Seite 2. Abend-Ausgabe, 1. Mart. ©HgMßü Donnerstag, 26. Februar 1914. Nr. 96.
rangierung in eine niedrigere Klasse in Preußen allein 67 OVO Beamte im Jahre 1910 schwer geschädigt worden. Diese Benachteiligung beträgt beispielsweise bei den unteren Beamten durchschnittlich 70 M., bei den mittleren Beamten 110 M. jährlich? Den zahlreichen Petitionen gegenüber zeigte die Regierung bisher wenig Entgegenkommen. Jetzt scheint man erfreulicherweise einer anderen Praxis zuzuneigen. Die preußische Regierung hat dem Bundesrat eine Anzahl von Vorschlägen zur Besserstellung von Städten unterbreitet. Bekanntlich hat sich Preußen sonderbarerweise durch das letzte Wohnungsgeldzuschußgesetz dem Bundesrat gegenüber gebunden. Es befindet sich unter den vorgeschlagenen Orten eine erhebliche Anzahl von Groß- und Mittelstädten.
* Die Überführung des Wclfenschatzes nach Braunschweig. Der Herzog von CumLerlcmd hat, wie dem „Deutschen Kurier" aus Binz a. D. gemeldet wird, nach monatelangen Verhandlungen der Überführung des Wclfenschatzes nach Braunschweig zugestimmt. Zunächst findet die Überführung der im Penziger Palais zu Wien befindlichen altberühmten Goldschmiedearbeiten des Welfenhauses nach Braunschweig statt. '
* Verhaftung eines russischen Schriftstellers. Die Abhaltung einer vom Verein Studierender aus Rußland gestern nach dem Tiergarten in Charlottenburg einberufenen Versammlung, in der der russische Schriftsteller L u n ätsch a s k y einen Vortrag über das Thema „Krisis der gegenwärtigen Kunst und Emil Verhaeren" halten sollte, wurde von der Polizei plötzlich verhindert. Noch vor Beginn des Vortrags erschienen ein Kriminalkommissar und mehrere Polizisten im Tiergartenhof, angeblich zur Feststellung der Personalien des genannten Schriftstellers. Dieser wies seinen von der Pariser Polizeipräfektur ausgestellten Legitimationsschein nebst der amtlichen Photographie vor. Der Kommissar fand die Legitimation für unzureichend und forderte Lunatschasly auf, zur Polizei zu kommen. Auf dem Wege dorthin fuhren mehrere Kriminalpolizisten mit dem Schriftsteller nach seinem Logis, wo sich sein Reisegepäck befand. Man nahm es mit und fuhr zur Polizei, wo er festgehalten und zum übernachten gezwungen wurde. Die Freunde und Landsleute Lunatschaskys, die aus dem Polizeipräsidium die Gründe der Verhaftung zu erfahren suchten, erhielten keine Auskunft. Bereits am Montag hatte der Verhaftete über „Russische Literatur und Maxim Gorki", dessen persönlicher Freund er ist, einen Vortrag gehalten. Seit acht Jahren lebt er in Paris. Eine irgendwelche politische Tätigkeit soll er nicht entfaltet haben.
* Zum Schatzmeister des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" ist an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten ausgeschiedenen Herrn Dr. de Gruyter vom Vorstand das Mitglied des Ausschusses Landgerichtsdirektor a. D. Kauzow, M. d. A., gewählt worden.
* Das Verbot der Vereinigung Berliner Schutzmänner. Der Minister des Innern hat die gegen das Vereinsverbot des Polizeipräsidenten erhobene Beschwerde ohne jede Begründung zurückgewiesen.
* Bischof Benzler als Feind des Tango. Nun hat auch der Metzer Bischof Benzler in seinem diesjährigen Fastenhirtenbrief den Tango verboten. Er bezeichnet den argentinischen Tanz als unchristlich und unehrenhaft. Der Hirtenbrief wurde am Sonntag in allen Pfarrkirchen zur Verlesung gebracht.
Rechtspflege rmö vsrMKttrmg.
Der Präsident des Kaiserlichen Aufsichtsamts für Privat- versichcrung, Dr. Grüner, wird am 1. April von der Leitung des Aufstchtsrats wegen seines hohen Alters zurücktreten. Zu seinem Nachfolger ist Geh. Oberregierungsrat Jaup, Vortragender Rat im Reichsamt des Innern, in Aussicht genommen, der schon zeitweise im Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatvcrsicherung tätig gewesen ist.
NcirlamsnIcrrischeL.
Der preußische Kultusetat. In ihrer Nachmittagssihung nahm die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses eine Resolution an, wonach die Staatsregierung ersucht wird, vom nächsten Jahr an 100 000 M. in Jahresbeiträgen von 10 000 M. zur Förderung der Quellen der Religionsgeschichte durch die Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften in den Etat einzusetzen Die Verlegung der Professur für das Alte Testament an der Göttinger Universität aus der philosophischen in die theologische Fakultät gab Anlaß zu einer längeren Besprechung.
verehrte das Bild dem Hotel. Drinn-en im Le;eznnmer hangt 's,' und Cilis unergründlich-grünliche Katzenaugen funkeln rus dem Rahmen. Sieben Jahre ist der Kater nun tot; er äarb hochbetagt, fünfzehnjährig, an Altersschwache. Das Grabmal besteht aus einer kleinen weißen Marmortafel, dre in die Wand der Limoniere, des Zitronen-Treibhauses, eingelassen ist. In schwarzen Buchstaben steht darauf zu leien. Qui giace Cili, l’ispiratore del supergatto- Till, der „Eingelber" des »erkaters.)
Im Gegensatz zu Cilis schwarzem Fell hat er einen authentischen schneeweißen Nachkommen Er schleicht oft im Garten herum. Sentimentale Gemüter behaupten, er besuche Cills Grab. Meiner Meinung nach ,cheint die,er Nachkomme eine ganz gewöhnliche Katze zu sein, die auf Bogelraub ausgeht. Und schließlich — wer will der schneeweißen M'eze die
brutalen Instinkte verdenken?! Der Ruhm, der Nachkomme einer berühmten Persönlichkeit zu sein, kann niemanden ernähren. auch eine Katze nicht ...
So bieten die drei Orte viel Stoff zu Träumereien, zum Auffrischen alter Erinnerungeii. Und sieghaft leuchtet die heiße, südliche Sonne über verwehten Spuren .....
Berliner Theaterbrief.
„Cafard".
Erwin Rasens Drama aus der Fremdenlegion fand keinen iV'£ resonanzkräftigen Beifall. Und er. galt wohl auch noch zum größten Teil der Darstellung des Sozietärtheaters. Dies Stück gehört zur Illustrations-Dramatik, es gibt kinohafte Genrebilder, Ausschnitte aus einem stofflich interessanten Milieu. Garnierung, Randemfälle, Hintergrund, Staffage, Chargen, das ist alles ganz hübsch und hält sich auch, von ein paar opernhaften Sentimentalitäts-Entgleisungen abgesehen, fern der groben Sensationsmache.
Aber der wirklich fesselnde innere Kern fehlt, es bleibt eben nur ein Drumherum. Denn das, was den füllenden Schicksalsinhali machen soll, der Fluchtversuch zweier Legionäre. die Liebe der Marketenderin zu dem einen, die Füfilie-
Bon nationalliberaler Seite trat man dafür ein, daß diese Professur für biblische Wissenschaft aufrecht erhalten werden soll. Bei dem Etat der höheren Le h ran st alten wurde darauf aufmerksam gemacht, baß die Rechte und Pflichten der Kuratorien gegenüber den Oberlehrern nicht sicher gestellt und auch der Amtscharakter der Oberlehrer immer noch unbestimmt sei. Ein fortschrittliches Mitglied verwies auf das Urteil des Reichsgerichts, wonach die Zwölf st undenklausel der H i l f s l e h r e r für ungültig erklärt worden ist. Der Minister will sich eine Stellungnahme Vorbehalten und hält eine allgemeine Verfügung über die Kuratorien wegen der Mannigfaltigkeit der Verhältnisse für undurchführbar. Über die Beschäftigung von Mittelschullehrern an höheren Lehranstalten teilte der Minister mit, daß mit ihrer Anstellung teilweise zu weit gegangen worden sei und daß acht Stellen wieder eingezogen wurden. Den allgemeinen Zug, höhere Ansprüche an den Nachweis der Berechtigungen zu stellen, mißbilligte der Minister im Interesse der Unterrichtsverwaltung. Ein fortschrittliches Mitglied trat für die Teilung der Oberprima nach sprachlich-historischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Gesichtspunkten ein und fragte, ob nicht den Oberlehrern die Teilnahme an den staatswissenschaftlichen Kursen eröffnet würde. Demgegenüber hielt der Minister an den Oberlehrerkursen fest und bestätigte, daß sie die Erwartungen vollständig erfüllt haben. Anträge auf Erteilung des freien Unterrichts an der Oberprima in Wiesbaden sollen genehmigt werden, wenn auch die ganze Frage sich noch im Stadium des Versuchs befindet. Ein konservativer Abgeordneter besprach den Extemporale-Erlaß und führte Klage über Verminderung der Leistungen der höheren Schulen. Der Minister widersprach dem auf Grund eingehender Stichproben, die auf seine Veranlassung an den höheren Lehranstalten vorgenommen wurden. Die Leistungen im deutschen Aussatz seien gestiegen. Eine weichliche Pädagogik liege dem Unterrichtsbetrieb ebenso fern wie eine schematische Überspannung. Der Sinn des Exiunporale-Erlasses war, dem Lehrer die unmittelbare Berührung mit dem Schüler zu bringen, statt alles auf reine Zensuren zu stellen. Einer Anregung von nationalliberaler Seite, eine Sichtung der Lehrkandidaten herbeizuführen, begegnete der Minister mit dem Hinweis darauf, daß er angeordnet habe, daß die Prüfung der Kandidaten während der Probezeit und der Seminarjahre verschärft werden soll. Freitagabend setzt die Kommission die Beratung des Kultusetats fort, jedoch nur bis zu den Elementarschulen; diese werden bis nach der Beratung des Eisenbahnetats zurückgestellt.
Drei nationalliberale Anträge, betreffend die innere Kolonisation. Dem Abgeordnetenhause gingen drei nationalliberale Anträge zu, den drei Gesetzentwürfen zuzustimmen, nach welchen der Staatsregierung drei Fonds von je hundert Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden, um Darleben zur Errichtung von Landarbeiterstellen in Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Schlesien, Sachsen, Schleswig- Holstein und Hannover, ferner Staatsdarlehen zur Einrichtung kleinmittelbäuerlicher Betriebe in den Landkreisen und endlich um Siaatsdarlehen für ländliche Betriebe zu gewähren, die von provinziellen Ansiedlungsgesellschaften zwecks innerer Kolonisation errichtet werden. Jedes Darlehen beträgt bis neun Zehntel des Stellenwertes, wenn dieser 10 000 M. übersteigt, bis sieben Achtel des Stellenwertes. Die Errichtung aller dieser Stellen erfolgt nach den Grundsätzen der Renten- gutsgesetze. Die Darlehen sind Zprozentig und bei einem Stellenwert von über 10 000 M. mit 3%, Prozent verzinslich und werden regelmäßig nach drei Jahren mit jährlich einem Prozent des Darlehensbetrages abgetragen. Kreise oder Ansiedlungsunternehmungen erhalten zur Kostendeckung für die Regelung der öffentlich-rechtlichen Verhältnisse eine Beihilfe von 1000 M. für jede ordnungsmäßig eingerichtete Stelle. Besondere Beihilfen bewilligt der Landwirtschaftsminister. Ist in einem Kreise die Schaffung von bäuerlichen Betrieben durch Kreisgesellschaften und andere Ansiedlungsunternehmun- gen ungenügend gesichert, so hat der Kreis die Fürsorge für solche Ansiedlungen und die Vermittlung der Staatsdarlehen zu übernehmen.
Ein Ergänzungsetat für Deutsch-Sudwestafrika soll demnächst dem Reichstag vorgelegt werden. Dieser Etat, mit dem sich bereits der Landesrat von Südwestafrika in seinen letzten Beratungen beschäftigt hat, wird sich u. a. auch mit dem Bau der Talsperren am Fischfluß befassen, dessen Wasser an drei Stellen für die Bewässerung des angrenzenden Landes nutz
rung und der schwache Versuch einer Revolte, das bleibt doch dünn und zwingt uns nicht rn eine vollgeladene Anteilsphäre. Der Grund hierfür scheint, daß Frgurep und Begebnisse zu allgemein, ohne persönlichere Einversetzüng gesehen sind; sie bleiben im Begrifflich-Typischen stecken, der „Monsieur Willi", der wegen Schulden um die Ecke^ gegangene preußische Offizier, und gar der „starke Cohn , der Märtyrer des Antisemitismus, der eigentlich nur ein zweibeiniger Leitartikel ist. Menschlich fundierter erscheint Madame la Cantinigre, die Marketenderin, die Mutter des Regiments, das alternde Soldatenweib, die ihr unruhiges Herz an den jungen Willi gehängt. Freilich sprach dies Herz unter der Legionär-Bluse durch den beseelten Mund der Else ^ehmann. . .
„Cafard", das bedeutet den Hirnrausch derWüste/oenTropen- koller. Ziemlich zahm führt uns Erwin Rosen den vor. Aber in den Bildern desVillage nögre, die in Grunwalds Regie farbig echt herauskamen, mit weißwürfligem Häusergewirr, Holz- gitterbalkonen, Teppichvorhängen, gutturaler Bauchtanzmusik, steckt etwas, das uns die arabischen Nachte in Algier zurückruft, die Nächte in den Berggassen der Kasba, hoch über der Mittelmeerbucht, die Nächte des Omed Nailviertels in Biskra, in Constantine und Batna, der Spahigarnison zwischen Bollwerkmauern. s.
Die Erinnerung ist unauslöschlich, und wieder fühlt man sich als Africanus miivor. ü e ‘- t S Poppenberg.
Kurthester.
Mittwoch, den 25. Februar, Uraufführung: „Höhenrausch". Schwank in 4 Akten von Walter Z o l l i n und Philipp D o r n e r.
, Gestern abend wurde im Kurtheater ein lokales Ereignis gefeiert. Zwei Einheimische ließen ihr Musenkind aus der Taufe heben. Der hübschklingende, vielversprechende Titel hält leider in keiner Weise, was er verheißt. Kein Rausch stellte sich ein — vielmehr ein fürchterlicher Katzenjammer.
Der Schwank, der in Fliegerkreisen spielt, ist ohne Handlung, ein unentwirrbares Durcheinander, der Witz ohne Witz. Und doch dürfen die Verfasser stolz sein. Ihre zahlreichen Freunde hielten tapfer aus. Um ein Viertel nach acht Uhr
bar gemacht werden soll. Als erste Baurate sollen 3 Millionen Mark angefordert werden.
Die Vergiftungserkrankungen im Trainbataillon Nr. 13. Der Sozialdemokrat Keil hat folgende kurze Anfrage eingebracht: „Pressemitteilnngen zufolge sind beim Trainbataillou Nr. 13 in Ludwigsburg eine größere Zahl Mannschaften infolge Genusses gesundheitsschädlicher Wurst erkrankt. Kann der Reichskanzler Auskunft geben über Ursache, Art und Zahl der Erkrankungen?"
Zur Änderung des Gesetzes gegen den unlautere» Wettbewerb. Abg. Dr. Werner-Gießen hat auf seine Anftage, die eine Erhebung bei sämtlichen Kleinhandels- und Mittelstands- Organisationen anregt, um zu erkunden, inwieweit die Geschäftswelt ein Interesse an der Veranstaltung von Aufnahmeangeboten hat, vom Staatssekretär Dr. Delbrück die Antwort erhalten, daß eine solche Erhebung abgelehnt werden müsse. Sie verbiete sich schon deshalb, weil es unzulässig sein würde, unter dem Gesichtspunkt der Beschaffung von Material für eine Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb einen einzelnen Punkt herauszugreifen.
Heer und Slotte.
Personal-Veränderungen. Tscheuschner. Oberst und Kominandenr des 9. Bad Jnf.-Regts. Nr. 170. mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt und zum Kommandanten des Trupven-übungsvlatzes Orb ernannt. * Tellenbach. Oberstleut, beim Stabe des Jns.-Leib-Regts. Großhsrzogin (3 Großherzogl. Hess) Nr. 117. unter Versetzung zum 9. Bad. Jnß-Regt Nr. 170 mit der Führung dieses Regts. beauftragt. * Führ. b. Eelking, Oberstleut. und Bats.-Kom. im 6 Hannov. Inf-Regt. Nr. 165, zum Stabe des Jnf.-Leib- Regls Großherzogin (3. Großherzogl. Hess.) Nr. 117 versetzt.
Trauerfeier für Generalleutnant v. Lindenau. Die Leichenparade für den neuernannten Gouverneur von Metz, bisherigen Kommandeur der 16. Division in Trier, Generalleutnant v. Lindenau, fand gestern nachmittag 3 Uhr in Trier statt. Die Leiche wird nach Altenburg (Sachsen-Alten- burg) übergeführt, wo am Freitag die Beerdigung stattfindet.
Schiffsbewegungen. Eingetroffen: S. M. Torpedoboot „Sleipner" am 24. Febr. in Falmouth; S. M. S. „Jaguar"- am 24. Febr. in Amoy.
Post und Eisenbahn.
Der bayerische Verkehrsminister wieder im Amt. Der Verkehrsminister v. S e i d l e i n ist aus seinem Urlaub zurückgekehrt und hat die Geschäfte wieder übernommen.
Busfanfc.
Österreich-Ungarn.
Zu dem Attentat auf de» Bischof Miklossy. Budapest, 25. Febr. Der Verdacht, mit dem Attentat gegen den Debretziner Bischof in direkter Verbindung zu sichen, hat sich auf eine .ehemalige Schauspielerin, eine gewisse Regerczky, gelenkt. Es soll festgestellt worden sein, daß sie am Tage der Explosion in Dübretzin war und in der Wohnung des Bischofs vorsprach. Die beiden des Attentats verdächtigten R u m ä n e n hatten von der Bukarester Bchörde .ausgestellte Legitimationen mit Photographien und wollten als Boxer öffentlich auftreten. — Bukarest, 25. Febr. Die rumänische Presse äußert sich mißbilligend über das Attentat in Dsbretzin. Die offiziöse „Jndependcmce Rou- maine" protestiert gegen die Behauptung einzelner ungarischer Blätter, daß Rumänen die Urheber seien. Man könne nur annchmen, daß das Attentat das Werk von Leuten sei, welche ein Interesse daran hätten, die Beziehungen zwischen Magyaren und Rumänen zu vergiften.
Frankreich.
Neuer Unfall eines Kriegsschiffs. Toulon, 26. Febr. Bei einer Ausfahrt des hier weilenden Torpedobootsgeschwa- ders geriet das Torpedoboot „Renaudin" in Brand. Verschiedene Matrosen wurden dabei schwer verletzt. Nur mit großer Mühe gelang es, einer Katastrophe vorzubeugen. Das Schiff mußte mit schweren Havarien ins Dock geschleppt webden.
England.
Die Prüfung der Jnvasionsfrage. London, 25. Febr. Premierminister Asguith teilte mit, daß das Komitee für die ReichSverteidigung die _ Überprüfung des Jnvasionsproblems beendet habe und sich über die allgemeinen Linien eines Be,
begann der Schwank, um halb zwölf war er beendet —, vier lange Akte. Die unendlich vielen Mitspielenden taten, was sie konnten, aber zu retten gab es nichts.
Der eine Verfasser, Walter Zollrn, das beliebte Mitglied unserer Königl. Bühne, dessen reife, abgeklärte Kunst dem Publikum so manche genußreiche Stunde bereitete, durfte gestern, dank dieser Kunst, einen Triumph feiern. Er wurde belobt, beklatscht,^ es gab Lorbeeren und Blumen —, und es wurde nicht gezischt. Seiner Beliebtheit allein hat er es zu danken. Ein Fremder hätte es nicht so gut gehabt.
Und so erbrachte dieser verunglückte Schwank doch den Beweis, daß es noch Freundschaft gibt auf der Welt und Dankbarkeit. 8. v. N.
Hu* Kunst und Leben.
Theater und Literatur. „Die Rückkehr zur Natur", das neueste Werk Ludwig Fuldas, wurde vom Schauspielhaus in Frankfurt a. M. zur Uraufführung angenommen und wird dort in der kommenden Saison in Szene gehen.
Bildende Kunst und Musik. Über ein Gastspiel Eduard Habichs als Beckmesser im Kölner Opernhaus schreibt die „Köln. Ztg.": „Im Mittelpunkt der Anteilnahme, welche die gestrige Vorstellung der „Meistersinger" im Opernhaus erweckte, stand der Gast des Abends, Herr Eduard Habich von der Königlichen Hofoper in Berlin. Sein Beckmesser war eine ungemein scharf zugespitzte, charakteristische Figur, durchtränkt mit der Würde eines gekränkten Spießbürgers und der Galle eines stets unzufriedenen Kritikers. Sein Ständchen, sein Werbelied waren Kabinettstücke Wagnerschen Humors. Stimmlich imponierte dieses Stadtschreiberiem durch den Wohllaut und das Metall seines vortrefflich geschul- ien, sehr abwanidlungsfähigen Baritons, der sich im letzten Zwiegesang mit Sachs sogar zu einem volltönenden hohen Brust-r^ ausschwang. An seiner Gesamtleistung konnte man jedenfalls aufrichtige Freude empfinden."
Wolfgang von W a l t e r s h a u s e n, der Komponist der erfolgreichen Oper „Oberst Chabert", hat die Musik Al einer neuen romantischen Oper „Richardis" vollendet
