Nr. 11». Donnerstag, 12. Marz 1914. WiesdadeMD ©Mgisltd*. Morcren-Ansgabe. 1. Matt. Seite 3.
Nntzlanv.
RüstungSaufträze ans Ausland. Petersburg, 11. März. Die russische Regierung h-at durch Vermittlung eines Hamburger Agenten für 20 Millionen Mart Schuhleder bei amerikanischen Firmen bestellt. Gleichzeitig hat das Kriegsministerium 40 000 Dutzend Kalbsfelle für Tornister einer dänischen Firma zur sofortigen Lieferung in Auftrag gegeben.
Frauen im niederen Staatsdienst. Petersburg,
10. März. Die Gesetzgebungskommifsion der R-eichstzuma nahm den vom Reichskontrolleur vorgelegten Gesetzentwurf über die Besetzung der niederen Ämter der Reichskontrolle mit Frauen an. Den Frauen sollen alle Dienstrechte gewährt werden und ihre bisherige Dienstzeit sei für ihre neue Stellung anzurechnen.
Eine nationale Industrieausstellung in Moskau. Petersburg, 10. März. Das Handelsministerium arbeitete einen Plan der bevorstehenden Industrieausstellung in Moskau aus. Zur Ausstellung werden nur Erzeugnisse der russischen Industrie, des Kunstgewerbes und der Landwirtschaft zugelassen. Der Termin der Eröffnung der Ausstellung ist noch nicht festgesetzt.
Albanien.
Die albanischen Orthodoxen. Durazzo, 10. März. Die Orthodoxen feierten heute die Ankunft des Fürstenpaares durch ein T e d e u m, bei dem die mohammedanische und katholische Geistlichkeit assistierte. — Die öfter- r e i ch i s ch e u und italienischen Unterhändler für die Errichtung einer albanischen Nationalbank sind hier eingetroffen.
Die Bevollmächtigten für den Südbezirk. V a l o n a,
11. März. Der Fürst von Albanien hat den holländischen Major Thomson zum Generalbevollmächtigten für die beiden Distrikte K o r i tz a und Argyrokastro ernannt, indem er ihm gleichzeitig alle Machtbefugnisse zur Durchsetzung der ihm übertragenen Vertrauensmission bezüglich der Auf- rechterhaliung der Ruhe sowie der Organisation der verschiedenen Berwaltungszweige erteilte. Thomson hat sich mit mehreren holländischen Ofiizieren nach Santi Quaranta begeben, um von dort an' den Bestimmungsort zu gelangen. Die Kontrollkommission ist gestern nach Valona zurückgekehrt.
Türkei
Neue Minister. K o n st a n ti n o p e l, 10. März. Dschawid-Bei, der sich gegenwärtig wegen der Anleiheverhandlungen in Paris aufhält, ist an Stelle von Rifaat-Bei, der wieder Präsident des Oberrechnungshofes wind, zum Fi n a n z m i n i st e r ernannt worden. Bis zur Rückkehr Dschawids wird Talaat-Bei das Finanzportcfeuille verwalten. Wie verlautet, wird der Minister der öffentlichen Arbeiten, D s ch e m a l - B e i, mit dem Marineminister Mahmud- Pascha das Portefeuille tauschen.
Petroleumvorkommen bei Hais«. Haifa, 10. März. Englische Ingenieure haben in der Nähe Haifas recht ergiebige Erdölquellen gefunden. Die Bohrungen werden emsig fortgesetzt.
Versiniate Staaten.
Die Maskabahn. K. Washington, 10. März. Die öill, die den Bau einer Eisenbahn von Alaska nach dem Oukon vorsieht, ist vom Senat angenommen worden und wird dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden.
Mexiko.
Ein neuer Erfolg der Bunbestruvven. London, 11. März. Aus Mexiko wird gemeldet: Die Bundestrnppen haben dem im Besitz der Rebellen befindlichen Kanonenboot ..Tamvico" die Ausfahrt aus dem Hafen von Topolobampo abgeschnitten, indem sie das alte Kanonenboot „Demokrata" quer über dem Hafeneingang zum Sinken brachten.
Luftfahrt.
Tödlicher Fliegerabsturz. London, 11. März. Innerhalb zweier Tage ist heute die englische Militäramatrk schon wieder von einem Unfall betroffen worden. Fast an derselben Stelle, wo gestern der Absturz deS Hauptmanns ^-orner erfolgte, stürzte heute auf dem Flugfeld von Salisbur Hauptmann Allen mit Leutnant Burroughs ab. Beide Flieger waren auf der Stelle tot.
Ku§ näh Land.
wissbakenei' Nachrichten.
_ Neue Verordnungen fürs Fleischergcwerbe. Die Regierung in Wiesbaden hat über den Verkehr mit Nahrungsmitteln neue Verordnungen erlassen und ist damit in vielen Punkten den Wünschen der Fleischer entgegengekommen. Der Zwang zur Tragung einer Kopfhaube beim Transport der ausgeschlachteten Vorder- und Hinterviertel usw. ist als äußerst praktisch zu bezeichnen. Es wird dadurch verhindert, daß der durch die vorhergegangenen Arbeiten erhitzte Kops und Nacken des Gesellen mit dem zu tragenden Fleischten rn Berührung kommt. Die Kopfhaube ist aus einem imprägnierten Leinen hergestellt und kostet 1 M. 80 Pf. bis 2 M. 50 Pf. Das Einwickeln und Verpacken von Wurst und sonstigen Fleischwaren soll in reinem, unbedrucktem Papier geschehen; ebenso ist das Mitbringen von Hunden in die Ver- kaufslüden verboten. Dem kaufenden Publikum wird zur Pflicht gemacht, die ausgelegten Wurst- und Fleischwaren, wie das seither besonders in den Schweinemetzgereien zu beobachten war, nicht mehr mit den bloßen Fingern zu betasten, sondern sich stets der von den Inhabern bereitgelegten Gegenstände zu bedienen.
_Kxine Frostschäden. Wider Erwarten scheint der lange
trockene Frost doch im Feld keinen Schaden angerichtet zu haben. Die Saatfelder, die noch vor kurzem durch ihre graue Farbe Befürchtungen erweckten, prangen seit wenigen Tagen im schönsten Grün. Auch die Obstbäume haben schön angesetzt, ebenso die Weinstöcke. Die bisherige kühle Witterung war sehr günstig, da die Vegetation dadurch zurückgehalten wurde und infolgedessen Frühlingsfrostschäden kaum zu befürchten sind.
— Jubiläum. Am 9. März waren es 25 Jahre, daß der Zuschneider Hermann N e f f e r d o r f seine Tätigkeit frei der Firma Fr. Vollmer, jetzt Museumstraße 3, begann. Dieser Tag wurde von den Inhabern und Angestellten der Firma festlich begangen.
— Die Handelsbezeichnung „Krone". Die Handelskammer Wiesbaden wurde beim Kaiserlichen Patentamt gegen die Eintragung einer Anzahl Wortzeichen, wie Krone von Erden, Krone von Rüdesheim, vorstellig, da die Bezeichnung Krone für viele Verbraucher eine Qualitätsbezeichnung dar- stellte und außerdem das Wort Krone ein Lagenamen ist, der in der Gemarkung Lorch vorkomme. Das Kaiserliche Patentamt erklärte, daß die Löschungsgründe, die schon in einem früheren Beschwerdeverfahren gewertet worden wären, unbegründet seien. Es seien auch keinerlei Anhaltspunkte dafür vorhanden, daß es Weinbergslagen gibt, bei denen das Wort Krone vor der Ortsbezeichnung steht. Es lägen keine Gründe für das Patenmmt vor, von dem früheren Standpunkt abzugehen.
— Ein Daueraufsatz. Dieser Tage ging wieder einmal ein Schüleraufsatz durch die Lokalblätter, in dem das Thema „Die Schule" von einem Volksschüler behandelt wird. Als Quelle wird die „Neuwieder Zeitung" angegeben und als Ort des Geschehens eine Dorfschule im oberen Westerwald. Dieser Aufsatz, der z. B. vom „Loch, das der Lehrer ins heilige Land gestoßen", von dem Thermometer, der durchs Daraufgucken auf 22 Grad steigt", vom „Balgtreten" usw., redet, kann demnächst sein 25jähriges Jubiläum feiern. Von Zeit zu Zeit erscheint dieses Produkt eines witzigen Schlaukopfes und keines Bolksschülers, aufgewärmt als neueste Neuheit, jedesmal aber wird die betreffende Schule in einen anderen Teil unseres Vaterlands verlegt. Zuerst war's Ostpreußen, dann kam Thüringen an die Reihe, und nun hat der Westerwald die Ehre. Wie lange dieser alte Aufsatz braucht, um endlich zu sterben?
— Ein neuer Tannusführer. Der „Frankfurter Tau- nuskluü" gibt demnächst seinen Taunusführer in 6. Auflage heraus. Er soll das ganze Gebiet zwischen Main, Rhein, Lahn und Wetterau sowie das linke Rheinufer von Mainz bis Remagen umfassen. Die hiesige Königl. Regierung hat durch Vermittlung der Landräte Ne Gemeindebehörden angewiesen, die ihnen vom Klub zugehenden Fragebogen genau auszufüllen und so das Zustandekommen eines möglichst genauen und vollständigen Führers zu sichern.
— Kleine Notizen. Gestern morgen 10 Uhr fand Herr August Schneider Adolfsallee 27, auf seinem Felde zwischen Wiesbaden und Schierstein eine anscheinend kurz vorher von einem Raubvogel getötete Militärbrieftaube. Dieselbe war von fahle - Farbe und trug einen Klubring mit ..den Zeichen MBM. 656. 12 — Hofphotograph Schipper, r Rheinstraße 33 hat mit Genehmigung der Intendanz des h. hiesigen Königl Theaters einige Photographien des Weihe» spielS „P a r s i fa l" herqestellt. Es gelangten zur Aufnahme der GvalstempÄ in zweisrlei Auffassung sowie Klingsqrs Zaubergiarten mit den Blumenmädchen. Bilder, die den Verehrern des Weihespiels gewiß willkommen sein werden.
vorberichre übet Kunft. Vorträge und verwandtes.
* Konzert. Das Künstlerduo Elsa Rehkopf-We st endo r f und Selmar V i c r o r hat sich nach zweijähriger Vause wieder zu einem gemeinschaftlichen Konzert vereinigt. Die Namen der beiden Konzertgeber haben einen künstlerisch so Hellen Klanq, daß sich ohne Zweifel ein erhöhtes Interesse für den am Montag, den 23. März, im Saale des Zivilkasinos statt findenden Abend zeigen wird.
Musik- und Vortragsabend«.
Der vergangenen Freitag im Saale des Konservatoriums statrgefvndene Vortragsabend des W ' e s b a d e n e r Konservatoriums für M u s i k (Direktor Art. Michaelis) bot ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Programm. In den KlavieiVorträgen, die sämtlich sorgfältige Ausbildung und gediegenes Können verrieten, waren einige Talente, die besonders die Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen. Neben dem begabten Bruno v. Niessen mit dem Balte von Ts-chaikowsky sei auch Albrecht Luer genannt, welcher die Variationen von Beethoven mit schöner Empfindung zu spielen verstand. In den Violin- vo trägen zeichnen sich Heinrich Gros mit besonders schönem Ton und Vortrag aus. Von den Klaviervortragenden seien noch TM Urbach hervorgehoben, welche sich ihrer Aufgabe in lobensivertep Weise entledigte, ebenso Hildes«' d Hasse mit dem Eis Moll-Impromptu von Chopm. Das zahlreich erschienene Publikum folgte mit sichtlichem Interesse den Vorträgen und zollte aufmunternden Beifall. (Ohne Gewähr.)
Im „Frauenklub" führte Professor Fahr mehrere seiner Gesangs-Schülerinnen vor, von denen etmge sich zum allererstenmal in größerer Öffentlichkeit Horen ließen. Demzufolge galt es auch an die Kunstleistungeir dieser Schülerinnen den entsprechenden Maßstab anlegen. Wir horten Lieder von Brahms (für Alt) mit schöner «timme verständnisvoll vorge- tragen von Frl Lotte Friedländer, Lieder von Hildach und Taiwert von Frl Schäfers kräftigem Sopran zu bester Wirkung gebracht. Frl. Geiger zeigte sich ms bereits gutgeschulte, recht gewandte Koloratursängerin, wahrend Frl. .-^äger einige höchst ansp echende Lieder, von unserem hiesigen Komponisten Artur Fleischer, zu Gehör bmchte die dankbarste Aufnahme fanden Auch zwei vielversprechende KlaMerschülerinnen des Svangenbergschen Konservatoriums. Frl. Limbarth und Frl. Zimmer, erfreuten die Zuhörer durch gewandtes Spiel und tüchtiges Können. Schließlich noch Frl Gehricke für eine erkrankte Schülerin eine improvisierte Einlage aus „Samson und Dalila" und bewies, wie schon kürzlich m der Matinee im Residenz-Theater, daß sie über eine Ichone Stimme und gereiftes Können verfügt. Die Begleitung am Flügel hatte dankenswerterweise Professor Fahr leibst übernommen. Nicht endenwollender Applaus zeigte den Kunstjüngerinnen und dem Meister den warmempfundenen Dank der Zuhörer. (Ohne Gewähr.)
Kus dem vereinsleben.
borberichte. Vereinsverjainmlungen.
_ * Die „Literarische Gosbllschaft" hat zum
kommenden Montag. abends 8%. 1OT sw-feen Saale des Zivilkasinos die bekannte rheinische Romanschrifistelle in Leouore Nießen-Deiters gewonnen, me au^ eigenen Schriften u. a. auch aus ihren interessanten Relieermnerungen aus Südamerika, vorlesen wird.
* Die Wiesbadener 3ent t« I ft c II c für
Bühnengarderobe. die vor ernem -Jahre von den Vereinen ..Frauenbildung is „,7. „ ^ n st u d i u m" und den beiden hiesigen „Frau enstr, roe 3»ts-V erernen" ms Leben gerufen wurde, blickt aut dc^ ^ghr ihrer Wirksamkeit zurück. Die Zentralstelle tur -vuhnengarde.obe versucht hier, wie in vielen anderen deutichen Städten, die Schwierigkeit zu glätten, die sich * ur r Jungte Bühnenkünstlerinnen und Anfängerinnen aus oen ooyen, an sie gestellten Toileirenansprüchen ergeben, «re mt aubtefem Zweck zu Minimalibeträgen. die lediglich bw Berwaltungskosteu decken sollen. Toiletten. Mäntel usw. aus. von Gönnerinnen
aitr Verfügung gestellt werden Im ernen ^ahre wurden der Zentralstelle 200 Toiletten eingesieierl. von denen 116. neben einer großen Zahl von Hüten, Fächern. Hand
schuhen usw., vergeben wurden. Die enientel der Zentralstelle für Bühnengarderobe besteht aus lungen Künstlerinnen und Konzertsängerinnen aus Wiesvaden und Umgebung. Manche iunge Künstlerin konnte ihre ganze erste Equipierung aus der hiesigen Zentralstelle erhalten kleine Sommertheater bezogen aus dieser, ihren ganzen Bedarf $er, Wiesbadener Zentralstelle für Buhnengarde obe stevr ein Komitee von mindestens 10 Mitgliedern vor. aus der sich e,n Arbeitsausschuß gebildet hat. Frau de Grack hat tu ihrem Hause (Lebe.berg 8)
einen Raum zur Entgegennahme uns Aufbewahrung der
Toiletten zur Verfügung gestellt Die mnge Gründung darf mit dem Erfolg ihrer ersten Jahrestatigteit zufrieden sein. Die
Inanspruchnahme seitens der Künstlerinnen sowie das Interesse der der Zentralstelle Toiletten zuwendenden Damen war überaus rege. Es steht zu hoffen, daß Zuwendung und Inanspruchnahme bei der Sympathie, die der Zentralstelle jür Bühnenga.derabe von allen Seiten entgegengebmcht wird, sich stetig vermehren.
Aus Äsm Landkreis Wiesbaden.
— Dotzheim, 11. März. Vor längerer Zeit wurde hier ein „Vürg erver ein" gegründet, von dem man stch viel Gutes versprach. Doch nach siirzem Bestehen schlief er wieder ein, ms er bei den kürzlich stattgefundenen Gemerndeve-treterwao-en wegen Aufstellung von Kandidaten aus semem Dornröschenschlaf aufgeweckt mucke. Alle vorherigen Versuche, ihn wieder lebendig werden zu lassen, u. a. durry Kontrolleölststler Wohnungsmieter, was übrigens. nicht seine Sache, scheiterten an der Interesselosigkeit der. Mitglieder, die nicht bedenken wollen, daß ein solcher Verein für das WoU der ganzen Gemeinde zu sorgen hat, — Der Verein „F Issu en hil f e, hat auch im dMangenen Jahve sehr ssgensvelch gewirkt; er gewinnt immer mehr Anhänger, «o ist die Mtigltederzahl bereits auf 800 gestiegen. Dre regelmäßigen Beitrage eraaben über 2280 M.. außerdem gelangte rwch das Vermächtnis, der früheren Voisitzenden im Betrage von 500 M. zvw. Auszahlung und vom KreiSausschuß gingen 150 M ein. Die. Ausgaben für die beiden Krankenschwestern beltefen sich emschlieUich Miete und Abgabe an das Mutterhaus auf etwa 1700 M, Lre- jenigen für die Kranken- und Armenpflege auf rund 600 M. Bei der Erneuerungswahl des Vorstandes wurden die ausscheidenden Mitglieder einstimmig wiedergewahlt. Vorsitzende ist wie seither Frau F. I. Winterineyer. .Das Jahresfest soll in der herkömmlichen Weise am zweiten Sonntage irach Pfingsten gefeiert werden.
v. Sonnenberg. 11. März. Die diesicchrrgen Ergan- zungswahlen zur Gemerndevertvetung firmen am 16. und 17. März er. statt, und zwar Wahlen dre Mahler der 3. Abteilung am 16. März, nachmittags 5 br- 7 Uhr dre Wähler der 2. Abteilung am 17. Marz..mittags 12 »s 1 Uhr. und die Wähler der 1. Abteilung am gleichen.Dage, nachmittags von 4 V 2 bis 5 Uhr. Sämtliche Wahlen finden im hiesigur Rathaussaal statt. Aus der Gemeindevertretung scheiden aus. 1. erste Abteilung: Landwrrt Karl Philipp Wa g n er und Tünchermeister Karl Bach. 2. zweite Abteilung. Hutten- direltor Adolf S ch m i t t b e n n e r und Landwirt Christian Pfeiffer. 3. erste AbteMna: Oberstabsa.zt a. D. Dr Huesker und Ingenieur WendÄrn Volker
7 BicrstaLt. 10. März. Gestern abend hielten die Vorstände der drei Vereine, Büvgerverein. Bezirksverern und Haus- und G.undbesitzerwereilr. im Gasthause „Zum Taunus emc gemeinschaftliche Sitzung ab, welche eine Ve,.staildigurig in der Frage der Aufstellung der Kandidaten sur dw bevor- steheru^en Gemeirsdevertreöerw<rhlen herberfah-e-n sollte Es ist dies in der Sitzung erreicht worden Es sind für die Wahlen in Vorschlag gebracht: 1. Wahlerklasse Direktor Heinrich Atüller (Ersatzmann). ,Gartrchereihe,rtzer Fr Juliiw Hirsch und Landwirt Ludivia Vogch 2 r. 2. Klasse. Landwnt Karl Friedrich Bierbrauer und Schreine-mesiter Wilhelm
Welkenbach, 3. Klasse: Postsekretar «.chmd und Gärtner August Herborn. Jeder der obengenannten drei Vereine stellt drei Mit- f^ltebcc zur Wuh!foiunriffion, wozu nodj btet Sflnbtotttc ßui* treten werden. Am Samstagabend findet im «aale „Zum bayecischeri Hof" eine allgemeine Wählerversammlung statt. Die Wahlen vollziehen sich am 17. urrd 18. d. M.
— Erbenheim. 10. Mürz. Der Männergesang-Verein „Gemütlichkeit" hielt am verflossenen Sonntag, den
8 d Di., unter der Leitung des Chormeisters Herrn Hermann
S t i! l g e r (Wiesbaden) im SaaÄau „Adler" (Mitglied Boscheck) sein zweites Konzert (Liedertafel) ab. Die Veranstaltung hatte einen guten Besuch zu verzeichnen und verlief in gewohnter Weise. Die Chöre, wie „Itachtzauber" von Storch. „Fremdenlegionär" von Wengert. „Matrosengoab von Sonnet und „O. wie herbe ist das Scheiden" von Silcher. wurden aut und fehlerfrei zu Gehör gebracht, wobei ganz besonders die deutliche Aussprache hervorzuheben ist. Fraulern Tilltz Mössinger (Schülerin der Kgl. Hofovernsangrrm Frau Cordcs-Lange) erfreute die Zuhörer durch eine Arie aus der Oper „Freischütz" und einige gut gewählte Lieder; sie errang sich dabei einen vollen Erfolg-. Herr L. Thomas brachte einige Trampelensoli zum Vortrag, welche allgemein gefielen. Wre der ernste musikalische Teil, so war auch die Humoristika in guten Händen. Vor allem war wieder Herr Heuer mit seinen ausgewällien Couplets die Hauptperson. Auch ein humoristisches Duett (Wurstmarx und Brezcknoritz) wurde viel belacht. Den Schluß bildete ein Theaterstück „Hier ist eine Wohnung zu verniieten". das von den Mitwirkenden zur vollen Zufriedenheit der Zuhöcer durchgeführt wurde. Ein anschließender Ball hielt die Anwesenden noch längere Zeit beisammen, und der Verein kann mit BefriediMNg aut seine wohlgelungene Veranstaltung zurückblicken. — §§ Kommenden Freitag,., den
13 d. M.. hält der „Hans- und G ru n d b e s itz erv er- e i n" seine Hauptversammlung im Gasthaus „Zum Schwanen . Hauptpunkt der Tagesordnung ist NeuwaU des, Vorstandes. — Heute fand das MusterungSgeichäft rm Gasthaus „Zum deutschen Hof" zu Wiesbad-en statt. Von den hiesigen 48 Gestellungspflichtigen wurden 15 für tauglich erklärt.
9 wurden der Infanterie. 2 der schweren und einer dw leichten Kavallerie, 2 den Pionieren und einer der Weriftdrvision über- tuiefett.
— Kloppenheim. 11. März. Der auf den 19. April, nachmittags 2 Ubr. im Saailbau „Zur Rose" hier festgesetzte Delrgiertentaa zu dem von dem hiesigen Gesangverein „Concordia" projektierten G e s a n g w e t t st r e r t am 4. 5. und 6. Juli d. I. rückt immer näher., Tue vielfach verbreitete Ansicht, der festqebende Verein,habe die Abhaltung des Wett- streites von einer Mindestbeteilianna nooang.rn gemacht, rst irrig. In einer kürzlich stattgehabten Veriammlurlg wurde beschlossen um den- wettstreitenden Vereinen nach Moglichk-nt Rechnung zu tragen, die Quartettklasse fallen zu lassen und, falls Einwendungen am Dele,i-iertontag mcht erhoben werden^ das Wcttsinaen an einem Tage abzuhalten An meder- rheinische Vereine wurden Einladungen zu dem Wettstreit nicht erlassen Die einzelnen Ausschüsse sind bereits zusammenge- treteii, um die reckt umfanareichen Vouacheiten in Angriff zu n-bmen Die emsige Täti-Beit in dem Verein selbst sowie die Mbeitsfreildögkeit des gesckäftBführenden Ausschusses, lassen den gewünschten Erfolg wohl nicht vermissen.
Naffanische Nachrichten.
Ein neues Reform-Realgymnasium.
Geisenheim., 10 Marz. Zu Ostern des Jahres wird, wie bekannt, der hiesigen Realschule ein Reform-Rsalghmna>- sium nach Frankfurter System, zunächst durch Errichtung der Unter-Tertia, angeguedert. Die derzeitige Realschule bleibt in ihrer Verfassung, wie sie jetzt ist. bestehen. Auch die Verstaatlichung der Anstalt darf als gesichert b-ezeichnet werden. Für einen Neubau sind 400 000 M. vorgesehen, von denen Geisenheim 250 000 M., das benachbarte Rüdesheim 50 000 M. bezahlt. während der Rest aus den beträckstlichen Ersparnissen der Realschule gedeckt wivd. An jährlichen Zuschüssen geben Geisenheim. Rüdesheim und der Rbeingaukreis je 10,000 ms 11 000 M.. der Staat seinen bisher geleisteten Zuschuß in Hoye von 16 650 M.; auch die Nachba orte Aßmannshausen, Johannisberg und Winkel beteiligen sich mit jährlichen Beiträgen bon 300 M.. 400 M. und 500 M. Als Bauplatz für, daS zukünftige „Königliche Realgymnasium mit Realschule ^sien- beim-Rudes-heim" ist ein Gelände in herrlicher Lage am Rhein, südlich der Landstraße Geisenheim Rüdesheim, westlich neben dem bekannten Schloß Monrepos. bestimmt worden. Der Jleu= bau dürfte Oftern 1916 fertiggestellt fein. Für P C m;PJ te , n Rheingau. insbesondere für die Städte Geisenheim und Rudes- heim. bedeutet diese Eutwickelung der Geisenbemier RealscMle einen bedeutenden Fortschritt. Denn wenn.
Biebrich und Oberlahnstein eine Vollanstalt mckt bestand, und die Rbeingauer Familien ihre Söhne, dw das ^^obzengu.ls einer neunklassigen Anstalt erwecken sollten, m auswärtige Schicken schicken mußten, sind diese tzngunsnqen Verhältnisse nunmehr behoben. Denn in dem landschaftlich so begünstigten.
