Einzelbild herunterladen
 

Hilfslehrer mit Ruhegehaltsberechtigung nach einem Probefahr stimmte, nach einem Bericht des Fortbildungsschulinspektors Kern, der Zentralvorstand im Prinzip zu und genehmigte die Anstellung eines Fortbildungsschul-Hilfslehrers in Eltville und Limburg a. d. L. Annahme fand sodann der Antrag um Befreiung der Fortbildungsschul-Hilfslehrer und der mit Ruhegehaltsberechtigung eingestellten Lehrerinnen an den Mädchen-Fortbildungsschulen von der Krankenversicherungs­pflicht. Bezüglich der Neuorganisation der Mädchen-Fortbil­dungsschulen war der Zentralvorstand der Ansicht, sie einheit­lich zu organisieren und neue Lehrpläne aufzustellen. Schließ­lich wurde die Anstellung eines technischen Beamten in der Person des Diplomingenieurs Engelmann in Berlin gut geheißen.

- Wo sind die Urnen? Ein Teil des Demminschen Be­sitzes an der Kapellenstraße in Wiesbaden, der bekanntlich nach dem Tod Demmins in die Hände des Deutschen Schriftsteller- Verbands als Vermächtnis überging, wurde vor kurzem ver- i äußert, und zwar gerade die Fläche des Parks, die das Grab­denkmal Demmins und seiner Gattin enthielt. Vorgestern sollte der Gedenkstein auf den Teil des Anwesens, der dem Schriftstellerverband verblieb, übcrgeführt und die Urnen mit der Asche des Demminschen Ehepaars dort beige­setzt werden. Man war der Meinung, daß die Urnen, die Demmins und seiner Gattin Asche bergen, unter dem Gedenk­stein beigeseht seien, da dies der letztwillige Wunsch Demmins gewesen. Als der Gedenkstein aber abgehoben war, zeigte sich darunter nur massivesMauerwerk, auf welches das Denkmal ge­gründet war, die Urnen fanden sich jedoch nicht vor. Es liegt die Vermutung nahe, daß die beiden Urnen nach der Ver­brennung der Leichen im Krematorium zu Heidelberg ver­blieben sind.

— Süßer im Februar. Herr W. Boß in Sonnenberg . („Nassauer Hof") schreibt uns: „In Nr. 67 des „Tagblatts" wird behauptet, der letztjährige Apfelwein, von ausländischem Obst hergestellt, würde „lang und schwarz", d. h. er würde ver­derben. Ich muß dem widersprechen, da ich fast ausschließlich französisches Obst gekeltert habe. Der Apfelwein hat bereits ausgegoren und ist von einer tadellosen Güte und Herbe. Von „langem" Apfelwein kann bei sachgemäßer Behandlung nie die Rede sein."

—; Ein Unfall stieß heute früh Ecke Bleichstraße und Bis­marckring einem beladenen Petroleumfuhrwerk insofern zu, als ein Radreis platzte. Der Wagen blieb auf dem Geleise der Straßenbahn liegen und kannte erst nach längerer Zeit durch eine Anzahl Leute zur Seite gebracht werden, ohne daß dadurch indessen ein übermäßiger Aufenthalt entstanden war.

— Gestohlen wurde gestern nachmittag in der Mauergasse ein Fahrrad, während der Eigentümer desselben wegen Auf nähme einer Bestellung in einen Laden getreten war.

~ ciü Fremdenverkehr. Kaiserlicher Geheimer Recknungsrat Z- W Kaedrna aus Berlin-Steglitz ist im „Hotel Adler Badyaus abgestregen.

- Kleine Notizen. Die Nr. 7 der „Anstellungs- Nachrichten" (so heißt jetzt, verdeutscht, die frühere Vakanzenliste") liegt in der Geschäftsstelle des „Wiesbadener TaMatts zur unentgeltlichen Einsicht offen.

Kus dem vereinslsben.

SereinsvortrSge.

In: „Verein Frauenbildung — Frauen-

studium" svrach Frl. Dr. Adele Reuter über das Thema: „Wie soll man ein Kunstwerk betrachten?" In feinsinniger Weise geißelte Rednerin die Art des flüchtigen Betvachtens der Kunstwerke seitens des großen Publikums Sie wies darauf­hin. daß Geduld und guter Wille die Voraussetzung einer jeden verständnisvollen Kunstöetrachtung ist. und daß sich mit Beharrlichkeit durch intensives Sehen — „Nachschaffen" nannte es die Rednerin — ein jeder Geschmack wandeln und verbessern ' lasst. Jedes Kunstwerk muß anders betrachtet werden; ein­mal kommt es auf den Rhythmus und Fluß der Linie, ein an­dersmal auf inneren Gehalt oder äußere Form, dann wieder auf das Pshchologische, die Technik oder die Stimmung des Künstlers an. Mit dem Hinweis daraus, auch die altdeutsche und die ganze moderne Kunst unter dem Gesichtswinkel des intensiven verständnisvollen Betrachten? verstehen und nicht verständnislos abweisen zu wollen, schloß Reduerin die dem­nächst eine Reise durch Italien mit künstlerischen Ein­führungen und Vorträgen leiten wird, ihre interessanten Aus­führungen. (Ohne Gewähr.)

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

Die nationale Einheitsschule.

-u Biebrich, 12. Febr. Im gestrigen Vortragsabend der Fortschrittlichen Volksvarter. der im Schützenhofs­saale bei sehr guter Beteiligung abgehalten wurde, sprach Herr Leherer Nieder, der Vorsitzende des hiesigen Lehrervereins, über das Thema: „Die nationale Einheitsschule". Der Redner entwickelte in seinen sehr interessanten Aus­führungen den Gedanken der Einheitsschule, der rlnser ge­samtes Schulbildungswesen aus der einheitlichen Grundlage der gemeinsamen Unterstufen für alle Schmzweige durch­führen will Bon dieser gemeinsamen Grundlage aus soll dann später der Besuch der einzelnen höheren Schularten ledig­lich nach dem Gesichtspunkt der Befähigung allen Schülern zugängig sein. Der ausgesvrochen soziale Zug dieses Schul- rosormprogrammes kommt besonders in der Forderung zum Ausdruck, die jedem befähigten Schüler ohne Rücksicht auf die BermögLnsverhältnisse und dem gesellschaftlichen Stand seiner Eltern das Studium ermöglichen will. Den Ausführungen folgte nach dem Verklingen des sehr lebhaften Beifalles noch eine längere Aussprache, in der eine ganze Anzahl von Rednern sich mit den Forderungen des Referenten auseinandersetzte, und zwar sämtlich im zustimmenden Sinne. U. a. erwähnen wir auch Herrn Rektor W. B r o i d e n st e i n - Wiesbaden, der die gegenwärtig durch den Frankfurter Schulstreit besonders aktuelle Frage einer mit großem Interesse aufgenommenen Betrachtung unterzog.

Kus Lex Umgebung.

Adam Trabert ß.

— Fulda, 12. Febr. Der Dichter und Politiker Adam Trabert, ein geborener Fuldaer, ist als Hofrat dieser Tage >n Wien im Alter von 82 Jahren gestorben. Trabert, der Sohn eines Messerschmieds, hat in den Jahren 1848 bis 1868 eine hervorragende politische Rolle in Kurhessen gespielt in antipreußischer und großdeutscher Richtung. Als Redakteur des Wochenblatts „Wacht aus!" (Fulda 1849) hatte er in Spangenberg 4 Jahre. Festungshaft abzusitzen. 1886 siedelte Trabert nach Wien über, trat 1872 in den Bahndienst, wo er es nach siebzehn Jahren bis zum Generaldirektor brachte. Als Dichter und Schriftsteller war er sehr produktiv; u. a. verfaßte er: „Deutsche Gedichte aus Österreich", das Schauspiel ..Elisabeth, Landgräfin von Thüringen", das Drama „Julian, der Abtrünnige". (Bevor Trabert nach Wien übersiedelte, war er auch in Wiesbaden tätig, und zwar als Redakteur der damals tm Verlag der L. Schellenbergschen Hosbuchdruckerei erscheinenden „Rhein-Lahn-Zeitung". Als im Jahre 1868 der „Wiesbadener Gutenbergverein" sein Verbandsfest ...Unter den Eichen" feierte, dichtete ihm auf Ansuchen Trabert einen schwungvollen Prolog, der im Druck erschien und noch heute bei manchem der damaligen Teilnehmer des Festes unter Glas und Rahmen prangt.)

*

ht. Bad Homburg v. d. H., 12. Febr. Der „Taunusklub" beschloß die Erbauung einer Schutzhütte auf dem Herzöerg. Die Hütte soll etwa 100 Personen Unterkunft bieten und wird 5500 M. kosten.

m. Bingen, 12. Febr. Wie der Hofmarschall des Groß­herzogs von Hessen dem Vorstand des hiesigen „Cäcilien­vereins" mitgeteilt hat, steht der Besuch des Groß­herzogs in Bingen in Aussicht. Zu seiner Jubelfeier wird der Verein die „Liebesmesse" aufführen. Hierzu ist das Er­scheinen des Großherzogspaares in Aussicht genommen.

X Biedenkopf, 12. Febr. Bei einer in der Nähe von Bromskirchen abgehaltenen Jagd wurden acht Hirsche er­legt.

Gerichtssaal.

X Zwei Urteile. Marburg, 12. Febr. Das Schöffen­gericht verurteilte heute einen Studenten, der in Ge­meinschaft mit seinen Freunden zu nächtlicher Stunde einen des Wegs kommenden schwächlichen jungen Mann anrempelte und dann, als dieser sich dieses Benehmen verbat, so mißhandelte, daß er ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen mußte, und jetzt, nach 2 MoNaten, noch an den Folgen leidet, zu. 100 M. Geldstrafe.— Ein Bau­arbeiter, der beim Bauarbeiterstreik sich der Be­drohung und des Koalitionszwangs gegenüber Arbeits­willigen schuldig machte, wurde zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. — Diese beiden Urteile, die derselbe Gerichts­hof in derselben Sitzung fällte, könnten als Beweis dafür gelten, daß für den Schutz der Arbeitswilligen heute schon mehr, als ausreichend gesorgt ist, während es noch an dem allernotwendigsten Schutz gegen Roheiten betrunkener über­mütiger Studenten fehlt.

w. Ein politischer Beleidigungsprozetz. Gießen, 13. Febr, In dem Prozeß, . den der LcmdtagSa'bgeordnete Justizrat Grünewald (Gießen) gegen den Landtagsabge- ordne'ten Br. Winkler (Oppenheim) wegen Beleidigung durch den Vortvurf der Feigheit angestrengt hatte, und der Widerklage wurde heute das Urteil gefällt. Dr. Winkler wurde wegen Beleidigung nach Paragraph 186 und 203 des Strafgesetzbuches in zwei Füllen zu einer Gesamtgeldstrase von 600 M. oder 60 Tage Gefängnis verurteilt. Justizrat Grünewald wurde wegen Vergehens nach Paragraph 186 zu 100 M. Geldstrafe oder 10 Tagen Gefängnis verurteilt; außerdem wurde ihm die Publikationsbefugnis zugesprochen. Die vier Mitangeklagten hessischen Redakteure, die den belei- digenden Äußerungen Br. Winklers Aufnahme in ihren Blättern gewährt hatten, wurden freigesprochen. In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß Ilr. Winkler den Wahrheitsbeweis in keinem Falle erbracht habe.

Svort tmh Spiel.

Nassauifchs Nachrichten.

— Höchst a. M., 12. Febr. Der Arbeiter Lommel, der sich tn Harburg der Polizei stellte und angab, in der Nähe von Höchst einen Arbeiter mit einigen Komplicen ausgeraubt und in den Main geworfen zu haben, leidet an einer Wahn­idee. , Lommel hat, wie festgestellt wurde, in Celle und in Köln die gleichen Beschuldigungen gegen sich erhoben. Die Angaben bezogen sich <m>f zwei andere Arbeiter, die er er­mordet haben wollte. Lommel wurde damals nach Feststellung der Angelegenheit wieder aus der Untersuchungshaft entlassen.

— Oberursel, 12. Febr. Gestern mittag wurde der ver­heiratete Peter Hosner von Oberstedten und seine 22jährige Tochter wegen Blutschande verhaftet und in das Amts­gerichtsgefängnis Homburg eingeliefert. Höfner ist 46 Jahre alt und Vater meyrerer Kinder. Obwohl schon jahrelang Ver­dachtsmomente Vorlagen, fehlte doch immer die rechte Hand­habe znm Einschreiten. Der Unhold begleitete das Mädchen morgens bis zur Fabrik und abends holte er es wieder ab. Das Mädchen hat schon zwei Kinder geboren, der Vater, konnte jedoch in keinem Fall festgestellt werden, da das Mädchen immer angab, überfallen, und vergewaltigt worden zu sein.

8. Schwedische Automobilkonkurrenz. Gestern abend sind, wie uns aus Stockholm drahtlich berichtet wird, von den zur internationalen Automobilkonkurrenz in Schweden ge­starteten 60 Wagen nur ein Drittel am Mel eingetroffen. Die beste Zeit bei dem Kilometerbergrennen hat bisher der von Eklus gesteuerte O p e l w a g e n mit 1:44 erzielt. Das Kilo- meterrcnnen aus dem Eise hat verschoben werden müssen, da anhaltendes Tauwetter die Eisbahn zerstört hat.

* Der Geländelaus. Eine der erfrischendsten und gesünde­sten Leibesübungen ist der Lauf in freier Natur, durch Wald und Feld, über Gräben und Hecken. Den Teilnehmern bringt er mit dem Genuß, auf weiter Erde ein ungebundener Mensch zu sein, die hohe Freude an der persönlichen Leistung. Als Trainingsmittel weiß man den Geländelauf in den angel­sächsischen Ländern höchster sportlicher Kultur in allen Sport­lagern zu schützen. Man weiß dort, daß alles Spezialtraininq nach ausgeklügelten „Systemen" schließlich versagen muß, wenn man den Lauf, den natürlichsten und physiologisch uner­gründlichen Weg gleichmäßiger Ausbildung innerer und äußerer Organe vermieden hat. So hören wir kaum jemals von einem großen sportlichen Ereignis, das sich drüben ab- fptelt, ohne daß in den Trainingberrchten, die uns vermittelt werden, der Geländelauf eine Rolle spielt, mag es sich um die Boxer^ Johnson-Jeffrres, die Ringer Gotch-Cygauiwiecz, um eine. Fußballmannschaft, um Ruderer, Radfahrer oder sonstige

Sportgrößen handeln. Das sollte allen unseren Sportleuten ein Fingerzeig sein. Die Turner sollten ihn vor allem in ihr Programm aufnehmen und ihr sonst doch recht spärliches Freilustpensum dadurch in angenehmer Weise erweitern. Hut ^ te ' e o> nU J^^ ei1 Übung auch in Deutschland zu einer allgemei­nen Verbreiiuug zu verhelfen, finden auf Veranlassung der Deutichen sportüehörde für Athletik am 8. April an allen größeren Orten Deutschlands Geländeläufe statt, an denen sich jedermann unentgeltlich beteiligen kann. Es werden deshalb alle Turn- und Sportvereine, Jugendber- eine, religiöse Vereinigungen ufw. aufgesordert, sich auf den Lauf vorzubereiten und daran teilzunehmen. Die näheren Bestimmungen werden in Kürze durch besondere Ortsaus­schüße bekanntgegcben, inzwischen werden alle Anfragen und Auskünfte durch Ehr. Englert, Frankfurt a. M., Saal- burgstraße 44, bereitwilligst erledigt.

Der Prinz zu Wied in Wien.

wb. Wien, 13. Febr. Prinz Wilhelm zu Wied ist heute morgen aus Rom in Begleitung des Vizekonsuls Buchberger am Westbahnhofe eingetrosfen. Zum Emp­fang waren u. a. erschienen der ihm als Ehrendienst zugeteilte Oberst des Generalstabs Mietzl, ferner einige Mitglieder der albanesischen Kolonie mit 20 albanesischen Knaben, die in Wien ihre Erziehung ge­nießen. Nach Verlassen des Zuges begrüßte der Prinz die ihn erwartenden Herren und die albanesischen Zög­linge, die ihm eine lebhafte Ovation bereiteten. Hierauf begab sich der Prinz mit Oberst Mietzl in den bereitstehenden Hofwagen nach dem Hotel Imperial, wo er als Gast d e s K a i s e r s Wohnung nimmt. — Die Blätter begrüßen den Prinzen mit aufrichtiger Sym­pathie. Sie weisen darauf hin, »daß den Prinzen eine s ch w e r e A u f g a b e erwarte und wünschen, daß ihm die Mission, Albanien auf dem Wege des Fortschritts einer glücklichen Zukunft entgegenzuführen, im vollsten Maße gelingen möge.

DerGesundheitszustand der französischen Truppen

_ wb. Paris, 13. Febr. Mehreren Blättern zufolge hat der Gesundheitszustand der Truppen, über welchen in der heutigen Kammersitzung auf Veranlassung der Sozialisten eine Jnter- pellationsdebatte stattfinden wird, namentlich in den Garni­sonen an der Ostgrenze eine Verschlimmerung er­fahren. In den Militärkrankenhäusern in Nancy befinden sich gegenwärtig 500, in To ul 800 und in Luneville 126 Kranke. Die „France Militaire" meldet, daß das Kriegs­ministerium verschiedene Maßnahmen zur Hebung des Ge­sundheitszustandes in der Armee beschlossen hat, darunter bessere Heizung der Kasernen und wärmere Bekleidung der Mannschaften. Überdies sollen zahlreiche Beurlaubungen er­folgen und die schwächeren Soldaten ausgemustert werden. — Aus Algier wird gemeldet, daß die Rekruten von den Antillen, die nach Algier versetzt worden waren, weil sie in Südfrankreich massenhaft erkrankten, auch das algerische Klima nicht vertragen.

Wie sich Frankreich „tröstet".

Paris, 13. Febr. Die Epidemien, die zurzeit in den französischen Garnisonen unter den Truppen wüten, haben die öffentliche Meinung Frankreichs außerordentlich beun­ruhigt. Um einen gewissen Trost zu haben, veröffentlicht heute das „Journal" ein Telegramm seines Berliner Korrespondenten, der erfahren haben will, daß auch der Gesundheitszustand der deutschen Truppen außer­ordentlich zu wünschen übrig lasse. Er nimmt den Mund sehr voll und erklärt, zu wissen, daß'12 000 Mann deutscher Truppen zurzeit in Lazaretten untergebracht sind.

Der Besuch des Wiener Stadtrats in Berlin im Mai.

wb. Wien, 12. Febr. In der heutigen Sitzung des Stadtrats wurde folgender Beschluß gefaßt: Der Stadt­rat nimmt dankbar die Einladung der Berliner Stadt­vertretung an und wird ihr im Mai Folge leisten ferner wurde beschlossen, die Breslauer Gemeinde­vertretung ein zu laden, daß sie im Frühjahr oder rm Fruhsommer der Gemeinde in Wien einen Geyen- be s u ch abstattet.

Die Veröffentlichung des Urteils gegen den „Vorwärts"- Redakteur.

s - Berlin, 13. Febr. (Eig. Drahtbericht) Das Ab­geordnetenhaus beschäftigte sich heute mit dem Antrag seiner Geschäftsordnungskommisfion, die dem Hause vorschlug, das Urteil gegen den wegen Beleidigung des Abgeordnetenhauses zu 6 Wochen Gefängnis verurteil- ten Redakteur des „Vorwärts" Albert Wachs im „Vor­wärts" und im „Reichsanzeiger" veröffentlichen zu lassen. Nachdem der Berichterstatter mündlich Bericht erstattet hatte, ergriff der Abgeordnete Di-. Liebknecht das Wort. Er sagte u. a.: „Auch wir sind der Ansicht, daß dieses Urteil nochmals publiziert wird, und zwar auch im „Vorwärts". Es kann nicht oft genug daran erinnert werden, welche traurigen Vorgänge sich in diesem Hause abgespielt haben. Es ist notwendig, diese Vorgänge immer und immer wieder der Vergessenheit zu entreißen, und zwar bitte ich das Urteil möglichst mit seiner Begründung zu publizieren." Sodann wurde der Antrag der Geschaftsordnungskommission nahezu einstimmig angenommen.

Neue Gesetze für Elsaß-Lothringen.

# Straßburg, 13 Febr. (Eig. Drahtbericht) Wie elsaß-lohrmgische Blatter Mitteilen, soll die Reichsregie, rung beabsichtigen, m diesem Jahre noch dem Reichstag das schon früher erwähnte Gesetz über das Vereins- und Versammlungsrecht in Elsaß-Lothringen und ferner einen Gesetzentwurf, der sich gegen die in Elsaß-Lothringen rn französischer Sprache er­scheinenden Zeitungen richtet, vorzulegen.

Zu dem Neubau eines Reichsarchivs.

8. Berlin, 13. Febr. (Eig. Drahtbericht) Die Budget­kommission des Reichstags erledigte heute die Petitionen zum Marineetat und wandte sich dann der zurückgestellten Forde­rung für den Neubau eines Reichsarchivs zu. Bekanntlich ist geplant, daß das Reich zusammen mit Preußen den Neubau errichten soll. Dagegen erhoben sich aber Bedenken, und auch heute in der Kommission erklärten. namentlich die Sozial­demokraten und die Zentrumsabgeordneten sich gegen jede Eigentumsgemeinschaft zwischen dem Reich und Preußen. Dre Abstimmung wurde auf Dibnstag vertagt. Über eine Petition, die Parsifal-Aufführungen im Festspielhause zu Bayreuth von nun ab von Reichs wegen zu unterstützen, ging die Budgetkommission zur Tagesordnung über.

Diebstahl bet einer Luftschifferkompagnie, wb. Düsseldorf 12. Febr. Eine Kassette, in der ich 1200 Mark befanden, ist aus dem Wachlokal der hier n Garnison liegenden Kompagnie des dritten Luft- ichifferbatarllons . gestohlen worden. Man versichert, daß es sich auf keinen Fall um Spionage handeln könne.

Die in, Frage kommenden Wachmannschaften wurden vorläufig , sestgenommen. Sie .bestreiten, von deM Diebstahl irgend etwas zu wissen.