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Nr. ISO.

Samstag, 4. April 1S14

Petersburger Hauptpostamt hat ein überraschendes Resultat

gezestigt. Es hat sich herausgestellt, daß die Behörde seit Jahren um ungeheure Summen von den hohen Postbeamten bestohlen worden ist. Die höchsten Beamten selbst sind in die Unterschlagungen verwickelt. Aufsehenerregende Verhaftungen stehen bevor.

Balkanstaaten.

Die antiösterreichische Propaganda in Rumänien. Wien, 3. April. Der rumänische Minister des Äußeren wurde von König Carol in Audienz empfangen. Gegenstand der Besprechung bildete die Kundgebung der Kulturliga in Bukarest. — Wie dre „Zeit" aus Bukarest meldet, steht der Rücktritt des österreichisch - ungarischen Gesandten Grafen Czerny unmittelbar bevor. Angeblich soll die Tätig­keit des Grafen nicht erfolgreich genug gewesen sein.

Sturmszenen in der bulgarischen Kammer. Sofia, 9. April. Die gestrige Sitzung der Sobranje verlief von Anfang an sehr stürmisch, da ein Teil der Opposition in heftiger Weise eine sofortige Prüfung der Wahlen verlangt. Am zügellosesten benahm sich der frühere Finanzminister der Geschowpartei, Theodorsw, selbst, der schlimme Skandal- szenen provozierte, so daß die Sitzung unter­brochen werden mußte.

^Die Kämpfe um Koritza. Wien, 3. April. Die „Albanische Korrespondenz" meldet aus Valona- Eine große griechische Bande, durch verkleidete grie- chische Soldaten verstärkt, überfiel Koritza und richtete mehrere heftige Angriffe gegen die Stadt. Koritza steht in Flammen. Griechische Banden plünderten ferner die Ortschaft Frasari und einige Dörfer m der Umgebung. Sie haben viele Häuser niedergebrannt und eine größere Anzahl Personen ge­tötet. Viele Menschen sollen in den Häusern leben­dig verbrannt sein.

, Errichtung eines serbischen Berufskonsulats in Ber- mi. Berlin, 3. April. Der Posten des durch die Amtsniederlegung des serbischen Generalkonsuls Julius G u tt e n t a g freigewordenen Generalkonsuls in Berlin wird, wie „Kirschs Telegraphisches Bureau" erfährt, nicht wieder besetzt werden, da die serbische Regierung die Errichtung eines Berufskonsulats in Berlin beabsichtigt.

Nordafrika.

Neubildung des ägyptischen Kabinetts. Kairo, 3. April. Das Ministerium ist zurückgetreten. Der frühere Minister­präsident Mustapha Fehmy-Pascha wird die Präsi­dentschaft übernehmen und ein neues Kabinett bilden.

Die Tripolitancrfrage in Tunis. Paris, 3. April. Nach einer Havasmeldung aus Tunis dürfte das französisch­italienische Abkommen, betreffend die Nationalität der in Tunis lebenden Tripolitaner, sowie betreffend die Regelung der Frage der Gerichtsbarkeit, in kurzem unterzeichnet werden.

Günstige Nachrichten aus Marokko. Tanger, 4. April. Hier verlautet, daß der letzte große Feind der Franzosen, El tziba, die Absicht hat, sich baldigst zu unterwerfen. Er hat sich gänzlich ohne Mittel in das Atlasgebirge zurück­gezogen. Er soll seine zahlreichen Brüder zu einem Familien­rat zusammenberufen haben, in dem erwogen wird, ob sie sich Frankreich unterwerfen oder versuchen sollen. Widerstand zu leisten. — Auch über den Widerstand, den die Spanier in ihrer Einflußzone in Marokko finden, kommen günstigere Nachrichten. Es verlautet, daß Raisuli, der ärgste Feirrd der Spanier, schwer erkrankt ist und bei dem Stamme der Beni Aron Gastfreundschaft gefunden hat, wo er an Typhus auf den Tod darniederliegen soll.

Mexiko.

Die Schlacht bei Torreon. London, 3. April. Eine Depesche aus T o r r e o n zufolge wurde dort kein Ausländer getötet oder verwundet. Die Kämpfe begannen am 27. Februar. Ununterbrochen fanden Stürme auf die Stellungen der Bundestruppen statt. General Villa unterhielt tagsüber Ar­tilleriefeuer und ließ nachts im S t u r m Vorgehen. Die Stellungen wurden wiederholt genom­men oder verloren. Die Kampflinie war vier Meilen lang. Die Natur des Geländes erschwerte dre Bergung der Verwundeten; viele von ihnen starben an Durst, Hunger und mangelnder Pflege. Auf beiden Seiten sind gepanzerte Züge verwendet worden. Schließ­lich räumten die Bundestruppen Torreon und zogen südwärts ab.

Neue Erfolge der Rebellen. I u a r e z, 3. April. General Villa berichtet aus Torreon, die Rebellen kämpften mit der Nachhut der fliehenden Bundes­truppen bei San Pedro. Hundert Mann der Bun­destruppen seien gefallen und 123 gefangen genommen worden. — Washington, 3. April. Der amerika­nische Konsul Fletcher in Chihuahua meldet, daß bie Truppen der Insurgenten nur fünf Merlen von Tampico entfernt seien und sich zum Angriff auf die Stadt bereit machten. Die Bundestruppen, hätten die Absicht, sich ohne W i d e r st a n d zu er- geben.

Mien.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen in der Mongolei. Paris, 3. April. Der Petersburger Korrespondent des „Temps" meldet, daß der H u t u ch t u, der Herr- scher der äußeren Mongolei, sich, nachdem er die Hoff, nung aufgegeben hat, mit Hilfe Rußlands die Vereinigung aller mongolischen Gebiete unter seinem Szepter herbeizuführen, in einem Schreiben an den Mikado wandte, um die Stimmung 5 e g japanischen Herrschers gegenüber seinem Plane zu son­dieren. Er hat an den Mikado die Bitte um Unter- st ü tz u n g gerichtet, auf China einen D r u ck aus- zuüben, damit dieses seine Truppen aus der äußeren Mongolei zurückzieht; dann hofft der Hutuchtu mit Er­folg auf eine Vereinigung der mongolischen Rassen hinarbeiten zu können. Als A g u r v a I e n t für Japans Bemühungen hat er der Regierung des Mikado Konzessionen auf wirtschaftlichem Gebiete zvgesichert.

WßssckKdSKsV S«gb!at§» Mbend-Ausgabe, 1. Blatt.

Seite 3.

Kur Stadt und Land.

WiesbaöERSV Nachrichten.

Kus dem StKdtparlamenr.

Die Einführung und Verpflichtung des neuen Beigeordneten Dr. Gustav Heß vollzog sich in der üblichen und vorschrifts- mäßigen Weise. Die Tätigkeit in der städtischen Verwaltung ist im allgemeinen aufregender und aufreibender als die in der Staatsverwaltung und sie ist mehr der Kritik ausgesetzt, sagte Herr Oberbürgermeister Glässing in seiner Einfüh­rungsansprache. Er vergaß aber auch nicht die Lichtseiten her- llorzuheben: die dankbare Anerkennung, die wirkliche Leistun­gen auf dem Gebiet der Kommunalverwaltung noch jederzeit gefunden haben.

Zu der Ersatzwahl für das verstorbene Magistrats- Mitglied Blume ist man gestern nicht gekommen. Eine Heine Gruppe von Stadtverordneten wandte sich gegen die sofortige Wahl, weil man noch keine Gelegenheit gehabt habe, bie Sache zu besprechen; die Herren beantragten Verlegung der Wahl bis zur nächsten Sitzung, und ihr Antrag fand eine knappe Mehrheit.

Es überraschte, daß gerade Herr Fink die Berichter­stattung für den Banausschuß über die Bewilligung der nöti­gen Mittel zur Vornahme baulicher Verbesserungen auf dem Südfriedhof übernommen hatte, obwohl in dieser Vorlage auch Erweiterungen und Verbesserungen der Feuerbe­stattung enthalten waren. Die verbesserte Kremation wurde also durch den Mund eines Mitglieds der Zentrums­partei dem Stadtverordnetenkollegium empfohlen. Das darf natürlich nicht als ein Zeichen einer Änderung in der Hal­tung des Zentrums zur Feuerbestattungsfrage angesprochen werden. Vielleicht wird es Herrn Fink von dem einen oder dem anderen seiner Parteifreunde übel genommen, daß er die Berichterstattung in dieser Angelegenheit übernahm, wir fin­den, daß er recht getan hat, wenn er seine persönliche Stellung zur Kremation zurücktreten ließ und sachlich über die Vor­lage des Magistrats und den Beschluß des Ausschuffes be­richtete.

Von der Erhöhung des Zuschusses an den „Verein für Speisung bedürftiger Schulkinder" wird man in der Bürger­schaft gern Kenntnis genommen haben; es wäre sogar nichts dagegen einzuwenden gewesen, wenn man noch über den be­willigten Betrag hinausgegangen wäre. -w-

— Ein Gesellschaftsabend beim Oberbürgermeister. Aus

Anlaß des Abschlusses der Etatsberatungen hatte der Herr Oberbürgermeister Geh. Oberfinanzrat Glässing Ein­ladungen zu einem gesellschaftlichen Zusammensein am Frei­tagabend im Kurhaus ergehen lassen. Der Empfang fand im kleinen Saal des Kurhauses, die Veranstaltung selber im Weinsalon statt. Erschienen waren die Spitzen der Behörden, d,e Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten-Ver- sammlung, die Leiter der städtischen Betriebe und Anstalten und zahlreiche andere namhafte Persönlichkeiten der Stadt. Man saß an einzelnen Tischen, an jedem von denen nach Möglichkeit ein Mitglied des Magistrats die Vertretung des gastlichen Oberbürgermeisters wahrnahm. An dem Tische des Stadtoberhauptes selber bemerkte man u. a. den Herrn Re­gierungspräsidenten Dr. v. Meister, den Polizeipräsidenten Herrn v. Schenck, den Landrat des Landkreises Wiesbaden, Kammerherrn v. Heimburg, die Kommandeure der in Wies­baden garnisonierenden Truppenteile und den Bezirkskom­mandeur, sowie den Herrn Ersten Staatsanwalt Hagen, Herrn Verwaltungsgerichtsdirektor Linz, den Vorsitzenden des Fi­nanzausschusses, Herrn Dr. Dreher, Herrn Major v. Laufs und andere. Parteien gab es an diesem Abend, der dem günstigen HaushaltsaDschluß der Stadt gewidmet war, nicht; in Eintracht sah man Freisinnige, Nationalliberale, Konservative und das Zentrum; auch die Sozialdemokratie war vertreten. Und neben den Vertretern der staatlichen und militärischen Behörden, den Direktoren der städtischen höheren Lehran­stalten, der Landesbibliothek, der städtischen Krankenhäuser usw. — es waren eben alle Fakultäten vertreten — sah man auch diejenigen der Kunst und Wissenschaft, wie Herrn Dr. Rauch, den Leiter unseres Residenztheaiers, und die Leiter der in Wiesbaden erscheinenden Tageszeitungen. Es ergab sich von selbst, daß bei einer so „bunt" zusammengesetzten Herren- Gesellschaft die Unterhaltung, zu der auch die Musik auf der Empore des Weinsalons und die erlesenen Genüsse aus Küche und Keller des Herrn Ruthe ihr Teil beitrugen, den denkbar angenehmsten Charakter trug und die ganze Veran­staltung des gastlichen Herrn, Oberbürgermeisters in schönster Harmonie und rheinischer Fröhlichkeit verlief.

— Stadtvervrbnetensttzung. In geheimer Stadtverord- netensitzung wurde gestern die Beschwerde des Maurermeisters K i l b gegen die Vergebung der Maurerarbeiten für den Neu­bau der Volksschule an der Lahnstraße auf Antrag des Orga­nisationsausschusses zurückgewiesen. K. glaubte ein Recht ans Berücksichtigung bei der Vergebung der Arbeiten zu haben, weil er der Billigstfordernde war. Bekanntlich behält sich aber der Magistrat bei der Auswahl der Submittenten freie Hand, was auch öfters von der Vertretung des Handwerks als notwendig bezeichnet worden ist.

— Dr. Kurt Floericke über ausgestorbene und aus- stcrbende Tiere. Der Vater des Naturschutzgedankens in Deutschland, jener Einrichtung, die vor vier Jahren unter so allgemeiner Teilnahme aller Bevolkerungsschichten ins Leben gerufen wurde, hielt gestern abend auf Veranlassung der Wiesbadener Ortsgruppe des „Vereins Naturschutz­park, E. V", in der Aula des Lyzeums am Schloßplatz einen Vortrag, dem alle Freunde der eigenartigen Naturschönheiten der deutschen Heimat mit großem Interesse gefolgt sein wer­den. Dr. Floericke gab zunächst einen überblick über die Entwicklung der Naturschutzparkbewegung, die aus dem Be­dürfnis heraus entstanden ser» der durch Kultur und Technik mehr und mehr um sich greifenden Naturverwüstung einige umfangreiche Gebiete zu entreißen, um auf ihnen der Heimat-, lichen Flora und Fauna die freie, ungestörte Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeit der Nachwelt zu erhalten. Es ist geplant, drei größere Parks zu schaffen. Einer davon, der Naturschutzpark in der Lüneburger Heide, ist am weitesten vorgeschritten, und auch im Salzkammergut, wo gegenwärtig 8000 Morgen zur Verfügung stehen, ist die Erhaltung ge­sichert. Schwieriger gestaltet sich die Anlage des dritten Parks, der in Süddeutschlaud geschaffen werden soll, da hier der Grundstücksankauf durch die hohen Kosten außerordentlich erschwert ist. Ein vierter Park soll dann noch in einer der deutschen Kolonien entstehen. Der Vortragende zeigte an einer Reihe von Lichtbildern einzelne Ausschnitte aus deut- I scheu und ausländischen Naturparks und führte dann mit ein- '

gehenden Erläuterungen die zum Aussterben verurteilten oder bereits ausgestorbenen Tiere der Heimat vor. Diese Tiere sind meist ausgerottet worden, weil sie angeblich dem Men­schen oder anderen nützlichen Tieren schädlich sein sollten. Kein Tier sei aber nur schädlich oder nur nützlich, sondern diene auf jede Art im Haushall der Natur seiner Bestim­mung^ Und selbst die Raubtiere sind insofern nützlich, als sie unter den von ihnen verfolgten Tieren die für die biologische Entwicklung notwendige Auslese herbeisühren. Den zum Ver­schwinden verurteilten Tieren, wie dem Steinadler, dem Biber, der Fischotter, den Reihern usw., soll in den Natur­schutzparks eine dauernde Heimat gegeben werden. Der Vor­trag, der des weiteren die aussterbenden Tiere anderer Länder berücksichtigte, wurde von den Anwesenden aufmerk­sam verfolgt und am Schluß durch lebhaften Beifall ausge­zeichnet. ' g.

— Pferdchen- und Kreiselspiel im Kurhaus. Die von

einer hiesigen Korrespondenz ausgehende Mitteilung, daß für die vorgenannten Spiele die polizeiliche Genehmigung erteüt worden sei, ist unzutreffend. Eine solche Genehmigung ist nach uns zugegangener amtlicher Meldung weder nachgesucht noch erteilt worden.

— Die Allgemeine Ortskrankenlassc hielt gestern abend im „Deutschen Hof" eine Ausschutzsitzung ab. Zum Vorsitzen­den des Ausschusses wurde Kaufmann Sally B a ch a r a ch, zu Stellvertretern Fuhrmann Ochs und Hausbursche P f e i f f er gewählt. Die Dienstordnung für die Angestell­ten wurde einstimmig laut Vorlage angenommen und der Rechnungsvoranschlag für das Geschäftsjahr 1914 zu 1 364 000 Mark m Einnahme und 1304 000 M. in Ausgabe festgestellt. Dort, wo Ärzte, mit denen Verträge abgeschlossen sind, fehlen, soll den Kassenmitgliedern eine Entschädigung gewährt wer­den an Stelle der freien ärztlichen Behandlung wie folgt: beim Besuch der ärztlichen Sprechstunde das erstemal 75 Pf., in jedem weiteren Fall 50 Pf., bei ärztlichen Visiten im Hause das erstemal 1 M., später 75 Pf. Nach einem weiteren Be­schluß dürfen Stillprämien auch in Form von Naturalien, Kräftigungsmitteln für stillende Mütter oder Säuglingsmilch für das Kind gegeben werden. Im weiteren wurde das Ab­kommen mit den Landärzten und Apothekern laut Vorlage ge­billigt. Auswärtige freiwillige Mitglieder haben nach einem ferneren Beschluß ihre Beiträge der Kasse einzusenden. Bei Kassenmitgliedern, welche in der Walderholungsstätte unter­gebracht sind, wird ein Abzug vom Krankengeld gemacht, wel­cher sich für Verheiratete auf ein Drittel, für Ledige auf die Hälfte beläuft. Der freien Vereinigung von Ortskranken­kassen in der Provinz Hessen-Nassau schließt sich die Kasse an, wie auch die frühere Kasse bereits augeschlossen war.

— Schmiebeinnung. Einen Vorbereitungskursüs für die- Meisterprüfung wird die Schmiedeinnung für Wiesbaden und Umgegend in der nächsten Zeit abhalten. Unterrichtet wird über allgemeine und fachtheoretische Fragen, deren Beant­wortung bei der Meisterprüfung von den Prüflingen verlangt wird. Ein gleicher Kursus fand bereits im Vorjahr statt, besten guter Erfolg dre Innung auch dieses Jahr wieder ver­anlaßt, einen derartigen Kursus einzurichten. Ein Honorar wird nicht erhoben, doch können nur Mitglieder der Innung oder deren Söhne daran teilnehmen. Auch ist die Teilnahme denjenigen selbständigen Schmieden gestattet, die sich etwa jetzt erst als Mitglieder aufnehmen lassen. Anmeldungen nimmt der Obermeister, Herr Ph. Kern, Seerobenstraße 1, sowie der Schriftführer der Innung, Herr H. Ritsert, Hell- mundstraße 20, entgegen.

~ 3 “ m s '“ a Funker. Der Herr Präsident des König!. Landgerichts schreibt uns unterm 3. d. M.: „In der heutigen Morgen-Ausgabe (Nr. 157, des „Wiesbadener Tagblatts" be­findet sich ein mit „Zum Fall Junker" überschriebener Artikel, deyen Schlußsatz folgendermaßen lautet: „Manches unbegreif- nche Vorkommnis während der „Voruntersuchung" gegen Fraulein Helene Junker dürfte seine Erklärung finden in der Tatsache, daß der betreffende Untersuchungsrichter gleich nachher in eine Heilanstalt übergeführt werden mußte." Der hierin liegenden Unterstellung muß auf das bestimmteste widersprochen werden. Die Führung der Voruntersuchung hat auch nicht den geringsten Anhalt dafür ergeben, daß die erheb­lich spater, im Oktober v. I., zum Ausbruch gelangte Krank­heit des Untersuchungsrichters dessen ftühere richterlichen Handlungen irgendwie beeinflußt hat. Für seine Gesundheit in der hier fraglichen Zeit dürfte auch zur Genüge der Um­stand sprechen, daß er im März und April v. I. eine acht- wochlge militärische Übung abgeleistet hat."

— Treue im Dienst. Am 2. April waren es vierzig Jahre, daß das Dienstmädchen Fräulein Rosine Ziegler bei der Familie Buchdruckcreibesitzer K. Schwab an der Geis bergstraße in Dienst getreten ist.

— April-Gewitter. Die von den Wetterwarten angekün­digten Gewitterbildungen sind eingetroffen. In der Um­gebung haben vorgestern abend verschiedene starke Gewitter geherrscht. Bei der plötzlichen sommerlichen „Hitze" ist die Neigung zu Gewitterbildungen übrigens nicht auffallend.

— Besitzwechsel. Die Erben Renker hier verkauften aus ihrem Grundbesitz eine Wiese im Distrikt „Alter Weiber" und vier Acker in den Distrikten „Schwalbenschwanz", „Rodern , „Ha,engarten und „Schwarzenberg" zu dem Ge- samtpreis von 65 000 M an die S t a d ?g e me i n d e SB i e§= da de tt. Der Kaufvertrag wurde in der gestrigen geheimen Stadtverordnetenschung genehmigt. »Keimen

• f ?% r - e Kriegsminister. Geneval- ftlprinaett il' ^^-^sEion. Generaloberst von Ewokien und 'bat im Kumebrauch hier ein-

nonmren. ' ^ m "& oteI Prinz Nikolas" Wohnung ge-

Die Nr. 14 der „A n st e l lu n g s - C tu der Geschäftsstelle des „Wiesbadener

Daabmtts zur unentgeltlichen Einsicht offen. — Die e n n des Naturhi st arischen Museums ^ sind am Sonntag, den 5. d. M.. außce de". -05tuchi..stunden von 10 bis 1 Uhr auch nachmittags von unentgeltlich geöffnet. Vorübergehend ausgestellt 2 ?d„dle Schmetteckinge des valäarktlschen Gebiets in etwa 62 Kasten. _ $ n icr M-la des König!. Realgym- n a 1 1 u m s sind die diesjährigen Schülerzeichnnnaen bo" deute bis Dienstag, den 7. d. M.. morgens von 11 bis 1 Wr- und nachmittags von 3 bis 5 Uhr (Sonntag nur vor­mittags) dem Publikum zur Besichtigung ausgestellt.

vorberichte über rrunst. Vorträge und verwandte».

Wiesbadener Festspiele.

Gelegentlich der Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers und Königs in Wiesbaden vom 13. bis 18. Mai 1014 Nnden folgende Vorstellungen im König!. Theater statt: Mittwoch, den 13. Mai: „D i e I o u r n a l i st e n". Lust­spiel in 4 Akten von Gustav Freytag. „Konrad Bolz" Herr Karl C l e w i n g vom Königl. Schauspielhaus in Berlin. Donnerstag, den 14. Mai: „Lohengrin". Romantisch«