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Nr. _ Samstag, 81. März 1Ü1», MtrSvKħrrer T«gM«K» Morgem-A»sgerbe, 1. Man. Sette 3.

Ministerium und des Referenten Dr. Bothe schließt die Debatte und die Erklärung des Ausschusses wird ohne jede Änderung angenommen.

Bei den Wahlen werden die ausscheidenden Mitglieder des Ausschusses wiedergewählt, hinzugewählt wird Assow (Altona). Der Vorsitzende dankte den Mitgliedern für die geleistete Arbeit und schloß dann die diesjährige Vollver­sammlung.

Das RennweLLgesetz.

wb. Berlin, 20.-m- Die wichtigsten Bestimmungen des Entwurfes zur Wanderung des geltenden Rennwett-

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1. Die Möglichkeit der Abschließung von Wetten soll auf Pferderennen beschränkt werden (8 1). Es soll sa- durch der Ausdehnung oder Wettbetätigung auf andere, ins­besondere von den unteren und mittleren Bevöllerungs- schichren besuchte Sportveranstaltungen vorgebeugt werden, und zugleich der Totalisator der Rennvereine vor einer Kon­kurrenz geschützt werden.

2. Neben dem Totalisator sollen konzessionierte Buchmacher zugelassen werden (8 3). Dadurch soll das Winkelbuchmachertum nach Möglichkeit eingeschränkt werden und die private Wettvermittslung unter ständige behördliche Kontrolle gestellt werden, und auch die Möglichkeit der Kontrolle der privaten Wettabschlüsse für die Rennvereine ge­schaffen werden. Ferner würde dadurch ein erheblicher Teil der großen Summen, die zurzeit in Wetten bei Buchmachern auch für ausländische Wetten angelegt werden, der B e - steuerung unterworfen werden können, wodurch erhöhte Mittel für die Zwecke des Reiches und der Landespferdezucht gewonnen würden.

3. Die in bar geleisteten Wetten beim Buchmacher sollen einklagbar gemacht, dadurch dem Wettenden ein Schutz Var unreeller Äusrmsung gewahrt und ein wirksamer Schutz gegen leichtfertige Wettabschlüffe geschaffen wer­den. Die Entgegennahme von Rennwetten auf Herrenreiten und von Militärpersonen soll den Buchmachern verboten wer­den (8 4).

4. Das Strafmaß für nicht lizentiierte Buchmacher, bisher Gefängnis von einem bis zu sechs Monaten oder Geld­strafe von 500 bis zu 1500 M.. soll erhöht werden, künftig stets Gefängnis bis zu zwei Jahren, daneben Geldstrafe von 300 bis zu 600 M. und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Außerdem sollen'die Einsätze für verfallen evklärt werden (8 5).

6. Der konzessionierte Buchmacher und feine Gehilfen werden bestraft, wenn sie außerhalb der vor geschriebe­nen örtlich ketten Wetten vermitteln (8 4).

. 6. Der Abschluß von Wetten bei einem nicht konzessio­nierten Buchmacher wird bestraft mit Geldstrafe bis zu 1000 M.

?. Toto- und Buchmacherwetten werden grundsätzlich gleich ho ch besteuert, dagegen ist die Besteuerungsart ver­schieden. für Totowetten wie bisher Umsatzbesteuerung, zugleich Herabsetzung der Steuerguote von 16% Proz. auf 12 Pro;., wovon das Reich und die Rennvereine je die Hälfte er­halten. Den Rennvereinen kann die Erhebung einer Umsatz- abgabe bis zu 8 Prag, gestartet werden. Es ist beabsichtigt, dieses Zugeständnis denjenigen Rennvereinen zu machen, deren Totalisatorumsatz die Summe von einer Million nicht übersteigt. Die Buchwetten sollen mit einer Umsatzsteuer von 6 Prvv belegt werden. Daneben hat der Wettende, so­fern er gewinnt, eine Steuer zu entrichten, die sich je nach dem Verhältnis zwischen Gewinn und Wetteinsah auf 6 bis 20 Proz. beläuft. Die Abgaben der Buchmacher für Ver­mittelung von Auslandswetten sollen ebenfalls 6 Proz. be­tragen. An Stelle der Gewinnabgaben kann eine Besteuerung der Umsatzabgaben ungeordnet werden. Es ist beabsichtigt, die Gesamtabgaben für Vermittelung von Auslandswetten den­jenigen Abgaben anzuvassen die in den ausländischen Staaten für die dort ausgestellten Totalisatoren festgesetzt sind.

8 Die Buchmacher sollen Auslandwetten zum Totalisatorkurs annebmen dürfen. I n I a n d w e t t e n im allgemeinen nur zu festen Orders. Indessen soll den Buchmachern für den Anfang gestattet sein, kleine Einsätze für deutsche Rennen zum Totalisatorkurs anzunehmen, damit nickst die- verbotene private Wettvermittslung eintritt.

9. Auch ine nicht erlaubten Wettunternehmungen sollen ebenso wie die erlaubten steuerpflichtig sein, wenn sie zur Kenntnis der Behörde gelangen.

10. Die Landesvolizeibehörde soll die öffentliche Aus- lage von Renntelegrammen und Tivs verbieten dürfen.

AMfahrt«

Das MilitärluftschiffZ. 5" in Gefahr. Berlffn, 20. März. Das Militärluftschiff 'Z. 5", das in Johannisthal stationiert ist, geriet heute morgen in schwere Gefahr. Beim Herausbringen aus der Halle wurde das Luftschiff bon starken Böen gefaßt, riß sich los und trieb auf die große Tribüne zu. Erst im letzten Augenblick gelang es den Maschinisten, die Propeller anzuwerfen und so konnte der Steuermann das Schiff etwa einen Meter über dem Dach der Haupttribüne hochreißen und einen Zusammenstoß vermeiden.

Der Höhenweltrekord mit drei Passagieren in deutschen Händen! B e r l i n, 20. März. Heute morgen startete auf dem Flugplatz Johannisthal Ingenieur T h e l e n mit drei Passagieren auf einem Albatroß-Doppeldecker, um einen Höhenrekord auszustellen. Er erreichte eine Höhe von 3760 Meter und überbot damit den von dem Franzosen Garraix ausgestellten Höhenweltrekord um 450 Meter.

Oer neue Haushaltsplan öer Stadt Wiesbaden.

Wiesbaden, 20. März.

In der heutigen ordentlichen Sitzung der Stadtverordneten - Versammlung stehen die Vorschläge der einzelnen Verwaliungszweige der ordentlichen und außerordentlichen Verwaltung sowie die der Zweigver­waltungen zur Debatte.

Stadtverordneter Müller rügte einige Mißstände bei der A r m e n v e r w a l t u n g. Be! den Gesuchen um Ver­leihung des Armenrechts, die sehr oft von Frauen eingeholt werden müßten, würden die Gesuchsteller oft an ganz junge Leute verwiesen, die die Gelegenheit benutzten, um eine Art Deichte von den Leuten zu erhalten. Es handle sich da oft um j e h r delikate Sachen, die nur gesetzten Leuten anver­traut werden könnten. Der Herr Oberbürgermeister habe gestern mit Recht die Arbeit der Wohliätigkeitsvereine hervor­gehoben; es müsse aber auch festgeftellt werden, daß iu dieser Beziehung die Arbeiterbewegung sehr viel tue. Die Gewerkschaften haben allein im letzten Jahr 100 000 M. an Arbeitslosenunterstützung verausgabt. Dazu kommen noch die Unterstützungen, die andere, namentlich die christlichen Arbeiterorganisationen, ihren hilfsbedürftigen Mitgliedern gewähren. Zu der vom Stadtverordneten Justizrat v. Eck erwähnten sogenannten Dreimännerliste bemerkt der Redner, daß von den in der Bürgerliste aufgeführten 20 000 Personen 16 450 in der 8. Klasse wählen. Von diesen 16 450 Wählern stehen nur 1600 in derDreimännerliste",

Es wäre auch ein schlechtes Zeichen für Wiesbaden, wen« die Armut hier so groß wäre, daß die große Mehrheit der Arbeiter steuerfrei ausginge.

Die Zahl der Wähler 3. Klasse zeige aber auch, wie recht Stadtverordneter Pusch gehabt habe, als er darauf hinwies, daß die 3. Klasse in den Ausschüssen und Deputationen ver­hältnismäßig viel zu wenig berücksichtigt werde. Die Meinung dürfe nichl auskommen, daß die Wähler 3. Klaffe weniger In­teresse an der Wohlfahrt der Stadt Wiesbaden haben, als die der 1. und 2. Klaffe.

Stadtverordneter Justizrat v. Eck erklärt, er habe nicht gesagt, die äußerste Linke könne bei der Deckungssrage nicht mitreden, weil sie keine Steuer bezahle, er habe nur aus die Dreimännerliste" hingewiesen, um die Übertreibungen Demmers zurückzuweisen. Natürlich habe er nicht die genaue Zahl der in derDreimännerliste" stehenden Wähler 3. Klaffe gekannt, er habe nur gewußt, daß es recht viele seien. Wie groß die Zahl derer sei, die nur 6 M. bezahlen, habe Stadt­verordneter Demmer nicht gesagt; er, v. Eck, selbst sei jetzt nicht so vorbereitet, um da mit Zahlen aufwarten zu können.

Nach einer kurzen Auseinandersetzung zwischen den Stadt­verordneten v. E ck und Demmer wendet sich Stadtverord­neter Eul in längeren Ausführungen gegen die Hand­habung der Armenpflege. Er bemängelt das Fehlen eines den Zeitverhältnissen angemessenen Tarifs und führt Beschwerde darüber, daß einzelne Armenpsleger die Armen wenig menschenfreundlich behandeln.

Stadtverordneter B a u m b a ch sowohl wie Stadtverord­neter v. Dreising nehmen die ehrenamtlich in der Armen­pflege tätigen Personen gegen die Angriffe Euls kräftig in Schutz. Auch Beigeordneter Borg mann erklärt, daß die Armenpsleger und Armenpflegerinnen in vollem Maße ihre Schuldigkeit tun.

Dem Stadtverordneten Eul sei es bekannt, daß erst in der letzten Zeit auch zwei der Arbeiterschaft nahestehende Herren zur Armenpflege herangezogen worden seien. Er (Borgmann) sei persönlich überzeugt, daß die Herren sich sehr gut zur Mit­wirkung in der Armendeputation eignen. Der Redner stellt weiter fest, daß in der Armenverwaltung keine unreifen jungen Leute verwendet werden, und daß es bei den Gesuchen um Armenatteste nicht zu peinlichen Ausfragereien kommt. Reuerdings sei für den Verkehr mit unehelichen Müttern eine Beamtin angestellt worden. Die Tarife würden vielfach überschritten; die Armenpsleger seien nicht angewiesen, sich streng an die Tarife zu halten. Auf gestern von dem Stadtverordneten Gerhardt vorgebrachte Wünsche eingehend, stellte der Redner fest, daß durch die Übernahme der Speisung bedürftiger Kinder in Regie der Stadt unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen würden. Der Stadbverordneten-Versammlung werde aber demnächst eine Vorlage auf Erhöhung des Zuschusses zugehen. Man ist bis jetzt nur in der Lage, Kinderschutz da auszu­üben, wo es sich um Armenrechtsfragen handelt; insofern kann die Zentrale für Jugendschutz und Kindersürsorge sehr wohl eine Lücke ausfüllen. Es gibt zahlreiche, das Eintreten der Kindersürsorge und des Kinderschutzes rechtfertigende Fälle, die sich heute der Kontrolle entziehen, weil kein Mensch an die Stadt um Unterstützung herantritt. Durch die Be­arbeitung des Kinderschutzes werden der Zentralstelle keine Kosten erwachsen; es handelt sich da auch um ehrenamtliche Arbeit. Stadtverordneter Demmer sprach ftir die Her­anziehung von Arbeiterfrauen zur Armenpflege, über einen Armenpsleger der Redner nennt den Namen feiert wiederholt Beschwerden eingelaufen. Der Redner ist eben- | falls nicht mit der Behandlung einverstanden, die den Leuten auf dem Armenbureau zuteil wird.

Stadtverordneter H a r t m a n n tritt für die Unter­stützung des gewerbsmäßigen Gemüsebaus ein. Bei­geordneter Körner erwidert, der Antrag der Gemüse- gärtner sei erst nach der Ausstellung des Etats eingegangen.

Stadtverordneter Demmer wendet sich gegen die Un­terstützung des Mittelrheinischen Vereins für Luftschiff­fahrt, der keine gemeinnützigen Zwecke verfolge.

Oberbürgermeister G l ä s s i n g entgegnet, die Förderung der Lustschifsahrt liege im nationalen Interesse, folglich verfolge der Verein auch gemeinnützige Zwecke.

Aus die Frage des Stadtverordneten Demmer, ob der Magistrat die Absicht habe, den Vertrag mit dem Residenz-Theater wegen der Volksvorstellungen zu erneuern, antwortet Bürgermeister T r a v e r s, der'Magi­strat habe zwar nicht die Absicht, die Sache einschlafen zu lassen, der seitherige Vertrag mit dem Residenz-Theater habe sich aber insofern nicht bewährt, als jeder Besucher der Vor­stellungen die Stadt 1 M. bis 2 M. 50 Pf. gekostet habe. Im April werde der Magrstrat aus die Sache zurückkommen.

Stadtverordneter Geheimrat Elze bittet den Magistrat, dafür einzutreten, daß das K ö n i g I. Theater die Abonnementsvorstellungen in alphabetischer Reihenfolge stattfinden läßt.

Stadtverordneter K l ä r n e r _ wünscht Anschluß der Schulen ans Telephonnetz, um bei etwaigen Unglücksfällen schnell Hilfe herbeirufen zu können. Er stellt dabei fest, daß die Volksschulen Wiesbadens genau das leisten, was von den preußischen Volksschulen verlangt wird. Die Mittelschulen hätten sich so eingebürgert, daß man sie st sticht nicht ab- schaffen könne. Die Mittelschule sei-nicht die Schule, welche die Volksschule zur Armenschule mache. Fsix ihn sei die Be­zeichnung der Volksschule als Armenschust überhaupt eine recht eigentümliche.

Stadtverordneter Gerhardt betont, daß er gestern selbstverständlich nur habe sagen wollen, daß die Mittelschule die Tendenz habe, die Volksschule zur Armenschule herabzu­drücken. Daß die Wiesbadener Volksschulsthrer in vollstem Maße ihre Schuldigkeit tun, davon ist auch er überzeugt. Der Lehrplan aber könnte ergänzt werden.

Beigeordneter Körner erklärt, daß per Lehrplan im wesentlichen von der Aufsichtsbehörde abhängig sei.

Auf die wiederholte _ Frage des Stadtverordneten Demmer nach dem Ergebnis der Wohnungszählung von 1912 antwortet der Direktor des statistischen Amts Dr.

R a h l s o n, das vorläufige Ergebnis sei im Dezember 1913 veröffentlicht worden. Das endgültige Ergebnis sei bereits gedruckt und werde nächste Woche erscheinen. Der Magistrat werde im April eine Neuzählung der leerstehenden Woh­nungen vornehmen lassen. Er glaube der Zustimmung des Magistrats sicher zu sein, wenn er erkläre, daß im Herbst 1915 anläßlich der großen Volkszählung auch eine Wohnungsaus­nahme, einschließlich der Belegung, stattfinden solle.

Stadtverordneter v. D r e i s i n g wendet sich gegen die beabsichtigte Erweiterung des Verkehrsbureaus an der jetzigen Stelle. Ta gehöre kein Gebäude hin.

Oberbürgermeister G l ä s s i n g weist darauf hin, daß der Stadtverordneten-Versanwilung ja noch Gelegenheit gegeben

werde, zu der Angelegenheit Stellung zu nehnien, wenn eine Vorlage an sie herankomme.

Stadtverordneter Demmer brachte Wünsche zur Schwimmbadsrage vor, deren Berücksichtigung vom Beigeordneten Petri in Aussicht gestellt wurde. Demmer hält den in Aussicht genommenen Platz gegenüber dem neuen Museumsgelände ivegen der Frontlänge ungeeignet; besser eigne sich ein mitten in einer Straße liegender Platz. Er empfahl die Besichtigung anderer Schwimmbäder vor der end­gültigen Ausarbeitung der Pläne.

Damit war die Debatte zu der ordentlichen und der außerordentlichen Verwaltung zu Ende. Die Etats der Zweigverwaltungen riefen ebenfalls eine längere Debatte hervor, auf die wir in der Abend-Ausgabe zurückkommen wer­den, wie auf die übrige Tagesordnung.

Kus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten»

vom Frühling.

Am 21. März geht die Sonne durch den Äquator des Himmelskugel und Tag und Nacht haben gleiche Länge von je 12 Stunden. Würde die Temperatur nur von der Tages­länge, d. y. von der Dauer der Bestrahlung abhängen, dann müßte dieser Tag, ebenso wie die übrigen astronomisch be­deutsamen Tage am 21. Juni, 23. September und 21. Dezem­ber, selbstverständlich als Mitte des Frühlings angesehen wer­den. Da die Wirkung des höchsten und niedrigsten Sonnen­standes aber erfahrungsgemäß erst mehrere Wochen später eintritt, so hat man sich von alters her daran gewöhnt, diese Tage als Anfang der Jahreszeiten zu betrachten. Auch diese Einteilung stimmt nicht ganz mit dem wirklichen Temperatur­verlauf überein. Die Verspätung des wärmsten und kältesten Tages im Jahr gegen die entsprechenden Extreme des Sonnenstandes beträgt nicht 6 Wochen, sondern nur etwas über 3 Wochen (25 Tage). Diesen tatsächlichen Verhältnissen patzt sich am besten die meteorologische Einteilung der Jah­reszeiten an, die den Winter vom 1. Dezember bis 28. Februar, den Frühling vom 1. März bis 81. Mai, den Sommer vom 1. Juni bis 31. August und den Herbst vom 1. September bis 30. November rechnet. Demnach fällt also die Mitte des Frühlings etwa auf den 15. April, während sie bei rein objek­tiver Betrachtung auf den 21. März und nach der landläufigen Auffassung um Anfang Mai anzusetzen ist. Wie vollzieht sich nun im Frühling der Temperaturübergang vom Winter- ins Sommerstadium? Bei Betrachtung langjähriger Tagesmittel findet man, daß der Übergang keineswegs gleichmäßig statt­findet, sondern durch einige charakteristische Senkungen (Kälterückfälle) unterbrochen wird. In der mittleren Jahres­kurve prägen sich diese Rückfälle zwar nur im Februar und Juni scharf aus, während die Monate März bis Mai nur un­bedeutende Senkungen aufweisen. Innerhalb einzelner Jahre ift. es aber gerade der Frühling, der di« stärksten Rückschläge bringt und es ist nur der sowohl vorausgehenden als auch folgenden tntensrven Erwärmung zuzuschreiben, daß diese Storungen in den vieljährigen Mittelwerten nicht zum Aus­druck kommen. Unter den Kälterückfällen des Frühjahrs ist derjenige um Mitte- Mai, dieEisheiligen" oderGestrenge Herren", der weitaus bekannteste und dennoch der unbeträcht­lichste. Der Grund dieser Bevorzugung liegt lediglich in der verhängnisvollen Bedeutung, die ein starker Rückgang bis un­ter den Gefrierpunkt im Mai für die jung« Pflanzenwelt hat.

meisten Fällen hält sich die Teniperaturerniedriaun-a in mäßigen Grenzen, und Frostgrade kommen nur in ganz jf aHn vor. Seit 1826 wurde in unserer Gegend dEÄ Maisrost beobachtet, 1882, 1838 und 1902. Auch der Marz bringt gewöhnlich um seine Mrtte einige kalten Tage, der Rückschlag ist aber nicht stärker

V 3« ^ größere Bedeutung. Die stärksten

Kalteruckfalle pflegen Mitte April einzutreten, also 3 Wochen nach der Tag- und Nachtgleiche, vorausgesetzt, daß um diese Zeit die für Kälterückfälle typische Luftdruckverteilung zu­stande kommt. In den letzten Jahren war dieser Temperatur­sturz ganz besonders ausgeprägt. 1911 sank das Thermometer im Aprrl an 5, 1912 und 1913 noch an 6 Tagen unter den Gefrierpunkt. Auch der diesjährige Frühling wird im näch­sten Monat ernen Kälterückfall bringen, der sich aber mehr durch längere Dauer als durch sehr tiefe Temperaturen aus­zeichnen dürfte. A g

Das Kaiserpaar in Wiesbaden. Wie dieB. Z. a. M." wissen will, bleibt die Kaiserin noch mehrere Wochen in Braunschweig, geht also nicht nach Korfu. Sie beabsichtigt, von Braunschweig nach Homburg zu rersen und von dort aus nach Wiesbaden zu kommen, wo der Kaiser anfangs Mai ein­zutreffen gedenkt.

Der Magistrat der Stadt Elbing beauftragte den durch feine für den Staat, verschiedene Regimenter, Rathäuser, Museei usw. gemalten Kaiserbilder weitesten Kreisen bekannt'qewov denen Wiesbadener Maler Oskar Meyer-Elbina mb der Ausführung eines lebensgroßen Kaiserbildnisse- für den neuerbauten Schwurgerichtssaal des König!. Land' und Amtsgerichts. Der Künstler wird das Gemälde das Stadt Elbing dem Staat anläßlich der Einweihung des Neu- bEs zum Ge,chenk macht, mit Bezug auf die weltbekannte SchlchaU'Werst in der Galauniform eines Großadmirals ausfuhren. Von den Kmserbildern Meyer-Elbings? die auch ^^erhvlt die Anerkennung des Kaisers fanden, befinden sich Beaimews Nr des 1. Naffauischen Feldartillerie-

SSr * är l** 5SI' - - -«»*"

^ Hlttidwerkerverband. Der diesjährige Verbandstag de^ Handwerkerverbands für den Regierungsbezirk Wies- bao-en wrrdin Limburg stattfinden, und zwar aller Voraus­sicht nach Mitte Juli.

. Banberatung. Ein zweitägiger Bauberatungskursus wird von der Bauberatungsstelle für Hessen-Naffau in Ver­bindung mit der Bezirksabteilung Nassau des Deutschen Ver­eins für ländliche Wohlfahrts- mrd Heimatpflege sowie noch anderen Körperschaften am 30. und 31. d. M. in Limburg ver­anstaltet, man rechnet dabei besonders auf die Teilnahme von Handwerkern aus Kleinstädten sowie vom Lande. Eine neue Gewerbeförderungseinrichtung an der hiesigen Gewerbeschule wird in der Einrichtung eines offenen Zeichensaals bestehen, in welchem den Handwerkern Gelegen­heit geboten ist, unter Beihilfe des betreffenden Fachlehrers ihre Arbeiten zeichnerisch darzustellen. Damit verbunden ist die technisch« und künstlerische Beratung in allen gewerblichen Angelegenheiten sowie eine Beratung in Patent-, Muster-