Eette 4.Slben^-Ausgabe, 1. Blatt.
Abschied" von Sturm) hielt der Vorsitzende des Gewerbevereins, Baumeister Dähne, eine Ansprache, in welcher er die Anwesenden begrüßte und den ins Leben tretenden Jahrgang ermahnte, dem Handwerk als Gesellen und später als Meister Ehre zu machen. Er konnte 34 Schülern Auszeichnungsdiplome überreichen. Hieran schloß sich ein Vortrag des Schülers Viktor S ch m i t g e n („Der Vater an seinen scheidenden Sohn" von Hilger), worauf Gewerbeschuldirektor B e u t i n g e r eine kurze Abschiedsansprache hielt, die dem Wunsch galt> die Schüler möchten das Erlernte im Leben praktisch anwenden und sich stets bemühen, brave und tüchtige Menschen zu bleiben. Mit deni gemeinsamen Gesang des Liedes „O Deutschland, hoch in Ehren" schloß die eindrucksvolle Feier. Nachstehende Schüler erhielten Auszeichnungen:
Schristsetzer Heinrich Bergs lbei C. Ritter), Buchdrucker Rudolf Scholz (bei Petmecky), die Schlosser Karl Führer, Niederwalluf (bei Kaiser Schierstein). W. Steiß (bei Maschinenfabrik Wiesbaden). K. Else (bei Else), Hch. Dorn (bei Dorn), W. Kappes (bei Maschinenfabrik), Otto Frey (bei Schwe.dr- feger), Zeichner Aug. Schmeißer (bei Hoederl, Bauzeichner W. Beltz, (bei Alb. Wolfs), Glaser K. Faigle (bei Faible), Schreiner K. Fetz (bei Dauer), die Tapezierer A. Volmer (bei Volmer). H. Menner (bei Bremser), die Schuhmacher A. Schneider (bei Laux), W. Heickhaus (bei Heickhaus). die Elektrotechniker H. Sckmeidechöhn (bei Union), V. Schmitgen (bei Büchner), R. Stüllein (bei Commischau), M. Dörner (bei Büchner), die Mechaniker W. Bernatz (bei Goebel), Alb. Reichel (bei Reichel), die Schneider Fr, Dietz (bei Herzog), E. Krombach (bei Krombach). W. Tauster (bei Krohlhoff), die Konditoren Hch Lotz (bei Reich). L. Kneipp (bei Minor), Tüncher Ad. Laxel (bei Laxel). Lackierer H. Schmidt (bei Schmidt), die Bäcker W. Schröder (bei Boß), W. Krill (bei Damm), Dachdecker E. Müller (bei Schwartz), Stukkateur C. Thon (bei Thon), Zimmerer F. Schürg (bei Carstens).
— Kaufmannk-Erholungsheim. Das Kaufmanns-Erholungsheim am Chausseehaus erfreut sich einer in flottem Aufschwung begriffenen Frequenz. Zurzeit beläuft sich die Zahl der Gäste, welche ihren nredrigsten Stand mit 18 hatte, wieder auf 48.
— Fischcreiverpachtung. Die Verpachtung der Fischerei im Weltbürger Bach fand Samstagnachmittag im Restaurant „Zum Taunusblick" am Chausseehaus statt. Es waren zu derselben etwa 10 Reflektanten erschienen. Während die zuletzt bezahlte Pacht sich auf 60 M. belief, legte diesmal ein Wiesbadener Herr das Höchstgebot mit 95 M. ein. Der Zuschlag wurde noch nicht erteilt, weil nach den Pachtbedingungen die Zuschlagserteilung an einen der drei Höchstbietenden Vorbehalten war.
— Schwurgericht. Zum Präsidenten für die am Montag, den 20. April, ihren Anfang nehmende zweite diesjährige Tagung des Schwurgerichts ist Landgerichtsdirektor Travers ernannt.
— Oberleutnant Vonderlinden. Zu dem Verschwinden des Oberleutnants d. R. Hans Rudolf Vonderlinden ans Bad Homburg, der zurzeit von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird, erfahren wir: Vonderlinden wohnte seit Jahr und Tag nicht mehr.in Homburg; er domizilierte zuletzt :n Mainz und Wiesbaden, nachdem sich seine Eltern von ihm (osgesagt hatten. Ein Berliner Kaufmann, ein Freund Von- dcrlindens, der ihm 10 000 M. nicht für einige Tage, sondern auf lange geborgt, kennt den Aufenthalt -Vonderlindens in Brasilien genau. Er war bis zur Ausreise Vonderlind", mit diesem zusammen. Vonderlinden ist in Brasilien sehr gut verheiratet mit der Tochter des Inhabers einer großen Exportfirma, so daß berechtigte Aussicht besteht, daß der Darlehnsgeber sein Geld zurückerhält.
— Unfall. Im Hause Dotzheimer Straße 20, zweiter Hof, stürzte am Samstagnachinittag beim Spielen der 7jährige Schüler Alfred Link von einem Holzstoß über ein Geländer in einen 5 Meter tiefen Kellergang. Der anscheinend schwer verletzte Junge wurde in seine elterliche Wohnung gebracht, jedoch sind glücklicherweise die Verletzungen nicht schlimmer Natur. Innerhalb neun Monaten ist dies der zweite Unfall an derselben Stelle.
— Kleine Notizen. Städtischer S e e f i sch v e r k a u f findet in bisheriger Weise am Dienstag, den 24. März, auf dem hiesigen Wochenmarkt statt.
vordsrichte Ui»«r Nunst, Vorträge und verrvKndtes.
* Königliche Schauspiele. Infolge Erkrankung des Herrn Ehrens aus Düsseldorf hat in der heutigen Aufführung „Ghges und sein Ring" Herr Everth die Rolle des „Kandaules" übernommen. An Stelle des erkrankten Fräuleins Schrötter spielt Frau Doppelbauer die Ralle der „Hero"..
Kur dem vereinsleben.
Vereinskonzert«.
* Der Männergesang-Verein „C o n c o r b i a" beschloß
gestern mit einer im Kasinosaal stattgehabten „Liedertafel" seine dieSwintevlichen Konzertaufführnngen. Bon den Chardarbietungen verzsichneie daS Programm volkstümliche Lieder („SBte’S daheim war" von Wohlgemuth, ..Die Aus- erwäl-lte" in der Bearbeitung von Silcher und „Rosenfrühling" ^ von Jüngst), humorvolle Lieder, wie das , Pappelmäulchen".' von Wohlgemuth bearbeitet, und „Der Schreiber im Korbe" von Zöllner und den „Gailthaler Jägermarsch" und „Am Wörther Sees von Koschat. Die oft gerühmten Vorzüge der „Con- cordia", bis zu hohem Grade ausgeglichener Zusarnmenklang der Stimmen. deutliche Aussprache und reichschattierte Dynamik, zeigten sich auch hier wieder in bestem Lichte. Herr Kapellmeister Weisbach dokumentierte sich auch in diesen kleinen Liedern durch Herausarbeiten feiner Einzelheiten von neuem als vorzüglicher Musiker und bewährte sich in der fleißigen Einstudierung der Chöre und in der umsichtigen Leitung der sängerschar als trefflicher Chordirigent. Für angenehme Abwechslung sorgte das stimmbegabte Mitglied Herr Ney durch den gelungenen Vortrag inehrerer Lieder Herr Hofschauspieler H errmann entfesselte mit seinen Couplets"wahre Lack- Klvem Die beifallsfreudigen Zuhörer kargten mit lebhaftem Beifall nicht. Fz.
Mitteilungen aus dem Geschäftsleben.
lFür Redaktion wie Verlag unverantwortlich.)
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Kus dem LQN-Kreis Wiesbaden.
Sch. Schierstcin, 21. März. Gestern vormittag wurden im Rathaus die Offerten geöffnet, welche zwecks Errichtung des S t r a n d b a d g e b ä u d e s eingegangen waren. Es sind dies: 1. Zimmereiarbeiten, Karl Dauster 9517,80 M., Hch. Dauster 9497,50 M., Ehr. Thiele 9452,50 M., G. Gerster 8857,50 M.; Maurerarbeiten, H. Birck 1140 M., Ed. Wehnert 1095 M.; Schlosserarbeiten. L. Wagner 249 M., K. Kaiser 202 M., Gebr, Weber 196 M„ A. Grün 190 M,; Spengler- arbeiten, H. Schmidt 327 M,, G. Rieth 814 M. Sämtliche Geschäftsleute sind, mit Ausnahme der Mainzer Firma Gersten in Schierstein wohnhaft.
Nassauilche Nachvicktten.
n. Idstein i. T., 21. März. Vorgestern fand die öffentliche Schlußprüfung der landwirtschaftlichen Winter- schule hier statt. Die Prüfung ergab, daß in dem ersten
Wiesimdrrrer Cagbiatt«
Winterhalbjahr des Bestehens der hiesigen Schule tüchtig gearbeitet worden ist.
* Höchst s. M., 22. März. Aufseher Kneisel von hier erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen.
v. Ebernhahn, 20. März. In vorvergangener Nacht brach in dem erst vor 3 Jahren neuerbauten großen Gasthaus Neuer dahier ein F e u e r aus, welches in kurzer Zeit das Haus nebst Ökonomiegebäuden bis aufs Mauerwerk einäscherte.
8. Erbach (Westerwald), 20. März. Vorgestern hat ein junger Mann aus Alpenrod in der Nähe des Bahnrutsches seinen Tod gefunden. Er glitt beim Ausschütten seines Rollwagens aus, stürzte in den Eisenbahnwagen und wurde nun von der Ladung des Kippwagens überschüttet.
8. Wilsenroth, 21. März. Auf der hiesigen Station glitt der Bahnhofsvorsteher beim Anziehen der Lokomotive von einem Güterwagen ab und wurde eine Strecke geschleift. Er trug Verletzungen an Kopf und Beinen davon, die jedoch nicht lebensgefährlich sind.
8. Emmcrichenhain, 21. März. Pfarrer Müller von hier ist vom 1. Mai ab zum zweiten Pfarrer der evangelischen Gemeinde Grävenwiesbach ernannt.
Kus der Umgebung.
Die Hinrichtung des Giftmörders Hopf.
bl. Frankfurt a. M., 23. März. H^ute vormittag um 7 Uhr fand im Hof der Strafanstalt Preungesheim die Hinrichtung des am 26. März 1863 geborenen Drogisten Karl Hopf durch den Scharfrichter Grögler statt. Hopf war bekanntlich am 17. Januar d. I. vom hiesigen Schwurgericht wegen Giftmords in einem Fall und Giftmordversuchs in vier Fällen zum Tod und 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Auf die Frage nach seinem letzten Wunsch bat Hopf um einige Zigaretten, die er gestern rauchte. Er schritt aufrecht, mit auf dem Rücken gefesselten Händen zum Schafott. Seine Leiche wird der Anatomie der Universität Marburg zugeführt.
Die letzte Hinrichtung in Preungesheim geschah am 1. April 1912. Damals wurde der Arbeiter Johann P ö I l - m a n n, der Mörder des Agenten Biener, enthauptet. Am 17. August 1911 war der Zeugfeldwebel Müller von Hanau in Preungesheim hingerichtet worden, der seine Geliebte, eine junge Hanauerin, tötete; am 13. November 1904 Groß und S t a f f o r st, die den Klavierhändler Lichtenstein ermordet hatten.
10 000 Mark veruntreut.
— Frankfurt a. M., 21. März. Der 31jährige Kaufmann Georg, genannt Franz Schmittel aus Rödelheim, ist nach Veruntreuung von 10 000 M. seit zwei Tagen flüchtig. Schmittel, der steckbrieflich gesucht wird, ist verheiratet und seit Monaten außer Stellung. Dies verstand er aber seiner Familie, Freunden und Bekannten zu verheimlichen; er gab stets an, daß er einen Vertrauensposten in den Griesheimer chemischen Werken bekleide. Schmittel hat verschiedene seiner Bekannten in Rödelheim unter falschen Vorspiegelungen um Darlehen angegangen, die ihm auch bereitwilligst ausgezahlt wurden, da er angab, ein Patent für 20 000 M. verkauft zu haben. Die bis jetzt auf diese Weise erschwindelte Summe beträgt 10 000 M.
Kreistag des Obcrtaunuskreises.
hi. Bad Homburg U. d. H., 21. März. Unter dem Vorsitz des Landrats Dr. v. Marx hielt heute der Kreistag des Obertaunuskreises seine diesjährige Frühjahrstagung ab. Oberbürgermeister Lübke (Homburg) erhielt die Bestätigung als Kreisdeputierter. Ein früherer Beschluß des Kreistags, den Schülern aus den zu dem früheren Amt Homburg gehörenden Ortschaften für den Besuch der Hamburger höheren Schulen die gleichen Schulgeldermäßigungen zu gewähren wie den Hamburger Schülern selbst, hat nicht die Genehmigung des Provinzialschulkollegiums gefunden. Dieses »egte dem Kreistag nahe, die Angelegenheit auf dem Rechtsweg zum Austrag zu bringen. Die Vorlage zur Aufnahme eines fünften Darlehens in Höhe von 100 000 M. zur Förderung des Kleinwohnungsbaus im Obertaunuskreis fand einhellige Annahme. Der Höchstbetrag des zu gewährenden Hypothekendarlehens wurde auf 15 000 M. erhöht; die Staffelung richtet sich lediglich nach der Lage des in Frage kommenden Ortes. Bei der Beratung des Kreishaushaltsplans wurden wegen zu geringen Ertrags die Wertzuwachssteuer von 15 000 M. auf 12 000 M. und die Schankerlaubnissteuer von 9000 auf 7000 M. herabgesetzt. Dem Nassauischen Berkeyrsverbcmd bewilligte man auf Antrag des Bürgermeisters Jacobs (Königstein) einen jährlichen Beitrag von 300^ M. Für die Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden stellte man 8000 M. in den Etat ein. Insgesamt wurde der Etat mit 387400 M. (1913: 298 600 Mark) Einnahmen und Ausgaben für das Rechnungsjahr 1914 festgelegt und von der Versammlung genehmigt. In den Kreisausschuß wurden für die Zeit vom 1. April 1914 bis Ende März 1920 Beigeordneter Fr. Schulte (Cronberg) und Professor Dr. S p r a n k (Homburg) neugewählt.
Neues aus aller well.
Ein trauriges Familiendrawa. Goslar, 23. März. Die Frau des seit Dienstag aus unbekannten Gründen spurlos aus Goslar verschwundenen Baumaterialienhändlers Otto Deichmann erhielt von ihrem Gatten aus Blankenburg einen Abschiedsbrief, in dem er schreibt, daß er Selbstmord begehen werde. Hieraus erhängte Frau Deichmann die 16jährige Tochter und den 10jährigen Sohn und beging dann selbst durch Erhängen Selbstmord, nachdem sie vorher Trauerkleider angezogen hatte.
Großfeuer auf dem Tegeler Jndnstricvahnhof. Berlin, 23. März. Auf dem Gelände der Industriebahn in Tegel brach gestern nachmittag ein großes Schadenfeuer aus, das den Maschinenraum und den Reparaturschuppen zerstörte und den Wasserturm beschädigte. Die Tegeler Feuerwehr und die Fahrikfeuerwehr von Borsig mußten sich darauf beschränken, die weitere Ausdehnung des Feuers zu hindern. Zeitweise war auch die nabe Humboldt-Mühle in Gefahr. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Das Feuer ist wahrscheinlich durch das Kesselfeuer einer Lokomotive entstanden.
Ein großer Erdrutsch. Zürich' 21. März. Infolge der anhaltenden Regengüsse ereignete sich heute früh bei Neuenburg, unmittelbar neben einem Gefängnisturm, ein großer Erdrutsch. Die aus einer Höhe von etwa 10 Meter herabstürzenden Erd- und Felsmassen richteten großen Schaden an und bedeckten die nach Serrieres führende Straße. Der Straßenbahnverkehr ist unterbrochen.
Montag, 23. Marz 1914 Nr. 1-3».
Muscumsdiebstahl. Paris, 23. März. Abermals ist aus dem Louvremuseum eine wertvolle Antiquität verschwunden. Es handelt sich um eine altäghptische Papyrusrolle, die sich seit dem Jahre 1888 dort befindet. Alle Nachforschungen nach dem Dokument sind bisher ergebnislos gewesen.
Ein Barbier als Amokläufer. Nizza, 23. März. Ein wahnsinnig gewordener Barbier überfiel auf der Straße eine Gruppe von Spaziergängern und brachte sieben derselben mit einem Rasiermesser mehr oder minder schwere Verletzungen bei. Gendarmen haben den Geisteskranken festgenommen.
Schlagende Wetter. Sarajewo, 22. März. Im Kohlenbergwerk „Zenica" in Bosnien erfolgte gestern durch unvorsichtiges Umgehen mit Feuer eine Explosion schlagender Wetter, durch die, fünf Arbeiter unter den Trümmern der einstürzenden Schachträume verschüttet und getötet wurden. Ein sechster wurde schwer verletzt; sein Zustand ist hoff-, nungslos. Die Untersuchung ergab, daß die Arbeiter im alten Schacht g'eschlafen hatten.
Eine Fischerflottille auf dem Kaspischen Meer vermißt.
L o n d o n, 23. März. Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Astrachan ist man dort in großer Unruhe über den Verbleib einer 'Fischerflottille, die auf dem Kaspischen Meer dem Störfang oblag. Man befürchtet, daß der Flottille infolge des furchtbaren Sturms während der letzten Woche ein Unglück zugestoßen ist.
Ein Wünschelrutensänger nach Amerika berufen. Halle,
21. März. Auf Grund der ausgezeichneten E.folge, die er auf dem ersten hier veranstalteten Wünschetrutenkonqreß aus- weisen konnte, ist der bekannte Wünschelrutengänger Ingenieur Kleinau in Cöthen von einem Konsortium amerikanischer Kapitalisten nach Kanada berufen worden; er soll dort das Vorkommen von Kaki festzustellen suchen.
Ein Kieler Dampfer gestrandet. Danzig. 22. März. Der Kieler Dampfer „Francisca". der gestern abend 10 Uhr den Hafen von Neufahrwasser, mit Stückgütern und Holz nach Hamburg bestimmt, verlassen hatte, ist nach vierstündiger Fahrt an der Außenseite von Hela bei Danzigor Heisternest gestrandet. Die Rettungsmannschaft von Putziger Heisternest rettete zwei Passagiere und sechs Mann der Besatzung. Der Kapitän und weitere vier Mann der Besatzung erklärten, an Bord bleiben zu wollen Die Lage des Schiffes ist nicht ungefäh'lich. da der Sturm es sehr hoch auf den Strand gesetzt hat. Der Kapitän lehnte die Hilfe der herbeiaeeiltcn Bergungsdamvser «ch, da er erst Nachsicht von seiner Reederei abwarten will.
Ein deutscher Dampfer mit Mann und Maus untcrge- gangen? Marseille. 22. März. Am 17. Februar ging der deutsche Dampfer. „Heinrich" von Cardiff mit einer Ladung von 293 Tonnen Kohlen nach Marseille ab, ist jedoch bis ietzt hier nicht eingetroffen. Die normale Reisedmier von Cardiff nach Ddarseikle beträgt !m Winter 10 Tage Das Schiff hätte also spätestens am 27. Februar in Marseille ankommen muffen. Seit seiner Abfahrt haben iedoch wed«^ die Reeder, die Herren Revlaff in Cardiff, noch das Haus Bivian u. Co. in Marseille irgendwelche Nachricht von dem Schiff erhalten Es wird verminet,. daß der Dampfer mit Mann und Maus vnterge- qanaen ist. Er befindet sich ,bereits 23 Tage in Versvätunq und hätte in dieser Zeit unbedingt bei schlechtem Wetter irgendeinen anderen Hafen arckmfen oder dach Nachricht von sich «eben muffen. Die Besatzung beträgt 12, nach anderen Meldungen 20 Mann.
Eine Kannibalennntat. Sy dn e y , 22, März. Nach einer Kabelmeldnng van den Neuen Hebriden haben Eingeborene im Norden der Insel MallikÄo sechs eingeborene Lehrer einer australischen Missionsstation ermordet und verspeist.
Letzte Dvahtberichte.
Die Ankunft des Kaisers in Wie«.
wb. Wien, 23. März. Kaiser Wilhelm ist um 11 Uhr auf dem Pensinger Bahnhof eingetroffen und vom Kaiser Franz Joseph herzlich begrüßt worden.
Zur Reise der Kaiserin nach Korfn.
8. Berlin, 23. März. (Eig. Drahtbericht) Wie wir zuverlässig erfahren, hat die Ka i s e r i n die Absicht, nach Korfu zu reisen, keineswegs aufgegeben. Sie gedenkt vielmehr ihren Aufenthalt in Braunschweig Ende dieser Woche — der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, hängt vielmehr von dem Befinden der jungen Herzogin ab — zu beenden und nach kurzem Besuche bei dem Prinzen Joachim in Kassel sich über Venedig ebenfalls nach Korfu zu begeben.
Die Verzögerung desStatthaltcrwechsels in den Reichslanden.
8. Berlin, 23. März. (Eig. Drahtbericht) In Abgeord- netönkreisen wird die Vermutung ausgesprochen, daß die Verzögerung in der Ernennung eines Nachfolgers für den Grasen Wedel auf konservative Einflüsse zurückznsühren sei. Die preußischen Konservativen hätten sich vielleicht gesagt, . daß durch die Ernennung des Herrn v. Da llwitz als Statthalter von Elsaß-Lothringen die größte Stütze des Ultra-Konservativismus aus dem preußischen Staatsministe- riu.m entfernt werde und daß nunmehr vielleicht der Weg für Einflüsse frei werde, um eine weniger ültrakonservative Poli- tik im Ministerium Des Innern zu treiben.
Ein nationalliberal-fortschrittliches Wahlabkommen in Sachsen.
X X Dresden, 23. März. (Eig. Drahtbericht) Die sächsi- scheu Ncrtionallweralen, vertreten im nationalliberalen Landesverein, versammelten sich gestern in Plauen zu ihrer Frühjahrsversammlung. Der Hauptpunkt der Verhandlungen war das geplante Abkommen mit den Freisinnigen. Nach den Reden der Landtagsabgeordneten Dr. Kaiser (Dresden) und Nitzschke (Leipzig) wurde folgende Resolution angenommen: »Der Vertretertag erblickt in einem allgemeinen, taktischen Abkommen mit der Fortschrittlichen Volkspartei für die Landtagswahl 1915 das gegebene Mittel, um den liberalen Einfluß in Sachsen zu stärken, insbesondere die Sozialdemokratie zurückzudrängen. Er ermächtigt deshalb den Vorstand des nationalliberalen Landesvereins zu weiteren Verhandlungen unter der Voraussetzung, daß der bisherige national- liberale Besitzstand gewahrt bleibt und daß das ganze Abkommen der Bedeutung der nationalliberalen Partei in Sachsen gerecht wird.
Das angebliche Ergebnis der „Roten Woche".
^ Berlin. 23. März. (Eig. Drahtbericht) Nach dem „Vorwärts hat die „Rote Woche" der Sozialdemokratie in 261 Wahlkreisen 116 599 neue Mitglieder und den sozialdemokratischen Blättern 68187 neue Abonnenten eingetragen.
Aufsehenerregende Ausweisungen zweier Künstlerinnen aus Nordschleswig.
^ Kopenhagen, 23. März. (Eig. Drahtbericht) Zwei Ausweisungen aus Novdschleswig erregen in Kopenhagen be- s o n d er e § Aufsehen, welche die Konzertsängerin Eva D i n e ) e n, die Berlin studiert hat, und die Pianistin Helene P r a b c. r betreffen. Die beiden Künstlerinnen haben am Samstag bei einer musikalischen Wendunter,Haltung bei Sommerstett mitgewirkt. Nach Schluß des Konzertes erschien plötzlich ein Gendarm -und forderte die Damen auf, ihm zum
