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Seite 4._ ALerck-A«sgaSe, 1. Blak». WiSsLmdKMx TttgblaLt. Freitag, 3. April 1914. Nr. 168.

Arbeitsnachweise empfohlen werden. Zu diesem Zweck soll in sämtlichen Gemeinden ein größeres Plakat des Mitteldeut­schen Arbeitsnachweisverbands zum Aushang gelangen, das in 2 bis 3 Exemplaren an hervorragenden Gebäuden (Ge­meindehäuser) außen angeschlagen werden soll. Zur besseren Wirksamkeit ist beabsichtigt, die Plakate an allen Orten am gleichen Tage auszuhängen. Hierfür ist der 4. April bestimmt.

— AuS der Landwirtschaftskammer. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, von der Errichtung einer Bauberatungsstelle vorerst abzusehen, jedoch mit dem Architekten Birlenbach in Diez ein Abkom­men zu treffen, wonach dieser sich bereit erklärt, für einen noch zu vereinbarenden Betrag die g u t a ch t l i ch e Tätig­keit in baulichen Fragen für die Kammer zu übernehmen.'

— Pharmazeutische Prüfung. Bei der am Freitag und Samstag voriger Woche an der König!. Regierung abgehalte­nen pharmazeutischen Assistentenprüfung bestanden die Herren Flick (Apotheke Hofheim), Kleber (Hubertus-Apotheke Sonnenberg) und Reuß (Apotheke Bonames) mit „gut". Weiter bestanden die Herren Michel (Kaiser-Friedrich- Apotheke Wiesbaden), Müller (Apotheke Battenberg) und Rätter (Hofapotheke Biebrich).

— Ärztliche Studienreisen. Das Deutsche Zentralkomitee für ärztliche Studienreisen veranstaltet vom 14. bis 27. Juni d. I. eine Studienreise nach den Vogesen, bayerischen und Taunusbädern. Besucht werden: Straßburg i. Eis., Kesten- holz-Bad Bronn, Hohkönigsburg, Rappoltsweiler-Carolabad, Schlucht, Hohneck, Colmar, Freiburg i. B., Rothenburg o. T., Mergentheim, Kisfingen, Brückenau, Wiesbaden, Langen- schwalbach, Schlangenbad, Soden, Homburg, Bad Nauheim. Die Reise beginnt in Straßburg und endet in Nauheim. Preis der gesamten Reise einschließlich der Eisenbahn-, Automobil- und Wagenfahrten, sowie der Unterkunft und Verpflegung (mit Ausnahme der Getränke und der Trinkgelder) ca. 226 M. Meldungen und Anfragen sind zu richten an das Deutsche Zentralkomitee für ärztliche Studienreisen in Berlin W. 9, Potsdamer Straße 134b (Fernsprecher Lützow 9631).

— Eine interessante Berufung. Der Naturheilkundige, frühere Lehrer Alohs Kunz von hier war telegraphisch nach Paris berufen worden, um Sarah Bernhardt, die ge­feierte Schauspielerin, zu behandeln. Die 72jährige Künst­lerin ist an einem Beinleiden erkrankt und setzt ihre letzte Hoffnung auf eine Kur nach dem Kneippschen System. Herr Kunz ist inzwischen von Paris wieder hierher zurückgekehrt.

— Kontrollversammlungen. " Es haben zu erscheinen: Morgen Samstag, den 4. April 1914, vormittags 9 Uhr: Sämtliche Mannschaften der Provinzial-Jnfanterie mit Aus­nahme der bei dieser Waffe gedienten Ökonomiehandwerker, Büchsenmacher und Krankenträger der Jahresklasse 1910. Vor­mittags 11 Uhr: Jahresklasse 1911 bis 1913. Nachmittags 3 Uhr: Sämtliche Mannschaften der Garde aller Waffen der Fahresklassen 1901 bis 1913. Die Kontrollversammlungen finden im Hofe des Bezirkskommandos, Bertramstraße 3, statt.

— Ein Dammrutsch. Unterhalb dem hiesigen Bahnhofs­terrain, wo bei Erbauung des neuen Hauptbahnhofs eine Straße angelegt wurde, die von der Schwalbacher Linie nach der Mainzer Chaussee führt, ist unweit einer Überbrückung ein großer Dammrutsch entstanden, wobei die ganze Tele- graphenleitung wit den Doppelmasten in Mitleidenschaft ge­zogen wurde. Vermutlich sind die Erdmassen durch das Sicker­wasser von dem anhaltenden Regenwetter in Bewegung gekom­men. Das ganze Terrain muß an dieser Stelle abgesprießt werden. Für den Fuhrverkehr wird die Straße der'Vorsicht halber abgesperrt, nur der Verkehr für Passanten ist ohne Gefahr. Für den Telegraphen- und Telephonverkehr müssen neue Masten aufgeführt werden.

— Einen Selbstmordversuch unternahm heute vormittag gegen 7 Uhr die Witwe des vor etwa einem Jahr verstorbenen Hotelbesitzers H. aus Wiesbaden in Biebrich. Sie sprang dort in der Regattastratze in den Rhein, wurde aber von einem Schutzmann bemerkt und aus dem Wasser geholt. Die un­glückliche Frau, die schon vor einiger Zeit in ähnlicher Weise einen Selbstmordversuch unternommen hat, wurde in das Biebricher Krankenhaus eingeliefert.

— Zum Fall Geißenbcrger. Sowohl der Prokurist Dr. Geißenberger aus Griesheim wie die König!. Staats­anwaltschaft haben darauf verzichtet, wider das Urteil der hiesigen Strafkammer, durch das Geißenberger wegen Unter­schlagung von rund 156 000 M. zu 2 Jahren Gefängnis ver­urteilt worden ist, die Revision anzumelden, so daß das Urteil Rechtskraft erlangt hat.

— Personal-Nachrichten. Zu Rechnungsräten sind er­nannt der Rendant der hiesigen Gerichtskasse Lanzen- dörfer sowie der Amtsgerichtssekretär Widmaier vom hiesigen Amtsgericht.

— Kleine Notizen. Das 10jährige Geschäftsjubi­läum beging am 1. Avril das Schuhhaus Seb. Kuhn, Well­ritzstraße 26 und Bleichstraße 11. — Bäckermeister Bruch ver­kaufte fein Besitztum in Hahn an Amtsgerichtssekretär a. D. P r ä ck e l hierseM. — Aus Anlaß der Rennen auf der Wiesbadener Rennbahn bei Erbenheim am Dienstag, den 14., und Donnerstag, den 16. April h. 3„ gelten zur Regelung des Fußgänger-. Reit- und Fährverkehrs für die Zeit von 1% bis 3 Uhr und 6 bis 7% Uhr besondere polizeiliche Bestimmungen, welche in den „Amtlichen Bekanntmachungen des Wiesbadener Tagblatts" abgedruckt werden.

vorberichie über Kuttft. Vorträge und verwandtes.

j »„-'yvy*;. Beckerschen Konservatorium! 1“/ fiunl ftnden am Samstag, den 4. April, abends 5 uni 6ya Uhr. ke Schlußprumnsen des Wintersemesters und an Dienstag den 7. April, die Diplom-Prüfungen statt. W kommen Solo- und Ensemblevorträge zur Aufführung: Klatne: zwei- und Vierhand«, Vwlmsolos. Quartettsätze usw. voi Becker, Elmnentm. Dorn, Liszt. Raff, Smith und Sinaelöe Am größeren Ensemblestücken gelangt Otto Dorns Ouvertüre m Kleists Drama Die Hermannschlacht" für Klavier zu vie: Händen. Streichquartett und Harmonium um 6 1 /» llfir vor Schülern der AusbUdungsklassen zum Vortrag. Am Donners tag. den 16. Avril. beginnt das neue Schutzahr.

Plus ösm Landkreis Wiesbaden.

hw. Schierstein. 2 April. Zu der heute abend im Rat haus abgehaltenen Sitzung pW Gemeindevertretun.

Söhnlein eingereichte Protest wegen vorzeitiger Beendiaun der WahlhanÄung. M der 1. Klasse gLle-gentUch der letzte: Wahlen zur Gemeindeverwetung zur Verhandlung. Der Vor sitzende stellt fest, daß nap 8 84 der Landgemeindeovdnung di Wahl nur dann ungültig entert werden kann, wenn km eine voraekommene Unregstmaßrgkest das Endresultat geänder wird. Dies ist hier nicht der Fall. Cs erfolgt daher Ablehnun des Protestes mit allen gegen eme Stimme. — Die hiesige Zimmermeister haben für ke Arbeiten am Strand badgebände ein zweites Angebot auf 8790 M. eingereich Das Gebot der Firma Gerster in Mainz beläuft sich au

8357.50 M. Es besteht somit noch eine Differenz von 43250 Mark. Wogen dieses verhältnismäßig gevingen Betrags will man die Arbeiten nicht nach auswärts vergeben und diese werden daher einstimmig den hiesigen Meistern übertragen. — Zur Bestreitung der Strandbad-Unkosten war die Aufnahme eines Darlehens von 20 000 M. beschlossen worden. Die Naskauische Landesbank ist bereit, .das Darlehen gegen 4)/a Prvz. Zinsen. 6 Proz. Amortisation und 1-W Proz. Pro­vision zu geben. Aäan beschließt daher die Aufnahme bei ge­nanntem Institut. —■ Bei der gestern erfolgten Aufnahme der Schulneulinge gelangten 63 Knaben und 59 Mädchen, zusammen 122 Kinder (138 im Vorjahr) zur Einstellung. Von diesen bekennen sich 87 zur evangelischen und 35 zur katho­lischen Konfession. — Nach 38jähriger Tätigkeit trat mit dem gestrigen Tage die Hebamme Lohn in den wohlverdienten Ruhestand. Aus diesem Anlaß hatte man im „Nassauer Hof" eine Feier veranstaltet, zu der u. a. auch der Kreisarzt. Herr Pfarrer Liz. Steubing. Herr Bürgermeistsr Schmidt und zahl­reiche auswärtige Berufsgenofsinnen erschienen waren An­sprachen. Gesangsvorträge des Gesangvereins „Eintracht" von hier und des Gesangvereins „Rheingold" aus Biebrich unter­hielten die Anwesenden bis in die späten Abendstunden.

88 Erbcnheim. 2. Avril. In der letzten Gemeinde- vertretersitzung wurde über die Anstellung eines Ge- meindesekretärS verhandelt. Die seitherigen Schreibgehilfen bezogen einen Monatsgehalt von 60 M. Da jedoch die Ar­beiten sich stetig mehren, ist die Anstellung einer selbständigen Kraft unbedingt erforderlich. Auf Antrag des Gemeinderats soll die Stelle genehmigt und mit einem Anfangsgehalt von 1400 M.. steigend von 3 zu 3 Jahren um 100 M... bis zu einem Endaehalt von 2000 M.. bezahlt werden. Durch geheime Ab­stimmung wird der Antrag des Gemeinderats angenommen und beschlossen, die Stelle Esznfchreiben. — Gestern wurden 74 Schulneulinge anfgenommen. •— Bahnhofsverwalter Löwe von hier ist als Bahnhofsvorsteher nach Langendrier bei Dortmund und Oberbahnassistent M e s s n k e von Zwingenberg in Hessen hierher versetzt.

Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

Kreistagsitzung in Höchst.

k. Höchst a. M., 2. April. Unter dem Vorsitz des Land­rats Dr. Klausel tagte heute im Kreishaus der von 24 Ab­geordneten und Deputierten besuchte Kreistag. Die Wahl des Bürgermeisters Wolfs (Griesheim) wurde für gültig erklärt und derselbe durch den Vorsitzenden eingeführt. Nach Bericht des Regierungsassessors v. Prittwitz wurden die wegen der Kreisabdeckerei mit der Stadt Höchst und dem Obertaunus­kreis abgeschlossenen Verträge genehmigt. Desgleichen wurde der Erhöhung der Abdeckereigebühren zugestimmt. Für die Errichtung einer landwirtschaftlichen Winterschule in Höchst wurden die erforderlichen Mittel bewilligt. Den Kreisbeamten wurde eine angemessene Gehaltserhöhung zuteil. Über den Kreishaushaltungsplan für 1914 berichtete Dr. Klauser. Der Etat schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 403 000 M. ab. Die Kreisabgabe beträgt 5y 2 , die Bezirksabgabe 7%| Prozent. Später, wenn das Ergebnis des Generalpardons völlig vor­liegt, hofft man, diese Abgaben etwas ermäßigen zu können. Die Farbwerke haben zur Deckung der Stempelsteuern für die Veteranenstiftung weitere 5000 M. geschenkt. Die von der v: Weinbergschen Stiftung gewährten Stillprämien haben sich gut bewährt. Zur Bekämpfung der Lungentuberkulose sind 9000 M„ bereitgestellt. Auf Verlangen des Oberpräsiden­ten wurden die Satzungen der Kreissparkasse geänderte. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder der Kasse wurden wieder­gewählt. Ebenso wurde Bürgermeister Wolfs (Griesheim) als Kreisdeputierter . und Dr. Blank und Stadtältester K e h s e r in den Kreisausschuß wiedergewählt. Von der Man- datsniederlegung Dr. Geißenbergers wurde Kenntnis genommen. Dem Verlangen des Regierungspräsidenten ent­sprechend wurde die Kommission für Kraftfahrzeuge um zwei Mitglieder erhöht.

Nachklänge zum Kaiferpreissingen.

— Frankfurt a. M., 2. April. Juftizrat Dr. Viktor Schnitzler und Generalmusikdirektor Steinbach aus Köln a. Rh. haben an den Rechtsbeistand der Witwe des ver­storbenen Professors Max Fleisch folgendes Telegramm ge­richtet: „Bezugnehmend auf die von Ihnen veröffentlichte Zu­schrift des Herrn Geheimrats Friedländer erklären wir aufs entschiedenste, daß Herr Geheimrat Friedländer seine uns ge­machten Mitteilungen mit keinem Wort und keiner Einschrän­kung als vertraulich bezeichnete, und daß wir auch annehmen konnten, daß Herr Geheimrat Friedländer voraussetzte, daß seine Mitteilungen keinen diskreten Charakter haben sollten, da er die betreffende Unterhaltung noch^mit der Wendung sschloß: Also beruhigen Sie Ihre Kölner Sänger!" Nunmehr werden, wie Herr Juftizrat Meyer mitteilt, Herr Geheimrat Friedländer und ein anderer Herr, der bei der Unterredung ebenfalls Zeuge gewesen sein soll, zu einer weiteren detaillier­ten Erklärung aufgefordert werden.

k. Nied o. M., 2. April. In selbstmörderischer Absicht hat sich hier gestern abend die 16 Jahre alte Näherin Dora Klopf in den Main gestürzt. Sie wurde von dem Arbeiter Th. Christ noch rechtzeitig aus den Fluten ge- rette t. Das Mädchen soll sich ins Wasser gestürzt haben, weil es sein älterer Bruder Valentin Klopf geschlagen haben soll. Es liegt jetzt schwer krank in der elterlichen Wohnung darnieder.

=8= Sindlingen» 2. April. Eine angevtich aus Frankfur kommende Frau kollektierte kürzlich hier für den dortige: „Tierschutzverein" und zog von jedem Mitglied 2 M. ein. Rach traglich stellte die Sache sich als Schwindel heraus; di Polizei verfolgt die Angelegenheit.

cd. Usingen. 2. April. Ein frecher Einbruch wurde i: bem zwischen Tenne und Riederbach gelegenen Jqgdhause de Herrn Dr. Kalle (Wiesbaden) verübt. Mit einer in der 48 stunde entfernten Dorfe Maulvff. gestohlenen Leite drangen die Diebe durch das Fenster ein und stahlen unte Verschiedenem Kleidungsstücke und Warten. Die Leiter ließe: sie am Tatort zurück. Ein Polizeihund aus Wiesbaden nab« die Spur der Einbrecher auf. Der Besitzer des Jagdhause setzte kur die Ergreifung der Spitzbuben eine Belohnung voi 200 M aus. — Nachdem die Taunus-AutomobU-Gesellschaf im Gebwge für Autoverbindung gesorgt, eroffnete der Post sichrer Schrnwt (Arnoldshain) eine inehvmailige Postver

wnonng Arnoldshain. Schmitten. .L-onweu, Anspac Bahnhof, nur für Sonntags Arnoldshaiw Schmitten, Sani pilacken nach der Hohen Mark. Für die Touristen des Hock tauniE erne wiMommene NeuovdnlunÄ, ke, ss evmügftch schon früh ip, Taunus die Wanderung Zu beginnen, und na ermüdender Wanderung bequem tnc dnrn zu erreichen.

- Limburg, 2. April. In der letzten Nacht gegen 4 Ul morgens wurde hier in dem Grotzgeschäst Rosenthal ein fei dreister Diebstahl ausgeführt. Die Diebe (wahrschxjM: waren es vier) drangen vermittels Nachschlüssels in das i dem ersten Stockwerk befindliche Geschäft ein und suchten m raffiniertester Sachkenntnis nur die , feinsten Seidenware usw. aus- Auch Geld soll ihnen in die Hände gefallen sei.

Die Warenballen wurden dann sofort auf der etwa 50 Meter entfernt stehenden, auch in der Nacht immer belebten Station verfrachtet, wie gesagt wird, unter den Augen eines die Wache habenden Schutzmanns, der allerdings keine Ahnung davon hatte, daß die Ballen ans einem Diebstahl herrührten. Die Dreistigkeit der sicherlich sehr ortskundigen Diebe ist um so bemerkenswerter, als vielleicht 25 Meter von dem Geschäfts­haus auch während der Nacht an dem Bahnübergang ein stän­diger Rangierer tätig ist. Zwei Diebe sollen mit Warenballen nach Frankfurt, zwei nach Gießen abgefahren sein. Finger­abdrücke sind zurzeit die einzigen Anhaltspunkte zur Auf­klärung des Diebstahls. — Heute morgen versuchte der Be­sitzer eines hiesigen Zigarrengeschäfts sich zu entleiben. Er wurde noch lebend in das Hospital gefahren.

bs. Weilburg, 2. April. Zu dem Selbstmord des Direktors der hiesigen Landwirtschaftsschule, des Professors Dr. K i e n i tz - G er los f, ist noch zu berichten: Dr. Kienitz- Gerloff hielt gestern abend in einem hiesigen Kasino in bester Stimmung einen Bortrag und begab sich gegen 2 Uhr nachts nach Hause. Heute früh wurde er mit einer Schußwunde als Leiche in der Badewanne aufgefunden. Über den Grund zur Tat ist noch nichts bekannt. Der Verstorbene gehörte dem Lehrkörper der Landwirtschaftsschule seit der im Jahre 1877 erfolgten Gründung der Anstalt an und wurde vor etwa sechs Jahren nach dem Tod des Direktors Matzat dessen Nachfolger. Professor Dr. Kienitz-Gerloff, der im Alter von 63 Jahren stand, hat den Feldzug 1870/71 als Fähnrich - mitgemacht.

8. Marienberg, 2. April. Die goldene Hochzeit feierten die Eheleute Karl Büchner und Katharine, geb. Schürg, von hier. Beide Eheleute erfreuen sich körperlicher und geistiger Frische in seltener Weise.

8. Nister, 2. April. Vorgestern brannte hier das An­wesen des Fabrikarbeiters Wilhelm Hofmann vollständig nieder. Eine Gefahr für die Nachbarhäuser bestand nicht, da das einstöckige Haus bald zusammengerissen werden konnte. Das Mobiliar und die Kleider, die nicht versichert waren, konnten gerettet werden, so daß der Besitzer keinen nennens­werten Schaden hat.

Nachbarstaaten u. -Provinzen.

Die Rache eines Wilderers.

wb. Koblenz, 3. April. Gestern nachmittag drang der aus Sachsen gebürtige Ackerer Helm, der von dem Förster Bauer vom Forsthause Remstecken wegen Forstfrevel ange­zeigt worden war, in dessen Wohnung und gab mehrere Schüsse ans ihn ab, von denen einer dem Förster in den Kaps drang und ihn schwer verletzte. Sodann begab sich der Täter in die Wohnung des Landgerichtsdirektors Menger, um sich auch an ihm zu rächen. Bei dem Versuch, aus den Land­gerichtsdirektor loszugehen und aus ihn zu schießen, schlug ihm dieser den Revolver aus der Hand, so daß er sich entlud und den Täter am Bein verletzte. Der Täter wurde ins Krankenhaus verbracht.

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ni. Bingen, 2. April. Der Eisenbahnminister weilte heute in Bingen und Rüdesheim und besichtigte die neue Bahnstrecke Rüdes Heim-Sarmsheim sowie den Brückenbau Rüdesheim-Kempten. Er befuhr den Rhein aut einem Motorboot.

= Neuwied, 2. April. Wie die „Rhein- und Wied-Zta." berichtet, hat die albanischeRegierung auf Veran­lassung des Königs sich entschlossen, eine Anzahl Neu­bauten zur Unterbringung der Vertreter der fremden Staaten und für die Verwaltung in Schwemmsteinen aus­führen zu lassen. Ein Abgesandter der Regierung, Geheimer und Oberbaurat Magnet, weilt seit einigen Tagen in der hiesi­gen Gegend, um die Bauweise zu studieren und den Vertrag zur Lieferung der Schwemmsteine abzuschließen. Die Ver­frachtung soll in Rheinschiffen nach Rotterdam und von hier mit dem Dampfer nach Durazzo erfolgen.

8. W-itefeld (Westerwald), 2. April. In einem Hauberg der hiesigen Gemarkung wurde ein Hausierer, der an Epilepsie litt, t o t a u f g e f u n d e n. Er ist wahrscheinlich einem epileptischen Anfall erlegen.

S. Kausen (Westerwald), 2. April. Auf dem Basaltwerk „Käufer steimel" drang ein Dieb in das Bureau des Werks ein und stahl nicht etwa Geld, sondern — die G e s ch ä f t s- buch er. Die Sache hat insofern einen bösen Nachgeschmack, als auch die Lohnlüten berschwundcn sind, so daß die Arbeits­löhne für März nicht mit Sicherheit festgestellt werden können.

8. Wisse» (Sieg), 2. April. Die Gemeinde hat beschlossen, das Gaswerk W,s,en mit dem 1. Juli d. I. zu einem Preis von 16 o 000 M. an das Siegerländer Elek­trizitätswerk aozutreten.

Letzte vrahtberichte.

Rein Besuch des deutschen Raiserpaares in Las Palmas.

cm-m 8 ‘ ^ riI ‘ Drahtbericht) Nai

Blattermeldungen aus Las Palmas sollte ein Besuc des deutschen Kaisers und der Kaiserin auf den Kanc rischen Ainsetn bedorstehen. Bei dieser Geleaenbei sollte der Kaiser auch mit den Königen von S p a n i e und En galant, zusammentreffen. 'An Berliner amt lrcher Stelle E,i erau erklärt, daß von einer derartigen Plane nichts bekannt sei; man glaub auch mast an diese Reise. Das Kaiserpaar wird bi zum Mm auftKorfu bleiben. Ein Aufenthalt in La^ Palmas durfte schon wegen der vorgeschrittene: Sommerszeit als ausgeschlossen gelten. — Herr v o 1 Bet h nr ann - Hollweg wird am 19. April in Korft eintresfen. Uber eine etwaige Zusammenkunft mi seinem italienischen Kollegen ist noch nichts bestimmt Die Kaiserin auf der Fahrt nach Korfu, mb- Venedig, 3 . April. Die „Hohenzollern" mit de a i s e r i n an Bord ist heute morgen in Begleitung de: Depeschenbootes „Sleipner" abgegangen.

Die Erfolge der Kufstandsbewegung in Südalbanien.

wb. Durazzo, 3. April. Die „Agenzia Stefani' meldet zu den Kämpfen bei Koritza: Mazedonisch« Epiroten waren heimlich in Koritza eingedrungen uni machten gestern einen plötzlichen A n g r i f f, in­dem sie die Häuser der Albanesen beschossen