Einzelbild herunterladen
 

Nr. SÄ Gamstag, 7. Februar 1914. Wiesbadener Tagklall»

KuZLand.

Gsterreich-Ungarn.

Kaiser Franz Josephs Kuraufenthalt. Innsbruck, 6. Febr. Kaiser Franz Joseph wird, wie den „Inns­brucker Nachrichten" auS Meran gemeldet wird, im kommen­den Frühjahr einen mehrwöchigen Aufenthalt in Meran nehmen. Es heißt, daß dem Monarchen ärztlicherseits ein längerer Aufenthalt im Süden der Monarchie empfohlen wurde. Meran ist hierzu ausersehen, zumal der Kaiser schon wiederholt hier geweilt hat.

Der russische Gesandte Hartwig in Belgrad und der Bal­kanbund. Wien, 5. Febr. Die „Reichswehr" bespricht an leitender Stelle die unheilvolle Tätigkeit, welche der in Petersburg eing-rtroffene russische Gesandte in Belgrad Hartwig entwickelt, um einen neuen Balkan Lund zusammenzubringen, dessen Spitze gegen Österreich ge­richtet ist. Das Blatt fordert energisch zu ALwehrmaßregeln auf und schreibt: Es ist ein frevles Spiel, das gewisse Bal-

kandiplomaten mit dem Frieden Europas treiben. Die Kul­mination einer neuen Krisis könnte an der Save und an der Donau empfindlicher berühren, als dies in, der kaum über­wundenen der Fall war. Es müssen endlich auf dem Balkan und an unseren Grenzen Ruhe und Frieden dauernd ein­kehren. Den ewigen Verschwörungen gegen den Frieden und die Sicherheit Österreich-Ungarns mutz endlich in energischer Weise ein Ende bereitet werden.

Italien.

Ein großer Bund der Angestellten öffentlicher Betriebe.

Mailand, 5. Febr. Die italienischen Eisenbahner bereiten gegenwärtig eine über ganz Italien ausgobreitete Agitation vor. Es sollen von der Staatsbahn Verwaltung Gehaltsaufbesserungen im Gesamtbeträge von fünfzig Millionen verlangt werden. Zunächst will man daran gehen, einen sich auf das ganze Land erstreckenden Bund der Angestellten öffentlicher Betriebe zu gründen. Dieser würde vornehmlich neben dem Eisenbahnpersonal auch die Beamten des Post- und Tclegraphendienstcs umfaffen, deren Unzufriedenheit bisher schon der Regierung fort- während zu schaffen macht.

Neue Gesetzvorlagen. Petersburg, 5. Febr. Der Ministerrat beschloß, der Reichsduma und dem Reichsrat einen Gesetzentwurf vorzulcgen über die Anweisung von 1695 009 Rubel zur Erforschung der Fundorte radio­aktiver Mineralien. — Auf Anregung einer Gruppe von Abgeordneten bat der Ministerrat eingewilligt, in den gesetz­gebenden Körperschaften eine Gesetzesvorlage einzubringen, betreffend die Aufhebung der Steuer auf das von Juden geschlachtete Vieh, und den Minister des Innern zu beauf­tragen, Ersatzmittel ausfindig zu machen, um die Bedürfnisse der jüdischen Gemeinden zu decken, die früher aus den Ein­nahmen dieser Steuer bestritten wurden.

Luftfahrt.

Amerikanische Vorbereitungen für einen transatlantischen Flug. New p o r l, 5. Febr. Der Aeroklub trifft Vorberei­tungen für einen transatlantischen Flug von Neufund­land nach Irland, der im Frühjahr ausgeführt werden soll. Hierbei sollen speziell konstruierte Flugboot» Maschinen mit 200 Pferdekräften zur Verwendung kom­men. Der Flug darf nach den Bedingungen nicht länger als 15 Stunden in Anspruch nehmen — Die englische Presse be­schäftigt sich lebhaft mit dem Plan Wannemakers, den Ozean im Luftschiff zu überfliegen. Der „Daily Telegraph ist rn der Lage, Einzelheiten über das Projekt Wannema.ers zu bringen. Danach soll daS Wagnis im Laufe des Sommers ausgeführt werden. Der Preis des Luftschiffes wird sich aus ca. 200 000 Dollar belaufen. Das Luftschiff wird die dovpelte Grötze aller bestehenden Svsteme erreichen und einen Motor von wenigstens 200 Pferdekrärten erhalten. Es soll versucht werden, Europa ohne Zwischenlandung in einem ununter­brochenen Fluge zu erreichen, und zwar wird die Strecke nach St. Johann de Terra Nova an der irischen Küste gewählt werden. Sie ist 1600 englische Meilen lang. Führer des Luftschiffes wird voraussichtlich ein englischer Offizier, Leut­nant Porte, sein. Ein Apparat für drahtlose Telegraphie wird sich gleichfalls auf dem Luftschiffe befinden.

Sitzung der StaM»etor6iteiei*.

= Wiesbaden, 6. Februar.

Den Vorsitz der gut besuchten Versammlung führt der erste Stadtverordnetenvorsteher Justizrat Dr. A l b e r t i, der vor Eintritt in die Tagesordnung darauf hinweist, daß es sich empfehle, wieder einen Herrn als „S a a l k o m m i s f a r" der Stadtverordneten-Versammlung zu ernennen. Er schlage den Stadtverordneten Schwank vor. Dem Vorschlag wird zugestimmt. — Weiter gibt der Vorsitzende bekannt, daß das Kollegium kürzlich bei der Verteilung der Arbeitslast zu weit gegangen ist: es hat an Stelle des verstorbenen Geheimrats Pagenstecher eine Lchnlgelderlaßkommission gewühlt, wobei übersehen wurde, daß Pagenstecher nicht die Stadtverordneten- Versammlung in der Kommission vertreten hat und daß die Stelle bereits besetzt isü Der in die Schulgelderlatzkommission gewählte Herr müsse also wieder entlastet werden. Auch die­sem selbstverständlichen Antrag wird stattgegeben..— Endlich gibt der Vorsitzende von verschiedenen Neueingängen Kenntnis, darunter befindet sich ein Schreiben der Wies­badener HandelSgärtner, in dem der Magistrat er­sucht wird, in den neuen Haushaltsplan 500 M. zur Förde­rung der Gemüsezucht einzusetzen, sowie ein Antrag des Wiesbadener Tier schutzvereins um Einstellung von Mitteln für das T i e r h e i m. — Zu der Beratung des städtischen Haushaltsplans für 1914 bemerkt der Vorsitzende: Man könne sich der Hoffnung hingeben, daß

auch hier infolge des Generalpardons bei der Selb st e i n - schätzuna zum Wehrbeitrag der Stadt erheblich mehr an Einkommensteuer zufallen werde, als vorauszusehen gewesen sei. Da man sich aber zurzeit über die Höhe des Mehr- ertraas des Einkommensteuerzuschlags noch kein Urteil bilden könne, empfehle e§ sich, die generelle Debatte zum Haushalts­plan zu verschieben, bis man etwas Bestimmtes wisse und sich der Finanzausschuß mit der Sache befaßt habe. — Schlreß- lick teilte der Vorsitzende »och da» Ergebnis der erfolgten Wahl der Vorsitzenden und deren Stellvertreter in den Aus­schüssen mit. Darnach wurden gewählt als Vorsitzender des Wahlausschusses Ju,t-zrat Dr. Alberti, als besten Stellvertreter Justizrat S : c v e r t ; als Vorsitzender des

Finanzausschusses Dr. Dreher, als dessen Stell­vertreter Kommerzienrat H ä f f n e r ; als Vorsitzender des B au au sschusses Justizrat v. Eck, als dessen Stellver­treter Architekt Schwank; als Vorsitzender des Organi­sationsausschusses Geheimrat Professor Dr. Frese­nius und als dessen Stellvertreter Lehrer K l ä r n e r.

Zu dem Magistratsantrag über die Bewilligung von 4270 M. für die

Errichtung von zwei transportablen Sprengwagcnbaracken

für das städtische Straßenbauamt berichtet Stadtverordneter Kaltwasser. Eine der Baracken soll an die Manteuffel- straße, die andere an die Schöne Aussicht. Die beiden Reviere hatten seither ihre Sprengwagenremisen bei dem alten Fried­hof; die Wagen wurden also täglich leer „spazieren gefahren", bevor sic in den Dienst gestellt werden konnten, was immerhin ein überflüssiges und kostspieliges Vergnügen war. Die alte Remise bietet nun auch für das vermehrte Material keinen Platz mehr. Von verschiedenen sogenannten Barackenfabriken sind Osferien eingeholt worden, das billigste Angebot lautete für beide Baracken auf 5300 M., und zwar ohne Fundierungs­arbeiten. Infolge eines Vorschlags der Tiefbaudeputation ist dann in .dankenswerter Weise die Vergebung der Baracken auch in Wiesbaden ausgeschrieben worden. .Dabei ergab sich, daß man sie

in Wiesbaden erheblich billiger

liefern wollte, nämlich für 4270 M. Der Bauausschutz hat den Referenten beauftragt, darauf hinzuweisen, daß dem alten Beschluß Geltung verschafft wird, wonach in möglichst allen städtischen Gebäuden Unterkunftsränme für das Straßenbauamt (eventuell mit Bedürfnisanstalten) geschaffen werden. Besonders ist der Referent beauftragt, auf den neu zu errichtenden Pavillon an der Platter Straße aufmerksam zu machen. Nach einer dem Bauausschuß gewordenen Mit­teilung hat der Magistrat den Antrag abgelehnt, in diesem Pavillon einen Unterkunftsraum herzustellen; der Bauaus­schuß glaubt aber, den Antrag erneut stellen zu müssen.

Bürgermeister Travers erwidert, der Magistrat werde den Antrag stellen, im Pavillon 3 ein Straßen- reinigungsdepot, allerdings nicht für Sprengwagen, mit einem Kostenauftvand von 8000 M. einzurichten.

Stadtverordneter Schweisguth verlangt zu wissen, an welchen Platz der Schönen Aussicht die eine der Baracken gestellt werden solle. L-tadtverordneter K a l t w a s s e r ant­wortet: An die Ecke der Flotowstraße. Weiter führt Stadt­verordneter Kaltwasser aus: Der Bauausschuß kann keinen vernünftigen Grund erkennen, warum der Magistrat in dem jetzt zu erbauenden Pavillon keinen Unterkunftsraum für die Straßenreinignng einrichten wollte. Der Ansicht, daß die Sache zu teuer und zu Ruhestörungen führen würde, ist man im Ausschuß entgegengetreten; man ist überzeugt, daß im Krankenhaus von der Ein- und Ausfahrt der Wagen nichts gemerkt wird. ES sei dem Ausschuß auch nicht ganz klar ge­worden, wieso die Einrichtung des Unterkunftsraums 8000 M. Kosten verursachen soll, da die Rückwand sowohl wie die Seitenwände ohnehin ausgeführt werden müssen und es sich nur um die Befestigung des Fußbodens und einige Tore han­deln kann.

Stadtverordneter D e m m e r plädiert dafür, daß auch für die bei der Straßenreinigung beschäftigten Arbeiter Unter­kunftsräume errichtet werden. — Stadtverordneter Geheim­rat Dr. Fresenius schließt sich dem an und weist darauf hin, daß schon geplant sei, was Demmcr wolle.

Der Antrag des Ausschusses auf Genehmigung der Vor­lage wurde angenommen.

Über das spezielle Projekt für die

Errichtung cincr Volksschule an der Lahnstraße berichtet für den Bauausschuß Stadtverordneter Schwank. Generell ist das Projekt bereits am 26. September 1913 ge­nehmigt worden. Der Vorentwurf sah einen Kostenaufwand von rund 400 000 M. vor, die Ausführung des speziellen Pro­jekts, dessen Genehmigung von dem Ausschuß befürwortet wird, erfordert 421 000 M. In dieser Summe sind 345 375 M. für Gebäude enthalten; der Rest wird für die Beschaffung van Inventar, für die Einfriedigung usw. aufgewendet. Ein Hortraum und Räume für die Speisung armer Kinder sind vorgesehen, ebenso ein Sprengwagenraum. Die äußere und innere A u s st a t t u n g soll einfach, aber dauerhaft werden. Die Fassade erhält Verputz unter mäßiger Verwendung von Hausteinen, das Dach Schieferdeckung. Der Kubikmeter um­bauten Raums kostet 16,85 M. Der Kostenanschlag ist von dem Referenten eingehend geprüft und richtig befunden wor­den. Der Ausschuß empfiehlt die Genehmigung^ des Projekts.

Stadtverordneter K l ä r n e r begrüßt mit Freuden, wenn nicht nur Gelegenheit gegeben wird, me Sprengwagen an ver­schiedenen Stellen der Stadt unterzustcllen, sondern auch Un­terkunftsräume für die Arbeiter errichtet werden. Eine Schule aber sei nicht geeignet zur Einrichtung von Räumen für Sprengwagen. Die Schuldeputatron habe sich bereits öfter gegen derartige Projekte ausgesprochen, durch die der Unterricht gefährdet werde. Er, der Redner, könne der Vor­lage nur zustimmen, wenn die Zufahrt zu dem Sprengwagen­raum direkt von der Straße aus erfolge. Eine andere Frage sei:

Wann soll die Schule fertig sein?

Ursprünglich sei als spätester Termin^ der 1. April 1915 ge­nannt worden, nach seiner Meinung sei indessen die Einhal­tung dieses Termins unmöglich. Es wäre aber dringend not­wendig, daß die neue Volksschule im nächste Jahr in Be­nutzung genommen werden könne, d^"an sonst am 1. April 1815 mit der Unterbringung von Klassen in Verlegenheit komme.

Stadtverordneter Justizrat v. E ck entgegnete, die Schule werde mm 1. April 1915 fertig leim davon habe man sich im Bauausschuß überzeugt. Nicht möglich sei aber die Einhal­tung dieses Termins, wenn die Vorlage des Sprengwagen­raums wegen zurückverwiesen werde. Der Raum für den Sprengwagen habe mit der Schule nichts zn tun; es handele sich da um einen Nebenraum mit selbständiger Zufahrt.

Stadtverordneter Schwank bestätigt das. Eine Störung des Schulbetriebs sei nicht zu befürchten.

Stadtverordneter Kalt Wasser betont, daß der Hüter- richt in der neuen Schule ebensowenig durch die Sprengivagen gestört werde, wie der in der Schule an der Orantenstratze.

Nach kurzen Ausführungen des Stadtrats Hees, die am Hressetisch unverständlich blieben, wurde der Antrag des Bau- ausschnffes angenommen,

Die seit 15 Jahren im Gebrauch befindliche Lust- kühleranlage iin städtischen Schlachthaus ist derart schadhaft geworden, daß ihre Erneuerung notwendig ist. Der mit der Gesellschaft für Lindes Eismaschinen hier ver­einbarte Preis van 9300 M. wird als angemessen bezeichnet und auf Antrag des Bauausschuffes (Referent: Stadtverord­neter L oh s e) dieser Betrag bewilligt.

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt« _ Seite 3«

Die Umlegung von Baugelände westlich der Walkmühl­

talanlagen

ist von mehr als der Hälfte der beteiligten Grundbesitzer be­antragt worden, über die Prüfung der Angelegenheit durch den Bauausschuß berichtet Stadtverordneter Schwank. Das in Frage kommende Gelände ist zwischen Aar-, Defregger­straße und dem Restaurant „Waldeck" belegen und umfaßt 4,30,15 Hektar. Die Stadt ist daran mit 53,42 Ar, das ist ein Achtel der gesamten Grundfläche, beteiligt. Der Ausschuß hält die Umlegung für wünschenswert, da dadurch das Ge­lände der Bebauung erschlossen wird, was um so wünschenswerter erscheint, als die Stadt mit -großen Kosten die Offentzaltung des Tals durchführte und gärtnerische An­lagen dort geschaffen hat. Sie will nun den Anbau dort er­leichtern, zumal Bauplätze in Frage kommen, die nicht zu teuer und für mittlere Rentner geeignet sind. Die Versamm­lung beschließt die Zustimmung.

Die Vorlage betr. Organisation der Abteilung für Gebäudeunterhaltung und Gewährung einer nicht pensionsfähigen Zulage von 300 M. an einen Beamten dieser Abteilung wird auf Antrag des Organisationsausschusses (Referent: Stadtverordneter Dr. Fresenius) genehmigt.

Nachdem der Metzgerobermetster Mattern auf seine in der vorigen Sitzung vollzogene Wahl zur Schlachthaus­deputation verzichtet, wird der seitherige Vertreter der Innung Metzgermeister Kiesel wiedergewählt.

Die übrigen auf der Tagesordnung stehenden und einige neue Vorlagen werden den zuständigen Ausschüssen über­wiesen.

Die Vorlage, betr. Personalveränderungen bei der Haupt- und den Zweigverwaltungen in 1914, wird in ge­heimer Sitzung erledigt.

Schluß der öffentlichen Sitzung 5 Uhr.

Kur Stabt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

— Für die Ehe erheben in ihrem letzten Hirtenschreiben die am Grab des hl. Bonifatius zu Fulda versammelt gewese­nen Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands ihre warnende Stimme für Hohe und Niedrige, Arme und Reiche, indem sie zu ihren Diözesanen sprechen: „Ihr wisset, daß die Ehe nicht nur ein Privatvertrag zwischen zwei Menschen ist, nicht nur eine wichtige bürgerliche Einrichtung, sondern ein LebenS- bund, den der allmächtige Gott zugleich mit Erschaffung des Menschen gestiftet, den er schon im Paradies gesegnet und mit ferner Schöpferkraft befruchtet hat." — Wie wenig paßt dazu eine Statistik vom Wiesbadener Landgericht, nach der in den letzten sechs Tagen an den verschiedenen Zivilkammern nicht weniger denn 60 Eheleute — also 30 Paare — diesen Lebens­bund lösen wollten.

— Die Heizung der Eisenbahnstcllwerke. Der Dienst der Beamten in den Stellwerken wurde bisher im Winter durch die mangelhafte Heizung mit gewöhnlichen Öfen außerordent­lich erschwert, da die dünnen Glaswände der hochgebauten Werke eine gleichmäßige Durchwärmung nicht zuließen. Neuerdings ist man dazu übergegangen, die Stellwerke mit Niederdruck-Dampfheizungen zu versehen. Wenngleich eine solche Anlage mindestens 1200 M. kostet gegen 200 M. bei ge­wöhnlichen Ofenheizungen, so sind die bisher gemachten Er­fahrungen außerordentlich befriedigend, und die Weichen­steller leiden nicht mehr unter den großen Temperatur­schwankungen, die bei den alten Stellwerken an der Tages­ordnung waren und ihre Gesundheit fortwährend gefährdeten.

— Tagblatt Sammlungen. Dem Tagblatt-Verlag gingen zu für vom Hochwasstr Geschädigten an der Ostsee: von

** m '»i*i vvvuuyv uiiv VKftywtiyieSi

* K-imgllche Schauspiele. Tue Reihenfolge der Abonne- ments-Buckstaben für dm nächste Woche ist folgende: Sonn­tag L. Montag C, Dienstag A, Mittwoch D, Donnerstag B, Freitag A. Samstag C. Sonntag D. Montag B.

* Kurhaus. Die Kurverwaltung wird den 2. bunten ü'aschtngsabend am Mittwoch kommender Woche ohne Restau­ration stattfinden lassen. U a. ist die Soubrette Erna Koschrl, eme der besten ihres Faches, gewonnen worden, sowie der Chansonnier Artur Kaplan u. «. m. Der Kartenverkauf be­ginnt morgen Samstag, vormittags 9 Uhr.

* Konzert. Der „Philharmonische Verein" veranstaltet am kommenden Sonntag in der Lutherkirche ein Kirchenkonzert zum Besten des Frcmenasvls „Lindenhaus".

Kus dem vereinsleben.

vorberichte, Vereinsverjammlungen.

* Heute Samstagabend von 8 Uhr ab findet im „Kathol. Gesellenhaus", Dotzheimec Straße 24. der Maskenball des Männcrgesang-Vereins „Friede" statt.

* Es sei hiermit auf die für den 8. Februar, abends 7 Uhr 11 Min., angekündigte Jubilänms-Damensitzung des „M ä n n e r t n r n v e r e i n $" beionders aufme. ksam gemacht. Die Veranstaltung dürfte reich an Überraschungen lein.

* Die hiesige Ortsgruppe des „W est deutschen Stimm­recht-Verbandes" hat für Dienstag im „Palast-Hotel" einen Fünf-Uhr-Tee veranstaltet, woselbst Frau Debmel. die Gattin des gefeierten Dichters Richard Dehmel, die Heraus­geberin der Stimmrecht-Zeitung „Frau und Staat" sprechen

Der nächste Vortrags - Abend des „Kauf­männische n V e r e l n s" wird von einem Selbstschaffen­den bestritten und zwar hat der Verein Arno Holz, den Verfasser des ..Trauntiulus", gewonnen.

* Der „V erein zur Errichtung eines Israe­

li ti sche n Äran k en ha n f eit und Schwestern- heim? in Wiesbaden" hat ivcrcfj seinem eben erschienenen ersten Jahre^berstht am 14. September 1912 das Israelitische Schwesternhaus, Herrngartenstraße 6, eröffnet und seine Tätig­keit begonnen. Schon im Oktober erwies sich die Zahl von 3 Schn eitern zu gering, um den an sie ge ichteten Anforde­rungen zu genügen. Auf feine Bitte stationiert-- die Groß­loge w Wiesbaden eine vierte Schwester. Als Oberin wurde bei Eröffnung des Heims Schwester Martha eingesetzt In die Zeit vom 15. September 1912 bis 31. Dezember 1913 haben die Schwestern geleistet: Vollpflegen 296. Tagespflegen 358, Nachtwachen 315. ambulante Leistungen 507. An Pflegegeldern wurden vereinnahmt: Vom 14. Sevtember bis 31. Dezember 1912 1103 M.. vom 1. Januar bis 31. Dezember 1913 4762 M. 85 Nachtwachen und 35 ambulante Leistungen wurden unent­geltlich geleistet Neben den Pflegegeldern flössen dem Verein von dankbaren Patienten für die verschiedenen Fonds und zur Ausschmückung des Heims etwa 1300 M. zu Es wurden verptlegt: gg Patienten, darunter 80 Juden und 16 Ebristen, welche behandelt wurden von 19 christlichen und 15 tumfchen Ärzten. 1. Vorsitzender des Vereins ist Herr M. Selmerdrnger. Vertreter desselben sind die Herren S Bielefeld und Ur. Lahn­stein. Sch iftführer ist Herr Hugo Wolf, Vertreter desselben Herr. Ferdinand Baum Kassenführer Herr Ver­

treter desselben Herr Artur Straus. Als Beisitzer , untreren die Herren Dr. Fackenheim Regierungsbaumeister A Hetz, Rentner Abraham Marxheimer und Rechtsaruvalt M. Marx-