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Nr. 7X Frettag, 13. Oedruar 1914, Wi§sd«dener Tagdkatt.Morgen-rmsgaSe, 1. Blatt. Weite 3»

familie, trat auf den Balkon und wurde von der Menge mit lebhaften Hurrarufen begrüßt. Das Königs­paar unternahm auch im Laufe des Tages im offenen Automobil eine Fahrt durch die Hauptstadt, überall von der Bevölkerung herzlichst begrüßt.

Türkei

Aufhebung der Gesandtschaft in Montenegro und Einrichtung einer Gesandtschaft in Albanien. K o n- st a n t i n o p e I, 11. Febr. Die Pforte beschloß, die Ge­sandtschaft in C e t t i n j e aufzuheben. — Nach Blätter- melduugeu hat die Pforte ferner beschlossen, in Alba­nien eine Gesandtschaft zu errichten, sobald in Alba­nien eine fest» Regierung erlangt sei.

Die italienischen EisenbahnkonZessionen in Klein- irsien. R o m, 12. Febr. In hiesigen politischen Kreisen will man wissen, daß die Verhandlungen zwischen Eng­land, Italien und der Türkei über die Eisenbahn­konzessionen in Kleinasien endgültig zum A b - s ch l u ß gekommen seien. Die Vereinbarung soll be­sonders für Italien sehr g ü n st i g sein. Weiter will man wissen, daß nach Unterzeichnung des Abkommens die Räumung der von Italien im Mittelmeer be­setzten Inseln in kürzester Zeit erfolgen wird.

Mexiko.

Die Hinrichtung Castillos. R. New Jork, 12. Febr. Ein Telegramm aus El Paso bestätigt die Nachricht von der Gefangennahme und Hinrichtung Maximio C a st i 11 o s und sechs seiner Anhänger durch Truppen der Konstitutionalisten. Nach einem Tele­gramm, das General Villa von Rebellen erhalten hat, fand die Gefangennahme am Montag 45 Meilen von Pearson in Chihuahua statt.

Südamerika.

Der Baumwollbau in Argentinien. Der Baum­wollbau in Argentinien wird in nicht allzu ferner Zeit erhebl'ch an Bedeutung gewinnen, wie in dem vor kur- zem erschienenen Heft der „Mitteilungen" des Deutsch- Argentinischen Zentralverbandes ausgeführt wird. Die bisher im Norden Argentiniens, insbesondere im Chaco, gemachten Anbauversuche haben sehr gute Ergebnisse gezeitigt und der Baumwollkultur ist in die­sen Gegenden ebenso wie in Paraguay eine glänzende Zukunft in Aussicht zu stellen, vorausgesetzt, daß es ge­lingt, den Anbau im großem Maßstabe durchzuführen. Die deutsche Industrie findet hier die Möglich­keit, eine neue ergiebige Quelle des wichtigen Roh­materials sich zu erschließen, denn auch die argentini- sche Regierung, der an der wirtschaftlichen Entwicklung des Nordens der Republik viel gelegen ist, würde der­artige Pflanzungsunternehmen nach jeder Richtung hin fördern.

Kur Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Lehrergehälter und Staffelung der Ortszulage.

Aus Lehrerkreisen schreibt man uns:

c*„ der Mittwoch-Abend-Ausgabe des „Wiesbadener Tag- blatts" ist m der Notiz „Lehrergehälter" auf die Gehälter der Städte Mannheim und Ludwigshafen hingewiesen und rm Anschluß daran dem Wunsch Ausdruck gegeben worden, daß Wiesbaden nun auch bald eine entsprechende Normierung seiner Lehrergehälter vornehmen möge. Der Hinweis auf die beiden genannten Städte hat jedoch für Wiesbaden geringere Bedeutung, und andere Städte, wie Nürnberg, München, Passau, Hamburg usw., würden im Vergleich mit Wiesbaden noch drastischer wirken, und zwar zuungunsten der nassaui- schen Hauptstadt. Aber es kommt für die Lehrergehälter der Stadt Wiesbaden vielmehr auf etwas anderes an. Nach dem Gesetz von 1609 sind für ganz Preußen die Lehrergehälter in Grundgehalt und Alterszulagen einheitlich festgesetzt, so daß das unzeitgemäße Vielerlei verschwunden ist, dagegen hat das Gesetz für besonders teure Orte die Bewilligung von Teue­rungszulagen bis zum Höchstbetrag von 900 M. zugelassen, die aber von den einzelnen Gemeinden nach freiem Ermessen ge­währt werden können. Es sind aber selbst in den ersten und reichsten preußischen Städten bei Bewilligung der vollen Orts­zulage von 600 M. die Höchstgehälter der angeführten süddeut­schen Städte gesetzlich gar nicht erreichbar. Das in Preußen erreichbare Höchstgehalt ist freilich von einer langen Reihe preußischer Städte längst bewilligt worden; und annähernd erreicht ist das gesetzlich zulässige Endgehalt in zahlreichen Orten des rheinisch-westfälischen Industriegebiets sowie. in den drei nassauischen Orten Wiesbaden, Höchst und Gries­heim. Der Grund- und Kardinalfehler der Ortszulage liegt aber in einigen Städten der letzten Gruppe nicht einmal in der Ortszulage an sich, dre in Wiesbaden bis 700 M. und in Höchst bis 600 M. hinaufreicht, sondern in der Art ihrer Staffelung begründet, wodurch die Lehrer in den unteren und mittleren "Dienstjahrcn eine unzureichende Teuerungszulage beziehen. Weil in diesen Jahren die staatlichen Alterszulagen vielfach noch fehlen und die Familienausgaben erfahrungsge­mäß mit am höchsten lind, macht sich in dieser Zeit der Fehler einer ungünstig gestaffelten Ortszulage am stärksten fühlbar. Einige Beispiele ^mchredenartiger Staffelungen sollen folgen. Mit dem 15. Dienstjahr bezieht der Lehrer in Gries­heim 500 M. Ortszulage und der Lehrer in Wiesbaden 400 Mark (bis zum 17. Drensfiahrst Noch ungünstiger gestellt sind unsere Lehrerinnen gegenüber ihren Kolleginnen in Griesheim. Nach vollendetem 13. Dienstjahr bezieht der junge Lehrer in Frankfurt 780 M. Ortszulage, der gleich­altrige Kollege dahier also öoöJX. weniger. Die Wiesbadener Lehrerin begnügt sich bei 13 Drenstjahren mit 290 M. Orts­zulage, während eine Fraprfurter Lehrerin zur selben Zeit 600 M. Zulage erhält. Die neueste Frankfurter Magistrats- Vorlage sieht abermals erne bessere Staffelung vor, und das

Stadtverordnetenkollegium wünscht, daß selbst diese geplante

Besserung der Ortszulagenstaffelung noch wesentlich günstiger gestaltet werde. Nicht die Hohe der Ortszulage an sich allein, sondern mehr noch eine günstige, wohlwollende — ja gerechte Staffelung ist das Entscheidende, und nur eine die unteren und mittleren Dienstalter genügend . berücksichtigende Ab­stufung der gesetzlichen Zulagen laßt diesen ihren Charakter als Teuerungszulagen und erfüllt den Geist und Willen des Gesetzes. Nicht bloß die vollen Endgehälter, sondern befriedi­

gende Gehaltsbezüge in den unteren und mittleren Dienst­jahren sind die Zeichen echten Wohlwollens unserer Städte, und hierin wird Wiesbaden in nächster Zukunft hauptsächlich bestrebt sein müssen, das Versäumte endlich gutzumachen.

Eine Hundertjahrerinnerung.

In diesen Tagen sind hundert Jahre verflossen, seitdem sich an der Haaksbank in der Nähe der Insel Texel jene grausige Tragödie zutrug, durch welche zahlreiche nassaui- sche Soldaten ein Grab in den eisigen Fluten des Meeres fanden. Die beiden nassauischen Infanterie-Regimenter un­ter den Obersten v. Pöllnitz und v. Kruse hatten mehrere Jahre im Dienst Napoleons m Spanien tapfer und ruhmreich gekämpft. Rach der Völkerschlacht von Leipzig sagte sich auch Nassau von dem gewaltigen Korsen los. Das zweite Regi­ment entkam aus Spanien und schiffte sich nach England ein, von wo aus es 1814 auf Befehl des Herzogs von Nassau nach Holland ging. Am 5. Februar 1814 lief die kleine Flotte, welche die Nassauer ausgenommen hatte, aus dem Hafen von Plymouth aus, geriet aber in ein solch fürchterliches Schnee­gestöber, daß einige der Schiffe wieder zurückkehrten. Doch brach man bald wieder auf, um einen neuen Versuch zur Er­reichung der holländischen Küste zu machen. Wiederum trat ein entsetzlicher Sturm ein und trieb die Schiffe auseinander. Zwei davon retteten sich mit knapper Not und kamen später glücklich nach Holland. Die beiden anderen aber gerieten in der Nähe der Küste auf Sandbänke. Das vom Hauptmann v. Berninger kommandierte Schiff zerschellte in der Dunkel­heit des Wintermorgens, und alle Mannschaften er­tranken. Das zweite, von Hauptmann Müller befehligte Schiff geriet auf eine Sandbank; die Wogen drangen mit furchtbarer Gewalt in den inneren Schiffsraum, haushohe Wellen stürzten über das Verdeck und spülten zahlreiche Men­schen ins Meer. Viele kletterten auf den Vordermast und hielten sich hier an Tauen, Stricken und Leitern fest. Die auf dem Verdeck Gebliebenen wurden ausnahmslos durch Sturm und Wellen ins Meer geschleudert, darunter auch Hauptmann Müller. Zu den unsäglichen Leiden der Unglücklichen gesell­ten sich quälender Hunger und Durst. Mehrere mutige Männer stiegen auf das Verdeck und holten mit Mühe ein Füßchen Mehl und eins mit Süßwasser, womit sie ihr Leben fristeten. Endlich, am 11. Februar, nahte Rettung. Bewoh­ner der Insel Texel, welche die Unglücklichen schon längst be­merkt hatten, aber keine Hilfe bringen konnten, weil ihre Boote im Eis festgefroren waren, kamen jetzt mit den losge­wachten Booten und nahmen die halb erfrorenen und fast ver­hungerten Schiffbrüchigen vom Mastkorb herab. Aber es waren nicht mehr viele — nur noch 40 Mann im ganzen —, die gerettet wurden. In den eisigen Wellen umgekommen waren 12 Offiziere, 3 Feldwebel, 12 Sergeanten, 21 Korpo­rale, 4 Spielleute und 178 gemeine Soldaten.

— Ein begehrter Posten. Die hiesige Allgemeine O r t s - krankenkasse hat die Stelle eines Kassenboten ausgeschrieben. Es meldeten sich nicht weniger als 700 Be­werber, die sich zum großen Teil in recht guten Privatstel­lungen befinden, teilweise sogar dem Hausbesitzevstand ange­hören.

— Ein neuer Frauenberuf. Ein neuer interessanter Be­ruf hat sich der Frauenwelt in der Autzenpropaganda der Gas­werksbetriebe eröffnet. Wer als Reklamemann jahrelang in der Erweiterung des Absatzes solcher Artikel gearbeitet hat, die für die Küche bestimmt sind und über deren Anschaffung naturgemäß die Frau ausschlaggebend ist, der weiß am besten, wie viel erfolgreicher darin mit weiblichen Kräften als mit männlichen gearbeitet wird. Es ist nicht nur eine gewisse Ab­neigung zu überwinden, die zum Ausdruck kommt in den Worten: „Was versteht denn ein Mann davon!" Es ist auch tatsächlich nicht unberechtigt, wenn unsere Hausfrauen sich in solchen Fällen der männlichen Propaganda gegenüber etwas ablehnend verhalten. In allen die Frauenwelt interessieren­den Angelegenheiten kann die Frau auf Grund ihrer eigenen Erfahrung ihren Mitschwestern tatsächlich besser Aufklärung und Belehrung bieten, als der Mann. Wenn es sich z. B. darum handelt, die Vorzüge eines Gasbratofens zu erläutern, so wird sich in 99 von 100 Fällen der Mann damit begnügen, den Apparat in der Weise vorzuführen, daß er ihn ein- oder zweimal auf- und zuklappt, dann über die Heizkraft etwas theoretisch hin- und herredet, und die Sache ist für ihn er­ledigt. Wie viel geistreicher und verständnisvoller kann die Frau hier Vorgehen! Sie macht sich nicht lächerlich, wenn sie ein schönes Rostbeaf zur Stelle hat,. es kunstgerecht in der Pfanne bräunt und in kürzester Zeit ihrem Publikum in an­mutiger Weise zum Kosten vorlegt. L-ie wird auch etwaige Einwendungen auf Grund ihrer praktischen Erfahrung in der Küche ganz anders widerlegen können, als ein Monteur, der auf seinen Apparaten noch nichts gekocht und gebraten hat. Von den Gaswerken wird deshalb mehr und mehr dazu über­gegangen, in der Autzenpropaganda Damen besserer Stände zu verwenden, die durch ihre Vortrage mit Praktischen Demon­strationen über die Bezüge moderner Gas-, Koch- und Brat­apparate jeder anderen Heizmethode gegenüber aufklärend wirken. So beschäftigt z. B. auch unsere Gaswerksverwal- tung seit vergangenem Spätjahr erne Dam«, die in der neu­errichteten Beratungsstelle für Gasverwertung die verschie­densten Gasapparate im Betrieb vorfuhrt und erklärt, Schau­kochen und Gaskochkurse abhält und auf Wunsch auch die Hausfrauen in ihrer Wohnung aufsucht.

— Verdächtige TeleplMgespräche. Der Frankfurter Polizei sind rn den letzten Tagen wiederholt Mitteilungen von eigentümlichen Telephongesprächen gemacht worden. Bei den Telephoninhäbern wird angefragt, wann die Herrschaft zu Haufe wäre, da das Aufsichtsamt das Telephon Nachsehen lassen wolle. Es hat sich herausgestellt, daß diese Anfragen Vom Aufsichtsamt nicht eingegangen sind, und man vermutet deshalb, daß ein moderner Einbrecher auf diese Weise aus­kundschaften will, wann in der betrtzffeuden Wohnung die Leute nicht zu Hause sind. Bis letzt ist es nicht gelungen, den Mann zu ermitteln. Bei Telephongesprächen mit Unbe­kannten ist also Vorsicht geboten. — Auch in Wiesbaden soll dieses Manöver bereits versucht worden sein.

— Kleine Notizen. Morgen Samstag, den 14. Februar, bleibt die .K o chbru n n e n ha 11 ' e ®?gett Reinigung von 1 Uhr ab nachmittags geschlossen. — auf die beute Freitag, abends 8 Uhr. im Vereinssaal der „Turngesellschaft", Schwal- bacher Straße 8. stattsindeiidL VerscNNmlung der „Fort­schrittlichen Volkspartei .verbunden mit Vortrag des Stadtrats Kalkbrenner über staotischL Grund- und Be- bauungSpslitik, fei hiermit nochmals Angewiesen.

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Israelitischer Gottesdienst. f } n C J i t i f dj e Kultus- gemeinde. (Synagoge: Michelsberg.) Gottesdienst in der Hauvtsynagoge. Freitag: abends 6.80 Uhr. Sabbat: morgens 9 Uhr. Predigt 10 Uhr. nachmittags 3 Uhr. abends 6.85 Uhr. Gottesdienst im Gemeindesaal: Wochentage: morgens 7.16 Uhr,

abends 6.80 Ubr. Die Gemeindebibliothek ist geöffnet Sonn­tagvormittag von 11 bis 12 Uhr und Dienstagwachmirta« von

6 bis 8 Uhr.

Alt - Israelitische Kultusgemernd e. Synagoge Friedrichstraße 33. Freitag: abends 6 16 Uhr. Sabbat: morgeM

8.30 Uhr. Vortrag 10.30 Uhr, Jugendgottesdienst 2.16 Uhr, nachmittags 3 Uhr, abends 6.30 Uhr. Wochentage: morgens

7 Uhr abends 6 Uhr.

Talmud Thora-Berein Wiesbaden, Rero- stvaße 16. Sabbat-Eingang 6.16 Uhr. morsen 8.L0 Uhr. Muffaf 9.15 Uhr. Minchä 5.15 Uhr, Ausgang 6.26 Uhr. Wochentags: morgens 7.15 Uhr. Mincha und Schiur 6.15 Uhr. Maarif

6.30 Uhr.

vorberichte Uber Kunft, Vorträge und verwandtes.

* Residenz-Theater. Am Montag findet die 6. Voiksvor- stellung zu Leinen Preisen statt: es gelangt Jacobys Lustspiel „Wir gehn nach Tegernsee" zu Aufführung. Der Verkauf isx noch vorhandenen Karten beginnt heute Fveitag. Joseph Commer wurde für den Rest der Spielzeit für das Residenz- theater verpflichtet.

Kus dem vereinsieben, vorberichte, veretnsverfammlungen.

„* Der diesjährige Maskenball des Mannergesangvereins „Cäcilia" findet am Samstag, den 14. Februar, abends 8 Uhr, im Festsaale der Turnsesellschaft. Schwaiba., :c Straße 8. statt.

* Am Samstag, den 14. Februar, findet im feenhaft er­leuchteten Kurthcater der Preismaskenball des „Quartett- Vereins" statt. An Überraschungen wird es nicht fehlen.

* Zu der am Sonntag, den 16. Februar, abends, in der „Wartburg" stattfindenden Gala-Damen- und Fremdensitzung mit Tanz, veranstaltet von der „Wiesbadener Karne­val-Gesellschaft", haben sich die besten Büttenredner angemeldet.

* Am nächsten Sonntag, abends 8 Uhr, veranstaltet der „Evangelische Kirchen-Ge sa ngder ein" unter Leitung seines Dirigenten Karl Hofheinz sein zweites (welt­liches) Winterkonzert im Saale des ZivilTasinos. Der Chor bringt verschiedene Lieder von Kuhn. Köllner, Pfeil, Jüngst und unserem Mitbürger Seminarmusiklehrer a. D. Musik­direktor Zanger („Mein Nassauer Land") — Gedicht von Emil Schott — zu Gehör. Wie im vorigen Jahre, so hat sich auch diesmal das Wiesbadener Dilettantenorchester rn liebens­würdigster Weise bereit erklärt, in dem Konzert mrtzuwirken, und wird unter Leitung seines Kapellmeisters E. Schmidt die Festouvertüre von Leutner. eine Andante von Haydn und die Lorelei Paraphrase von Nesvadba spielen. Als Solisten sind gs- ivonnen Friede! Neuendorff (Gesang) und Maria Habich(Klavier) von hier, welch letztere neben der Begleitung der Lieder von Thonras, („Romanze der Mignon") Brahms, Grieg und Tavbert. mehrere Klaviervorträge von Grieg, Brahms und Mendelssohn übernommen hat. An das Konzert schließt sich, wie üblich, ein Ball an. Die inaktiven Mitglieder und In­haber von Gastkarten sind zu dieser Bevanstaltuns freundlichst eingeladen.

VeretirsvortrLge.

Am gestrigen Abend sprach Pfarrer Dt. L. Seibert aus Panrod über Karl Seebold aus Kirberg rm „Verein für nassauische Altertumskunde und Gvschichts- fors ck> u n g". Die Familie Seebold ist seit dem 17. Jahr­hundert rn Kirberg als einzig katholische Familie nachwelsbar. Die Seebolds waren Keller der Spechte von Bubenheim. Frei- herrn vom Stein und der katholischen Freiherrn Schütz von Holzhausen. Sie hatten es zu Ansehen und Wohll-abenheit gebracht, Der Vater des Karl Seebold ließ seinen sämtlichen zehn Kindern eine Wie Erziehung angederhen. Karl, der älteste von 7 Söhnen, am 17. Dezember 1796 geboren, kam, wie seine Brüder, auf das Gymnasium zu Idstein. 1814 be­suchte er die Universität Gießen und trat hier bald den Schwarzen bei, deren gemäßigtere Elemente in ihm ihren Führer sahen. Als solcher trat er den durch Karl Follemus vertretenden radikaleren Bestrebungen entgegen, und verfaßte auch eine Denkschrift, in der er forderte, daß die Bundes- mitcckieder sich über ihre religiösen, politischen und sittlichen Anschauungen offen aus sprechen sollten. Nachdem er sich in Jena ausgehalten und den Doktorgrad erworben batte war er 1821—23 täfe Privatdozent in der philosophischen Fakultät zu Gießen Er las über Logik. Ethik, Psychologie Natur-

recht und Einleitung rn die Philosophie. Im Jahre 1823 ging er nach Basel, wo man ihm vergebens zumutete, um eine Professur zu erlangen. Protestant zu werden. In Basel wirkt er neben K. Fallen, Weffslhüft, W. Snell. 1881—37 ist er m England Lehrer der neueren Sprachen an der berühmten Rugby-School,m Warwich. ab 1840 bis 1858 Professor an der Mivgerschule rn Mannheim. Geisteskrank geworden, sfirbt er 1887 dort, unverheiratet. Seebold war befreundet mit dem Frhrn. vom Stein, verkehrte in Gießen intim mit Vogt (Vater von Karl Vogt), in Basel mit de Wette; besonders ist er em Freund des,Professors von Fries-Jena, die ihm alle ein glanzendes,, Zeugnis ausstellen. Aber auch aus dem Kreise ferner Schüler liegt ein ihn sehr ehrendes Zeugnis vor. — Der Vortragende ging dann auf seine Schriften ein. die nicht mehr zahlreich sind wohl aber zeigen, daß man es hier mit einem selbständigen tiefen Denker zu tun hat, dem als Vor­läufer Herbarts ein Platz in der Geschichte der Philosophie ge­bührt. Zu seinen vortrefflichen Geistesankrgen kam eine statt­liche äußere E scheinung und eine tiefe Herzensbildung, die mit edler Selbstbeherrschung gepaart war Der Vortragende verstand es. nicht nur das sympathische Bild Seebolds scharf und klar zu zeichnen, sondern ihm auch einen reichen wirk­samen Hintergrund zu verleihen Diese meisterhafte Parträt- zeichnung ist um so mehr anzuerkennen, als der Vortragende die Materialien dazu teilweise sehr mühsam bat zusarnmen- suchen müssen. (Ohne Gewähr.)

vereknsfefte. cAuknayme fret 6» zu 80 Zeilen.,

um vswmuwiu, weu o. Ui

an der Platter Straße stattgefundene karnevalistische Jubi- läums-Damensitzung des „Männerturnvereins" nabü bei vollbesetztem Saale einen großartigen Verlauf, Diesel!'! wurse von dem. Präsidenten Reinbold Jost mit einer schwung- volleii humoristischen Bearunung eröffnet. Es folgten kmr ctne ^ssEvallstischer Darbietungen und dann seier

erwähnt der Schriftführer Karl Müller und Kassiere, Wllh. Jmnk, mfi ihrem äußerst humorvollen Protokol

und Kassenbericht wahre Lachsalven hervorriefen Auch er. zieltL.das Tanzcouplet des Turners Karl Sommer, die fidel« Gemettideratssttzung durch die Turner Enaelmann, Funk Md Greiner und das humoristische Säbelfechter Jr Nagel und E, Klein woVvevdienten Beifall Dsk HauptscUager des Abends war auch diesesmal wieder einc §*?. bestehende Dienstmädchenkavelle unter dei

Leitung Ares Dirigenten Kar! Sommer aus Pankow. Die Turner Engel, Pfroth Reichardt. Schmidt und Nicodemu? fiuaen ebenfalls zu dem guten Gelingen des Abends bei. Die der vortrefflichen Lieder waren Joit Nagel und Muuer. Der „Männerturnve-ein" kann mit Genugtuung drew wovigelungene karnevalistische Damensitzuna züruckblicken.

Auf den am Fästnachtsamstag. den 21. Februar, stattfinden- den, aubrläumsmaskenball sei hiermit noch besonders hin.» gewiesen. F481

cttis oem vcmoRress Mresvaoen.

-o- Biebrich, 12. Febr. Heute hat der vom 13 landwirt schaftlichen Beziäsverein des Reg,-Bezivks Wiesbaden hier ver anstaltete Düngungskursus für Landwirte um Gartne und sonstige Teilnehmer begonnen. Morgen abend iprich Obst- und Weinbauinspektor Bickel über „Düngung der Obst bäiime, Gemüsegäfien und Weinberge". — ®J e , x^Ever sammlnng des Gesangvereins „Liederkranz (e V.) faßt: den Beschluß, den Verein vorläufig zu B e c? ^ }, e r e n Der Verein pflegt seit 80 Jahren den geistlichen Kunstgesan, in Verbindung mit dem ihm angesliede'ten „^amengesaiig, verein". Er hat lange Jahre hindurch rm hiesigen Musikleber