Nr. ISS. _Freitag, ao. MSrz 1914.
Wresvasenrr TKIMrrLL» _Morgen-Ausgabe, 1 . Matt. ' Sette ».
tausende von Zentnern Fleisch nach den Vereinigten Staaten liefere, von den Chicago er Schlacht- und Versandfirmen beherrscht werde, die nach dem Bericht bei weitem den größeren Teil des Geschäftes in Händen hätten.
Luftfahrt.
Absturz zweier Militärflieger. Höchst a. M., 19. März. Sei Eddersheim stürzte heute vormittag ein mit zwei Soldaten besetzter Doppeldecker der Koblenzer Fliegerschule infolge schlechter Windverhältnisse aus beträchtlicher Höhe ab und wurde vollständig zertrümmert. Der Führer, ein Unteroffizier, ist aus etwa 20 Meter Höhe abgesprungen; er blieb unverletzt. Auch der Begleiter trug keine Verletzung davon.
Eine Dame als Passagier bei einem Sturzflug. London, 19. März. Fräulein Ho zier, die Schwiegertochter Winston Churchills, unternahm gestern als Passagierin des Fliegers Hamels einen Flug, wobei mehrere vorzüglich gelungene Looping the Loops ausgesührt wurden.
5lu§ §taöt unb Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Kus dem Kltftadt-verein.
Wie der Jahresbericht, der in der vorgestrigen Hauptversammlung des WegirkAvereins „Altstadt" im „Frankfurter Hos" zur Beratung stand, ausfüihrt, hat e» sich der Verein angelegen sein lassen, die Interessen seiner Mitbürger, insbesondere derjenigen seines Bezirks, zu vertreten und zu fördern. Mannigfache Wünsche und Anregungen, die zur Verbesserung des Stratzenbelags, des Verkehrs, der Verkehrsmittel, der Straßenbeleuchtung, ferner zur Verschönerung von Plätzen oder Straßenteilen, sowie der Zuführung von Licht und Luft in die beengte Altstadt (Nieder- legung der „alten Rose") dienen sollen, wurden an die städtischen und staatlichen Behörden gerichtet und auch zum guten Teil, soweit es eben die derzeitigen Verhältnisse namentlich in finanzieller Hinsicht gestatten, erledigt. Die Wünsche bezüglich der Derkehrsverbesserung, der sachgemäßeren Anbringung von Richtungs-Erkennungszeichen, der Aufstellung von schutzbieitenden Wartehäuschen usw., die an die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft gerichtet wurden, seien jedoch unberücksichtigt geblieben. Der gedruckt vorliegende Jahresbericht wurde von dem ersten Vorsitzenden Kaufmann Hch. Wolf Weygandt eingehend erläutert. Der vom Kassierer Dr. phil. Karl Cratz erstattete Kassenbericht der- zeichnet 462 M. Einnahmen und 386 M. Ausgaben und weist einen Vermögensbestand von 1640 M. nach. Die Zahl der Mitglieder beträgt 231. Dem „Verschönerungsverein" werden SO M. und der Armenverwaltung für Kohlen und für Frühstück für arme Kinder je 28 M. überwiesen. Die Neuwahl des Vorstandes hatte das Ergebnis, daß die seitherigen Mitglieder wiedergewählt und für den verstorbenen Kaufmann Johann Bergmann sowie den freiwillig ausscheidenden Fabrikanten Peter Kindsbofen Juwelier Karl Ernst und Architekt Emil Thomas ncugewählt wurden. Zur Beratung stand hierauf zunächst eine vom Nord-Ost-Berein angeregte anderweitige Regelung der Einschätzung der unbebauten Grundstücke. Es wurde bemerkt, daß die Taxen nach dem gemeinen Wert für die gegenwärtige Konjunktur zu hoch seien und deshalb die Feldgerichtstaxe als Wertbemeisung für den Grundsteuerreinertrag in Geltung treten soll. Hiergegen wurde jedoch angeführt, daß durch eine allgemeine Herabsetzung der Taxe eine Werlverminderung des Jmmobils eintreten würde, was auf die hypothekarische B?laitun,gSkähigkeit nicht ohne Einfluß bleiben würde und der Stadtverwaltung Veranlassung gelben könnte, den Grund- steueriatz zu erhöhen. Die Angelegenheit soll nochmals in gemeinsamer Beratung der Bezirksvereinsvorstände mit dem Haus- und Grundbesitzer-Verein durch,gesprochen werden. Hotelbesitzer Walther wies bei dieser Gelegenheit an Hand einiger Beispiele darauf hin, daß die Stadt die Taxe willkürlich heriintersehe, wenn sie selbst als Käufer der betreffenden Grundstücke in Frage komme. Nach einer Besprechung der Pslastmungsvevbältnssse in der Wagemannstraße, die immer noch der dringend notwendigen Verbesserung harrt, wurde das Tbem-a der neuen Linienführung der Straßenbahnen behandelt. Der Altstadt-Verein steht hier gemeinsam mit dem Rord-Oit-Verein, der in der Versammlung durch mehrere Vorstandsmitglieder vertreten war, auf einem anderen Standpunkt, als der Süd-Verein. Er protestiert gegen die beabsichtigte Linienführung der Sonnenbevger Strecke durch die Wilhelmstraße und einen vermelhrten und verläng-rten Verkehr auf der Lanaqasse, der die ohnehin sehr beschränkte Passage in der Langgasse für den übrigen Fuhr- knrksverkebr noch mehr behindern würde. Das Sonnenberger Villenpnblik»m würde außerdem vom Verkehr nach der Altstadt a'bgeschnitten sein. In diesem Sine soll beim Magistrat Einspruch erhoben werden. g.
— Der Dank des Kaisers. Dem Herrn OLerbürger- m e i st e r ist auf ein an den Kaiser gerichtetes Glückwunschtelegramm zur Geburt eines Thronfolgers in Braunschweig folgende Drahtantwort von Seiner Majestät zugegangen: „Berlin. Schloß, 18. März. Meinen besten Dank für die freundlichen Glückwünsche meiner Residenz Wiesbaden zu dem frohen Familienereianis in Braunschweig. Wilhelm R."
— Naturhistorisches Museum der Stadt Wiesbaden. Die Sammlungen des Naturhistorischen Museums bleiben vom 23. März ab wegen Abhaltung der Hauptversammlung des „Vereins für nassainsche Altertumskunde und Geschichtsforschung" am 26. und des Jahresfestes des „Nassauischen Vereins für Naturkunde" am 28. d. M. im Vortragssaale des Museums bis auf weiteres geschlossen. Hingegen sind die Neuerwerbungen des Landesmuseums nassauischer Altertümer am 26. und die des Naturhistorischen Museums am 89. März, jeweils von 11 _ bis 1 Uhr, im Vortragssaale ( 1 . Stock) zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt.
— Missionsseier. Das Missionsfest der Miffionsvereine 1 und 2 (für Basel), das im Evangelischen Vereinshause statt- fand, nahm einen erhebenden Verlauf. Aus den Berichten der Vorstände dieser Vereine ging hervor, daß auch im letzten Jabre mit viel Treue und Hingabe gearbeitet worden ist. Auch konnten namhafte Beiträge für das Missionstöchterheim
in Basel, zur Erziehung von indischen Mädchen, für die Frauenmission, ärztliche Mission und die Mission' in Kamerun ausgesetzt werden. Im Mittelpunkt der Feier standen die beiden gehaltvollen Ansprachen von Generalsuperintendent Ohly und Misstonsinspektor Held. Zur Verschönerung des Festes trug der Vortrag von Chor- und Sologesängen bei.
— Studentische Bolksmrterrichtskurse Wiesbaden. Nach dem Jahresbericht 1913 (7. und 8. Lehrgang), dauerten die beiden Lehrgänge (Oster- und Herbst-Lehrgang) vom 10. März bis 19. April und vom 11. August bis 11. Oktober. ^Sie fanden allabendlich in der Woche von 8l/ 2i bis 10 Uhr in der Blücherschule statt. Es beteiligten sich im Berichtsjahr insgesamt 273 Personen (Ostern 168 und Herbst 105) mit 374 Einzeichnungen (1912: 258 Personen mit 406 Einzeichnungen). Es ergingen Einzeichnungen für Deutsch, Rechnen, Schönschreiben, Erdkunde, Naturkunde, Buchführung und Literatur. 187 Teilnehmer (115 -st 72) besuchten je einen Kurs, 69 (38 -st 31) je zwei und 17 (15 -st 2) je drei Kurse. Im Osterkurs waren Deutsch und Rechnen in je zwei, im Herbstkurs
Rechnen in drei Stufen geteilt. Deutsch bedurfte keiner
Teilung, da die Teilnehmerzahl sehr gering war. Den Un
terricht leiteten 14 Studenten (1 Jurist, 3 Mediziner, 7 Philologen, 3 Mathematiker und Naturwissenschaftler), 1 emer. Reallehrer und 1 Bankbeamter. Außerhalb des Unterrichts fanden Veranstaltungen verschiedener Art statt. Die Bücherei enthält jetzt 80 Bände. Die Benutzung durch die Teilnehmer war wieder sehr rege. Die „Hörervereinigung" hat ihre Arbeit erfolgreich fortgesetzt. Im Sommer wurden verschiedene Ausflüge in den Taunus unternommen, im Winter mehrere Vortrage und Besichtigungen veranstaltet. Nach der Kaffen- übersicht betragen die Einnahmen 314 M., die Ausgaben 297 M. 9 Pf., der Uberschuß 17 M. 91 Pf.
— Die „Jungdcutschland-Jugendwehr" hielt Samstag, den 14. d. M., im „Deutschen Hof" einen Vortragsabend ab. Der Vorsitzende, Leutnant d. R. Böning, gab in seiner Eröffnungsansprache die Richtlinien der vaterländischen Jugendpflege bekannt. Im Anschluß sprach Herr Hauptmann a. D. Schimpfs aus Marburg über Wappenkunde und im besonderen über „Der Adler". Der Vortrag war das Ergebnis einer in fünf Jahren mit großem Fleiß durchgeführten Forschungsarbeit und wurde durch die Vorführung der reichen Sammlung von Anschauungsstücken wesentlich belebt. Der Redner erntete lebhaften Beifall. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied: „Deutschland, Deutschland über alles!" fand der schön verlaufene Abend seinen Abschluß.
— Aus den Tiefen des Meeres werden die Reform-Kino- Vorführungen (Schwalbacher Straße 67) Freitag und
Samstag Bilder bringen, die fesselnde Einblicke in die eigenartige Welt jener Lebewesen gewähren, die Pflanzen scheinen und Tiere sind. — In der nächsten Woche wird dann die Befreiung der Schweiz und die Sage von Wilhelm Tell gezeigt werden, und zwar wird der Film schon von Dienstag ab laufen, da die Schönheit der Szenerie und das volkstümliche Thema auf Interesse in den weitesten Kreisen rechnen kann. Begleitende Vorträge finden jedoch nur Freitags und Samstags zu den gewöhnlichen Zeiten statt.
— Elternabend. Der Vorstand der Jungdeutschland- Jugendwehr beabsichtigt, Samstags, den 21. März, einen Elternabend abzuhalten. Beginn 84/ 2 Uhr abends im „Deutschen Hof", Goldgasse 4. Bei dieser Gelegenheit soll Auskunft gegeben werden über die Aufgaben und Ziele der Jugendpflege an der schulentlassenen männlichen Jugend. Eltern, Arbeitgeber und Lehrherren sowie die Eltern der Ostern zur Entlassung kommenden Schüler dürften Gelegenheit finden, sich durch Besuch des Abends über ungeklärte Fragen der Jugendpflege zu unterrichten.
— Berufswahl. Vor kurzer Zeit wurde in einem Bortrag von einer Dame sehr warm der Beruf der Friseusen empfahlen, weil hier noch ein gesichertes Fortkommen sei. In Wirklichkeit ist dieser Beruf der Hausfriseusen ein sehr ärmlicher. Für 2,50 M. bis 3 M., selten mehr im Monat, haben sie die Köpfe der Damen zu bearbeiten. Man braucht hier kein großer Rechenkünstler zu sein, um herauszurechnen, daß ihr Verdienst kaum ausreicht für Kleider und Schuhe. Aber auch mit Jungen, die den Friseurberus erlernen sollen, mutz man vorsichtig sein. Gar häufig hört man die Worte, der Junge ist etwas schwach zur Erlernung eines anderen Handwerks, er mag Friseur werden. In Wirklichkeit werden an einen Friseur große Anforderungen gestellt, und vor allem junge Leute, die kein angenehmes Äußere haben öder mit irgend einem anderen körperlichen Fehler behaftet sind, sollten nicht Friseur werden. ,
— Okuli — da kommen sie; ^zudna — da sind sie da; Palmarum — da singen sie trararum! Mit den ersten Frühlingswinden und Blümelein stellt sich eine der gesuchtesten Federwildarten der niederen Jagd, dre Schnepfe, ein. Sie kommt aus ihrem Winteraufenthalt, dem warmen Italien und Kleinasien, um im hohen Norden Europas und Asiens ihre Sommerresidenz zu beziehem Jot\ ihrem Durchzug durch unsere Gegend zieht oder „streicht ste ln der Morgen- und Abenddämmerung gewöhnlich an Waldrändern und Tälern hin. Der Jäger liegt dem Jagen dieser Vögel, das er „Schnepfenstrrch" nennt, mit besonderem Vergnügen ob. Er schießt sie teils beim Strich aus der ^nft herab, teils läßt er sie durch Hühnerhunde von ihren Ruheplätzen aufjagen, um sie dann zu erlegen, teils fängt er sie tn Netzen und Schlingen. Das Fleisch der Schnepfe, das emen schmackhaften Braten liefert, wird sehr geschätzt, noch mehr aber der Schnepfendreck, das sind die mit großen Mengen von Eingeweidewürmern besetzten Gedärme, diese bilden, gewiegt und mit Gewürz auf Brotschnitten gebacken, eine blondere Leckerei für Feinschmecker.
— Gegen die „Hyänen" der Wälder erläßt Bürgermeister
Bassermann-Jord»n in Deidesheim weben eine sehr nachahmenswerte Mahnung in einer amtlichen Bekanntmachung. Der Bürgermeister fordert jedermann, namentlich die Jugend und die Touristen, auf, mitzuwirken, daß kommenden
Frühjahr alles Blühende, besonders die Rosen, die Mandelblüten und die Zweige mit Weiden- und Haselnußkätzchen, nicht sinn- und zwecklos abgerissen' ™ nach ein paar
Stunden oder Tagen auf den Kehrichthaufen geworfen zu werden. Mit diesen „Kätzchen" werde den Bienen ihre erste Nahrung und den Leuten die Freude an der Natur geraubt. Die betreffenden Handlungen qualifizierten sich als Felddiebstähle. Von dem Mangel an Buschwerk koinnw des weiteren die Überhandnahme der Schädlinge.
— Die spanischen Schatzschwindler Werfer, eben wieder ihre Leimruten aus, um Dumme zu fangen und zu rupfen. So erhielten dieser Tage mehrere hiesige Einwohner die bekannten Briefe, in denen der angeblich wegen Bankrotts im Gefängnis sitzende Absender die Adressaten bittet, nach Madrid
zu kommen und dort seine Prozeßkosten zu bezahlen, wodurch eine vom Gericht beschlagnahmte Handtasche freigegeben würde, in der sich ein Gepäckschein befinde. Mit diesem Gepäckschein soll dann der angeblich auf einem französischen Bahnhof lagernde Reisekosfer des Briefschreibers eingelöst werden. In diesem Koffer sind natürlich 800 000 Franken verborgen, die der glückliche Bankrotteur beiseite schaffen konnte. Dem Empfänger des Briefes wird nun großmütig, wie bekannt, ein Drittel dieser Märchensumme versprochen, wenn er den Wunsch des Absenders erfüllt. — Allem Anschein nach lohnt sich noch immer diese Spekulation auf die Dummheit, sonst würde der alte Schwindlertrick nicht immer wieder erneuert werden.
— Personal-Nachrichten. Aktuar Reist dahier ist zum Amtsgerichtssekretär beim hiesigen Amtsgericht ernannt. — Assistent Bireg in Frankfurt ist als AmtSge.ichtssekretär an das Amtsgericht in Höchst. Amtsgerichts-,'ekretär Gemmel in Höchst nach Frankfurt, Amtsgerichtsiekretär Tennstedt in Neuwied als Landserichtssekrelär nach Wiesbaden, und Amts- aerichtssekvetär Hartwig in Idstein an das Amtsgericht in Frankfurt versetzt. — Aktuar Hartmann in Frankfurt rst zum Amtsgerichtssekretär in Usingen ernannt. •— Amtsgerichtssekretär Casvarv in Wehen ist an das Amtsgericht in Jd-- ftsin, Aktuar Bochw itz in Diez als Amtsgelichtssekretär nach Wehen verseht.
— Fremdenverkehr. Graf v. K a n i tz. Rittmeister und Eskadronchef im 2. Pommerschen Ulanen-Regiment Nr. 8 (Garnison Demmin). ist hier angekommen und in der Königfl Wilhelmstheilanstalt abgestiegen.
s
Israelitischer Gottesdienst. Israelitische Kultus.
gemeinde. (Synagoge: Michelsberg.) Gottesdienst in der Hauptsynagoge: Freitag: abends 61h Uhr, Sabbat, morgens 9 Uhr. nachmittags 3 Uhr. abends 7 25 Uhr. Gottesdienst im Gemeindesaal: Wochentage: morgens 7% Uhr. abends 6% Uhr. Die Gemeindebibliothek ist geöffnet: Sonntagvormittag von 11 bis 12 Uh:, Dienstagnachmittag von 6 bis 8 Uhr.
Alt - Israelitische Kultusgemeind e. Synagoge Friedri-chstraße 33. Freitag: abends 614 Uhr. Sabbat, morgens 814 Uhr, Vortrag 1014 Uhr. JugiendgotteÄnenst nachmittags 214 Uhr, nachmitt-vs 8 Uhr, abends 7.25 Uhr. Wochentage: morgens 7 Uhr. abends 6 Uhr.
Talmud Thora-Verein Wiesbaden, Nero- stmaße 16. Sabbat-Eingang 6.15, morgens 8.30, Mussas 9.30, Vortrag nach Mussaf 10. Schiur 5, Mincha 6, Ausgang 7.25. Wochentags^ morgens 7, Mincha und Schiur 6, Maarrf 7.30.
vorberichte über ttunst, Vorträge und verwandtes.
* Königliche Schauspiele. Heute abend gelangt Gerhari Hauptmanns jüngste dramatische Arbeit „Der Bogen des Odysseus" zur Erstaufführung. Den „Odysseus" spielt Herr Eoerth. In den übrigen Hauptrollen sind die Damen Äayr- hammer, Carlsen, Gaubh und die Herren Albert. Lehrmann, Rehkopf. Radius. Schneeweiß. Schwab, Zollin beschäftigt. Die Regie führt Herr Legal. — Am 3. April wird Schillers „Wilhelm Tell" wieder in den Spielplan ausgenommen; danach beginnen die Vorbereitungen für das fünsattige Schauspiel „Der einsame Weg" von Artur Schnitzler.
* Knrtheater. Heute Freitag und morgen Samstag wird der lustige Militärschwank „Der Millionenrekrut" wiederholt und nicht, wie gemeldet. „FliegevlieÄchen". Am Sonntag findet bekanntlich die Premiere des Sättigen Schwankes „Der Doppel- menich' (oder „Der Lurnpenball") von Wilhelm Jacoby statt. Nachmittags 8Va Uhr wird zu kleinen Preisen „Das Flieger- liebchen" zum letztenmal gegeben.
* Wiesbadener Künstler auswärts. Gottfried Hagedorn ein Wiesbadener Kind, jetziges Mitglied des ELerfelder Stadttheoters. wurde nach erfolgreichem Probesingen ab 1. September d. I. für 1. Fach auf 3 Jahre an das Hoftheater in Karlsruhe verpflichtet.
Mitteilungen aus dem Geschäftsleben.
(Für Redaktion wie Verlag unverantwortlich)
Erkundigen Sie sich i. d. Drogerie Machenheimer, Ecke Bismarckr. n. Dotzh. Str., Tel. 820. n. d. neuen Parkettreinigungsmittel.
Rus dem Landkreis Wiesbaden.
y. Sonnenberg, 19. März. Bei den diesjährigen Ergänz u ng s wa hl e n zur Gemeindevertretung wurden gewählt in der 3. Abteilung Landwirt Karl Philipp Wagner mit 152 und Steinbrecher Karl Winteumeyer mit 153 Stimmen. Die Gegenkandidaten der Arbeiterpartei erhielten je 89 Stimmen. In der 2. und 1. Abteilung waren Gegenkandidaten überhaupt nicht aufgestellt. Es wurden gewählt Hüttendirektor Adolf Schmidthenner und Landwirt Karl Christian Pfeiffer mit je 50 Stimmen; in der 1. Abteilung erhielten Oberstabsarzt Dr. Huesker und Rentner Franz Semmler je 12 Stimmen. — Die diesjährige Frühjahrs- kontrollversammlung der Kontrollpslichtigen der Gemeinde Sonnenberg findet am Montag, den 20. Avril, vormittags 9 Uhr, im Hofe des Bezflkskormnandos. Bertram- straße 3 in Wiesbaden, statt. — Die Liste über die zur Pflichtfeuerwehr gehörigen männlichen Personen des hiesigen Gemeindsbezirks liegt zurzeit aus. Feuer-wehrpflichtig sind diejenigen, welche in den Jahren 1879 bis 1889 ernschließ- lick geboren sind. Gesuche um Ablösung von der Feuerwehr- Pflicht sind schon jetzt einznreichen. damit Bestrafungen wegen Versäumnis der Übungen vermieden werden.
el. Aus dem Dekanat Wallau, 16. März. Die Kirchenkollekten im Jahre 1913 betrugen 1435,39 M. Diese verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Gemeinden: Diedenbergen 443,56 M., Delkenheim 254,42 M., Breckenheim 169,38 M., Hochheim 166,24 M., Nordenstadt 127,78 M., Igstadt 109,33 M„ Wallau 100,48 M. und Massercheim 64,30 Mark. Die Anstalten, für die Kollekten eingesammelt wurden, sind folgende: Jerusalemverein, Soldatenfürsorge,
Rheinische Missionsgesellschaft, bedürftige Gemeinden, Jung- franenverchne, Seemansmission, Rettnngshaus bei Wiesbaden, Nationalspende, Gefängnisverein, Herbergsverband, Bethel, Diasporagemeinden, ärztliche Mission, Hoffnungstal, Evangelisch-kirchlrcher Hrlfsverein, Gustav-Adolf-Berein, Panlinenjtift,Banjaluka, Elisabethenstift, Basler Mission und Jdiotenanstalt Scheuern.
Nassauische Nachrichten.
Der überlistete Vaterlandsverteidiger in spe.
^ cm Taunus, 13. März. Bei dem augenblicklichen Musterungsgeschäft in einem Taunusstädtchen beteuerte ein militärfeindlicher Bauernbursche dem untersuchenden Stabsarzt fortgesetzt seine absolute Militäruntauglichkeit mit der Begründung, daß er erheblich schwerhörig sei. Die dar- auf^ sofort vorgenommene Untersuchung schien das auch zu bestätigen, denn der Bursche war nicht imstande, Worte, die in der Nähe gesprochen wurden, zu verstehen, selbst, wenn man prahlte. Arzt und Bursche sahen sich verständnislos an. Da sagte der gewiegte Militärdoktor plötzlich ganz, ganz leise: „Frei! Wegtreten!" Und blitzesgleich fährt der „Schwerhörige" nach links herum und eilt dem Hintergrund zu. Aber ebenso schnell stellte man seine Tauglichkeit auch „von wegen der schlechten Ohren" fest und setzte den jungen Mann zur Artillerie an; denn hier kann er wenigstens das Donnern der Kanonen nicht überhören.
«
k. Höchst a. M.. 17. März. Die Gründung ein-r ge° me'nnütztqen Baugenossenschaft nach bem Muster der Frankfurter Volksbau- und Spargenossenschaft
