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Seite 4. Abend-Ausgabe, 1. Blatt.

Aus dem „Sportfest", dem dritten Bild, hat Fritz Steidl als „N a ch z ä h l e r" in dem „alten Berliner" des Herrn Schulenberg einen erfolgreichen Konkurrenten. Im vier­ten Wild („Auf dem Witwenball") tritt Steidl als „bemoostes Haupt" auf: die vierte und letzte seiner lustigen Typen. Dem fünften Bild („Im Friedrichshain") folgt als sechstes und letz­tes ein „großes Blumenballett". An Soloszenen und Duetten ist die „neue Revue" reich, auch getanzt wird viel. Der Tango-Argentino, den_Fräulein Flora Steidl mit Herrn Ceruti tanzt, war nicht die schlechteste Nummer. Die Träger der Hauptrollen sind stimmlich und schauspielerisch begabt; das Ballett ist gut besetzt, fast zu gut für den Raum der Kur­theaterbühne. c.

— Obcrlyzeum, Studienanstalt i. E., und Lyzeum 1. Wie der soeben erstattete Jahresbericht ausführt, begann der Un­terricht des Schuljahrs 1913/14 am 4. April. Am vorher­gehenden Tag hatte die Aufnahmeprüfung der neueintreten- den Schülerinnen stattgefunden. Am 1. Februar 1914 betrug die Gesamtzahl 610 (Lyzeum: 398, übungsschule: 41, Ober­lyzeum: 69, Studienanstalt: 102). Ta Direktor Dr. Hofmann noch bis zum 1. Mai beurlaubt war, führte Professor Schlitt an seiner Stelle die Amtsgeschäfts weiter. Am 24. November starb Direktor Dr. Hofmann in Güttingen. Das Lehrer­kollegium widmete ihm einen warmen Nachruf. An der Be­stattung im Mainzer Krematorium nahmen das Lehrerkolle­gium und der von dem Entschlafenen mit besonderer Hingabe geförderte Schülerinnenchor teil. Am Samstag, den 29. Nov. veranstaltete die Schule einen besonderen Traueraktus in der Aula, bei welcher Professor Schlitt noch einmal der Verdienste des Verstorbenen gedachte. Wie in früheren Jahren, wurden Kunstausstellungen sowie die in Wiesbaden und in seiner Nachbarschaft gebotenen Sammlungen und Veranstaltungen für den Unterricht nutzbar gemacht. Unter Führung des Zeichenlehrers Bußmann besuchten die Schülerinnen der beiden ersten Klassen des Lyzeums, des Oberlyzeums, der Sekunda und Unterprima der Studienanstalt die Kunstaus­stellungen, Oberlehrer Dr. Scharff geleitete seine Klassen in das hiesige und in das Mainzer naturwissenschaftliche Museum, außerdem zu geeigneten biologischen Vorführungen des seit kurzem ins Leben gerufenen Reformkinos. Unter Leitung des Herrn Dr. Mirgel konnten die Schülerinnen mehrmals das Landesmuseum nassauischer Altertümer und das Altertumsmuseum in Mainz besichtigen. In der Aula der Schule hielten Vorträge der Afrikareisende Aug. Einwald am 24. April über seine interessanten Erlebnisse in den deut­schen Kolonien, und Herr Schatzdach, ein in Deutschland studierender Perser, am 10. Juli über Bewohner und Kultur seiner Heimat. Die längst zu einer beliebten Einrichtung ge­wordene Pfingstwandertour von Schülerinnen der Oberstufe leitete auch in diesem Jahr (vom 9. bis 20. Mai) wieder Ober­lehrer Dr. Heineck; aus dem Lehrerkollegium hatten sich Herr Dr. Scharff und Fräulein Walther angeschlossen. Es wurden Odenwald, Spessart und Rhön besucht. Am 18. Juni fanden die Ausflüge aller Schulklassen statt, auch die Sedanfeier war mit Klassenspaziergängen verbunden; die Unterprima unter­nahm vom 31. August bis 2. September eine dreitägige Wmrderung durch den Hunsrück. Zur Feier des 25jährigen Regierüngsjubiläums des Kaisers am 16. Juni hielt Ober­lehrer Dr. Heinrichs die Festansprache. Bei der Jahrhundert­feier der Völkerschlacht bei Leipzig am 18. Oktober sprach Oberlehrer Dr. Wüstenfeld über den Aufmarsch der großen Heeresmassen gegen Napoleon und die Kämpfe mit dem Korsen in den Monaten August bis Oktober des Jahres 1813. Oberlehrer Dr. Albert gab in seiner Festrede zu Kaisers Ge­burtstag ein Bild des eigenartigen Lebens und Schaffens des vaterländischen, soldatischen Dichters Detlev v. Liliencron, dessen Werken auch die Deklamationen entnommen waren, die den Vortrag umrahmten. Um für die Ausschmückung der Schulräume der Anstalt einen Fonds zu schaffen, veranstaltete der Schulchor unter der musikalischen Leitung des Gesang­lehrers Zech am 17. und 18. März Vortragsabende. Am 28. und 24. März fand unter dem Vorsitz des Provinzialschulrats Unruh die Lehramtsprüfung statt. Von 21 Seminaristinnen bestanden 20, darunter 6 unter Befreiung von der mündlichen Prüfung. Der am 25. März anschließenden Reifeprüfung des Oberlyzeums unterzogen sich 18 Bewerberinnen; von den 16 Prüflingen, die bestanden, wurden 7 vom Mündlichen befreit. SamStag, den 4. April, schließt das alte Schuljahr 1913/14. Dje Aufnahmeprüfung der neu eintretenden Schülerinnen findet Dienstag, den 21. April, vormittags 8 Uhr, statt. Mitt­woch, den 22. April, beginnt das neue Schuljahr mit einer ge­meinsamen Andacht der Klassen 7 bis Oüerlyzeum S.-Kl. um 8 Uhr. Die Schulneulinge (Klasse 10) kommen am Donners­tag, den 23. April, um 10 Uhr, zur Schule.

— Friedens-Gedenkfeier. Den Gedenktag des Frank­furter Friedens, den 10. Mai, gedenkt der Deutsche Zentral­verband der Vaterländischen Frauenvereine in einer ganz be­sonderen Art zu feiern. Nach dem vom Vorstand bereits fest­gelegten Programm finden in allen Kirchen Festgottesdienste statt mit Kollekten, welche den Zwecken des Vereins zugute kommen, im weiteren wird darauf hingewirkt, daß diejenigen Vereine und Saalinhaber, welche bei sich Festlichkeiten ver­anstalten, einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einnahme dem­selben Zweck zuführen. Für Wiesbaden hat sich bereits ein großer Arbeitsausschuß gebildet, welcher die nötigen Arrange­ments in die Hand genommen hat. Im Kurhaus wird, nach dem von ihm entworfenen Programm, eine Festlichkeit statt- finden, Postkarten werden zum Verkauf gebracht, Sammel­büchsen in allen Wirtschaften aufgestellt usw. ustv. Auch bei den bestehenden Sanitätskolonnen wird um ihre Beihilfe durch die Veranstaltung von Konzerten, Theatervorstellungen usw. zu dem verfolgten Zweck gerechnet. Die Jugendwehr und bie Jugendpflege sollen ebenäalls an dem Ertrag der Sammlungen teilnehmen.

—- Das bescheidene Veilchen, die vielbesungene deutsche Frühlingsblume, ist von unserer städtischen Gartenverlnaltung nun auch in die Reihe der vielen Blumen, die sie zur Beet­bepflanzung und zur Ausschmückung der Anlagen verwendet, ausgenommen tvorden, und, wie der Augenschein lehrt, mit vollem Erfolg, -oss der Anlage am Kochbrunnen kann man es als Beet- und Einfassungspflanze und am Promenadenweg vor der Blumenwiefe, in zwangloser Anordnung im Rasen stehend, bewundern. An Blütenreichtum und Farbenleucht­kraft ist das Veilchen den gleichzeitig blühenden Frühlings­blumen, den Krokus usw., vollkommen ebenbürtig, an Duft und Anmut der Erscheinung aber übertrifft es sie alle weit.

— Eine Zählung der leerstehenden Wohnungen findet aus Veranlassung des Magistrats durch das statistische Amt nach dem Stand vom 16. April statt. Die Fragen erstrecken sich auf Lage der Räume, ihre Größe, den Preis und die Ursache des Leerstehens. Die beteiligten Kreise, wie Hausbe­sitzer, Verwalter und dergleichen, brauchen die Zählzettel nicht

WiesVaLeNSr Tagdiatt. Donnerstag, 2. April 1914. Nr. 156.

selbst auszusüllen, dies geschieht vielmehr durch Beamte der Wasser- und Lichtwerke, die in den nächsten Tagen mit der Erhebung beginnen. — Bisher wurden in Wiesbaden die leer­stehenden Wohnungen zweimal gezählt, und zwar am 1b. Oktober 1907 und 1912. Es wurden 1907 1875 und 1912 1657 leere Wohnungen gezählt; vom Gesamtbestand waren dies 7,1 und 5,9 Prozent.

— Reisen und Jagden in den Urwäldern des oberen Nils

liefern die Bilder, welche am Freitag und Samstag dieser Woche in den Reformkinovorführungen (Schwalbacher Str. 57) zur Schau kommen werden. Der Film ist in völkerkundlicher, geographischer und zoologischer Hinsicht von außerordentlichem Interesse, bietet er doch unverfälschte Einblicke in Länder, die von Kultur und Kolonisation unberührt sind und belebt von einer großartigen Tierwelt, die wir nur aus den zoologischen Gärten kennen, wo sie auf engem Raum ein meist trauriges Dasein fristen. Mit diesen Vorführungen wird das Reform­kino vorläufig schließen. Die Vorführungen waren kein ver­geblicher Versuch, denn weite Kreise haben ihre rege und steigende Anteilnahme bekundet. In vollkommener Weise wer­den die Vorführungen im Oktober wieder ausgenommen werden.

' — Schwurgericht. Das Schwurgericht hat für die nächste Tagung bis jetzt zwei Sachen auf der Rolle. Die Verhand­lungen beginnen jeden Tag vormittags 9 y 2 Uhr. Am Montag wird verhandelt wider den Tapeziererlehrling Wilhelm Acker von Wiesbaden wegen Straßenraubs und am Dienstag, den 21. d. M., wider den Taglöhner Michael Schießer aus Bieb­rich wegen versuchten Mords. Verteidiger in dem ersten Fall ist Rechtsanwalt Dr. Wenzel, im zweiten Rechtsanwalt Dr. Schneider.

— Der Verkauf und Vertrieb ausländischer Serienlose ist

verboten und unter Strafe gestellt. In der letzten Zeit wurde wieder mehrfach versucht, solche Lose in Wiesbaden unterzu­bringen. Die Behörden warnen vor dem Ankauf, da eine Ge­währ für rechtmäßige Ziehung und Auszahlung des Gewinns in keiner Weise geboten ist.

— Kontrollversammlungen. Es haben zu erscheinen: Morgen Freitag, den 3. April 1914, vormittags 9 Uhr: Sämt­liche Mannschaften der Provinzial-Jnfanterie mit Ausnahme der bei dieser Waffe gedienten Okonomiehcmdwerker, Büchsen­macher und Krankenträger der Jahresklasse 1907. Vor­mittags 11 Uhr: Jahresklasse 1908. Nachmittags 3 Uhr: Jah- resklasse 1909. Die Kontrollversammlungen finden im Hof des Bezirkskommandos, Bertramstraße 3, statt.

— Gerichtliche Versteigerungen. Bei einer gestern vor dem hiesigen Amtsgericht stattgehabten Versteigerung des An­wesens Kapellenstraße 38 Hierselbst blieb mit 15 200 M. bar, bei einer Hypothekenübernahme von 69 000 Di., der Privatier Friedrich Blum Hierselbst Höchst- und Letztbietender. Blum selbst ist im Besitz einer Hypothek von 10 000 M. Feldgericht­lich geschätzt ist das Immobil ün Jahre 1897 zu 85 000 M. Die Steuerbehörde hatte dasselbe zu 100 000 M. geschätzt. Der Zuschlag wurde gleich erteilt.

— Spanische Schatzschwindler. Trotzdem wiederholt auf das Treiben der spanischen Schatzschwindler hingewiesen wurde, gehen doch immer noch zahlreichen Einwohnern Briefe aus Madrid mit dem bekannten Inhalt zu. Die Polizei läßt . erneut vor dem Eingehen auf die schwindelhaften Angebote warnen.

— Die weibliche Leiche, welche am .Dienstagabend an der Krippe bei Biebrich aus dem Rhein gelandet würde, ist als die einer 35 bis 40 Jahre alten Frau Schulz aus der Blücher­straße hierselbst erkannt worden. Die freiwillig aus dem Leben Geschiedene soll von einem starken Nervenleiden be­fallen gewesen und deshalb in den Tod gegangen sein.

— Kleine Notizen. Iw Monat März ist die Volks- lesehalle. Hellmundstraße 45, 1, von 3825 Lesern und 618 Leserinnen besucht worden. — Restaurateur Jllian, von, dem gemeldet worden. daß er das Restaurant „Euro­päischer Hof" in der Langgaffe abgegeben hätte, führt das­selbe bis zum l. Juli fort.

vorberichts über Kunst, Vorträge und verwandtes.

* Königliche Schauspiele. Infolge Erkrankung des Herrn Scheidt ans Frankfurt a. M. singt in der heutigen Aufführung „Walküre" Herr Kammersänger Max Büttner vom Hof- theater in Karlsruhe die Partie des „Wotan".

* Residenz - Theater. (S pr elplau- Ergänzung.) Sonntag, den 5. April, nachwittEs 144 Uhr: „Der ungetreue Eckebart". — Au dem gestrigen Gastspiel Albert Bassevmanns in Siernheims neuer Komödie „Der Snob" erwiesen sich die Räume des Residenz-Theaters als zu Lein, um der Nach­frage nach Karten entsprechen zu können. Um nun dem Publikum Gelegenheit zu geben, den genialen Winstler in der Rolle des Christian Maske, die er bis jetzt nur in Berlin zur Darstellung prachte, zu sehen, war die Direktion bemüht. Albert Bassermann zu einer Wiederholung seines Gastspiels zu ge­winnen: sie findet am Dienstag, den 7. Uprjl. statt. Der Kartenverkauf zu dieser Vorstellung beginnt am Samstag. Samstagabend wird auf mehrseitigen Wunsch das beliebte Lustspiel „Die heitere Residenz" wieder in den Spielplan aus-, genommen und anr Sonntagabend geht iwchmals das erfolg­reiche Lustspiel „Der blinde Passagier m Szene, während am Nachmittag der übermütige Schwank „Der ungetreue Eckchart" zu halben Preisen gegeben wird.

Musik- und Vortragsabende.

(Ohne Gewähr.) Das Schreibersche Konservatorium hatte mit seinem Vortragsabend letzten Mittwoch (Schüler aus Mittel-, Ober- und KinstlerKassen) . einen Erfolg aufzu­weisen. wie er wohl in diesem Matze künstlerisch der be­treffenden Anstalt nur selten begegnet sein dürfte. Einige der Vortrags nummern auf piamstnchem Gebiet können direkt als konzertreif bezeichnet werden. Viel zu dem schönen Ge­lingen des Abends trugen weiterhin me gesanglichen Dar­bietungen von Frau Luise Lang bei. Vornehmlich waren ihre Regerlieder von direkt bestrickendem merz. Die Zuhörer gaben rn reichem Maße ihrem Beifall Ausdruck

(Ohne Gewähr,) Mr. und Mrs Freese hatten am Mittwoch wieder ein Teekonzert, dech letzte dieser Saison, rm „Hotel Nassauer Hof" veranstaltet, dessen Ertrag dem Fonds zur Renovierung der englischen Kirche zugeführt wird. Früh­lingsblumen zierten die hübschen und gemütlichen Räume. Es hatte sich eine große Anzahl Besucher eingefunden. U a waren erschienen: Mr. und Mrs. Jackson. Mrs. Pilcairne Knowles. Exzellenz Dime, de Kronvenskp und Mlle. de Kron- penskh. Lady Sempill, Miß Cawbler, Mrs. Edwards Baron und Baronin van Evs de Linde,:. Baronin v. Ompteda Sir William Ward. Mr. und Mrs. Conson Hübsche Blumen wur­den angeboten von Mlle. v.. Evs. und Miß Andreh und die Programme von Miß Freese und weile.,de Krovpiug. Herr Zerlett brachte mit seinen Schülerinnen Konipositionen von BoahE. Hartmann. Pfitzner. Rewhardt zu Gehör und einige sehr mchsche Kompositionen von Zeriett. Obgleich dies das letzte Teekonzert war. wird im Juni für denselben Zweck eine größere Veranstaltung, im Paulinenschloßchen folgen.

Kus dem versinslsben. vereinsoocträge.

(Ohne Gewähr.) Der „Krieger- und Militär- Verein" hielt hier einen Vortragsabend ab. Hauptmann der Landwehr a. D. S ch u st e r (Wiesbaden) hielt einen über­aus interessanten Vortrag über feine Erlebnisse in dem großen

Kriege gegen Frankreich vor 44 Jahren. Der Vortragende, der Ritter des Eisernen Kreuzes ist. wußte durch seine Aus­führungen die Zuhörer, die den Saal der Durngesellschast bis aus den letzten Platz füllten, überaus zu fesseln. Lichtbilder umrahmten den Vortrag und ergänzten ihn. Das Offizier­korps, Sanitätsoffiziere iVi> Beamte des Regiments d. Gevs- dorsf. bei dem Hauptmann Schuster den Feldzug mitgemacht hat, sowie die Mannschaften der 8. Kompagnie des Regiments, der Schuster einst ansehort, waren vollzählig erschienen.

(Ohne Gewähr.) Am vierten Vortragsabend (Donners­tag. den 26. März) im „Rhein- und Taunusklub Wiesbaden" geleitete Herr E. Markusch di sosehr zahl­reich erschienenen Zuhörer nach einer eingehenden Schilderung von Land und Leuten des Bayrischen und Böhmer Waldes von Furth i. W. aussiehend, an der Hand prächtiger Lichtbilder vom Hofphotographen Adolph aus Passau, nach den wegen ihrer landschaftlichen Schönheiten und herrlichen FernÄicke am meisten besuchten Höhen dieses Mittolgedirges. wie Hoher Bogen, Ossar, Arber. Musen mit seinem Granittrümmerfels, Dreisessel und Blöckenstein. In fesselnder Darstellung ge­dachte der Redner der Reise der wunderbaren Seen und der vielen Wasserfalle, als Schwarzer See. Arber-See. Riesloch- Schlucht. Blöckenstem-See, an dessen Ufer dem Sänger des Böhmer Waldes, Stifter, ein Denkmal errichtet wurde. Mit dem Besuche einiger Urwaldpartien und dem reizend ge­legenen Passau schloß d>er mit großem Beifall aufgenommene Bortvag. Dieser Vortrag war der letzte der dieswinterlichen Vortragsabende und werden Vortragsanmeldungen für den kommenden Muter bereits jetzt vom Vorstand gerne entgegen- genommen.

Mus bem Landkreis wiesbaden-

Pferdezüchtgenoffenschaft für den Stadt- und Landkreis Wiesbaden.

w-c. Erbenheim, 1. April. Die PfMdezuchtgenossenschaft für den Stadt- und Landkreis Wiesbaden tagte Mittwoch- nachmittag hier im Restaurant „Zum Schwanen" zu ihrer Hauptversammlung Bürgermeister a. D. Wolf =' Biebrich leitete die Verhandlungen, welchen als Vertreter unserer Land- wirtschaftskam-mer Landwirtschaftsinspektor Keiser anwohnte. Dem vom Direktor Landwirt Heinrich Merten (Erbenheim) erstatteten Geschäftsberichte seien die folgenden Angaben ent­nommen: Der Mitgiliederstand hat sich um 3 gehoben und be­trägt heute 155. 7 neuen Aufnahmen stehen 4 Austritte

gegenüber. Das Deckgefchäft nahm einen befriedigenden Ver­lauf. 12 Stuten wurden belegt. Der Absatz der Fohlen war zunächst ein guter, später aber flaute das Geschäft »«Mich ab. Die FutterverhAtmsse werden als günstig bezeichnet und in einem Falle konnte ein Mehrgewicht von zwei Zentnern bei einem Fohlen festgestellt werden. Die Beziehungen der Ge­nossenschaft zu der Landwirtschaftskammer, zum Mittol- rhernischen Pferidezuchtverein und zu dem Frankfurter Land­wirtschaftlichen Verein sind die besten. Direktor Petit- iean (Wiesbaden) brachte den Kassenbericht zum Vortrag. Die gesamten Aktiven bslaufen sich aus 21 413 90 M.. die Passiven auf 22 699.33 M.. so daß sich ein Jähresverlnst ergibt von 1280.43 M. Die Unterbilanz ist bedingt durch außer­ordentlich starke Düngungen, welche dem Gelände dauernd zugute kommen. An Weidegeld gingen ein 4258.62 M., an Erlös aus Obst usw. 950 M. Der Rechner erhielt die nach­gesuchte Entlastung. Die turnusgemäß ansschvidenden Mit­glieder des Aufsichtsrats. Tierarzt Dr. Hermann Müller (Biebrich) und Johann Kletdt (Igstadt) wurden wieder,ge- wählt, ebenso die beiden Vertreter zum Verbands tago, Schreiner (Biebrich) und Breitenbach. Die alten Weide- bedtngungen sind nach den Erfahrungen, welche im letzten Jahre gemacht wurden, in einigen Punkten umgeändert wor­den. Die Änderungen wurden gutgeheißen. Im weiteren wurde die Aktiv- und Kredit-Grenze wie seither auf 6000 resp. 10 000 M. festgesetzt. Zum Schluß hielt der Wandeoredner des Mittolrheinischen Pferdezuchtvereins. Kreis tierarz! Dy. Wenzel l Lim bürg). einen recht instruktiven Vortrag über die deutsche Pferdezucht, in dem er aus nationalen und wirtschaft­lichen Gründen eine Steigerung der Pferdezucht für dringend erwünscht erklärt. In der sich anschließenden Debatte wies Landwirtschaftsinspektor Keiser auf die Mittel hin welche der Landwirtschaftskammer zur Förderung der heute nocfj kläglichen Pferdezucht des Bezirks zur Verfügung stehen. Es wird ge­plant. d'ie.Zuchtprämien von 200 auf 800 M. zu erhöhen. Unter 80 besichtigten Fohlen konnten zuletzt nur 6 Prämien zuer­kannt werben.

= Kloppenheim, 2. April. Herr Philipp Ruf von hier ist heute 20 Jahre hindurch W a i s e n r a t der hiesigen Ge­meinde geloesen.

Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

Lebensmüde.

hg. Weilburg, 2. April. Heute früh hat sich der Direktor der hiesigen Landwirtschaftsschule Professor Dr. Kienitz - G e r I o f f in seiner Wohnung erschossen. Der Grurch der Tat ist gänzlich unbekannt. Die für heute angesehte mündliche Prüfung der Abiturienten mußte des Selbstmords wegen verschoben werden.

= Schlangcnbad, 1. April. Zu Mitgliedern des Schul­vorstandes wurden auf 6 Fahre gewählt die Herren Dr. Hannappel, W. Heyden und G. Winter.

— Frankfurt a. M>, 2. April. Im Hauptbahtthof stürzte gestern nachmittag gegen 2 Uhr am nördlichen Erweiterungs­bau eine Mauer ein. Zwei Maurer waren mit der Auf­führung einer 2 Meter hohen Mauer oberhalb des zweiten Obergeschosses beschäftigt. Sie waren im Begriff, die nach dem Treppenhaus zu gelegenen Fugen auszukratzen und lehn­ten sich zu stark an die frisch aufgeführte Mauer, die plötzlich nachgab und :n das Treppenhaus, etwa 12 Meter tief, herab­stürzte. Der eine der Maurer stürzte nach und erlitt schwere Kopfverletzungen, während der andere noch rechtzeitig zur Seite springen konnte und so unverletzt blieb.

Regierungsbezirk Raffel.

Ein Mainzer Automobil von einem V-Zug überfahren.

zv- Kassel, 1. April. Ein Automobil von Mainz mit vier Insassen überfuhr bei dem Bahnübergang oberhalb Ob er­zwehren, indem es mit großer Geschwindigkeit den steilen Abhang hinunterfuhr, die geschlossene Bahnschranke. Der im gleichen Augenblick mit einer Geschwindigkeit von 86 Kilo­metern herannahende O-Zug Nr. 187 Köln-Leipzig überfuhr das Automobil, dessen Insassen herausgeschleudert wurden, jedoch erhebliche Verletzungen nicht erlitten. Der O-Zug ent­gleiste. Infolge der durch den Unfall verursachten Störung im Eisenbahnbetrieb verzögerte sich die Abfahrt der Kaiserin nach Venedigs die um 7 Uhr 15 lOiin. erfolgen sollte, bis 7 Uhr 33 Msu- Mit der Kaiserin begab sich Prinz Joachim nach Venedig-

Die Weihe der Kasseler Stadthalle.

SS. Kassel, 1 . April. Honte mittag wurde mit einem Fest­akt die istadthalle ihrer Bestimmung übergeben. Zahl­reich hatten sich Vertreter von Behörden eina-esunden. aus der Bürgerschaft wurde dieser Einweihungsfeher gleichfalls lebhaftes Interesse entgegengebrachi. Die Festhalle gewährte einen udevauZ gediegenen Eindruck. Der Festalt war, mit Aus­nahme der Ansprache des Oberbürgermeisters Koch, lodi-gliw musiialischer Art. Im Anschluß a,„ diesen Festakt wurde der Wandvrnngen. den der Derschönerungsverein der Stadt Kassel geschenkt hat, diirch Stadtältesten Schmidt enthüllt.