Einzelbild herunterladen
 

Seite 2. _ Abend-Ausgabe, 1. Blatt.

und ausdrücklich erklären, daß ihnen Beleidigungen ferngelegen haben. Die vier Leute haben sich außerdem bereit erklärt, mündlich bei dem Bataillonskommandeur um Entschuldigung zu bitten. — So weit die Erklärung des Generalkommandos. Mit dieser Richtigstellung der zuständigen Militärbehörden, bezw. der beteiligten Militärpersonen, findet d'.p dem Bericht der „Franks. Ztg." in unserer gestrigen Abenld-Ausgabe so­gleich angefügte fragende Anmerkung, wie man anerkennen must, eine befriedigende Lösung. Danach hat sich also dieser Vorfall jedoch wesentlich anders zugetragen, als wie er von dem Berichterstatter der „Franks. Ztg." geschildert wurde, und die Offiziere kvaren durchaus im Recht, wenn sie die Leute aus dem „in allen Teilen" von dem Bataillon für den Abend gemieteten Lokal hinauswiesen, — Übrigens interessiert in diesem Zusammenhang ein Bericht über einen anderen Vorfall bei einer Kaisergeburtstagsfeier im Reichslande: in Mülhausen haben randalierende französisch gesinnte Elemente den Zapfenstreich gestört. Man schreibt uns dar­über: „Während die 2 Kavallerie- und 2 Infanterie-Kapellen spielten, machten die Wackes durch Pfeifen, Heulen und Schreien einen solchen Skandal, daß man vom Abend­segen der vier Kapellen nichts hören konnte."

* Tie Nachprüfung der Dienstvorschriften von 1899. Für die schon angekündigte und vom Reichskanzler in seiner letzten Reichstagsrede erwähnte Nachprüfung der Dienstvorschriften von 1899 über den Waffengebrauch des Militärs in Friedens­zeiten sind, wie die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, zunächst beim Kriegsministerium die notwendigen V o r b e r e i - tun gen erledigt worden. Gegenwärtig finden unter Hin­zuziehung der preußischen und der Reichsressorts kommissarische Beratungen statt. Auch hat sich der Kriegsminister mit den zuständigen Stellen für die nichtpreußischen Kontingente m Verbindung gesetzt, um eine möglichste Übereinstimmung in der Fassung der Vorschriften herbeizuführen.

— Feste Matrikularbeiträge? Die „Neue politische Kor­respondenz" schreibt: Wirklicher Geheimer Rar Professor

D>r. von L a b a nd, der bekannte Staatsrechtslehrer der Straßburger Universität, hat in einem Artikel über Matri- kularbeiträge mitgeteilt, daß »beabsichtigt werde, im Reichstag einen Antrag zu stellen, die Regelung des Finanzverhältnisses des Reiches zu den Bundesstaaten auf feste Matrikularbei­träge zu stellen. Diese Frage ist bereits wiederholt im Reichs, tage erörtert worden, ohne daß eine Verständigung erzielt worden, wäre. Die Fraktionen haben zunächst auch keine Neigung, die Sache erneut in Anregung zu bringen.

* Die weingesetzlichen Bestimmungen. Es hat sich her­ausgestellt, daß vielfach die weingesetzlichen Bestimmungen umgangen werden, und daß solche Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften zur Kenntnis der Steuer-, Zoll- uno Eisen- bahnbehörden gelangen, die davon bisher keine Mitteilung an die zuständigen Stellen, die hauptberuflichen Weinkontrol- leure. machten. Diesen wurden auch keine entsprechenden Auskünfte gegeben. Da es für die Weinkontrolleure event. von großem Wert ist, derartige Auskünfte und Mitteilungen zu erhalten, hat der Reichskanzler zunächst eine Äußerung der in Betracht kommenden Ressortminister herbeigeführsi. Der Minister der öffentlichen Arbeiten und der Finanz. minister haben keine Bedenken dagegen, daß die Eisen bah abe- hörden und die Dienststellen sowie die Behörden der Verwal­tung der Zölle und indirekten Steuern den hauptberuflichen Weinkontrolleuren zur Aufdeckung von Zuwiderhandlungen gegen die weingesetzlichen Bestimmungen zweckdienliche Aus- künfte erteilen und Mitteilungen machen. Für Mitteilungen, die den Weinkontrolleuren ohne besonderes Ersuchen zu machen sind, werden allerdings nicht die Eisenbahnbehörden, sondern im allgemeinen nur die mit der Überwachung der Weineinfyhr betrauten Zollstellen in Frage kommen. Der Reichskanzler lReicksamt de? Innern) hat sich dieser Ansicht angeschlossen, so daß die Bedingungen für das Reich Geliung haben dürften.

* Die Frage der Elektrizitätsversorgung in Bayern.

Ministerpräsident Graf Hertling sprach gestern in der Reichs­ratskammer über das Walchensee-Projekt und sicherte eine Beschleunigung der Angelegenheit zu. In allerkürzester Zeit werden dem Landtag die angekündigte Denkschrift über die

Das gehört zum Ganzen eben;

Sicherlich wird in Berlin Lange noch der Reichstag leben,

Wenn der „Bund" sich totgeschrie'n.

Mög' er spreizen sich und blähen,

Sieht doch heut schon alle Welt,

Daß sein Werden und Vergehen Zeitlich fast zusammenfällt.

Groß ward Preußen nur durch Taten, Nur durch Taten groß das Reich, Undeutsch aber sind die Suade n Und verhängnisvoll zugleich.

Residenz-Theater.

Freitag, den 30. Jan.: Gastspiel des Operetten-

Cnfembles vom Stadtth?ater in Hanau, Direktion: Adalbert Tiefster: „Grigri". Operette in drei Akten von Jules

Chance! und B o l t e n - B a e ck e r s. Musik von P. L i n ck e.

Das Hanauer Operetten-Ensemble hatte auch diesmal zahlreiche Zuhörer angelockt, obgleich „Grigri" bereits im Kurtheater, damals noch Operetten-Lheater, zur Aufführung gelangte. Linckes Werk gewinnt entschieden nicht, wenn man es mehr wie einmal hört. Das erstemql gibt man sich Mühe, das Hübsche herauszuhören, das zweitemal hört man nur noch die Banalitäten. Zudem war das Orchester zuweilen arg verstimmt, der Chor verschnupft — aber die Stimmung im Hause doch eine recht vergnügte! Das Tempo schleppte zeitweise bedenklich und ließ die Dürftigkeit des Textes er­kennen.

Von ihrem letzten Auftreten wurden Else Trauner und die Herren H i e t e I und Wanezycki mit Freuden be­grüßt. Else Trauner war eine liebliche Grigri, anmutig in Haltung und Gebärden. Besonders gut gelang ihr das Liebeslied vom Sonntagskind, nur mutz die junge Sängerin darauf bedacht sein, ihre zarte Stimme nicht zu forcieren. Ihrem Organ sind Grenzen gezogen, und darauf müßte auch das Orchester achten _ und nicht so indiskret laut begleiten. Herr Hietel, der bei seinem ersten Auftreten in der Operette „Hoheit tanzt WalzerJ seine Sache so gut machte, schien gestern, als er den Konsul gab, etwas zerstreut, spielte mechanisch, nicht mit dem Herzen. Das ist vielleicht in Hanau geblieben! Er machte ganz den Eindruck! Herr Wanczycki

Verwertung der Wasserkräfte des Walchensees zugehen. Reichsrat Graf Kreilsheim begrüßte diese Erklärung und versicherte, daß, wenn die Frage der Elektrizitätsversorgung in Bayern bald ihrer Lösung entgegengeführt werde, er des Dankes des ganzen Landes versichert sein könne.

* Die Rcchtsmehrheit im lippischen Landtag wieder be­seitigt. Die gestrige Landtagsersatzwahl in Detmold führte zur Stichivahl zwischen dem Fortschrittler Stärke und dem Sozialdemokraten Becker. Der konservativ-christlich-sozräle Kandidat Kreiling, bisheriger Mandatsinhaber, siel aus. Stärke erhielt 1012, Becker 707 und Kreiling 717 Stimmen. Die Majorität der Rechten im lippischen Landtag ist damit wieder aufgehoben.

Rechtspflege und Verwaltung.

Justiz-Personalien. Zum Amtsrichter ernannt: Dr.

Eden seid in Neuwied. — Zum Notar ernannt: der Rechts­anwalt G i e 8 in Nassau. — In die Liste der Rechtsanwalts eingetragen: Rechtsanwalt Dr. Höchster aus Elberfeld der dem Amtsgericht und dem Landgericht in Wiesbaden.

p-oricimenlarikefte«.

Fortschrittliche Anträge im preußischen Abgeordneten­hause. Die Fraktion der F o r t s ch r i t t'l i ch e n Bol k s - Partei des Abgeordnetenhauses hat folgende Anträge ein­gebracht: 1. Die Kgl. Staatsregierung zu ersuchen, die Fonds für Remunerationen und Unterstützungen erheblich zu verringern und die so geschaffenen Mittel zu fortlaufen­den Beihilfen an kinderreiche Beamtenfamilien zu verwenden. 2. Die Kgl. Staatsregierung zu ersuchen, ein Gesetz zur Regelung des Privatschulwesens ein­zubringen. 3/ Die Ausgaben für die gesetzlichen Leistungen 'des Staates, als Arbeitgeber im Etat getrennt zur Aufstellung zu bringen.

Eine ministerielle Erklärung über den Nationalitäten- kampf in Nordschleswig. In der gestrigen Sitzung der Bud - g e t k o m m i s s i o n des Abgeordnetenhauses er. klärte der Minister -des Innern aus freikonservative Anfragen, betreffend den Nationalitätenkampf in N o r d s ch l e s w i g, u. a.: „Die däni'che Agitation hat an Ausdehnung zugenom­

men. Andererseits tritt die Staatsregierung dieser Agitation mit allen gesetzlichen Mitteln entgegen und sucht das Deusich- tunt durch kulturelle, wirtschaftliche und sonstige Maßnahmen zu heben. Zur Bekämpfung 2er Agitation in der Presse haben die StatsanwAte eine scharfe Kontrolle auszuüben, und diese Kontrolle sei nicht erfolglos gehandhabt worden und werde dauernd weitergerührt. Im übrigen hätten die dänisch-m Zei­tungen dieselben Freiheiten wie die deutschen. Bezüglich des Bereinswescns in Nordscbleswig geben das Vereins- und Ber- scrmmluugsrecht wenig Befugnisse zum E''"'chreiten. Durch die Maßnahmen der Versammlungshäuser sei -das Ber- einswesen auf dänischer Seite konzentriert und der Öffent­lichkeit entzogen. Soweit möglich, werde von den gesetzlichen Bestimmungen Gebrauch gemacht werden. Bor allem werde der Zusammenhang mit den dänischen Agitatoren abge- schifttten und das Auftreten ausländischer Agitatoren nicht ge- duldet, selbst dann nicht, wenn gegen sie nichts vorliege. Gegen die landesverräterischen Umtriebe deutscher Dänen in Dänemark könne die Regierung nichts tun. Wohl könne aber die Regierung fordern, daß die däni'che Regierung die Teil­nahme" offizieller oder beamteter Persönlichkeiten an Ver­anstaltungen, die mit ihrer Spitze direkt gegen Deutschland gerichtet seien, verbiete. Die -dänische Regierung habe den Vorstellungen Deutschlands GebLr geschenkt. Der Minister führte dann eine Reihe von Maßnahmen an, durch die das Deutschtum gefördert und gestärkt werden solle. Die in Flensburg vorgebrachten Klagen seren zum mindesten stark übertrieben.

Voft xmb QWe-nhohn.

Keine Bevorzugung der linksrheinischen Bahnwege.

Die „Karlsruher Zeitung" weist in einem offiziösen Artikel die Angrisfezurü ck, die in der letzten Zeit in der Presse gegen die preußische Eisenbahnverwaltung wegen Bevor­zugung der linksrheinischen Bahnwege im Schnell- und Eil- zugsverkehr zum Nachteil der badischen Staatsbahnen er­hoben worden waren und betont dabei, -daß das gegenseitige Verhältnis zwischen der ReichSeisenbahn- und der preußischen

-gab die schwarze Majestät mit grotesker Komik, aber ohne zu übertreiben, und erzielte große Lachstürme. Seine Partnerin Therese Wald ist zwar eine stimmbegabte, aber keine sehr komische Alte. Trotzdem zündete das Frühlingslied außer­ordentlich. Elise Weißbach und Herr Meyers, zwei alte Bekannte von der Magdeburger Operette des Direktors Norbert, spielten, sangen und tanzten mit gewohnter Routine. Frl. Weißbach hätte allerdings besser getan, ihr Barmädel- Lied weniger forsch und selbstbewußt zu singen. Niemand glaubte daran, daß sie ausaepsiffen wurde. Etwas Zaghaftig­keit wäre da mehr am Platze gewesen. Herr H u n o l d wich nicht von dem Souffleurkasten. Sobald er sich etwas von dem Häuschen entfernte, das sein Gedächtnis hilfreich zu stützen hatte, „schwamm" er bedenklich. Sonst aber habe ich nichts auszusetzen!!

Das Publikum war sehr zufrieden. B. v- N*

Nus Kunst und Leben.

* Konzert. Frl. Hedwig F r a n c i l l o -,K a u ff - mann, K. K. Hofopern- und Kammersängerin aus Wien, ehemals ein hochgeschätztes Mitglied unseres Opernenfombles, zurzeit auf einer größeren Konzertreise begriffen, die sie bis zur Hauptstadt ds Türkenreiches ftihren wird, gab gestern im Saal der Turngesellschaft ein eigenes Konzert. In der Kun'stwelt als erstklassige Vertreterin des Koloraturgesanges hinreichend bekannt, rechtfertigte sie gestern diesen Ruf in glänzender Weise. Bei dieser gottbegnadeten Sängerin eint sich stimmliche Begabung und sorgfältigste Schulung in hoher Vollendung. In funkelndem Reiz erstrahlt das silberhelle Organ, wie Perlen fließen die Töne von den Lippen, und die blendende, virtuose Technik überrascht ebenso in schnellen Fiorituren wie in Trillern und Stakkati durch größte Exakt­heit und Reinheit. Von den Programm-Nummern erwiesen sich naturgemäß die am wirkungsvollsten, welche der Künst­lerin die meiste Gelegenheit gäben, ihre Kehlfertigkeit zu entfalten; es seien genannt die Arien aus „Ernani" und „xraviata" von Verdi, die „Glöckchen-Arie" aus „Lakmö" von DSlibes, „Die Nachtigall" von Alabieff und die „Wahnsinns- Arie" von Donizetti, in der Herr Danneberg in kon­genialer Weise das Flötensolo blies. Die recht zahlreich er­schienenen Zuhörer hielten mit spontanem Beifall nicht zu­rück, und die Sängerin spendete in liebenswürdiger Weise mehrere Zugaben su. a. „Veilchen" von Mozart, „Ständchen" von Brahms). Herr Walter Fischer am Klavier begleitete

Samsta g, 31. Januar 1914. Nr. SS.

Staatsbahu einerseits und der badischen Staatsbahn anderer­seits ein -durchaus freundschaftliches sei.

— Der Postscheckverkchr. Das amtliche Verzeichnis der Kontoinhaber bei den Postscheckämtern im Reichspostgebiet wird in den nächsten Tagen nach dem Stande vom 1. Januar 1614 neu erscheinen 86 4M Kontoinhaber sind darin a-ufgeführt. Das Verzeichnis ist bei allen Bostanstalten für 2 M. käuflich. Kontoinhaber erhalten es auf Verlangen von ihrem Postscheck­amt unter Lastschrift des Preises auch; auch können sie sich den regelmäßigen Bezug des Verzeichnisses sowie der tet Laufe des Jahres erscheinenden beiden Nachträge durch einmalige Be­stellung bei ihrem Postscheckamt sichern.

— Nach Rumänien dürfen Papiergeld, Banknoten. Staats­und andere umlausfähige WertLapiere und Dividendenscheine neuerdings wieder auch in gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefen versandt werden.

khssr unb flotte.

Patengeschenke für den kleinen Kreuzer „Karlsruhe". Der Stadtrat von Karlsruhe hat beschlossen, für den Keinen Kreuzer „Karlsruhe" einige Patengeschenke zur Ausstattung der Aufenthaltsräume für die Besatzung zu machen. Für die Mannschaft wurde eine Unierhaltungsbücherei von etwa 650 Bänden bestimmt. Der Kaiser hat die Annahme des Ge- schenks genehmigt und der Staatssekretär des Reichsmarine­amts den Dank der Kaiserlichen Marine zum Ausdruck ge­bracht.

KUSlKRÄ»

G fterrerch-Ungarn.

Die tschechische Obstruktion im österreichischem Par­lament. Wien, 30. Jan. Die Situation im Parla­ment ist wieder eine äußerst kritische geworden. Infolge der Obstruktion der Tschechen wurde die Sitzung um %1 Uhr mittags unterbrochen. Die tschechi­schen Parteien treten zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, in der die gemäßigten Tschechen die von der Obstruktion verfolgten Grundsätze für die bevor­stehenden Erklärungen des Ministerpräsidenten über Böhmen festlügen sollen. Sollte es nicht ge­lingen, die Obstruktion der Tschechen beizulegen, dann ist die Vertagung des Hauses zu erwarten und der 8 14 dürfte in Kraft treten.

Ein neuer Militärbefreiungsschwindel. A Prag, 30. Januar. Ein neuer großer Militärbefreiungs­schwindel wurde gestern in T e s ch e n entdeckt. Eine Reihe von Unteroffizieren, die in den Kanzleien be­schäftigt waren, hatten junge Leute, die für das Land- ioehrinfanterieregiment Nr. 34 bestimmt waren, vom Militärdienst befreit, nachdem die Heeres- pflichtigen sich durch entsprechende Summen, und zwar einige ratenweise, losgekauft hatten. Die Schul­digen wurden bereits zum größten Teile verhaftet. Weitere Verhaftungen werden angekündigt. Der Fall erregt doppelt großes Aufsehen, weil hier aktive Militärs allein als Schuldige in Betracht kommen.

Niederlande.

Ein holländisches Unterseeboot gesunken. Amster- d a m, 31. Jan. Gestern nachmittag ist im Marinedock der Königlichen Werft „Schelde" in Vlissingen das dort gebaute Unterfeebot „V" gesunken. Ein Mann er­trank, sechs andere, die auf dem Schiffe arbeiteten, konnten sich retten. Die Ursache des Unglücks ist un­bekannt.

Krankreich.

Eine Flugwesendebatte im Senat. Paris, 30. Jan. Im Senat erwiderte der K r i e g s m i n i st e r Noulens auf die Interpellation des Abgeordneten R e y m o n d über die militärische Luftschiffahrt, man habe allzusehr geglaubt» daß der Heroismus voll­kommen genüge. Die erzielten Erfolge könnten jedoch nur bei Ordnung und Disziplin von Dauer sein. Von jetzt an höre die frühere Zersplitterung der

.. ..... . . . I IUJ

feinfühlig und anschmiegsam, Eigenschaften, die man seit langem an ihm schätzt. Fz.

Klrinr Chronik.

Theater und Literatur. Paul Apel, der Verfasser von „Hans Sonnenstößers Höllenfahrt" und der Tragödie „Ger­trud", legt Wert auf die Feststellung, daß er seit längerem an einem romantischen Lustspiel „Blondin von Namur" (nach dev gleichnamigen Novelle von ZschoNe) arbeitet. Da demnächst die Uraufführung einer Oper gleichen Namens mit dem gleichen Vorwurf bevorsteht, so liegt hier ein merkwürdiges Zusammentreffen vor.

„Die g l ü ck l i ch e W a h I", eine neue Komödie des norwegischen Dichters Nils K j a e r s, erlebte, wie ein Pri­vattelegramm des „-B- T." aus C h r i st i a n i a meldet, am Nationaltheater einen Erfolg, wie man ihn seit Ibsens und Björnsons Premieren nicht mehr erlebt hat.

Bildende Kunst und Musik. Der Gesamtbetrag für die Ausführung des Hoffmannschen Entwurfes des Königlichen Opernhauses in Berlin wird mit 26 Millionen Mark angegeben.

„Die S p a tz e n p r i n z e s s i n", Vaudeville in vier Bildern von Halton und Erich Urban, Musik von Robert Leonard, fand bei der Uraufführung im Stadttheater zu Magdeburg einen starken Heiterkeitserfolg.

Italienische Archäologen fanden bei C e r a n o einen wunderbaren Aphroditetorso aus der Schule -des Praxiteles, sowie die prächtige Statue eines Satyrs mit einem Bacchus­knaben.

Wissenschaft und Technik. In Hamburg wurde am 27. Januar anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Todes» tages^zohann Gottlieb Fichtes ein Fichtebund unter zahlreichen Sympathiekundgebungen aus allen Teilen des Reiches gegründet. Zweck des Bundes soll sein die Propa­ganda Fichtescher'Gedanken. Als Vorsitzender. des Bundes wurde gewählt der bekannte Redner und Schriftsteller Kesse- meier in Hamburg. Die Vorarbeiten zur Gründung des Fichtebundes hat das Komitee für Reformation des deutschen Denkens, c. B., geleistet.

Die medizinische Fakultät in Genf ernannte den K ö n i g s 'b e r g e r Pathologen Ernst N e u m a n n anläßlich feines 80. Geburtstages zum Ehrendoktor.

In R o m begeht am 2. Februgr „Professor Dt. Wolf- gang H e l b i g, der hervorragende Archäologe, der schon seit Jahrzehnten ein würdiger Repräsentant deutscher Wissen­schaft in Italien ist. seinen 75. Geburtstag,