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die von Anfang an behaupteten, daß Albanien, so wie es von der Botschafterkonferenz geschaffen wurde, naturgemäß mit der Zeit zum Zankapfel zwischen der Donaumonarchie und Italien werden müsse. Schon anläßlich der Verwaltung Skutaris durch den sogenannten Admiralsrat herrschte zwischen den österreichischen und den italienischen Offizieren ein äußerst kühles, zwischen letzteren und den Vertretern der Tripelentente ein äußerst herzliches Verhältnis, das stch zunächst in mehrfachen Begünstigungen der italienischen Kaufleute und des italienischen Handels äußerte. Offenkundiger wurden die Absichten Italiens, als das ursprüngliche Projekt der albanischen Nationalbank, die ursprünglich nur von Österreich-Ungarn und Italien hätte gegründet werden sollen, an dem Einspruch und der Agitation Italiens scheiterte, das sich vor einem Steigen des österreichischen Einflusses auf Albanien fürchtete. Die albanische Nationalbank soll nunmehr internationalisiert werden, was natürlich nur Italien zugute kommt, da die Mächte der Tripelentente in allen strittigen Fällen immer ihren Einfluß eher zugunsten Italiens als zugunsten Österreich-Ungarns geltend machen werden. Österreich-Ungarn hat in Albanien die Kastanien aus dem Feuer geholt, um den Italienern eine bequeme Aussicht auf eine zukünftige Kolonie zu verschaffen.
In Petersburg werden neue Ränke gesponnen. Die leitenden Staatsmänner der Balkanländer sind in Petersburg erschienen, und schon diese reine Äußerlichkeit soll den Schein erwecken, daß der Einfluß Rußlands auf dem Balkan genau so dominierend sei wie vor dem Kriege. Die Absicht, den Balkanbund in seiner ursprünglichen Form, aber mit der Spitze gegen Österreich-Ungarn wieder anfzurichten, stößt vorläufig noch auf den bulgarisch-serbischen Gegensatz. Jedenfalls aber steht die Tatsache fest, daß Rußland an der Durchführung seiner Absicht arbeitet und dich die Frage nur mehr die ist, wie lange Bulgarien den russischen Lockungen und dem russischen Einfluß standhalten kann. Schon das erste bulgarische Parlament nach dem Kriege wurde von dem russischen Rubel untergraben, und alle Berichte aus Sofia stimmen darin überein, daß sich heute die russische Agitation in der Bevölkerung in einem noch nie dagewesenen Ausmaße geltend macht. Bulgarien war in dieser Hinsicht immer ein unsicherer Kantonist, und ein Umschwung ist über Nacht möglich. Rumänien behält stch noch vor, der Regulator der Bälkanpolitik zu sein, aber seine Beziehungen zu Rußland werden sichtlich intimer und sein Weg zum Dreibund führt nicht mehr über Wien, sondern über Berlin. Der Ersah, den sich Österreich-Ungarn in Bulgarien gesucht hat, ist nicht besonders zuverlässig. Die Unfreundlichkeit der Beziehungen zwischen Österreich-Ungarn und Rußland ist offensichtlich. Ter im Herbst v. I. neuernannte österreichische Botschafter am Zarenhofe wartet bereits seit Wochen auf die Bewilligung seiner Antrittsaudienz, und der neuernannte russische Militär- ottachs in Wien ist nach einigen Tagen Wiener Aufenthaltes wieder nach Rußland abgereist. Es ist ein offenes Geheimnis, daß Rußland an der österreichischen Grenze bereits mit Grenzverstärkungen beginnt. In den rnthenischen Gebieten Galiziens wird unter der religiösen Flagge eine antiösterreichische rnssoph ile Agitation entfaltet, deren Niederschlag gegenwärtig in dem politischen Monsterprozeß in Marmaros- Sziget zu spüren ist und der bereits ganz Ostgalizien unterminiert hat. Galizien und Südungarn sind derart mit russischen Spionen überschwemmt, daß die Militär- und Zivilbehörden energische Maßnahmen gegen diese Invasion zu ergreifen gezwungen waren. Die Grenzbestimmungen wurden verschärft, es kam zur Anhaltung und Ausweisung verkleideter russischer Generalftabsofsiziere und, als Folge davon, zu einem scharfen Notenwechsel mit Rußland, das natürlich den Unschuldigen spielte. Gleichzeitig mehren sich die Meldungen über Verhaftungen serbischer Spione in Südungarn, Kroatien und Dalmatien. Die Tendenz Rußlands ist offensichtlich antiösterreichisch und aggressiv, und darin liegt das Moment, das in Wien zur Beunruhigung Anlaß gibt, um so mehr, als die innerpolitische Lage in Österreich nicht danach angetan ist, um neue Erschütterungen nach dem Muster des Vorjahres zu ertragen. Die Tschechen haben nach der alten Devise: ohne Landtag kein Reichsrat, wieder einmal das WgeordnetenhauL gesprengt und der Reichsrat mußte vertagt werden. Dadurch ist auch der Regierung die Möglichkeit genommen, ihr vorläufiges Aule ih eb edürfni s in der Höhe von einer halben Milliarde zu befriedigen. Ungarn hat sich in den letzten Tagen eine Anleihe in derselben Höhe gesichert. Österreich ist ans vorläufig noch unabsehbare Zeit daran verhindert durch eine der mutwilligsten Obstruktionen, die selbst in diesem obstruktions- reichen Parlament aufgefiihrt wurden. Auch die innere Politik in Österreich hat nichts aus dem Balkankriege gelernt.
Deutsches Reich.
— Eine Rote-Kreuz-Sammlung 1914. Die Verstärkung der Wehrmacht in den letzten Jahren macht es den Organya- tionen der freiwilligen Krankenpflege zur ernstesten Pflicht, auch ihrerseits Vorsorge zu treffen, daß sie ungesäumt ihre personellen und materiellen Mittel entsprechend ausgesta.tet. Die freiwillige Krankenpflege muß jederzeit bereit sein, ihre wichtigen Aufgaben im Kriege erfüllen zu können; zu der notwendigen Verstärkung bedarf sie aber ausreichender Mittel. Um diese zu erlangen, ist von den Landesver- einen vom Roten Kreuz beschlossen, im Jahre 1914 in Verbindung mit den Landesfrauen-Bereinen vom Roten Kreuz eine Sammlung zu veranstalten, um die nicht aufzuschie- bendcn Maßnahmen für die Verstärkung und Sicherstellung der freiwilligen Krankenpflege bewirken zu können. Die Sammlung soll wahrscheinlich im Mai d. I. beginnen und je nach den örtlichen Verhältnissen im Laufe des Jahres durchgeführt werden. _ An der freiwilligen Krankenpflege im Kriege sind alle Kreiie des Volkes interessiert; es gibt wohl kaum eine Familie, die im Mobilmachungsfalle nicht einen oder mehrere Mitglieder zur Verteidigung des Vaterlandes in das Feld stellt. Es darf daher damit gerechnet werden, daß sich auch alle Teile des Volkes an der Sammlung beteiligen werden; denn die gesammelten Mittel sollen lediglich den Humanitären Aufgaben dienen, nämlich der Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger.
* Der 410 -Millionen-Etat der Stadt Berlin. Der Magistrat hat in seiner Samstagssitzung seine Beratungen über den Etat für das neue Rechnungsjahr 1914/15 beendet. Der neue Etat balanciert (wie bereits kurz gemeloet) in Ausgaben und Einnahme» mit rund 410 Millionen Mark. Als Zuschläge sollen erhoben werden wie im Vorjahre 100 Prozent der Maatseinkommensteuer, 165 Prozent Gewerbe-
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steuer und 3,1 pro Mille Grnndwertstener. Im Jahre 1913 betrug der Etat 373 Millionen Mark, 1912 829 Millionen Mark.und 1911 309 Millionen Mark. Innerhalb eines Zeitraumes von vier Jahren hat der Etat um rund 100 Millionen Mark zugenommen.
— Einen kläglichen Rückzug müssen die „Deutsch- Sozialen Blätter" in einer ihrer letzten Nummern antreten. Ihr verantwortlicher Schriftleiter erklärt in einem Artikel an der Spitze des Blattes, daß es unrichtig gewesen sei, wenn er in einem früheren Aufsatz von dem „Juden" Popert gesprochen habe. Es handelte sich um den angesehenen früheren Amtsrichter Du. Popert in Hamburg, der in der Wandervogelbewegung eine Rolle spielt. Die Antisemiten bestreben sich bekanntlich, diese Bewegung in ihr Fahrwaffer zu bringen, und alle Nichtantisemiten, die sich ebenfalls der Bewegung widmen, werden mit der üblichen antisemitischen Kritik bedacht. Fetzt muh das Blatt eine ganze Menge von Angriffen zurücknehmen und wehmütig erklären, daß sie sich nicht aus Du. Popert beziehen sollen; auch sei es durchaus nicht bie_ Absicht jenes Aufsatzes gewesen, dem Herrn Orr- Popert die deutsche Gesinnung abzusprechen. — Es ist traurig genug, wenn derartige Erklärungen einem Deutschen gegenüber mehr oder minder notgedrungen erst gegeben werden müssen.
* Der Deutsche Landwirtschaftsrat wird heute seine Verhandlungen im Herrerchause beginnen. Der Kronprinz wird in Vertretung des Kaisers den Sitzungen beiwohnen. Es wird unter anderem verhandelt werden über die allmähliche Abstoßung der ausländischen Wanderarbeiter durch Ber. mehrung der einheimischen Landarbeiterschaft und durch Verbreitung des maschinellen Landwirtschaftsbetriebes, über die landwirtschaftliche Vorbereitung auf den Ablauf unserer Handelsverträge, die Bewegung id«r Lebensmittelpreise seit 1900 und die Stellungnahme zur Arbeitslosenversicherung.
— Verband der Handelsgärtner Deutschlands. Am 14. Februar wird diese etwa 9000 Mitglieder zählende, stärkste gärtnerische Vereinigung Deutschlands ihre 30. Hauptversammlung in den Räumen des Lehrervereinshauses zu Berlin am Alexanderplatz abhaltsn. Wie alljährlich, so sind auch diesmal wieder einige interessante Vorträge, geplant. An Referaten sind vorgesehen: „Die zukünftige Gestaltung der Grundsteuer." — „Unser Kampf um die neuen Handelsver- -cäge." — „Das neue Krankenversicherungsgesetz und die Gärtnerei." — „über gärtnerisches Fortbildungs-, Sachverständigen- und Gutachterwesen" und „Was erwartet der deutsche Gemüsegärtner von der Staatsbeihilfe."
* Der Deutsche Verein für Schulgesundheitspflege wird seine diesjährige Versammlung in der Pfingstwoche vom 2. bis 5. Juni in Stuttgart unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Ob^rmedizinalrats Dt. Abel (Berlin) halten. U. a. wird Geh. Medizinalrat Professor Dir. Ziehen (Wiesbaden) über „Herlerziehungsheime für psychopathische Kinder" sprechen.
* Ein deutscher Anarchistenkongretz soll zu Pfingsten in Hannover abgehalten werden. Es soll sich in erster Linie bei diesem Kongreß darum handeln, die anarchistischen Vereine, von denen außer in Berlin solche in Dresden, Meißen, Schönebeck, Hamburg, Bremen, Hannover, Lünen, Düsseldorf, Elberfeld, Köln, Heilbronn, Krefeld, Mülhausen im Elsaß und anderswo existieren, fester zusammenzuschließen und vor allen Dingen Organisationen zu schaffen, um mehr Geldmittel aufzubringen.
Kirche und vil-ungswesen.
Zu ber vorgeschlagenen Aufhebung der Schulabteilungen schreibt die „Korrespondenz des Deutschen Lehrervereins": „Eine solche Maßnahme muß für die weitere Entwicklung des Schulwesens verhängnisvoll werden. Die Bestimmung der Verfassung: „Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei", enthält die Anerkennung, daß Lehren und Erziehen eine freie Tätigkeit ist, die nach eigenen Grundsätzen beurteilt und geleitet werden muß. Auch tn der Volksschule! Es genügt nicht, daß dem Regierungspräsidenten bei seinen Entscheidungen auf dem Gebiete des Schulwesens gewisse Schranken dadurch gezogen werden, daß er auf die beschließende Mitwirkung der betreffenden Regierungsorgane in manchen Füllen angewiesen ist. Die Schule braucht eine eigene, von oben bis unten einheitlich ausgebaute und durchgeführte staatliche Verwaltung. Es kann nicht von Vorteil sein, daß zwischen die oberste Stelle der Unterrichtsverwaltung, das Kultusministerium, und die unterste Stelle, die Schule, zwei mittlere Verwaltungsinstanzen . aus einem anderen Ressort eingefügt werden. Die Einheit des ganzen Ressorts ist damit in Frage gestellt. Hoffentlich finden diese Bestimmungen der Vorlage im Abgeordnetenhause keine Annahme. Erst zum Teil aus einer überlebten kirchlichen Bevormundung befreit, würde die Schule bei unveränderter Annahme dieser Bestimmungen in ein neues, nicht weniger nachteiliges Be- vormundsverhältnis hineinkommen, das nebey anderem auch die politische Freiheit und Unabhängigkeit des Lehrerstandes aufs schwerste bedroht." Dieser Kritik kann man, so bemerkt der nationalliberale „Hann. Courier", der damit wohl die Meinung a l l e r Liberalen ansspricht, nur zustimmen, denn alles, was für die Aufhebung der Schulabteilungen in der Begründung der Vorlage gesagt wird, ist technischer Natur und kann auch erreicht werden, wenn die Schulverwaltung ihre bisherige Selbständigkeit behält. Halb oder ganz unter fremde Verwaltung gestellt, ist die Schule dagegen in ihren besten Kräften lahmgelegt. Aus diesen Gründen hat sich auch die nationalliberale Partei des Abgeordnetenhauses stets gegen die Aufhebung der Schulverwaltungen ausgesprochen. ^Jm Abgeordnetenhause war es der freikonservative Führer Frhr. v. Zedlitz, der hier die Unterstellung des Kreisschulinspektors unter den Lanbrat wiederholt forderte. Die ablehnende Haltung der national- liberalen Partei in dieser Frage hat sich xiifyt geändert.
Heer und Flotte.
Das neue Militärluftschiff »3- ~i“_> das, wie berichtet, von Friedrichshafen nach Potsdam flog, ist das schnellste Luftschiff- das bisher gebaut wurde. Die kurze Fahrzeit von acht Stunden für eine Strecke von über 600 Kilometer zeigt, daß „Z- J" Schnelligkeiten von 75 bis 80 Kilometer in der Stunde erreichte, obwohl das Schiss während des ersten Teiles seiner Fahrt gegen einen starken Westsüdwastmind anzukämpfen hatte, der das Vorwärtskommen erschwerte. Bei diesem Luft- schiffneubau sind bereits die Erfahrungen verwertet worden, die man aus den beiden letzten Katastrophen der Marinelustschiffe gewonnen hat. Das Luftschiff hat eine Länge von 132 Meter, ist also 8 Meter kürzer als die Passagierlustschiffe. Der Durchmesser beträgt 14 Meter, Die Schiffenden zeigen
Dienstag, 16. Februar 1814. Nr.
eine schlankere Form, als man sonst bei den Zeppelinlnft- ^ schissen sieht. Namentlich das Heck hat Veränderungen erfahren. So sind die Stabilisiernngsslächen vergrößert und die Steuer verstärkt worden. Die theoretische Eigengeschwindigkeit des „Z. 7" beträgt über 21 Meter in der Sekunde. Das Schiff ist mit vier Maybach-Motoren von je 160 Pferdekräften ausgestattet, die an der Spitze zwei zweislüglige, am Heck zwei vierflüglige Schrauben antreiben. Durch einen Turm gelangt man zu der Plattform des Lnstkreuzers, die für artilleristische Zwecke bestimmt ist. Mit der vollen Besatzung vermag der Ballon Höhen von 2000 Meter anfzu- suchen und infolge seiner großen Tragkraft stundenlang k Höhenfahrten zu machen. Für alle Fälle sind die Benzin» nnd Öltanks so eingerichtet worden, daß ihr Inhalt binnen kurzer Zeit entleert werden kann, um bei allzu raschem Fall zu bremsen. „Z. 7" kann sich über 50 Stunden in der Luft halten und besitzt einen Aktionsradius von 2500 Kilometer.
Deutsche Rangliste» umfassend das gesamte aktive Offizierkorps der deutschen Armee und Marine (einschließlich der Sanitäts- und Veterinär-, Zeug-, Feuerwerks- und Festungs- bau-Offizicre, sowie der wiederverwendeten Offiziere und Sanitätsoffiziere z. D.) und seinen Nachwuchs mit den Dienstslterslisten der Generale bezw. Admirale und Stabsoffiziere, und alphabetischen Namensverzeichnissen sämtlicher \ Offiziere des Landheeres und der Marine. Durch Nachtrag ergänzt auf den Stand vom 2. Januar 1914. über 900 Seiten. Gerhard St alling, Verlagsbuchhandlung, Oldenburg i. Gr. Wieder tritt die allseitig geschätzte Deutsche Rangliste in einer Neuausgabe an die Öffentlichkeit. Wieder ist der Umfang verstärkt und der Inhalt durch mancherlei wertvolle Neuerungen verbessert worden. Und diese Rangliste geht nicht, nur das Offizierkorps und die ihm nachstehenden Kreise an, ieder gute Deutsche wird in ihr nicht nur ein Namensverzeichnis von Truppentellen, Behörden und Persönlichkeiten sehen, sondern sie als den einzigen umfassenden Ratgeber bewerten, der über die gesamte deutsche Wehrmacht zu Wasser und zu Lande Auskunft gibt. Gerade nach den großen, durch die Wehrvorlage hervorgerufenen Veränderungen, die sich auf alle Bundeskontingente erstrecken, ist die Deutsche Rangliste besonders unentbehrlich. Sie darf mit Recht als ein im besten Sinne nationales Werk angesehen werden, dessen ueuer Jahrgang in weiten Kreisen, zumal bei dem erstaunlich billigen Preise wiederum große Verbreitung finden wird.
Ausland.
Frankreich.
Die diesjährigen Manöver. Paris, 8. Febr. Die französischen Manöver werden in diesem Jahre ganz besonders umfangreich sein und in nicht weniger als vier verschiedene Abteilungen zerfallen. Die Manöver werden diesmal wie die vom Jahre 1911 vom ersten und zweiten Armeekorps, von insgesamt efiva 50 000 Mann, ausgeführt. Außerdem werden in der Champagne umfangreiche Kavallerie Manöver statt- finden, an denen nicht weniger als sechs Kavallerie- divisionen beteiligt sind. Die Führung der Manöver liegt in den Händen des Generals Sordet. Die drei geplanten Übungen sollen in Anlehnung an die Er- fahrungen des russisch-japanischen Krieges als Rüstungsmanöver und um die Festung Spinal ausgeführt werden. Am Schlüsse sollen noch längere und schwierige Gebirgsrnanöver des 14. Armeekorps in den Alpen bei Nizza stattfinden. Eine russische Militärmission unter Führung General Gilinskys soll in diesem Sommer Frankreich be- suchen, um den Manövern beizuwohnen.
Tie Erkrankungen im den Garnisonen. Paris, !
8. Febr. Das Kriegsministerium veröffentlicht eine Note, in welcher die Blättermeldungen über die in verschiedenen Garnisonen vorgekommenen Erkrankungen infolge von Scharlach, Lungenentzündung, Genickstarre und Masern als übertrieben bezeichnet werden. Der Kriegsminister gab im heutigen Ministerrat bekannt, welche Maßregeln er zur Bekämpfung der in verschiedenen Garnisonen ausgebrochenen Epidemien zu ergreifen gedenke. Nach einer Blättermeldung aus Spinal sind im Laufe der letzten Wochen im dortigen Militävhospital 9 Soldaten an Lungenentzündung gestorben. In M a c o n sind in den letzten Tagen fünf Soldaten den Masern erlegen. In einer anscheinend offiziösen Mitteilung wird hierzu erklärt, daß die zahlreichen Erkrankungen in der Armee keineswegs, wie mehrfach behauptet wird, den neuen Kasernenbauten und den mangelhaften Unterkunfts- Verhältnissen, sondern hauptsächlich dem zu Neujahr erteilten Massenurlaub und der gleichzeiti- \ gen Rückkehr der Urlauber zuzuschreiben sei. Der radikale Senator Louis Martin teilte dem Kriegsminister mit, daß er an ihn eine Anfrage über den Gesundheitszustand in der Armee richten werde.
England.
Der Besuch des dänischen Königspaares. London,
9. Febr. Der offizielle Besuch des dänischen Königspaares rn London ist auf den 2. und 3. Mai festgesetzt worden.
Türkei
Frankreichs Anleihebcdingungen. WCB. Konstant i n o p e I, 9. Febr. Nach Informationen von jungtürkischer Seite, die in gewissen diplomatischen Kreisen „bestätigt werden, habe Frankreich für die große türkische Anleihe Bedingungen Politischer Natur gestellt, darunter als erste die bedinguygs- l o s e Annahme der Note der Großmächte bezüglich der Inseln. Die finanziellen Bedingungen betreffen, nach erner aus Finanzkrcisen stammenden Information, insbesondere die Überwachung, die von der Banque Ottomane durchgeführt werden soll. Außerdem soll Frankreich, bag die Einkünfte aus der Erhöhung der « Zölle, aus den Monopolen und aus der zu schaffenden Gewerbesteuer für Fremde als ungenügend erachtet, verlangen, daß auch die Einkünfte von den noch freibleibenden Zöllen für den Anleihedienst bestimmt werden.
Ha-rvcnnerlkci-
Das Zölibat der Lehrerinnen in Cincinnati aufgehoben.
Nachdem der Schulkampf in Cincinnati mehrere Monate lang getoibt hat, haben die Lehrerinnen endlich ihre Rechte, um die sie gekämpft, bekommen. Die Schulbehörde hob jeden Bann auf, der auf den Lehrerinnen lastete. Nach dem neuen Gesetz, das 'bereits am 15. des Monats Februar in Kraft tritt. i (
