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Nr. 81 _ Samstag. 31. Januar 1914. _Wiesbadener Tagblalt» Morgen-Ausgabe, 1. Matt. Sette 3.

der Welt zuv-.-ccjsigen Nachweis zu verschaffen über die be­stehenden P>.0ingungen des Vogellebens, 3. Erwägungen an- zusteller». und gegenüber denjenigen, die in der Frage inter­essiert sind, die besten Mittel anzugeben zum Schutze und der Erhaltung der Vögel, wie auch zur Förderung aller nützlichen Spezies, eingeschlossen derjenigen des Federnhandels, so daß dadurch eine regelmäßige Zufuhr gesichert wird, ohne daß irgendeine Art ernstlich in ihrem Bestände gefährdet werde, 4. die Frage der Zähmung verschiedener wilder Vögel für wissenschaftliche und Handeiszwecke zu studieren und darüber Rat zu erteilen, 8. mit den Regierungen, die an diesen Fragen interessiert sind, in Verbindung zu treten und amtliche Hilfe zu suchen, um die gewünichten Ziele zu erreichen.

DKG. Postverbindung Atakpame-Sokodc. Seit dem 2. Dezember v. I. ist auf Ser Strecke Atakpame-Sokode die Postverbindung mit Fahrrädern in Betrieb genommen. Die Beförderungsdauer ist dadurch von drei Tagen auf iy 2 Tage herabgemindert worden Die Einrichtung wird jedoch vorläufig auf eilige Briefsendungen beschränkt bleiben.

Ausland,

Frankreich.

Zum Tode Paul DeroultzdeS. Paul Deroulede, dessen Tod wir schon in der Abend-Ausgabe kurz meldeten, erlag in seinem 68. Lebensjahre einem Herzleiden. Mit ihm ist einer der Hauptvertreter der Revancheidee dahingegangen. Er war am 2. September 1846 in Paris geboren. Er widmete sich zuerst dem Studium der Rechte, gab dies aber bald auf und wurde Schriftsteller. Im Krieg 187l focht er als Freiwilliger, er kämpfte u. a. bei Sedan und wurde als Kriegsgefangener nach Breslau gebracht, entfloh aber und war an den Kämpfen an der Loire und im Osten beteiligt, dann auch im Kampf gegen He Kommune. Er erwarb hierbei den Leutnantsrang und die Ehrenlegion. Döroultzde gründete 1882 eine Patrio­tenliga, seit 188b gehörte er der Kammer an. Er beteiligte sich an allen Putschversuchen und chauvinistischen Krawallen. Auch für die Allianz mit Rußland trat Däroultzde eifrig ein. In den letzten Jahren trat er wenig mehr hervor.

Eine neue Senatsgruppe. Paris, 3V. Jan. Mehrere radikale Senatoren, darunter Pelletan, Debierre und H a r r i o t, haben beschlossen, im Senat eine Gruppe der geeinigten Radikalen zu bilden.

Auf dem Wege zur Kapitalsteucr. Paris, 30. Jan. Der Steuerreformausschuß der Kammer lehnte den Antrag des gemäßigten Republikaners Reiberti, in dem die Regierung aufgefordert wurde, den Kapitalsteuerentwurf zurückzuziehen und das Gleichgewicht im Budget durch Erhöhung der be­stehenden Steuern herzustellen, mit großer Mehrheit ab.

Die Wasserwerke von Lunevillc. Paris, 30. Jan. Der Leiter der Wasserwerke von Luneville erklärte einem Berichterstatter, daß er das Opfer eines geschäftlichen Neben­buhlers sei. Wenn er nach dem Verfahren hervorragender Fachmänner bisweilen Lauge zur Sterilisierung des Trink­wassers benutzt habe, so sei das lediglich an den Tagen ge­schehen, wo der Verbrauch die Leistungsfähigkeit der Wasser­werke überstiegen habe oder eine Betriebsstörung eingetreten war.

NnMand.

Staatliche Unterstützung der Radiumforschung. Peters- b u r g, 29. Jan. Das Ministerium für Volksaufklärung be­absichtigt eine dringliche Gesetzesvorlage einzubringen, durch Sie der Akademie der Wissenschaften 169 600 Rubel zuge­wiesen werden zwecks Erforschung von Fundorten radio­aktiver Mineralien im T u e j a -, M u j u n F e r g a n- uud im Baikal- Gebiet sowie im N e r t s c i n s k - Bezirk und im Gouvernement von Perm, Ufa und Orenburg.

Die kommende Landesvcrtcidigungsvorlage. Peters­burg, 29. Jan. Der Ministerpräsident hat in einer Kom­missionssitzung erklärt, der Duma werde demnächst ein Gesetz­entwurf, betreffend die notwendigen Kredite für die Lan­desverteidigung, zugehen, wobei beträchtliche Summen gefordert werden würden.

Mexiko.

Die Union und die Waffeneinfuhr. New Aork, 29. Fan. Der Vertreter der „Associated Preß" in Washington telegraphiert, daß die Forderung der mexikanischen Insur­genten, ihnen die Erlaubnis zum Ankauf von Waffen in den Vereinigten Staaten zu erteilen, bald bewilligt werden könnte. Fast das ganze Kabinett, viele Mitglieder der Kommission für auswärtige Angelegenheiten im Senat und viele Führer der Kongretzpartei seien bereit, die Erlaubnis zu gehen. In diesem Falle würde Präsident Wilson das durchs die letzte Proklamation verfügte Aus­fuhrverbot für Waffen aufheben. Die Notifizierung der Nichtbezahlung der Schuldenzinsen und die Erklärung der Insurgenten, den Kampf auf die volksreichen Bezirke Mittelmexikos au 8 zu dehnen, feien Gründe für die neue Entwicklung der amerikanischen Politik. Wilson glaube, daß die Insurgenten . keine Schwierigkeiten hätten, wenn sie, während die amerikanische Grenze geschlossen sei, Waffen aus dem Auslande bezögen. Bevor die amerikanische Regierung das Ausfuhrverbot aufhebe, würde sie sich vergewissern, daß Leben und Eigentum der Ausländer respektiert würden. Die Behörden glauben,^daß, ws^nn man beiden Teilen die gleichen Möglichkeiten gäbe, Waffen einzuführen, die Revolu­tion bald zugunsten der Insurgenten beendet sein würde.

Südamerika.

Eine wichtige deutsche Schule in Sao Paulo. Inmitten von Mooca und Maz, der volkreichen Arbeitervorstädte von Sao Paulo, bildet dre deutsche Schule von Mooca- Braz eine Rettungsinsel für deutsches Wesen und Leben. Die deutsche Zeitung „Germania" in Sao Paulo sagt mit Reckst, daß ohne sie die meisten deutschen Kinder der beiden Vororte schon im Brasumnertum aufgegangen wären. Der Fortbestand der Schule wird ledach erst dann' gewährleistet sein, wenn ihr die Erwerbung eines eigener! Schulhanses ge­lungen sein wird. Die Unterhaltung der Schule legt den dortigen Schulvereinsmitgttedern schon schwere Opfer auf. Sie werden daher ohiw Hilfe des Mutterlandes ihr notwendiges Ziel, die Erwervung eines eigenen Gebäudes für diese wichtige deutsche Ku-.ur tatte, nicht erreichen können. Freund- deS Deutschtums ,m Ausland, die helfen wollen, sind gebeten, Spenden an den „Verein für das Deutschtum im Ausland", Berlin W-, Kurfurstenstraße 105, zu richten

aus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Heranziehung der Gemeinden zu Staatsaufgaben.

Die Bürgermeister in Hessen haben an die grotzherzogliche Regierung eine Denkschrift gerichtet, in der sie auf die Be­lastung der Gemeinden durch Erfüllung von Aufgaben Hin­weisen, die eigentlich dem Staat zufallen. Da dieser Zustand sich nicht nur auf Hessen beschränkt, sondern auch in Preußen sehr fühlbar ist, entnehmen wir aus der Denkschrift die fol­genden stellen: Überall in den Gemeindeverwaltungen begeg­net man der immer wiederkehrenden Klage über die fast un­erträglich gewordene Belastung unserer Gemeindeverwal­tungen mit staatlichen Geschäften. Die Gemeindebehörde ist auf dem besten Wege, das bekannte „Mädchen für alles" zu iverden. Die hauptsächlichsten Gegenstände, zu. welchen die Gemeinden ohne Gewährung jeglicher Vergütung herange­zogen werden, sind folgende: 1. Die Besorgung der staatlichen Zustellungsgeschäfte; 2. die Erledigung der von.den ver­schiedensten Behörden und Stellen eingehenden Ersuchen; 3. die Volks-, Berufs-, Gewerbe-, Viehzählungen sowie die sonstigen statistischen Feststellungen aller Art; 4. die Be­glaubigung der Rentenquittungen; 6. die Aufstellung der Schöffen- und Geschworenenlisten; 6. die Reichs- und Land­tagswahlen; 7. das Standesamt; 8. die Mitwirkung bei Durchführung der Reichsversicherungsordnung und des Ber- sicherungsgesetzes für Angestellte; 9. die Mitwirkung bei Aus­führung des Zuwachssteuergesetzes. Die Mitwirkung der Bürgermeistereien bedeutet gegenüber der jetzt überall ange­strebten Vereinfachung der Staatsverwaltung und Verminde­rung des Schreibwerks die Einschaltung einer Zwlschen- instanz, welche absolut keinen Zweck hat. Ferner muß darauf hingewiescn werden, daß die den Gemeindebehörden zuge­mutete Zustellungshilfe schließlich zu einer direkten Schädi­gung der Gemeindeinteressen sichren wird. Es kommt schließ­lich noch dazu, daß die Polizeiorgane, die Polizeidiener, reine Zettelträger und ihrem eigentlichen, wichtigen Beruf, für die öffentliche Sicherheit zu sorgen, vollständig entftemdet wer­den. Den Gemeinden aber zuzumuten, wegen Zustellungen, die sie an sich gar nichts angehen, einen besonderen Rats­diener anzustellen, dieses Verlangen wird Wohl niemand billi­gen können. Die Denkschrift schließt mit den Worten: „Die Gemeinden wollen in der Hauptsache von Boten- und Hand­langerdiensten befreit sein und für die ihnen zur Besorgung ver­bleibenden Staatsgeschäfte eine angemessene Entschädigung haben." Es ist sehr erfreulich, daß sich die hessischen Bürger­meister einmal in so offenherzigen Worten über die Auf­bürdung staatlicher Aufgaben an die Gemeinden ausspröchen.

— Allgemeine Ortskrankenkaffe. Auch die vorgestrige Vorstandswahl in der Allgemeinen Ortskrankenkasse hat be­züglich des ersten Vorsitzenden zu einem ausreichenden Er­gebnis nicht geführt. Auft den früheren Kassenvorsitzenden Buchbindermeister G e r i ch entfielen 7 Stimmen der Ar­beitgeber und 3 der Arbeitnehmer. Auf den Gegenkandidaten Jeckel lauteten 8 Stimmen der Arbeitgeber und 3 der Arbeit­nehmer. Da eine Mehrheit in beiden Gruppen zugleich nicht erzielt ist, wird das Versicherungsamt den Vorsitzenden er­nennen. Zum zweiten Vorsitzenden, bei dem die einfache Mehrheit entscheidet, wurde der Gewerkschaftler Wilhelm L i e f e r mit 9 Stimmen wiedergewählt. Krämer erhielt 8 Stimmen; 1 Zettel wurde weiß abgegeben.

— Kaufmannsgerichtswahl. Die erste öffentliche Wähler­versammlung für die am 6. Februar, von vormittags 10 Uhr bis abends 8 Uhr, in Zimmer 27 (nicht 36, wie ursprünglich bestimmt war) des Rathauses stattfindende Kaufmanns­gerichtswahl für die Gehilfen-Beisitzer findet am Montag, den 2. Februar, abends 9 Uhr, im großen Saal der „Wart­burg", Schwalbacher Straße 61, statt. Der Geschäftsleiter des „Vereins für Handlungskommis von 1858", Herr F e ch t, wird in dieser Versammlung über die Frage sprechen: „Wie soll die Entscheidung fallen?"

— Schwurgerichtsstatistik. Sechs Jahre sechs Monate Gefängnisstrafe wurden in der ersten diesjährigen Schwur­gerichtsperiode am Landgericht Wiesbaden verhängt. Zucht­hausstrafen wurden nicht ausgesprochen, auch nicht in einem einzigen Fall aus Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte er­kannt. Dem Schwurgericht standen sieben Fälle zur Ab­urteilung, die eine Fülle der verschiedenartigsten Strafdelikte aufwiesen, wie Meineid, Münzverbrechen, Brandstiftung, Körperverletzung mit Todeserfolg, Fälschung öffentlicher Urkunden, Betrug, Widerstand, Bedrohung, Beleidigung usw. In einem Fall der Fälschung öffentlicher Urkunden erging gegen eine der beiden dieserhalb Angeklagten ein Freispruch, während in einem Fall des Meineids der Angeklagte mit Strafloserklärung ausging. Von den verhandelten Fällen entfielen allein 57 Prozent auf den Amtsgerichtsbezirk Höchst a. M. Je ein Fall ereignete stch rn den Amtsgerichtsbezirken Wiesbaden, Langenschwalbach und Camberg. Nur in einem Fall wurden bezüglich der Dauer der Verhandlung größere Anforderungen an die Geschworenen gestellt, in diesem er­streckte sich nämlich die Verhandlung mit einstündiger Mittagspause auf über 12 Stunden. Fast jedem der Angeklag­ten, so weit sie in Untersuchungshaft sich befanden, wurde die Untersuchungshaft zum größten Teil auf die Strafen ange­rechnet.

— Arbeitslosenversicherung. Der Bund der technisch­industriellen Beamten, Ortsgruppe Wiesbaden, veranstaltet am Mittwoch, den 4. Februar, abends 8 y 2 Uhr, in der „Wart­burg" eine öffentliche Versammlung, m der der Geschäfts­führer für Süddeutschland, Herr G r a n z i n (Stuttgart), über obengenanntes Thema spricht. Der Eintritt ist frei. Nach dem Vortrag findet freie Aussprache statt. Nach allem, was in der letzten Zeit über Ärvmtsloseaversicherung geschrie­ben worden ist, dürfte eine öffentlich^ sachliche Aussprache darüber jedermann interessieren. Dadurch würde auch die Stellungnahme zu der Denkschrift, die der Magistrat zurzeit ausarbeitet, erleichtert werden.

— Falsches Geld. Das Neueste an falschem Geld sind

falsche Z w a nz i g m a r k st ü ck c. Sie tragen das Bildnis

Kaiser Wilhelms II., das Munzzeicheu A und die Jahres­zahl 1890. Sie fühlen sich fettig an, sind dünner als echte Doppelkronen und haben ein Mindergewicht von 2 Gramm- Der Klang der Münze ist gut. Die Bildseite hat das Aus­sehen, als wenn sie mit Säure geätzt worden sei, obwohl die Prägung des Bildnisses selbst äußerst scharf und gut gelungen ist. Die Inschrift auf der Bildseite dagegen, ebenso wie das Münzzeichen Ä sind sehr undeutlich geprägt, wie. auch die Adlerseite ein verschwommenes Aussehen hat. Die Kenn­zeichen der falschen Goldstücke sind bei einiger Aufmerksamkeit

leicht zu bemerken, so daß es nicht schwer sein dürfte, stch vor Verlust zu schützen.

— Verhaftet wurden dieser Tage in Bonn, wie schon kurz gemeldet, zwei Studenten. Dieselben stammen aus Wiesbaden und hatten, der „Deutschen Reichszeitung" zufolge, an den Rektor und an Professoren der Universität, auch an Professorenfrauen und -Töchter, anonyme Briefe geschrieben, worin sie die Geheimnisse der christlichen und besonders der katholischen Religion in Wort und Zeichnungen in den Kot gezogen hätten. Da die beiden Studenten sich damit der Un­sittlichkeit, der Gotteslästerung und Beleidigung schuldig ge­macht und deshalb eine hohe Strafe zu erwarten haben sollen, wurden sie in Haft behalten.

— Unfall. Gerichtsdiener Mehl vom hiesigen Amts­gericht kam in der Oranienstraße zu Fall und trug einen Armbruch davon. Er wurde in das städtische Krankenhaus verbracht.

vorberichte über ttunst, Vorträge und verwandtes.

Die Feier des Geburtstages des Kaisers in der „Jugendvereinigung der städtischen Fort­bildungsschulen" findet am Sonntag, den 1. Feb-uar, abends 8 Uhr, in der Aula der Gewerbeschule, Wellritzstraße 38, statt. Die Festrede hält Herr Professor Reinhard Macke.

* Vertrag. Der Vorstand des Zwergve.eins Wiesbaden der „Intern. Aböl. Föderation" hat, angeregt durch ihm bekannt gewordene Verschleppungen junger Mädchen durch Mädchenhändler, Frl. Dr. Käte Schirmacher veranlaßt, am Montag, abends 8 Uhr, im „Nheinhotel" über die in der letzten Zeit darüber angestellten Ermittelungen sprechen zu lassen. Der Vortrag wrrd bei freiem Eintritr für jedermann gehalten.

Aus dem versinsieben.

vorberichte, Veretnsversammiungen.

* Der „Wiesbadener U n t e r st ü tz u n g s b u n d" lSterbekasse) hielt am verflossenen Samstag ferne erste dies­jährige Haut»! .r'ammlung im Saale des Lesevereins ab. Aus dem Jahresbencht war zu ersehen, daß der Bund auch im ab- gLlaufenen Jahre eine segensreiche Tätigkeit entfaltet hat. In 6b Sterbetällrn konnten an die Hrnte.blrebenen je 1000 Ä. ausgezahlt werden, wodurch sich die Gesamtzahl der seit Be- steheu des Bundes ausgezahiten Sterberenten auf 965 mit einem Betrage von 987 298 M. beläuft. Im abgelausenen Jahre traten 69 Personen dem Bunde als Mitglieder bei, die Mitgliederzahl betrug am 31, Dezember 1913 1509. Dem Reservefonds wurde gemäß 8 17 de: Satzung die übliche Zu­schreibung gemacht; de, selbe beläuft sich zurzeit auf 252 816.17 M. Die Ergänzuirgswahl des Voi standes ergab die Wieder- resp Neu­wahl der Herren Emil Stall, Rechner, Emil Roth, stellver­tretender Vo sitzender, K, F. Schmidt, stellvertretender Rechner an Stelle des zurückgetvetenen Herrn Äug, Gruber, K. Diene­thal. stellvertretender Schriftfüh.er, und I. Bernhardt, Fr, May, K. Walter 2r und A, Seilberger als Beisitzer. Zu Kaffenrevisoren wurden die Herren Karl Poths und Heinr. Wahlheim und zu deren Stellvertreter Herr Wenzel ernannt. Als Rechnungsprüfer wählte die Versammlung die Herren Ballhaus. Ruppe! Geis, Mollath, Gertz und Bef, Unter Punkt Allgemeines wurden noch verschiedene, Beretnsangelegenheiten besprochen und erledigt. Der Vorsitzende schloß die Versamm­lung nach 12 Uhr mit dem Wunsche, daß auch das neue Ver­einsjahr eine stattliche Vermehrung des Mitgliederstandes er­fährt. zur Erstarkung des Bundes und zum Wähle der Mit­glieder und deren Hinterbliebenen.

über. Ravenna und seine Denkmäler sprach Mittwochabend Di'. Behn, Assistent am römisch-germanischen Zentral-Museum in Mainz im Verein für nassauische Altertums­kunde und Geschichtsforschung, In Ravenna be­wegt man sich zwar nicht auf so universalgeschichtlichem Boden wie in Rom, aber dafür sind die Spuren der Vergangenheit, die, hier wesentlich nur einer einzigen Periode angeboren, aus dieser Zert auch in einzigartiger Weise vertreten. Ravenna rst eine uralte. Stadt etruskischen Ursprungs. Aber die Über­reste romrscher, geschweige etruskischer Zeit sind hier gänzlich untergegangen .Der Kaiser Honorins verlegte 404 seine Re§ denz von Rom m diese feste, nur von einer Seite zugängliche Stadt, Seme Schwester Galla Placidia, die Tochter Theo- des Großen. , erbqute hier ihr Mausoleum, das nou?er- halten ist. Esmst eme äußerlich schmucklose Kapelle in Kreuz- form, deren Wirkung im Innern mit der mit Mosaiken be-

hwcä) kleine Fensteröffnungen Zwielicht aber eine ganz außerordentliche ist. Die Christi? ers»-^^h°ren zu den ältesten der christlichen Kunst.

noch mgendlich bartlos Galla Placidia U,.Mdenna noch , mit vielen Kirchen geschmückt. Die Römer- Her-schüft wurde, m Ravenna abgelöst durch den Germanen Odoaker, der wieder Theoderich und den Ostgoten weichen or l r^ r ^tete ihn entgegen dem Vertrag mit eigner Dnnd, Auch in der Ostgotenzeit war Ravenna die Haupt- lladt Italiens, Theoderich baute sich hier einen prachtvollen Palast, Unter seiner Regierung wurde die Kirche St Vitale zu Lauen angefangen, die erst vollendet wurde, als Byzanz schon das Gotenreich überwunden hatte. Deshalb ist diese Basilika auch eine Hauptvertreterin des rein byzantinischen Charakters, Der Vortragende beschrieb dieses Bauwerk in allen seinen interessanten Einzelheiten, Gerade die Mosaikdenkmäler dieser Kirche sind von unvergleichlichem Werte. Neben S Viiale begann schon Theoderich die schöne Basilika Sant' Apollinare Nuovo- zu bauen. Auch diese Kirche ist mit schönen Mosaiken geschmückt. Auf der rechten Wandfläche de« Schiffes ist die Stadt Ravenna selbst dargestellt mit der Kirche S Vitale, dem Palatinum Theuderichs und anderen Gebäuden' Der Palast Theoderichs stellt eine Fassade von Säulenstellungen ,n Rundbogenform dar, zwischen denen jetzt schrecklich geschmack­los wirkende weiße Vorhänge angebracht sind. Sie Und nicht ursprünglich, sondern sollen, wie die Spuren noch deutlich lehren, die Bildnisse des Ostgotenkönigs umd seiner Paladink die als die Vertreter, der armnischen Lehre dem atbanasischen Byzanz anstößig erschienen, den Blicken entziehen. Der Vor^ nnÄ ^ übrigen kirchlichen Mmeste

dÄbach L1»^r mr einzelnen aufzuführen schon -Oot und^SteN- erscheint, weil die vorzüglichen, selbst an ^-itctru Eriu. toistl-enommenen Bilder, die den Vortrag be- Nur ein'Denkm^?-^E rechte Wirkung und Bedeutung gaben, ^ dem Och h f? 1 "och erwähnt, das Grabmal Theoderichs, ae tend macht klassisch-antike Charakter des Bau?s

Steinblock "bn durch den es bedeckenden gewaltigen

finü urtfcre deutschen Hünengräber erinnert und so römiVm bon germamschem Geiste «rchdrungenen

S tt Der hochinteressante Vortrag, der

Maria ln Stadt liegenden alten Basiliken S.

führt- *2, W* « ??Enare m etöffe fuori noct , ^r- ’ Ttm £ den lebhaftesten Beifall der sehr zahlreich er­schienenen Zuhörer, (Ohne Gewähr.) * *

hw. Schierstem. 29. Jan, Der hiesige „Männer- §^i<rng-Verc.in" Nelt feine diesjährige Genercrlversamm- ton« am Samstagabend im „Deutschen Kaiser" ab. Aus dem Jahresbericht sind zu erwähnen 80 Gesangsproben einer durchschnittlichen Besuchsziffer von 51 Sängern, Der Kassen­bericht schließt mit einer Mehreinnahme von 60.91 M. Die Borstaudswahl ergab als i. Vorsitzenden Ldg, Schäfer 8r, 2. Vorsitzenden Gg. SchSnmayer. Kassierer Bb PMbS. ersten Schriftführer. K, Schäfer 2, -Schriftführer W,. Fritz. Beisitzer Joh, Rau, A, Günther. K. Römer und K, Kauer, Requisiteur A, Bolleßen, Jnvcntarveriixrlter K. Ohler. Die von 44 Mit­gliedern besuchte Versammlung konnte um 12/„.llhr geschlossen werden, — Auch der Gesangverein „Ein-rächt' hietl seine von über 60 Mitgliedern besuchte Generalbersammllma im Gasthof „Grüner Baum" ab Der Verein zahlte am Jahres­ende 146 Mitglieder. Einer Einnahme von 1145,74 M. steht