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Rellämen. 'halbe.' *Sw»T ff 1 «« ÄS Ä
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Mittwoch. 18. März 1914.
E^lin-Wilmersdorf, Güntzelstr. 66, Fernfpr.: Amt Uhland 450 u. 451.
pas rumänische GeWGlk.
SD«§ österreichisch - rumänische Verhältnis hat sich, wie inan mit Bedauern feststellen muß, trotz der von Bertm aus gemachten Bemühungen, die lose geworde- nen Beziehungen wieder fester zu knüpfen, nicht ae- oesjert. ^ Eine Bukarester Korrespondenz der „Vossischen Zeitung^ legt mit Recht Gewicht darauf, daß im dortigen soatronaltheater seit einiger Zeit das drciaktiqe Drama „Der Dorfnotar" des siebenbürgischen Rulnä- nen Goga mit außerordentlichem Erfolg aufgeführt
. Fs ist das ein a u f r c i z e n d es n a t i o n a - . L ai Tendenz st ü ck, dessen effektvoller Dünug die Nißderschlagung eines an seinen Namens- genopen zum Verräter gewordenen Rumänen durch eine wutende Menge bringt. So oft sich der Vorhang über der -eiche des erschlagenen Renegaten senkt, bricht r? - ^Beifalls aus. Der Verfasser war kürzlich in Bukarest der Gegenstand besonderer Ehren An ) oem für ihn veranstalteten Bankett nahmen Paria- mentsmitglieder. Univerfitätsprofessoren und zahlreiche andere, im Politischen und geistigen Leben des Landes ^?^?n^ehende Persönlichkeiten teil. Nun wird man ^seicht sagen können, daß die im Theater gemachte poilnr nicht viel zu bedeuten braucht, aber das üble an der Sache ist, daß das Bukarester Nationaltheater vollkommen der Regierung untersteht, und zwar >n einer Weise, die man in anderen Ländern schwerlich kennst So oft nämlich die Ministerien wechseln, wechselt auch der Direktor des Nationaltheaters; er gilt also als parteipolitischer Faktor. Damit wird die Demonstration zu einer außerordentlich groben Unfreundlichkeit gegen Österreich-Ungarn gestempelt. Auch wenn weiter nichts als dieser eine Tatbestand Vorlage wenn man also von den sonstigen zahlreichen Beweisen von Gereiztheit und Angriffslust gegen die Donau- Monarchie absehen wollte, wäre dies Vorkommnis schon gerade schlimm und bezeichnend genug. Wir wollen uns bei den Einzelheiten dieser Sache nicht weiter auf- halten, aber das muß dock gesagt werden (und der Anlaß gebietet es wieder einmal), daß die Lockerung des Verhältnisses zwischeii Wien und Bukarest zu den e r n st e st e n Vorgängen gehört, deren Wirkung, zn- lammengenommen mit anderen unerfreulichen Erscheinungen, noch sehr spürbar werden kann. Was von Berlin aus geschehen kann, um den Zwist zu heilen, das mag anerkennenswert sein, genügt aber ersichtlich nicht. Der Fehler, den die Wiener Politik beging, als sie hartnäckig auf das bulgarische Pferd wettete, rächt sich setzt. Rumänien droht, dem gegnerischen Lager anheim zu fallen. Wenn zu den Wühlereien der Serben im kroatisch-bosnisch-dalmatinischen Gebiet nun- mehr auch eine gleichartige rumänische Agitation in Siebenbürgen hinzutreten sollte, so müßte das Ergebnis eine militärische Schwächung unserer Verbündeten für den Fall einer Verwicklung mit Ruß- land iein, und die Rückwirkung auf unsere eigene Stellung wäre alsdann wohl empfindlich genug. Nimmt man die Befestigung des Verhältnisses zwischen Nnmänien und Griechenland hinzu, das seine i Ansprüche auf Epirus nicht aufzugeben gedenkt, und berücksichtigt man ferner, daß. wie Griechenland vom Süden ans, so Serbien vom Norden her ans .Albanien drücken kann, so bietet sich für den Balkanbnnd, dessen Vernichtung an der Donau allzu lebhaft als moralischer und politischer Mißerfolg Rußlands behandelt wurde, in dem rumänisch-griechisch-serbischen Verbände ein Ersatz, der um ein Beträchtliches wichtiger erscheint, als es der frühere Vierbnnd der Balkanländer jemals gewesen ist. Die österreichisch - rumänische Spannung ist aemsß kein Voraang, der von heute ans moraen nn- ) mittelbare Folgen bringen wird, aber wer die Uniriß- l'nien einer dach möglichen späteren Verwicklung nach- zeichnet. wie sie durch die russischen Rüstungen näber- gerückt sind, der darf an den Wirkungen der russisch' hn»!iftf#w Wühlarbeit in den Balkanverbänden nicht achtlos Vorbeigehen.
Morgen'Ausgabe.
der Kinder ist in keiner Stadt Preußens so unbo gründet wie m Berlin: denn selbstverständlich be herrschen in der Reichshaupt-tadt auch die Kinder polni scher Eltern die deutsche Sprache in einem Umfange, der die Ersetzung des deutschen Kommunion-Unterrichtes durch den Polnischen schlechterdings nicht erforderlich macht. Wird von polnischer Seite trotzdem die Erteilung des Unterrichtes in polnischer Sprache verlangt, dann liegt darin — daraufhin hat auch die „Germania" hingewiesen — ein unerhörter Mißbrauch der Religion zur Förderung politischer, nämlich großpolnischer, Zwecke. Polnischer Nationalhaß gegen das Deutschtum und die polnische Selbstüberhebung, in den Polen gewissermaßen das auserwählte Volk der katholischen Kirche zu sehen, vereinigen sich mit großpolnischen Polonisterungsabsichten zu einer Erscheinung, deren herausfordernder Charakter gerade in der Hauptstadt. des Deutschen Reiches besonders grell hervortritt. Diesem Treiben gegenüber darf weder die kirchliche noch die staatliche Obrigkeit auch nur das kleinste Zugeständnis machen. Es ist ein Zeichen für die Milde des polizeilichen Vorgehens gegen die polni- scheu Kirchenschänder, daß bloß zwei Personen verhaftet worden sind. Und angesichts der Früchte, die das polni sche Vereinswesen am Sonntag in der Pauluskirche gezeitigt hat, muß die Erwartung ausgesprochen werden, daß die Überwachung des polnischen Vereinswesens in Berlin mit größerer Strenge als bisher erfolge.
Die oberste Leitung der katholischen Kirche aber sieht sich wegen der Berliner Vorgänge aufs neue vor die Notwendigkeit gestellt, den Polen endlich einzu- schärfen, daß der deutsche Katholizismus dem polnischen vollkommen gleichwertig ist. Der Wahn, nur polnischer Gottesdienst sei der wahre, bist dete erst vor kurzem in Gnesen die Quelle eines Pro zesses, in dem Polen wegen schwerer Beleidigung deutscher Katholiken zu harten Strafen verurteilt wurden Je__ skrupelloser großpolnische Fanatiker diesen reli giösen Wahn zur Förderung politischer, nämlich groß polnischer. Ziele ansnützen, um so mehr sollte die schul diae Rücksicht auf den deutschen Katholizismus den Vatikan zu einer auch im rein-kirchlichen Interesse schon seit Jahrzehnten gebotenen Belehrung bestimmen.
Für die Aufnahme von Anzeigen an vorggchriebenen Lagen und Plätzen wird lewe Gewähr übernommen.
Hr. 129. » 62. Jahrgang.
Das Vorbringen des Polentums in Berlin.
Der Kirchenkrawall in Moabit-Berlin hat das Augenmerk auf das Vordringen des Polentums in Berlin gelenkt. Man wird erstaunen, wenn man erfährt, welchen Umfang die polnischen Organisationen in der Reichshauptstadt bereits angenommen haben. Dem lebten Jahresbericht des „Verbandes der polnischen Vereine in Berlin" („Dziennik Berlinski", Nr. 41) entnehmen wir folgende Daten: „Nicht weniger als 6 t Bst r e i n e gehören dem Verbände an, darunter 7 Sokol- vereine, 6 Gesangvereine, 10 „polnisch-katholische" Vereine us'v. Zusammen zählen diese Vereine über 8000 Mitglieder Nicht eben klein scheint die Zahl der Bolen mit deutschem Namen zu sein, die sich-Larunter befinden. Denn allein im Vorstand und Beirat des Verbandes finden wir die Namen Berkau, Leonard, Babs und Zimmer."
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Grotzpolen in Berlin.
Mit beispielloser Dreistigkeit haben am letzten Sonntag Berliner Polen versucht, in der Pauluskirche , die Erteilung der Kommunion an Kinder zu erzwingen, die dem kirchlichen Kommunions-Unterricht, weil er in deutscher und nicht m polnischer Sprache erteilt wurde, absichtlich ferngehalten und von einem großpolnisch 0 e * hnnten Arbeiter (!) auf den Empfang der Kommunion ln polnischer Sprache „vorbereitet" waren. Ohne die . Geringste Sche u vor der Heiligkeit des Ortes lührten rund 2000 Polen die ärgsten Skandalszencn auf, um ihren Willen durchzusetzen, und mußten non nicht weniger als 80 Schutzleuten gewaltsam aus dem Totteshause entfernt werden.
Die Forderung polnischen Kommunion-Unterrichtes
Deutsches Neich.
— Immer gegen baS eigene Volk! Der „Vorwärts" hat für einen würdigen Abschluß der Roten Woche gesorgt, -ndem er sich auch anläßlich der Vorgänge in der Berliner Pauluskirche rückhaltlos auf die Seite des deutschfstnd- lrchen Polentums stellte. Das sozialdemokratische Zentral- PPau bemerkt nämlich zu jenen Vorgängen: „Die peinlichen Vorfälle wären vermieden worden, wenn auf die Polnisch sprechende Bevölkerung die Rücksicht genommen würde, die sie verlangen kann, und wenn die katholische Geistlichb^ ^ aach zur Unterdrückung dieser Leute gebrauchen ließe." Die Abweisung anmaßendster Forderungen des Polentums gilt also dem „Vorwärts" ohne weiteres als „Unterdrückung" der -,-olen, deren Ansprüche umgekehrt für berechtigt erklärt wertst! Da dem sozialdemokratischen Zentralorgan die kirchliche Seite der Angelegenheit im günstigsten Falle gleichgültig ist bedeutet seine Billigung des großpolnischen. Treibens eine nationale Würdelosigkeit, die darum nicht geringer wird, weil sie vermutlich in der Absicht erfolgt, ein paar polnische Stimmen für die Sozialdemokratie zu ergattern.
— Deutsche überseeische Auswanderung 1913. Nach den Angaben des Reichsstatistischcn Amtes sind 1913 2g g^g über- steische Auswanderer aus dem Deutschen Reich zu verzeichnen, das sind 7298 mehr als im Jahre 1012. Von diesen sind über deutsche Häfen nur 18 440 ausgewandert, dagegen 7403 also 29 Prozent, über fremde Häfen. Die Cinwanderungs- ziffern der fremden Staaten berechtigen zu der Vermutung, daß tatsächlich ein weit höherer Prozentsatz über die fremden Hasen auswandert. Bezeichnenderweise steht wieder Amsterdam. der Hauptsitz'brafilianischer Äuswaüderungsctgenten, 'mit 6601 Auswanderern aus dem Deutschen Reich an der Stutze dieser ausländischen Häfen. Die meisten deutschen Auswanderer weist 1913 Brandenburg mit Berlin mit 2253 Auswanderern auf. An zweiter Stelle steht Bayern mit 2218 Aus
wanderern, welches noch 1912 Brandenburg mit Berlin übertraf. Es folgen Posen, Westfalen, Rheinland und Hannover, Schleswig-Holstein, Königreich Sachsen, Hamburg, West- preußeu, Provinz Sachsen, Württemberg mit absteigenden Grundzahlen. Auf je 100 000 Einwohner stellen diesmal wieder Bremen, Hamburg, Posen die meisten Auswanderer (116, 92, 81 auf 100 000). Interessant ist hie Steigerung der Anziehungskraft Kanadas in den letzten drei Jahren (1911 bis 1913: 611, 891, 1306), während die Gesamteinwanderung rn Kanada in letzter Zeit auffallend nachgelassen hat (im Monat Januar gegen das Vorjahr sogar um 46 Prozent).
* Gegen die Greuel in den russischen Gefängnissen. Nachdem am 25. November 1913 sich über 500 der besten Vertreter des europäischen Kulturgewissens zu einem Protest gegen dis fortgesetzten Greuel in den russischen Gefängnissen versammelten und die Presse sämtlicher Kulturländer diesen Protest unterstützte, hat diese Bewegung schnelle Fortschritte gemacht. In Österreich und Frankreich, wo bereits früber Hilfsvcreine bestanden, setzte eine lebhafte Werbearbeit ein. In Holland, in der Schweiz und in Deutschland entstanden Vereinigungen, die die Ziele des Auftufes vom 25. November in Wirklichkeit umzusetzen bestrebt sind. Der Vorstand des D e u t s ch e n H i l f s v e r e i n s für die politischen Gefangenen und Verbannten Rußlands, dem hervorragende Vertreter der Wissenschaft und der Rechtslehre angehören, erläßt neuerdings wieder einen Aufruf, in dem es zum Schluß heißt: „Wir appellieren hiermit an alle aufrechten deutschen Männer und Frauen, ohne Unterschied der Parteien, unsere Bestrebungen in jeder , ihnen zugänglichen Art zu unterstützen. Wir appellieren im Namen der Menschheit an das Rechtsgefühl und die Humanität des deutschen Volkes denn nie ward der Name Mensch so geschändet wie in diesen Tagen des 20. Jahrhunderts durch die Missetaten in den Kerkern und Verbannungsorten des russischen Reiches." — Beitrittserklärungen und Anfragen sind zu richten ari den Schriftführer des Vereins, Herrn N. H. W i 11, Wannsee bei Berlin, Bismarckstratze 36.
* Eine Statistik über alkoholkranke Frauen. Nach dem Jahresbericht des Berliner Frauenvereins gegen den Alkoholismus gibt es in Groß-Mrlin mehr als 2000, in Deutschland etwa 40 000 alkoholkranke Frauen, die verhältnismäßig häufiger den besitzenden Schichten als den Arbeiterklassen angehören.
* Die Gesellschaft für Weltmarkcnrccht ladet zu einer am Sonntag, den 22. März, vormittags 11 Uhr, im Anwaltshaus, Berlin, Schöneberger Ufer 40, stattfindenden Beratung über den vorläufigen Entwurf eines Warenzeichengesctzes ein Berichterstatter ist Herr Landgerichtsrat Dr. Daffis, Berlin.
„ — Die Volkswirtschaftlichen Blätter (herwusgeqeben im Aufträge des Deutschen Volkswirtschaftlichen Verbandes von Dr. L. E^Krueger. Verlag für Fachliteratur. BerlinW.30, London Wien). erscheinen jetzt in Art und Anordnung der Mosten sMatswissenschaftlichen Jahrbücher. Aus dem reichen Inhalt des Doppelheftes Nr. 8/4 des neuen Jahrganges heben hervor: Richard, Ehrenöerg: Fortschritte wirtschastswissen- schaftücher Erkenntnis. — Erich Schnabel-Kühn: Zur Behandlung Unverheirateter im Gehalt und bei der Steuer. —U. Heiß- Die Berufsvereine des Auslandes. — Walther Borgius: Etwas von Titeln. Zeitungstitel. Bereinstitel. Johannes Buschmann: Die Demokratisierung des „neuen Mittelstandes" durch das „einheitliche Angestelltenrecht".
X Berufsoffiziere im preußischen Landtag. Unter den 443 Abgeordneten des preußischen Landtags befinden sich nicht weniger als 55 Berufsoffiziere a. D. und z. D. Die Mehrzahl derselben, nämlich 39, gehört zur deutschkonservativen Fraktion. In der freikonservativen Fraktion sitzen 7 Berufsoffiziere, in der Zentrumsfraktion 6 und in der national- liberalen Fraktion 4. In der vorigen Legislaturperiode gehörten dem Landtag gar 68 ehemalige Berufsoffiziere an, wovon nicht weniger als 46 auf dieDeutschkonservativen entfielen.
kiesr und Llotke.
Die Linienschiffe „Preußen" und „Lothringen", die seit neun, bczw. acht Jahren in der Hochseeflotte stehen, scheiden in diesem Jahre aus.^ „Preußen" wird Stammschiff der Rcservedivision der Ostsee, „Lothringen" streicht die Flagge. Das Großlinienschlff „Westfalen" wird Geschwaderflaggschifs.
Deutsche Schutzgebiete.
I>KG- Elisabeth-Haus Windhuk. Dem ärztlichen Bericht des Elisäbeth-Hauses über das Jahr 1913 seien folgende Angäben entnommen: 81 Frauen, zehn mehr als im Vorjahre,
wurden in dem Wöchnerinnenheim entbunden. Damit wurde seit der Gründung am 29. April 1908 die Zahl von 338 Fällen erreicht. 47 Frauen waren aus Windhuk und Umgebung,
34 von weiterher. Geboren wurden 38 Knaiben und 43 Mädchen, wovon 76 am Leben blieben. Eine Mutter starb zwei Stunden nach dor Geburt an Herzschwäche, nachdem sie kurz vor ihrer Geburt einen Unfall erlitten hatte. Daß 80 nach fieberfreiem Wochenbett gesund das Haus verließen, muß als ein außerordentlich günstiger Erfolg bezeichnet werden.
TjKG- Wettbewerb für Entwürfe von Baulichkeiten in den deutschen Kolonien. Die Deutsche Kolonialgesellschaft schreibt einen Wetbbcwerb aus zur Erlangung von Plänen 1. für ein Krankenhaus in den Südsee-Schutzgebieten, 2. für ein RegierungAstationsgebäude in Sndwostafrika, 3. für ein Wohnhaus in Kamerun und 4. für ein Wohnhaus in Ostafrika. Die Beteiligung am Wettbewerb steht allen im Heimatlande und in den Kolonien aniäiftaen Architekten reichst
