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Nr. 66 _ Donnerstag, 5* Februar 1914»

Wiesbadener TagdlaLL. Mend-Ausgabe, i. Matt. ».

begannen die italienischen liberalen Abgeord­neten, die gegen 100 Dringlichkeitsanträge überreicht hatten, um die Erledigung der Fleimstal- vorlage zu verhindern, mit der schärfsten Obstruktion. Die Sitzung ist bisher ausgestillt durch stundenlange italienische Dauerreden zur Geschäftsord­nung. Auf deutscher Seite besteht die Absicht, die Ob­struktion in einer einzigen, wenn noKvendig mehr- tägien Sitzung zu treffen.

England.

Neue Brandstiftungen der Suffragetten. Glasgow, 4. Febr. In dem Schlosse A b e r ch i l l bei Griff brach heute vormittag Feuer aus, das von Anhängern des Frauenstimmrechts angelegt worden sein soll. Der Saal mit kostbaren Gemälden und Möbeln ist ver­nichtet worden. Auch ein anderes in dieser Gegend be- legenes unbewohntes Landhaus wurde durch eine Feuersbrunst zerstört. In Saint Fillans. Graf­schaft Perth, sind wertvolle Möbel in den dem Präsi­denten der Anttsuffragettenliga gehörenden Häusern verbrannt. Dies ist heute der dritte Anschlag von Anhängern des Frauenstimmrechts in Schott­land.

Italisn.

Die Kosten der Expansionspolitik. Rom, 4. Febr. Der Bericht über die Ausgaben anläßlich der Besetzung Libyens, der ägäischen Inseln und der inter­nationalen Ereignisse, der der Kammer vorgelegt wor­den ist, führt an: Die Ausgaben beliefen sich auf

1 149 787 564 Lire, davon entfallen 903 891 631 Lire auf die Cyrenaika und Tripolis, 21 867 809 Lire auf die Besetzung der ägäischen Inseln und 3 351121 Lire auf Albanien. Etwa 50 Millionen wurden an die Ver­waltung der türkischen Staatsschuld gemäß dem Ver­trage von Lausanne gezahlt.

Tod eines Dreibundfreundes. Rom, 6. Febr. Gestern ist hier der bekannte Publizist Cantalupe gestorben. In ihm verliert der Drettmnd einen seiner fähigsten, wärmsten und bedeutendsten Apostel in Italien. Als Leiter des „Corriere de Neapoli" war Cantalupe. der von einer deutschen Mutter stammle, stets bereit, offene und versteckte Angriffe der Dreibundgegner abzuwehren.

Nirkffand

Eine militärische Hundertjahrfeier. Petersburg, 4. Febr. Heute begann die zweitägige Gedenkfeier des Leibgarde-Kosaken- Regiments zur Er­innerung der Teilnahme an den Befreiungs­kriegen gegen Napoleon. An den Kaiser- grübern wurden Kränze niedergelegt. Zahlreiche Depu­tationen nehmen an der Feier teil.

Bulgarien.

Bau einer Donaubrücke nach Rumänien. Sofia,

4. Febr. (Agence Bulgare.) Der bulgarische Gesandte in Bukarest Radew, Oberst Nerezow und die Ingenieure Lazarow und Voltschew sind von der bulgarischen Re­gierung beauftragt worden, mit der rumänischen Kom- mission au das Studium der Frage der Erbauung einer D o n a u b r ü ck e zur Verbindung der Eisen­bahnnetze beider Länder zu schreiten.

Türkei

Das Kriegsministerium nach deutschem Muster. K o n st a n t i n o p e I, 5. Febr. Die Einrichtung des türkischen Kriegsmini st eriums ist nach deut­schem Vorbilde erfolgt. Es wurden eine Abteilung für den Krieg mit Oberstleutnant Mahmud Kemal als Chef, ferner Abteilungen für Personalien, Intendantur und Sanitätswesen geschaffen. Der Generalstabschef der Militärmission v. Strempell wurde zum türki­schen Oberst befördert.

Südamerika.

Ein erfolgreicher Putsch in Peru. New Jork,

5. Febr. Der Präsident von Peru, Guillaume B i l l i n g h u r fi,_ wurde im Regierungspalast von Lima von revolutionierenden Truppen unter Führung von Oberst Bonavrdes nach kurzenr Kampf gefangen genommen. Der Premier- und Kriegsminister Gene­ral Varsela, wurde im Verlauf des kurzen Kampfes getötet. 1>r. Auguste Durand, ein früherer Re- belleniuhrer, zog darauf in den Regierungspalast eiu und wird wahrscheinlich die neue Regierung bilden. Die Bürger, die durch das Schießen in früher Morgen­stunde hervorgelockt worden waren, wurden von den Soldaten durch blrnde Gewehrsalven an Zusammen­rottungen verhindert. Eine Zeitlang herrschte große Be­sorgnis unter der üeböiferung. Die geschlossenen Läden wurden wieder geöffnet und auch die Straßenbahnen nahmen den Verkehr wieder auf. Anderen Meldungen zutolae wurde General Billinghurst als Gefangener nach Eallas geschafft, um von dort außer Landes ge­bracht zu w-vden.

Luftfahrt.

Zur Landung der deutschen Offiziersfiieger rn Luneville.

Die Heimreise der beiden Offiziere.

Wb- Paris. 4. Febr. Die Untersuchung der Militärbe­hörden von Luneville ergab nichts Belastendes für die deut- scheu Offrziersflreger. —er Kriegsminister gab daraufhin be- züglich der Abreise einen günstigen Bescheid. Der Minister des Innern übermittelte dem Präfekten des Departements Meurthe-et-Moselte dre Jnsttuktion, daß die Offiziere nach Deutschland zurückkehren konnten Der abmontierte Apparat wird mit der Bahn zuwuckgescyasft. — Die beiden Flieger sind heute nachmittag 4 Uhr >m Automobtl nach der Grenze abgefahren. Sie sind um 6,So Uhr abends in Deutsch-Avricourt eingetroffen und um 7,20 Hot nach Metz weitergereist, wo sie um 9,56 Uhr ankamen.

Die Haltung der französischen Presse.

* Paris, 4. Febr. Die französischen Zeitungen erheben keinerlei Widerspruch gegen die schnelle Erledigung des Falles der beiden Offiziere, die gestern in Eroirmcrre landeten, da­

gegen wird in der Presse allgemein darüber Klage ge­führt, daß derartige Zwischenfälle immer wieder von deutscher Seite herbeigeführt werden. Selbst der „Figaro" findet es auffällig, daß deutsche Offiziere sich so schlecht im Grenzgebiete auskennen, daß sie von Saarburg aus nach Südwesten anstatt nach Nordwesten fliegen, ohne es zu merken. — Wie die erzchauvinistische „Alliance nationale" behauptet, soll das Verbot der Abreise der deutschen Offiziere aus Lune­ville andere Gründe als die angegebenen gehabt haben. Man soll nach den Informationen der genannten Quelle die Offi­ziere eine Zeitlang unter dem Verdacht der Spionage gehabt haben, da sie sowohl Füllfederhalter loie auch Tinte mit sich fiihrten, von irgendwelchem Schreibpapier aber nichts zu ent­decken war. Die Behörde nahm daher an, daß dieses von den Offizieren in der ersten halben Stunde nach ihrer Landung, wo sie allein waren, beseitigt worden ist. Als trotz genauer Untersuchung aber nichts gefunden wurde, mußten die Offi­ziere sreigelassen werden. In Luneville soll diese Freilassung einen ungünstigen Eindruck hervorgerufen haben.

Die Probefahrten des „Z. 7". Friedrichshafen, 4. Febr. Die Probefahrten mit dem Militärluftschiff „Z. 7" sind jetzt abgeschlossen. Die neuen Abzugsvorrichtungen für die ausströmenden Gase haben sich bewährt. Die Über­führung nach Dresden wird demnächst erfolgen.

Ein neuer Paffagierflug - Weltrekord. Chartres, 4. Febr. Der Flieger C a r e i x stellte einen neuen Weltrekord für den Flug mit fünf Passagieren aus, indem er mit ihnen bis zu einer Höhe von 2260 Meter aufstieg.

Tödlicher Absturz eines Fliegernnteroffiziers. Mün­chen, 4. Febr. Heute vormittag ist ein Unteroffizier des FliegerbataillonS Oberschleißheim aus 200 Meter auf dem Kasernenhof des Eisenbahnbataillons gestürzt. Er war sofort t o t. Das Flugzeug ist zertrümmert.

Bus Stabt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

— Die Bautätigkeit in Wiesbaden. Wie sehr die Bau­tätigkeit noch in Wiesbaden darniederliegt, beweist der im Jahre 1913 im Stadtkreis Wiesbaden erfolgte Absatz der Wiesbadener Ziegeleivereinigung. Es wurden im ganzen 6 169 644 Stück Ziegel abgesetzt, in welcher (summe IH 2 Millio­nen Ziegel für den Neubau des Museums inbegriffen sind. Ohne letzteren Absatz wäre der Verbrauch gegen den im Vor­jahr zurückgegangen. In normalen Jahren setzte die Ver­einigung im Stadtbezirk rund 17 Millionen Ziegel ab.

— Zur Frage der Einrichtung einer Arbeitslosenversiche­rung nahm Stellung eine gestern abend im unteren „Wart­burgsaal" stattgehabte, gut besuchte, von der hiesigen Orts­gruppe des „Bundes der technisch-industriellen Beamten" ein- berufene Versammlung. Der Bundesvorsitzende G r a n z i n (Stuttgart) hielt ein einleitendes Referat, worin er auf die Notwendigkeit einer Arbeitslosenversicherung hinwies. Es reihte sich eine Besprechung an das Referat, an welcher teil- nahmen ein Vertreter der Ortsgruppe Wiesbaden der liberalen Arbeiter, Stadtverordneter Demmer usw. Zum Sckiluß erging die Mahnung an die Anwesenden, mit ganzer Energie für die Einrichtung einer Arbeitslosenversicherung nach dem Genter-Shstem tätig zu sein. Der Bund zählt — was nebenbei bemerkt sein mag — heute rund 25 000 Mit­glieder.

— Wiesbaden am Rhein. Von zuständiger Stelle sind wir zu der Erklärung ermächtigt, daß an der gestrigen Veröffent­lichung der llO.-Korrespondenz über die Eingemeindung von Schierstein und den Bau einer Hafenbahn usw. kein wahres Wort ist, daß die tatsächlichen Voraussetzungen unrichtig sind und ebenso auch die Annahme, daß der Herr Oberbürger­meister derartige Mitteilungen nach anderer Seite vor der Stadtverordneten-Versammlung machen werde. — Von Schierstein wird uns gemeldet, daß bisher Verhandlungen mit der Gemeinde Schierstein weder über die Einge­meindung noch über den Hafenbau gepflogen worden sind. Man nimmt an, daß die Publikationen hierüber bestimmt sind, den Internen von Grundstücksipekulanten zu dienen, welche ihr Gelände an den Mann bringen wollen. — Wir geben zu vorstehenden beiden Zuschriften nun der UO.- Korrespondenz aufs neue das Wort.

— Kaufmannsgerichtswahlen. Bei der heutigen Arb ei t-

gebrrwahl der Beisitzer für das Kaufmannsgericht ent­fielen auf die Liste der Wiesbadener kaufmännischen Vereine (1.) 191 Stimmen. Die Liste 2 bekam nur 19 Stimmen. Nach diesem Ergebnis sind von der Liste 1 27 Beisitzer und von der Liste 2 3 Beisitzer gewählt. Der Kaufmann L. Jstel ist auf beiden Listen gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr schwach. Von etwa 700 Wahlberechtigten übten nur 210 ihr Wahl­recht aus.

— Plötzlicher Tod. Der 59 Jahre alte Kaufmcnm Karl Leber aus der Bahnhofstratze erlitt gestern abend in der Mvritzstraße einen Schlaganfall und starb aus dem Transport zum städtischen Krankenhaus. & err 7-. e ^ ei: stammte aus

Kirberg, war aber seit seiner Jugend hier tätig unb betrieb früher Kolonialwarengeschäfte in der Bleichstraße, bezw. Bahnhofstratze. Auch das in dieser Straße ehemals bestandene, ihm gehörende Gasthaus zum „Tannhauser" leitete er längere Zeit. Nach seinem Rücktritt von den Geschäften wirkte der nun Verstorbene in verschiedenen öffentlichen Ehrenämtern.

— Zum Fall Junker. Die unter Mordverdacht an ihrer hochbetagten Tante, der Witwe Zimmermann in Cronberg i. T., längere Zeit im Wresbadener Landgerichtsgefängnis in­haftierte Modistin Helene Junker aus Cronberg hat eine Beschwerde gegen das gegen sie geführte Verfahren und ihre Inhaftierung beim preußischen Justizministerium eingereicht, über die jetzt Erhebungen im Gauge sind. Wie wir weiter hören, soll der Fall Junker auch im preußischen Landtag zur Sprache gebracht werden.

— Belästigungen bei Sterbefäüe». Vielfach ist Klage dar­über geführt worden, daß bei Sterbefällen die Blumenliefe­ranten, Sarglieferanten, Kutscher usw. das Haus geradezu stürmen, aber nicht nur darüber, sondern auch, daß Vermitt­ler zwischen Besteller und Lieferanten sich eindrängen, welche jene zu möglichst hohen Ausgaben veranlassen und später obendrein Provisionsansprüche stellen in ganz exorbitanter Höhe. Um diesen Mißständen zu steuern, ist seitens unserer städtischen Verwaltung zunächst mit der hier bestehenden Gärtnervereinigung ein Übereinkommen getroffen, wonach seit dem 1. d. M. Bestellungen bezüglich Ausstattung der Trauerhalle nur noch durch städtische Instanzen vermittelt werden. Die beteiligten städtischen Beamten geben ihre Be­

stellungen an eine von den Gärtnern bestimmte Zentralstelle auf, und diese verteilt dieselben an alle diejenigen Gärtner, ivelche ihre Bereitwilligkeit zur Übernahme der Dekorationen erklärt haben. Auch über die Preise sind zum Schutz des Publikums feste Vereinbarungen getroffen, und es ist dabei gelungen, den Preis für die untere Dekorationsklaffe um 25 Prozent herabzusetzen. Auf die Grabdekorationen haben die Vereinbarungen keinen Bezug.

— Fuchsjagd. Die Besucher der Hubertushütte im Gold­steintal hatten gestern nachmittag das seltene Vergnügen, einer Fuchsjagd beizuwohnen. Durch Hunger getrieben, machte sich Meister Reineke das Vergnügen, auf den Wiesen der Mäusejagd obzuliegen, hierbei wurde er von Besuchern der Hubertushütte beobachtet, und der zufällig anwesende Förster Sondheimer von Sonnenberg sandte ihm auf 200 Meter Entfernung eine Kugel in sein Fell, was ihn nicht hinderte, nachdem die Meute von zwei Hunden und 40 bis 50 Marsjüngern ihm auf den Fersen war, Reißaus nach dem nahen Wald zu nehmen. Dort wurde er jedoch bald gestellt und nun mit lautem Halloh eingebracht.

— Filmfabrik. Von Interessenten wird beabsichtigt, eine Filmfabrik in Wiesbaden zu errichten, und zwar auf dem neuen Jndustriegelände nach Dotzheim hin. Di« Fabrik soll vor allem die Kinos im Westen Deutschlands versorgen.

— Städtische Hvlzversteigerunsen. In letzter Zeit haben zwei größere städtische Holzversteigcrungen stattgefunden, zu welchen eine besonders große Zahl von Reflektanten erschienen war und bei welchen daher Preise erzielt wurden, die über die seitherigen noch um ein Erkleckliches hinausgingen. In beiden Millen wurde sämtliches Holz an den Mann gebracht. Die erste der Versteigerungen fand im Distrikt „Geisheck", links der Aarstratze, statt. Buchen-Scheitholz kam dabei auf 32 bis 37 M. und im Durchschnitt auf 34 M. 80 Pf., Buchen- Knüppelholz auf 23 bis 34 M. und im Durchschnitt aus 28 M., Buchen-Wellen auf 10 bis 22 M. und im Durchschnitt auf 16 M. 50 Pf. das Hundert zu stehen. — Bei der zweiten Ver­steigerung, im Distrikt „Himmelohr". handelte es sich um 1100 Klafter Holz und 14 000 Wellen. Erzielt wurden: für Bucken-Scheitholz durchschnittlich 29 M., für Knüppelholz 22 M., für Wellen 11 M.

— Einen üblen Ausgang. Zu der so beginnenden Notiz in der gestrigen Abend-Ausgabe teilt man uns mit, daß darin die Tatsachen verwechselt seien. Nicht der Gärtner Ludwig Reinhardt sei der Töter, sondern der Kellner Eduard N a u - h e i m, von dem Reinhardt einen Buchfink (keinen Kanarien­vogels gekauft hatte. Nach einem Wortwechsel über dieses Geschäft wurde dabei Reinhardt von Nauheim in eine Fenster­scheibe gestoßen und hat sich dabei ein« Pulsader durch­schnitten, eine Verletzung, die wochenlanger ärztlicher Be­handlung bedürfen wird.

— Feuer. In dem Hause Lothringerstraße 26 entstand gestern nachmittag ,n einer Wohnung ein Brand, dem meh­rere Kleidungsstücke zum Opfer fielen. DaS Feuer nahm größere Ausdehnung an, als die Leitungsrohre zum Gas­automat durchschmolzen und der Gasometer selbst in Brand geriet. Die Feuerwehr löschte den Brand nach kurzer Tätigkeit.

— Eiribruchsdiebstahl. Während der Nacht aus heute ist in das Geschäftslokal des Beamten-Konsumvereins an der Orcmienstratze eingebrochen worden. Den Einbrechern sind etwa 380 M. Wechselgeld, verschiedene Schinken und andere Waren zum Opfer gefallen.

— Mansardendiebstahl. In einem Metzgerhaus in der Bleichstraße kam ein Mansardendiebstahl vor, bei dem einem Ladenmädchen ein größerer Geldbetrag entwendet wurde.

— Pcrs»nal-Nack,richten. Der wissenschaftliche Hilfs­arbeiter am Stadtarchiv Lothar L ü st n e r wurde zum stell­vertretenden Archivar ernannt.

— Kleine Notizen Mit Bäckerei des Konsumver GenarkunaKgivenzp turtt dieses

der Errichtung der großen ein? an der Dotzheimejr Frühjahr hsgionwsn.

Vorberichte über ttunst. Vorträge und verwandtes.

■ * Residenz-Theater. In vollständig neuer Einstudierung gelangr am EamStag und Sonntagabend die tragische Komödie „Tvcmmulius" von Arno Holz und Oskar Fersckcke zur Aus­führung Den Professor Dr Niemetzer (Traumul,rS) spielt Joseph Commer als Gast auf Engagement. Sonntagnachmittag wi d die lustige Komödie „Schneider Wibbel" zu halben Preisen gegeben.

* Kurhaus. In dem 10. Ztzkluskonzert morgen Freitag leitet Pros. Dr. Hans Pfitzner folgende eigenen Kompositionen: Ouvertüre zu Kleists „Käthchen von Heilbronn", Wüten­wunder und Tauermarsch aus „Die Rose vom Liebesgarten" und Onve- türe zu „Das Cbristelslein". Kammersänger Walter Kirchhofs singt: WaNmwnolog aus „Die Rose vom Liebes- gcrrtcn" von Hans Pfitzner. vier Lieder mit Klavierbegleitung von Robert Schumann sowie Walthers PreDlied aus der Over „Die Meistersinger von Nürnberg". Musikdirektor Karl Sckmricht bringt zur Auffüllung: Franz Schuberts unvollendete Sinfonie in H-Moll.

* Bortrag. Der Volksvort-ag über den Nutzen des Radiums, de- für Freitag angekündigt, muß wegen starker Heiserkeit des Redners um acht Tage verschoben werden Da­für wird morgen Direktor Dr. Höher «inen Lichtbilde'Vortrag über „Eine Reise um die Welt" halten. Der Votcag findet im Saale der städtischen Oberrealschule (am Zietenrina) um 8 V 2 Uhr statt.

ftus bsm £anMtre!s Wiestmden.

z. Bierstadt, 4. Febr. In der Sitzung der Gemeinde- ö e rü.r- r e ^folgende Beschlüsse gefaßt: Die Kosten-

Banketts mit Klernpflaster in der Kirchgasse, werden genehmigt. Für die Holzhauer soll in unserem Geineidewaid eine Schntz- hütte errichtet werden. Die drei Holzversteigerungen in unserem Genimndewalr werden genehmigt. In bezug auf den 8 169 der ReichSverstchernnaso dnung sind die Leh versonen. deren Gehalt unter 2000 M. steht, gegen Krankheitsfälle zu ver­sichern Das Kollegium beschließt, die durch dar Gesetz in FraM kommenden Personen bei der K ankenkaffe zu versichern. Im -mlle etner Krankheit wird denselben der 1 brache Betrag des Krankengeld«? ausbezahlt. Das solchen Lehrern und Leh «rrnnsn zustehende Gehalt soll indessen unverkürzt weiter- gezalhfl werden. Zu dem vorliegenden neuen Ärztevertrag für dre Gemeinde Bierstadt wird die Genehmigung erteilt. ©3 w«d auf der Bü germeisterei eine Liste aufgelegt werden., in welch« sich <r|fe Familienväter einzeickmen können, die gewillt sind, die vertraglich geforderte Grundtax« zu zahlen. Wer sich vrerzu nicht beguemen will, mutz gewärtig sein, daß von den Iszten höhere Gebühren gefordert werden. Um eine eventuell«; Ernsixung mit der Stadtgemeircde Wiesbaden b«»ü-NM Hevan- zrebung zur hiesigen Gemeindeeinkommensteuer kür dre Jchhre 1906 bis 1911 zu orlmrken. wird beschlossen, nochmals Verhand­lungen einzuziehen. — Den diesjährigen Hauptmarken, ball veranstaltet der hiesige Turnverein am Sonntag, den 22, d. M. — Die freiwillige Feuerwehr beMstchtigi «ine Wendunterhaltun« abzuhalten; unsere bridenGe s angvereine haben hierzu ihre Unterstützung zügcsagt. —- Der .Gemeinderat setzte zur Vertagung der Sperlinge »in« Pramre von 8 Pf. kür das Stück aus