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MsrKen-AuSgabr, 4. Man.
Wiesbadener Tagbiait.
So»«ag, 18» Marz 1914.
Nr. 125.
Wiesbadener Hurieben.
* Die Wiesbadener Hotel-Industrie.
Die Fachzeitschrift „Das Hotel“ bringt einen längeren Artikel, welcher über den Rahmen, den der Verfasser sich gegeben hat, hinausgehend, auch die Wiesbadener Kur an sich behandelt und nach dieser Richtung Einzelheiten von weiter gehendem Interesse bringt. Die Verluste, welche der Wintersport in den Bergen unserer Winterkur bringt, werden nach dem Verfasser von Jahr zu Jahr fühlbarer. Als ein Mittel, dem Übelstand zu steuern, wird die zeitweilige Aufhebung der Kur- t a x e während der vier Wintermonate in Vorschlag gebracht. — Die Abänderung des Kommunalabgabengesetzes nach der Richtung, daß der Fremde und sein Wirt für den Eingang der Kurtaxe haftbar gemacht werden sollen, hat eine energische Gegeneingabe des Vereins der Wiesbadener Hotel- und Badhausbesitzer zur Folge gehabt, welche Aussicht habe, bei der königl. Regierung Berücksichtigung zu finden. — Bezüglich des Kaiser Friedrich Bades wird anerkannt, daß es sich darin um eine Anziehungskraft ersten Ranges für Wiesbaden händelt, immerhin bringt das Etablissement im Badebetrieb eine äußerst scharfe Konkurrenz. In manchen Häusern beläuft sich der Ausfall an Bädereinnahmen auf viele Tausend Mark. — Als ein bemerkenswertes Ereignis, das über den Kreis des Vereins und die Grenzen unserer Kurstadt hinaus in der Hotelindustrie größte Beachtung gefunden habe, wird die Ernennung des Hotelbesitzers Heinrich Haeffner zum Kommerzienrat bezeichnet. Durch diese Ehrung, die erste ihrer Art in Preußen, habe der Minister für Handel und Gewerbe die Gleichstellung unserer modernen Hotelbetriebe mit den Groß Unternehmungen im Welthandel sowie auch in anderen Industrien amtlich zum Ausdruck gebracht. — In den Betrieben der Vereinsmitglieder sei ein Gesamtkapital von 60 Mill. angelegt.' Der Jahresumsatz belaufe sich auf 12 Millionen, die Zahl der während der Hochsaison beschäftigten Personen auf etwa 1500. — Die Rentabilität der Hotelindustrie lasse noch recht viel zu wünschen übrig. Die Kosten hätten sich infolge gesteigerter Ansprüche der Reisewelt zu stark und zu rasch erhöht, die Einnahmevermehrung habe damit nicht gleichen Schritt halten können. — Bezüglich des Vereins der Wiesbadener Hotel- und Badhausbesitzer selbst werden endlich noch die folgenden Mitteilungen gemacht: Der Verein zählt 46 Mitglieder. In der Hotelabteilung des Arbeitsamtes wurden 4104 feste Stellen und 4815 Aushilfsstellen vermittelt, d. h. 786 mehr als im Vorjahre. — Die Kranken- und Sterbekasse der Gasthof-, Badhaus- und Restaurationsinhaber zu Wiesbaden hatte 1913 rund 71 000 Mk. Einnahme und rund 70 000 Mk. Ausgabe zu verzeichnen. Der Reservefonds hat eine Höhe von 47 000 Mk. — Mit dem neuen Jahre und auf Grund des neuen Kranker- kassengesetzes ist die Kasse in eine „Hotelier- und Gastwirt- Innungs-Krankenkasse“ umgewandelt worden. — Die Tatsache, daß der Gesetzgeber bei der Festlegung der an sich berechtigten Ruhepausen für das Hotelpersonal die Bedürfnisse der Praxis nur ungenügend berücksichtigt habe, habe sich in Wiesbaden im vergangenen Jahre recht unangenehm bemerkbar gemacht.
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Die „Ischka“.
Eine Internationale Schönheits-Konkurrenz in Wiesbaden.
Wem in den verflossenen Jahren und Monaten die modernen Schlagworte „Ila“ und „Iba“ geläufig wurden, wer zurzeit von der „Bugra“ in Leipzig spricht und auf die „Alpha“ in Wiesbaden hofft, der wird sich m diesen Frühlingstagen auch mit der „Ischka“ langsam befreunden
müssen. Wie die „Alpha“ (Allgemeine Photographische Ausstellung) ist auch die „Ischka“ (Internationale Schönheits-Konkurrenz) ein Kind Wiesbadens. Diese erste Internationale Schönheits-Konkurrenz in Wiesbaden wird, einem Gedanken des hiesigen Schriftstellers Wilhelm Flohes folgend, die Direktion des Thalia-Theaters in der zweiten Hälfte des Mai veranstalten und damit der Frühjahrssaison eine Attraktion sichern, wie man sie in anderen „Badeorten der Welt“, wie Spaa, Ostende, Baden-Baden, auch in den ersten Weltstädten wie London, Paris, Newyork, Rom, Berlin schon längst kennt. Allen in Wiesbaden versammelten schönen Evastöchtern aus aller Welt soll Gelegenheit zu einem Triumphzug weiblicher Schönheit gegeben sein. Als Hauptpreise werden 300 Mk., 200 Mk. und 100 Mk. ausgegeben oder aber — je nach Wunsch der preisgekrönten Dame — drei Schmuckgegenstände in diesem Wert. Das offizielle Ausschreiben zur „Ischka“ erfolgt Anfang Mai. Nachdem das Preisrichterkollegium die Schönheitsrevue abgenommen hat, wird diese im Film dem Publikum gezeigt werden. Die Leitung der Internationalen Schönheits-Konkurrenz wurde Herrn Wilhelm Flohes übertragen.
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Hygiene und Heilkunde.
Zugluft und Lüftung. Die Aufgabe, eine geeignete und genügende Lüftung in allen Räumen zu ermöglichen, die zum dauernden oder zeitweiligen Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, ist von so einschneidender Wichtigkeit, daß die Erörterung darüber nicht ruhen und die Forderung an Wissenschaft und Technik nicht schweigen darf, ehe nicht eine befriedigende Erfüllung erzielt worden ist. Leider muß man wohl sagen, daß noch heute die Mehrzahl der Menschen nicht begriffen hat, daß man leichter und länger ohne Speise und Trank am Leben und bei Gesundheit bleiben kann, als unter Ausschluß von guter Luft. Deshalb haben auch die Leute, die für den Fortschritt des Lüftungswesens verantwortlich sind, immer die Ausrede zur Hand, daß sie so lange nichts Vollkommenes erreichen können, ehe sich die Menschheit ihre Zugempfindlichkeit nicht abgewöhnt hat. Die neuesten Forschungen haben voll bestätigt, daß die Luftverderbnis weniger von einer bestimmten chemischen Zusammensetzung der Luft, als von ihrem Mangel an Bewegung abhängt. Luftbewegung gilt aber den meisten Menschen als Zug, und dann ist ihnen freilich nicht zu helfen, obgleich man jeden Tag Klagen über die entsetzliche Luft in Wohn- räumen und gar in Theatern und Konzertsälen hören kann. Es ist zweckmäßig, den Begriff dessen, was man unter schlechter Ventilation versteht, einmal mit wissenschaftlicher Schärfe zu prüfen. Dabei sind zwei Fragen zu beantworten. Die erste richtet sich auf die äußeren Einflüsse, denen die schädlichen Folgen schlechter Luft zuzuschreiben sind, die zweite darauf, worin diese schädlichen Folgen selbst bestehen; mit anderen Worten: was ist schlechte Ventilation, und welche Wirkung hat sie auf den menschlichen Körper. Die Antwort darauf ist nicht einfach und namentlich zu verschiedenen Zeiten sehr abweichend gegeben worden. Sehr alt und besonders einleuchtend ist die Annahme, daß die Luftverderbnis in der Abnahme des Sauerstoffs und der Zunahme der Kohlensäure beruht. Einwandfreie Versuche aber haben bewiesen, daß der Sauerstoffgehalt der Luft weit unter den in sehr schlecht gelüfteten Räumen erniedrigt, oder der Kohlensäuregehalt in entsprechend übertriebenem' Grade gesteigert werden konnte, ohne daß eine der gewöhnlichen körperlichen Folgen eintrat, die der schlechten Lüftung zur Last gelegt werden. So kann in einer Brauerei die Luft zehnmal mehr Kohlensäure enthalten als in einem schlecht gelüfteten Zimmer, und doch die Arbeit jahrelang ohne bedenkliche Wirkung gestatten. Daß es ebenso wenig auf die Menge des eingeatmeten Sauerstoffes ankommt,
lehrt schon die Tatsache, daß Bergluft als besonders erfrischend empfunden wird, obgleich ihr Sauerstoffgehalt niedriger ist als in einem mit Menschen überfüllt gewesenen Saal. Dann kam die Lehre von dem Vorhandensein besonderer Atmungsgifte, aber auch die Experimente, die zu einer solchen Annahme geführt hatten, wurden später als irrig nachgewiesen. Jetzt läßt sich mit größerer Bestimmtheit behaupten und sollte immer wieder betont werden, daß kein Beweis für die Giftigkeit der ausgeatmeten Luft erbracht worden ist. Eine Dreiheit ist es, von deren Herrschaft die Eignung einer Luft für die Atmung abhängt, nämlich Bewegung, Temperatur und Feuchtigkeit. Eine Luft, die nach ihrer chemischen Zusammensetzung gemäß den älteren Anschauungen als verdorben bezeichnet werden würde, kann für die Atmung ganz erträglich sein und führt keinesfalls zu gesundheitlichen Nachteilen, wenn sie genügend abgekühlt, genügend befeuchtet und genügend bewegt ist. Unter Berücksichtigung dieses Grundsatzes sollte man eigentlich meinen, müßte die Lösung des Fragezeichens von der Lüftung eine ziemlich leichte Sache sein. Nun aber steht dahinter das Gespenst der „Erkältung“, als dessen Hilfstruppen gerade die Vorgänge und Maßnahmen betrachtet werden, die auf dem einfachsten Wege zu einer richtigen Lüftung führen würden. Also nicht nur die Lüftungstechnik muß vervollkommnet, sondern auch die Menschheit erzogen werden, ehe sie es verdient, überall eine gute Luft zu finden.
Aus den Machbarbädern.
Die amtlichen statistischen Zahlen über die Frequenz Baden-Badens im Jahre 1913 und über diejenige der großherzoglichen Badeanstalten wird nunmehr veröffentlicht. Die Gesamtfrequenz stellt sich auf 78 117 Fremde, von denen aus Deutschland 60 997 kamen, dann folgen Frankreich mit 3520, Amerika 3308, England 2168, Holland 2136, Rußland 1815, die Schweiz 1215 usw. Die Frequenz der Bade-" anstalten stellt sich wie folgt: Im Friedrichsbad wurden 49 870 Bäder abgegeben und einschließlich Heilgymnastik und Massage eine Einnahme von 101 344 Mk. erzielt. Im Kaiserin Augusta-Bad wurden 36 885 Bäder abgegeben; die Einnahme betrug hier mit Einschluß derjenigen für Heilgymnastik und Massage 73 345 Mk. Außerdem wurden im Friedrichsbad für Fango-Behandlung 19 951 Mk. eingenommen. In Anbetracht des Umstandes, daß die Witterung 1913 häufig ungünstig war und das Friedrichsbad wegen umfassender baulicher Veränderungen schon am 20. Oktober geschlossen wurde, darf die Frequenz der Badeanstalten recht gut genannt werden, denn sie kommt derjenigen von 1912 fast gleich.
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Meinungen und Wünsche.
EinNotschrei. Man schreibt uns: Seit Wochen ist mir der Besuch der Abonnementskonzerte mittags und abends geradezu verleidet durch ein fortwährendes halblautes Unterhalten, welches von verschiedenen Besuchern der Konzerte während der Musikvorführungen geführt wird. Könnte unsere hochverehrte Kurverwaltung dieser Rücksichtslosigkeit nicht Einhalt gebieten, indem sie den diensttuenden Beamten im großen Konzertsaal Auftrag erteilte, hierauf zu achten und den Betreffenden die Unterhaltung zu verbieten? Ich glaube im Sinne vieler zu handeln, wenn ich mit diesen Zeilen an die Öffentlichkeit trete, um einer Unsitte entgegenzutreten, die von den Musikfreunden unangenehm empfunden wird. Die Rücksicht auf die Mitmenschen müßte eigentlich von selbst solche geräuschvolle und störende Unterhaltungen verbieten. Ein Kurhausabonnent.
*Zur Geschichte der älteren Badhäuser Wiesbadens.
Von Th. Schüler.
Der schwarze Bock.
Der Schildname dieses achten der Kochbrunnen- Badhäuser (Kranzplatz 12) wird zum erstenmal m der Wiesbadener Renteirechnung des Jahres 14F6 erwähnt, zu einer Zeit, da das kaum 200 Familien zählende Städtchen wiederholt den Deutschen Kaiser mit großem Gefolge in seinen Mauern sah. Graf Adolf III. von Nassau-Wiesbaden (1480—1511) erfreute sich großen Ansehens sowoni °ei Kaiser Friedrich III. wie bei dessen Regierungsnach o ger Maximilian I. Die Räumlichkeiten seines bcmosses zu Wiesbaden, der an der Stelle des heutigen ^vMwrhanses stehenden alten Burg, waren zur Aufnahme hoher una zahlreicher Besuche anscheinend nicht eingerichtet, einheimische und fremde Handwerker mußten deshalb herangezogen werden, um hier wie in Sonnenberg, die Mangel
im Äußeren und Inneren der Bauten zu beseitigen, weitere Unterkunftsräume, namentlich Stallungen für die vielen Pferde, herzurichten und das Mobiliar zu vervollständigen. Für solche Arbeiten erhielten größere Geldbeträge Zimmerleute von hier und von Sonnehberg für den Neubau eines Stalles und Reparatur der Hofräume zu Sonnenberg, Ausstattung der Pferdeställe mit Stangen und Riejem Reparatur „der eßkamern zu Wießbaden“ usw., — dj- , er Hans der Leiendecker von Hattenheim für das Decken des Hauses und Stalles in Sonnenberg, ein Schlosser von Eltville für die Beschläge an Türen und Fenstern, ein Kistener (Schreiner) von Eltville für neue Türen und Fenster, ein anderer Kistener für Lieferung von oerr- laden Schränken und Bänken, ein „ofenmecher lur das Setzen von Öfen in des Schultheißen Haus hier „uti der brücken by der Broithallen“ und im Schlosse, „als der keyser und der hertzogk körnen selten“. Arbeiter und sohaundecker“ (Strohdecker) wurden angenommen, die in den Ställen, und wo es sonst Not tat, „kleupten und stopten“. V ier , Arbeiter waren vier Tage lang; mit Strohschneiden beschäftigt, „alß der keyser hie war ; und alß der hertzogk körnen solt, quame der Keyser
widder ane syne stadt“, und wiederum hatten drei Männer drei Tage zu tun, um das nötige Stroh bereit zu machen. Nach Sonnenberg wurde Stroh gebracht, „als man die Ritter darlegen solt, da der keyser quame“. Selbstredend war auch an der Garderobe der gräflichen Familie manches auszubessern oder zu erneuern, und mit dem Schuhwerk der gräflichen Dienerschaft scheint es nicht besser bestellt gewesen zu sein, weil der gräfliche Rentmeister „21 pare schüge under das gesynne“ verteilte und jedes Paar mit
3 Albus bezahlte.
Eine Vorstellung von der großen Zahl der hier und in Sonnenberg damals untergebrachten Menschen und Pferde läßt sich machen, wenn mam vernimmt, daß ein Bäcker hier in der Burg 86 Malter Brot, das Malter für
4 Pfennig, gebacken und ein Hutschmied 788 Hufeisen, das Hundert für 4 Gulden, aufgelegt hat.
Unter allen denen, die skli in jenen denkwürdigen Tagen zu betätigen hatten, finden wir auch „Philippsen zum Bocke“, einen Glaser. Ihm wurden 4 Gulden 6 Albus gezahlt „von den finstern in der stoben über dem grase, als die zerbrochen waren wurden, da der keyser hie war, widder zu machen und sunst uff allen kamern, den Stuben, inne badehuse und uff der schneberey zu placken“.
Über das Badhaus selbst ist aus jener Zeit nichts bekannt. Bei einer der großen Feuersbrünste des 16. Jahrhunderts scheint es in Flammen, aulgegangen und seine Baustelle von der gräflichen Regierung als herrenloses Gut eingezogen worden zu sein; denn am 4. Oktober 1578 gibt Graf Albrecht von Nassau-Saarbrücken als Vormund des minderjährigen Grafen Johann Ludwig zu Nassau- Idstein und Wiesbaden den diesem gehörigen Platz „zum Bock“ an Cyliax Herman und seine Ehefrau Katharina gegen 3 Gulden Jahreszins in Erbleihe unter der Bedingung, daß er mit dem Platze und den daraufzustellenden Bauten für die pünktliche Zahlung des Zinses hafte. 'Einen von Herman darüber ausgestellten Revers besiegelt der Schultheiß Bernard Bock.
Eine Witwe Bock war es auch, die um die Wende des 16. Jahrhunderts die Hofreite „zum Bock“ mit Garten beim Haus, den „Rosenplatz“ un d den „Spiegel“ in ihrem Besitz vereinigt hatte. Bei der Teilung ihres Nachlasses unter ihre vier Kinder im Jahre 1612 fiel der zu 685 Gulden bewertete „Bock“ dem Sohne der Verstorbenen, Kraft Engelbert, zu, der bis dahin die Wirtschaft im städtischen
Verantwortlich für die Sohriftlei lung: F. Günther in Wiesbaden. — Druck und Verlag der
Gasthaus „Zum goldenen Löwen“ in der Marktstraße als Pächter betrieben hatte.
Als sein Nachfolger wird um 1630 Stephan Hoffmann genannt, der in den Wirren der späteren Kriegsjahre geflüchtet und vermutlich untergegangen ist, da Hömigk’s Wiesbadener Badeschrift des Jahres 1637 den „Schwarzen Bock“ als ziemlich verwüstet und unbewohnt bezeichnet. Nach Wiedereintritt geordneter Verhältnisse hatte der Book im Jahre 1662 „zwei Bäder“. Darunter sind Badehallen für Männer und für Frauen zu verstehen, in denen sich außer dem gemeinsamen Baderaum auch abgeteilte „Badkasten“ befanden.
Gegen Ende des 17. und in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts betrieb Johann Daniel Hoffmann neben der Badewirtschaft auch Metzgerei im Hause. 1703 besitzt es Johann Christian Schmidt, wenige Jahre später Jonas Becker. Des letzteren Witwe wurde gelegentlich der Verhandlungen mit Ulrici im Jahre 1713 wegen Wiedererbauung des „Rindsfußes“ gleichfalls zur Erneuerung ihres Badhauses ermuntert. Dabei kam auch die Gestaltung des heutigen Kranzplatzes zur Sprache.
In einer an den Fürsten Georg August Samuel gerichteten Eingabe der benachbarten Badhausbesitzer führen diese aus, es scheine ihnen jetzt, da Seine Hochfürstliche Durchlaucht willens sei, eine neue Gasse vom Schloß nach dem Sauerland anlegen und zu diesem Zweck die sogenannte Warme Gasse zwischen dem Spiegel und dem Rindsfußplatz erweitern zu lassen, an der Zeit, darauf hinzuweisen, „ob nicht bei solchen Veränderungen den sämbtlichen Badhäusem zum Besten und denen Badgästen zur Plaisir und Commodität, als auch auf verhelfende bessere Badkuren ein gewisser Plan zu einem Marktplatz“ könne entworfen werden. Es biete sich eben dazu die beste Gelegenheit, weil dem Vernehmen nach der Chirurg Ulrici darum eingekommen sei, auf seinen alten Fundamenten! gelassen zu werden, und Jonas Beckers Witwe, sofern sie des Bauens entübrigt bliebe, nicht abgeneigt sei, dem Ulrici ohne Verzicht auf ihr Lichtrecht so viel zu weichen, daß er für seinen verdingten Bau von 75 Schuh Länge den nötigen Raum finde. Leider fehlen die weiteren Entschließungen. (Fortsetzung folgt.)
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r g sohen Hof-Buchdruokerei in Wiesbaden-
