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Nr. 121. Freitag, 13. März 1814.

der AuSwanLerungsbewegung eine Zentralstelle errich­tet und zu diesem Zwecke Kontrollorgane bestellt, welche nach den bestehenden Gesetzen berechtigt sind, von jedem In- und Ausländer einen genauen Ausweis über seine Person und die Mittel zu seinem Unterhalt zu verlangen. Es ist daher von nun an zweckmäßig, daß alle männlichen Reisen­den im Alter von 17 bis 38 Jahren sich mit Pässen ver­sehen, welche allein den zuverlässiKsten Behelf der gesetzlichen AuSweisleistung in Qstereich bilden.

Ensianv.

Ein Signalbuch gestohlen. Paris, 12. März. Aus London wird dem „Echo de Paris" gemeldet, daß an Bord eines der in Sheernetz stationierten englischen Panzer­schiff: vor kurzem ein überaus wichtiges Signalbuch ge­stohlen und durch ein äußerlich demselben vollständig gleichen­des Buch ersetzt worden sei. Es handle sich zweifellos um eine L>pionageafsäre.

nnfjfcmö.

Reorganisation der Koialenverwaltung. Petersburg. 11. März. Der Reichsrat hat heute die aus Veranlassung von 77 Dumaabgeovdneten eingebrachte Gesetzesvorlage, nach der die Sem st Woverfassung auch auf das D o n - Gebiet ausgedehnt werden soll, mit 87 gegen 51 Stimmen abgelohnt. Der Reichsrat hat den Wunsch ausgedrückt, die Regierung möge schleunigst Grundlagen ausarbeiiten, auf denen im Einklang mit den besonderen Eigenschaften des Kosakentums eine Reorganisation der Landesverwaltung im Dongebiete stattfinden solle.

Türkei

Die Feindschaft gegen Griechenland. Konstantinopel,

11. März. Ein Teil der türkischen Presse fährt in ihrer hef­tigen Sprache gegen Griechenland fort. „Taswir-i- Eskiar" bespricht die Debatte in der griechischen Kammer über den antigriechischen Boykott. „Turquis" sagt, der Boykott sei der Ausdruck des Unwillens der muselmanischen Türken über die Verluste an Land und fragt, ob nach den Verfol­gungen der M u s e l m a n e n in Neugriechenland die Pforte kein Recht habe, Repressalien zu üben? — Die militärische Zeitschrift „Takvi Vekai" meldet, daß militä­rische Maßnahmen der Türkei gegenüber Griechenland fortdauern. Namentlich in den den griechischen In­seln nahegelegenen Distrikten mache sich eine erhöhte Rüstungstätigkeit geltend.

Mexiko.

Verstärkung der amerikanischen Truppen an der Nord- grcnze. Washington, 12. März. Präsident Wilson hat beschlossen, zur Verstärkung der mexikanischen Grenz­patrouillen das 9. und 17. Infanterie-Regiment nach Laredo und dem Eagle-Paß zu senden.

Wie die Rebellen die Landfrage lösen. Chihuahua,

12. März. Die Militärbehörden haben beschlossen, die öffent­lichen Ländereien, einschließlich der konfiszierten, unter die Soldaten der gegenwärtigen Revolution, die invaliden Vete­ranen der Madero-Partei sowie die Witwen und Waisen aus beiden Revolutionen zu verteilen. Wie es heißt, wird jeder Soldat 62 Acres erhalten. Auch eine Verteilung städtischen Grundbesitzes ist geplant. Der Beschluß erregt das größte In­teresse als erster Versuch der Rebellen, ihren Absichten ge­mäß die Landfrage zu lösen.

Japanische Ansiedelungen als Schreckmittel für die Union. New Dork, 12. März. Wie der „New Dork Herald" aus Mexiko meldet, hat der japanische Bevollmächtigte in Mexiko seine Regierung davon in Kenntnis gesetzt, daß sich die West­küste von Mexiko ausgezeichnet für japanische Ansiedelungen eignet. Eine japanische Gesellschaft mit einem Kapital von 300 Millionen Den soll sich zur Entwicklung und Kolonisierung Mexikos bereits gebildet haben. Wie von hochstehender diplo­matischer Seite versichert wird, verfolgen alle diese Nach­richten nur den Zweck, die Haltung Washingtons in der spanischen und mexikanischen Frage zu beeinflussen.

Südafrika.

Zur Verbannung der Arbeiterführer. Pretoria, 12. März. Der Generalstaatsanwalt von Transvaal hat die Strafverfolgung mehrerer Arbeiterführer abgelehnt, gegen die im Vorverfahren wegen ihrer Agitation beim Eisen­bahnerstreik Anklage erhoben worden toar. — Kapstadt, 12. März. General S m u t s erklärte gestern im Senat, die Regierung habe ihre Ansicht über die Verschickung der Arbei­terführer nicht geändert. Die Verschickten seien für immer von der Einwanderung ausgeschlossen; doch würden gesetzliche Vorkehrungen getroffen werden, um ihnen unter gewissen Bedingungen eine zeitweilige Rückkehr zu gestatten. Der frühere Premierminister der Kapkolonie Schreiner pro­testierte entschieden gegen die Jndemnitätsbill und forderte Beweise für die Verbrechen der Verschickten. Wenn der auf­rührerische Charakter ihrer Äußerungen nachweislich gewesen wäre, so hätten die ordentlichen Gerichte darüber entscheiden sollen. Wenn die Regierung die Schuld der Männer nicht be­weise könne, würde er beantragen, einen Gerichtshof einzu­setzen, um über alle Fragen, die sich aus der Bill ergeben, zu entscheiden.

aus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Der Name Wiesbaden.

Herr Geheimrat Dr. Wagner sprach vorgestern abend im ,, Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichts­forschung" über Grundkarten und ihren Zweck, und legte mehrere neuere Erscheinungen auf dem Gebiet der nassauischen Geschichte vor. Darauf sprach Herr Museums­direktor Dr. Brenner über den Namen Wiesbaden. Der Vortragende stellte keine neue Hypothese auf, sondern be­absichtigte lediglich, die bisher vorgebrachten Anschauungen gegeneinander abzuwägen. — Der Name Wiesbaden wird uns im Jahre 830, durch Einhard ausdrücklich als „moäernv tempore" (in neuerer Zeit) entstanden bezeichnet. Dazu stimmt auch die germanische Namengebung der anderen alten Römerbäder (Baden in der Schweiz, Badenweiler, Baden-Baden, Bath in England), die alle, ebenso wie Wies­baden, bis zum Ende der Römerherrschaft, ihre römischen Namen trugen, und von denen uns auch für Bath durch zwei Urkunden des 8. und 10. Jahrhunderts bezeugt wird, daß der Name sächsisch und „neuerdings entstanden" sei. Für alle diese Namen, die erst in der Zeit vom 5. bis 8. Jahrhundert

Wr§SdKd§Nrr TvlgSlk!!. Morgen-Ausgabe, 1. Matt. _Seite 8.

unter germanischer Herrschaft aufgekommen sein können, ist keltische Entstehung also ausgeschlossen.

Die landläufige Erklärung Wiesbaden — Wiesenbad, ist unhaltbar; die älteste überlieferte Form könnte dann nicht Wistbad, sondern müßte etwa Wiesunüad lauten; da im 9. Jahrhundert auch die schwach betonten Vokale im Althoch­deutsch noch unverändert erhalten sind, ist nicht etwa an sprachliche Abschleisung zu denken. Aus dem gleichen Grunde ist auch die Abteilung von Wisent abznlehnen; es müßte dann im 9. Jahrhundert die volle Form Wisuntesbad überliefert sein. Der Grimmschen Ableitung von altindisch vishas, lat. virus, darnach „Salzbaü" hält Streitberg (Nass. Annalen 26, S. 181) entgegen, daß dieses Wort nicht Salz, sondern Gift bedeutet, also keine geeignete Bezeichnung für Heilquellen darstellt; zudem stehen nach Streitberg der Gleichung unüber­windliche lautliche Schwierigkeiten im Wege. — Der in den Raff. Annalen II, 2, 110, publizierte und abgebildete Wsinobatenstein ist eine plumpe Mystifikation; er hat nie existiert. (S. Klein, Jnscriptiones Rassoicae, 1855, S. 99.) — In durchaus befriedigender Weise löst Streitberg in dem bereits zitierten Aufsatz die Frage: er stellt den Namen Wisibadun mit den in der gleichen Zeit bei den Germanen ge­bräuchlichen Personen- und Stammesnamen, wie Wisigarda, Wist- oder Wisumar, Wist- oder Wisurich, Wisibadus (hier badus von german. badu — Kampf, nicht mit Bad zusammen­zubringen!), Wisigothae u. a. m. zusammen; dazu kommen auch Ortsnamen, wie Wismar bei Gießen (Wisumera) und Wiesenbronn in Unterfranken (Wistbrunnon), die sich beide nicht auf Salzquellen beziehen können. Das Adjektiv wist-, wisu- heißt „gut", also Wisibadun — (zu den) „guten Bädern", so wie auch Bath urkundlich „aet Bathum" — „bei den Bädern" genannt wird. Vielleicht hat hier in Wies­baden der Gegensatz zu den beiden „faulen" Brunnen, von denen der eine unweit des Kochbrunnens in der heutigen Querstraße sprang, die Bezeichnung „gute" Bäder noch beson­ders veranlaßt. Der Vortragende hält die Streitbergsche Er­klärung unter den bisher vorgebrachten für die einzig mög­liche und für dauernd befriedigend. — Die Schreibung Wiesbaden mit ie, die erst seit Ende des 18. Jahrhun­derts allgemeiner üblich geworden ist, ist etymologisch nicht berechtigt, ebenso die bei Ortsfremden übliche Aus­sprache mit langem i; die einheimische Aussprache „Wiß- b a d e n" ist vielmehr durchaus richtig.

Der Vortragende wies noch besonders darauf hin, daß es für den Laien, der keine sprachgeschichtlichen Kenntnisse be­sitzt, ein vollkommen aussichtsloses Unternehmen ist, sich au^ dem Gebiet der Ortsnamendeutung zu versuchen; da er die Schwierigkeiten der Aufgabe nicht zu übersehen ver­mag, wird er, ohne es selbst zu merken, in tausend Schlingen und Fußangeln hineingeraten und niemals oder höchstens durch Zufall zu brauchbaren Ergebnissen gelangen. Besonders zu warnen ist vor den in der zweiten Hälfte des vorigen Jahr­hunderts entstandenen keltischen Wörterbüchern und sonstigen Veröffentlichungen aus dem Zeitalter der „Keltomanie". Über die meisten von ihnen ist die Wissenschaft längst zur Tagesordnung übergegangen, und selbst den wenigen brauch­baren Leistungen dieser Zeit steht der mit der Sprachgeschichte nicht Vertraute ohne die Möglichkeit eigener Kritik gegenüber. Wirkliche Kenner gerade der keltischen Sprachen gibt es nur sehr wenige, und diesen sollte man auch die keltische Orts­namenforschung überlassen; zu dilettantischer Betätigung ist das sehr schwierige Forschungsgebiet gänzlich ungeeignet. — Den Beschluß des inhaltsreichen Abends bildeten Mitteilungen des Herrn Professors Dr. U n z e r über Napoleon und die nassauischen Fürsten im Jahre 1804 nach einem vor mehreren Jahren in der Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins ver- össentlichtem Tagebuch, und der Vortrag mehrerer gelunge­ner Gedichte aus einer nassauischen Handschrift seitens des Herrn Archivrat Dr. S ch a u s.

— Das Wellritztal und seine Zukunft. Hierzu wird uns aus beteiligten Kreisen geschrieben: „Die städtische Verwal­tung Wiesbadens legt seit langem den größten Wert darauf, als eine der gesündesten und ansiedelungswürdigsten Städte Deutschlands angesehen zu werden, und bezeichnet Wiesbaden mit Stolz und Recht als eine der schönsten Gartenstädte Deutschlands. Zum Beweis dafür, daß dem so ist, weist die städtische Verwaltung bei allen Gelegenheiten darauf hin, daß sie ihre Täler von der Bebauung sreihält, sie mit schmucken Gartenanlagen versehe und so durch diese natürlichen Lungen die Taunuswaldluft in die Stadt einlasse. Das ist etwas, was uns so leicht keine andere Stadt nachmachen kann, und rechtfertigt die für diese Anlagen aufgewendeten Mittel nicht bloß, sondern ist für das als heiß verschriene Wiesbaden zur Notwendigkeit geworden. Wer möchte heute noch die Nerotal- ^ambachtal- und Walkmühltalanlagen missen, oder die dafür gemachten Aufwendungen bedauern. In ähnlicher Weise sollte nun das W ellritz tal von der Bebauung freigehalten und mit Gartenanlagen versehen werden. Die prinzipielle Be­willigung durch die städtischen Körperschaften für diese An­lagen ist längst erfolgt, der Antrag auf Enteignung des Ge­ländes gestellt und von der König!. Regierung genehmigt wor­den. Aus finanziellen Gründen hat die städtische Verwaltung davon abgesehen, den vorderen Teil des Wellrihtalgeländes zu erwerben, da dies bereits Bauqualität^erlangt hatte. Die An­lagen wurden also nach rückwärts verschoben, die Pläne dazu

genehmigt und das Enteignungsverfahren eingeleitet. Die

von den dortigen Grundstücksbesitzern und Gärtnern geforder- ten Preise entsprechen, nach sachverständigem Urteil, einer billigen Forderung. Einige Gärtner sahen sich durch das ein- gmeitete Enteignungsverfahren veranlaßt, anderwärts Grundstücke zu erwerben und sich geschäftlich einzurichten, low wir nun hören, wurde der Antrag auf Enteignung bei dem Bezirksausschuß von seiten der städtischen Verwaltung Zurückgezogen. Der Grund dazu sollen die Preistaxen sein, dre von sachverständiger Seite für gärtnerische Grundstücke gewertet wurden und für alle in Betracht Kommenden Grund­stücke etwa 180 000 M. mehr ausmachen Dürften, als man von leiten der Stadt annahm. Jedenfalls hätte man die Entschei­dung durch das Berwaliungsstreitverfahren abwarten sollen ehe man alle Räder stillstellt und dadurch die Gärtner nötigt,' chre neuerworbenen Anwesen wieder abzustoßen. Die betei- ngten Gärtner sind durch dieses Zurückweichen der Stadt von dem einqeleiteten gesetzlichen Verfahren schwer geschä­ftet. Man versteht auch nicht, wie eine Stadtverwaltung einerseits Hunderttausende und Millionen znr Förderung solcher Anlagen ausgibt, dort aber, wo so vitale und berech­nte Interessen ihrer Einwohner zufällig einmal dabei -zu beachten sind, ihre Hände von der angefangenen Arbeit zurück- zwht.^ Was soll nun aus dem ganzen Projekt, was aus den geschädigten Gärtnern werden, die jetzt den Mangel einer Ver­tretung ihres Standes bei den städtischen Kollegien schwer empfinden? Was sagen die Stadtverordneten dazu, was sagt

der „Westliche Bezirksverein" dazu, daß jetzt alles im Well­ritztal wieder schlummern soll, bis — man zur Einsicht ge­langt sein wird, daß doch jetzt die günstigste Zeit zum Grund­stückserwerb war, oder bis — die Gärtner mürbe gemacht sind?"

— Schulnachrichten. Zu der Notiz „Schulnachrichten" in der Morgen-Ausgabe des „Wiesbadener Tagblatts", Nr. 108, vom 6. März, geht uns von der hiesigen Ortsgruppe des „Lehrerinnenvereins" folgendes zur „Richtigstellung und Auf­klärung" zu: „Die Lehrerinneu ihn den hiesigen Volksschulen) haben bis zum 1. März 1914 28 Pflichtstunden in der Woche zu halten, ab 1. April durch Reglerungsverfügung 26 Wochen­stunden in Wiesbaden, während z. B. Frankfurt a. M. und an­dere Großstädte schon lange den Maximalsatz von 24 Stunden für Lehrerinnen haben. Durch diese Negierungsverfügung wurde der festgesetzte, früher auch bestehende Unterschied von 24 Stunden zwischen dem Maximum der Lehrer und Lehre­rinnen wieder hergestellt, der um so mehr begründet ist, da ja auch ein sehr großer Unterschied im Gehalt besteht. Vor etwa 10 Jahren wurde das Stundenmaximum der Lehrer von 82 auf 30 Stunden reduziert, die Lehrerinnen blieben damals unberücksichtigt und auf 28 Stunden stehen und wurden 10 Jahre lang mit den Stunden belastet, die den Lehrern abge­wogen waren. Durch die jetzige Wiederherstellung des frühe­ren Unterschieds sind eine Anzahl Stunden anderweitig zu besetzen und allerdings von den Lehrern zu halten, die aber bisher vielfach nicht brs zu ihrem Maximum beschäftigt waren. Wie verlautet, sollen jedoch die Stunden, welche das Maximum der Lehrer (30 Stunden) überschreiten, gegen tarif­mäßige Bezahlung an die jüngeren Lehrer verteilt werden; da für die notwendig werdenden Änderungen eine gewisse Summe ausgefeht wurde. Eine Stundenüberzahl bei den Lehrern kommt jedoch in den seltensten Fällen in Frage, wenn die Lehrer nur zu ihrem Maximum herangezogen werden, wie es bei den Lehrerinnen in den meisten Fällen geschieht, denn trotz der Änderungen wird bei einer Anzahl von Lehrern das Maximum noch nicht einmal erreicht, sondern manche haben auch jetzt nur 28 und 29 Stunden die Woche zu geben." — Gestern und vorgestern fanden am städtischen Realgym- n a s i u m, am ersten Tage unter dem Vorsitz des Geheimen Regierungs- und Schulrats P ä h l e r aus Kassel, am zweiten unter demjenigen des Direktors Dr. Walther, die Ent­lass un gsprüfungen statt. Bon den 17 Oberprimanern, welche sich der Prüfung unterwarfen, bestanden 16. Vier da­von waren auf Grund ihrer schriftlichen Arbeiten vom münd­lichen Examen entbunden worden.

„Perückenmacher-, Damen- und Theater-Friseurverein Wies­baden" uns mitteilt, hat durch Erlaß vom 24. Januar der Herr Minister für Handel und Gewerbe auf Grund mehr- facher Beschwerden aus beteiligten Kreisen angeordnet, daß künftig für das Perückenmacher-, Damen- und Theater- Friseurgcwerbe Sonderprüsungen zugelassen werden, mit der gleichzeitigen Bestimmung, den genannten Gewerben eine entsprechende Vertretung in den Prüfungskommissionen ein- zuraumen. Mit vorstehendem Erlaß soll ein Mitzstand aus dem Weg geräumt werden, zu welchem die seitherigen söge- nannten Vollprüfungen im Barbier- und Frifeurgewerbe bau- fig begründeten Anlaß gegeben haben.

— Unbekannter W-Hnungsbieb. über den kürzlich hier ausgefuhrten Wohnungsdiebstahl gehen uns jetzt von unserem Ib-Mitarbeiter folgende Einzelheiten zu: Nach den Ver­

mutungen der Kriminalpolizei handelt es sich um einen abae- feimten Gauner, der sowohl als Kaufmann Anton Lese vre aus Belfort wie _ auch als Kaufmann Fritz W i lli q aus auftritt. Der Dieb, dem nahezu 30 Dieb­stahle gleicher Art in den größten Städten Deutschlands, wie Berlin, Stuttgart, Karlsruhe, Hannover, Dresden, Köln u. a. m., zur Last gelegt werden, wollte diesmal nicht ein ganzes Haus mieten, sondern fand die betreffende Wohnung au§ J* an 3 enbe 2 Schild in einer besseren Straße Wiesbadens. Nachdem er sich die zu mietenden Räume ange- sehen und auf dem Toilettentisch die Schmucksachen bemerkt hcckte, forderte er einen Maßstab zum Ausmeffen der Räum­lichkeiten, und wahrend man einen Maßstab suchte, führte er rcn Diebstayl aus. Die Nachforschungen nach dem Dieb sind dadurch schr erschwert, daß sich keine genauen Feststellungen über die Persönlichkeit des Verbrechers machen lassen, und er von der Strafkammer in Karlsruhe wegen Diebstahls von Schmucksachen im Wert von 4440 M. als Kaufmann Anton Lefevre verurteilt wurde. Die Wiesbadener Kriminalpolizei hat inzwischen sestgestellt, daß er in einem hiesigen Hotel als Kaufmann Fritz Willig aus Nürnberg gewohnt hat und auch bei emem Althändler mehrere Sachen verkaufte, wobei er auch auf diesen Namen lautende Legitimationspapiere vorwies emgehender Recherchen gelang es bisher nicht, des Diebs habhaft zu werben.

Schneider hiersellbst erhielt das Kreuz des Allgemeinen “ Der Kanzleidrätar Leimer von der Staats­anwaltschaft tn Kemmes ift zum 1. April cm die hiesige Staats­anwaltschaft versetzt. “

Israelitischer Gottesdienst. Israelitische K „ I t „ s

gemeinde. (Synagoge: Michelsberg.) Gottesdienst in von Hauptsynagoge: Freitag: abends 6.15 Uhr Sabbat- moraeus 9 Uhr, nachmittags 8 Uhr. abends 7.15 Uhr. Gottesdi^st im Gemeindcsaal: Wochentage: morgens 715 ny/'* abends

6.15 , Uhr Die GemerndebMiothek ist geöffnet Sonnwa- 11 12 E und Dienstagnachmittag von

Alt - Israelitische Kultusaemeinde Pimnnnn*

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6 Uhr. morgen 8.30 Uhr,' Mussaf 9-30 Uh- Mrncha k! Uhr Ausgang 7.15 Uhr. Wochentage: morgens 7 Uhr. Mmcha und Schrur 6.15 Uhr. Maarif 7.15 Uhr.

vorbericht« über ttunst. Vorträge und verwandtes.

- Studentische Bolksunterrichtskurse Wiesbaden. Morgen Sanrslagabend um 8%, Uhr findet der erste diesjährige Vor- tM F Mücherschule statt. Thema: „Die deutsche

Heldensage . Eintritt 10 Pf. Gäste willkommen.

» Wiesbadener Künstler auswärts. Wir lesen in den „Hamb. Nachr.": „Als Telramund" übertraf Herr Frorath die Erwa-tungen. die man nach den bisherigen Erfahrungen namentlich im darstellerischen Sinne an ihn knüpfen sonnte. Ge'anglich warb seine Leistung vermöge der substanzkräftigen, schontimbrierten Mittel, über die der begabte Künstler ver­fügt, für sich Herr Frorath wird vor allem auf größere Plastik der Deklamation, auf sicherere Disposition über den gestischen Ausdruck bedacht sein müssen, um seiner Aufgabe auch über das rein musikalische Moment hiiraus näher zu kommen. — Das „Hamb. Fremdend!." schreibt: „Mit einer überraschenden

Leistung wartete Herr Frorath als Telramund auf. über­raschend. weil man nach der bisherigen Tätigkeit des Künst­lers kaum ein derartig gut^ Resultat, als welckKs sich diese Leistung darstellte, erwarten durste. Zwar fehlte diesem Test»-