Tette S, Abend-Ausgabe, 1. Blatt.
in Len einzelnen Schutzgebieten, war die Legung des Kabels der Deutsch-Niederländischen Kabelgesellschaft don Monrtvia nach Lome und Duala von großer Bedeutung. Kamerun und Togo sind nunmehr die ersten Schutzgebiete, die eine deutsche Kabelverbindung mit der Heimat besitzen. In Deutsch-Neuguinea ist eine funkentelegraphische Verbindung zwischen der Insel Angaur und der Insel Jap hergestellt worden, die ja mehrfach an das Weltkabelnetz angeschlossen ist.
Der auswärtige Handel der sämtlichen Schutzgebiete hat sich von 240 Millionen Mark auf 263 Millionen Mark erhöht, wozu am meisten die Steigerung des Gesanithandels von Deutsch-Ostafrika von 68 Millionen auf 81 Millionen beitrug. Aber auch in allen übrigen Kolonien hat der Gesamthandel, zum Teil beträchtlich, zugenommen. Der Einfuhrhandel aller Schutzgebiete zusammen ist von 142 212 210 M. auf 142 678 936 M. gestiegen, hat also um 466 726 M. zugenommen; die Ausfuhr, die von 97 996 273 M. auf 120 880128 M. gestiegen ist, hat um 22 883 868 M. zu- genommen. Von der Ausfuhrsteigerung kommen auf Deutsch-Südwestafrika 11 Millionen Mark und auf Deutsch-Ostafrika 9 Millionen Mark. Demgegenüber steht ein Ausfall bei der Einfuhr in Deutsch-Südwestafrika von 7 Millionen Mark und eine Steigerung der Einfuhr in Deutsch-Ostafrika und in Kamerun von je 6 Millionen Mark. Die übrigen Schutzgebiete weisen keine erheblichen Schwankungen in den Aus- und Einfuhrziffern auf. Im ganzen ist bemerkenswert die sehr geringe Steigerung des Einfuhrhandels gegenüber der sehr beträchtlichen Hebung der Ausfuhr. Im vorigen Jahresbericht mußte gerade das Gegenteil konstatiert werden. Ausschlaggebend für diese Umgestaltung sind vor allem die Verhältnisse in Deutsch-Südwestafrika: die dortige große Steigerung der Diamantenausfuhr einerseits, die beträchtliche Verringerung der Einfuhr des Ausbleibens der Eisenbahnmaterialieneinfuhr und der zunehmenden inländischen Produktion andererseits. Der Anteil Deutschlands am Gesamthandel der Schutzgebiete ist gefallen. Er stellt sich wie folgt dar: Deutsch-Ostafrika 83,4 v. H. gegen 54,82 v. H. im Jahre 1911, Kamerun 81,73 (82,10), Togo 49,69 (52,22), Deutsch-Südwestafrika 83,3 (83,40), Deutsch-Neuguinea 45,35 (49,43), Samoa 35,08 (35,23), Summa 65,79 v. H. gegen 68,01 v. H. im Jahre 1911.
Die Finanzlage war in allen Schutzgebieten g ü n st i g: In Deutsch-Südwestafrika infolge der er
heblichen Steigerung der eigenen Einnahmen aus dem Diamantenabbau, in Kamerun infolge erhöhter Zoll- einnahmen auf Grund der allgemeinen Prosperität des Handels und der erhöhten Zölle für Spirituosen, in Deutsch-Ostafrika infolge erhöhter Zoll- und Steuereinnahmen, ebenso wie in Samoa und Deutsch-Neuguinea. Der erhöhte Zuschuß für letzteres Schutzgebiet wird hauptsächlich für sanitäre Einrichtungen und landwirtschaftliches Versnchswesen verwendet. Nur in Togo bat sich die Finanzlage infolge der geringeren Einnahmen aus den Verkehrsanlagen und der durch Wechte Ernteergebnisse verursachten Schwächung der Kaufkraft der Eingeborenen etwas verschlechtert.
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Die Revolution in Haiti.
Die Maßnahmen der Mächte.
w b- Port-au-Prince, 28. Jan. Bewaffnete Abteilungen amerikanisch er Matrosen bewachen die amerikanische Gesandtschaft, das Telegraphenamt und das französische. Krankenhaus. Deutsche Matrosen sind vor den übrigen Gesandtschaften und vor den deutschen Geschäften auf Posten gezogen. Gestern hörte man in allen Stadtteilen fortgesetzt Gewehrfeuer. Des Nachts wurden verschiedentlich Naubversuche unternommen, die jedoch unterdrückt werden konnten.
Präsident Orestes Asyl.
wb. Berlin, 28. Jan. Die Flucht des Präsidenten der haitianischen Republik an Bord des deutschen Kreuzers „Bineta" ist, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, nicht etwa als ein Akt von irgendwelcher politischer Bedeutung zu betrachten. Der Präsident befand sich in Lebensgefahr und auf der Flucht vor den siegreichen Rebellen. Er
Feuilleton.
Aus Lunst und Leben.
* Königliche Schauspiele. Das Königliche Theater hat sich auf die Naivensuche begeben! Anfang des Monats gastierte Frl. Helga Reimers aus Elberfeld auf Engagement in Goethes Einakter „Die Geschwister", gestern Frl. Delma Plessing aus Wien in demselben Einakter als Marianne. Frl. Reimers verfügte über bemerkenswerte Routine. Allerdings hatte man das Empfinden: mehr wird die Künstlerin mit der Zeit nicht zu geben haben. Frl. Plessing ermangelt noch jeder Routine, sie ist eine ganz junge Anfängerin, aber sie hat einen Ton, der manches Schöne erhoffen läßt. Sie weiß jedoch nichts aus sich zu machen, weder innerlich noch äußerlich. Das reizende Gestchtchen verschwand zwischen unförmig großen Puffenärmeln, die ganze zarte Kindergestalt steckte in einem Kleid, das für eine viel größere Figur gemacht ist. Dazu kam ihre Ängstlichkeit, eine schlechte Haltung und ein starker Wiener Dialekt. Die ganze Leistung mutete schablonenhaft an, eingelernt in der Theaterschule. Dann aber doch wieder Augenblicke, wo das Spiel natürliches Empfinden verriet, wo der Dialog ungezwungen dahinfloß, und eben jener warme Ton, der die Hoffnung erweckt, daß die jugendliche Anfängerin, wenn sie noch fleißig lernt, eines Tages das Fach der Naiven a» unserem Theater voll und ganz ausfüllen kann. Der junge Gast durfte sich seitens des zahlreichen Publikums sehr beifälliger Aufnahme erfreuen. Einen starken Erfolg errang Frl. B o m m e r als Santuzza in der darauffolgenden Einaktigen Oper „Cavalleria nistieana", und in einen hübschen Erfolg konnten sich Herr H ö s e r und Frl. Kochanowska teilen durch die Aufführung der Märchenpantomime „Der verzauberte Prinz", die den Schluß des Abends bildete. B. V. N-
* Das Sterbehaus Racines. In tvelchem Haus der alten Rue des Marais, der heutigen Rue Visconti in Paris, hat
Wiesbadener TaMM.
suchte ein Asyl, das sich ihm an Bord des deutschen Kriegsschiffes bat, auf dem er für seine Gegner unerreichbar war. Selbstverständlich kann sein Aufenthalt an Bord der „Vineta" nur vorübergehend sein.
Der Führer der Aufständischen.
* New Dork, 29. Jan. Wie aus Kap Haiti gemeldet wird, ist der ehemalige Minister Davilmar Theodore zum Führer der Revolutionäre ausgerufen worden. Er hat mit seinem Generalstab und 2000 gut bewaffneten Soldaten den Marsch nach der Hauptstadt angetreten.
Deutsches Reich.
* Der Abschied der griechischen Gäste von Berlin. Die Königin von Griechenland, Kronprinz Georg und Ministerpräsident Venizelos haben gestern abend in kurzer Aufeinanderfolge Berlin verlassen. Die griechischen Gäste hatten noch kurz vor der Abreise der Vorstellung im Opernhause üei- gewohnt unid waren von dort aus in Begleitung des Kaisers und der Kaiserin sofort zum Bahnhof gefahren. 5 Minuten nach 11 Uhr begaben sich die Herren in den bereitstehenden Zug. Der Ministerpräsident sprach eifrig und häufig lachend mit dem griechischen Gesandten Theotohis. Nachdem er sich von allen Herren verabschiedet hatte, bestieg er feinen Salonwagen und reiste ab.
* Die Verlängerung der Deklaratiouspflicht in Preußen für den Wehrbeitrag über den 31. Januar hinaus wird, wie jetzt auch von zuständiger Seite mitgeteilt wird, in Preußen nicht erfolgen. Begründeten Gesuchen einzelner um Verlängerung der Frist um 8 bis 14 Tage wird jedoch von den Steuerbehörden stattgegeben werden.
* Die Erregung über den Brief des Kardinals Kopp. Das
Organ der größten christlichen Gewerkschaft, der Gewerkschaft der Bergarbeiter „Der Bergknapp e", schreibt in seiner neuesten Nummer zu dem Brief des Kardinals Kopp an dem Grafen Oppersdorfs: „Sollte der Brief — was wir vorläufig nicht glauben — echt sein, so wird auch dadurch bei uns nichts geändert. Unser Gewerkverein hängt ja nicht vom Wohlwollen einzelner Personen ab. Er, ist gegründet worden, weil die christlichen und national gesinnten Arbeiter in ihm und durch ihn ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten wollen, ohne ihre religiösen und politischen Ideale zu gefährden. Der Ge- werkverein wird auch bestehen bleiben, so lange die Arbeiter das wollen. Die Arbeiter aber werden den Gewerkverein auch in Zukunft beibehalten. Daran ist kein Zweifel, insbesondere wird auch in Zukunft die Unabhängigkeit und Selständigkeit unserer Bewegung unter allen Umständen aufrechterhalten werden. Wir wissen, daß die große Mehrheit der katholischen Arbeiter in Deutschland der Fachabteilungsidee scharf feindlich gegenübersteht." — Der Generalsekretär der christlichen Gewerkschaften Stegerwald veröffentlicht folgende Erklärung: „Die christlichen Gewerkschaften haben
sich nicht durch ein ganzes Gewebe von Täuschungen vor der Öffentlichkeit umhüllt. Eine Nachprüfung des Kölner Ge-. Werkschaftsprozesses würde bestimmt ergeben, daß die christlichen Gewerkschaftsführer von dem Brief des Herrn Kardinals Kopp an Herrn Bischof Dr. Schulte und von den dadurch bekannt gewordenen neuen Tatsachen erst am 25. Januar 1914, also einen Monat nach dein Prozeß, Kenntnis erhielten. Nach den mir gewordenen Mitteilungen hatte ich auf dem Essener Kongreß der christlichen Gewerkschaften (26. November 1912) das Recht, von der bekannten Interpretation ZU sagen, daß sie die Auffassung der Fuldaer Bischofskonferenz wiedergebe.
* Keine frühere Aufhebung des Scheckstempels. Das Reichsschatzamt hat die Bittschriften und Eingaben über die Aufhebung des Scheckstempels mit der Begründung abge- lehnt, daß die 3 Millionen, die der Scheckstempe! abwirft, zunächst nicht entbehrt werden können, da die neuen Er- satzsteuern erst im Jahre 1916 ihre vollen Erträge abwerfen werden. Der Scheckstempel wird also erst zum 31. Dezember 1916 aufgehoben werden.
* Lindenberg. Nun läßt auch der Oberlandesgerichtspräsident Lindenberg in Posen durch das „Wotffsche Bureau" erklären, daß er n i ch t der Verfasser der in der letzten Sonn- tagsnummer der „Kreuzzeitung" abgedruckten Zuschrift über die Zivilklagen gegen den Obersten v. Reuter ist. — Es wird sich wohl allmählich Herausstellen, daß Herr Lindenberg irgendein xbeliebiger Mensch und daher seine Zuschrift ohne jede politische Bedeutung ist.
* Eine bemerkenswerte Auslastung gegen den Preußtn- lmnd. In Potsdam hielt bei der Kaisergeburtstagsfeier der greise Hofprediger Rogge eine Ansprache, die in ihrer Tendenz sich ausgesprochen gegen den Preutzen-
Racine seine letzten Jahre verlebt, ist er gestorben? Diese Frage, die seit langem die Verehrer des großen französischen Klastikers beschäftigt und zu mannigfachen Vermutungen Anlaß gegeben hat, wird nun in einem Aufsatz des „Journal des Debats" von Andre Hallays endgültig gelöst. Racine schloß seine Augen für immer in einem Hause, das im 17. Jahrhundert neben der heutigen Nummer 24 der Rue Visconti lag. Das Sterbehaus des Dichters ist abgerissen worden, und an seiner Stelle liegt heute ein Hof mit einigen Stallunaen, die an der Straßenecke der Rue Visconti und Rue Bonaparte liegen und sich nach der Nummer 19 der letzteren Straße hin- überzrehen. Sehr wahrscheinlich aber ist unter diesen kleinen Gebäuden noch eines erhalten, das schon zur Zeit des Dichters stand und als Wagenremise von ihm benutzt wurde. Es gelang Hallays, das Haus, über dessen Lage in der Rue des Marais man sich lange gestritten hat, dadurch einwandsfrei festzustellen, ^daß er aus dem nach dem Tade Racines aufgenommenen Inventar den Namen des Hauseigentümers feststellte und dieser Spur nachging. Der Dichter hatte sein Haus von dem ersten Chirurgen des Königs Georges Mareschal de Biövre gemietet, der auch ein guter Freund und der Arzt Racines war. Eine genaue Erhellung der Geschichte des Hauses und der späteren Eigentümer sowie seine Identifizierung mit einem in der Bibliothek der Stadt Paris erhaltenen Plan des Gebäudes ließ keinen Zweifel an der Richtigkeit mehr übrig; die Stadt Paris wird nun an der Stelle, wo das Stcrbehaus Racines gestanden hat, eine Inschrift anbringen lassen, die auf diese denkwürdige Tatsache hinweist.
* Erfolge der Radiumbehandlung in England. Außerordentliche Erfolge der Krebsbehandlung durch Radium konstatiert min englischer Arzt Dt. Lazarus Barlotv m der „Tiwes". Barlow, der Direktor des Middlesex-Jnstitutes für Krebsforsch,mg ist, stellt fest, daß von 68 nicht mehr operierbaren Krebsfällen, die vom Juni bis zum September voriger Jahres seiner Behandlung übergeben wurden, 32 in einem sehr gebesserten Zustande aus dem Hospttat entlassen wurden.
Donnerstag, 29. Januar 1914. Nr. 48.
b u n d wandte. Rogge erklärte, auch er habe eine Einladung zum Beitritt erhalten, sei ihr aber nicht gefolgt, freue sich jetzt auch darüber, zumal dort Äußerungen gefallen seien, wie man sic nur mißbilligend vernehmen könne. Er bedaure auch lebhaft, daß man m diesen Kreisen den 18. Januar nicht als Geburtstag des Reichs Hochhalten wolle, und er forderte die Anwesenden auf, dem Bund nicht beizutreten, da er höchst überflüssig sei, weil Potsdam und Preußen selbst den richtigen Preußenbund bildeten.
* Dr. RockcS Ausscheiden aus dem Vorstand des Hansabundes. Wie voni zuständiger Seite mitgeteilt wird, hat Herr Handelskammersyndikus Dr. Rocke nunmehr seine Ämter im Vorstand der Provinzialabteilung und der Ortsgruppe Hannover des Hansabundes niedergelegt.
* Eine Schadensersatzklage gegen Leutnant v. Forstner. Der Fabrikarbeiter König aus Zabern hat gegen den Leutnant Freiherrn v. Forstner eine Klage auf Zahlung einer Schadeusersatzsumme von 2000 M. eingeleitet, da Forstner die noch nicht 16 Jahre alte Tochter Königs verführt haben soll. Die Gerichtsverhandlung findet am 17. Februar vor dem Landgericht in Zabern statt. Gleichzeitig ist gegen Forstner ein militärgerichtliches Verfahren auf Grund von § 182 des Militärstrafgesetzbuchs eingeleitet worden.
ex. Frauen im ärztlichen Beruf. Nach einer statistischen Zusammenstellung im Reichsmedizinalkalender für Deutschland gab es am 1. November 1913 in Deutschland 195 Ärztinnen. Die größte Zahl praktiziert in Berlin: 56. Dann folgt München mit 13, Breslau mit 10, Hamburg mit 9, Stuttgart mit 4, Leipzig mit 3, Hannover mit 3 usw. In Tübingen ist eine Asststenzarztstelle an der Frauenklinik der approbierten Ärztin Frl. Dr. Hölder und in Stuttgart die Stelle einer Schulärztin der prakt. Ärztin Frl. Lueas über, tragen worden. Die Zahl der weiblichen Medizinstudierenden beträgt in Deutschland zurzeit 773.
* Eine Übersicht der Entschließungen der Staatsregie- rnng auf die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses ist diesem gestern zugegangen. Danach soll die Beteiligung der Frauen auf dem Gebiete der Schulpflege, wo sie sehr Ersprießliches wirken können, dem Wunsche des Landtages gemäß nach Möglichkeit gefordert werden. Die näheren Umstände sollen in den Verhandlungen im Reichsamt des Innern besprochen werden, zu welchen die Hinzuziehung von Vertretern der preußischen Jineressenkreise beabsichtigt ist. — Von der Bereitstellung weiterer Mittel für Ortszulagen an die Volks sch ul lehr er hat Abstand genommen werden müssen. Auch im Hinblick auf die zwischen den Ressorts schwebenden Verhandlungen über einen Kommunal-Lasten- ausgleich.
* Ein wiederholter Aufruf für die Ostseeüberschwemmten.
Das ständige Hochwasserkomitee teilt mit: Aus vielen Gegenden des Stettiner Haffs treffen Gesuche um Hilfe ein; z. B. sind arme Fischerfamilien in dem Dorfe Altwarp von der Flut schwer betroffen worden. Die Kartoffeln sind aus den Mieten gespült worden, die anderen erfroren und sind unbrauchbar. Im Frühjahr müssen Saatkartoffeln gekauft werden. Die Wiesen und Gärten sind von der Brandung ausgespült, Obstbäume entwurzelt und Scheunen fortgerisfen worden. Es bedarf vieler Arbeit und vor allen Dingen großer Summen, um die Not der armen Fischer zu lindern. Weiters Gaben sind dringend erwünscht, die Zahlstellen und das Bureau des Komitees in Berlin, Alsenstratze 10, nehmen sie entgegen.
* Errichtung eines zweiten Krematoriums in Berlin.
Das Kuratorium für Feuerbeftattungswesen beschloß, für den Bau eines zweiten Krematoriums in Berlin ein Grundstück an der Diestelmeyerstratze in Aussicht zu nehmen.
parlamentarisches.
In der Budgetsitzung der Zweiten elf aß-lothringische» Kammer, bei der Staatssekretär Zorn v. Bulach die (bereits in der Morgenausgabe mitgeteilte) Erklärung, betr. die angebotene Demission der gesamten Regierung, abgegeben hatte, wurden der „Straßburger Post" zufolge beim Etat des Statthalters die R e p r ä s e n t a t i o n s k o st e n des Statthalters gemäß dem vorjährigen Beschluß auf 100 000 M. (Ebatssatz 200 000 M.) festgesetzt. Ein sozialdemokratischer Antrag, den Dispositionsfonds zu streichen, wurde gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt, ebenso beim Etat der Finanzverwaltung der analoge Antrag auf Streichung des kaiserlichen Gnadenfonds. Nur zwei Zentrumsvertreter stimmten für die Streichung mit.
Keine Ausdehnung der Freifahrtkarten der Reichstags- abgeordnetcn. Freie Fahrt auf allen deutschen Eisenbahnen für die Mitglieder des Reichstags, nicht nur während der
„Der beste Beweis für den Erfolg der Behandlung", erklärte der Arzt, „ist die Tatsache, daß während der gleichen Zeit im Jahre 1912 alle nicht mehr operierbaren Fälle zum Tode führten. In derselben Periode von 1913 gewann fast die Hälfte der Patienten nach der Behandlung einen so günstigen Gesundheitszustand wieder, daß sie aus dem Hospital entlasten werden konnten. Viele dieser Patienten gehen heute ihrem Tagewerk wieder nach. Die viel befferen Resultate, die fett dem Juni 1913 erzielt wurden, führt Barlow auf die größeren Mengen von Radium zurück, die bei der Behandlung jedes Kranken verwendet werden konnten. „Um gute Erfolge zu erzielen, mutz eine viel größere Menge Radium verwendet werden, als man früher für notwendig hielt. Nur durch den größeren Vorrat den wir besaßen, konnten die günsttgen Fortschritte in der Herlung bewirkt werden." In welcher Zeitspanne es allerdings gelingen wird, Krebskranke durch Radium völlig zu heilen, d«uber konnte der Arzt keine endgültigen Angaben machen. --Wir haben das Radium", meinte er, „nach unserer gegenwattrgen Methode erst 6 Monate lang angewendet. Es wird noch lange Zeit vergehen, bevor wir so weit sind, daß wir wirklich das SBort „Heilung" auch bei den günsttgsten oer von uns behandelten Fälle mit Recht werden aussprechen können."
Kleine Chronik.
Theater und Literatur. Der Stadtrat in Wien beschloß, dem Komitee zur Errichtung eines Lessing-Denk- m a l s den Platz in den Gartenanlagen an der Ringstraße zu überlassen. Die Mittel für das Denkmal, dessen Errichtung von dem Journalistenverein „Concordia" ausgeht, werden durch eine Sammlung aufgebracht. Das Denkmal wird von Professor Metzner (Berlin) in doppelter Lebensgröße ausgeführt werden.
Bildende Kunst und Musik. Eugen d'Albert ist zum Präsidenten des W r e n e r Tonkünstlervcreins gewählt worden
