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ALend-AusgaLe, 1 Blatt.

MesksdeNer TaMM.

Mittwoch, 1. April 1914.

Nr. 154.

„Eule". Durch die Niederlegung der alten Häuser war Herr

Kuhn gezwungen, einigemal« zu wechseln, bis er in dem Weimerschen Hause, Langgafse 4, eine bleibende Stätte fand.

— Kontrollversammlunge«. Zn denselben haben zu er­scheinen: Morgen Donnerstag, den 2. April 1914, vormittags 9 Uhr: Sämtliche Mannschaften der Provinzial-Jnfanterie, mit Ausnahme der bei dieser Waffe gedienten Qkonomiehand- werker, Büchsenmacher und Krankenträger der Jahresklasse 1904. Vormittags 11 Uhr: Jahresklaffe 1905. Nachmittags 3 Uhr: Jahresklasse 1906. Die Kontrollversammlungen fin­den im Hofe des Bezirkskommandos, Bertramstraße 3, statt.

— Wer ist's? Gestern abend wurde aus dem Rhein bei Biebrich eine weibliche Leiche gelandet. Es handelt sich um eine 35 bis 40 Jahre alte, 1,60 bis 1,65 Meter große Person mit dunklem Haar, die ein falsches Gebiß trug. Be­kleidet ist die Leiche mit einem schwarzen Kostümkleid, einem schwarzen Filzhut mit bunten Federn, mit einem blau- und weißgestreiftem und einem weißen Unterrock, Weißen Unter­hosen, schwarzen Strümpfen und langen braunen Schnür­stiefeln. An der linken Hand hat sie einen Ring ohne Stein. Ferner trägt sie Ohrringe. Eine schwarze Handtasche, die man bei der Leiche fand, enthält neben einem Portemonnaie mit 2 M. 16 Pf. Inhalt und einem Taschentuch eine Geschäfts­karte der Firma P. A. Stoß Nachfolger in Wiesbaden. Die Biebricher Polizeiverwaltung nimmt Mitteilungen über die Persönlichkeit der Toten entgegen.

—- Lebensmüde. Gestern abend fand man auf der Hoch­stätts einen hiesigen Taglöhner erhängt vor. Der Mann hin­terläßt 8 Kinder. Die Ursache der Tat ist unbekannt.

— Personal-Nachrichten. Oberlehrer Professor Friedrich Rolcnkötter vom König!. Realgymnasium ist vom 1. ApM ab an das Königliche Gymnanrrm in Hanau versetzt. — Bei den im Landeshause abgehaltenen Prüfungen haben Buch­halter Rührig von der Nassaurschen Landesbank das Examen als Oberbuchhalter, Sekretär Schilling von der Landes­direktion dasjenige als Landes^ekretär bestanden. Der SÄre- tär-Anwärter Bunge von der Landesjdirektion sowie der Buchhalterei-Anwärter Bach von der Nassaurschen Landes­bank haben die Sekretär- bezw. Buchhalter-Prüfung bestanden.

— Landesbankrendant Wecks ist zum 15. April von Renne- rod nach Ems versetzt. Mit der kommissarischen Verwaltung der Landesbankstelle zu Reunerod ist Landesbankanwärter H a r d e ck betraut.

— Kleine Notizen. Zum 1. April verläßt der verdiente Buchbindermeister Heinrich Bernhard, der im 76 Lebens­wahr steht, den Dienst an der Landesbibliothek, um sich end- gültiq zurückzuzieheu. Seitdem Herr Bernhard sein eigenes Geschäft im Jahre 1901 aufgab, war er bei der Nassaurschen Landesbibliothek tätig, die rhn nur ungern scheiden sieht. — Von heute ab finden wieder täglich die beliebten Cafe- k o n z e r t e Unter den Eichen im Cafe-Restaurant Ritter statt.

— Heute sind es 25 Jahre, daß der Schrerner Adolf Preß in dem Hause 'L-teingasse 21 wohnt. — Der Kreisausschuß des Unterwesterwaldkveises hat für die „Alpha" (Allgemeine Photographische AuWellung) einen Ehrenpreis gestiftet für eine Sammlung von Photographien aus dem Westerwald, vornehmlich aus dem Unterwesterwald- kreis.

vorberichte über «unst» Vorträge und verwandtes.

* Residenz-Theater. Auf das morgen Donnerstag statt­findende letzte Gastspiel des Hanauer Operetten-Ensembles unter Leitung des Herrn Direktors Steffter sei nochmals a-uf- nerksam gemacht, zur Aufführung gelangt bekanntlich der be­liebte musikalische Schwank „Jilmzauber". Am Freitag wird das neue interessante Offiziers-Schauspiel „Lutz Löwenhaupt" von Schmidt-Kestner wiederholt.

dem Landkreis lVieshaden.

-ö- Biebrich, 1. April. Das Einjährigen-Examen haben bei der hiesigen Riehlschule (Realgymnasium sämtliche 41 Schüler der Untersekunda bestanden. Von den jungen Leuten vevlaffen 30 die Schule, um einen Beruf zu ergreifen,

9 werden den Lehrgang des Realgymnasiums weiter verfolgen und 2 den der Oberrealschule. — In der gestrigen Borstands- sitzung der „Allgemeinen Ortskrankenkasse", die jm „Schützenhof" stattfand, führte Beigeordneter Kranzbühler, als stellvertretender Vorsitzender dos Versichernngsamtes. den kommissarischen 1. Vorsitzenvon, Stadtverordneten Haupt- mann a. D. Giovanmni, in sein Amt ein. Die Wahl des stell­vertretenden Vorsitzenden fiel auf Kaufmann Jsenoerg. Zum Schriftführer wurde Registrator Hugo Kurandt gewählt. Der Vorstand genehmigte dann den von der Bereinigung der Krankenkassen von Wiesbaden und Umgebung mit dem Ver­ein der Kassenärzte für den Landkreis Wiesbaden abge­schlossenen Vertrag, der bis zum 31. Dezember 1920 die Arzt­frage regelt. — — Der Ausmarsch der Unteroffizier­schule aus Biebrich fand heule vormittag 11 Uhr statt. Als ein besonderer Umstand sei erwähnt, daß Oberbahnhofsvor­steher Beerbohm. der seinerzeit bei derGründung derUnter- offizierschule mit der ersten Stammannschaft hier eingezogen ist. jetzt nach 47 Jahren bei dem Wechsel der Garnison den Eisenbahnzüg abgelassen hat. der die Unteroffizierschule nach Wetzlar entführte. — Am morgigen Tage können der Gas­meister Heinrich Wedel und der Fabrikarbeiter Jakob Debus auf eine ununterbrochene 26jährige Tätigkeit bet der Firma Portland-Zementfabrik Dyckerhoff u. Söhne, G. m. b. H.. Amöneburg, zurückblicken.

z. Bierstadt, 31. März. Der Gemeinderat stimmte in seiner letzten Sitzung einem vorliegenden Baugesuch der Witwe Philipp Frechenhäuser zu. Desgleichen wurde einem Gesuch des Bauinspektors I. Müller um die Genehmigung einer Kläranlage für seinen Landhausneubau zugestimmt. — Bei den Entscheidungsläufen zu Mainz-Gonsenheim für die im Jahre 1916 stattfindenden Olympischen Spiele zu Berlin ging das Mitglied des hiesigen Sportklubs „Athletia", Joseph Lenker, unter 46 Mitbewerbern als zweiter Sieger hervor. Er durchlief die 6000 Meter lange Waldstrecke in 17 Minuten. — Gestern und heute hielt Rektor Walther die Schulprüfung in den hiesigen Schulklassen ab.

prsVmz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

Eisenbahnverstaatlichung.

w. Frankfurt a. Al., 1. April. Das preußische Staats- ininisterium hat den Vertrag zwischen der Eisenbahnverwal­tung und der Cronberger Eisenbahngesellschaft behufs Über­gang der Cronberger Eisenbahn an den preußischen Staat für den Kaufpreis von 1200 000 M. endgültig genehmigt. Die Eilenbahnverwaltung wird zum Ausbau der Linie zunächst 650 000 M. aufwenden, wovon allein 350 000 M. Anteilkosten auf den Umbau des Rodelheimer Bahnhofs entfallen.

— Frankfurt a. M-. 31. März. Justizrat Meyer (Frankfurt a. M.) teilt wir. daß rhn Frau Professor Fleisch beauftragt habe, gegen die Urheber der über ihren verstorbenen Gatten ausgestreuten V e r t e u m d u ngen bezüglich des Frankfurter Gesangj» e -u„ „L 6 1 } f, gerichtlich vorzugehen

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«trunken batte.

-s- Bad Homburg v. d. H., 1. April. Die Stadtverord- neten-Versammlung bewilligte tu ihrer gestrigen Sitzung den Restbetrag von 13 000 M. für die Erneuerungsarbeiten am Elisabethenbrunnen, die ihrer Vollendung entgegen­gehen. Der Antrag auf Gehaltserhöhung der städtischen B e - amten wurde wegen der ungünstigen Finanzlage zurück­gestellt. — Die Einweihung des Siam-Tempels, ein Geschenk des verstorbenen Königs von Siam an den Kaiser, findet am 22. Mai statt. Auf Wunsch des Kaisers fand der Tempel im Kurpark Aufstellung.

FC. Camberg. 31. März. Der Taubstummen! ehrer Z i r v a c bei dem hiestg>en Taubstummeninstitut begeht amr 1. April das 40jährige Dienstjubiläum seiner Lehr­tätigkeit.

X Diez, 31. März. Am 28. d. M. sind das Wohnhaus und die Stallungen des Wirtes Andre in Dornberg durch Feuer zerstört worden.

Regierungsbezirk Nasse!.

* Kassel, 31. März. Die Kaiserin trifft morgen mittag gegen 2 Uhr aus Braunschweig in Kassel ein, wo sie von dem Prinzenpaar Reuß XXX. empfangen wird. Um 7 Uhr reist die Kaiserin nach Venedig weiter, wo sie von der Kaiserjacht „Hohenzollern" nach Korfu gebracht wird.

Nachbarstaaten tt. -Provinzen.

Hessische Gemütlichkeit.

" Daemstadt, 31. März. Eine freudige Überraschung be­reitete gestern das Präsidium der zweiten Kammer den Abgeordneten und Journalisten, indem es als Stärkung zu denr schweren Werke der Durchberatung des Justizetats ein Faß Bennobier auflegen ließen. Der vortreffliche Stofs, der den Beständen des Hotels Heß entnommen war, trug selbstverständlich nicht wenig bct®u bei, die Debatte zu beleben und die allgemeine Stimmung in der von 3 bis

Uhr dauernden Sitzung angeregt zu erhalten. (Hoffent­lich kein Aprilscherz?! Red.)

*

rmk. Darmstadt. 31. März. Die Frage der Steuer­er h ö h u n g in Darmstadt wird am Donnerstag in der Stadt- verordnetensrtzuna bei Beratung des Hauptvovanschlags zu einer voraussichtlich sehr lebhaften Debatte führen. Die Bürgermeisterei schlägt nämlich auf Grund der finanziellen Lage der Stadt eine Steuererhöhung von 128.4 Proz. auf 132.2 Proz. bei der Einkommensteuer und von 21.3 auf 22.8 bei der Vermögenssteuer vor. während der Finanzausschuß nach eingehender Beratung in seiner Mehrheit zu der Auf­fassung kam, daß die derzeitigen Verhältnisse eine Steuer- erböhung für das Rechnungsjahr pro 1914 überhaupt nicht nötig machen.

* Heidelberg, 31. März. Die von der Heidelberger Stra­ßen- und Bergbahn-Aktiengesellschaft erbaute elektrische Bahn durch das Reckartal ist heute abend feierlich er­öffnet worden. _

Gerichtssaal.

Die Unterschlagungen des Dr. Geißcnberger.

Das Urteil.

kc. Wiesbaden, 1. April. Der Geschäftsführer Dr. Geißen­berger, welcher der Gemeinnützigen Baugesellschaft in Gries­heim in den Jahren 1911 bis 1914 150 000 M. unter­schlagen und versucht hatte, die Veruntreuungen durch Urkundenfälschungen zu decken, wurde von der Strafkammer zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt.

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wb. Fahrlässige Tötung durch das Auto. Kaisers­lautern, 31. März. Die Strafkammer verurteilte den praktischen Arzt Dc. Ludwig Stein, der als Führer feines Kraftwagens durch Fahrlässigkeit den Tod des Regierungs­rats Feiertag und des Ghmnasialproseffors S e n f f e r t h verschuldet hatte, zu 4 Monaten Gefängnis und Tragung der Kosten.

§port und Luftfahrt.

* Wiesbadener Rennen. Das Gesamtergebnis der Nennungen für das Frühjahrsmeeting am 14. und 16. April ist, nachdem gestern für die beiden Flachrennen (Kurpark- und Wartturmrennen) je 20^Pferde genannt wur­den, als sehr günstig zu bezeichnen. Insgesamt wurden 60 Pferde mehr als im Vorjahr genannt.

sr. Ein neuer Stundenweltrekord auf dem Rade. Der im Jahre 1909 von dem Franzosen Guignard mit 101,823 Kilo­meter aufgestellte Weltrekord im Radfahren hinter Motoren ist überlboten worden. Wie uns aus München gemeldet wird, ist es dem dort bereits seit einiger Zeit trainierenden Ber­liner Rettelbeck gelungen, mit 102,398 Kilometer eine neue Höchstleistung unter offizieller Kontrolle des Verbandes Deutscher Radrennbahnen auszustellen. -

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Neue Höhenrekorde. Gestern nachmittag hat auf dem Flugplatz Johannisthal der Rumplerpilot Linuekogel auf einem Rumpler-Eindecker einen Höhenweltrekord ohne Passa­gier aufgestellt. Er erreichte eine Höhe von 6800 Meter. — Der Flieger Garaix erreichte auf dem Flugfeld von Chartres mit 9 Fluggästen an Bord seines Zweideckers in 65 Minuten eine Höhe von 1600 Meter.

Neues aus aller Welt»

Die Erdsturz - Katastrophe bei Meilhac. Paris, 1. April. Die Blätter bringen heute ausführliche Schilde­rungen über die Erdsturz-Katastrophe, die sich insbesondere im Dorfe Meilhac ereignet hat. Die Erde ist ,j n e | n , er dehnung von über einem Kilometer aufgerissen und 10 Häuser sowie alles andere, was auf dieser Fläche^stand, ist tn standenen Abgrund versunken. Menschenleben pni, der Katastrophe glücklicherweise nicht zum Opfer gefallen, doch sind sechs vierköpfige Familien obdachlos und vollständig ruirtiert. Bisher ist die Bewegung nicht zum Stillstand ge­kommen und täglich erfolgen neue Erdstürze. Bon Zeit zu Zeit macht sich ein donnerähnliches, unterirdisches Krachen bemerkbar. Auch die Bewohner der umliegenden Dörfer sind der Verzweiflung nahe, da durch die Katastrophe werte Strecken mit Nutzhölzern verwüstet worden sind, die dort die Hauptindustrie bilden.

Brand in einem Rheinstrandbad. Köln. 81. März. Das große Restaiurationsgebäude des benachbarten, erst im Jatzre 191.2 e'öffneten Strandbades Langel ist heute mittag ein Raub der Flammen geworden.

Ein Lcprafall in Ulm. Ulm (Donau). 81 März. Großes Aufsehen erregt hier ein Fall von Lepra. Es kam der HoiiEl- behörde zur Kenntnis, daß ein Mann, unter verdächtigen Er­scheinungen erkrankt war. Die sofortige Untersuchung ergab.

daß es sich um einen Fall echter Lepra handelt. Der Kranke wurde auf Anordnung der Behörde in seiner Wohnung isoliert und befindet sich unter ständiger Beobachtung.

Untergang eines RheinMffes. Duisburg, 31. März. Der Hafenschleppdampfer „Jean Dewyk" geriet heute nach- mrttag beim Verlassen des Pavallelhafens in eine starke Rhein- stromung. Die Wellen schlugen über den tiefliegenden Dampfer, der infolge dessen sank. Zwei Matrosen sind er­trunken. Der Schiffsführer und ein Matrose wurden gerettet, letzterer wurde schwer verletzt.

, Ein Prokurist der Deutschen Bank das Opfer des Börsen- spiels. D.srlin. 31. März. Der seit dem vorigen Jahre zum Merlungsdirektor ernannte Prokurist der Deutschen Bank, Julius Köhler, beging in den Geschäftsräumen einen Selbstmordversuch. Die Ursache dazu rst auf eine heute bei der Direktion der Bank eingegangene Mitteilung zurückzu- fuhren, wonach der genannte bei einer hiesigen Bankfivma aus Spekulationsgeschäften herrühr ende Schulden haben soll. Seine dienstliche Tätigkeit führte er bis zuletzt in guter Ord­nung und frei von jedweder Unregelmäßigkeit. Der Deutschen Bank gegenüber hat er sich in keiner Weise verschuldet. Seine Schulden werden auf etwa dreiviertel Millionen Mark ge­schätzt. Köhler wurde in eine Klinik gebracht. wo er seinen Verletzungen alsbald erlegen ist.

Ein Sprengunglück. Esch a. d. Mzette, 1. April. In der luxemburgischen Ortschaft Burscheid ereignete sich gestern e:n schwerer Unglücksfall. In einer Sterngrube wurden bei der unerwarteten Explosion einer Mine ein Arbeiter getötet und zwei andere schwer verletzt.

Falliöres und sein Hanswirt. Paris, 1. April. De» ehemalige Präsident der französischen RepubilA, Fallieres, erschien gestern in vrivater Sache im Justizpalaste, um gegen fernen Hauswirt eine Klage einzureichen. Fallieres führte beim 'Gericht bitter Klage darüber, daß fern Hauswirt trotz der dringendsten Mahnungen noch immer nicht die Hfen in seiner Wohnung in Ordnung gebracht habe. Diese hätten den ganzen Wrnter über schrecklich geraucht und er könne es nicht mehr aushalten., Das Gericht hat daraufhin sofort einen Sachver­ständigen in die Wohnung beordert, um den traurigen Zu­stand der Lsen festzustellen.

Verheerende Lawinen. Paris, 1. ApM. Wie aus Albertville gemeldet wird, bat crne Schneelawine große Zer­störungen angerichtet, indem sieben Pachthöfe vollkommen zerstört wurden. Auch die Forsten wurden stark mitgenommen. Mehrere Menschenleben sind der Lawine zum Opfer gefallen. — Datum, 31. MäW. Bei dem Bergdorfe Tobet sind vier Bauern durch eine Riesenlawine getötet und sechs verletzt worden.

Automobilunfall des Kommandeurs des Kmrstantinopler Armeekorps. Konstantinovel. 1. ApM. Der Komman­deur des 1. Armsekorps in Konstantinovel, Oberst Nuri-Beh, wurde bei einem Zusammenstoß seines Automobils mit einem Straßenbahnwagen so schwer verletzt, daß an seinem Auf­kommen gezweifelt wird. Er wurde bewußüos in ein Militä» Hospital aebracht und konnte noch nicht ins Bewußtsein zurück- gerufen werden.

Die Pest in Hongkong. London, 31. März. Der Gout«»- neur von Hongkong berichtet dem Kolonialamt. daß in der mit dem 29. März abschließendlsn Woche 48 Pestfälle voÄamen, von denen 38 tödlich verlaufen sind.

Rooscvelt in den Jagdgründen Perus verschwunden. New Nork, 1. April. Die Zeitung „Evenina Sun" ver­öffentlicht ein Telegramm aus Buenos-Ayres, wonach der ehe­malige Präsident der Vereinigten Staaten. Roosebelt. und seine ganze Beyleitung schon seit Wochen spurlos verschwunden sind. Er soll in Jguitos in Peru ztrm letztenmal gesehen worden sein. Seitdem hat man keine Nachricht von ihm.

Ein Fabrikbrand, vier Arbeiter verbrannt. Rotter­dam, 1. April. Bei einem Brande in eurer Dampfspinnerei in Almelo kamen vier Arbeiter und eine Arbeiterin in den Flammen um. Zahlreiche Personen erlitten Brandwunden, eine von ihnen mußte nach dem Krankenhaus transportiert werden. Ein Arbeiter, der aus dem dritten Stock sprang wurde leicht verlebt ein anderer ließ sich «rn einem Strick au? dem werten Stock herrinter und wurde ebenfalls warch Brandwunden verlebt. Die Feuerwehr war machtlos Das Fabrrkaebäude brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder

Die Massencrkrankungen unter den Petersburger Fabrik­arbeiterinnen. Petersburg. 31. März. Dis Massen- eritancungen unter den Fabrikarbeiterinnen dauern an Am Vormittag erkrankten in der Tabakfabrik 60, in der Gummi­fabrik 20.

Letzte Drahtberichte.

Vertagung oder Schließung des Reichstags?

8- Berlin, 1. April. (Eig. DrahtLericht) Die gestrige Korrespondenz-Meldung, der Reichstag werde zu Pfingsten nicht vertagt, sondern geschlossen und vom Reichskanzler nach Hause geschickt werden, wird in poli­tischen Kreisen nicht ernst genommen. Es mußte auf­fallen, daß diese neueste, gegen den Reichstag gerichtete Kampagne — und darum soll es sich bei der Notiz doch offenbar handeln — wiederum im konser­vativen Lag e r oder in dessen Nähe ihren Ursprung hat. Daraus spricht offenbar die Sehnsucht nach einem neuen Konflikt, vor allem aber der Wunsch mit nach, einer Schließung der Session, um im Herbst Gelegenheit zu einer neuen Präsidentenwahl und damit zu einer neuen Kraftprobe zu haben. Uns erscheint außerordentlich fraglich, ob diese Wünsche in Erfüllung gehen werden. Wie uns heute an amtlicher Stelle versichert ^ wird, liegt irgendein Beschluß der Rerchsregierung über Vertagung oder Schließung des Reichstags nicht vor und die Verbündeten Regierungen haben auch zurzeit keine Veranlassung, zu einer Frage Stellung zu nehmen, die in diesem Augenblick nichts weniger als brennend ist.

Zum Angriff auf einen Posten in einem Straßburger Fort.

A Straßburg, 1. April. (Eig. Drahtbericht) Zu der Meldung von dem überfall auf einen Unteroffizier im Fort in Sundheim erhält „Straßburger Bürgerzeitung" von recht gut unterrichteter Seite sine D a r st e l l u n g, die wesentlich von der durch das Wolffsche Buveau verbreiteten a b w e i ch t. Danach trat der Unteroffizier vor die Türe der Wachistube, weil er einen Schuß hörte und annahm, daß einem Soldaten das Gewehr losgegangen sei; dabei erhielt er aus nächster Nähe einen Schuß, der eine leichte Fleischwunde verursachte. Bei der sofort aufgenommenen Verfolgung wurde der'Täter erfaßt und einem Landgendarmen übergeben, dem er jedoch wieder entkam. Der Unteroffizier hat in dem Täter einen im vorigen Jahve entlassenen, nicht aus dem Elsaß stammenden Soldaten seiner Kompagnie erkannt. Und so scheint sich die Affäre, nach der Darstellung der „Bürger- zeitung", als ein Racheakt aufzuklären.

Eine sozialdemokratische „Jugenb"-Borstellung verboten.

utl Berlin, 1. April. (Eig. Drahtbericht) Am kommen­den Sonntag sollte das Halbesche Liebesdrama „Jugend" vor der arbeitenden Jugend Berlins aufgeführt wer­den. Der Polizeipräsident v. Jagow hat jedoch die Auffüh­rung verboten, und zwar mit folgender Begründung: Bei

aller Wertschätzung des Dramas, gegen dessen Aufführung vor einem erwachsenem Publikum keinerlei Bedenken erhoben