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Abend-Ausgabe, 1. Blatt. > WissKadöMN TagdlM. Samstag, 14. März 1914.

Nr. 1SL

die Petition als ungeeignet zur Erörterung im Plenum. Zur Petition der FeuerLestattungsvereme um Änderung des Ge­setzes über die Feuerbestattung wurde von fortschritt­licher Seite der Antrag auf Berücksichtigung gestellt. Die Konservativen beantragten Übergang zur Tagesordnung, von freikonservativer Seite wünschte man Überweisung als Material. Es wurde mit 14 gegen 11 Stimmen Übergang zur Tagesordnung beschlossen. Der Westdeutsche Sittlich­keitsverein zu München-Gladbach verlangt eine Verschärfung der Bestimmungen gegen Kabaretts, Bars und Animier­kneipen. Da dieser Gegenstand in letzter Zeit im Plenum des Abgeordnetenhauses gründlich besprochen wurde, überwies «ran die Petition der Staatsregierung als Material.

Heer und Klotre.

. Personal-Veränderunaen. v. Hirschfeld. Rittm. und Es k.-Chef . m Regt, des Gardedukorvs, unter Beförderung Aum Maior zum diensttuenden Nügelndjutnnten Seiner MmestaL des Kcrisers und Königs ernannt.

„ Die neue Feldbinde der Sanitätsoffiziere. Nach den Zusatzbemerkungen des Kriegsministeriums entspricht die neue Feldbinde für Sanitätsoffiziere dem für Offiziere vorge­schriebenen Muster, ist jedoch golden (statt silbern) und hat auf dem Schloß neben dem königlichen Namenszug zwei Äskulapstäbe. Sie wird in allen Fällen angelegt, in denen Offiziere Schärpe oder Feldbinde tragen.

Das Lehrgeschwader unter dem Oberbefehl des In- spekteurs des Torpedowesens wird am 29. d. M. aus Schul- und Versuchsschiffen gebildet und führt Übungen in der Pommerschen Bucht bis zum 25. April aus.

Kurland.

Gfterreich-Ungarn.

Eine letzte Frist für das Abgeordnetenhaus. Wien,

13. März. Zu Beginn der Sitzung des Abgeordnetenhauses setzten die tschechischen Agrarier die Obstruktion fort. Der Abg. Stanek (tschech. Agrarier) erklärte, ohne den böhmi­schen Landtag gäbe es keinen Reichsrat. Die Anträge der tschechischen Agrarier wurden abgelehnt und die Sitzung zwecks Eintragung in die Rednerliste unterbrochen. Nach der Wie­deraufnahme der Sitzung erklärte der Abg. Stanek: Um einen letzten Versuch zu ermöglichen, im Königreich Böhmen und in diesem Reiche zur Ordnung zu kommen, erklärten wir uns bereit, eine letzte Frist bis D i e n s t a g zu gewähren. Wenn während der Frist die Ordnung nicht geschaffen ist, werden wir weitere Verhandlungen in diesem Hause, über welche Vorlage es auch immer sei, nicht zulassen. — Hierauf begann die erste Lesung des Rekrutenkontingent- Gesetzes. Landesverteidigungsminister G e o r g i ver­wies auf die Wichtigkeit des gegenwärtigen Augenblicks, da die bewaffnete Macht einer Vermehrung dringend bedürfe, wenn sie einem Ernstfälle, trotz der in der nächsten Nachbar­schaft vollständig geänderten militärpolitischen Verhältnisse,. in jeder Hinsicht gewachsen sein soll. Der Verlust des F e I d - zuges in Böhmen 1866 war in erster Linie die Folge der schlechten Bewaffnung unserer Infanterie. Der mörde­rische Bleihagel der preußischen Zündnadelgewehre brach die beispiellos heldenmütigen Angriffe unserer braven Infan­terie und brachte sie zum Weichen. Wollten und könnten Sie die Verantwortung übernehmen, daß unsere Söhne und Brüder in einem Zukunftskriege, der uns ja aufgezwungen werden kann, aus ähnlichen Gründen blutig unterliegen, weil unsere Artillerie selbst niedergerungen wird? Wenn die aus­reichende Vermehrung der Artillerie, als zu kostspielig, immer wieder zurückgeschoben wurde, so ist jetzt die zwölfte Stunde für den endlichen Ausbau der Artillerie gekommen.

Vom deutsch-tschechischen Ausgleich. Wien, 13. März. Die von den beiden Nationalitäten Böhmens zur Besprechung der parlamentarischen Lage entsandten Abordnungen sind heute abeüd zusammengetreten und haben beiderseits ihren Standpunkt gekennzeichnet, worüber sich eine mehrstündige Debatte entwickelte. Die Beratung wird morgen vormittag fortgesetzt.

Die Studentenkundgebuugcn in Wien. Wien, 13. März. Wegen der gemeldeten Demonstrationen der Tierärztlichen Hochschule wurde das Semester auf Anordnung des Kriegs­ministeriums geschlossen. Wie die „Alldeutsche Korresp." meldet, fand heute nachmittag eine Versammlung der Hörer der Tierärztlichen Hochschule statt, in km' die Delegierten des Deutschen Hochschulausschusses den Vorschlag machten, die

Hörer möchten bis Montag demonstrieren, worauf am Diens­tag als Abschluß der Kundgebung ein allgemeiner Umzug der gesamten Wiener Studenten stattfinden soll. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Bei den heutigen Kundgebungen am Vormittag wurde ein Student schwer verletzt.

Ein nationalistischer Krawall an der Handelshochschule in Triest. T r i e st, 14. März. An der hiesigen Handels­hochschule kam es gestern zwischen italienischen und südslawi­schen Studenten zu blutigen Zusammenstößen. Zwischen den beiden Parteien besteht seit langer Zeit ein Konflikt, der >/dr kurzem bereits zu Schlägereien führte. Gestern kam es nach Schluß der Vorlesungen wiederum zu argen Tumulten, bei denen auf beiden Seiten von Revolvern und Stöcken Gebrauch gemacht wurde. Die Südslawen, die in der Minderzahl waren, wurden von den Italienern überfallen. Darauf zogen die ersteren ihre Revolver und verletzten mehrere Studenten schwer. Auf seiten der stawischen Studenten wurden durch Stockhiebe und Revolverschüsse fünf nicht unerheblich verletzt. Die Polizei muhte einschreiten und die Kämpfenden ausein­andertreiben. Die Hochschule wurde geschlossen. /

Belgien.

Ein Denkmal für Leopold II. Brüssel, 14. März. Gestern ist eine nationale Sammlung eröffnet worden, um dem verstorbenen König Leopold II. in der belgischen Hauptstadt ein Denkmal zu errichten. Der König hat für digfen Zweck bereits 60 000 M. gestiftet.

Ein Stndentenstrcik in Löwen. Brüssel, 13. März. Seit einigen Tagen manifestieren die Studenten der Unider- sität in Löwen gegen den Vizerektor, den sie beschul­digen, einen Überwachungsdienst eingerichtet zu haben, den sie sich nicht bieten lassen könnten. Die Versuche des Rektors, die Streitigkeiten beizulegen, scheiterten gestern, weil die Studenten angeblich die Demission des beschuldigten Vizerektors verlangten. Infolge dieser nicht erfüllten Maß­regelung scheint die Bewegung aus alle studentischen Kreise von Löwen übergegriffen zu haben. Eiwa 1700 bis 1800 Studenten begeben sich heute nachmittag nach M e ch e l n, um den Erzbischof zur Vermittelung zu veranlassen. In später Nachtstunde sollen einige Studenten sogar das Bild des Bizerektors auf einem freien Platze verbrannt haben.

Frankreich.

Heeressorgen in der Kammer. Paris, 13. März. In der Vormittagssitzung beriet die Kammer das Kriegsbudget. Andr« Leftzvre sagte: Die Verjüngung der Führer

dürfe nicht automatisch und nach Ziffern erfolgen. Deutschland wäre schlecht gefahren, wenn M o l t k e mit 65 Jahren zur Disposition gestellt worden wäre. Daniel Vin­cent machte den Kriegsminister aufmerksam, daß gegenüber der Neigung des preußischen Generalstabes, den A n - griff auf Frankreich mehr nördlich anzusetzen, die Nordgrenze nicht hinreichend verteidigungsfähig sei. Bei der Erwähnung der G e s u nd h e i t Sv e r h äl t n i s s e der Armee meinte Redner, diese seien in Deutschland viel besser, obgleich eS dort viel kälter sei. — Im Verlauf einer heftigen Kontroverse mit dem Nationalisten Driant erklärte der Sozialist V a i l l a n t, die Sozialisten würden alle mili­tärischen Ausgaben ablehnen, sie Wunden albet die Kredite für die Gesundheitsverhältnisse in den Kasernen annehmen und sogar noch solche fordern. — Der Berichterstatter B e n a z e t wünschte, Bemerkungen über das erste Budget des Drei- j ah res g e sehes zu machen. Die äußerste Linke über, schrie ihn, ihn auffordernd, sich an seinen Bericht zu halten. Da der Präsident den Tumult nicht beschwichtigen konnte, verließ der Berichterstatter die Tribüne, mit voller Stimme rufend: Erst gestern hat der Kriegsmtnister die Notwendig­

keit des Dreijahresgesehes betont. Nalamas wollte dem Be­richterstatter antworten. Das Zentrum übertönte ihn jedoch durch Lärmen mit den Pultdeckeln. Kriegsminister Non lens erwiderte den Vorrednern. Er rechtfertigte die Altersgrenze für die Generale, die nach erfahrungsmäßiger Wahrscheinlichkeit festgesetzt worden sei. Den Gesundheits­zustand der Armee besprechend, erklärte der Minister, er werde die Velegungsziffer in allen überlegten Kasernen her ab setzen. Auf Zwischenrufe seitens der Sozialisten erklärte er, daß in den neue n Kasernen der Gesundheitszu­stand ein besserer sei als in den alten. Die Kammer nahm schließlich mit 500 gegen 30 Stimmen einen Zusatz- antrag zum Heeresbudget an, der dafür eintritt, daß zwei Millionen Franken bewilligt werden zum Ersätze des Scha­dens, der den Familien durch den Tod ihrer Kinder,

ihrer Oberhäupter oder ihrer Ernährer verursacht wunde« die bei dem Militär infolge von Epidemien oder anderen Krankheiten verschieden sind.

Eine Niederlage der Regierung im Senat. Paris, 14. März. In der gestrigen Senatssitzung wurde der Antrag des Senawrs Henri Michels, der eine Besteuerung der französischen Rente verlangt, mit 146 gegen 126 Stimmen abgelehnt. Diese Ablehnung kommt einer Nieder­lage Caillaux' gleich, der Anhänger dieser Besteuerung ist.

Vom zweiten Krankenlager des Oberstleutnants von Winterfcldt. Paris, 13. März. Wie ans Grisolles gemel­det wird, hat die an Oberstleutnant v. Winterfeldt vor­genommene Operation ihm die erhoffte Erleichterung ver­schafft. Der Kranke hat eine ruhige Nacht verbracht und ist fieberfrei. Die Hoffnung auf eine Besserung des Zu­standes hält an.

Eine Ansprache des Kardinals Amette. Paris, 14.März. In einer Sitzung des Pariser Diözesanklerus hielt Kardinal Erzbischof Amette eine Ansprache, in der er die Versammelten aüfforderte, das Beispiel der belgischen Katholiken nachzu­ahmen und den Kamps nicht bloß auf politischem Boden, sondern vor allem auch aus dem der sozialen Werke zu führen.

Ein Adventist verurteilt. Paris, 14. März. Ein junger Soldat vom 54. Infanterie-Regiment hatte sich gestern vor dem Kriegsgericht in Eperney zu verantworten, weil er sich als Adventist weigerte, am SamStag Dienst zu tun. Er wurde zu drei Wochen Gefängnis verurteilt.

Spanien.

Ein neues Gefecht in Marokko. Madrid, 13. März. Amtlich wird aus Tetuan gemeldet: Bei dem Angriff des Feindes auf die Proviantkolonne wurde Oberstleutnant Sofa schwer verwundet und Leutnant Guerra getötet.

Italien.

Salandra Ministerpräsident? Rom, 14. März. Wie hier verlautet, ist Salandra vom König mit der Neubil­dung des Kabinetts beauftragt worden. Er hat bereits seine Bereitwilligkeit zur Übernahme der Regierung er­klärt. Professor Salandra gehört zur Gruppe der Altlibe- ralen und besitzt Beziehungen zur Katholikenpartei.

San Giuliano tritt auch zurück? Mailand, 13. März. Die „Stampa" erfahren, daß Giuliano entschlossen sei, zurückzutreteu, falls Giolitti nicht wieder die Leitung des Ministeriums übernehme.

Nnftland.

Eine Gefängnisstatistik. Berlin, 13. März. Wie gestern in dem Vortrag „Aus russischen Kerkern" von dem Schriftsteller Rauscher dargelegt wurde, gab eS 1905 in den russischen Gefängnissen 90 000, heute gebe es schon 220 000 Gefangene, unter ihnen 30 060 bis 40 009 politische.

Türke!

Die Räumung des Epirus. I a n i n er, 13. März. Die griechischen Truppen erhielten den Befehl, die ununterbrochene Räumung von Epirus fortzusetzen.

Jungtürkische Rache. Sofia, 14. März. Aus Philippopel wird gemeldet, daß der dort weilende bekannte alttürkische Oberst Sadik-Bei, der beschuldigt wird aN der Ermordung Mahmud Schewket-Paschas beteiligt gewesen zu sein, auf der Straße überfallen und tödlich verwundet wurde. Dem Täter gelang es, zu entfliehen. Das Attentat soll ein Racheakt der Jungtürken sein.

Mexiko.

Ein Angriff der Rebellen auf Tampico bevorstehend.

New V o r k, 14. März. Die Rebellen bereiten einer Mel­dung des „New Dork Herald" aus Veracruz zufolge einen all­gemeinen Angriff auf Tampico vor. Admiral Maye hat sich bereit erklärt, die Ausländer an Bord amerikanischer Kriegsschiffe zu nehmen. Der deutsche Kreuzer „Dresden" hat den zurzeit in Veracruz weilenden Hapagdampfer „K ron- prinzessin Cecilie" aufgefordert, schleunigst Tampico anzulaufen, um die deutschen Flüchtlinge aufzunehmen.

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Luftfahrt.

Neues Verfahren für den Nachrichteirdienst der Flugzeuge. k Berlin, 14. März. Durch eine Erfindung, die gestern in M- Johannisthal vorgeführt wurde, ist es gelungen, die Nachrich­tenübermittlung aus den Flugzeugen zu vereinfachen. Es

F euilleto n.

Konzrrk.

Das gestrige 12. Zykluskonzert im Kurhause war von besonders festlichem Gepräge. . Beethoven wurde ge­feiert. Seine erste und seine letzte Sinfonie, die »Reuure, standen auf dem Programm. Zwei Marksteine in der Ent- Wicklungsgeschichte der sinfonischen Musik, zugleich Ent­

wicklung des gewaltigen Tonmeisters selbst. Kaum 25 Jahre liegen zwischen beiden Werken; die besten Mannechahre Beethovens: er gemahnt da an die alten Götter Homers, von denen es heißt, daß sie mit ein paar Schritten die Grenzen der Welt erreichten!

Die erste Sinfonie bleibt immer interessant als der erste kühne Schritt von der lieblichen oder ernsten Umgangssprache — dem Kammermusikstil — der älteren sinfonischen Kunst zu einer neuen weltumfassenden, menschheitsbeglückenden und selbstherrlichen Leidenschaftssprache der Instrumental-Musik. In vielem noch an den Formen und Formeln der Vergangen­heit hastend, birgt die erste Sinfonie doch auch viele bereits in die Zukunft weisende Züge, welche ihrerzeit nicht wenig überraschen mußten: so gleich der Beginn der Einleitung mit einem dissonierenden^ Akkord; oder die mancherlei neuartigen Jnstrumentatwns-Esfekte, wie die Pianissimo-Begleitung der Pauken im „Andante"; oder das über alle hergebrachten Grenzen Hinausstreben des Menuett-Scherzo, und anderes mehr Die Kurkapelle (gestern in neuer Aufstellung: der Chor der ersten und zweiten Geigen auf einer Seite, Bratschen und Cellos gegenüber — was sich wiederholt sehr vorteilhaft für das En,emble uud die Klangfülle erwies) spielte das Werk unter Herrn Musikdirektor Karl S ch u - richts einsichtsvoller Führung mit amnutender Einfachheit und Wärme und dabei rn höchster technischer Abrundung, die sich besonders auch bei den flüssigen Passagen dcS „Finale"

erfreulich dokumentierte.

Lür die nachfolgende S. SlAovi« war tsive. stattlich? LMl.

von Mitwirkenden aufgeboten; in der Hauptsache: der

„Cäcilien-Verein" — jetzt unser liebenswürdiges „Mädchen für alles" — und sonstige geschätzte Chorkräfte. Vier vorzüg­liche Solisten waren zur Stelle; das Kurorchester angemessen verstärkt. Herr Schuricht widmete der heiligen Aufgabe seine ganze warmfühlende Begeisterung und wußte jeder Kraft ihr Bestes abzugewinnen und wiederum alles in seinen Bann zu schlagen. So verlief die Aufführung in durchaus rühmens­werter Weise. Zuerst die drei Jnstrumentalsähe: das „Alle­gro", mit einem Pathos von unbezwinglicher Energie erfaßt, wurde im Zeitmaß mit gutem Bedacht eher ruhig begonnen und erhob sich erst im weiteren Verlaus zu immer kühnerem Schwung; die grandiosen Steigerungen im Mittelsatz, der Schluß mit diesem drohend anwachsenden, chromatischen Grollen der Bässe —: alles das war von unweigerlicher Wir­kung. Das „Scherzo" wurde in sprühendem Rhythmus mit Prächtigem Elan gespielt. Dann das „Adagio", wo jeder Weh­laut zum Wohllaut, zur Melodre gedämpft erscheint; es atmete eine ernst-feierliche Weihe: die „Kurkapelle" wurde zur — Kapelle, so andächtig lairschte jedes Herz. Nun aber bor Ausbruch leidenschaftlicher Verwirrung im Beginn des Finale: das verzweifelte Ringen nach dem rechten Ausdruck, nach dem rechten Ton — bis endlich das Wort aus Menschen­brust die furchtbare Spannung löst und in dithyrambischem Schwung das Lied der Freude oahinbraust! Das einleitende Baß-Rezitativ „O Freunde, nicht diese Töne" — sang Herr Th. Denijs mit breitem wundervollen Vortrag und er Mob auch weiterhin die sichere fundamentale Stütze des Solo­quartetts. £ ar r Forch Hammer brachte besonders das kriegerische Tenovsolo „Froh wie seine Sonnen " — zu leben­digem Eindruck; Frau Anna Kämpfert mit ihrem hell­klingenden, alles überschwingenden Sopran und Frau A. Erler-Schnaudt mit ihrem schwellenden saiftreichen Alt-Organ — vervollständigten das Soloquartett, das durch klangliche Frische und musikalische Sicherheit im ganzen sehr angenehm hervorstach. Der Chor .bewahrte gestern wieder eine vorzügliche Haltung und die Soprane schauderten vor keinem noch so steilen Anlauf »urüch: eirizelne Momente, wie

die ekstatischen Rufe „Seid umschlungen" oder „Ihr stürzt nieder" — waren von großartiger Wirkung, und die Gesamt­leistung blieb jedenfalls sehr glänzend.

Das Publikum ehrte alle Mitwirkenden durch reichen Bei­fall und feierte namentlich den Dirigenten Herrn Karl Schuricht in stürmischen Ovationen: es war eine „Freude"^ die „feuertrunken" alles mit sich fortriß. 0. Dt

Nus Lunst und Leben.

Theater und Literatur. „Der Erbe", ein für Deutsch­land noch unbekanntes Gesellschaftsdrama von John Gals- worthY, gelangt heute im Stadttheater Leipzig zur Ur­aufführung. Die Inszenierung leitet Geheimrat Max

Martersteig.

,«Frau Cardinal", eine dreiaktige Komödie des jungen Leipziger Ulrich Steindorff, gelangte im Stadt­theater zu B r e m e r h a v e n zur Uraufführung. Die Komö­die spielt nn Jahre 1634 in Nancy und fand starken Beifall.

Die rm .März v. I. gegründete Deutsche Eichen- d o r f f - G e s e l l s ch a f t hielt in G l e i w i tz am Geburts­tage Joseph v. Eichendorffs ihre erste Hauptversammlung ab, die von Vertretern aus allen Teilen des Reiches besucht war.

Wissenschaft und Technik. Zum heutigen 60. Geburtstag Paul Ehrl ich s erschien als Festschrift ein stattlicher Band im Verlag von Gustav Fischer in Jena, der das wissen­schaftliche Wirken des großen Forschers in einer Reihe von wertvollen Beiträgen darstellt.

Nach einer Reutermeldung aus Melbourne ist Syd­ney Jeffreys, .der die Polarexpedition Mnw- so-ns als Sachverständiger für die drahtlose Telegraphie be­gleitete, irrsinnig geworden. Man fand ihn auf einem Felde umhowrrend vor. Er befand sich in furchtbarem Zustande, da er bereits seit sechs Tagen keinerlei Nahrung zu sich ge­nommen hatte. Die Expedition Mawson war die erste, die vermittelst drahtloser Telegraphie während der ganzen Dauer; der Reise mit der übrigen Welt in Verbindung blieb«