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Eaotft und als Mainzer Produkt verkauft habe, deshalb sei die Stadt zum Schadenersatz hecangezsgen wurden usw. Herr Dr. Pagenstecher, der den Artikel des „Wiesbadener TagAatts" vorlas, interpellierte wegen der Koksaffäre, worauf Herr Dr. Gündert. in längeren Ausführungen erwiderte. Der ange- kaufte Koks sei niemals nach nutzen versandt worden; was die Entschädigungen anbelange, so sei nur in fe#§ Fällen rekl,a- mierr worden und in einem Falle habe man die Schadenersatz-
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Freitag, 6. März 1914.
Nr. 109.
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anspruche bewilligt. Er emvmA der Berichterstattung, sich bei der Bürgermeisterei zu erkundigen, die stets gerne Ausku
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wumHuicHu^u au .wuw at-ii, utt: iieis gerne erusiunst aaue. Derartige Notizen schädigien Mainz, ein Einwohner Wiesbadens habe sogar auf Grund der Veröffentlichungen im „Wiesbadener Tagblatt" bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag gegen die Bürgermeisterei gestellt. Was den Wunsch cmoetrifft. die Presse möge Erkundigungen bei der Bürgermeisterei vor Veröffentlichung einzisben. so hat dies die hiesige „Volkszeitung" getan. Die Auskunft, die dieses Blatt in Nr. 48 vom 26. Februar veröffentlichte, lautet: „Die Bürgermeisterei. bei der wir Erkundigungen einzogen, gibt zu, daß sie fast wdes Jahr ungefähr 100 bis 120 Waggons Koks von auswärts bezieht. Vereinzelte Magen über die Qualität seien vorgekommen, aber durch Vereinbarungen seien die Abnehmer zufriedensestellt worden. Der Koks sei infolge des neuen Ofensyftems etwas spröder, aber aualitatib nicht schlechter als der frühere Koks. Während viele Abnehmer den neuen Koks gern kauften, hätten sich andere noch nicht an die Eigenschaften des neuen Produkts gewöhnt. Hierzu bemerkt die Volksztg.": „unser Gewährsmann hält demgegenüber seine Angaben aufrecht. daß 600 Waggon minderwertiger Koks vom Mainzer Gaswerk aufgekauft und- als guter Mainzer Koks westerver- kcmft worden ist." Ob dadurch die Angelegenheit in einem anderen Lichte erscheint, können die Leser unschwer beurteilen.
Vom Milchpreis.
FC Frankfurt a. M., 3. März. Die vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend teilen mit, daß die Milchhändler unablässig und mit Überlegung bemüht sind, den Einkaufspreis der Milch zu drücken. Im vorigen Jahre ist es ihnen gelungen, den Preis von 18 Pf. pro Liter, wie er 1911 festgestellt wurde, auf 17 Pf. herabzusetzen. Zurzeit sind die Preisdrücker besonders in den Kreisen Frankfurt a. M., Hanau, Gelnhausen, Wiesbaden-Land, Obertaunus, Friedberg und Offenbach an der Arbeit, eine weitere Herab- minderung auf 16 Pf. und noch darunter herbeizuführen. Dabei bleibt der Verkaufspreis von 24 Pf. pro Liter an die Konsumenten bestehen. Der Konsument glaubt, der Landwirt sei der Verteuerer! Die Bereinigten richten deshalb an die Landwirte die Mahnung, nicht nachgugeben und nicht unter 17 Pf. zu verkaufen. Wenn keiner nachgibt, dann können sich die Milchhändler ihre Milch aus Dänemark holen.
.. „ ß Dreburg, 5. Marz. Es sei nochmals aus den am nacorta! Sonntag, den 8. März, stattfindenden Delegier tentag des Gesangvereins „Sängerin st" aufmerksam gemacht. Derselbe wird nachmittags um 2 Uhr im Saalbau des „Mainzer Hof" abgehalten.
GerichtZicmL»
ü. Totschlag. Mainz. 4. März. Vor dem Schwurgericht wurde in -zweitäMger Verhandlung die Totschlag saf sä re von Svies he im (Nheinhessen) verhandelt. In der Nacht des 28. Dezember hatte' im Hofe einer Wirtschaft Lortselbst eine Anzahl Ackerburschen Streit bekommen, in welchem sich besorchers die Gebrüder Gessinger, die als Rohlinge bekannt sind, hervortaten. Als der 28jährig,e Landtmtt Ernst Diefenthäler hinzukam und frag, was denn eigentlich los sei. wurde er von dem Wilhelm Gessinger sofort an der Brust gepackt, während dessen Bruder, der 20- iähriae Ackerbursche Friedrich Karl Gessinger, dem Diefen- thäker zwei wuchtige Messerstiche in die Brust versetzte. Diefen- thäler stürzte zu Boden und blieb aus der Stelle tot. Die beiden Brüder wurden noch in der Nacht verhaftet und sitzen feit dieser Zeit in Untersuchungshaft. Die Geschworenen nahmen bei dem Friedrich Karl G. nur Körperverletzung mit tödlichen, Erfolg an, während sie die Schuldfragen bei dessen Bruoer WMelm verneinten. Das Gericht verurteilte den Friedrich Karl G. , zu 3-/» Jahren Gefängnis, sein Bruder wurde f r o l g e sv r o ch e n.
sh. Das „Berliner Tageblatt" gegen die „Dcutsch- 8o/•;:n!en tBtätia“. Berlin. 5. März. Das Schöffengericht Berlin-Mitte verhandelre über eine Pcibat-Beleidigungsklage dre der Chefredakteur des „Berliner Tageblatts", Dr. Theodor W o l f f, gegen den Redakteur der „Deutsch-Sozialen Blätter" 'b Bücher angestrengt hatte. Veranlassung zu der Klage hatte ein Artikel der „Deutsch-Sozialen Blätter", „Agrarische Zu stände gegeben, in dem das „Berliner Tageblatt" der „üerufsmabi gen Ehrabschn eiderei" beschuldigt wurde. In der Verhandlung hielt der Beklagte den Vorwurf der berufsmäßigen Ehrabschneiderei aufrecht. Der Angeklagte wollte diese seine Behauptung, durch einige ArtikÄ des Berliner Tageblatts" stützen, die sich mit dem ReiMtagsabaeord- neten Bruhn und dem früheren Abgeordneten Schack beschäftigen. Der Vertreter des Klägers verwahrte sich entschieden dageger,, daß der Beklagte behaupte, das „Berliner Tageblatt" vertrete die Interessen des Judentums. Der Vertreter des Beklagten bestritt die Aktitzlegitimation des Privatkläaers der in seiner Stellung als Chefredakteur kein Recht habe. Strafantrag zu stellen. Er erinnerte an die Artikel des „Berliner Tageblatts wahrend des Leipziger Turnfestes und an den respektlosen Artikel gegen den König von Sachseir während der Volkerschlachtfeier. Das Gericht verurteilte den Beklagten zu 2 00 M. Geldstrafe und zur Tragung der Kosten. C ern 1: r wrvd dem Privatkläger das Recht zuMsprochen, den Wortmut des Urteils innerhalb 4 Wochen nach Rechtskraft in Tageszeitung" und den „Deutsch - Sozialen Blattern" zu veröffentlichen.
und Sonntags, morgens von 7 Uhr ab. stattfinden. Gepflegt wurden vornehmlich unsere deutschen Spiele: Faust-, Tam- burm- und Schlag- und Schleuderball. Gespielt wurde an 129 Spieltagen mit einer Beteiligung von 4041 Spielern und 451 Spielerinnen gegen 1912 : 2239 zu 552. Wettspiele wur-' den 156 (108) ausgetragen, und zwar Faustball 75,, gewonnen oo, verloren 12, Tamburinball 6, gewonnen 4, verloren 1, Schlagball 16, gewonnen 11, verloren 5, Schleuderball 2, gewonnen 1, verloren 1. Ferner gewann die erste und zweite Faustballmannschaft die Bezirksmeisterschaft. Besonders leb- hafte Tätigkeit entfaltete die Schlagballabteilung unter der Leitung des Lehrers Maurer, die gegen die Turngemeinde Schierftein die Bezirksmeisterschaft gewann. Erfreuliche Fortschritte waren auch im Fußballspiel zu verzeichnen. Durch die Vereinigung des Wiesbadener Fußballvereins mit dem Turnverein gewann die Fußballabteilung sehr an Spielstärke. Aus- getragen wurden 88 Fußballwettspiele, bei den Verbandsspielen waren die Mannschaften der ^.-Klasse des Süddeutschen Fußballverbands zugeteilt.
* Die Sportvereinigung Eos unternimmt am kommenden Sonntag, den 8. Marz, ihre erste diesjährige Hau pt wände- r u n g mit Damen nach Idstein, Abmarsch morgens 7 Uhr vom Sedaiiplatz, Die Tour führt über die Platte. Trompeter noch ttw Hohen Kanzel (Aussichtsturm). Hier Frühstücksrast. Weitermarsch «egen , 10 Uhr durch das Wörsbochtal nach Wein, Hinter Idstein Abkochen am Wolfsbach. Aufenthalt 1%, Stunden, Abmarsch ca, 1% Uhr über Lenzhahn durch das Ech Oberseelbach, Von hier in 45 Minuten nach Niedemhausen Gemütliches Beisammensein im Gasthof am Bahnhof. Rückfahrt gegen 7 Uhr.
sr. Das internationale Lawntennisturnier in Monte Carlo, das infolge Regenwetters mehrere Tage unterbrochen werden mußte, geht nun seinem Abschluß entgegen. In der Meisterschaft im Herren-Einzelspiel wurden die Vorschlußrunden erledigt: A. F. Wilding siegte mit 6:4, 6:4, 6:2 über R. Kleinschroth, während F. G. Lobe den Franzosen Poulin mit 7:9, 6:3, 6:3, 6:2 abfertigen konnte. In der Damen- Meisterschaft stehen sich in der Schlußrunde Mrs. Lambert- Chambers und Miß G. Ryan gegenüber, die Miß Tripp 6:2, 6:4 schlagen konnte. In der Meisterschaft im Herren-Doppel- sprel siegte Wilding-Craig-Biddle mit 6:4, 6:7, 6:3 über Decugis-Graf Salm. F. G. Lobe-Wallis Mhers siegten mit 6:1, 6:2 über die Gebrüder Men und mit 6:0, 6:2 über Wills- Riseley. In der Meisterschaft im gemischten Doppelspiel siegten Miß Rhcm-Decugis mit 6:3, 6:2 über Mrs. Lambert- Chambers-Wilding, nachdem sie vorher schon mit 6:2, 6:2 Miß Ward-Albrecht geschlagen hatten. Ferner siegte Mlle. Jsnar- Graf Salm mit 6:4, 6:4 über das französische Paar Mlle. Lengken-Ponlin und Miß Walker-H. Kleinschroth - mit 6:3, 6:3 über Miß Stuart-Gouldesbrough.
er. Sechs Herausforderungen um den Davis-Pokal. Der Meldeschluß für die Kämpfe um den Davispokal hat ein so glanzendes Resultat ergeben, wie nie zuvor. Für die inter- nationalen Tenniskämpfe haben nämlich nicht weniger als sechs Nationen den Pokalverteidiger Amerika herausgesordert und zwar Deutschland, England, Australien, Frankreich. Belgien und Kanada. In der ersten Runde spielt zunächst Kanada gegen Australien und England gegen Belgien. Die Sieger dieser Runde treten gegen Deutschland resp. Franko reich an.
MM übrigen war die Debatte über die Oftmarken- Wlage so lang, wie sie überflüssig war. Freund und Fernd wußten nichts anderes zu sagen, als im Vorjahre, und auch der Staatssekretär, der zweimal in die Debatte eingriff, führte keine neuen Gründe an. Herr Ledebour holte sich zwei Ordnungsrufe, weil er absolut in den Ostmarkenzulagen eine politische Entäußerung und somit den Ausfluß „infamen Korruptionssystems" sehen wollte und sich davon auch durch alle Ermahnungen des amtierenden Vizepräsidenten nicht abbringen
Bor einem Parterre von Sachverständigen und Interessenten es waren freilich noch nicht 20 Herren_
setzte man die zweite Beratung des Postetats fort. Der Abgeordnete Behrens beklagte, daß die Postkrankenkassen die Familienhilfe aufgehoben haben und verlangte. daß falls kein Geld dafür vorhanden sei, sollte man den Betrag vom Gehalt des Staatssekretärs ab- ziehen. Andere Redner kritisierten den Fernsprechverkehr namentlich auf den Hauptlinien, wieder andere die Lage der Telegraphenarbeiter. So quälte man sich langsam durch den Rest des Postetats. Mit knapper Not konnte er verabschiedet werden. W
Neues aus aller wett.
Sport und Spiel.
Pferderennen.
frf, Prix Cotentin. 3000 Franken. 1.
oK.Vn* önbee 2 Williams), 2. Wrididi 2, 3. Urlbino.
ffvsr«W* J ris Hhp°Me. 6000 Franken. 1. M.
S^lff V““)' 2 - Sa Top-rze, 3. Senpentau. VC, 11-10 ' ~ Pr-x Emilms. 10 000 Franken l P.
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i Wr ©d! Foels ^ © 1 ^ Persano. 4000 Franken.
nes. 4000 Franken. 1. Comte Lairs 2. Neckar 3, 3. La Villetre. 00:1g- 2 p i8 iy lUmhauer).
Böse Tage für die Lötschbergbahn. Wallis. 5. März An zwei T«en gab es nicht weniger als sieben Betriebsstörungen, inbegnffen die bereits giemeldete, wobei ein Herr aus Luzern den Tod fand. Sonntag,nachmittag verbrannte bei einem Personenzug eine Lokomotive bei Reichenba-ch. Montag verbrannte mne Lokomotive bei der Abfahrt in Frutigen Ein Tignsssrirmtor war schon. vorher verbrannt, nun verbrannte ^r »weite, so daß die Maschine betriebsunfähig ist. — r^MiEchmeepflufl ans Kassel, der bei den Probef«ihrten anit soriktiomert häl, versagt im Ernstfall völlig» Dreitzia stelle zwischen Kandersteg und dem Tunnel Schnee schaufsln. Ferner fällt aus der Station ^^sp^jwst^ber Felsblock auss Geleise und bringt drei Wagen zum ^mtsleisen. Dos rst viel llnheil innerhalb zwei Tagen Benn Fischen ertrunken. Minden 4 März Der ff^soant Hornist Rickenberg vom hiesigen Pionierbataillon Nr. 10 ist gestern abend beim Fischen in der Weser ertrunken E/ fuhr mit einem Schlächtermeister beim Fischen den Flull abwärts. Dabei stieß das Boot gegen ein Schiss und kenterte Rickeilberg stürzte ins Wasser und ging sofort unter Sein BMerter konnte noch nn letzten Augenblick die Ankettette des Schiffes ergreifen und wurde gerettet. Die Leiche des trunkenen ist noch nicht geborgen. m Bes ^
cu . Rangiererlos. Walstedde. 6. März. Ein traais-bes Geschick hat die Familie Rechnmnn betroffen 8toei ifow ©oßne sind bereits im Dienste der Eisenbahn ums Leben gekommen. Gestern nun geriet der dritte, der Rmmier^r mann, zwischen die Puffer zweier Züge und w^Ze erblickt'
„ Verhaftung eines Mädchcnhandlers. Kattowib o. Marz. In Sosnowitz wurde em Mädchenbändlec verhaftet, dessen angebliche Frau sich als Kupplerin entvuvwe die MwerbSmatzig Mädchen über die Grenze Verscklevvte Dre sibirische Pest in Petersburg «ct/rH.r,
5. Marz Amtlich werden die Pressemeldungen daß in SMeil bum die sibirische Pest aufgetreten sei. bestätigt Eine Anza« tturer Rassepferde sind an der Seuche zu^unde ^ olJln^n
Pest ist mit Futtermitteln aus den Gegenden ^wo^d?e Seuch- herrscht, eingeschlevpt worden. vrnoen. wo die
Opfer eines Ätherrauschs. Paris, 5. März P ; n „ m Ea C aBezäers wurde in der vemangenen Nacht Ae LeiL^ Susarenleutnants Mailhot ausgesunden. Es wurde s!» ^stellt daß er sich in Gesellschaft zweier SalbweltLün M Äther berauscht und eine zu starke Dosis zu sich genommen
DeutschZe Kmchstag.
posttzebatten. —' Erneute Kblehnnna öer Gstmarkenzulage.
Berlin, 6. März. (Eig. Drahtbericht)
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* Turnverein Wiesbaden. Die in der deutschen Turner ,chaft fortschreitende Entwicklung des Spiel- und Sportbetriebs, die zur Hebung der Leistungsfähigkeit eine Zusam-
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unterstützt worden. So zeigt denn die S p o r t - u n d S p i e l- abteilung des Turnverems im Jahre 1913 unter der Leitung des Spielleiters Herrn Emil Fleinert eine ruhige Weiterentwicklung. Zu den Übungsspielen wurde wie all- ia jrlich der städtische Spielplatz „Unter den Eichen" benutzt, wo die Spiele Montags, Donnerstags, abends von 6 Uhr ab,
Tottunq der Zabernaffäre von der linken Seite übel wr toQr und dem Ansturm so hilfslos gk-aT uö^g^standen hatte, war heute^ wreder ^ munter^ und
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Leider holte er sich bald eine zweite enio NudMe Niederlage. Die Ostmarkenzulage wurde fl, namentlicher Abstimmung mit 191 gegen 127 Stimmen bei zwei Enthaltungen abermals abgelehnt. Ebenw in einer zweiten namentlichen Abstimmung die konser- auf Gewährung von Zulagen für Me gemischttprachigen Gebiete. Bei beiden Anträgen sgtzsg sich die Minderheit ans den Konservativen, den Natio- nalliberalm und der Fortschrittlichen Volkspartei zusammen. Wae die beiden anderen Fraktionen, so stimmte auch me Volkspartei, deren Standpunkt der Abgeordnete Kopsch ausernandergesetzt hatte, geschlossen. Ein einziger Abgeordneter enthielt sich der Abstimmung.
Sitzungsbericht.
Eigener DrvhtSerickst des „Wiesbadener Tagblatts".
# Berlin, 5. März.
•Am Bundesratstisch: die Staatssekretäre Kraetke und Kuhn.
Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung nm 1,20 Uhr. Eingegangen ist eine Novelle zur Gewerbeordnur« (Krnematographengesetz).
Die zweite Beratung zum
Postetat
wird fortgesetzt.
Abg. Werner-Hersfeld lWirisch. Vgg.): Die mittleren Beamten rm Dienste^ des Reichspostamts fühlen sich dadurch benachteiligt, daß sie, trotzdem sie hervorragende Dienste zu leisten haben, nicht die entsprechende Stellung finden. Die berechtigte Forderung dieser Beamtenkategorie sollte schlenniatt erfüllt werden.
Eine Reihe von Titeln wird ohne Debatte erledigt. — Beim Titel „Postagenten" tritt ^ „W- Werner-Hersfeld (Wirtsch. Vgg.) nochmals für die Besserstellung der Postagenten ein, die für das platte Land von außerordentlicher Wichtigkeit seien und deren Dienftbe- trreb eineii Umfang angenommen hätte, daß er nicht mehr als nebenamtlich bezeichnet werden könne.
Abg. Dr. Naumann-Hofer (Vpt.): Beschwerden find aus verschiedenen Orten eingelaufen, wo es mehrere Kaufleute gibt. Es ist vielfach vermutet worden, daß die Postagentcn ihre Stelle dazu benutzen, um die Geheimnisse seines Konkurrenten zu erforschen.
Gerade aus meinem Wahlkreise sind solche Beschwerden laut Z?worden Bei Vergebung der Postagentenstellen sollte die Postbehorde darauf Rücksicht nehmen.
„..Staatssekretär Kraetke: Für die Pastagenten werden
in d"s-m J-Hre Wiederum 273 000 M. Ber der Auswahl neuer Agenten treten wir mit dem Gemeindevorstand in Verbindung, ob von dieser Seite Einwendungen gegen die betreffende Person erhoben werden. Dre Agenten setzen sich aus allen Ständen zusammen. Da^ in einzelnen Fällen unerfreuliche Zustände bestehen, kann nicht bestrrtten werden, aber es handelt sich immer nur uw Einzelfälle.
Der Titel wird bewilligt.
Zwei von der Budgetkommiffion borgeschlagene Resolutionen, betreffend Erhöhung der Tagegelder der nicht etatsmäßig angestellten Post- und Telegraphenassistenten sowie der weiblichen Gehilfen bei den Postämtern dritter Klasse, sowie betreffend Maßnahmen über Gesundung und zweckmäßige Ausgestaltung der Postkrankenkassen, werden angenommen.
Es folgt die Aussprache über die
Ostmarkenzulage.
Staatssekretär Kraetke: Diese Zulage ist für die betreffenden Beamten von größter Wichtigkeit. ES handelt sich um 6059 Beamte, denen die Zulage, die sie jahrelang bezogen haben, entzogen werden soll. Das sind 10 Prozent ihres Einkommens.
Die Gehaltsaufbesserung ber mittleren und unteren Beamten steht in keinem Verhältnis zu der ihnen entgehenden Zulage.
Würde es sich um eine Neueinführung handeln, so wäre ein Mißtrauen zu verstehen. Niemand — auch nicht die polnischen Abgeordneten — kami Nachweisen, daß die Beamten korum- piert seien. Die Reichsbemnten sollen den preußischen Beamten gleichgestellt werden. Ich bitte Sie, nicht auf dem ab- lehnenden Standpunkt zu beharren, sondern von der Streichung abzusehen. (Beifall.)
Abg. Schlee (natl.): Es ist nicht richtig, daß die Ostmarkenzulage politische Tendenzen verfolgt und antipolnischen und antikatholischen Zwecken dienen soll. (Widerspruch.) Wir Deutsche im Osten ftnd nicht kulturkampffreudig. (Sehr richtig! bei den Nationalliberalen: Lachen im Zentrum und bei den Polenp Wir wollen nur einen Zusammenschluß der deutschen Elemente des Ostens. Wir beantragen, diese Zulage als eme unwiderrufliche zu erteilen, damit alle Willkür bei Erteilung oder Entziehung der Zulage ausgeschlossen ist und daß lediglich ein Ausgleich gegenüber den Gehältern der preußische Beamten festgestellt wird. Die Beschwerden, die hier vorgetragen wurden über Verfehlungen von Postbeamten im Osten, sind gering und völlig unabhängig von der Zulage. Wir sind auch für den Antrag der Konservativen, diese Zulage auf alle gemischtsprachigen Gegenden auszudehnep. (Beifall bei den Nationalliberalen.)
Abg. Noske (Soz.); Es ist absolut unrichtig, daß es sich um eine Zulage für wirtschaftlich bedrängte Beamten handelt.
Es ist nichts als eine politische Frage. Der Appell an uns, daß es sich um kleine und mittlere Beamten handelt, gießt nicht. Daß der Staatssekretär aus Fürsorge oder Vorliebe zu seinen Beamten Zulage verlangt, ist nach den Ereignissen der letzten Tage, in denen er die Beamten in einer anderen Grenzprovinz nach unserer Überzeugung im Stich gelassen hat, nicht anzunehmen. Die Beratung der Besoldungsnovelle lmrd zeigen, daß wir geneigt sind, für die Beamten genügend zu sorgen. Wir sind grundsätzlich GeKN«
