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Lette 4, Morgen-AusgaSe, 1« Blatt. MieSÄSSStter TagKlatt. Dienstag, 27. Januar 1814. Nr. 4S.

schule indem er unter eigener Lebensgefahr eine Dame und einen Herrn, vermutlich ein Ehepaar, die auf den Nieder- wallufer Krippen beim Eisläufen eingebrochen waren, aus den kalten Fluten rettete. Ganz durchnäßt und Kalb erstarrt wurde er im Bureau einer nahegelegenen Fabrik mit heißem Getränk gelabt und konnte dann in den Kleidern des Fabrikbesitzers die Rückfahrt nach Biebrich antreten.

-o- Biebrich. 26. Jan. Die Krippen zum Eislau' f r e i a e ß e b e n. Die Polizeiverwaltung hat jetzt auch die mittlereKrippe gegenüber dem Strandheim für den E is- lauf freigegeben. — Der Ankaufspreis für das jetzige städtische Gaswerk wird auf rund Wll060 M. angegeben.

— Dotzheim. 25. Jan. Während von jeher die Kinder ihr Frühstücksbrot in die »schule mitbrachten, hielten seit einiger Zeit hiesige Bäckermeister in der Pause Backumren auf dem Schulhofe feil. Die übrigen Geschäfte beschwerten sich deshalb und der Verkauf der Backwaren in den Schul­höfen wurde durch die Bürgermeisterei geregelt. Darnach wechseln diejenigen Bäcker, die sich gemeldet hatten, jetzt monat­lich mit dem Verkaufe der Backwaren während der Pause ab. — Am 31. Dezember v. I. wurde bekanntÜch die Ortskranken­kasse Dotzheim geschlossen. Vom 1. Januar d. I. an gehört nns^r Ort zur Allgemeinen Ortskrankenkasse I in Schiestein, für Dotzheim ist jedoch, Rheinstratze 20 hier, eine Zahl- und Meldestelle errichtet worden. Außerdem besteht hier noch die Betriebskrankenkasse der „Maschinenfabrik Wiesbaden".

— Sonnenberg, 26. Jan. Der hiesige Krieger- und Militärverei n" feiert den Geburtstag des Kaisers am Samstag, den 31. Januar, abends von 8*4 Uhr ab. int Saalbau „Zum Nassauer Hof". Die Festrede hat der König!. Forstmeister Prof. Dr. Metzger übernommen. Außer Gesangs- und hmnoristischen Vorträge sowie einige:: lebenden Bildern aus dem Jahre 1813 werden zwei Theaterstücke auf- gelührt.

ei. Hochheim, 26. Jan. Der Main ist feit acht Tagen zum erstenmal wieder feit 19 Jahren zugefroren. An der Main- brücke stellte sich das Eis zuerst, das immer nachschiebende Treibeis türmte sich stellenweise 4 bis 5 Meter hoch. Die Eis­schollen. sind jetzt so fest zusammengefroren. daß selbst ängstliche Gemüter einen Gang über den Fluß wagen. Auch Wagen und Autos haben den Weg über die Naturbrücke riskiert. — An­läßlich ihres 34. Stiftungsfestes verlieh die freiwillige Feuerwehr eine Anzahl Auszeichnungen für langjährige Mitgliedschaft: Johann Storch, Peter Jos. Velten. Jakob Lauer und Adam Arndchen erhielten für 10jährige Dienstzeit die erste Litze, Martin Kullmann. Adam Schreiber und Peter Enders für 15jährige Dienstzeit die zweite Litze. Wilhelm Herpel, Heinrich Schreiber und Heinrich Merten für 25jähriae Dienst­zeit silberne Uhren mit Widmung. — Zn Fischereiauf- sichtsbeamten der Mainstrecke Frankfurt-Kostheim hat der Regierungspräsident die Wasserbauwarte Markgraf (Frankfurt) und Hardick hiersellsst ernannt.

Nassauische Nachrichten.

!! Hallgarten i. Rhg., 26. Jan. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten gestern die Eheleute Kaspar Engel- m a n n Ir und Frau, geb. Holl. Dieser seltene Tag konnte innerhalb weniger Wochen schon dreimal in unserer Gemeinde begangen werden.

!! Ahmannshausen, 26. Jan. Die hiesige Winzer­genossenschaft hat ihr sämtliches Inventar, ebenso ihre Restbestände an Weinen an den Weingutsbesitzer Fritz Witt­mann Hierselbst verkauft und beabsichtigt nun, sich a u f z u - lösen.

= Schwanheim, 25. Jan. Die Gemeinde hat das von Prof. Dr- Kobelt begründete Ortsmuse um in ihren Besitz -übernommen und Herrn Kobelt für die reiche Schenkung ihren Dank ausgesprochen. Wie man hört, wird auch demnächst ein besonderes HauS für die Unterbringung der reichen Schätze zur Verfügung gestellt werden.

— Griesheim, 25. Jan. Die Regierung genehmigte den Neubau einer sechzehnklassigen Schule mit einem Kosten­aufwand von 325 000 M. — Die an der Mädchenschule dahier am 1. Juli zur Besetzung kommende evangelische Rektor­stelle wird am gedachten Zeitpunkt ditrch die König!. Regie­rung besetzt werden.

ht. Königstcin, 25. Jan. Auf dem 507 Meter hohen Atzel- berg bei Ruppertshain wird im Laufe dieses Jahres ein etwa 20 Meter hoher eiserner Aussichtsturm errichtet.

iit. Falkenstein i. T., 25. Jan. Auf der hiesigen Rodel­bahn erlitt ein fremder Rodler einen schweren Unter* schenkelbruch. — Der Verkehr im Taunus war wiederum sehr stark. Die Cronberger Bahn mußte mehrere Sonderzüge fahren, um des Zudrangs Herr zu werden.

ht. Oberursel, 25. Jan. Nach zahlreichen ergebnislosen Wahlgängen bei der Wahl eines Ortskrankenkassen- Vorstandes ist gestern eine Einigung zustande gekommen. Zum ersten Vorsitzenden wurde mit 5 von 8 Stimmen der sozialdemokratische Kaüdidat Hübscher, zum zweiten mit 6 von 2 Stimmen der Fortschrittler Abt gewählt.

FC. Holzhausen ». d. H., 25. Jan. Der Landwirt Johann De-Cunh wurde mit der Stellvertretung der Bür­germeistereigeschäfte betraut. Die Bürgermeister­wahl ist auf den 5. Februar d. I. bestimmt.

wc. Nastätten, 25. Jan. Die Stadtverordneten-Versamm- lung hat im Einverständnis mit dem Magistrat die Auf­hebung der Wertzuwachs st euer beschlossen.

ht. Herborn, 26. Jan. Das Ehepaar Friedrich B i ck a r d feierte das Fest der goldenen Hochzeit.

Aus der Umgebung.

Vom Mainzer Karneval.

-pp- Mainz, 25. Jan. D:e gestrige erste H e r reu­st tz n n g d e s „M a t n z e r K ar n e v al ve re i n s" begann mit dem Flottmachen des „Narrenschiffes", als dies geglückt war, begrüßte Präsident Dr. Reen die militärischen, staat­lichen und städtischen Behörden. Generalleutnant v. Kaden, Gouverneur von Mainz, erkannte in seiner launigen Erwide­rung das Recht des Karnevals an and ließ ihn hochleben. Provinzialdirektor Dr. Best meinte: „An die Regierung

knüpfen den Karneval manche Bande, denn die Narrheit regiert bekanntlich die Lande". Als Vertreter der städtischen Verwaltung wies unter großem Jubel Beigeordneter Haffner darauf hin, daß die Bürgermeisterei dem Karneval stets die besten Stoffe liefere. In einem Zwiegespräch ftagte der eine

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der Redner: „Welchen Eindruck hast du denn von den Vor­gängen im Elsaß gewonnen?" Die Antwort mußte unter­bleiben, denn ein Diener brachte zwei große Maulkörbe. Zwei Proletarier behaupteten: „Die städtischen Beamten er­halten Zulage am Gehalt; die Bürger Zulage an den Steuern." Ein Narrhallese glossierte die Vorgänge im Elsaß mit den Worten: „Blind ist auch die Gerechtigkeit, — Das heißt, sie trägt 'ne Binde, — Um frei von Einfluß jederzeit — Die Wahrheit 'rauszufinde! — Man sagt, Justitias Bind' — Hatt' in jüngster Zeit sich erweitert. — Und aus dem Worte Rechtsbegrisf — Das Recht hinausgereutert! — So glaubt, ihr Narren im Unverstand — Von Wiesbaden bis Danzig, — Doch man folgte nur der Institution — Vom Jahre 1820." Eine Reihe weiterer Vorträge' und Lieder geißelten lokale Ange­legenheiten, die die zahlreich erschienene Narrenschar bis gegen Mitternacht in heiterster Laune erhielten.

Kein Treberkrieg.

FC. Frankfurt a. M., 25. Jan. Nachdem das „Frank­furter Brauhaus" erklärt hat, daß es den Vereinigten Land­wirten von Frankfurt a. M. und Umgebung ebenfalls den Preis für die Treber aus 1 M. 60 Pf. pro Zentner vom 1. Januar d. I. ab ermäßigt und sich damit dem Verband der Brauereien anschließt, ist der „Treberkrieg" verhütet worden.

Hopf macht Schule.

fc. Aus der Wetterau, 25. Jan. In dem 1300 Einwohner zählenden, utlweit von Friedberg am Fuße des Taunus ge­legenen Pfarrdorf Ockstadt beging das 19jährige Dienst­mädchen Anna Schön seid aus Dillenburg in Gemeinschaft mit dem Knecht Karl Weber einen G i s t m o r d v e r s u ch an der eigenen Dienstherrschaft und deren beiden Kindern. Magd und Knecht, welche beide früher in einer Fürsorgeanstalt erzogen worden waren, standen — das Mädchen bereits seit etwa drei Jahre:: — in Diensten des Landwirts Georg M e u ß e r in Ockstadt, der dortselbst in der Bachgasse 18 wohnt. Beide hatten mit der Zeit ein Liebesverhältnis angeknüpft, das die Herrschaft absolut nicht dulden wollte, infolgedessen, um das Verhältnis zu lösen, die Schönfeld vor einigen Tagen ihre Entlassung erhielt und sich in ihre Heimat begab. Aus Rache beschlossen die Schönfeld und der Weber, den Landwirt Meußer nebst dessen Ehefrau und beider Kinder dadurch aus dem Wege zu räumen, daß das Mädchen, ehe es die Stellung verließ, in sämtliche Speisen Salzsäure schüttete. Die Be­drohten merkten jedoch, vor allem bei der Milch und dem Kaffee, das zugesetzte Gift und rechtzeitig konnte deshalb ein- geschritten und ein^ großes Unglück verhütet werden. Die in­zwischen an den Speisen ausgeführte chemische Untersuchung bestätigte den von Meußer gehegten Verdacht der Vergiftung. Nunmehr erfolgte Anzeige und auf Ersuchen des Amtsgerichts Friedberg erfolgte die Verhaftung des Dienstmädchens Schon­feld in Dillenburg. Nach seiner Festnahme legte es ein um­fassendes Geständnis ab, die Tat, wie oben geschildert, aus­geführt zu haben. Darauf wurde nun gestern auch Weber, der noch bei Meußer in Dienst verblieben war, wegen Giftmord- Versuchs und Verleitung dazu festgenommen. Weber will von der Tat nichts wissen, bestreitet auch ganz entschieden die An­gabe der Schönfeld, die von Weber zu der Untat verleitet worden sein will.

Ein Kaisergeburtstagskommcrs ohne Musik.

X Marburg, 25. Jan. Unter einem eigenartigen Miß­geschick hatte der gestern abend von den vereinigten hiesigen Kriegervereinen in den Stadtsälen veranstaltete Kommers zur Feier des Geburtstages unseres Kaisers zu leiden. Der Saal war vollzählig besetzt und an der Tafel des Präsidiums fanden sich nach und nach die Spitzen der Zivil- und Militär­behörden, darunter auch der Kommandeur des hiesigen Jäger- Bataillons nebst einer Anzahl Offiziere, ein. Allgemein wun­derte man sich schon darüber, daß der Kommers trotz der vor­geschrittenen Zeit nicht begonnen wurde, bis der Leiter der Veranstaltung die überraschende Mitteilung machte, daß in­folge eines Mißverständnisses die vor zwei Monaten für den Abend bestellte Jägerkapelle ausgeblieben und eine andere Musik nicht aufzutreiben sei. Durch die verschiedenen Festlich­keiten waren die Kapellen alle vergeben. Es blieb weiter nichts übrig, als sich ohne Musik zu behelfen, was um so eher gut gelang, als der hiesige Gesangverein „Liederkranz" durch gediegene Darbietungen sein Möglichstes zur Unterhaltung beitrug.

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ö. Mainz, 26. Jan. Die Anfechtung der Stadt­verordneten Wahlen von Mainz-Kastel und Altmainz wurden am Samstag vor dem-Kreisausschuß verhandelt. Die Verhandlung währte bis abends 9% Uhr. Bei der Kastelet: Wahl wurden die Stimmen, /des Sozialdemokraten Hirfch- biegel für ungültig erklärt; an seine Stelle rückt der nächst­höchstbestimmte Kandidat Fabrikant Otto Dyckerhoff (natl.). Wegen der Mainzer Stadtverordnetenwahl erfolgt das Urteil am Samstag, den 31. Januar. — Wie wir soeben zuverlässig erfahren, ist das für das Gasiellsche Hospiz in Mainz-Mombach erworbene Mesothorium ttunmehr eingetroffen und kommt demnächst daselbst zur Verwendung. Dieses neu­artige, überaus stark Radium ausstrahlende Heilmittel wirkt mit geradezu staunenerregendem Erfolge gegen bösartige Ge- webserkrankungen, insbesondere haben die jüngst bekanntge- wordenen, so günstigen Ergebnisse bei Behandlung derartiger Frauenkrankheiten mit Mesothorium das lebhafteste Interesse der wissenschaftlichen Welt erregt. — y-_Ste Zentrums- Partei des Reichstagswahlkreises Mainz-Oppenheim hielt Sonntagnachmittag in der Stadthalle eine öffentliche Ver­sammlung für den Wahlkreis ab, die von etwa 8000 Personen besucht war. Der Reichstagsabgcordnete für Bamberg, Leicht, sprach über die Politik des Zentrums im deutschen Reichstag im letzten Jahre, während Prof. Dt- Martin Spahit aus Straßburg über die Aufgaben des Zentrums in den Gemeinde­verwaltungen ein Referat erstattete. Don Rednern wurde leb­hafter Beifall gezollt. — 5s. Der E i s e n b a h n v e r e i n . Mainz hielt am Samstagabend in der reich geschmückten Mainzer. Stadthalle unter starker Beteiligung [eine diesjäh­rige Kais ex gebürt stagsfeier ab. Den Vorsitz nihrte Lokomotivführer Glori, der auch das die Feier ein­leitende Patriotische Festspiel verfaßt hatte. Die Festrede aus den Kaiser hielt Eisenbahndirektionspräsident Laury, der den Kaiser als Schirmherrn des Friedens feierte und ein be­geistert aufgenommenes Hoch auf ihn ausbrachte. Das änstige reichhaltige Programm wies Sologesänge von Damen und Herren, Duette und Gesangsreigen sowie turnerische Darbietungen, Chorlieder und Musikstücke auf. Ein Ball be­schloß, die Feier. — Der langjährige Assistent der Mainzer Handelskammer, Herr Dr. I. Jung, verläßt zum 15. Februar diesen Posten, um bei der Handelskammer für

das preußische Unterwesergebiet in Geestemünde <^te Stellung als Syndikus dieser Kammer zu übernehmen.

-- Hersseld, 25. Jan. Der Metzger Dönzel e r st a ch heute abend aus Eifersucht ttach vorattsgegangenem Streit seine Frau. Daraus lief er zum Bahnhof und warf sich vor einen Zug. welcher ihm das rechte Bein absuhr. Als Untersuchungs* gefangener kam Dönzel in das hiesige Landkrankenhaus.

GeeichtZsaal.

wb. Die Revision des Amtsrichters Knittel verworfen.

Leipzig, 26. Jan. Das Reichsgericht hat die.Revision des Amtsrichters Knittel-Rhbnik, der vom Landgericht Gleiwitz am 3. Oktober v. I. wegen Beleidigung in vier Fällen zu 2400 Mark Geldstrafe verurteilt worden war, verworfen. In der Begründung wird erklärt, daß mit Recht vier einzelne Hand­lungen angenommen toorden sind, weil die vier beleidigten Personen in den fraglichen Schreiben namentlich aufgesührt sind.

§RGet unö bpiel-

sr. Das Deutsche Bob-Derby zu Friedrichsroda wurde am Sonntag von dem Bob Semper Avanti (Lenker Kämpf» Jllmenau) in 3 Min. 16»/^ Sek. vor Bob She (Lt. v. Bran- dis-Eisenach) 3:46 gewonnen.

st. Weltmeister Rütt erkrankt! Wie uns aus Paris ge­meldet wird, ist es dem deutschen Weltmeister nicht möglich, sein EngHement beim Brüsseler Sechstagerennen zu erfüllen, da er an einem Bronchialkatarrh leidet, den er sich durch die Kälte beim Pariser Sechstagerennen zugezogen hat. — Wie weiterhin verlautet, soll der Berliner Lorenz an Rütts Stelle in dem Brüsseler Rennen treten und mit dem Belgier Banhouwaert eine Mannschaft bilden.

* Wintersport. Vom 8. bis 14. Februar hält der bestbe­kannte Ski-Klub München je einen Übungskurs für An­fänger und Tourenkurs für Fortgeschrittene in Kitzbühel ab. Anfragen an Ski-Klub München, Sternstraße 18.

* Im Wettlauf um den akademischen Staffettenpreis der Universität Gießen im Skilauf siegte bei dem von dem Gießener Skiklub am Hoherodskopf abgehältenen Laufen die Staffelte der Hochschule Därmstadt mit 44 Minuten 31% Sekunden. An zweiter Stelle kam Gießen mit 47 Minuten 17% Sekunden und an dritter Stelle Marburg mit 47 Min. 18% Sek.

sr- Die Deutschen Eis-Schnellauf-Meisterschaften in Königsberg i. Pr. konnten nicht zur Entscheidung gelangen, da der Berliner Vertreter im Gegensatz zu den veranstaltenden Vereinen das Eis nicht für einwandsfrei hielt. Das Junior- laufen über 1000 Meter gewann der Berliner Grund über­legen vor seinem Klubkollegen Müller und dem Königsberget: Bartsch, über die Strecke von 1500 Meter mußte Grund sich mit dem zweiten Platze begnügen hinter Müller (Berlin). Dritter Bartsch (Königsberg). In den Kunstlauf-Konkur­renzen belegten Merker (Berl. Eisl.-Verein) und Frl. Müller (Berl. Schlittsch.-Kl.) die ersten Plätze.

sr. Bei den Eislauf-Weltmeisterschaften in St. Moritz besetzte Frl. Meray (Horvath) den ersten Platz vor Frl. Hanka (Wien) und Frl. Hohnson (London). Die Paarlauf- meisterschaft, die von dem Wiener Paar Frl. Engelmann- Hr. Mejstrick zu verteidigen war, sah nicht die Verteidiger als Sieger. Das Ehepaar Jacobson (Hessingfors) holte sich die Meisterschaft vor den Verteidigern Erl. Engelmann-Hr. Mejstrick. Drittes Paar wurden Frl. von Szabo-Herr Hör» Witz (Wien).

sr. Die Deutsche Ski-Meisterschaft, die der Deutsche Ski- Verband dem Wintersport-Verein in Garmisch-Partenkirchen für 1914 zur Austragung überwiesen hatte, kam am Sams­tag bei schönem Wetter und unter zahlreicher Beteiligung zur Entscheidung. Im Gesamtklassement errang überraschender­weise Gunnesstad (Schreiberhau) den Sieg vor Oliver Perrh Smith (Dresden), während Simonsen (St. Moritz), der Meisterläufer der Schweiz, nur Dritter werden konnte. Die nächsten Plätze besetzten Schulz (Schliersee), Grade (Prag) und Eustle (Schliersee).

so. Einen neuen deutschen Rekord im Ski-Springen

stellte, wie uns ein Privattelegramm meldet, Leutnant v. d. Planitz bei der Deutschen Ski-Meisterschaft in Gar­misch-Partenkirchen auf. Leutnant v. d. Planitz, der an -den Sprungrennen außer Konkurrenz teilnahm, vollführte einen Sprung von 41 Meter.

Neues aus aller wett.

Wieder ein deutscher Gymnasiast in die Fremdenlegion verschleppt! München, 25. Jan. Wieder ist ein junger Deutscher in die franzostiche Fremdenlegion verschleppt wor­den. Vor einiger Zeit verschwand der siebzehnjährige Gym­nasiast Andreas Mutier aus Kuffstein. Es wurde festgestellt, daß er sich zunächst nach München begeben hatte. Hier fiel er Werbern für die franzomche Fremdenlegion in die Hände und wurde von ihnen nach Vcavsetlle verschleppt. Von dort wurde er nach Saida ttt Ader, gebracht und in ein Fremdenregiment eingestellt. Jetzt nt bet den Eltern des jungen Mannes in Kufstein ein Bmef rdres Sohnes aus Saida einqetroffcn, in dem er flehentlich um Betretung aus der Fremdenlegion bittet

Maskierte Räuber. Essen (Ruhr). 25. Jan. In der Nachbargememde Kettwig dvcmgen gestertt früh bei Dunkelheit nobrere maskierte Scanner in das Fabrikgebäude der Firma Klein und Schlatrer, knebEen den Nachtwächter und schlossen ihn in ein Gewölbe etn Dann schweißten sie die Geldschränke durch und entwendeten die Mnze Löhnung von 12 500 M. Die Räuber entkamen unerkannt.

Brand einer Papierfabrik. Niesern bei Pforzheim, 86. Jan. Die bekannte Papierfabrik von Bohnenberger u. Co. steht tu Flammen Die alte Fabrik ist wahrscheinlich verloren. Von Pforzheim ist Hufe verlangt worden.

Ein französischer Generalkonsnl von seinem Koch ermordet. Tanger, 25 -oan Der hiesige französische Generalkonsul und diplomatische Geichäftsträger Chevcmdier de Valdromc wurde vorgestern abend von seinem Koch ermordet Der Generalkonsul hatte einige Gäste zum Abendessen eingeladen. Da sich sein Koch,^ ein gewisser Jury weigerte, das Essen m bereiten, entließ ihn der Generalkonsnl auf der Stelle. In dem Augenblick, als der Koch das Haus verlassen wollte, schoß er Chevandrer mit zwei Revolve'schüssen nieder. Der Mörder versuchte zu entNiehen. wurde jedoch verhaftet.

Durch Flammen verstört. London, 26. Jan. Auf den am Hafen gelegenen Kohlenplätzen in South Shieds brach ein B and aus. der ungeheure Mengen von Kohlen vernichtete Die Elektrizitätsanlage wurde gleichfalls von den Flammen erfaßt und völlig zerstört. Der Schaden beläuft sich cmf annähernd 2 Millionen M. '

Schreckenstaten der Riffkavylen. Madrid. 26. Jan. Nach einem Telegramm aus Larrache hat eine Bande von Riffkabplen dte Farm eines spanischen Pachters Überfällen und ihn selbst und seine Tochter ermordet Die Kabylen nahmen sein siebeniahrtges Kind und das gesamte Vieh aus ihrer Flucht ins Innere mtt sich. v

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