Nr» E. Dmmerstag, IS. AkSrz 1311 , Wissbsdemer TaglrLült» _ Abend-Ausgabe, 1 Blatt.
«Sette S.
KusLand«
Ästerreich-Ungarn.
Verlegung des Hoflagers nach Ungarn. Budape st,
19. März. Das ungarische Hofmarschallamt hat nunmehr mitgeteilt, daß Kaiser Franz Joseph zu mehrwöchigem Aufenthalte nach Budapest kommen dünste. Sowohl in der Ofener Burg wie im Schloß zu Gödöllö werden Vobbe- rertungen zum Empfang des Kaisers und des Hofstaates ge, troffen. Die Ankunft in Budapest dürste am 23. oder 24. April erfolgen. Der Monarch wird in der Ofener Burg Deputationen empfangen. Ferner sind zwei Hofdiners vorgesehen. Nach Gödöllö wird der Monarch anfangs Mai übersiedeln und daselbst dem Weidwerk obliegen. Offizieller Besuch des Kaisers findet aus besonderen Wunsch des Monarchen nicht statt.
Die ungarische Opposition gegen den Dreibund. Budapest, 19. März. Im ungarischen Mgeordnetenhause kam es gestern bei der Nationalitäiendebatte zu einem scharfen Angriff gegen den Dreibund. Der Abgeordnete und frühere Jnstizminister P o l o n y i hielt eine Re-de, in der er dem Grasen Michael Karoly den Dank der Opposition aussprach, weil dieser eine Aktion zur Bekämpfung der Dreibundpolitik eingeleitet hat. Er verlas einen Artikel der „Nowoje Wremsa", in dem ausgefölhvt wird, daß Rußland zu Ungarn in innigere Beziehungen zu treten wünsche. Die Oppositionspartei feierte den Redner durch laute Ovationen.
Abkürzung der österreichischen Parlamentskrisis. Wien, 18. März. In Abgeordnetenkreisen ist eine Aktion im Gange, um die Regierung zu veranlassen, mit Rücksicht aüf das Verhältnis zu Ungarn und die Beschaffung der Staatsnotwendigkeiten die Parlamentskrisis abzuWrzen. und im Juni das Abgeordnetenhaus zu einer neuen kurzen So m m e r s e s s i o n einzuberufen.
Der Austritt aus dem ungarischen Landeskasino. Buda- p e st, 19. März. Der Austritt von Offizieren aus dem Landeskasino hat mit dem heutigen Tage begonnen. 60 Offiziere haben bereits dem Präsidenten des Kasinos ihre Austrittserklärung übermittelt.
Luxemburg.
Ein peinlicher deutschfeindlicher Zwischenfall. Luxemburg, 19. März. An einem gestern abend tarnt Hose gegebenen Diner zu Ehren des diplomatischen Korps sollten ti. a. außer dem Oberpräsidenten .der Rheinprovinz, Freiherrn ». Rheinbaben, auch mehrere deutsche Offiziere teil- uehmen. Als sich nun kurz vor dem Diner drei Offiziere zu Fuß durch die Straßen der Stadt ins Schloß begeben wollten, sammelte sich plötzlich ein Trupp halbwüchsiger Burschen an, die zu johlen und zu lärmen begannen und den Offizieren Schmähworte nachriefen. Die Marseillaise wurde gesungen und auf Zabern bezügliche Ruse ertönten. Der Polizei gelang cs bald, die Menge zu zerstreuen. Der Zwischenfall erregt in ganz Luxemburg peinliches Aufsehen und wird von der öffentlichen Meinung entschieden verurteilt.
Belgien-
Die Antwerpener Festungswerke. Brüssel, 18. März. In der Kammer ereignete sich heute ein Zwischenfall. Anläßlich einer schon gestern verhandelten und noch nicht beendeten Interpellation der Liberalen über den jetzigen Zustand der Landesverteidigung machte der Liberale M o n v i 11 e den Chef des Generakstabs, General de Ceuninck, für den jetzigen Zustand der Antwerpener Vertei- d i g u n g e n verantwortlich. Der General hat heute an den Abgeordneten einen Brief gerichtet, in dem er ihm die Kompetenz abspricht und sich gegen die Anklage verwahrt, die den Deputierten lächerlich mache. Der K r i e g s m i n i st e r bedauerte das Vorgehen des Generalstabschess und stellte eine Untersuchung des Falles in Aussicht. Auch der Präsident nahm die Abgeordneten gegenüber derartigen Angriffen von Personen, die autzevhaib des Hauses stehen, in Schutz.
Frankreich.
Die Kosten der Monarchenbesuche. Paris, 18. März. Die Regierung hat einen Kreditentwuvf über 421 900 Franken in der Kammer eingebracht zur Deckung der Kosten des bevorstehenden Besuches des Königs von England und des Königs von Dänemark
Di- Affäre Rochette-Caillanx. Paris, 19. März. Die parlamentarische Untexsuchungskommission in der Rochette- affäre wird heute ihre erste konstituierende Versammlung abhalten und am Freitag ihre Arbeiten beginnen. — Die sozialistisch-radikale Gruppe der Kammer, zu der auch C a i l l a u x und zahlreiche der bekanntesten Politiker der Linken gehören, hat gestern einen Antrag angenommen, in dem sie Caillaux ihre volle Sympathie ausdrückt. — Iaurtzs berief
als Vorsitzender der Rochette-Untersuchungskommifsion diese für morgen nachmittag zusammen, ohne die Abstimmung des Senats über die Verleihung richterlicher Befugnisse an die Kommission abzuwarten. Jaurhs glaubt, daß, wenn die Kommission am Freitag ihre Arbeiten beginnt und Sitzungen ohne Unterbrechung von morgens bis abends abhält, sie in drei bis vier Tagen Ergebnisse wird vorlegen können.
Das Leichenbegängnis Calmettes. Paris, 18. März. Das Leichenbegängnis Calmettes findet am Freitagmittag aus dem Friedhofi von BatiignalleS statt.
Ein zeitweiliger Rücktritt des Marincministers Monis. Paris, 19. März. In parlamentarischen Kreisen hält man es für w a h r s ch e i n l i ch, daß der Marineminister Monis, der vor dem Rochctte-Ausschuß erscheinen soll, für die Dauer der Untersuchung von seinem Amte zurück treten werde. Falls die Untersuchung. ergebe, daß er sich keines tadelnswerten Vergehens schuldig gemacht halbe, werde er wieder an die Spitze des Ministeriums treten, das inzwischen provisorisch von einem anderen Mitglied des Kabinetts geleitet werden soll. Man erinnert daran, daß seinerzeit auch Bourgeois, der während der Panamaaffäre als Justizminister im damaligen Kabinett Ribot eines unkorrekten Schrittes beschuldigt worden waw seine Entlassung gegeben hatte, um als Zeuge vor dem Schwurgericht zu erscheinen, und vier Tage später sein Portefeuille wieder übernahm.
Fahre bleibt Oberst,gtsauwalt. Paris, 18. März. Der Oberstaatsanwalt Fabre erklärte einem Berichterstatter gegenüber, daß er durchaus nicht daran denke, seine Entlassung einzureichen. Er würde eine solche Handlungsweise als eine Fahnenflucht mitten im Kampfe ansthen.
Eine Demonstration gegen Thalamas. Paris, 18. März. Wie aus Versailles gemeldet wird, haben big dortigen Nationalisten heute morgen vor dem Hanse des radikalen Abgeordneten ThalamaS eine feindselige Kundgebung veranstaltet,
weil dessen Gattin heute in der „DhpZche de Versailles" einen Artikel veröffentlichte, in welchem sie das Vorgehen der Frau Eaillaux verteidigt und in schärfster Weise die von dem ermordeten Direktor des „Figaro", Calmette, gegen den früheren Finanzminister unternommene Fehde tadelt.
Balfour durch Steinwürfe verletzt. Nizza, 19. März. Der englische Staatsmann und Politiker Balfour unternahm gegen Abend im Automobil eine längere Fahrt, die von Cannes nach Cannes führte. In seiner Begleitung befand sich der englische Tennis-Champion Wilding. Unterwegs schleuderten junge Burschen mehrere Steine nach dem Automobil, Balfour wurde getroffen und erlitt eine leichte Verletzung.
England.
Die Flottenpolitik Churchills. London, 18. März. Im weiteren Verlaufe der heutigen Sitzung des Unterhauses griff Snowden (Arbeiterpartei) die Flottenpolitik der Regierung scharfan und erklärte, die Haltung Churchills sei eine Gefahr für die Sicherheit des Landes und eine Drohung für den Weltfrieden. Snowden fragte, weshalb es notwendig sei, dre Mittel meerflotte zu verstärken. Denn wenn England mehr Schiffe ^dorthin verlege, würde Italien und Österreich-Ungarn ihre Flotten vergrößern, und wenn dies so fort- ginge, so würde England in wenigen Jahren einen Marineetat von 109 Millionen Pfund haben. Im weiteren Laufe sfiner eineinhälbstündigen Rede machte Snowden einen hef- trgen Angriff -aus den R ü st u n g s r i n g. Er erklärte: Wir müssen herauskommen aus den Klauen der Schwindler, Diebe, Politiker, Generale und Rüstungsführer und einen tatsächlichen Beweis geben von unserem Wunsche, die Flottenaus- gaiben herabzusetzen. — In der A b e n d s i tz u n g des Unter, Hauses lenkte Aubrey Herbert (Unionist) die Äusmerksam- keit auf die politische und strategische Lage im Mittelmeer und brachte eine Resolution ein, in der erklärt wird, die Lage im Mittelmecr erfordere eine vermehrte Wachsamkeit der Regierung und mache die Bereitstellung einer angemessenen Flottenmacht zu.m -Schutze -des Weges nach Indien notwendig. Lord Beressord (Unionist) bemängelte scharf das Programm Churchills und erklärte, daß Churchill einen wichtigen Punkt nicht berührt habe, nämlich den, wie die Flotte stark genug -gemacht werden solle, um der !größer gewogenen Verantwortung des Reiches in der kritischesten Periode zu begegnen. Beressord verlangte dringend die Ernennung eines Reichsausschusses von Vertretern aller Parteien und Dominions, um einen methodischen Plan für die Reichsverteidigung auszuarbeiten.
Kein Verzicht und keine Verlobung des Prinzen Don J.ainre. W t tn, 18. März. Wie die „Neue Freie Presse" er» fahrt, sind bisher an unterrichteter Stelle keine Nachrichten über den Verzi ch t des Prinzen Dom Iaime auf lerne Thronanmruche und eine Verlobung dessevben mi -der Prrnzeffm Viktoria von Conn-ang-ht eingetroffen.
.3 triftet».
Der Papst schonungsbedürftig. Rom, 18. März. Wie der Vertreter der „Telegraphen-Union" van vatikanischer Sette erfahrt, läßt das Befinden des heiligen Vaters in der letzten Zeit wieder zu wünschen übrig. Die Ärzte halben dem Pastste lverug ehe rüde Schonung a-ulfer^ßt. Infolge der archal- teNden Indisposition des Papstes werden die anläßlich des morgigen Jahrestages üblichen Diplo-maten-Empsänae nicht stattffinden. ----- i
Der neue Generalstabschef. Petersburg, 19. März. Zum Chef des GeneralstabeZ ist der bisherige Direktor der Kriegsakademie, Professor Dr. Januschkewitfch ernannt worden. Er ist 45 Jahre alt und hat in den letzten Jahren viel an den militärischen Reformen Rußlands mitae. arbeitet. 13
Bildung eines freiwilligen Fliegerkorps. Peters, bürg, 18. März. Im Rahmen des russischen Aeroklubs hat sich^ ein freiwilliges Fliegerkorps aus Herrenfliegern gebildet, die sich im Kriegsfälle zur Versügunq des Kriegsministers stellen wollen.
vaikanttaaten.
Die Revision der rumänischen Verfassung. Bukarest 18. März. Die Kammer hat heute in erster Losung in namentlicher Abstimmung mit 109 gsgen 1 Stimme bei acht Stimmenthaltungen beschlossen. den Entwurf über die Revision der Verfassung in Erwägung zu ziehen. Das Ergebnis der Abstimmung wurde mit anhaltendem Beifall aus genommen. Der Senat hat die Antwort auf die Tbranr-d- mrt 72 gegen 5 Stimmen angenommen.
Mexiko.
„Maffenjustiz." New Dork, 19. März. Die Evenina Sun" meldet aus Mexiko, daß in Jojutla de Juarez 149 Meuterer gestern früh aus der Kaserne der Bündestrup- ven auf freies Feld geführt -und erschossen worden sind. Die Massenex-skution datierte nur eine halbe Stunde Die Leute wurden in Abteilungen von 12 Man-n vor einen Sand- Hausen geführt und erschossen. Die Leichen wurden alsdann rn ein gemeinsames Grab geworfen.
China.
Die Verfassungs-Konferenz. Peking, iz <^3 Die Verfassungs-Konferenz ist in AnwSsenheit von fünfzig Mitgliedern eröffnet worden. Der Ministerpräsident Sun- paotschi verlas eine E'nführungsadresse. Die Mitglieder sind meistens alte Beamte und Literaten, die jedenfalls Erfahrung und überdies Zutrauen W Nuanschix^^Z RegiL- rungsprogramm -besitzen.
Die Bevorzugung deutichen Eisenbahnmaterials K a v -
st a dt, 17. März. Im Abgeortmeteuhause teilte der Eisen- bah-nminilster Burton auf eine Anfrage bezüglich der kürzlich nach Deutschland gegebene» Aufträge für Lokomotiven und Waggons mit, aus den Bei den Angeboten gestellten Preisforderungen -sei hervorgegangen, daß die Forderungen der britischen Angebote für Lokomotiven zwischen 6515 und 7190 Pfund Sterling schwankten, wähnend das deutsche Angeikot 5280 Pfund Sterling verlangte. Dies Angebot sei angenommen worden. Die britischen Angebote für 34 Waggons hätten zwischen 82100 und 96 416 Pfund Sterling geschwankt, während sich das deutsche aus 60 403 Pfund -gestellt habe. Auch dies sei angenommen worden. Die Regierung h^che a ß' e Anträge, soweit ihr dies möglich gewesen, nach England gegeben. Man sei jedoch letzthin mit den steigenden englischen Preisen unzufrieden gewesen. Der Regierung scheine der Verdacht nicht unberechtigt zu sein, daß die englischen Bewerber um die Aufträge gemeinsame Sache machten.
5lu§ Statt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
— Kostümfest im Kurhause. Als angenehme Unterbrechung -der langen Fastenzeit hatte die Kurverwaltung gestern abend ein Kostümfest veranstaltet, das sich eines recht guten Zuspruchs erfreuen konnte. Der kleine Saal und die Wandelhalle waren den tanzenden Paaren, die in der übergroßen Mehrzahl in Balltoilette erschienen waren, zur Verfügung gestellt und zwei Kapellen sorgten dafür, daß die Gelegenheit zum Tanze auch weidlich ausgenützt werden konnte. Das fröhliche Fest, das in seinem Verlaufe bei allen Anwesenden anerkennende Beurteilung fand, hatte gegen 3 Uhr seinen Abschluß erreicht.
— Gemeindewahlen und Sozialdemokratie. Die Gemeindevertreterwahlen in unseren Vororten haben mit derjenigen in Bierstadt ihren Abschluß gefunden. Man spricht heute so viel von einem Niedergang der Sozialdemokratie, davon aber — das muß zugestanden werden — ist bei diesen Wahlen nichts zu bemerken. In Erbenheim traten Sozialdemokraten neu in die Vertretung, und zwar gleich vier auf einmal. In Schierstein gewann die Partei ein Mandat. Bürgerliche Gegenkandidaten waren in der dritten Klasse überhaupt nicht aufgestellt. In Dotzheim ist die ganze dritte Klasse in den Händen der Sozialdemokratie. Auch dort erschienen bürgerliche Gegenkandidaten nicht auf dem Plane. In Bierstadt ist durch die Wahl zweier Sozialdemokraten der Besitzstand gewahrt worden. In Frauenstein wurde ein Mandat gewonnen, in Rambach der alte Besitzstand behauptet, und von allen unseren Vororten sind es nur Biebrich und Sonnenberg, wo die Sozialdemokraten Niederlagen zu verzeichnen haben. In Sonnenberg hatte die Partei schon in den letzten Jahren keine Vertretung mehr auf dem Gemeindehaus, und sie hat auch keine neu gewonnen. Die bürgerliche Liste ging glatt durch. In Biebrich allein wurden Sozialdemokraten aus der Stadtverordnetenversammlung „heraus- gewnhlt". Das wäre die einzige Niederlage, die sie zu verzeichnen hatten. Ausgewogen wird sie zum Teil wenigstens durch den Gewinn eines Mandats hier in Wiesbaden.
— Feuerbestattung. Empfiehlt es sich noch für Anhänger der Feuerbestattung, dem „Verein für. Feuerbestattung" beizutreten? Nachdem wir in Wiesbaden ein städtisches Krematorium besitzen, auch die Stadt unentgeltlich durch einen Beamten eine die Feuerbestattung anordnende letztwillige Verfügung aufnehmen und diese dann in Verwahrung nehmen läßt, glauben nianche Anhänger der Feuerbestattung, daß nun der Beitritt zu einem Verein für Feuerbest-attung überflüssig geworden sei. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Der Verein leistet für den Jahresbeitrag von 4 M., den die Einzelperson oder das Ehepaar zu zahlen hat, recht Erkleckliches. Er sorgt in Todesfällen nach geschehener Anzeige dafür, daß die Hinterbliebenen von jeder auf die Bestattung bezüglichen Mühewaltung Befreit bleiben. Er sorgt dafür, daß keine übermäßigen Kosten entstehen und kontrolliert alle Rechnungen, damit Übervorteilungen vermieden werden. Nach zweijähriger Mitgliedschaft übernimmt der Verein auf Antrag die Kosten der eigentlichen Kremation (30 M.) und bei Unbemittelten übernimmt er sogar die sämtlichen Kosten der Feuerbestattung, so lange die hierfür vorhandenen Mittel ausreichen. Der Verein sorgt dafür, daß die Urnenhalle auf dem Nordfiiedhof im Innern stets mit Blumen- oder Pflanzenschmuck versehen ist und niedergelegte Kränze an dem Kranzgitter befestigt werden. Er hat seinerzeit mit einem Aufwand von 7090 M. die vom Bildhauer Willy Ballmann geschaffene Figur in der Urnenhalle aufftellen lassen, die nicht wenig dazu beiträgt, den Raum künstlerisch schön und feierlich zu gestalten. Auch für das Krematorium hat der Verein manches zur Verschönerung beitragen können, insonderheit durch Stiftung der Orgel die Trauerfeiern würdiger gestaltet. Durch tatkräftige Mitarbeit im Verband der Feuerbestattungsvereine deutscher Sprache hofft der Verein, auch weiter für Ausbreitung der Feuerbestattung wirken und ihr in jeder Beziehung die Gleichberechtigung mit der Erdbestattung verschaffen zu können. Der Beitritt zum Verein kann jederzeit durch einfache Anmeldung beim Bureau Markt- jtratze 30 erfolgen.
— Die ersten Schnepfen. Dieser Tage wurden in hiesiger Gegend die ersten Schnepfen erlegt. Der v. Knoopsche Ober- jäger Schürg erlegte deren zwei, der v. Knoopsche Jagdaufseher Lang drei, beide im Distrikt „Kohlheck".
— Einem Schlaganfall erlegen ist gestern nachmittag in seiner Wohnung der fiühere langjährige Kurhaus-Nachtwächter, ehemalige Schreiner und spätere Privatier Karl Gebhardt. Einige Stunden vorher hatte der 73 Jahre alte Mann noch in froher Gesellschaft geweilt und war dort auch selbst munter und guter Dinge gewesen.
— Geisteskranker Betrüger. Ein ehemaliger Geisteskranker, der in der Heil- und Pflegeanstalt zu Herborn interniert war, verübt hier Betrügereien, indem er die Angehörigen von Insassen der Anstalt besucht, sich als Pfleger vorstellt und unter dem Namen Sauer Geldbeträge zu erschwindeln versucht, was ihm in einigen Fällen auch gelungen ist.
- Zwei Schwindler suchen gegenwärtig in der Umgebung Käufer für eure illustrierte katholische Bibel zu gewinnen, wobei sie ein mrt gefälschter Unterschriften katholischer Pfarrer versehenes Empfehlungsschreiben vorweisen. Natürlich ist es ihnen nur um dre Anzahlung zu tun. '
unc venoanoteSi
Schauspiele. Die Reihenfolge der Abonne- mentÄuchstaben für die nächste Woche ist fohende: Sonntag 0 rfl »w e a Azljsiuement. Montag aufgehobenes Abonnement Dienstag Mittwoch C. Donnerstag aufgehobenes Abonnement, rsi Samstag I>, Sonntag aufgehobenes Abonne
nten-, Mwitag C. Die nächsten „Parsifal" Aufführungen finden am Donnerstag, den 26. d. M.. (Anfang 6 Uhr), und Sonntag, den 29. d. M.. (Anfang 4 Uhr), statt Der Vorverkauf beginnt tfmta», den 20. d. M. Vorbestellungen werden bereli-, letzt entgegengenommen.
„ Residenz-Theater. In vollständig neuer Einstudiermla durch Dr. Rauch wird am Samstag und Sonntagabend nach längerer Pause das beliebte Lustspiel „Der blinde Passagier-' von Blumenthal und Kadelburi» wieder in den Svielplan >uuf° genommen. Das Lustspiel schildert bekanntlich in ergötzlicher A>e-.w eine Nordlanbreise der „Viktoria Luise"- Im 1. und 3 Akt ist auf dem Schiffe selbst das Leben und Treiben der Touristen zu sehen, der 2. Akt fpielt an der norwegischen Küste. Scnniagnachmittaa wird „Mandragola" das v-kanle Sitten- stück der Renaissancezeit, zu halben Preisen gegeben, abends „Der blinde Passagier" znm erstenmal wiederholt.
* Kurhaus. Morgen Freitag findet der Kammerkunst- <chend von Marva Delvard und Marc Henry statt. Das be. liebte wer bestens bekannte Künstlerpaar hat ein abwechslunas- reiches Programm vorgesehen.
