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Seite 4.

Abend-Ausgabe, 1 Blatt.

Wiesbadener Tagblatt.

Freitag, 6. März 1914.

Nr. 110.

zammenhang stehenden Gewerbebetriebe haben sich seit

längerer Zeit als unzulänglich erwiesen. Es haben sich Miß­stände herausgebildet, die in den beteiligten Kreisen schwer empfunden werden und wiederholt auch den Parlamenten Veraulaffung gegeben haben, auf eine Änderung der- Gesetz­gebung zu drängen. Der vorliegende Gesetzentwurf bringt eine Reihe von Änderungen der Gewerbeordnung in Vor­schlag, die auf praktischen Erfahrungen in der Anwendung des bestehenden Rechtes beruhen. Von dem Standpunkt dieser Erfahrungen aus sind Beschränkungen der betreffenden Ge­werbebetriebe erforderlich, die indessen nicht weiter gegriffen sind, als nötig erscheint, um eine Abstellung der vorhandenen Übelstände zu sichern.

5lu§ Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

— Todesfall. In seiner Wohnung Luisenstratze 46 ver­starb heute morgen der Postmeister a. D. Rechnungsrat Paul L i n d n e r im Alter von 59 Jahren.

-— Ein deutscher Fliegeroffizier im Balkankrieg. Nächst dem Tripoliskrieg hörte man wiederholt aus dem jüngsten Balkankrieg etwas über die Verwendung von Flugapparaten zur Erkundung der feindlichen Stellungen, ohne daß bisher über die Leistungen im Zusammenhang Näheres bekannt wurde. Ein Lichtbildervortrag, den der preußische Oberleutnant Walter K r e y gestern abend im kleinen Saal des Kurhauses über die türkische Fliegertruppe und ihre Er­folge an der Tschataldschalinie hielt, wurde darum von einer kleinen, aber aufmerksamen Zuhörergemeinde mit Interesse verfolgt. Oberleutnant Krey war dem türkischen Flieger- detachement in San Stefano als ältester Hauptmann zuge- teilt und steuerte einen MarS-Pfeil-Doppeldecker. Was er dort an Apparaten und türkischen Fliegeroffizieren vorfand, war nicht sehr erfreulich. Sämtliche Apparate waren un­brauchbar, ein Zustand, mit dem die türkischen Offizierspiloten ganz einverstanden zu sein schienen. Dem deutschen Offizier wurde es außerordentlich erschwert, die Flugzeuge erfolgreich in den Dienst des Heeres zu stellen. Seine Bemühungen scheiterten an der Gleichgültigkeit >und dem Fatalismus der Türken, die letzten Endes ja auch die Ursache der türkischen Mißerfolge waren. Die taktische Verwendung der Flieger­truppe litt unter der allgemeinen Programmlostgkeit. Daß es ihm und dem in Galipoli stationierten deutschen Zivilflieger Scherf trotzdem möglich war, größere Flüge zur Erkundung der feindlichen Stellungen auszuführen (Scherf flog einmal 4 Stunden und stellte das Hauptquartier der Bulgaren 160 Kilometer von Tschataldscha bei Tschorlu fest) ist lediglich der eigenen Initiative und dem Verständnis der höheren Kom- mandostellen zuzuschreiben. Der Fliegeroffizier hatte nach dem Krieg Gelegenheit, das Flugwesen im bulgarischen und rumänischen Heer kennen zu lernen und hier erfreulichere Eindrücke zu gewinnen. Der Vortrag bot neben der Schilde­rung persönlicher Erlebnisse eine Fülle interessanter Momente aus dem Kriegsleben und wurde durch zahlreiche Lichtbilder, zum Teil nach Aufnahmen aus dem Flugzeug, bestens illustriert. g.

— Gewerbeförderungsausschuß. Nachdem der Arbeits­ausschuß für die Gewerbeförderung im Regierungsbezirk Wiesbaden sich dahin schlüssig geworden war, die Bildung eines Gewerbeförderungsausschusses mit dem Sitz in Frank­furt a. M. den beteiligten Organisationen zu empfehlen, traten gestern im hiesigen Regierungsgebäude die Vertreter der einzelnen Organisationen zu der konstituierenden Ver­sammlung des Gewerbeförderungsausschusses für den Regie­rungsbezirk Wiesbaden zusammen. Sie fand in Behinde­rung des Regierungspräsidenten Dr. v. Meister unter dem Vorsitz des zuständigen Dezernenten Regierungsassessors Weiter statt. Die Vertreter erklärten, daß die von ihnen vertretenen Organisationen grundsätzlich bereit seien, sich an der Bildung eines Gewerbeförderungsausschusses zu beteili­gen, dessen Zweck ist, die Tätigkeit der bei der Gewerbe- sörderung im Regierungsbezirk Wiesbaden beteiligten Fak­toren in zielbewutzte sich ergänzende Bahnen zu lenken und durch Ermöglichung eines Erfahrungsaustausches die Er­rungenschaften eines jeden einzelnen dem ganzen zugute kommen zu lassen sowie das im Bezirk ansässige Handwerk und Gewerbe in jeder geeignet erscheinenden Weise zu för­dern. Die Statuten wurden durchberaten, verschiedene Wünsche der Handwerkskammer und des Gewerbevereins für Nassau berücksichtigt und genehmigt unter Vorbehalt der Zu­stimmung der Stadtverordneten-Versammlungen von Frank­furt a. M. und Wiesbaden.

— Postalisches. Die Postanstalten sind ermächtigt wor­den, vom Publikum Bestellungen auf das Ortsverzeich­nis zu den Postleithefken anzunehmen. Das für Zwecke des Postdienstes hergestellte Druckwerk enthält sämt­liche Postorte des Deutschen Reichs mit Bezeichnung ihrer Lage. Es ist ein Hilfsmittel für die richtige Adressierung der Postsendungen, da aus ihm auch die zusätzliche Bezeichnung für Postanstalten mit gleich- oder ähnlich lautenden Namen ersehen werden kann. Bestellungen auf das Ortsverzeichnis, d«s jährlich einmal — am 1. Mai — erscheint, müssen bis spätestens am 23. März erfolgen. Der Preis beträgt 60 Pf. für das Stück.

— Preisfrisieren. Am Sonntagabend fand das bereits vorerwähnte Preisfrisieren in der „Wartburg" statt. Schon um 8 Uhr war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Vorsitzeiwe Herr Häusler begrüßte, die Gäste, besonders die yerrm Direktor Beutinger und Inspektor Kern als Vertreter der Gewerbeschule, und nach einem einleitenden Musikstück grng die Konkurrenz in der „großen Mode" vor sich. 18 Be- werbcr hatten sich eingefunden um die wertvollen Preise, welche teils nach Wiesbaden, teils nach auswärts kamen. Der folgende Filmvortrag erregte allseitige Bewunderung. Die Wiedergaoen m der Kunst der Damenfrisur aus der Zeit 485 v. Ehr. brv auf den heutigen Tag waren überraschend, eben­so der Ä-lm „Gewinnung, Präparierung und Verarbeitung von «chnittqaaren . Schließlich wurden, nachdem der Vor­sitzende deS Gehilsenvereins, Herr Wilh. Schumann, Worte des Dankes ent £>te versammelten gerichtet hatte, verschiedene Ehrungen für befondere Verdienste vorgenommen, auch ge­sangliche Darbietungen der Herren Gabel, Steiner und Lorenz' vorgeführt und ern Ball veranstaltet.

— Durchgebrannt -stdex Hausbursche Friedrich Hof- m a n n von hier unter Mitnahme von über 100 M. Kunden- geldern, die er für eine hiesige Waschanstalt einkassiert hatte, und eines Fahrrads (Marke Viktoria Nr. 306 220).

— Die beiden Lndendiebinnen von hier, die vor einiger Zeit in verschiedenen Städten Juwelen, Schmucksachen und andere Dinge stahlen, werden jetzt auch beschuldigt, in Frank­

furt a. M. ein Paar Brillantohrringe im Wert von 500 M. entwendet zu haben. Der Eigentümer konnte noch nicht er­mittelt werden.

— Kleine Notizen. Die Nr. 10 der „Anstellungs- Rackrichten" liegt in der Geschäftsstelle des „Wiesbadener -DaMatts' zur unentgeltlichen Einsicht offen. — Zu dem am 7. Marz ,m Panlinenschlößchen als „Fest im Gebirgsdorf" stattfindenden Jahresfest des Wiesbadener Garten bau - vererns haben nur persönlich eingeladene Gäste Zutritt.

984,963 Kilometer ein neuer Weltrekord aufgestellt. Die 1000-Mark-Prämie für Überrundung der Spitzengruppe kam am ersten Tage nicht zur Verteilung.

Gerichtssaal.

Eine Beleidigung des Kronprinzen vor Gericht, sh. Berlin, 5. März. Vor der vierten Strafkammer des Landgerichts 1 Berlin fand, wie bereits in der heutigen Morgen-Ausgabe kurz mitgeteilt wurde, heute die Verhand­lung gegen den verantwortlichen Redakteur der „Welt am Montag" Alfred Scholz und den Schriftsteller Hans L e u ß wegen Beleidigung des deutschen Kronprinzen statt. Der Er- ösfnungsbeschluß legte den Angeklagten zur Last, durch einen Artikel : n der „Welt am Montag" vom 12. Januar 1914 mit der Überschrift „Wilhelm der Letzte" den Kronprinzen beleidigt zu haben, und zwar in der Absicht der Ehrverdächtigung, bös­willig und mit Überlegung. In dem Artikel wird der Kron­prinz als „eifrigster Förderer der Republik" be­zeichnet, und zwar mit Bezug auf seine beiden anläßlich der Zabernasfäre abgesandten Depeschen an den Obersten v. Reuter „Immer feste druff!" und den kommandierenden General v. Deimling „Bravo!" Nach kurzer Beratung beschloß der Gerichtshof, die Öffentlichkeit für die ganze Dauer der Verhandlung auszuschließen, da sonst eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu befürchten sei. Nach Schluß der Beweisaufnahme beantragte der Oberstaatsanwalt gegen den Angeklagten Leutz eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten, gegen den Angeklagten Scholz Freisprechung. Nach fünfstündiger nichtöffentlicher Verhandlung wurde die Öffentlichkeit zur Urteilsverkündung wieder hergestellt und der Vorsitzende verkündete folgendes Urteil:

Der Angeklagte Scholz wird freigesprochen, der Angeklagte Leutz wird wegen Beleidigung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. — Zur Begründung des Urteils führte der Vorsitzende aus: Die Beleidigung ist der Ausdruck der Mißachtung gegenüber einem anderen; es ge­nügt dazu nicht die Kritik, eine Kritik allein kann nicht straf­bar sein. Der Angeklagte Leutz hat aber die Handlungsweise des Kronprinzen nicht nur kritisiert, es liegt in dem Artikel in vollem Maß der Ausdruck der Mißachtung gegenüber dem Kronprinzen vor. Das ist in deutlich erkennbarer Absicht der Ehrverletzung geschehen, und auch böswillig. Diese Absicht geht schon aus der Überschrift „Wilhelm der Letzte!" hervor sowie aus zahlreichen Wendungen in dem Artikel selbst. Der Kronprinz wird als unfähig und unwürdig bezeichnet, die Krone zu erlangen. Es kann sich also hier nicht um eine Kritik oder um eine Ermahnung der beteiligten Kreise, die Handlungen des Kronprinzen aufzuklären, handeln. Auch der ganze Ton des Artikels deutet darauf hin, daß der Angeklagte lediglich die Absicht hatte, den Kronprinzen zu verletzen. Schon der erste Sah, daß der Kronprinz der tüchtigste Agitator für eine Republik sei, ist eine sarkastische Wendung, die außer­ordentlich beleidigend wirken muß. Schwer beleidigend ist auch der Satz: Alle nicht erblich belasteten Köpfe müssen sich sagen: Kann man nicht und soll man nicht dafür sorgen, daß der Kronprinz nicht auf den Thron gelangt; ferner der Aus­druck: welch ein Unglück wäre es, wenn der Kronprinz jetzt ans Ruder käme. Schwer beleidigend ist auch eine Wendung, in der erörtert wird, ob es nicht möglich wäre, daß man die Fürsten pensionieren könnte. Der Angeklagte gibt sich den Anschein, als ob er das alles nur hypothetisch gesagt hätte. Das Gericht ist aber zu der Überzeugung gekommen, daß der Angeklagte alles das nur vorgebracht hat, um im Publikum Stimmung gegen den Kronprinzen zu machen. Das Gericht ist also dazu gekommen, daß der Angeklagte in vollem Sinne der Anklage für schuldig zu erklären sei. Beim Strafmaß hatte das Gericht die Vorstrafen zu prüfen. Die letzte Strafe des Angeklagten Leuß fällt in das Jahr 1902, sie liegt zu weit zurück, um noch geltend gemacht werden zu können. Anderer­seits mußte das Gericht berücksichtigen, daß der beleidigende Artikel gegen den Erben der Krone gerichtet war, ferner die ganze Schärfe, in der er gehalten ist. Es erschienen somit mildernde Umstände nicht am Platze und die Strafe wurde, wie angegeben, verhängt.

Der Landrat Freiherr v. Malhahn, der bekanntlich den Kronprinzen in die innere Politik einführen soll, erschien vor Beginn der Verhandlung im Gerichtsgebäude, hat aber an der Sitzung nicht teilgenommen.

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Sport und Spiel.

sr. Das Berliner Sechstagerennen. Lebhafter denn verliefen die ersten 24 Stunden des 7. Berliner Sechstage­rennens. Denr scharfen Tempo fielen in der 2. Stunde die mit 81,5/0 Kilometer einen neuen Weltrekord brachte Arend- Hosmann als Erste zum Opfer. Ein sehr geschickt eingeleiteter energlicher Vorstoß von Lorenz-Brocco um 144 Uhr morgens lunrbe durch Abläuten wegen eines Raddefekts vereitelt Fn „ ,1' Stunde stürzte Nettelbeck nach einer Karambolage so unglücklich in der Kurve, daß er sich e,ne Gehirnerschütterung Mzog und aufgeben mußte. Sein Partner Bauer bildete mit Grotzmann bei einer Berlustrunde eine neue Mannickiasl Durch das andauernd flotte Tempo wurden die bestehenden Weltrekorde von der 4. bis 10. Stunde verbessert. der H. Stunde blieb das Feld etwas hinter den Weltrekordzeiten zuruck, doch wurde für 12 Stunden mit 456,277 Kilometer wieder eine neue Höchstleistung aufgestellt. Kurz vorher aab ^acquelin ans. Sein Partner Carapezzi wurde mit Marr im- tex einer Verlustrunde zusammengetan. Die 15. und ifi” Stunde brachten mit 568,821 Kilometer und 604,120 mr^ meter teneber neue Weltrekorde. In der 18. Stunde sckiirb auch Earapezzj wegen Übermüdung aus. Nach der 20. Stunde

war der «tand folgender: Spitzengruppe: Rütt-Stellbrink

Fogler-Mac Namara, Moran-Root, Stol-Miquel, Lorenz-' Saldow, Poulain-Brocco, Packebusch-Stabe, Aberger-Teckmer Leon Boyße-Debaets, Weise-Huschke, Tadewald-Ehlert 752 124 Kilometer (Weltrekord). Eine Runde zurück Pawke-Marx und Großmann-Bauer. — Rach 11 Uhr erschien der Polizeipräsi­dent v. Eagow im Sportpalast und wohnte eine halbe Stunde lang dem Rennen bei. Gegen M2 Uhr wurde von Brocco und Rütt ein scharfer Vorstoß eingebettet, der jedoch ergebnis­los verlief. Als dgZ gelb wieder beisammen war, stürzten plötzlich saldow, Großmann und Aberger, wobei Großmann eine Ber.etzung am Kinn erlitt. Den Batscharipreis im Wert von 600 M. erhielt Packebusch. 400 M. bekam Rütt uiid 300 Mark Stol. Beim Stundenschluß um Mitternacht war mit

Neues aus aller wett.

Das Lawinenunglück im Ortlergebiet.

Meran, 6. März. Die durch eine Lawine im Gomagis- Gebiet verschüttete Militärpatrouille des 3. Tiroler Landes­schützen- Regtments stand unter Führung des Kommandanten des Sxerrforts Gomagis. des Oberleutnants Lechner und des Skrlehrers Leutnant Gaidor. Ferner nahmen an der Expe­dition die beiden Fähiiriche Otter und Gaisor vom 3. Landes- schützen-Regiment sotvie 16 Mann teil. Die ' Expedition war 1, übr früh aufgebrochen uiid batte einen besonderen militä- vifweii Zweck. Bis 4 Uhr nachmittags waren die Schneever- haltnisse Künftig und nichts deutete darauf hin, daß im nächsten Moment erne grobe Schneslawine niedergehen sollte. Nach Berichten von Bergführern war die Katastrophe das Wert einiger Sekunden. Die Mitglieder der Patrouille wurden von der Lawine erfaßt, noch ehe sie zur Seite springen konnten. Gendarmen und Bergführer sowie der gerettete Leutnant Gaidor und vier Mann, die sich retten konnten, beteiligten sich sofort an den Bergungsarbeiten, doch waren sie bis zur Stunde ohne Erfolg. In militärischen Kreisen gibt man jede Hoffnung auf, die Verunglückten noch lebend zu bergen. — Es ist wahr­scheinlich, datz die Lawine, welche eine Breite von 800 Metern batte, durch abgebrochene ischneebretter losgelöst wurde. Zweifellos konnte das Unglück nur deshalb einen so katastro- vharen Umfang annehmen, weil sich die Skifahrer entgegen der Vorschrift sehr eng beisammen hieltem statt in größeren Ab­standen zu fahren. An der Unglücksstelle arbeiten mehrere Bergführer und die Gendarmen der umliegenden Ortschaften, Dre großen militärischen Hilfsexpeditionen sind erst auf dem Wege. Der unverletzt gebliebene Leutnant Gaidiorf erlitt einen Rervenchok. Die Leichen der beiden Offiziere Loeschner und Gärtner sind bereits ausgegraben.

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„ J* u der Strandung des Dampfers „Sansibar". Berlin. 6. Marz. Von S. M. S. „Condor", der zu der Unfallstelle des deutschen Dampfers „Sansibar" entsandt worden war, ist folgende drahtlose Meldung eingegangen: Bei dem Dampfer befinden sich die svanischen Kriegsschiffe das .Kanonenboot „Lava, das Schulschiff „Regina Äegente" und der Panzer- kreuzer „Casivlunna" unter einem Admiral. Zum Schutze gegen Seeräuber ist ein svanisches Detachement von einem Offizier und 15 Mann auf dem Dampfer eingeschifft worden. Die Ab- oringungsversnche wurden Bergstngsdampfern aus Gibraltar übertragen. Die Kriegsschiffe selbst können sich wegen ihres Tiefganges hieran nicht beteiligen. Bei dem herrschenden guten Wetter besteht eine Gefahr für den Dampfer iiicht Der „Eondor qrng zum Kohlennehmen vorübergehend nach Gibral­tar rmd wwd alsbald nach der Unfallstelle zurückkehren

G-n Madchenhändler verhaftet. Gnesen, 6. März. In dem Dorfe Rehfelde wurde ein Arbeiter namens Fiedler ver- Mesi in dessen Besitz sich 8000 M. befanden. Er soll sechs Mädchen zur Fahrt nach Amerika überredet haben

Der „Bauernschreck" endlich erlegt? Wien 6 Mär-r Aus „Wallenstein in Kärnten traf ein Telegramm 'ein,' wonach endgültig auf den Jagdgründen des Fürsten Henckel der soge- nannte Bauernschreck" erlegt wurde. Das Raubtier soll ein ausgewachsener Wolf sein.

Eine neue Kältewelle. G m u n d e n , 5. März. Im Salz- kammergut setzte erne neue Kältewelle ein mit Schnee und Sturm. Die Berge tragen hohen Neuschnee

Die Kirchentumultc in New York. New Bor?. 5. März. g la I? ter ?me Frau aus Jndnstrieavbeiterkreisen die das Recht auf Speisung und Unterbringung in Kirchen bean-

r+ I§ j n eine katholische Kirche verursachten, ^stengottesdienstes e-mdrangen und großen Lärm

Setzte DrahtderichLe.

Die Frage der Salvarsan-Vehandlung.

, , S ;, 2krli "i. 6 ; mäxi - (Eig. Drahtbericht) Der Reichstaq beschäftigte sich heute zu Beginn seiner Sitzung mit kurzen Anfragen, darunter die bekannte Salvarsan-Anfraqe Die Abg-g Dr. Becker-Hessen (wild), Dr. Gerl ach (Ztr.),

^' k 6 t a i (S f r i rab .® r ' Struve (Bpt.) fragten an, ob die Pressenachrichten über die schweren gesundheitsschäd- lichen Wirkungen der Salvarsanbehandlung auf Wahrheit beruhen, ob sich Salvarsan im freien Verkehr befinde ob die un Salvarsan enthaltene Arsenmenge um das Mehrfache die Maximaldosis für Ar,en, wie in der Pharmakopöe festaelcat ist übersteigt, und ob die Todesfälle auf die gesundheiWn Schädigungen auf das im Salvar;an enthaltene Arsen zurück, zulführen sind? Ministerialdirektor Jonquitzres beant­wortete diese Anfrage und erklärte: Für Todesfälle oder

schwere gesundheitliche Schädigungen, die nach der Salvarsan Behandlung eingetreten sind, besteht nach Reichsrecht keine Anzeigepflicht. Jnsolgedessen fehlt es an amtlichem Mate­rial Die beobachteten Schädigungen werden von ärztlicher Seite teils auf unrichtige Behandlung, teils auf Bechnder- he.ton im Verlaufe der Krankheit zurückgeführt. So be- bäuerlich solche Falle sind, jo ist doch zu bedenken, daß das Salvar;an bereits be. einer ,ehr großen Anzahl von Kranken ohne Schädigung angcwanor worden ist, und daß verein, zeite Unglucksfa.le auch bei anderen Heil. Mitteln nicht ausgebneden sind. Die Ärzte, die es bisher angewandt haben, sind weit überwiegend der Ansicht, daß Salvarsan, richtig angewandt, eine sehr wertvolle Be- Sicherung des Heilmittelschatzes gegen darstellt. Bisher lag für die Reickisreqierung kein Anlaß vor zu einschränkenden Maßnahmen. Das Sal­varsan unterliegt dem Apotheker- und Rezeptzwang. Die darin enthaltene ^fenmenge übersteigt die sonst bei Heil- mi te n SulassM Menge um das Vierfache, aber nach dem Urteil der Sachverstand gen m ungünstiger Form. Die Re­gierung wird der Angelegenheit das größte Jntereffe zuwen­den und prüfen, ah weitere Schritte erforderlich sind.

Die Abreise der Kaiserin nach Braunschweig.

8 . Berlin, 6. März. (Eig. Drahtbericht, Heute mittag 12,43 Uhr reiste die K a r s e r i n vom Potsdamer Bahnhof zu längercni -lufenthalt nach Braunschweig ab.

Der Kaiser auf der Marincstation der Nordsee.

- svd. Wilhelmshaven, 6. Diärz. Das Linienschiff „Deutsch­land" mit dem K aff ex an Bord verließ heute morgen 1 Uhr 80 Min. be-, sturm,,chem Wetter de.i Hafen und ankerte kurz vor 3 Uhr in der Jademündung auf der Schilligreede wo es um 9 Uhr noch

^1). Helgoland, 6. März. Nach eingetroffenen Meldungen ist der Bc;uch des Kaisers auf Helgoland aufgegeben worden.

Eine Denkmalsskizze des Kaisers.

# Berlin, 6. März. (Eig. Drahtbericht) Der Kaiser hat eigenhändig eine skizze für ein Denkmal jnr Erinn-v,,«-

an die

^ze für ein Denkmal zur Erinnerung Jahrhundertfeier des Leibhusaren-Regiments ruf-

irorfett und dem Bildhauer Paul Juckoff in Schoppau Auftrag zur Ausführung des Denkmals erteilt.