***♦ 15k». _Montag, 3V. März 1914. Missbaderrex Tkgdklrti»
Abend-Ausgabe, 1 . Matt.
Sette S.
Verlobung der ä I t e st e n Zarentochter, Großfürsten Olga, mit dem Prinzen Carol von Rumänien steht bevor.
Spionage mittels Telegraphie ohne Draht. Petersburg, 30. März. Die Polizei verhaftete gestern unter dem Verdachte der Spionage auf der Station Jmarinka in der Nähe von Kiew einen Telegraphisten namens Jitkowski. Man fand in der Privatwohnung eine ganze Anlage für drahtlose Telegraphie von sehr großer Stärke. Man nimmt an, daß er den Apparat dazu benutzt hat, um die Zeichen aufzufangen, die zwischen dem General- st a L e in Petersburg und den Militärbehörden in Kiew ausgetauscht wurden. Jitkowski erklärte bei seiner Verhaftung, daß er den Apparat nur gebraucht habe, um die meteor alogischen Mitteilungen vom Eiffelturm zu Studienzwecken in Empfang zu nehmen. In Anbetracht der Tatsache, daß der Verhaftete sehr häufig Reisen nach dem A u s l a n d e unternommen hat, schenkt man Liesen Angaben nur wenig Glauben.
Unbefriedigender Gesundheitszustand des Königs. Stockholm, 29. März. Das Befinden des Königs, der nach seiner Rückkehr von einer Nordlandsreise gezwungen war, sich Schonung aufzulegen, läßt nach wie vor zu wünschen übrig. Daher werden die öffentlichen Empfänge des Königs bis auf weiteres eingestellt werden.
Türkei
Das Schicksal von Chros und Mhtilene. K o n- stantinopel 29. März. In hiesigen griechischen Kreisen verlautet, daß die türkischen Vorschläge bemg- lich eines direkten Abkommens mit Griechenland über die Inseln darauf abzielen, für Ehios und Mytilene ern Statut zu erlangen ähnlich dem, das nach 1885 für Ostrumelien gültig war. Das würde also bedeuten, daß die beiden Inseln einen christlichen Gene- ralgouverneur erhalten, in diesem Falle wahrscheinlich einen griechischen Prinzen, formell jedoch unter der S u z e r ä n i t ä t der Türkei stehen würden.
Luftfahrt.
Flug eines Militärfliegers auf den Feldberg im Schwarzwald. Freiburg i. 33., 29. März. Als erster Militärflieger gelangte gestern nachmittag ein hiesiger Offizier auf einem Doppeldecker auf den Feldberg und zurück.
Ein Fernflug Hamburg-Dresden. Hamburg, 29. März. Der Hamburger Flieger Kapitän Christiansen, der vorvorgestern sein Pilotenzeugnis erwarb, war gestern kurz vor 8 Uhr vormittags auf dem Flugplatz Fuhlsbüttel zu einem großen Fernflug aufgestiegen, der ihn über Neumünster und Kiel nach Dresden führte, wo er um 6y 2 Uhr nachmittags glatt landete. Der Flieger hatte beständig Schnee- und Regenböen zu überstehen.
Neue Höchstleistung mit acht Fluggästen. Paris, 29. März. Der Flieger G a r a i x hat auf dem Flugfeld von Chartres mit acht Fluggästen an Bord seines Doppeldeckers eine Höhe von 1580 Meter erreicht und damit eine neue Höchstleistung aufgestellt.
Oer Soethebrrnd gegen die neue Lex Heinze.
ob. Berlin, 29. März. Unter dem Vorsitz von Dr. Ludwig Fulda hielt am SamStag im Blüthner-Saal zu Berlin der Goethe-Bund eine Protestversammlung ab, die sich gegen die Novelle zur Gewerbeordnung, den sogenannten Gesetzentwurf gegen die Gefährdung der Jugend, richtete. Der Vorsitzende Dr. Ludwig Fulda führte als erster Redner aus, daß der Goethe-Bund notgedrungen zu seinem Ursprung zurückkehrt. Die Goethe-Bünde sind entstanden, als man das Treiben des Zuhälters Heinze zum Anlaß der Fabrikation eines Gesetzes nahm. Heute, nach 14 Jahren, steht wieder ein solches Gesetz vor der Tür. Für den oberflächlichen Blick sieht der neue Gesetzentwurf harnrlos aus, und auch wir hätten ihn vielleicht harmlos hingenommen, wäre unsere Wachsamkeit nicht durch allerlei Wetterzeichen geschärft worden. Es tritt hier wieder der alte Feldzug gegen alles Nackte in der Kunst zutage. Wen kann die Kunst denn überhaupt. verderben? Leute, fiir die man zittern muß, die Kunst könne sie verderben, sind gewöhnlich solche, an denen überhaupt nichts mehr zu verderben ist. (Heiterkeit und Sehr richtig!) Nachdem eine ganze Reihe Verurteilunaen durch Landgerichte erfolgt waren, hat der höchste deutsche Gerichtshof, das Reichsgericht, erklärt, daß ein Kunstwerk nicht schon deshalb unzüchtig sei, weil es nackt ist. Das Reichsgericht hat dem Schöpfer, der uns alle miteinander nackt erschuf, somit ein unzweideutiges Vertrauensvotum ausgestellt. (Stürmische Heiterkeit.) Und nun kommt wieder ein solches Gesetz! Mit ihm könnte all das erreicht werden, was mit der seligen Ler Heinze hatte erreicht werden sollen. Es sollen nicht nur Schaufensterausstellungen verboten sein, die die Jugend gefährden können, sondern sogar die Auslagen innerhalb des Ladens. Wohin soll das führen? Der Inhalt eines Buches oder die Ausführung eines Bildes mag noch so unverfänglich sein — der Verkäufer macht sich strafbar, wenn er sie nicht im tiefsten Kasten verborgen hält. Der Bnchhändlerladen ist doch schließlich auch 'für die Erwachsenen da. Wir protestieren dagegen, unser öffentliches Leben auf die Stufe einer Kleinkinderbewahranstalt herabzudrücken. Das Schlimmste an dem Gesetz ist daß die Erwachsenen an den Auslagen Ärgernis zu nehmen haben in der Befürchtung, die Auslagen könnten das sittliche Empfinden der Jugend gefährden.' Das ist das Stichwort für alle Finsterlinge, für alle Feinde des freien Gedankens und für alle Banausen. (Sehr richtig!) Nicht nur an dem Schund würde „Ärgernis genommen", sondern auch an den Werken unserer Forscher; das Gesetz wird Goethe vom Ladentisch hex- untcrfegen, und wenn es die Bibel noch ungeschoren läßt, dann sicherlich nicht, weil darin nicht solche Stellen enthalten sind, die unter das Gesetz fallen. (Lebhafte Zustimmung.) _ Nachdem sich noch Dr. Elsas (Stuttgart), Reichstagsabgeordneter Pastor Heyn, Schriftsteller Dr. OSborn und Verlagsbuchhändler Dr. de Gruyter entschieden gegen den neuen Gesetzentwurf ausgesprochen hatten, wurde unter stürmischem Beifall folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung sieht in den geplanten gesetzgeberischen
Maßnahmen gegen die Schaustellung von Schriften, Abbildungen und Darstellungen kein zuverlässiges Mittel zum Schutz der Jugend, wohl aber eine schwere Gefahr für Kunst und Wissenschaft sowie eine Bedrohung des Buchhandels, die mit aller Entschiedenheit abgewehrt werden muß. Sie verlang! überdies, daß die Behörde jedes Eingreifen schon bei der gegenwärtigen Rechtslage auf diesem Gebiet nicht von dem Ermessen kunstftemder Polizeiorgane abhängig macht, sondern von dem Urteil eines Beirates, der aus berufenen Vertretern der Kunst, Literatur und Wissenschaft besteht." — Hiermit hatte die Versammlung ihr Ende erreicht.
Ku§ Stabt und Land.
wissbadenee Nachrichten.
Nur-verein.
Die Tätigkeit des „Kurvereins" im abgelaufenen Fahre war, wie der Vorsitzende Geh. Sanitätsrat Dr. Emil Pferffer in der^G eneralversammlung im „Frankfurter Hof" am Samstagabend ausführte, fördernd für die Interessen der Kurstadt. Der Bericht soll gedruckt und den einzelnen Mitgliedern zugestellt werden. Bei den Vorstandswahlen wurden an Stelle des verstorbenen Kaufmanns Joh. Bergmann und des freiwillig ausgeschiedenen Dr. Pleßner der Kaufmann Karl Herzog und der Hotelbesitzer Hch. Cron gewählt. Der vom Badhausbesitzer Franz Schiffer jun. erstattete Kassenbericht verzeichnet aus Mitgliederbeiträgen eine Einnahme von 1586,50 M. Die Ausgaben setzen sich aus den erheblichen Beiträgen zusammen, die der „Kurverein" an andere gemeinnützige Vereine absührt. Das Ver- einsvermögen beträgt 3061 M. Die Zahl der Mitglieder hat sich etwas verringert; sie beträgt jetzt 380. Auf Antrag des Stadtrats C. Kalkbrenner werden dem „Rennklub" zur Stiftung von Ehrenpreisen 400 M. überwiesen. Dagegen werden die übrigen Beiträge gemäß einer Anregung des Herrn Schiffer jun., der die Ansammlung eines Fonds für eine monumentale Ausschmückung innerhalb des Kurviertels für nützlich hält, etwas gekürzt. Der „Verschönerungsverein" erhält 150 M., der „Rhein- und Taunusklub" 50 M. und der „Gartenbauverein" 30 M. In längerer Aussprache wurde hierauf die Nizza-Anlage am Kochbrunnen erörtert und dabei dem Wunsch Ausdruck gegeben, daß mit der jetzigen Ausgestaltung des Platzes dem Bedürfnis nach sonnigen und windgeschühten Sitzgelegenheiten in geschmackvoller Fassung endlich Rechnung getragen wird. Stadtrat Kalkbrenner machte den Vorschlag, dem Magistrat aus Vereinsmitteln zwei solcher Bänke, die den Namen des „Kurvereins" tragen sollen, zu stiften. Die Versammlung stellte hierfür 200 M. zur Verfügung. Einen weiteren Gegenstand der Beratung bildete die Anpflanzung von Bäumen im Innern der Stadt, wobei in erster Linie an die Nikolasstraße und den noch immer sehr schattenlosen Bahnhofsplatz gedacht wurde. Geheimrat Dr. Pfeiffer bemerkte dazu, daß der Einfluß der Baumpflanzungen in der Stadt auf die klimatischen Verhältnisse unverkennbar und namentlich im Sommer, der in Wiesbaden immer noch zu Unrecht als zu heiß verschrien, unverkennbar sei. Seiner Ansicht, daß der Magistrat in dieser Beziehung anscheinend einen anderen Standpunkt einnehme, trat Stadtrat Kalkbrenner entgegen. In der anschließenden Vorstandssitzung wurde der engere Vorstand in der seitherigen Zusammensetzung wiedergewählt. g.
— Hans-Wilhelmy-Gastspiel. Das ehemalige Mitglied des Residenz-Theaters Hans Wilhelmy hatte gestern abend im großen Saal der „Wartburg" mit einem kleinen Ensemble einen heiteren Künstler ab end veranstaltet, der, an dem Besuch gemessen, keineswegs den Erwartungen des Veranstalters entsprochen haben dürfte. Am meisten interessierte Herr Wilhelmy am Vortragstisch, wo er das übliche Programm moderner Rezitationskünstler erledigte und seine Aufgabe, das nicht sonderlich zahlreich erschienene Publikum mit humoristischen und Dialektdichtungen zu unterhalten, so glücklich löste, daß der Beifall in dem für die Veranstaltung fast zu großen Raum nahezu demonstrativ wirkte. Was der Abend sonst noch bot: Vorträge am Klavier, Gesangsduette, Soloszenen und Sonstiges, konnte ohne Aufregung genossen werden. Das Auditorium zeigte sich allen Darbietungen gegenüber kritiklos dankbar und applaudierte auch da, wo eine reserviertere Aufnahme angebracht gewesen wäre. -ü-
— Abschiedsfeier. Am Samstagabend versammelten sich die Beamten des Hauptzollamtsbezirks Wiesbaden im Klubzimmer der „Wartburg" zu einer Abschiedsfeier für ihren am 1. April in den Ruhestand tretenden Oberzollinspektor Herrn Zollrat B a e h r. Nicht nur die Beamten des hiesigen Haupt- zollämts und des Zollamts 1 (Südbahnhof) waren vollzählig erschienen, auch von Biebrich, Eltville, Rüdesheim, Lcmgen- schwalbach und Nastätten waren Beamte der Zollämter und Oberzollkontrollen gekommen, um ihrem aus dem Amt scheidenden Chef ihre Hochachtung und Anhänglichkeit zu bekunden. Oberzollrevisor O e r t e r widmete dem Scheidenden, als einem Mann von unermüdlichem Fleiß und strengster Pflichterfüllung und einem Vorgesetzten mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, Worte höchster Anerkennung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß Zollrat Baehr nach seiner arbeitsreichen Beamtenlaufbahn ein recht langer Ruhestand bei voller Gesundheit beschieden sein möge, welchem Wunsch sich alle Anwesenden mit einem dreifachen donnernden Hoch anschlossen. Zollrat Baehr dankte in bewegten Worten für die ihm bereitete Abschiedsfeier und für die treue Unterstützung, die er bei seinen Beamten jederzeit gefunden habe. Und indem er die Hoffnung aussprach, daß die ihm dargebrachten Wünsche in Erfüllung gehen möchten, tränt er auf das fernere Wohlergehen der Anwesenden und ihrer Familien. Bei Musik, Gesang und zahlreichen humorvollen Vorträgen verlief der Abend aus das gemütlichste und hielt die Teilnehmer bis lange nach Mitternacht zusammen. Zollrat Baehr gedenkt in Wiesbaden seinen Lebensabend zu verbringen. . Ais ft in Nachfolger wird Zollrat H o r n i ck e l, der von Stettin hierher versetzt worden ist, am 1. April die Geschäfte des Oberzollinspektors übernehmen.
— Kasino-Gesellschaft. Iw „Kasino", das, wie mitgeteilt, im nächsten Jahr sein 100jähriges Bestehen feiern darf, würden die Wintcrvergnügungen am Samstag mit einem „Unter- haltungsabend" beschlossen, von dem allgemein gewünscht wurde, daß er recht bald -7 vielleicht zu wohltätigem Zweck — auch einem größeren Publikum zugänglich gemacht würde. Das Programm bot im ersten Teil einige Konzert nummern: nächst einer „Ouvertüre" bekannte
Arien von Mozart und H. Goetz, welche Fräulein 2: Scherer und Fräulein Neuendorf unter großem Beifall vortrugen;
auch Fräulein H. Schwengel (Violine) und Herr Dr. Mckel (als talentvoller Liedersänger) ernteten reichen Applaus. Der ziveite Teil brachte unter Regie des Herrn Hofschauspielers Herrmann eine Aufführung der komischen Oper „Ihr Bild" von M. Jacobi. Den parodistischen Charakter des heiteren Merkchens trafen die Ausführenden (Herren Bickel und Lautz und die Damen Neuendorf, Scherer, Wißmann und Frey) so sicher und gewandt, daß auch hier ein voller Erfolg erzielt wurde. Das begleitende Orchester stellte ein Teil der Kapelle unserer „80er"; als Dirigent wußte Herr, Amtsgerichtsrat Dr. Hardtmuth taktvoll dafür zu sorgen, daß der gesamte Unterhaltungsabend in harmonischer Stimmung und so angeregt als möglich verlief. —r.
— Roter-Kreuztag und Kinderhilfstag. Während das Kaiserpaar im hiesigen Königl. Schloß in der zweiten Maiwoche Hof hält, beabsichtigen nunmehr die dafür maßgebenden Stellen den „Roten-Kreuztag 1914" am 14. Mai mit einem B l u m e n t a g und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen einzuleiten, deren Erträgnis dem „Roten Kreuz" zugute kommen soll. Da aber am gleichen Tag der Kinderhilfstag in Wiesbaden eine Festlichkeit vorgesehen hat, wurde nunmehr ein engerer Ausschuß gebildet, der dahin wirken soll, die beiden Veranstaltungen: Roter-Kreuztag und Kinderhilfstag an dem 14. Mai gemeinsam abzuhalten. Den Vorsitz wird Frau Polizeipräsident v. Schenck übernehmen. An dem 14. Mai sind folgende Veranstaltungen in Aussicht genommen: Durch eine Matinee rm Kurhaus unter Schurichts Leitung soll er eingeleitet werden. In den Straßen der Stadt sollen Konzerte unter Zuziehung auswärtiger Musikkapellen stattfinden und ein Blumenverkauf — die Rose hat man dazu ausersehen — soll arrangiert werden. Weiter ein improvisierter Andreasmarkt auf dem Blücherplah und unter Benutzung des fteien Geländes vor dem Hauptbahnhof, Veranstaltungen, die die Volksmassen zusammenführen. Am Abend sind Festvorstellungen in den Theatern geplant.
— Jugendpflege. An den im Jahre 1913 von der Königl. Regierung veranstalteten oder unterstützten Kursen zur Ausbildung von Jugendpflegern und Jugendpflegerinnen nahmen im Regierungsbezirk Wiesbaden teil: 14 Lehrer, 63 Lehrerinnen, 2 Geistliche, 8 Beamte, 373 andere Teilnehmer; insgesamt 460 Personen.
— Ein neuer Fahrplan der „Wiesbadener Auto-Verkehrsgesellschaft" tritt mit dem 1. April in Kraft. In diesem Jahr ist der Nahverkehr von dem Fernverkehr getrennt worden, so daß zwischen Schützenhaus, Chausseehaus und Kaufmanns- Erholungsheim stets ein besonderer Wagen verkehrt; dann ist zur Rückfahrt gegen 6 bis 7 Uhr abends von Schlcmgenbad durch Gestellung eines dritten Wagens bessere Gelegenheit, gegeben worden, wodurch die Unliebsamkeiten des Vorjahres wohl vermieden werden dürften. *
— Plötzlicher Tod. Als der 48jährige Schlosser Bernhard Köhler von hier, der auf der Jngelheimer Aue in der Römheldschen Fabrik beschäftigt war, am Samstagabend sich über die Kaiserbrücke begab und mit der Straßenbahn nach Wiesbaden fahren wollte, wurde er am Ausgang der Brücke plötzlich von einem Herzschlag betroffen und war sofort tot.
— Bon der Waldstratze. Die schon oft aus den Kreisen der Waldstratzeneinwohner geäußerten Wünsche auf Errichtung einer Bedürfnisanstalt sollen jetzt in Erfüllung gehen, da in den Etat -die erste Rate mit 500 M. eingestellt wurde. Da sich bisher infolge des Widerspruchs verschiedener Anlieger ein geeigneter Platz für die Aufstellung de§ Gebäudes noch nicht gefunden hat, bleibt nur die Möglichkeit der Errichtung an dem Reitweg der Schiersteiner Straße in der Aaw der Wiesbadener Gemarkungsgrenze. Der Biebricher Magistrat hat nun beschlossen, sich mit der Stadt Wiesbaden wegen gemeinschaftlicher Errichtung der Anstalt auf der Grenze ms Benehmen zu setzen. — Die u n z u r e i ch e n - den Schulraume der Oranierschule auf der Waldstraße haben letzt dazu geführt, daß der Turnsaal der Schule zu einer Schulklasse umgewandelt wird, während die Feuerwehrremise als Turnraum Verwendung finden soll. Es besteht nämlich die Absicht, die Abteilung Waldstraße der freiwilligen Feuerwehr aufzulösen, falls sich Wiesbaden zur ilbernahme des Feuerlöschdienstes bereit erklären sollte.
— 200 M. Belohnung. Am Montag, den 23. März, abends etwa um 91/2 Uhr, wurde die Telephonistin Elisabethe S ch m 1 d t in K 0 st h e i m, als sie von Kaste! nach Kostheim ging, in der Nähe der Kettenfabrik von zwei Männern überfallen und unter Anwendung eines festen Gegenstandes sowie durch Abgabe von einem oder mehreren Schüssen aus einem Revolver erheblich mißhandelt und körperlich verletzt. Die Täter sollen von mittlerer Größe gewesen sein und Hüte getragen haben. Es ist anzunehmen, daß Blutspuren und Frauenhaare nach dem Überfall sich an ihren Kleidern befunden haben. Die überfallene vermißt eine silberne Brosche, das Löwendenkmal in Luzern darstellend. Wer irgend welche Angaben machen kann, welche auf die Person der Täter Hinweisen, wird dringend ersucht, diese Angaben sofort der Staatsanwaltschaft in Mainz, der Polizei oder der Gendarmerie mitzuteilen. Es ist eine Belohnung bis zum Betraa von 200 M. demjenigen ausgesetzt, der derartige Anhaltspunkte nntteilt, die zur Ermittlung und Überführung der oder eines der Tater fuhren. ö
_ Gestohlen wurden im Wellritztal in der Nacht vom Samstag auf Sonntag acht Hühner nebst Hahn. Dem Dieb
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Hamburg wird ab 1. April nach Eltviller Straße 12 verlegt.
vorberichte über «unkt. Vorträge und verwandtes.
_ „ C, i?-Theater. Wie bereits mitgeteilt, findet am VrH* 3 Ie &; e Gastspiel des Hanauer Operetten- «ff e ? «klängt nochmals der beliebte musikalische
Swwan<. „Fflmzauber" zur Aufführung.
Musik- und Vortragsabende.
= Kurhaus. Für das am Sonntagabend stattgehabte ■jf 0 und Jnstrumentalkonzert" war der Mer schon bestens bekannte „M a i n z er M ä n n e r g e - a n g b er = ein Pw Mitwirkung berufe,1. In der stattlichen Anz«chl von 1o0 Saugern konnte der Verein austreten und brachte unter der, ve,ebenden Direktion seines Ehormeisters Wilhelm Geis einig»' zwar technisch nicht weiter schwieria» aber twr
sorguÄ flo-gefeilten Wiedergabe lehr Mnzend wirkend« Chov- lieder zu Gehör. Der Verein hat unter den Anleitu'-aen des Herrn Geis noch merkliche Fortschritte gemacht: Das Verhältnis der Stimmen zueinander ist harmonisch geordnet, der Zu- sainmcuklang vorsichtig abgewogen. Die weicheren Akzente in Schuberts „Sehnsucht" iourden ebenso sicher gebracht wie die feurige, und kraftvollen Nuancierungen in Webers „Wilder Jagd". Gleicherweise gefielen auch durch fast ungetrübte Rein, heit der Intonation, möglichst klare Tertsvrwche und an-
