Einzelbild herunterladen
 
  

Sette 4

Mbeud-Ausgabe, 1. Blatt.

Veranlagung der Polizeibehörde m Baltimore verhaftet, an­geblich weil er seine Schwester ermordet habe. Heute legte der Verhaftete ein Geständnis ab. datz er mcht seine Schwester, sondern seine Frau durch Erschienen ermordet hcwe.

Raubanfall in einem Eisenbahnzug.

in. Kreuznach, 1. Febr. Bei der Station Nahbollenbach vor Oberstem an der Rahe wurde der Personenzug 312 der Strecke Bingerbrück-Saarbrücken durch Ziehen an der Not­leine angehalten. Das Bahnpersonal sah noch, wie eine Person vom Zug sprang und im Dunkel verschwand. Der Zug wurde sofort durchsucht, und hierbei ergab sich, datz in einem Abteil zweiter Klaffe ein älterer Mann bewußtlos und blutüberströmt lag. Der Mann wurde in das Hospital zu Oberstein gebracht, wo er heute nachmittag noch bewußtlos darniederlag. Die Personalien konnten noch nicht festgestellt werden. Die Nachforschungen nach dem Täter verliefen bis jetzt ergebnislos. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken for­derte den betreffenden Wagen zur sofortigen Untersuchung von der Station Bingerbrück zurück, wohin er bereits gelangt war.

ht. Bad Homburg v. d. H., 1. Febr. Durch Bubenhände wuvde der Steinsockel des Landgrafendenkmals tn den Kuranlagen beschädigt. Auf die Ermittelung der Täter setzte die Stadtverwaltung eine Belohnung von 100 M.

a J 'm. Kreuznach, 1. Febr. Einstimmig beschlossen wurde von der hier abgehaltenen Kreisiagssitzung,^ die vom Kreise erworbenen Landflächen aus der Elisenhöhe bei Binger­brück dem Verein zur Errichtung des Bismarck-Natio­naldenkmals unentgeltlich zu überlassen. Das Gelände ist insgesamt 3.60 Hektar groß. Die Kaufkosten be­trugen insgesamt 102 800 M., zu welchem Betrage der Kreis 20 000 M. beigetragen hatte.

rinst. Darmstadt, 1. Föbr. Gestern abend wurde in einer Herberge der gefährliche, schon mit Zuchthaus vorbestrafte Einbrecher Phil. Schmidt aus Hahn festgenommen, der, in Langen wohnhaft, gemeinsam mit dem schon anfangs

Woche festgenommenen Zimmer aus Ginnheim einen schweren Einbruch bei der Firma Obernzenner in Frankfurt a M. begangen hat. Schmidt, der anfangs leugnete, führte bei seiner' Festnahme einen scharf geladenen Revolver bei sich. Man fand bei ihm außerdem einen Teil des gestohlenen Gel­des, gestohlene seidene Tücker usw.

wb. Saarbrücken, 2. Febr. Aus Oberstein wird gemeldet: Der im Zug Bingerbrück-Saarbrücken beraubte Herr gab in einem lichten Augenblick folgendes an: Er heiße Albert

Schlichter und wohne in Berlin-Schöneberg, Goldstraße; er habe in Kreuznach ein Abteil zweiter Klasse bestiegen. Hin­ter der Station Fischbach sei in voller Fahrt die Waggontur ctufctettjfen tootben utib ein SDfornn fet etngefitegen, bet fteg auf ihn gestürzt habe mit den Worten: „Taschen auf!"^ gleichen Augenblick seien aber schon zwei Schaffe gefallen, durch die er schwer verletzt wurde und zu Boden sank. Er habe noch die Kraft gehabt, um die Notbremse zu ziehen. Der Täter sei ein noch junger Mann gewesen, bartlos und habe eine Eisenbahnermütze aufgehabt. Die Schußwaffe rst nicht aufgefunden worden. Bei dem Verletzten fand man nur wenig Kleingeld. Eine Brieftasche mit 270 M.. die er angab be, sich gehabt zu haben, wurde nicht vorgefunden. An der Uhr- kette tehltc ein Anhängsel. Der Verletzte befindet sich m dem Obersteiner Krankenhaus. Die Verletzungen lassen dav Schlimmste befürchten.

Ms. Kassel, 1. Febr. Ein Befehl des Kaisers hat_ nun­mehr wie aus amtlicher Quelle mitgeteilt wird, bestimmt, daß auch das hiesige 11. Armeekorps, im Gegensatz. zu den anders lautenden Nachrichten, dieses Jahr an den Kaner- Manövern teilnimmt. Als Zeitpunkt sinb die Tage vom 14. bis 19. September bestimmt worben.

ZVGvt und bmel.

* Pferderennen zu Pau, 1. Febr. Prix du Gave. 2000

Franken. 1. C. Forests Chloral (Wicks), 2. Le Basafrö 2, 8. Maraucrite 2. 36:10; 16, 13 23:10. — Prix du Bekvödre. •>000 Franken. 1. CH. de Vredes Baillard (M. Barak), 2. Mon Seigneur, 3. Capulet 2. 47:10; 26, 65, 133:10. — Grand

Vrir du Pau. 26 000 Franken. 1. CH. Lienarts Phebus (W. Head), 2. Urbaine, 3. Vetter. 28:10; 17, 27, 46:10. — Prir d- la Soeiete. 6000 Franken. 1. Jean Lieux Lutteuse (Lespinas) und D. Guestiers Afgar (P. Kalley), 3. Tribun 2. 264, 25:10; 96, 20, 81:10. ,

* Fußball. Die gestrigen Ligaspiele "N.Sudkreis er­

gaben: Kickers Stuttgart Karlsruher Fv. 3 : 0 , W. Pforzheim: P. f. Bewegungsspiele, Stuttgart 3:2, Fkl. Mühburg.Phomx Karlsruhe abgesagt; Ostkreis: Pfeil Nürnberg:Krcker,

Würzburg 1:1, Fkl. Nürnberg:Pfalz Ludwigshafen ?:0 lPrivatspiel), Spielvgg. Fürth-Vogtländischer Fkl. Plauen 12:0 (Privatspiel); West kreis: B. f. Rasenspiele, Mannheim. Ersatzligamannschaft:Phönix Ludwigshafen 2:0, Fkl. Frei- burg:V. f. Rasenspiele, Mannheim, Ligamannschaft mit fünf Ersatzleuten, 6:0 (Privatspiel); Nord kr eis, Privatspiel: Frankfurter Fv.:Ludwigshafen 1003 4:2, Germania Frank­furt : Phönix Mannheim 3:1, Hanau 93 : Viktoria Fechenheim 3:3, Offenbacher Kickers: Viktoria Hanau 3:0.

* Der Kronprinz und der Kronprinzenpokal. Der Ver­band Brandenburgischer Ballspielvereine beschloß mit 108 gegen 86 Stimmen das Zwischenrundenspiel gegen den Nord­deutschen Fußballverband in Hamburg nicht auszutragen. Vor der Verbandssitzung hatte der Kronprinz durch feinen Adjutanten dem Vorsitzenden eine Depesche zukommen lassen, in der er Mitteilen ließ, datz er seinen Pokal zurück- ziehen werde, wenn die Angelegenheit nicht bald erledigt werde. Trotzdem ergab die Abstimmung das oben mitgeteilte

Resultat. '

st. Die Bobjleighmeisterschaft von Europa kam am Sonn- tag unter der Leitung des Winterberger Sportklubs in Winteröerg zur Entscheidung. Trotz des Tauwetters wurden recht gute Leistungen erzielt. Vorgeschrieben waren -wei Abfahrten. Sieger blieb im Gesamtklassement der Jlgen- buraer Grün, der mit dem Bobsleigh „Taube" 1 Min. 39.4 Sek. und 1 Min. 47,2 Sek., zusammen 3 Min. 46,6 Sek., be­nötigte. An zweiter Stelle folgte „Asc" (Lenker: Raben (München. Akademischer Sportklub) vor „Manlos" (Lenker: Hagendorn, Barmen).

sr . Bobsleigh-Rennen um den Kaiser-Wilhelm II.-Becher.

Bei prachtvollem Wetter und einem Riesenbesuch ging am Samstag das erste große Bobsteigh-Rennen der Saison auf der bekannten Schatzalpbobbcchn in D a v o s vor sich. Cs wurde das Viersitzerbob-Rennen um den Kaiser-Wilhelm II.- Wanderbecher ausgefahren, den der im vergangenen Jahre am erfolgreichsten gewesene Bob „Torpedo" zu verteidigen hatte.

Wiesbadener Tagblatt»

Dieser startete jedoch nicht. Um den wertvollen Preis be­

warben sich sieben Fahrzeuge. Sieger blieb der diesjährige Champignonbov „Bogey" mit der deutschen Mannschaft v. d. S a n d t (Wiesbaden) am Steuer. Brandt (West­falen), Westendorp (Hamburg), Friedrich (Davos), (Bremse) in der neuen Rekordzeit von 3 Min. 8 Sek. Der alte Rekord gehörte mit 3:13^tz „Torpedo". Den zweiten Platz belegte „Splendid" in 3:11,4 vor „Beowulf" in 3:17,4.

Oie Katastrophe auf der Feche „Minister Achenbach".

Dir Trauer in Brambaucr.

* Dortmund, 31. Jan. In Brambauer herrscht tiefe Trauer. Aus den Straßen der kleinen Ortschaft stehen die Leute in Gruppen beieinander und besprechen die Folgen der Katastrophe. Manche Mutter und manche Tochter kehren tränenden Auges vom Zechenplatz zurück. Die Flagge auf dem Förderturm ist halbmast gehißt. Die Leichen sind ebenso wie bei der letzten Katastrophe in der Halle der Zechenschrei­nerei aufgebahrt. Sie liegen aus Stroh und sind mit grauer Leinewand As zur Brusthöhe bedeckt. Kopf, Brust und Arme sind frei. Die Mehrzahl der Toten ist völlig verkohlt und nur schwer erkenntlich, Kopf- und Barthaare sind äbgesengt. Einem Toten ist die Kinnlade zerschmettert, ein anderer hebt wie zur Abwehr beide Arme. Bei jeder Leiche liegt eine Karte mit dem Namen des Toten. Die Angehörigen der Ver­unglückten defilierten mittags an den Leichen vorbei, wobei sich herzzerreißende Szenen abspielten. Handwerker sind damit beschäftigt, die Halle mit schwarzem Tuch zu drapieren.

Die Opfer.

wb. Dortmund, 1. Febr. Im Laufe der letzten 24 Stun­den wurden zwei weitere Tote geborgen. Im Krankenhause sind insgesamt vier Bergleute gestorben, so daß sich die Zahl der Toten bis jetzt auf 24 beläuft. Es sollen sich noch ein oder zwei Bergleute unter den Trümmern befinden. Die Re­kognoszierung der Todesopfer bereitet die größten Schwierig­keiten, da die meisten der Toten gräßlich verstümmelt sind. Bis heute nachmittag ist es trotzdem schon gelungen. 16 Tote zu identifizieren; unter ihnen ist ein großer Teil polnischer Nationalität. Zurzeit befinden sich im Krankenhaus drei schwer und sechs Leichtverletzte. Drei Mann werden noch ver­mißt. Mer die Ursache hat die sofort eingeleitete Unter­suchung noch kein Ergebnis gezeitigt. Für die Verunglückten ist in gleicher Weise wie bei der Katastrophe von 1912 zur Linderung der ersten Not seitens des Besitzers der Zeche ein größerer Betrag angewiesen worden.

wb. Dortmund, 2. Febr. Entgegen der vorherigen Mel­dung. wonach ein oder zwei Bergleute sich unter den Trüm­mern tbefinden. teilt die Zeche „Minister Achenbach" mit, daß nunmehr keine Leichen mehr in der Grube sind.

Die Versorgung der Hinterbliebeueu der umgekommenen Bergleute soll, wie die Direktion ver­sichert. in derseüben Weise geschehen, wie das bei dem ersten Grubenunglück der Fall war. Als erste Hilfe gingen den Ange­hörigen der Verunglückten je 150 M. zu.

Die Untersuchung über die Ursache der Katastrophe hat noch nicht zu einem endgültigen Ergebnis geführt. Aus dem Umstände, datz keiner der beiden Schießmeister nennens­werte Verletzungen erlitten hat, wird geschlossen, daß eine Explosion, die ein Sprengschuß ausgelöst haben könnte, aus­geschlossen ist. Vielmehr geht die Vermutung der Bergbehörde dahin, daß ein plötzliches Auftreten großer Gasmengen aus der sehr gasreichen Grübe die Explosion verursachte. Das Ereignis hat auf die Belegschaft derart deprimierend gewir^» daß am Samstagfrüh von der 620 Mann starken Tagesschicht nur 40 Mann anfuhren. Inzwischen sind die Schichten^aber wieder stärker angefahren. *

Das Beileid des Kaisers.

wb. Berlin, 31. Jan. Der Kaiser ließ dem Handels- Minister auf die Meldung von dem Grubenunglück der Zeche „Achenbach" folgendes Telegramm zugehen: Se. Majestät

der Kaiser und König nehmen an dem neuen Grubenunglück der Zeche Achenbach im Brambauer Bergrevier schmerzlichen Anteil und lassen Eure Exzellenz ersuchen, den bei der Schlagwetterexplosion verwundeten braven Bergleuten und den Hinterbliebenen der in ihrem Berufe gefallenen Knappen Allerhöchst ihr Beileid auszusprechen. Auf Allerhöchsten Be­fehl: v. Valentini. — DaS Telegramm wurde auf den

Zechenplätzen und an den Eingangstoren durch Anschlag be­kannt gegeben. Die Beerdigung der Opfer findet Montag­nachmittag statt.

Neues aus aller Welt.

Folgenschwere Gasexplosion in der Leipziger Buchhänd- lerbörse. Leipzig, 2. Febr. In dem Gebäude der deutschen Buchhändlerbörse ereignete sich heute nacht gegen 12 Uhr eine furchtbare Gasexplosion. Kurz nach %12^ Uhr wollten die Küchenangestellten der Gutenbergschen Gesellschaft sich zur Ruhe begeben. Ihre Schlafräume liegen in den oberen Stock­werken des Hauses. Dort angekommen, nahmen sie einen starken Gasgeruch wahr und begaben sich, um die Ursache fest- zustellen, wieder nach dem Keller zurück, wobei sie ein offenes Licht benutzten. Als sie die Tür des Kellers öffneten, erfolgte ein donnerähnliches Krachen. Eine mächtige Flamme schlug den Eintretenden entgegen bis zu den Parterreräumen empor. Die Gewalt der Explosion «tvar so stark, daß die in den oberen Sälen zu einer Festlichkeit versammelte Tanzgesellschaft zu Böden geschleudert wurde. Die Fenster sämtlicher umliegen­der Gebäude wurden zertrümmert. Der sofort herbergeeilten Feuerwehr gelang es, den Brand im Keller und im Parterre zu löschen. Vier Personen wurden schwer, eine leichter ver­letzt. Schwer verletzt wurden zwei Dienstmädchen, ein 18- jähriger Koch und ein löjähriger Küchenjunge. Leichter ver­setzt wurde ein ADHriger Hausdiener. Bei keinem von ihnen besteht Lebensgefahr.

Eine Staatsanwaltsgattin wegen Betrugs und Meineids verhaftet. Kottbus 1 Febr. Im Zusammenhang mit der Untersuchung gegen den in Moabit mhcrftierten Berliner Grundstücksspekulanten Leo Schi ft mann ist die Gattin des Staatsanwalts am Kottbuser Landgericht Frau Hed- mia A b r e n s verhaftet worden, und zwar unter dem Ver­dachte des Betrugs der UrkundenfMchung und des Meineids. Zugleich sind in Berlin bei mehereren Rechts- anw alten, Ärzten und Banken grobe Haus­suchungen abaeftllten worden Auch m der Wohnung des Staatsanwalts Abvens und später auch m seinem Dienst- - im wer sind Durchsuchungen borgenommen worden, bei denen man große Pakete von Briefschaften beschlagnahmte. Wie es heißt, hat Frau AbrenS jahrelang ein Doppelleben ge­führt, indem sie gleichzeitig mit dem Staatsanwalt verheiratet

Morrtag, Ä. Februar 1914+

Rr. 54.

war und außerdem unter dem Namen eines Fraullnn FraiM als Prokuristin der Firma Leo Schisfmann fungierte. Nach der Flucht Schiffmanns verschwand mich die Prvkuristrn. und es gelang erst jetzt, ihre Persönlichkeit zu ermitteln. Frau Ähc«ck bestreitet ihre Schuld, und müh ihr Mann stt von ,A^r Un­schuld überzeugt. In einem Briefe an die „B. Z. schreibt er. „Arr der Sache ist nur wahr, datz meine Frau m ihrer Gut­mütigkeit und ohne die Tragweite zu übersehen. Herrn. Schrft- nmrm Geld nach Amerika nachgewndi hat. Hierin liegt der Verdacht der Beihilfe, zum Konkursverbrechen. Bon Urkunden­fälschung ist keine Rede. Ich heiratete hiw: rn Kattormtz m, Oktober 1911, als meine Frau alle Beziehungen zu SHiss- mann und der Treutzandgesellschaft, zu deren Geschafts- führerin sie sich in ihrer Unerfahrenheit machen -retz. gelost hatte. Meine Frau ist vollkommen schuldlos und nur durch eine Kette von Mitzverftändnissen und Ve.leumdungen in diese entsetzliche Lage gebracht worden." Frau Ahrens ist rn Unter­suchungshaft in Moabit eingeliefert und ihr Entlassungsgiesuch abgelehnt worden. _ ,, ,

Drei Berg.cute eingeschlossen. Dorsten. 1. Febr Aus der Zeche „Fürst Leopold" sind in der vergangenen Nacht drei Bergleute durch hereinbrechende Gesteinsmassen eingeschloffeu und bisher noch nicht geborgen worden. Ihr Schicksal ist un­bekannt; die Rettungsarbeiten dauern sort. (Vergl. L. Drahtber.)

E.u Lustmord. Hannover. 31. Jan. Heute fand etti Arbeiter in einem Brunnen in der Nahe der Kortingschev Fabrik bei Körtingsdorf die Leiche eines ftinfiahrrgen Mädchens mit entsetzlichen Verletzungen. Die Gerlchtskommisston begab sich an den Fundort und ermittelte, datz es sich um d« Leiche der seit dem 12. Januar als vermitzt gemÄdeten Tochter Hilde- g-ard des Arbeiters Wildhagen Windelt. Der Regierungs­präsident hatte auf die Auffindung der Vermißten eine Be­lohnung von 600 M. ausgesetzt. _ „ , .

Ein großer Brand im Mannhermer Hafen. Mannheim 1. Febr. Heute morgen ist im hiesigen Binnenhafen die Melasse- fabrik der Firma Wolfs u. Sohn fast vollständig abgebrannt Der Schaden wird auf 500 000 M. geschätzt.

Eine Berliner Schwindelsirma ausgehoben. Berlin 31. Jan. Die Schöneberger Kriminalpolizei hat in dem Hans- Gafteierstrahe 14 die Inhaber einer Schwindelsirma, die sich pompös als Warenexport Engros bezeichnet hatten verhaftet. Das Haupt der Firma war der Kaufmann Bernhard Magnus. Es wurden für 100009 M. Bestellungen, aber keinerlei Warenvorräte aufgefunden. Die auf Kredit einge- trosfenen Waren wurden vielmehr sofort zu Geld gemacht.

Untergang eines deutschen Segelschiffes. L o n d on 8. Febr. Nach einem Telegramm aus Falmouth ist das Ham­burger Segelschiff „Hera", das sich mit einer Ladung Ritnt aus der Heimfahrt von Pisagua befand, in der vergangenen Nach! gesunken. Der Segler, der feinen Kurs verloren hatte, lies in voller Fahrt auf den Gullfelsen auf und erhielt ein sr großes Leck, datz es in wenigen Dkinuten sank. Acht Mann ge-, lang es. das sinkende Schiss wieder zu erreichen Sie klam­merten sich eine Zeitlang an die Maststange an. Drei wurden von einer ungeheuren Welle hinwsggeschwemmt. Dre fünf übrigen wurden durch ein Rettungsboot von Falmouth gerettet toter den fünf Gereilen befinden sich drei Deutsche, und zwa> der dritte Offizier W. Hoffnrann, der Matrose A. Larsen unL der Schiffsjung>e Bessier. Die anderen Geretteten find ei« Schwede und ein Malteser. Die geborgenen Seeleute Haber bis zur Rettung furchtbare Stunden der Todesangst durchlebt. Die ganze Nacht hatten sie aus den Masten verbringer müssen, bis Larsen. der furchtbar zugerichret und. schwer er. krankt ist. das Rettungsboot aus Falmouth gewahrte, das die Ermatteten an Bord nahm. Von den 19 Ertrunkenen fanden 16 den Tod. indem sie bei dem Versuch, sich durch Schwimmer zu retten, jpi Sturm gegen den Schiffsrumps geschleudert mtf dann zerschlagen wurden. Die anderen drei Ertrunkenen wur­den beim Eintreten der Flut Wer Bord gespült.

Ein Mord in San Rcmo? San Remo, 30. Jan. Ter Grotzkaufmann Moritz Digall aus Leipzig und rin junges Paar namens Longfild-Wolff aus Stuttgart, die hier sich auf­halten. unternahmen nachmittags einen Automobilausflug nach Mentone. Auf der Rückfahrt hielt aus einen plötzlichen An­ruf der 'ChauffeM. Sigall stieg bleichen Antlitzes ans und ftel zur Ende. Das junge Paar suchte sich zu entfernen Polizisten brachten jedoch alle zur Gendarmeriewache, wo der Tod Sigalls feste-estellt wurde. Er ist durch einen Schutz mit einer Brow- mngpistole getötet worden. Eine Kugel steckte noch im Rücken. Die Polizei beschlagnahmte wichtige Papiere, aus denen her- borgeht. datz Longfild ein berüchtigter internationaler Ver­brecher ist. Er ist 23 Jahre alt. seine Begleiterin 19. Sie stamnit aus einer ehrenwerten. Stuttgarter Familie und ist von dort mit Longftld entflohen. Sigall. der 85 Jahre alt ist. hinterläßt in Leipzig Frau und Kinder. — Mailand, 1. Febr. Die Untersuchung gegen das Ehepaar Longfild-Wolf. das beschuldigt wird, den Leipziger KaufnMnn Sigall auf einer Automobilfahrt in San Remo erschossen zu haben, hat i-er- schirdene Ergebnisse gehabt. T ie Browningpistole, mit welcher die Tat verWt wurde, ist unweit des Schauplatzes der Blut- szene aufgesunden und als Eigentum der Frau Wolf, geborene Keller, erkannt worden. . ^

Furchtbare Exulostmr tu einer Sprengstoff-Fabrik. New Nork, 2. Febr. Eine Katastrophe, die auf eine ganz autzer- gewöhnliche Ursache zürückzuführen, ist, bat sich oestern m Sisterville im Staate Birgsinia ereignet. Hier bestnden sich die Werkstätten der Doung Torpedo Company, deren Speicher zahlreiche Massen von Sprengstoffen enthalten. Gestern fiel ein Meteorstein auf einen Schuppen, in dem sich 600 Littzx flüssiges Nitrolglyzevin befanden, so datz unmittelbar darauf eine furchtbare Explosion entstand. Die Erde wurde in einer Tiefe von 100 Metern und in einer Breite von 30 Metern aufgerisfen. Sämtliche Gebäude der Fabrik wurden zerstört. Im Umkreise von 60 Kilometern wurden die Fensterscheiben der Häuser.zerbrochen. Ein Mann, der sich in einer Entfernung von ernlgien Kilometern von der Unglücks­stelle befand, wurde von umherliegenden Steinen getroffen und getötet. Sonst sind Opfer an Menschenleben nicht zu be­klagen. Dagegen ist der Matenalfchaden ungeheuer grotz.

Letzte Drahttzerichte»

Ei« Dankschreiben des Obersten v. Reuter an die Berliner Schutzmannschaft.

# Berlin, 2. Febr. (Eig. Drahtbericht) Auch die Berliner Schutzmannschaft hatte dem Obersten b. Reuter ein Glückwunschtelegramm gesandt. Wie der „Vor­wärts" mitteilt, rst fetzt den Polizeirevieren ein hekto- graphiertes Dankschreiben folgenden Inhalts zugegan- gen: „v. Router. Oberst und Regimentskommandeur.

Übungsplatz Oberhof. An die Herren Beamten des .... Polizeireviers Berlin. Ihre teilnehmende Kuridgebung hat mir außerordentlich wohlgetan. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen und bitte meinen Dank auch an dre Beteiligten weiter zu geben, denn in Anbetracht der. zahlreichen Glückwünsche ist es mir nur möglich, auf diesem Wege meinen Dank zinn Ausdruck zu bringen."

Versetzung des Kreisdirektors Mahl.

wb. Strasiburg, 2. Febr. Kreisdirektor Mahl in Zabern wurde, von heute ab nach Thann im Ober­elsaß und Kreisdirektor De. Beyerleln von Thann nach Zabern versetzt.

Das Pciroleitmmvnopol.

G Berlin, 3. Febr. (Eig. Drahtbericht) Die Reichs- regierung beabsichtigt, wie die Zeitschrift „Petroleum" aus miterrichteten Kreisen erfährt, entgegen der bis- ^ herigen Annahme auch das Benzin in das