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Seite %, Äbend-Ausgabe, 1. Blatt. Miesdsd§«sr TkgVlM.

notwendig sei aus politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gründen. Er wies dann auf die vielen Berührungspunkte zwischen christlichen Gewerkschaften und Zentrum hin und schloß mit einer unbedingten Verurteilung aller konfessionellen Parteien und Fachvereine. Me, die zu der Berliner Richtung sich rechneten, mühten als ausgeschloffen und als die schlimm­sten Feinde der Zentrumspartei angesehen und behandelt werden. Zum Schluß gelangte folgende Erklärung zur ein­stimmigen Annahme: „Mehr als 4000 Zentrumsmänner der Stadt Köln, vereint mit über 100 Deputationen der Partei­freunde aus den verschiedensten Teilen der Rheinprovinz, er­klären: Wir stehen fest und treu zur alten Zentrumspartei der Windthorst, Mallinckrodt, Ketteler usw. Dem Reichsausschuß der deutschen Zentrumspartei sprechen wir herzlichen Dank aus für seine Kundgebung vom 8. Februar, die allseits wie eine befreiende Tat gewirkt hat; wir werden uns jederzeit offen und freudig zu derselben bekennen. Auf das entschie­denste verurteilen wir mit dem Reichsausschuß alle Machen­schaften der sogenannten Quertreiber und geloben, die Ein­heit und Einigkeit der Partei Hochhalten und schützen zu wollen im Kampfe gegen alle Sonderbündler und Eigenbrötler, wer es auch sein mag. Im Sinne des Aufrufs des ReichsauS- fchusses ersuchen wir alle Parteifreunde in Stadt und Land, in den sozialen und wirtschaftlichen Organisationen tatkräftig mitzuarbeiten und namentlich auch im Hinblick auf die große Bedeutung, welche die christlich-nationale Arbeiterbewegung in unseren Tagen hat, diese nach Kräften zu fördern und zu unterstützen. Unentwegt werden wir in alter Geschlossenheit und Parteidisziplin für die seit vielen Jahren und in schweren Zeiten bewährte deutsche Zentrumspartei eintreten, wie sic war, ist und bleiben soll im Kampfe für Wahrheit, Freiheit und Recht, für Thron und Altar, für Volk und Vaterland."

* Die früheren Garmsonserweiterungsplänc in Zabcrn. Das offizielle Blatt des französischen Kriegsministeriums, die „France militaire", veröffentlicht folgende interessante Infor­mation: „Das deutsche Kriegsministerium hatte ursprünglich die Stadt Zabern als Garnison für eine neue Truppe von drei Batterien berittener Artillerie mit verstärktem Effektiv- bestandc ausersehen. Die notwendigen Terrains waren be­reits angekauft, auch die Gebäude waren bereits im Grund­riß ausgezeichnet. Infolge der Ereigniffe in. Zabern jedoch hat das Kriegsministerium diesen Plan aufgegebcn. Zabern wird keine neue Garnison empfangen und die bereits gekauf­ten Liegenschaften werden wieder verkauft wevden. (So hieß es früher auch bereits in einer durch die deutsche Presse ge­laufenen Mitteilung.)

* Die Begründung eines EhinainstitutS zur Förderung der deutschen Interessen in China ist am Samstagnachmittag in einer von der Ost asiatischen Gesellschaft in Berlin einberufenen Versammlung beschlossen worden. Da die in der Gründung begriffene Welthandelsgesellschast ähn­liche Ziele verfolgte, hatten die interessierten Kreise zunächst von ihrem Plane Abstand genommen, nun ist aber doch nach einer Rücksprache mit dem Zentralvorstand des Bundes der Industriellen beschlossen worden, selbständig vorzugehen und »as Institut ins Leben zu rufen.

* Die Besiedelung hannoverscher Ldlänbereien. Der hannoversche Provinziallandtag beschloß, sich mit einem Kapi­tal von 2 Millionen Mark an der Hannoverschen Siedelungs- Gesellschaft zu beteiligen, wovon eine Ödlandkultur in größerem Maße betrioSen werden soll. Weitere 2 Millionen Mark sind bereits von anderen Korporationen gezeichnet wor­den. Das Landwirtschaftsministerium hat 4 Millionen Mar? in Aussicht gestellt.

* Die Tuberkulosefürsorge im Mittelstand. Unter starker Beteiligung aus allen Teilen des Reiches hielt die Kommission für die Tuberkulosefürsorge im Mittelstand ihre General. Versammlung ab. Exzellenz v. Podbielski widmete dem jüngst verstorbenen Generalsekretär Professor Meiner einen warmen Nachruf.

* Eine Arbeiteraussperruug in der Solinger Waffen- industrie. Eine Versammlung der Waffenarbeiter >des Jn- dustriearbeiterverbandes, an der auch interessierte Mitglieder des MetällarbeiterverbaNdes teilncchmen, beschloß, über die Waffenfabrik C. Eickhorn die Sperre zu verhängen, weil die Fabrik Waffenteile von auswärts bezieht. Der Arbeitgeber­verband der Solinger Waffenindustrie stellte den Arbeitern eine Frist bis zum Dienstag, morgens 10 Uhr, bis zu der sie auf den Streik verzichten sollen, widrigenfalls sämtliche Ar. Leiter der Solinger Waffenindustrie, insgesamt gegen 1000, nuSgesperrt werden sollen.

* Der Reichsbund baugewerblicher Arbeitgeberverbände (Sitz Berlin) hat am 27. Februar unter Leitung feines Vor­sitzenden, Baumeisters L. Popp (Nürnberg), in den Kammer­

sälen zu Berlin seine zweite ordentliche Bundesversammlung abgehalten. Dem Bund gehören Arbeitgeberzentralver- bände an, deren Mitglieder rund 700 Millionen Mark Löhne im Jahre auszahlen.

* Die nächsten Katholikentage. Nach Mitteilungen der Münchener Zentrumspresse soll der Katholikentag im Jahre 1915 in München stattfinden. Für das Jahr 1916 käme als Versammlungsort Frankfurt am Main in Frage.

Heer und Flotte.

Das Jubiläum des Berliner Militäroberpfarrers Göns.

Der Militäroberpfarrer des Gardekorps Göns empfing zu seinem gestrigen 25jährigcn Jubiläum als Militärgeistlicher zahlreiche Ehrungen. U. a. erschien zu seiner Beglück­wünschung der Gouverneur von Berlin mit dem Dekan der theologischen Fakultät Harnack, der dem Jubilar das Diplom der theologischen Fakultät der Universität überreichte. Abends erschien der Kronprinz zu einem halbstündigen Besuche bei seinem früheren Religionslohrer.

Deutsche Schutzgebiete.

Eine neue Baumwoll-Denkschrift des Reichskolonialamts

ist erschienen. Sie behandelt die Entwicklung des Baumwoll­baues in den deutschen Schutzgebieten seit dem Jahre 1910. Bor allem ioird in der Denkschrift über die staatliche land­wirtschaftliche Versuchsarbeit berichtet, die in den letzten vier Jahren einen wesentlichen Aufschwung erlebt hat.

ausländ.

Gfterreich-Ungarn.

Scheitern der deutsch-tschechischen Ausgleichsverhand­lungen. Prag, 2. März. Die von dem Ministerium Stürgkh in die Wege geleiteten neuen Ausgleichsverhand­lungen zwischen den Deutschen und den Tschechen in Böhmen sind durch die gestern von den d eu ts ch e n Landtagsparteien gefaßten Beschlüsse endgültig zum Scheitern gebracht worden. Die deutschen Abgeordneten des aufgelösten böhmischen Landtags erklärten die von der Regierung vorge- schlagenen Ausgleichselaborate für vollständig indiskutabel und verlangten die bedingungslose Zur ü ck - ziehung derselben. In der Verhandlung selbst kam^ es zwischen den Deutsch-Radikalen einerseits und den deutschen Fortschrittlern anderseits zu Weiterungen, da die Fort- schrittler, ohne den Beschluß der deutschen Landtagsalbgeord- neten abzuwarten, selbständig bereits am Samstag der Regie- rung mibgeteilt hatten, daß sie an den Ausgleichsvevhand- lungen nicht teilnehmen. Stach einer Erklärung der deutsch, radikalen Führer in der Versammlung v erl i eß e n sämt­liche Deutsch-Radikale den Beratungssaal. Gleichzeitig er. klärte gestern der Führer der tschechischen Agrarier, der frühere Minister Rachel, in einer Versammlung in Lissa, daß die Tschechen in der bevorstehenden Reichsvatssession unter keinen Umständen von der Obstruktion ablassen werden. Die wollen vielmehr wiederum die Regierung zwingen, zum Paragraphen 14 zu greifen. Unter diesen Umständen sieht man in politischen Kreisen einer baldigen Auflösung des R e i ch s r a t s entgegen, da es jetzt schon als ziemlich sicher wnzusehen ist, daß der Reichsrat durch die tschechischen Abgeordneten arbeitsunfähig gemacht werden wird.

Die großen Generalkriegsspiele abgeschlossen. Wien, 1. März. Die großen Generalkriegsspiele, die vom General, stabschef Konrad v. Hötzendorff angelegt wurden, fanden gestern ihren Abschluß. Die Kriegsspiele stellten den Partei- führern und Unterkommandanten sehr schwierige Auf­gaben. Die Operationen wurden in Gebieten durchgeführt, die für einen Kriegsfall in Betracht kommen. Der Rahmen war ein ungewöhnlich großer, da die Operationen einen Konfliktsfall mit Rußland zur Annahme hatten.

Das Urtell gegen den Spion Jandric. Wien, 28. Febr. Das Urteil gegen den Spion Alexander Jandric, den Bruder des zu 19% Jahren schweren Kerker verurteilten Zedomil Jandric, wurde heute abend gefällt. Der Gerichts­hof erkannte auf 4% Jahre schweren Kerker, wovon % Jahre als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet wurden. Interessant ist dabei, daß der Gerichtshof unter die höchst zulässige Strafe, die fünf Jahre schweren Kerker borsisht, herabging.

Ein galizischer Protest gegen den Ostmarkenverein.

Lemberg, 1. März. Der Landtag hielt heute abend eine Sitzung ab, in der über den Landesvoranschlag sowie über ein sechsmonatiges Budgetproviforium verhandelt wurde. In der Generaldebatte protestierte Tarnoweki namens sämt­licher polnischer Parteien entschieden gegen die Beziehungen

rührt sich natürlich auch mit dem Parsifal-Problem; die Handlung wird bei der Aufführung nicht nach Ägypten ver­legt werden. Strauß wünschte den Zwang, orientalische Musik zu schreiben, vermieden zu sehen, und der Verfasser des Szenariums Hugo v. Hofmannsthal meinte, es gäbe kernen Grund, die Handlung nicht in irgend eine andere Geschrchts- periode zu verlegen. Man stelle sich vor, wie etwa 4raolo Veronese den Stofs malerisch behandelt haben würde. Er hätte sich nicht um archäologische Details bekümmert: und wir werden das auch nicht tun. Die Zeit und der Stil Bero- neses erscheinen uns geeignet, und so wird die ägyp.siche Potrphar mit ihrein Haushalt auf der Bühne nicht anders er­scheinen als eine große Dame des üppigen Italiens des 17. Jahrhunderts — überall Pracht und Prunk. In den ersten Szenen wird u. a. ein charakteristischer Kamps zwischen türki­schen Ringkämpfern stattfinden. Eine aus dem Orient kom­mende Karawane trifft, allerlei Kuriositäten mit sich führend, bei dem Haus der Potiphar ein. Die Herrin aber vermag nichts von all den Seltsamkeiten zu fesseln, die ihr gezeigt werden, ihr gefällt nur der kleine jüdische Sklave Joseph, der vor ihren Augen aus einer Hängematte von goldenem Netz­werk ausgewickelt wird. Nun setzt die Handlung ein; nach dem Widerstand Josephs und seiner Verleumdung, die Potiphar ihrem Mann zuträgt, kommt eine Szene, bei der mit Hilfe einer Reihe phantastischer Vorrichtungen und Geräte die Marterung Josephs vorbereitet wird. Joseph aber wird durch einen goldenen Erzengel gerettet, während Potiphars Weib sich mit.einer Perlenkette erdrosselt. Die Bühnenbilder entwirft ein spanischer Künstler, die Kostüme zeichnet Bakst, die Inszenierung der Tänze leitet Fokine. Den Joseph wird ein hervorragender l^ähriger junger Tänzer tanzen, der ge­rade jetzt seine 9jährige Ausbildungszeit in der Kaiserlich Russischen Ballettschule sendet hat. Er heißt Leonid Miassin, ist ein ausgezeichneter Tänzer und ein merkwürdig begabter Schauspieler, der seit Jahren in den kaiserlichen Theatern in Kinderrollen mitwirkte."

Kleine Chronik.

Theater und Literatur. Das 20jährige Jubiläum des Hoftheaterintendanten Grafen Seebach in Dresden trug dem letzteren viele Ehrungen ein. Die Universität Leipzig übersandte das Diplom zum Ehrendoktor, die Mitglieder der Generaldirektion widmeten eine Adresse in Prachtband, Exz. Lingner stiftete 10 000 M. zu einer Graf-Seebach-Stiftung.

Karl Eitlingcrs Komödie „Das Beschwerde­buch" hatte bei seiner ersten Aufführung in Amerika am Deutschen Theater in Milwaukee großen Erfolg.

Einen außergeiv ähnlich hohen Preis erzielte in N e w U 0 r k ein Originalmanuskript deS englischen Satirikers Thackeray, das bis jetzt unbekannt war. Es handelt sich um ein Werk „Die Rose und der Ring" mit eigen­händigen Zeichnungen des Dichters. . Nach einem heftigen Kampfe erstand das Manuskript ern Liebhaber für den Preis von 100 000 M.

Bildende Kunst und Musik. Giacomo P u c c i n i arbeitet an einer neuen Oper, die den Titel „Zwei Ho lg schuhe" tragen wird. Der Stoff zu dem Werke ist, wie die „Münch. R. N" mitteilen, einem Roman der bekannten englischen Romanschriftstellerin Louise de la Ramäe entnommen, die unter dem Namen „Quida" schrieb.

Bei der Restauration der Scuola di S. Girolamo in Venedig entdeckte man, wie Hermanin und Wolf in der „Kunstchronik" mitteilen, ein Prachtbild des Tintoretto. Es zeigt den beiligen Girolamo, dem bei seinen Bußübungen die aus Wolken schwebende Madonna erscheint. Die Land­schaft mit der ausgehenden Sonne erinnert bereits an moderne Lichtdarstellung.

Wissenschaft und Technik. In Düsseldorf wird unter dem Ehrenvorsitz des Regierungspräsidenten Dr. Kruse und unter Leitung des Lehrers der Kinderheilkunde an der dortigen Akademie für praktische Medizin, Professor

Montag, 2. März 1911__Nr. 102.

des Ost Markenvereins und dessen Einmischung in innere Angelegenheiten eines fremden Staates,

Frankreich.

Kardinal Amette und die Fastenprebrger. P a r 1K

1. März. Der Erzbischof von Paris Kardinal Amette empfing

gestern die Fastenprediger, um ihnen den An timoder­nist eneid abzunehmon und gleichzeitig die Weisung zu erteilen, daß sie sich nicht m l t Politik zu beschäftigen hätten. Er fügte hinzu, er habe vor einigen Tagen mit dem Papste die bevorstehenden französischen Kammer, wählen und die politische Lage Frankreichs erörtert. De, Papst habe darauf bemerkt: Die Bischöfe mögen sich jede,

Wahlagitation enthalten. Selbstverständlich gelte diese Regel noch im höheren Maße für die Priester. Mehr­fach wird diese Enthaltungsparole so aufgefatzt, daß der Papst sich unzweideutig gegen die Bildung einer eigenen katholischen Partei aussprechen wollte.

DaS Mindestprogramm der neuen Zentrumspartei. Paris, 28. Febr. In der heutigen Gründungsversammlung der katholischen Partei wurde folgendes Mindest pro­tz ramm aufgestellt: Wiederherstellung der diplomatischen

Beziehungen zum Heiligen Stuhle, gesetzliche Anerkennung der Rechte der Kirche in Frankreich, Wiederherstellung des Kirchenvermügens im Einvernehmen mit Rom, Rückkehr der vertriebenen OrdenSkongregationen, Wiederverwendung der geistlichen Krankenpflegerinnen in den Svitälern, Schutz der Rechte des katholischen Unterrichts und Erhaltung der katho- lischen Schulen aus »dem Unterrichtsbudget und schließlich Ab­schaffung des Ehescheildungsgesetzes.

Die neue Arbeiterpartei. Paris, 1. März. Unter dem Vorsitz des ehemaligen Deputierten und Friseurs Chauvin hielt gestern die neugegründete Arbeiter­partei, die das Zusammengehen der geeinigten Sozialisten mit den Radikalen nicht billigt, ihre konstituierende Vrsammlung ab. Der Lehrer Negre, der seinerzeit als Ur­heber der Syndikatsbewegung unter der Lehrerschaft gcmaß- regelt worden war, hielt eine Rede, in der er unter dem Bei­fall der Mehrheit dafür eintrai, daß die Arbeiterpartei bei den Wahlen die geeinigten Sozialisten bekämpfe, denn diese seien ebenso rückschrittlich, wie die Bouvgeoisieparteien, und er für seine Person ziehe eiinen Reaktionär, der wie Gras de Mun mit offenem Visier kämpfe, dem Citoycn Jaurtzs vor.

Pichon zur Journalistik zurückgckehrt. Paris, 28. Febr. Der Ehemalige Minister des Äußern, Pichon. ist zu seinem ur­sprünglichen Fach der Journalistik zurückgekehrt. Er ist vom Verwaltungsrat des „Petit Journals" zum Direktor des Blattes gewählt worden. Bemerkt sei, daß das „Petit Jour­nal" bisher stets eine gemäßigte republikanische Rich­tung verfolgt hat, wahrend Pichon der radikalen Par­tei angehört.

Eine Revanchekundgebung der Pariser Studenten. Paris, 2. März. Vor idem Straßburg-Standbild auf der Place de la Concorde veranstaltete gestern nachmittag die Pariser Hochschuljugend eine große Kundgebung. Fm Zug, in dem alle Fakultäten vertreten waren, wurden Banner, Fahnen und zahlreiche Kränze getragen. Die letzteren wurden am Standbild nisdergelogt.

Vom „Waldeck-Rousicau". Paris, 1. März. Wie aus Toulon gemeldet wird, baben sich die Beschädigungen des Panzerkreuzer? „Waldeck-Nousseau" als unbedeu­tend herausgsstellt. Das Schiff dürfte bereits übermorgen an den Schießübungen des Mittelmeergeschwaders teilnehmen können.

England.

Lord Minto f. London, 1. März. Lord Minto, der frühere Genevalgouverneur von Kanada, der später Vizekönig von Indien war, ist heute vormittag gestorben.

Arbcitcrdcmonstrationen für die deportierten südafrika­nischen Führer. L 0 n d 0 n, 1. März. Der Hhdepark war heute von großen A r b e i t e r m a s s e n angefüllt, die zur Begrüßung der aus Südafrika deportierten Arbeiter­führer eine Kundgebung veranstalteten. ES wurden Beschluß- anträge angenommen, in denen die Deportation verurteilt und die britische Regierung aufgefordert wird, zu verhindern, daß der Jndemirntätsbill die Zustimmung erteilt werde.

Spanien.

Die Steuerkundgebungeil in Valencia. Madrid,

2. März. Die Kundgebungen gegen die neuen Steuern neh­men immer heftigere Formen an. Fast die gesamte Bevölkerung geht ihren beruflichen Geschäften nicht mehr nach. An Nahrungsmitteln herrscht empfindlicher Mangel. Die Polizei mußte wiederholt scharf schießen, um die Aufrührer auseinanderzutreiben. Eine Kommission,

Schloßmann, im Anschluß an die große Düsseldorfer Aus­stellung 1915 erne Ausstellung „Das Kind" veran­staltet werden. In Anerkennung der Wichtigkeit aller mit dem Kinde, als dem Träger der Zukunft in Deutschland, zu­sammenhängenden Fragen wurden dem Regierungspräsi­denten aus allen Teilen des Bezirks von den führenden Frauen Mittel zur Durchführung der Ausstellung zur Ver­fügung gestellt.

Professor Paul Magnus in Berlin wurde zu seinem 7g. Geburtstag zum Ehrenmitglied der schweizerischen Botanischen Gesellschaft ernannt.

In B e r l i n ist der Direktor der Königlichen Universi­täts-Poliklinik für orthopädische Chirurgie, Professor Dr. Georg Joachimsthal, vorgestern abend infolge eines Schlaganfalles im Alter von 50 Jahren gestorben. Professor Joachimsthal zog sich Anfang Dezember vorigen Jahres eine schwere Influenza zu, von der er sich nicht mehr erholte.

In Jena überreichte Geheimrat Wilhelm O st w a l d gestern nachmittag Professor Ernst H a e ck e l die Festschrift des Deutschen Monistenbundes zum 80. Geburtstage seines Ehrenpräsidenten, welche 122 Beiträge enthält. Kaufmann Rietz (Hamburg) teilte mit, daß die bisherigen Sammlungen des Haeckelschatzes für den Monismus 41100 M. ergeben haben. Professor Haeckel sprach mit bewegten Worten seinen Dank für die Ehrengabe aus.

Der „Breslauer Generalanzeiger", der jüngst einen Artikel des Geheimrats Reißer gegen die Angriffe auf Salvarsan veröffentlicht hatte, teilt mit, daß eine große Zahl hervorragender Fachmänner der ganzen Welt ihr Einver­ständnis mit den Neißerschen Ausführungen erklärt hätte, darunter 82 Direktoren von Universitätskliniken sowie die Leiter und Oberärzte städtischer Krankenhausabteilungen aus allen Teilen Deutschlands, Österreich-Ungarns, Rußlands, Rumäniens, Dänemarks, Schwedens, Hollands, und ferner 123 Spezialärzte.