Einzelbild herunterladen
 
  

Sette 2.

Abe«d-A«sgabe, 1. Blatt.

resoaderrer TaMalt.

Dienstag, 31. März 1911.

Pu* IO*»

morgen so bleibt, wie es heute war, so gedenkt das Luftschiff eine größere Fernfahrt, die zweite übernahmefahrt, zu unter­nehmen.

Absturz eines Militär-Doppeldeckers. Gestern nachmittag 4.45 Uhr ist in Straßburg ein L. V. G. Doppeldecker auf einem Fluge beim Beschreiben einer Kurve abgerutscht. Der Führer des Flugzeuges, Leutnant Schulz, hat einen Unterschenkel- bruch und Verletzungen am Kopfe davongetragen. Sein Be­obachter, Hauptmann Reinhardt vom Infanterie-Regi­ment Nr. 70, ist t o t. Der Apparat ist total zertrümmert.

Deutsche Schutzgebiete.

Der Kommandeur der Schutztruppen, Generalmajor von Glasenapp, hat kürzlich, wie in der Morgenausgabe schon ge. meldet wurde, aus Gesundh?itsrücksichten seinen Abschied eingereicht. Über seinen Nachfolger sind noch keine Bestim­mungen getroffen worden. Mit Herrn von Glasenapp schei­det ein bewährter Kenner Ustferek kolonialen Verhältnisse aus dem Dienst, e:n Mann, der auch im Kampfe mit dem Feinde Proben von Feldherrntüchtigkeit und Tapferkeit ab­gelegt hat. Nicht nur in den Chinawirren 1900, sondern noch mehr in dem Aufstande in Deutsch-Südwestafrika im Jahre 1904 bewies er dies. Geboten 1857, steht Generalmajor von Glasenapp heute im 57. Lebensjahre. Seit 1874, also seit genau 40 Jahren, gehört er dem Heere an.

Ausland.

Gsterreich-Ungarn.

Keine Verhandlungen mit Montenegro. Wien, 31. März. Das „Fremdenblatt" schreibt: Wie wir erfahren, entspricht die Zeitungsmeldung, daß in der letzten Zeit die auf. Abtretung des L o v c e n sich beziehenden Verhandlungen zwischen Österreich-Ungarn und Montenegro abgebrochen wor­den seien, um so weniger den Tatsachen, als derartige Ver­handlungen gar nicht stattgefunden haben.

Abenteuerliche Flucht eines russischen Spions. Peters­burg, 30. März. In Österreich ist vor mehreren Tagen der , russische Postbeamte Kopot, der als Spitzel des Grafen Bobrinskh in Brody verhaftet und ins Gefängnis verbracht worden war, entflohen, nachdem er das Gitter seiner Zelle bu^chgefeilt hatte. Nach manchen Abenteuern traf er an der russischen Grenze in Radsiwillnow ein und erstattete den Be­hörden Bericht über den Vorfall.

Ein Boykott italienischer Waren durch Kroaten. Trient, 30. März. Nach einem Telegramm der „Stampa" haben die Kroaten der O st a d r i a, besonders in Spalato, den Boykott italienischer Waren beschlossen.

Frankreich.

Die Krise und ihre Rückwirkung auf das Ausland. Paris, 31. März. Der „Gaulois" führt aus, daß die gegen­wärtige Krise Frankreichs bei dessen Verbündeten und Freun­den einen überaus beklagenswerten Eindruck hervor­gerufen habe. Ein hervorragendes Mitglied der französischen Kolonie in Petersburg habe u. a. erklärt: Wenn die russische Regierung sich kürzlich beeilt hat, den französischen Forderungen in der Putilow-Angelegenheit zu willfahren und wenn sie Deutschland gegenüber eine Sprache geführt hat, an die man nicht mehr gewöhnt war, so ist dieses darauf zurückzuführen, daß man in dem Dreijahrgeseh ein erfreuliches Anzeichen für die Wiedererstarkung des natio­nalen Geistes in Frankreich erblickte. Die Enttäuschung ist deshalb um so größer gewesen. Man spricht von neuem vor: dem Verfall Frankreichs, weil man leider im Ausland LaS Volk von der Regierung und dem Parlament nicht zu trennen vermag. Die Freunde Deutschlands haben denn auch leichtes Spiel. — Ein Mitglied der französischen Handels­kammer in London habe erklärt: Trotz der Homerule-Krisis verfolgen die Engländer mit größter Aufmerksamkeit die französischen Vorkommnisse, welche die unionistischen Kreise mit aufrichtiger Betrübnis erfüllt haben. Die „Klein- cngländer", welche durchweg für eine deutsch-englische Annähe­rung eintreten, äußern unverhohlen die Ansicht, datz Frank­reich auf Gnade und Ungnade einer politischen Koterie preisgegeben sei und dem Abgrund entgegensteuere.

Stimmen für Caillaux. Paris, 30. März. Der radikale Kongreß des Departements Rieder-Pyrenäen hat einen Beschlußantrag gefaßt, in welchem dem ehemaligen Finanzminister Caillaux das vollste Vertrauen ausge­sprochen und erklärt wird, daß die Wertschätzung für ihn in demselben Maße gestiegen sei, wie die gehässigen und ver­ächtlichen Verleumdungen, deren Zielscheibe er bilde. —

Das radikale Wahlkomitee des Bezirks von Marners (Sarthe- Departement), dessen Vertreter Caillaux in der Kammer ist, hat für eine Petition, in welcher der frühere Finanzminister zur Aufrechterhaltung seiner Kandidatur aufgefordert ioird, bereits 6257 Unterschriften gesammelt. -— Der bekannte Friedensapostel, Senator d'Estournelles, hat sich ver­pflichtet, zugunsten Caillaux' eine Wahlkampagne zu unter­nehmen.

Eine Aussöhnung zwischen Briand und Clemenceau? Paris, 31. März. In hiesigen politischen Kreisen erhält sich mit großer Hartnäckigkeit das Gerücht von einer Aus­söhnung zwischen den beiden geschworenen Feinden Briand und Clemenceau. Sollte sich dieses Gerücht bestätigen, wofür alle Wahrscheinlichkeit vorliegt, so würde diese Aussöhnung von größtem Einfluß sowohl für die be­vorstehenden Kammersitzungcn als auch ganz besonders für das Ergebnis der Neuwahlen sein. Es handelt sich in diesem Falle um nichts Geringeres als um die Wiederher­stellung des alten Blockes der Linksrepublikaner und Radikalen.

Tod eines Kolonialpioniers. Paris, 30. März. In Bordeaux ist der ehemalige Generalkommissar von Französtsch- Kongo und Forschungsreisende G e n t i l gestorben.

England.

Die politische Lage. L o n d o n, 30. März. Auf beiden Seiten des Unterhauses ist man verwirrt durch den plötzlichen Wechsel in der Lage und es ist schwer, eine zusammenhängende Ansicht darüber zu hören. Die Unionistcn glauben, daß die Regierung durch den Wechsel und die Abschiedsgesuche so erschüttert werden müsse, daß sie der Kraftanstrengung nicht gewachsen sein wird, die Homerule-Bill und das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat durckzusühren. Die Liberalen aber vertrauen darauf, daß Äsquiths kühner Schritt die schwierige Lage lösen wird. Sie weisen darauf hin, daß Asquith großen Einfluß hat und glauben, daß er die Dinge rasch ins rechte Gleis bringen wird. Im Kriegsamt wird auch betont, daß der Rücktritt Morleys, wenn er wirklich erfolgt, kein wesentlicher Faktor ist, zumal da Morley nur ein Titularamt hat. Die Liberalen sind auch überzeugt, daß die Wahlen erst nach Erledigung der dem Parlament vor­liegenden Gesetzentwürfe stattfinden werden.

Lord Morley tritt zurück? London, 30. März. Im Laufe der Debatte im Oberhaus gab Lordpräsident des Ge­heimen Rats, Viscount Morley, der zusammen mit dem Kriegsminister Seelh die zwei Paragraphen der bekannten Denkschrift ansgearbeitet hatte, die dann vom Kabinett nicht bewilligt wurden, eine merkwürdig gewundene Erklärung ab, die man dahin auslegt, datz sie seinen bevorstehenden Rück­tritt anzeigt.

Winston Churchill im Obcrhause. London, 81. März. Schärfere Töne als sein Kollege Lord Morley schlug der Marineminister Winston Churchill an, der ausführte, daß durch das Verhalten der irischen Offiziere die große Frage aufgeworfen worden sei. V o l k o d e r A r m e e. Es sei aber nicht unzweifelhaft, wer in diesem Kampfe der Sieger bleiben würde. Die Regierung würde der Armee ebenso Herr wer­den wie der Opposition in der Frage des Vetorechts des Ober­hauses. Nachher schlug er jedoch auffallend sanfte Töne an, die daraus schließen lassen, daß die Regierung sich nicht un­gern verständigen will. Denn er führte weiter aus, daß bis jetzt alle Versuche von Regierungsseite, die Opposition zur friedlichen Regelung der Differenzen zu veranlassen, bei den Konservativen auf keine Gegenliebe gestoßen sind. Sollte sich jedoch die Opposition zu einer Verständigung geneigt zeigen, dann werde es die Regierung an dem nötigen EntgegeU- kominen nicht fehlen lassen und weitgehende Konzessionen bewilligen.

Ei» Unfall Lloyd Georges. London, 31. März. Der Schatzkanzler Lloyd George hat sich in Walton Heath beim Golfspiel eine ernste Verletzung zugezogen, die ihn zwang, sich in eine Klinik zu begeben, wo ihn gestern seine Gemahlin besuchte.

Der Streik der Grubenarbeiter. London, 31. März. Die Grubenarbeiter in Uorkshire haben ihre Drohung wahrgemacht und sind in den Ausstand getreten. Im ganzen feierten gestern 36 000 Grubenarbeiter. Heute werden wei­tere 35 000 die Arbeit niederlegen. Schätzungsweise dürfte sich die Zahl der Streikenden am Donnerstag auf 170 000 Mann belaufen. Die Ursachen des Streiks liegen in Diffe­renzen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, und zwar be­sonders in der verschiedenen Auslegung des neuen Gruben­gesetzes beider Parteien.

Italien.

Der Eisenbahnerstreik. Rom, 31. März. Die Erregung unter den Eisenbahnarbeitern ist ständig im Wachsen begriffen und es scheint, datz die Regierung nicht abgeneigt ist, mit den Arbeiterführern in Verhandlungen einzutreten. Als fest­stehend kann man bereits ansehen, datz die Regierung, falls kein Kompromiß zustande kommt, die Eisenbahnarbeiter sofort bei Proklamierung des Streiks mobilisieren und zu den Fahnen berufen wird. Aber auch die Arbeiter haben bereits ihre Maßnahmen getroffen, um in diesem Falle den Eisen­bahnverkehr zu erschweren, wenn nicht gar unmöglich zu machen. Die Situation ist als äußerst schwierig anzusehen.

NUtzland.

Keine Entschädigungen für die Arbeiter der Lenagold- gruben. Petersburg, 30. März. Die Finanzkommission der Reichsduma hat die Initiativanträge der Sozialdemo­kraten und der Arbeiterpartei, den Arbeitern der Lenagold- selder Entschädigungssummen auszuzahlen, abgelehnt.

Kokowzow über die Politik Ssasonows. Petersburg, 30. März. Der frühere Ministerpräsident Graf Kokowzow antwortete auf eine Anfrage, daß sein Standpunkt gegenüber der gegenwärtigen russischen auswärtigen Politik unter Be­tonung seiner vollständigen Solidarität mit den Auffassungen seines Freundes Ssasonow dahingehen, datz die Politik Ssasonows mit den Interessen Rußlands vollkommen über­einstimmt.

Schweden.

Der Gesundheitszustand des Königs. Stockholm, 30. März. Anläßlich der deutschen Blättermeldnng, betr. den Gesundheitszustand des Königs, wird mitgeteilt, daß diese Meldung, die nur im Zusammenhang mit der Einstellung der gewöhnlichen Audienzen, so lange sich der König auf Schloß Drottningsholm aufhält, erschien, falsch ist. Der Gesund­heitszustand des Königs bessert sich.

Die Neuwahlen. Stockholm, 80. März. Die ersten Resultate der Wahlen zur Zweiten Kammer sind jetzt bekannt. Bei der heutigen Aufzählung der Stimmen in einem der beiden Stockholmer Wahlkreise zeigt sich, daß für die Partei der Verteidigungsfreunde 6220 Stimmen abgegeben wurden, während die Liberalen (Anhänger des ehemalige» Minister­präsidenten Staaf) 8580 Stimmen und die Sozialdemokraten 10 861 Stimmen erhielten. Die Liberalen verloren damit ein Mandat an die Verteidigungsfreunde. Bei den Wahlen im Jahre 1911 erhielten in dem gleichen Wahlkreise die Moderaten 3291 Stimmen, die Liberalen 3830 und die Sozialdemokraten 8340 Stimmen. Die Wiederwahlen des Führers der Rechten, Admiral L i n d m a n n, und des Führers der Sozialdemo­kraten, Redakteur B r a n t i n g, sowie des ehemaligen Kultus­ministers im Ministerium Staaf, Dr. Berg, sind gesichert.

Valkanstaaten.

Wechsel im Oberbefehl gegen die Epiroten. Paris, 30. März. Nach einer Blättermeldung aus Valona soll der Fürst von Albanien den Obersten Thomson seiner Stellung als Gouverneur des albanischen Cpirus enthöbe» und den Obersten D e w e e r dringend von Valona nach Durazzo be­rufen haben.

Griechische Schiffsbestellungen in Frankreich. Athen,

30. März. Hier verlautet, datz eine Dreadnought-Bestellung an Frankreich vergeben wird. Der Dreadnought wird den Typ der „Lorraine" bekommen.

Türkei

Die große Anleihe in Paris. Konstantinopel,

31. Marz. Der hier weilende D s ch a v i d - B e i hat dem Finanzministerium in Konstantinopel gemeldet, daß die große Anleihe von 500 Millionen Franken unterzeichnet worden sei. Die Ausgabe erfolgt am 20. oder 26. April. Die Anleihe soll innerhalb 40 Jahren getilgt werden.

Noröafrika.

Der Sieg der Franzosen in Marokko. Tanger/ 81. März. Die französischen Truppen haben einen bedeuten­den Sieg über die aufständischen Marokkaner davongetragen. In der Nacht zum 29. wurde das Lager von Zrarka von Marokkanern angegriffen. Die Franzosen waren jedoch von dem bevorstehenden Nachtüberfall rechtzeitig benachrichtigt worden und empfingen die Feinde mit wohlgezieltem Salven­feuer. Nach einstündigem Kampfe gelang es ihnen, die Marokkaner unter schweren Verlusten zurückzuschlagen. Sie ließen etwa 200 Tote und Verwundete auf dem Kampfplatz zurück, während die Franzosen keinerlei Verluste erlitten. Er-

Feuilleton.

Aus Kunst und Leben.

* Hugo v. Hofmannsthals „Mkestis". Aus Bremen,

29. März, wird uns geschrieben: Hofmannsthals formschöne Übertragung des euripidäischen Trauerspiels „Alkestis" machte bei seiner Uraufführung in einer Festvorstellung das Schau­spielhauses am Ostertor einen starken Eindruck. Der Wiener Dichter hat an dem Werk nicht allzu viel geändert; einige Kürzungen, stimmungweckende lyrische Zusätze und die präch­tige Rhythmik seines melodischen Verses erheben seine Ver­deutschung des klassischen Meisterwerkes über die Versuche ge­lehrter Vorgänger, und so wirkten denn jene Szenen, die zu dem Schönsten und Ergreifendsten gehören, was uns die Poesie des Altertums hinterlassen, in dem neuen Gewände und der lebendigen Nachschöpfung eines modernen Meisters des Wortes, würdig dargestellt und mit feinem Stilgefühl in­szeniert, auf das Publikum sehr tief.ein. W. Kr-

* Das K-ntrollschiff für drahtlose Telegraphie. Aus New o r k wird berichtet: Ilm die Tätigkeit der drahtlosen Telegraphiestationen an den Küsten Amerikas zu überwachen, hat das Seeamt der Vereinigten Staaten ein Kontrollschiff eingerichtet, dessen Aufgabe es sein wird, im Atlantischen Ozean kreuzend darüber zu wachen, daß die berschiedenen Stationen die ihnen erteilten Vorschriften über die Länge der elektrischen Wellen genau innehalten, um Störungen des drahtlosen Nachrichtendienstes zu vermeiden. Das Fahrzeug ist mit Apparaten ausgerüstet, die eine schnelle Messung der Wellenlängen ermöglichen, und soll. in erster Linie dazu dienen, die Stationen festzustellen, die von den ihnen zuge­wiesenen Wellenlängen abweichen und damit Anlaß zu Miß­verständnissen geben. Diese Überwachung des drahtlosen Nachrichtendienstes ist mit der wachsenden Anzahl der Tele- aravbieÄationen allmählich ein drinüepdes Bedürfnis Lewor­

den, da sich in letzter Zeit sowohl die Störungen wie auch die Abgabe falscher Alarmrufe bedenklich vermehrt haben.

Kleine Chronik.

Theater und Literatur. Die diesjährigen Maifest­spiele des Herzog!. Hoftheaters in K o b u r g finden in der Zeit vom 16. bis 19. Mai statt. . Zur Aufführung gelangen, neu einstudiert und zum Teil in ganz neuer Ausstattung i -Der Liebestrank" (Komische Oper von Donizetti), „Ein Sommernachtstrauni", „Die Meistersinger von Nürnberg", «König Ödipus" und „Fra Diabolo". Es sind, wie im Vor­jahr, zahlreiche namhafte auswärtige Gäste verpflichtet worden.

Ein Schauspiel „M «tu Antoinette" des jungen ungarischen Schriftstellers Desider Szomory fand im Deutschen Volkstheater in Wien einen großen, nach dem vierten Akt sogar stürmischen Erfolg.

Bildende Kunst und Musik. Die deutsche Kunst­ausstellung in Rom wurde am Samstag in den Räumen des deutschen Künstlervereins eröffnet. Die Ausstellung ist sehr reichlich beschickt und zeigt vor allem eine Reihe her­vorragender Gemälde von Otto Greiner.

Die Verhandlungen wegen des ständigen deutschen Kunst Pavillons zu Ausstellungszwecken in Venedig sind abgeschlossen. Die Verhandlungen, ^die unter dem Ministe­rialdirektor Lewald im Reichsamt des Innern 'stattfanden und an denen außer einem Vertreter Venedigs der Bildhauer Professor Ludwig Mangel als Vertreter der Allgemeinen deutschen KunstgenosseNschaft und der Maler Professor Gras Leopold v. Kalckreuth als Präsident des deutschen Künst­lerbundes teilnahmen, hatten das Ergebnis, daß jetzt auch Deutschland wie andere Länder ffrr Kunstausstellungsgwccke in Venedig einen eigenen Pavillon hat. Es handelt sich um ein Haus, in dem vor Jahren einmal die Bayern im Aus­stellungsgebäude Giardini Public! ihre Kunst zeigte». An dem Besitz sind die beiden großen deutschen Künstlerorgani­sationen, die Allgemeine deutsche Kunstgenoffenschaft und der

Deutsche Künstlerbund gleichermaßen beteiligt. Die Kosten für das Haus wurden von privater Seite ausgeibracht. Die Unterhaltungskosten übernimmt das Reich. Die erste Aus­stellung wird rm Rahmen der großen internationalen Kunst­ausstellung in diesem Frühjahr abgchalten.

Aus Turin wird dem „B. T." geschrieben: Die durch den großen Erfolg ihrer im verflossenen Jahr im Freien unternommenen Aufführung von Verdis „Aida" ermutigte StadtveNvaltung von Verona plant bei Gelegenheit der diesjährige" (Juni) Saison in ihrer dortigen Arena, dem antiken römstchen Amphitheater, nichts weniger, als Richard Wagners „Parsifal" im Freien zur Ausführung zu bringen.

Wissenschaft und Technik. An die Universität Frankfurt sind berufen worden: der o. Professor der latecnrschen «prache und Literatur in Basel, Dr. Walter ^ t t o, als Ordinarius des Zivilprozetzrechts und des bürger­lichen Rechts der o. Professor Dr. jur. Albrecht Mendels- f° r ;" in Würzburg, als o. Professor des

Strafrechts sind Strafprozeffes der Privatdozent in der Ber­liner luristcschen Fakultät, Prof. Dr. jur. Ernst Delaguis, und der außerordentliche Honorar-Professor Dr. L u d l o f f. — Gelegentlich einer Versammlung der Landesvereinigung des Deutschen Luftschiffvereins in Frankfurt a. M. teilte der Regierungspräsident Dr. v. Meister mit, daß die Eröff­nung der Universität in Frankfurt a. M. am 20. Oktober 1914 stattftndet. Es seien bereits umfassende Vorbereitungen für die Feier im Gang.

Nach vierzigjähriger ununterbrochener Tätigkeit als Herausgeber der „Deutschen Rundschau" hat sich der bekannte Schriftsteller Julius Rodenberg mit Rücksicht auf sein hohes Alter entschlossen, sich am 1. Oktober d. I. von b'er redaktionellen Wirksamkeit zurückzuziehen. Sein Nachfolger wird Dr. Bruno Hake sein, der seit dem Jahre 1903 Pros. Rodenbera bei der Redaktion rur Seite stand.