmusiker wurde den vereinigten Aus­schüssen zur Begutachtung überwiesen und ein Antrag auf Aushebung der Amtsarmenkommission, über die der Ver­sammlung eine Denkschrift vorlag. einstimmig angenommen.

ck Aus dem Taunus. 7. April. Schwer verletzt wuvde der Sohn des Gastwirts Rühl von den Sternheimer- mühlen bei Anspach. Beim Holzschneiden mit der Kreissäge sprang dos Hob; aus dem Schutzgestell und traf den August Rühl wider die Stirn. Der Besinnungslose wurde ins Haus getragen. Sein Zustand ist bedenklich. — Mit einem Motorrad gestürzt ist der Steinhauer Roos von Anspach zwischen Dorfweil und Schmitten.

bs. Weilburg, 7. April. Am 4. April fand an der hiesigen Landwirtschaftsschule unter Vorsitz des Regierungs- und Schulrats Dr. Grau aus Wiesbaden die mündliche Reife­prüfung der Abiturienten statt. Derselben unterzogen sich zehn Schüler, die sämtlich bestanden.

bs. WeinLach (Oberlahnkreis), 7. April. Am 1. d. M. konnte unser langjähriger erster Lehrer Schautz sein 25- jähriges Dien stinkt kaum begehen.

bs. Heckholzhausen (Oberlahnkreis), 7. April. Postagent Müller bierselbst konnte dieser Tage aus eine 25jährige Tätigkeit im Postdienst zurückblicken. Der Verband Deutscher Postagenten ließ dem Jubilar aus diesem Anlaß ein wertvolles Geschenk überreichen.

8. Wahlrod. 7 .April. Förster Pfeiffer von hier feierte dieser Tage sein Wjähriges Dienstjuliiläum «rls Schud- boamter der hiesigen Gemeindewaldunsen.

Regierungsbezirk Rassel.

Arbeitslosenversicherung.

kk. Kassel, 8. April., Hier wurde die Einführung der Ar­beitslosenversicherung abgelehnt, weil die Kommunen nicht in »er Lage seien, so tiefeinschneidende sozialpolitische Maßnah­men aus den für solche Zwecke in beschränktem Umfang zur Verfügung stehenden städtischen Mitteln eintreten zu lassen. Hier müsse der Staat oder das Reich eingreifen und als Vor­bedingung zumindest das Recht zu einer Zwangsversicherung geben. Sonst werde die ganze Arbeitslosenversicherung auf nichts anderes als eine verschleierte Armenunterstützung hin­auslaufen.

Nachbarstaaten n. -Provinzen«

»1. Bingen, 7. April. Eine neue Hochflut ist ge­kommen. Der Wasserstand des Rheins geht abermals auf der gesamten Strecke in dre Höhe: Dabei ist das Anwachsen der Fluten so stark, daß binnen kurzer Zeit wieder die ersten Einschränkungen Platz greifen werden. In den letzten 24 Stunden ist das Wasser des Rheins, nach dem Pegel von Bingen ^gemessen, um rund 80 Zentimeter in die Höhe ge­gangen. Da am Oberrhern das Wasser jedoch schon langsamer in die Höhe geht, durften die Fluten alsbald zum Stillstand kommen. „ „ „

bs. Wetzlar, 7. Avril. Der gestern herrschende starke Sturm hat aus der neuen Friesschen Fabrik im nahen Dorfe Aßlar schweren Schaden angerichtet. Eine Giebel­wand der Gietzhalle wurde eingedrückt und das Dach des Ge­bäudes stürzte em. Wre durch ein Wunder sind Menschen­leben nicht zu Schaden gekommen. Der angerichtete Schaden ist «roß. . . . t _

Gerichtssaal.

u= Wechselfälschungen eines früheren Leutnants. Berlin. 8. April. Wegen Wechselfälschungen hatte sich der Leutnant a. D. Frhr. Wendt v. Paleske, der früher aktiver Offizier bei dem Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier- Regiment war, vor der Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte wurde zu I Monaten Gefängnis verurteilt, von denen ein Monat auf die Untersuchungshaft angerechnet wurde.

Sport unö Luftfahrt.

* Pferderennen zu Saint Cloud, 8. April. Prix de Fleury. 8000 Fr. 1- Bar. Ed. de Rothschilds Yellow Stone (O'Neill),

2. Idole Jndienne, 3. Mefisto. 49:10; 15. 18, 17:10. — Prix

de ssEtang-la-Ville. 5000 Fr. 1. I. Rutgers le Uoys Eversley (O'Neill), 2. Moheli, 3. Nestor 6. 59:10; 23, 121, 19:10. —

Prix de Palaiseau. 6000 Fr. 1. G. P. Esbrans Dacier (Sharpe)< 2. Palme de Or, 3. Menagio. 19:10; 11, 12:10. — Prix de la ChaussKe. 8000 Fr. 1. E. Haffebroucqs Pourquoi Pas (M. Barat), 2. Cerita, 3. Joni. 23:10; 24, 25:10. — Prix du Petit Trianon. 6000 Fr. 1. I. Lieuxs Foullah Deor (O'Neill), 2. Rancio 2, 8. Drac. 135:10; 37, 83:10. — Prix du Camp. 5000 Fr. 1. I. Lieuxs Rivista (Sharpe), 2. Franzi'sca,

3. Home Rule. 88:1»; 13, 15, 13:10.

* Turnverein Wiesbaden. Der Vorstand des Turnvereins hat für die kommenden Monate nachstehenden Arbeitsplan ausgestellt: Am 2. Osterfeiertag, 3 Uhr nachmittags: Fußball­wettspiel auf dem Spielplatz an der Villa Grimberghe (Wald­straße) der ersten Mannschaft des Augusta-Garde-Grenadier- Regiments aus Berlin gegen die erste Mannschaft des Turn-