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Sette 4 t -_Abend-AnSgaLe, 1. Blatt.

!! Eibingen i. Rhg., 9. Febr. In der letzten Sitzung der

Gemeindevertretung wurde das Geh alt des Bürger- meisters von 1200 auf 1400 M. ab 1. April d. I. festgesetzt.

dt. Hofheim i. T.» ö. Febr. In einer hiesigen Villa er­beuteten Einbrecher eine Anzahl wertvoller Silbcrsachen. Der Diebstahl, der jedenfalls schon vor Wochen ausgeführt ist, wurde erst jetzt entdeckt.

^ Usingen, 9. Febr. Die in letzter Woche unter dem Vorsitz des Provinzialschulrats Albers von Kassel stattgefun­dene erste Lehrerprüfung bestanden sämtlich 36 Semi­naristen^ der ersten Seminarklasse, darunter Kaiser und Fürst von Wiesbaden, Krüger und Quint von Dotzheim, Borbach und Stücker von Biebrich und Dadischeck von Sch irrst ein. Vier Seminaristen, darunter auch Kaiser von Wiesbaden und Stücker von Biebrich (Waldstratze), wur­den wegen guter schriftlicher Arbeiten von der mündlichen Prüfung befreit. Voraussichtlich werden alle bald Anstellung finden.

bt. Wehrheim, 9. Febr. Infolge einer anonymen Anzeige bei der Wiesbadener Staatsanwaltschaft fanden dieser Tage hier Haussuchungen bei zahlreichen Personen statt, die wider das keimende Leben sich vergangen haben sollen. Es handelt sich vorwiegend um Angehörige der besseren Kreise.

dt. Anspach i. T., 9. Febr. Der 12jährige Sohn des Schuh­machers Henrici wurde durch einKriegsbeil", das ihm beim Jndianerspielen ein Schulkamerad ins Gesicht schleu­derte, schwer verletzt und wird wahrscheinlich ein Auge verlieren.

bt. Hornau, 9. Febr. Das Luxemburgische Hof- g u t ist nunmehr vollständig aufgeteilt und verkauft wor­den. Die letzten Grundstücke gingen zu ziemlich hohen Preisen an verschiedene Landwirte über.

FC. Hachenburg, 9. Febr. Heute wurde im nahen Marien­statt der langjährige Klosterpförtner Bruder Petrus Laumeier zu Grabe getragen. Zahlreiche Leidtragende gaben rhm das letzte Geleite.

Kus der Umgebung.

Räuberischer überfall in einer Herberge.

M. Frankfurt a. M.» 10. Febr. Heute vormittag gegen 4 Uhr überfiel in der hiesigen Herberge zur Heimat ein Un­bekannter, der zu dieser Zeit Einlatz begehrte, den Haus­burschen Heinrich Rom, als dieser ihn nach dem Schlassaal bringen wollte. Rom wurde von dem Menschen derart am Hals gewürgt, datz er die Besinnung verlor und später in das Spital gebracht werden mußte. Der Täter flüchtete, nachdem er die Kasse um den bescheidenen Betrag von 60 Pf. geplün­dert hatte.

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M. Frankfurt a. M>, 9. Febr. Der bekannte Frankfurter Kunstmaler B o e h l e soll für die Ausschmückung der Römerhallen durch Freskogemälde 300000 M. verlangt haben. Wie verlautet, findet man städtischerseits diesen Preis für zu hoch. Es fragt sich daher, ob die Gemälde von Boehle hergestellt werden. In Stuttgart erfolgte die Festnahme zweier Personen, die im Verdacht standen, das uneheliche Kind eines Kölner Dienstmädchens in Frankfurt gegen eine ein­malige Abfindung von 800 M. adoptiert und das Kind in Speyer ausgesetzt zu haben, wo es im Findelhaus unter- gebracht war. Die Verhafteten wurden gestern der Kindes­mutter gegenübergestellt, die erklärte, datz die Festgenomme- nen nicht identisch mit den beiden Personen seien, die ihr das Kind abnahmen. Daraus erfolgte die Entlassung der Ver­hafteten. ht. Unter den Kindern des Stadtteils B o r n - heim ist eine Diphtherie-Epidemie ausgebrochen, die bereits mehrere Opfer forderte. In der Brentanoschule mutzten mehrere Klassen geschlossen werden. Dem Turn­lehrer Andreas Volze wurde für seine Arbeiten um das Zustandekommen der Eilbotenwettläufe nach dem Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig der Kronenorden 4. Klasse verliehen. Das Polizeipräsidium hat die Zen- s u r b e s ch r ä n k u n g derSchiffbrüchigen" im Neuen Theater aufgehoben und eine beliebige Anzahl von Aufführungen gestattet. Ursprünglich waren nur fünf Aufführungen genehmigt.

m. Kreuznach, 9. Febr. Auf der Nahe unterhalb des Lchietzgrabens eingebrochen und ertrunken ist der 13jäh- cige Schüler Hermann Honrle. Der Knabe hatte sich an einer offenen Stelle zu nahe an den Rand des Eises gewagt. Das Eis brach durch und der Knabe verschwand in den Fluten der Nahe. Trotzdem sofort Hilfe an der Unfallstelle war, konnte er nicht mehr gerettet werden. Seine Leiche ist noch nicht geborgen.

X Biedenkopf, 9. Febr. Auf der Grube Eisenzecher Zug bei Eiserfeld im Siegerland wurde der Bergmann Henrichs aus Neunkirchen durch abstürzende Gesteins­massen erschlagen. Der Verunglückte hinterläßt eine kinderreiche Familie.

8. Wissen (Sieg): 9. Febr. Im Krankenhaus Hierselbst starb der Lokomotivführer Friedrich Krämer aus Fintrop an Verblutung. Der Bedauernswerte war auf Station Au von einem Zug ersaßt worden, der ihm beide Beine ab - f u h r. Krämer hrnterlätzt drei unmündige Kinder.

wb. Hanau, 10. Febr. In dem seit vielen Wochen dau­ernden A v s st a n d der Hanauer organisierten Diaman­tenarbeiter ist jetzt auf Grund gegenseitiger Verein­barungen, die in Verhandlungen unter dem Vorsitz des Han­delskammerpräsidenten Kommerzienrat C a n t h e l festgelegt wurden, eine Verständigung erzielt worden. Die Ar­beiter nehmen die Arbeit wieder auf.

^Vort und Spiel

* Fußball. Am Sonntag standen sich auf dem Platz des Sportvereins die 1. Schülermannschaft des Darmstädter F.-Cl. Olympia und der hiesige Ghmnasial-Futzballverein 09 im Wettspiel gegenüber. Die Wiesbadener Mannschaft gewann nach überlegenem Spiel mit 9:1.

sr. Tie Ö'itreyou>ctftcvfdjaft int Schnellaufen auf dem Eis wurde am Montagvormittag aus dem Halensee bei Berlin mit der.10,6-Kilometer-'L>trecke zu Ende geführt. Mathisen, dem der Titel nicht mehr zu nehmen war, traf in dem Lauf mit Jppolitow (Moskau) Zusammen. Die beiden Läufer wechsel­ten sich bis zur letzten Runde in der Führung ab. Dann schoß der Russe vor und konnte Mathisen in der trotz des schlechten Eises deutschen^ Rekordzeit von 19 Min. 2,8 Sek. mit ca. 25 Meter schlagen. Frang (Christiania) wurde Dritter vor Ström-Horten. Das genaue Klassement der Meisterschaft stellt sich wie folgt: Mathisen 5 Punkte, Jppolitow 9, Frang 12, Ström 17. Kretzer 20 Punkte. ^ ^

* 16. deutsches Bundcskegcln. Vom 1. bis 8. August d. I. sindet in Berlin in den Ausstellungshallen am Zoo das 16. deutsche Bundeskegeln statt. Aus allen Gauen Deutsch-

Wicsbadencr Tagblatt.

londs, aus Amerika und Österreich liegen bereits Anmeldun­gen vor, so daß viele Anhänger des Kegelsports hier zusam- mentreffen werden. Auf 43 Kegelbahnen soll den Fernstehen­den und Kegelbahnbesitzern alles Neue auf dem Gebiet des Kegelsports gezeigt werden. Der Kegelsport ist in früheren Jahren vernachlässigt worden, wird jedoch in neuerer Zeit mehr gepflegt und ärztlicherseits empfohlen. Der 1865 ge­gründete Deutsche Keglerbund zählt zurzeit etwa 20 000 Mit­glieder.

Neues aus aller Welt.

Die Liebesaffäre des russischen Ministers für Vvlksanf- klärnng. Petersburg, 10. Febr. Die Liebesaffäre des Ministers für Bolksaufklärung, Kasso, im Petersburger RestaurantZum Bären" hat ein blutiges Nachspiel in der Familie des Reichsrats Denissow, des Stallmeisters am kaiserlichen Hofe und Vorsitzenden der Petersburger Handels­kammer, gefunden. Die beiden Söhne Deniffows, Elias, Student an der Pariser Universität, und Nikolai, Student an der Petersburger Universität, die vor wenigen Wochen Kasso mit ihrer Mutter in dem Restaurant überrascht und zur Rechenschaft gezogen hatten, beschlossen, ihrem Leben ein Ende zu machen, nachdem sie vorher an sämtliche Minister, Reichsräte und Zeitungsredaktionen ein Schriftstück versandt hatten, das in 22 Punkten das Verhältnis ihrer Mutter zu Kasso schilderte. Der Plan der beiden jungen Leute wurde durch einen Kommilitonen dem Chef der Geheimpolizei Filippop angezeigt, der sich sofort zum Reichsrat Denissow begab und ihn von dem Plane seiner Söhne in Kenntnis setzte. Der Vater ließ beide Söhne zu sich rufen und setzte ihnen in väterlicher Weise auseinander, wie falsch ihr Vorgehen sei. Er bat sie, ihr junges Leben nicht zu opfern. Der ältere Sohn Elias versprach es, der jüngere verließ aber das Kabinett seines Vaters auf einen Augenblick, um jenes Schriftstück her­beizuholen und schoß sich in seinem Zimmer eine Kugel in das Herz. Auf einen Zettel schrieb er vorher die Worte nisser:^Ich kann die Schande meiner Mutter nicht weiter tragen." Nach einer Stunde war der junge, lebensfrohe Denissow tot. Die von den beiden Brüdern verfaßte Anklage­schrift gegen den Verführer ihrer Mutter wurde konfisziert. Nur wenige Exemplare befinden sich im Besitz einiger Redaktionen. Ihr Inhalt ist derart, datz er nicht mitgeteilt werden kann.

109 000-Mark-Stistung für Berliner Schüler. Berlin, 10. Febr. Ein Bürger, der nicht genannt sein will, hat dem Berliner Magistrat 100 000 M. Konsols überwiesen. Die Zinsen sollen zur Unterstützung besonders begabter Berliner Kinder während der Schulzeit bis zur Abschlußprüfung dienen.

Stiftung einer Kirche. Essen (Ruhr), 10. Febr. Krupp von Bohlen und Halbach stiftete 40 000 M. für den Bau einer katholischen Kirche in Essen-West.

Brand einer chemischen Fabrik. S p e i e r, 10. Febr. Die chemische Fabrik von Wöllner in Rheingönheim bei Lud­wigshafen steht in hellen Flammen und gefährdet eine benach­barte Fatzfabrik. Der Inhaber, der aus einem nach Basel fahrenden I>Zug sein brennendes Anwesen sah, unterbrach sofort die Fahrt auf der nächsten Station. Der Brand hat einen großen Teil der Fabrik mit reichen Vorräten vernichtet. Um 12i£ Uhr war das Feuer lokalisiert. Der Schaden wird auf etwa 80 000 M. geschätzt.

Reitunfall eines Offiziers. Saarbrücken, 10. Febr. Hauptmann Fffcher vom 70. Infanterie-Regiment stürzte bei einer Reitübung und wurde lebensgefährlich verletzt.

Eine Familientragödic. Saarunion, 10. Febr. Eine schreckliche Bluttat trug sich gestern mittag hier Ml. Der Schreiber Weiß, der in einer hiesigen Kanzlei beschäftigt war, erschoß in der Wohnung seiner Schwiegermutter seine Frau, sein dreijähriges Kind, seine Schwiegermutter und dann sich selbst. Der Grund der furchtbaren Tat dürfte in Familien­zwistigkeiten zu suchen sein. Die beiden Eheleute lagen in Scheidungsklage.

Ein Unglück kommt selten allein. G n e s e n, 10. Febr. In Anwesenheit seiner Eltern verbrannte vorgestern das zwei­jährige Kind der Eheleute Rybacki. Die im Hause wohnende 84jährige Lehrerswitwe Krause, erlitt bei der Nachricht einen Schlaganfall und war sofort tot.

Eine Stiftung für ein Krankenhaus. Wermels­kirchen, 10. Febr. Ein ungenannter Bürger schenkte der Gemeinde zur Erbauung eines neuen Krankenhauses 50 000 Mark mit dem Wunsch, daß mit dem geplanten Bau bald be­gonnen werde.

Eine neue Sittenaffäre im Osten. Posen, 10. Febr. Hier ist die Polizei einer peinlichen Sittlichkeitsaffäre auf die Spur gekommen. Der praktische Arzt Dr. Dökerer wurde unter dem Verdacht der Abtreibung verhaftet. Die Affäre zieht weite Kreise. Es sind auch bereits vier Hebammen wegen Beihilfe verhaftet worden. Die für die Freilassung Dökerers angebotene Kaution von 20000 M. wurde abgelehnt.

Beim Schlittschuhlaufen ertrunken. Pillau, 10. Febr. Auf dem Eis des Frischen Haffs brachen beim Schlittschuh­laufen zwei Söhne eines Fischers aus Camstigäll im Alter von 18 und 10 Jahren ein und ertranken. Königsberg, 10. Febr. Auf dem Wallgraben brachen zwei junge Leute im Alter von 15 und 18 Jahren ein. Der Jüngere ist ertrunken.

Vergiftung bei einem Leichenschmaus. Luxemburg, 10. Febr. Der Ort Munshausen ist durch einen. Vergiftungs- fall in große Aufregung versetzt worden. Am Donnerstag war die Frau des. Bauern Köpp zu Grabe getragen worden. Nach der Leichenfeier fand, wie üblich, ein großes Essen im ! Hause Köpps statt. Abends und Tags daraus wurden viele Teilnehmer von heftigen Schmerzen gequält, und am Samstag starb die Tochter Köpps unter großen Qualen. Zwei andere Personen schweben in Todesgefahr, weitere sind schwer er­krankt. Die Ärzte haben einstimmig Vergiftung festgestellt.

Ein Brandunglück. Paris, 10. Febr. Fn Lille wurden bei einem in einer Spinnerei ausgebrochenen Brande durch den Einsturz einer Mauer ein Feuerwehrmann getötet und mehrere andere schwer verletzt.

Ein neues Sprengmittel. Paris, 10. ggfo. Der Er­finder des Melinits, Turpin, erfand ein neues, angeblich allen gegenwärtig bekannten Sprengstoffen für Kriegszwecke I weit überlegenes Pulver. Es trägt die chemische Bezeichnung I Trinitalutzne. Die Herstellung soll ein Drittel so viel kosten wie andere Sprengstoffe.

Folgenschwerer Hauseinsturz in Spanien. Madrid, 10. Febr. In der Stadt Alevalo stürzte ein im Bau befind­liches Haus zusammen und begrub sämtliche Arbeiter unter I seinen Trümmern. Es dauerte längere Zeit, ehe die Arbeiter j befreit werdet: konnten. Zwei waren bereits tot, fünf weitere

Dienstag, 10. Februar 1914. Nr. 68.

erlagen binnen kurzem ihren Verletzirngen, acht Arbeiter liegen in lebensgefährlichem Zustand im Hospital darnieder.

Schweres Eisenbahnunglück in Amerika. New Uork, 10. Febr. LautL.-A." entgleiste der Schnellzug von St. Paul nach Omaha, weil durch die Kälte eine Schiene gesprungen war. Der ganze Zug stürzte um. Es gab zahlreiche Tote und Verletzte.

Strandung eines englischen Dampfers. New Dork, 10. Febr. Der englische DampferQueen Louise" ist an der Küste von Jersey gestrandet. Die chinesischen Matrosen meuterten und verlangten, datz sie zuerst gerettet werden. Der Kapitän zwang sie mit der Pistole in der Hand zur Pflicht. Es besteht Hoffnung, das Schiff vor dem Untergang zu be­wahren.

Letzte DrahtLerichte.

Eröffnung der 42. Plenarversammlung des deutschen Landwirtschaftsrates.

# Berlin, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht) Im Plenar- sitzuugssaale des Herrenhauses begann heute vormittag die auf vier Tage anberaumte 42. Plenarversammlung des deut­schen Landwirtschaftsrats. Den Sitzungen dieser Gesellschaft hat wiederholt, und so auch im vorigen Jahre, der Kaiser bei­gewohnt. (Der Fall Sohst ist ja noch in frischer Erinnerung. Schristl.) In diesem Jahre ist der Kaiser verhindert. Er hat zu seiner Vertretung den Kronprinzen gesandt. Die Beratungen haben diesmal eine besondere Bedeutung, weil in ihnen ausgiebig das Thema der Erneuerung der Han­delsverträge mit dem Ausland behandelt wird. Nach­dem der Kronprinz und seine Begleiter Platz genommen, hielt der Vorsitzende Graf v. Schwerin-Löwitz eine Be­grüßungsansprache. Der Staatssekretär des Reichsamts des Innern Di'. Delbrück begrüßte hierauf den Landwirt­schaftsrat im Namen des Reichskanzlers, der durch dringende Dienstgeschäfte verhindert sei, den Beratungen beizuwohnen. Sodann sprach Professor Dr. & et lad) (Königsberg) als Referent über den ersten Punkt der Tagesordnung:Allmäh­liche Abstoßung der ausländischen Arbeiter durch die Ver­mehrung der einheimischen Landarbeiter."

Von der Submissionskommission des Reichstags.

8 . Berlin, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht) Die Sub­missionskommission des Reichstags schloß heute ihre Be­ratungen ab und nahm den Rest des Regierungsentwurfs ohne wesentliche Änderungen an.

Zur Abstimmung der Nationalliberalen über den Arbeits- willigcnschuy.

G Berlin, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht) Die national- liberaleGothaische Zeitung" teilt die Namen einiger nationalliberaler Abgeordneter mit, darunter Bartling (Wiesbaden) und Quark (Coburg), die vor der Abstimmung über den konservativen Antrag auf stärke­ren A r b e i t s w i l l i g e n s ch u tz den Sitzungssaal des Reichstags verlassen haben.

Die Erholungsreise des Prinzenpaars Heinrich von Preußen.

# Berlin, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht) Die Erholunqs- rerse, die der Prinz und die Prinzessin He i n r i ch von Preußen auf dem neuen DampferKap Trafalgar" der Hamburg-Südamerika-Linie nach Buenos-Aires unternehmen werden, wird im ganzen etwa 2 M o n a t e dauern. Die Reise soll vor allem der Kräftigung der Gesundheit der Prinzessin dienen. Die Rückreise nach Deutschland wird auf demselben Dampfer erfolgen.

Zur reichsgesetzlichen Regelung der Sonntagsruhe.

8. Berlin, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht) Der Reichs­tagskommission für die Regelung der Sonntagsruhe lag heute ein nationalliberaler Antrag vor, für Städte mit mehr als 60 000 Einwohnern die völlige Sonntagsruhe einzu- führen, sowie auch die zweiten Feiertage und den Himmel- fahrtstag den Sonntagen gleichzustellen. Für die kleineren Ge- ! meinden wird eine zweistündige Arbeitszeit vorgeschlagen, die | von den Verwaltungsbehörden auf vier Stunden erweitert werden kann. Das Zentrum hat einen vollständig neuen Gesetzentwurf vorgelegt. Er sieht in Städten von mehr als 60 000 Einwohnern vollständige Sonntagsruhe, in Städten von über 20 000 bis 50 000 Einwohnern eine dreistündige Ar- . beitszeit, in kleinen Gemeinden eine fünfstündige Arbeitszeit vor.^ Der Entwurf enthält bezüglich der jüdischen Ge­schäfte, die am Sabbat und an anderen jüdischen Festtagen schließen, die Bestimmung, daß sie nur Gehilfen und Lehr­linge jüdischen Glaubens an den christlichen Sonn- upd Fest­tagen, mit Ausnahme der hohen Feiertage, bis zu 8 Stunden beschäftigen können. j, en Mitgliedern Zeit zum Studium der neuen Entwürfe zu geben, vertagte sich die Kommission nach kurzer Geschastsordnungsdebatte.

Die Braut des Staatssekretärs v. Jagow.

# Berlin, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht) Die Braut des Staatssekretärs v. Jagow, Luitgarde zu Solms- Lau b a ch, wurde in Arnsberg am 17. Dezember 1873 ge­boren, ist also 40 Jahre alt. Sie ist die jüngste Schwester des Grafen Wilhelm zu Solms-Laubach, Landrat a. D., auf Sckloß Arnsberg-Lisch, der über den minderjährigen Grafen Georg Frang zu Solms-Laubach, den Chef des Hauses, die Vor­mundschaft führt. Gräfin Luitgarde ist eine Tochter des am 1. Dezember 1900 verstorbenen Grafen Franz von Solms- Laubach, der Generalmajor L la suite der preußischen Armee und der Präsident des Vereins deutscher Standesherrn war; ihre verstorbene Mutter, die Gräfin Marie zu Solms-Laubach, war eine geborene Gräfin zu S t o l b e r g - Wernigerode ans der schlesischen Linie dieses Hauses.

Ein sensationeller Zwischenfall in der sächsischen Kammer.

wb. Dresden, 10. Febr. Während der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer kam es zu einem Zwi­schenfall, der zu lebhaften Erörterungen unter den Ab­geordneten Anlaß gab. Der Minister des Innern Graf Vitzthum hatte die Worte des nationalliberalen Ab­geordneten Clauß, datz die Bezirkstierärzte die Apostel des Bundes der Landwirte seien, als schamlos bezeich­net. Darauf erklärte Präsident Dr. Sogei, er habe nicht das Recht, Äußerungen der Minister zu kritisieren. Hätte aber ein Mitglied des Hauses diesen Ausdruck gegen ein anderes Mitglied des Hauses gerichtet, so würde er ihn. für unparlamentarisch erklärt haben. Der Minister erwiderte darauf, daß er den Ausdruck nicht gebraucht hätte, wenn er geglaubt hätte, der Präsident würde ihn für unparlamentarisch halten.

Er sei aber aefallen in Zurückweisung einer Belerdi-