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vative Zeitungen in England weisen nun darauf hiü, daß der britische Generalpostmeister erst in der vergangenen Woche von einer Reise nach Deutschland, die er zu dem Zwecke unternommen hatte, das deutsche Post- und Telegraphenwesen naher kennen zu lernen, nach England zurückgekommen und jetzt schon wieder ein anderer Minister zu Studienzwecken nach Deutschland abgegangen ist. Es sei lächerlich, heißt es, alles nachzuahmen, was man in Deutschland vorfindet.
* Drohender Wieberausüruch des Ärztekonflikts. Am Sonntag hat in Berlin eine Sitzung des Ausschusses des Leipziger Ärzteverbandes stattgefunden, in der über die Haltung der Krankenkassen, die trotz des Abkommens vom 23. Dezember 1913 die eingegangenen Verpflichtungen nicht einhalten wollen, schwere Klagen erhoben wurden. Wie der Vorsitzende des Leipziger Verbandes, Sanitätsrat Dr. Hartmann, mitteilt, weigern sich zahlreiche Kassen, den Vertrag e-tnzu- halten. Hauptsächlich stößt die Erfüllung des § 11 des Vertrages, der die Abfindung der eingestellten Ärzte vorsieht, auf Schwierigkeiten. Dr. Hartmann erklärte einem Mitarbeiter des „B. T.", daß der Leipziger Vevband, wenn das Abkommen vom 23. Dezember vorigen Jahres nicht in gang kurzer Zeit erfüllt wird, bereit sei, den Kampf der ärztlichen Organisationen mit den schärfsten Mitteln und in vollem Umfange zu eröffnen. Namentlich wird der Verband die sofortige Erfüllung des § 11 des Abkommens in vollem Umfange fordern. Die Absicht, einen neuen Kampf einzuleiten, wenn das Abkommen nicht endlich erfüllt wird, hat der Leipziger Verband in einem sehr energischen Schreiben dem Handelsministerium angekündigt.
chs- Drei dienstpflichtige Söhne. Der Bundesrat wird sich nächstens mit den Ausführungsbestimmungen zu den Aufwandsentschädigungen für Familien mit mehr als drei dienstpflichtigen Söhnen beschäftigen. Wie wir hören, werden diese Bestimmungen nach anderen Grundsätzen als den bisher ins Auge gefaßten erlassen werden. Man wird die Ver- mögenSverhä-ltnifse der zu Entschädigenden genau in Betracht ziehen.
* Ein Zentrumszwiespalt bei der Amberger Landtags- ersatzwahl. Die Zentrumsarbeiter stellten am Sonntag in Amberg als Gegenkandidaten gegen die offizielle Zentrumskandidatur Dr. Winkler den Redakteur des Bayerischen Eisenbahnnerverbandes Franz Dauer aus München mit 141 von 143 abgegebenen Stimmen, auf. A» der Versammlung des Avbeiterwahlvereins nahmen auch Angehörige des Bauern-, Mittel- und Beamtenstandes teil.
* Spionageverbacht bei der Verpachtung hessischer Jagden. Die großherzoglich hessische Regierung hat die Verpachtung von Jagden in der Nähe der Festung Mainz an fremdländische Gesellschaften zum Gegenstände eingehender Erhebungen gemacht. Der „Generalanzeiger" vervollständigt die Spionagebeschuldigungen mit dem Hinweise, auch zwischen Darmstadt und Mainz seien schon seit Jahren eine große Anzahl Gemeindejagden ohne Ausschreibungen an ausländische Offiziere vergeben worden.
* Der Bund für Jrrenrecht und Jrrenfürsorge hielt am
Sonntag in Berlin eine Konferenz ab. Rach Referaten von Pfarrer Palm, Redakteur Elmer, Professor Lehmann-Hohen» berg und Dr. Rosenseld gelangte folgende Resolution zur An- nähme: „Die vom Bund für Jrrenrecht und Jrrenfürsorge
einberufene Allgemeine Jrrenrechtskonfercnz beauflagt den Bundesvorstand, zur Verwirklichung nachfolgender, als spruchreif und dringlich erkannter Forderungen bei den Regierungen des Deutschen Reiches die geeigneten Schritte zu tun: in den Schulen und namentlich auf den Gymnasien, die den Hauptteil des höheren Beamtentums liefern, ist die Entwicklung des gesunden Menschenverstandes durch Diskutierübungen über Fragen des praktischen Lebens zu unterstützen. Auf den Universitäten sollen die Studierenden angehalten werden, biologische und soziologische Vorlesungen zu hören. Bei den juristischen Prüfungen ist der ganze bisherige r ö m i s ch - r e ch t l i ch e Examenstoff zu streichen. Es möge anerkannt werden, daß dieser in einer toten Sprache geschrieben und auf einer versunkenen Wirtschaftskultur, deren Fundament noch die Sklaverei war.
Konzert.
Die Königliche T h e a t e r k a p e I l e — kaum „den höchsten Heiles Wundern" des Grals entronnen — gab gestern, und zwar gleich ihrem Dirigenten, Herrn Professor >F. M a n n st a e d t, in erstaunlicher Frische und Kunstbereitschaft, das 5. Sinfonie-Konzert dieser Saison. Eröffnet wurde es mit der „Manfred"-Ouvertüre" von Rob. Schumann; ein Werk, das man immer von neuem lieben muß wegen der Tiefe und Wahrheit der Empfindung und. der Kraft der musikalischen Charakteristik: das faustische Ringen, die umdüsterte Seelenstimmung des Helden sprechen aus diesen romantisch angehauchten Harmonien und — Melodien mit zwingender Macht. Die Ouvertüre wurde mit edlem Ton und echt musikalischem Gefühl wiedergegeben.
In hervorragender Weise war dann das Orchester auch an den Begleitungen der Solostücke beteiligt: hier galt es rn erster Linie Brahms' Violinkonzert, dessen Solopartie Herr Konzertmeister Edgar Wollgandt (aus Leipzig) ausführte. Der Künstler bezeigte sich im Vortrag als eine grundehrliche Musiknatur ohne jedes eitle Hervordrängen, allerdings aber auch ohne gerade fortreißend - elementaren Schwung. Für die leidenschafisvollen, oft fast heroischen Züge des ersten „Allegro" hatte Herr Wollgandt einen breiten Strich und kräftigen, nur noch nicht genug durchgeistigten, gleichsam entmaterialisierten, Ton einzusetzen. Der zweite Satz „Andante" — wie zart und duftig klangen hier im Orchester die Holzbläser, vornehmlich die 1. Oboe — gab dem Solisten Gelegenheit auch weitere Feinheiten seines Bogens und sein lebendiges Tonempfinden zu bewähren. Für den sprühenden Rhythmus und die zigeunerische Keckheit des „Finale" hätte man zwar noch etwas mehr Verve und Feuer erwartet, doch bewahrte Herr Wollgandt auch hier der anspruchsvollen Aufgabe gegenüber ejne rühmenswerte musikalische Haltung und gesicherte technische Durchbildung. Die weiterhfin vorgetragene „Söronafts Uolanooliquo" von Tschaikowsky, ein nicht übermäßig bedeutendes, doch melodiöses und hauptsächlich, auf weiche Kantilene gestelltes Tonstück, gelang dem Leipziger Künstler recht nach Wunsch und trug ihm den lebhaften Beifall der Zuhörerschaft ein.
In Frau Andrejewa v. Ski Ion dg (von der Berliner Hofoper), vermutlich einer Künstlerin russischer Abstammung, lernte man eine Sängerin kennen, die sowohl in der ersten Arie der „Königin der Nacht" aus Mozarts „Zaubcrflöte" wie in einigen Liedern von N. Strauß und E. Delibes eine Soprarsttimme von seltener Fülle und Ausbreitung offen»
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beruhende Nechtsstoff und die durch ihn geförderte übertriebene Begriffsjurisprudenz ein anormales, krankhaftes Denken erzeugen müssen. Es düvfe nicht länger das Verbrechen an der studierenden Jugend und am ganzen Volke begangen werden, mit philologisch-scholastischen Spitzfindigkeiten und meist abgestorbenen Anschauungen den Grund zur Beurteilung des heutigen Lebens legen zu wollen."
Der Diamantenreichtum in Südwestafrika. Der Haushaltsausschuß des Reichstags hat in seinen letzten Sitzungen sich mit den überraschend reichen Diamantenüberschüssen des südwestafrikanischen Schutzgebietes befaßt. Sie haben dem Fiskus im Jahre 1918 zehn Millionen über die veranschlagten sechs Millionen Mark eingebracht. Das ist im ganzen die Signatur des Jahrfünftes gewesen, in dem wir die kostbaren Steine abbauen, daß fast durchweg die Erwartungen und Voranschläge übertroffen wurden. Insgesamt sind, seit im Juli 1908 die ersten Diamanten bei Lüderitzbucht entdeckt wurden, rund vier und eine halbe Million Karat im Werte von annähernd 140 Millionen Mark abgebaut worden, rm letzten Jahre allein 54 Millionen Mark — wobei allerdings die nicht unwesentliche Preissteigerung in der jüngsten Zeit ins Gewicht fällt. Der Reinertrag der Diamanten fördernden Erw-erbsgefellschaften daran ist etwa 31 Millionen Mari gewesen. Die restlichen reichlichen drei Viertel sind fiskalische und kommunale Abgaben, Spesen u. dergl. Für 1914 dürfte die ausdrücklich als vorsichtig bezeichnete Schätzung des Brutto- erlüses in Höhe von 33% Millionen Mark, die im diesjährigen Gta'tSentwurf steht, wohl übertroffen werden.
Die Zentrumsinterpellation, betr. das Metzer Duell. Nach Mitteilungen, welche die Regierung dem Reichstag hat zugehen lassen, wird die Interpellation des Zentrums wegen des Metzer Duells am kommenden Freitag auf die Tagesordnung gesetzt werden. Wie verlautet, werde der Kriegsminister die Interpellation beantworten.
Die Besoldungsnovelle und die Vorlage über die Landesverwaltung kommen nach einer Vereinbarung der Fraktionen des Abgeordnetenhauses erst nach Ostern zur Beratung, und zwar nach Erledigung des Haushaltsplanes.
Ein Zentrumsantrag, betr. Grundwechsel- und Stempelabgaben. Das Zentrum hat im Abgeordnetenhaus den Antrag gestellt, die Staatsregierung zu ersuchen, baldmöglichst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen a) die Grund- wechselabgabe ermäßigt und unter gewissen Voraussetzungen nicht erhoben; st) die Stempelabgabe für einzelne andere in dem Stempeltarif aufgeführte Geschäfte beseitigt oder ermäßigt; c) das Landstempelsteuergefetz verständlicher gefaßt und dessen Anwendung erleichtert wird.
Bauprämien und Darlehen an oberschlesische Arbeiter? Zur zweiten Beratung des Haushaltsplanes für das Bergwesen ersucht die Zentrumsfrakticm des Abgeordnetenhauses die Staatsregierung im oberschlefischen Jndustriebezirke im größeren Umfange Bauprämien und verzinsliche Darlehen für Arbeiter zu gewähren oder auf abgebauten Kohlenfeldern staatseigene Wohnhäuser zu -erbauen, um damit dem Mangel an Arbeiterwohnungen und der Verteuerung von Dienstwohnungen zu begegnen.
Ejeer wnö Stoffe,
* Zabern bekommt wieder Garnison. Wie dem „Elsässer" von maßgebender Seite mitgeteilt wird, soll die Wiederbelegung der Garnison Zabern am 1. Oktober dieses Jahres erfolgen. In Aussicht ist das zurzeit in Straßburg gar- nisonierende Infanterie-Regiment Nr. 132 genommen, während die 99er nach Straßourg verlegt werden sollen.
über die beiden neuen deutschen Marineluftschiffe,■ die sich zurzeit im Bau befinden, macht das Taschenbuch der Luftflotten folgende Angaben: „L. 4" wird von der Luftschiffsbaufirma Schütte-Lanz hergestellt. Das Schiff bekommt einen Rauminhalt von 30 000 Kubikmeter. Die Geschwindigkeit beträgt 80 Kilometer in der Stunde, die Steighöhe ist 2500 Meter, und die Nutzlast beläuft sich auf 14 000 Kilogramm. Die Motorenstärke beträgt 960 PS. Der Brennstoffvorrat langt für 48 Stunden. Vier Schrauben sind vor
barte. Die Ausländerin verriet sich in der etwas weichlichen Bildung der Konsonanten, daher die Textaussprache nicht immer ganz stichhaltig blieb. Sehr zu rühmen ist aber die reine Vokalisation — ohne die freilich auch keine so reine Schönheit der Stimme rnöglich wäre. Sorgfältige technische Schulung und geläuterter Geschmack im Ausdruck waren überall bemerkbar. Wip die Sängerin den dramatischen Akzenten im Rezitativ und Andante der Arie gerecht wurde, so auch jenen spitzfindigen Koloraturen -des. Allegro, die Mozart „für die geläufige Gurgel feiner Schwägerin" so liebenswürdigboshaft austüftelte und die hier mit ganz der verlangten „Geläufigkeit" überwunden wurden: nicht, wie man es so oft hören muß, mit spitzem, scharfen oder fadenscheinigen Ton, sondern mit vollem, saftigen Klang und in strahlendem Glanz bis in die höchsten Regionen. Die nachfolgenden Lieder von R. Strauß interessierten nicht zum wenigsten schon durch die raffinierte Orchestratron: „Meinem Kinde" ist in zartesten
Klangfarben — Doppelquartett und Harfe — gehalten; das bekannte „Ständchen" äußerst geschickt aus die Instrumente (namentlich die Klarinette!) verteilt. Letzteres Lied lag der Frau Andrejewa besonders -gut; am besten aber die „Legende" aus der Oper „LackinZ" von Delibes: es war eine Virtuosen- leistung ersten Ranges.
Im Schlußteil des Konzerts gelangte Beethovens allgewaltige „C-Moll-Sinfonte" zu Gehör. Die zielbewußte, in sich gefestete Direktion des Herrn M a n n st a -e d t und die Art, wie die Königliche Kapelle unter feinen Andeutungen in solchem Werk die große klassische Linie wahrt, ist bekannt und anerkannt, und bedarf wohl keiner erneuten kritischen Bestätigung. _ O. Dt.
mm Lunst und Leben.
Theater und Literatur. Ein neues Lustspiel Gorkis, das sich „Der Empfang" betitelt, ist dieser Tage, dem „B. T." zufolge, in einem Petersburger Volkstheater von Arbeitern aufgeführt worden.
Bildende Kunst und Musik. Leo Fall hat eine neue Operette „Die K a i s e r i n" komponiert. Das Buch wurde nach Franz v. Schönthans Komödie „Maria Theresia" von Brauner und Grünwald geschrieben. Der neue Fall wurde für das Berliner Theater des Westens erworben, wo er in oer nächsten Saison zur Uraufführung gelangt.
Aus Berlin wird uns telegraphiert: Heute vormittag kurz nach 7 Uhr verübte der Opernsänger Paul S e i d l c r in seiner Wohnung in Chariottenburg Selbstmord. Er stellte
Dienstag, 16. März 1914. Nr. 116.
gesehen. Die Länge des Schiffes ist 165, die größte Breite 18,4 und die Höhe 21 Meter. — Über „L. 8" (Luftschiffbau Zeppelin! sind nur wenige Konstruktionsdaten bekannt: 27 000 Kubikmeter Rauminhalt und 720 PS. Motorenstärke.
Hasiaitd.
Österreich-Ungarn.'
Zum Lawinermnglück der Skipatrouille. Trafoi, 10. März. Unter Beteiligung der gesamten hiesigen Bevölkerung fand gestern nachmittag um 3 Uhr die Beerdigung der Opfer der Lawinenkatastrophe im Ortlergebiet statt. Erschienen waren der Statthalter Baron v. Toggenburg, Landes- verteidigungsminister Frhr. v. Georgi, der Stellvertreter des Landwehroberkommandanten, General v. Schikowski, sowie zahlreiche andere militärische und Zivilwürdenträger. Zwölf der Opfer wurden auf dem Friedhof bestattet, während die Leiche des Oberleutnants Löschner nach Wien und die eines Landesschützen nach Bregenz übergeführt wurden.
Das Beileid des deutschen Kaisers. Wien, 9. März. Anläßlich des Lawinenunglücks telegraphierte Kaiser Wilhelm an Kaiser Franz Joseph am 5. März aus Wilhelmshaven: „Das betrübende Lawinenunglück auf der Ortler- gruppe erfüllt mich mit aufrichtiger Trauer. Die Offiziere und Mannschaften der Tiroler Landesschützen, welche in Erfüllung ihrer Pflicht ihr Leben in so erschütternder Weise verloren haben, können der herzlichsten Teilnahme der -deutschen Kameraden sicher sein." — Kaiser Franz Joseph erwiderte: „Tief gerührt ob der teilnahmsvollen Worte, welche Du anläßlich des Lawinenunglücks im Ortlergebirge in Deinem und der deutschen Armee Nmnen an mich zu richten die Güte hattest und die mir und der österreichischen Landwehr angesichts dieses erlittenen schweren Verlustes einen wohltuenden Trost gewährten, bitte ich Dich, hierfür meinen innigsten Dank entgegenzunehmen. Aus ganzem Herzen versichere ich Dich, daß auch diese beredte Kundgebung Deine mir und meiner Wehrmacht zugewendeten aufrichtigen Mitgefühle mich mit ungeteilter Erkenntlichkeit beseelt und in meiner ganzen Armee als eine besonders auszeichnende Ehrung der jetzt in treuer Pflichterfüllung ums Leben gekommenen Offiziere in unvergänglicher Erinnerung bewahrt werden wird."
Der Grenzzwischenfall mit Montenegro. Wien, 9. März. Die „N. Fr. Pr." meldet: Auf, dem Metalkasattel in Bosnien, einem Gebiete, das zweifellos zu Bosnien gehört, jedoch von den Montenegrinern als strittig bezeichnet wird, schoß eine montenegrinische Abteilung auf den österreichischen Grenzposten. Der Grenzposten erwiderte das Feuer, worauf sich die montenegrinische Abteilung zurückzog.
Das Bedauern Montenegros. Serajewo, 9. Mär^. Anläßlich des Zwischenfalles von Metalkasattel richtete der montenegrinische Bezirkshauptmann an den bosnischen Be- zirkSvorsteher von Cajnica ein Schreiben, in dem er sein Bedauern über den Vorfall ausdrückt und einen Vorschlag zur Beilegung desselben macht.
Die montenegrinischen Verluste. Cettinje, 9. März. Nach den neuesten Meldungen wurden bei dem Grenzzwischenfall bei Metalkasattel ein Montenegriner getötet und fünf verwundet, darunter drei schwer. Sin Schwerverwundeter ist bereits gestorben.
Schweiz.
Ein Volksbeschluß gegen Spielbanken. Zürich, 9. MäiH. Eine schweizerische Volksabstimmung über die Glücksspiele fordert einem gestrigen Beschluß zufolge das vollständige Verbot der Errichtung von Spielbanken, wobei als Spielbank jedes Unternehmen anzusehen ist, welches Glücksspiele betreibt. Die jetzt bestehenden Spielbankbetriebe sollen binnen fünf Jahren nach Annahme dieser Bestimmung schließen müssen. Diese Forderungen erfordern eine Durchsicht der schweizerischen Staatsverfassung.
Frankreich.
Die Senatskommission einstimmig gegen die Rcntenstener. Paris, 9. März. Die dreizehn anwesenden Mitglieder der
sich auf das Fenster seines im dritten Stock gelegenen Zimmers und schoß sich eine Kugel in die Schläfe. Er stürzte aus dem Fenster auf das Straßenpflaster. Auf dem Transport nach dem Krankenhause starb er. Seidler war bekanntlich in evster Stellung an unserem Hoftheater als lyrischer und Hekdentenor tätig und seine vornehme Darstellungskunst machte ihn rasch beliebt. Wie erinnerlich, ging er dann plötzlich nach der Schweiz, verübte Kontraktbruch kam aber nach kurzem Aufenchalt nach Deutschland zurück und versuchte schon im August vorigen Jahres in München sich durch das Öffnen der Pulsadern das Leben zu nehmen. Er wurde damals gerettet und nahm sein Domizil in Berlin. Hier trat er zum Deutschen Opernhaus in Charlottenburg in ein Vertragsver- hältnis. Er fang mehrmals den Troubadour und auch den Florestan. Er wurde als se-hr geschmackvoller Sänger recht geschätzt. In den letzten Monaten gastierte er verschiedentlich als Parfifal an dem Stadttheater in Kiel und Stettin. Hier wird er jedenfalls nicht schnell vergessen werden.
Im Bielefelde-r Stadttheater erzielte die Urarch- führung von „Baron Muck i", Operette von C. Falken- burg, Musik von Max Büttner bei ausverkauftem Haufe einen durchschlagenden Erfolg.
In Leipzig fand aus Anlaß des 150jährigen Bestehens der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buch gem erbe im alten Theater ein Festakt in Anwesenheit des Prinzen Johann Georg statt. Namens der Regierung hielt Minister Graf Vitzthum v. Eckstädt eine Glückwunschansprache.
Wissenschaft uitb Technik. Der Grotzherzog von Hessen hat der „Darmst. Ztg." zufolge an der Landesuniversität Gieße« ernannt: in der philosophischen. Fakultät den
ordentlichen Professor an der Universität Basel, Dr. Rudolf Herzog, und den außerordentlichen Professor an der Universität Leipzig. Dr. Karl Schaum, letzteren insbesondere für das Fach der physikalischen, theoretischen und anorganischen Ehemie; ferner in der medizinischen Fakultät den außerordentlichen Professor an der Universität Leipzig. Dr. Paul Schmidt, insbesondere für das Fach der Hygiene. Letzterer wurde zugleich zum Direktor des Hygienischen Instituts ernannt.
Die Morgenblätter melden aus Berlin: Infolge der Beschränkung der Zulassung der Ausländer an den Universitäten konnten in Berlin im Wintersemester 1913/14 keine neuen Immatrikulationen von r u s s i s ch e n Studenten stattfinden. Dies -gilt auch für das Sommeusemester 1914,
