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245 958 224 gegen 285 419 318 M. im Jahre 1918. Sie be­trägt mithin 9 461094 M. weniger.

ZurS das neue Reichs- und EtaatMlMWigMsgesetz

soll bekanntlich ehemaligen Deutschen die Wiedererlangung Ihrer deutschen Staatsangehörigkeit erleichtert werden. Da über die näheren Bestimmungen des neuen Gesetzes bei den Ausländsdeutschen Unklarheiten herrschen, so sind die kaiserlichen Vertreter im Anslandc angewiesen worden, innerhalb ihres Wirkungskreises auf die Bestimmungen des neuen Gesetzes hinzuwcisen und bereitwilligst Aus­künfte zu erteilen und Anträge auf Wiedererlangung der Staatsangehörigkeit zu fördern. Auch das Auswärtige Amt ist bereit, solche Fragen bereitwilligst zu beantworten.

Erledigtes freikanservatives Mandat.

Im Abgeordnetenhause ist durch die Berufung des bis­herigen freikonservativen Abgeordneten Dr. Engelbrccht ins Herrenhaus im Wahlkreise 10. Schleswig-Holstein (Steinburg) eine Ersatzwahl notwendig geworden. — Das Mandat gehört zum sicheren Bestände der freikonservativen Fraktion.

Ile EnWädigungsansdrWe der kalamdischen Regierung.

Ans New-Aork wird gemeldet: Die kolumbische Regierung verlangt für die Abtretung des Gebietes, auf dem der Panamakanal gebaut worden ist. eine bedeutende Entschädigung. Sie soll 40 Millionen Dollars betragen. In Washington bezeichnet man diese Forderung als lächer­lich. da mehr als 25 Millionen Dollars für den Verlust her Panamakanalzone als Entschädigung an die kolum­bische Regierung gezahlt werden können.

Heer und Flotte.

PersonalverSuderungeu ln der Armee.

(Fortsetzung.)

* v. Studnitz, Oberst im Generalstabe der 1. Armee- Jnsv., wurde der Rang usw. eines Brig.-Kom. verliehen. Zu Obersten wurden befördert die Oberstleutnants

* Heybemann, Kom. des Kür.-Reg. von Seydlitz (Magdeb.) Nr. 7, * v. Baumbach, Kom. des Hus.-Reg. von Zieten (Brandenburg.) Nr. 8. * Frhr. Henn v. Hennebcrg, Major »eim Stabe des 2. Leib-Hns.-Reg. Königin Viktoria von Preußen Nr. 2, wurde unter Versetzung zum Hus.-Reg. von Schill (1. Schief.) Nr. 4 mit der Führung dieses Reg. be- auftragt. * Meyer, Rittmeister und Eskadronschef inr Magdeb. Drag.-Reg. Nr. 6, wurde zum überzähligen Major befördert. * Gronau, Oberst und Kom. des 4. Garde-Fclb- art.-Reg., wurde zum Kom. der 22. Feldart.-Brig. ernannt

* v Bernuth, Oberst«, beim Stabe des 1. Gardc-Feldart.- Reg., wurde zum Kom. des 4. Garde-Feldart.-Reg. ernannt. Zn Obersten wurden befördert die Oberstleutnants * von Sandrart, Kom. des 4. Lothr. Feldart.-Reg. Nr. 70, * von Urüger, Kom. der 2. Großherzogl. Hess. Feldart.-Reg. Nr. 61. i* Burchardt, Oberst«., beauftragt mit der Führung des 8. Württemberg. Feldart.-Reg. Nr. 49, wurde behufs Er­nennung zum Kom. dieses Reg. in dem Kommando nach Württemberg belassen. * Hecht, Oberst«., beauftragt m« !ber Führung des Feldart.-Reg. Nr. 71 Groß-Komtur. wurde zum Kom. dieses Reg. ernannt. 4- v. Grimm, Oberst­leutnant beim Stabe des 1. Nassau. Feldart.-Reg. Nr. 27 Oranien, wurde zum Kom. des Feldart.--Reg. von Holtzen- dorsf (1. Rhein.) Nr. 8 ernannt. * v. Seile, Major und Abt.-Kom. im Feldart.-Reg. von Holtzendorff (1. Rhern.i Nr 8, wurde zum Stabe des 1. Nassau. Feldart.-Reg. Nr. -7 Oranien versetzt. 4- Gerstenberg, Major und Abt.-Kom im

1 Nassau. Feldart.-Reg. Nr. 27 Oranien, wurde als Kom. der Reit. Abt. in das Feldart.-Reg. von Holtzendorff (1. Rhein.) Nr. 8 versetzt. 4- Franck, Major beim Stabe des 8. Lothr. Feldart.-Reg. Nr. 69, wurde unter Versetzung in das 1. Nassau. Feldart.-Reg. Nr. 27 Oranien zum Abt.-Kom. ernannt. 4- Engelhorn, Hauptmann beim Stabe des 2. Nassau. Feldart.-Reg. Nr. 68 Frankfurt, wurde zum über­zähligen Major befördert. 4- Geppert (Karl). Ober«. ,m

2 Grotzh. Hess. Feldart.-Reg. Nr. 61, wurde zum überzahl. Hauptmann befördert. 4- Ernannt wurden 4- Wolfs, Gen.- Maj. und Kom. des Fußart.-Reg. von Hinderst» (1. Pomm.) Nr. 2, zum Kom. der 3. Futzart.-Brig., 4° Schaubode, Overst- leutn. beim Stabe des Futzart.-Reg. General-Feldzeng-

meister (Brandend.) Nr. 3, zum Kom. des Fußart.-Reg. von Hinderst >4 (1. Pomm.) Nr. 2. 4- Trömer, Oberst«., beauftr. Mit der Führung des 2. Pomm. Fußart.-Reg. Nr. 15. zum Lm di-ses Reg. 4- Brauns. Major und Bat-Kom im 2. Pomm. Futzart-Reg. Nr. 15, wurde zum ^abe des Fuß- art-Reg. General-Feldzeugmeister (Brandenb.) Nr. 8 ver­setzt 4- v. Mertens, Gen.-Major und Abt.-Chef

Wiesbadener Zeitung

Komitee, wurde zum Jnsp. der 8. Pionter-Jnsp. ernannt.

^ Schultheis, Oberst und Chef des Stabes der Gen.°Jnsp. des Ing.- und Pionierkorps und der Festungen, wurde der Rang usw. eines Brig.-Kom. verliehen. 4- Quentin, Oberst- leutn. und Kom. der Pioniere des 7. Armeekorps, wurde zum Obersten befördert. 4 - Runge, Hauptwann und Kom- pagniechef im Eisenbahn-Reg. Nr. 2, wurde ein Patent seines Dienstgrades verliehen. 4- Strebinger, Ober«, im Eisenbahn-Reg. Nr. 8, wurde unter Beförderung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, als Komp.-Chcf in das Eisenbahn-Reg. Nr. 2 versetzt. Versetzt wurden die Feuer- werksleutnants 4- Kotzan beim Art.-Depot in Karlsruhe zum Art.-Dept in Mainz, — Penell beim Art.-Depot in Mainz zum Art.-Depot in Karlsruhe. Zu Oberleutnants wurden befördert die Leutnants ^ £Ut(töe iw Hess. Jnf.-Reg. Nr. 168, v. Flotvw im Leib-Drag.-Reg. (2. Grotzh. Sesi.) Nr. 24. 4- Westhoff, Fähnrich im 1. Nassau. Jnf.-Reg. Nr. 87, wurde zum Leutnant mit Patent vom 28. Januar 1912 befördert. Zu Fähnrichen wurden befördert die Unteroffiziere 4- Cares im Jnf.-Reg. Prinz Carl (4. Grotzh. Hess.) Nr. 118, 4 - Schmitz im Magdeb. Drag.-Reg. Nr. 6, 4- v. Jbell im Thür. Ulan.-Reg. Nr. 6, 4 - Knackfuy im 2. Grotzh. Hess. Feldart.°Reg. Nr. 61. 4- v. Grimm, Vizewachtmeister im 2. Nasiau. Feldart.-Reg. Nr. 68 Frank­furt, wurde zum Fähnrich ernannt.

(Schluß folgt.)

Den Kaiserpreis beim jüngsten Distanzritt der Kaval­lerie-Offiziere des 17. Armeekorps erhielt eti^cnt Bericht aus Danzig zufolge Prinz Friedrich Karl von Preußen.

Studienreise eincr schweizerischen Militärkommrfiion nach Deutschland. Aus Zürich wird berichtet: Eine schweize­rische Militärkowmifsion, bestehend aus den Obersten Audeoud, Müller und v. Wattenwyl sowie dem Maior Hilfiker, die mit den Studien zum Ankauf von Militär­flugzeugen betraut wurde, wird stch jetzt nach Deutschland begeben. Sie wird sich zehn Tage in Berlin, Frankfurt a M., Leipzig und Mülhausen aufhalten. Der Kommis­sion ist der Flieger Oskar Bider als Sachverständiger bei- gegebcn worden. _

Landtagsverhandlimgen.

(Telegraphischer Bericht der „Wiesbadener Zeitung".)

Abgeordnetenhaus.

st. Berlin. 29. Januar 1914.

Am Ministertisch: Freiherr von Schorlemer, von Dettingen. ^ ^

Der Gestütsetat. 2. Tag.

Abg. Hofer (Soz.): Die Remontekommission darf die kleinen Leute nicht ungerecht behandeln. Die großen Be­sitzer werden bevorzeugt. Die politische Gesinnung spielt eine Rolle (Widerspruch rechts). ^ . ...

Abg. v. Pappenheim (kons.): Dre Pferdezucht hat nicht nur für die Landwirtschaft eine große Bedeutung, (ondern auch für die Wehrkraft des Landes. Im Interesse des Lan­des nimmt die Landwirtschaft sehr große Lasten auf sich. (Zurufe bei den Soz.) Ich gebe zu, daß die Kvrordnuug viele schwere Bestimmungen enthält, aber diese sind durch­aus notwendig, weil nur auf diese Weise ein brauchbares Militärpferd gezüchtet werden kann. Falsch ist es, dag hierbei die Großgrundbesitzer bevorzugt werden. Daß die Kommission heute ein Pferd bei einem Besitzer zuruck- weist und kaum ein paar Tage später bei einem Händler käuft, ist ein Irrtum, der passieren kann. Herr Wachhorst de Wente ist eine Person für sich. Er hält es für seine Lebensaufgabe. Unfrieden zwischen kleinem und großem Grundbesitz zu säen. (Stürmischer Widerspruch links Er­regte Zwischenrufe bet den Natl.) Er bemüht sich, der Ad jutant der Sozialdemokraten zu sein. «Stürmischer Wider spruch links, erregte Pfuirufe bei den Natl.) Herr Wach­horst de Wente hat seine Behauptungen nicht bewiesen und wollte doch vorsichtig sein. Die Provinz Hannover kann froh sein, daß sie ihren bewahrten Landstallmeister hat und daß nicht Herr Wachhorst de Wente Landstallmeister dort rst. (Beifall rechts, Zwischenrufe links.) Ich bitte die Gestttts- verwaltung nach Möglichkeit bei den Produzenten und nicht bei den Händlern zu kaufen.

Aba. Johansien (freikons.) weist ebenfalls die Vor­würfe des Abg. Hofer und des Abg. Wachhorst de Mente

^ Mg. ». Bonin-Stvrmarn (freikons.): Ich bitte beim Remontekauf möglichst die kleinen Besitzer zu berück-

sichtiaen. ^ (freikons.) erhebt gleichfalls Widerspruch gegen die Behauptung, daß beim Remontekauf ein Unter­schied zwischen großen und kleinen Besitzern gemacht wird

Abg. Varenhorst (freikons.): Die Vorgänge im Vor

jahre werden damit entschuldigt, dütz plötzlich ern großer

Freitag, 30. Januar 1914

Pferdebedarf entstanden sei. Aber dies ändert doch nicht? an der Tatsache, daß vielfach die kleinen Besitzer benach- teiligt wurden und die Händler den Vorteil hatten. Wun- schenswert wäre es, wenn es in Zukunft bekannt gemacht würde, wieviel Pferde jährlich gebraucht werden.

Landwirtschaftsminister Freiherr von Schorlemer:

Die Beunruhigung hinsichtlich der Maßnahmen der Militärverwaltung ist nicht begründet. Die Zahl der Voll- bluthengste ist nach der neuesten Vermehrung um etwa 8 Prozent erhöht worden. Wenn in letzter Zeit ttt der Pro­vinz Hannover verhältnismäßig wenig Pferde gekauft worden sind, so ist zu berücksichtigen, daß dre Remoute-An- kaufs-Kommission in der Hauptsache schwere Kavallerre- pferöe kauft und daß es sehr leicht möglich ist, daß rn der Provinz Hannover das gesuchte leichte Kavalleriepferd nicht in entsprechender Zahl vorhanden ist. Ich will mich nicht der Verpflichtung entziehen, auch gegenüber der Mi­litärverwaltung die Interessen der Züchter wahrzunehmen und mit dem Kriegsminister in Verhandlungen M treten. Nach den Erklärungen des Kriegsministers bin ickndavon nvcrzeugt. daß die Militärverwaltung in Zukunft nach Kräften bemüht sein wird, direkt vom Züchter zu kaufen. Dann werden wir allerdings ebenso wie auf allen anderen Gebieten auch beim Pferdehandel die Händler nicht aus- schließeu können. Wer privatim Pferde kaufen will, wird sie auch lieber heim Händler als beim Nachbar kaufen. Schon deshalb, weil er, wenn der Kauf ein ungünstiger ist, auf den Händler schimpfen kann, was der Nachbar sich nicht gefallen läßt. Die in Oldenburg angekauften Hengste stammten zum größten Teil auch aus Hannover, da ne als Fohlen aus Hannover gekommen waren. Wir werden aber, sobald es möglich ist, auch beim Ankauf von Re- monten die Provinz Hannover berücksichtigen. Die Tätig­keit des Landstallmcisters in Hannover erkenne ich auch durchaus an und hoffe, daß er noch recht lange auf fernem Posten bleiben wird. Zu meinem Bedauern hat der Abg. Hofer versucht, auch in der Provinz Ostpreußen einen Gegensatz zwischen Groß- und Kleinbesitz zu konstruieren.

Ich kann daher den Abg. Hofer nur bitten, hier nicht all­gemeine Ansichten und unbegründete Beschuldigungen zu erheben, sondern Tatsachen anzuführen und dreie Tatsachen zu beweisen (Beifall). Ich kann heute nur darauf Hin­weisen, daß alle Klagen, die gegen die Remonte-Ankaufs- Kommission, gegen die großen Pjerdebesttzer und Segen dre Gesttttsverwaltung erhoben wurden, völlig unbegründet

ftn& '3®9. Hoser (Soz.): Ich habe gesagt, daß die kleinen Be­sitzer im Osten benachteiligt wurden und Herr Wachhorst de Wente führte dieselben Tatsachen vom Westen an. Es muß also doch etwas daran sein. , .

Abg. Wachhorst de Wente (kons.) -Herr v. Pappenheim hat mir einen schweren Vorwurf gemacht, ich betrachte es als meine Lebensaufgabe, die Kleinen gegen die Großen auf- zuhetzen. Diesen Vorwurf weise ich zurück. Jstes denn verboten, sich der kleinen Besitzer anzunehmen? Ta.. alle^ binqs tue ich und ich habe ebenso gut das Recht für die kleinen und mittleren Besitzer einzutreten, wie Sie für die großen. Ick bin wiederholt im Osten gewesen und auch da haben mir die kleinen Besitzer einmutig gesagt, daß sie sich zurückgcsetzt fühlten. (Beifall bei den Natl.)

Abg. Lohmann lnatl.): Die Angriffe gegen den Abg. Wächhorst de Wente weise ich entschieden zuruck. Es besteht in keiner Weise ein Gegensatz fischen unserer Fraktion und Herrn Wachhorst de Wente. Es ist Nichts geschehen, was solche Bemerkungen, wie die des Herrn von Pavven- heim, irgendwie rechtfertigen könnte. Sie unter­schätzen unser Selbstgefühl, wenn Sie meinen, daß wir uns so etwas ruhig gefallen ließen. (Beifall bei den Natl.)

Abg. Hossmann (Soz.): Gegen die Vermengung der Na- tionalliberalen und Sozialdemokraten mutz ich mich wenden, namentlich nach den fürstlichen Ausführungen des Abg. Röchling, hoffentlich bald von Röchling. Will lemand die kleinen Besitzer gegen die großen in Schuh nehmen, bann verfällt Herr von Pappenheim immer in seinen Kammer- ^

Hahn (kons.): Weder Herr Wachhorst de Wente noch Herr Hofer haben einen Beweis dafür erbracht, daß die Großen vor den Kleinen von der Remonte-Kommission bevorzugt werden. Den Wechsel in den Anforderungen ffiT sie Militärvferde haben die Züchter allgemein unan­genehm empfunden. Herr Wochhorst de Wente hat seine Äusftthrungen nur aus agttatortsckwn Grttnden gemacht. Ich zweifle, daß ein großer Teil der Nationalltberalen m«

Cm Mg*Wachhorst de Wente (natl.): Ich mutz mich mit Entschiedenheit dagegen verwehren, daß ich unserem Ossi- «erkorps einen Vorwurf bei der Remonte-Kommission \ macken wollte. Es ist ja seit Zabern üblich, gegen uns mit# infrFien Verdächtigungen vorzngehen. Wir lieben unsere" Armee ebenso wie die Herren auf der Rechten. Die Tätig­keit des Landstallmeisters von Grabensee habe ich auch an­erkannt Ich habe ihn als durchaus zuverläisigen Laub-

Die Herrin von Perikori.

Original-Roman von Hans Becker, Wiesbaden.

(12. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Aniela kannte seine Art. sie ging darauf ein:

„Wie hübsch. daß Sie so besorgt um unseren Ruf Md, aber Sie können sich freier bewegen. Ich reise nrovgen fort, komme so bald nicht nach Berlin, dre Baron cs, e kennt niemand. Auch sie keinen Menschen —"

Sie nahm Hannas Hand und brückte sie: .

„Armes Herzchen. Nun werden Sie wieder ganz allem fein. Werden Sie sich nach mir bangen — ja? Dann pak- len Sie auf und kommen nach. Das wäre herrlich. Herr Olaf hat gewiß nichts dagegen, wenn er hier ans dem Steinhaufen herauskommt Er liebt Berlin nicht"

Bolten horchte auf: Herr Olaf?

Er wollte sich gerade über den Besitzer die,es Namens Auskunft erbitten, als das Auto vor dem Hotel hielt, der Portier herantrat. Er batte eine Bestellung für An,ela:

„Die gnädige Frau lassen, das gnädige Fräulein bitten, gleich nachzukommen. Die gnädige Frrm hätte noch eine Anprobe und wünsche, daß gnädiges Fräulein ebenfalls nochmals — darf ich dem Chauffeur die Adresse sagen?" Aniela sah auf Hanna: fahren Sie mit?"

Diese schüttelte den Kopf:

„Nein, Liebste. Ich will nicht stören, wir müsse» uns hier Adieu sagen. Lasse« Sie Ihre Mama Nicht mart^, —- Sie erhob sich von ihrem Sitze, beugte steh ä« Anrela hinunter und küßte sie: „

«eöen Sie wohl, schreiben Sic bald —

Äerden Sie. Nachkommen?"

Hanna hob die Schulter«: . „

Vielleicht. Wenn sehr traurig werde.

Bolten war schon herausgesprungen und hielt die Tur des Autos geöffnet,' öl-’ Hanna ausgestiegen war, wendete er sich schnell zu Aniela zurück. Er kiißte ihr die Hand:

„Leben Sie wohl, gnädiges Fräulein. Bielen herz­lichen Dank."

Die Polin sah ihn erstaunt an:

„Dank? Wofür?" _

Er antwortete nicht, sein Blick rnhte ans Hanna. Da iverftand Aniela. sie sagte leise, nur ihm vernehmbar:

,^ch begreife — weil ich Sie Nicht aus dem Wagen gejagt, ivie es hätte sein sollen, aber hüten Sie sich, bleiben Sie der Franenfeind. der Sie zu sein vorgeben, bei der Baronesse haben Sie kein Glück, die mag Sie nicht

Bolten war znrückgetreten. das Auto setzte sich in Be- wegnng. Ueber der Rückwand erschien die kleine Hand Anielas, unaufhörlich winkend. Hanna sah das kaum, sie stand da und rührte sich nicht. Es war alles so schnell ge­gangen. sie wurde sich jetzt erst so recht bewußt, daß sie nun wieder ganz allein sein würde.

„Soll ich ein Auto rufen? ..

Sie zuckte ein wenig zilsamweu, als sic Boltens Stimme hörte, sie hatte nicht darauf geachtet, daß er hinter ihr stehen geblieben war. Sie empfand es peinlich daß er ihr noch seine Gesellschaft aufdrängte, sodaß ihre Antwort ein we­nig hochfahrend klang: ^

„Ich danke. Ich gehe zu Fuß.

Mit kurzem Gruß wendete sie sich von ihm ab und schritt vorwärts, Bolten blieb trotzdem an ihrer Seite.

„Gestatten Baronesse, ich habe den gleichen Weg -

Sie schwieg. Sie konnte ihn nicht hindern, neben ihr her Zn gehen. Aber er erschien ihr wieder so nnsympathisch wie bei der ersten Begegnung.

An ihr sich nachträglich gemachtes Zngeständnrs, daß er wohl nicht so unausstehlich sei. wie sie unter dem ersten Eindruck gefunden, dachte sie jetzt Nicht, auch daran nicht, k,aß sie ihn im Kino bewundert. Namentlich, wie er zu Pferde gesessen, mit welcher Kiihnhert er geritten war.

Das war verwischt, als er heute ins Auto gespruugen

Eine Weile waren sie gegangen, plötzlich packte Bolten Ne am Arme und riß sie von der Bortschmelle zurück— ,m nächsten Augenblick jagte ein Auto dicht daran vorüber.

Hanna hatte es nicht gesehen, auch Las Warnungssignal nicht gehört. Sie hatte schon den ersten Schritt getan ge­habt, um in die Straße herabzutreten,- sie wurde letzt ge­wahr. welcher Gefahr sie ausgesetzt gewesen.

Sie blieb stehen und aturete tief auf. Erst als sie ihre Fassung wtedergewonnen. konnte ste sprechen: „

„Ich danke Ihnen, das hätte schlimm werden können.

„Keinen Dank. Baronesse. Ich konnte Sic doch nicht vor meinen Augen unter die Räder kommen lassen.

Nur"ei«e kleine Lehre sollten Sie daraus entnehme«:^ Wenn eine Dame in Berlin frenrd, mit dem St ratzen leben ) nicht vertraut ist, darf sie nicht allein gehen, wuß sich eine Bealeitunq, wenn auch erne unerwünschte, gefallen laflen- Das ist noch immer erträglicher, als zu Schaben z«

^^Si" errötete. Seine Worte schienen sie zu verhöhnen, sie war erzürnt, daß sie ihm zu Dank verpflichtet wür. V $n halb scherzendem Tone sprach er jetzt weiter: k

Wenn Ihnen aber die Last des nicht angenommenen Tankes zu schwer sein sollte. — ein Mittel glibt er. siS schnell und leicht davon zu befreien: beantworten Sie mir

^'"^Wieder eine seiner Absonderlichkeiten: was konnte er

kraaen wollen? . t

f Aber sie konnte ihn jetzt nicht gleich wieder zurückwei- sen er hatte ihr eben das Leben gerettet. Sie sagte:

' Fragen Sie." .

Er hatte die Zusage wohl erwartet, denn seine Frage blitzschnell: \

„Wer ist Herr Olaf?" _ r A

Hanna blieb stehen »nd sah ihn an. Plötzlich lachte si - Sie konnte nicht anders, sie mußte lachen trotz des eben aebabten Schreckens. „ , .

Als sie ihm jedoch dabei ins Gesicht süh, erne nervös Spannung darin zu lesen glaubte, sagte sie schnell:

„Was wissen Sie von — Herrn Olaf. Woher kennen Sic den Namen?"

Er zögerte ein wenig, dann gestand er ««:

„Fräulein Sapvlska sprach vorher diesen Namen aus Sic sagte: Herr Olaf ivird gewiß einverstanden sein —■ Plötzlich, wie in Wut darüber, daß sie eine GegenfraM gestellt, ihn auf die Slntwort warten «etz, forderte er ih>"^ fast brüskem Ton: _ c r . r J

„Lassen Sie mich nicht warten. Sie haben Mir erlaub zu fragen."

Gegen eine solche Art, mit ihr zu sprechen, ihr in einerk solchen Ton befehlen zu wollen, lehnte sie sich auf. Mn. durfte er sich eine solche Sprache erlauben, sie wollte iiu^M aar nicht antworten — wandte sich schnell und ging wettetz ^ wobei sie, ohne zu denken und ohne zur Seite zu sehe"' von neuem den Fuß über die Bortschwelle setzte.

(Fortsetzung folgt.)