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Teste 4.

Abend-Ausgabe, 1. Matt.

Mtesoaoeuer Gagoian.

Montag, 36. Januar 1814.

Nr. 4L.

661346 M. mehr als im laufenden Rechnungsjahr. Die

Stratzenbauverwaltung ist mit 180900 M. und das Kanalbauamt mit 331000 M. in dem Etat vertreten. Die erstere rechnet mit einer Mehrausgabe von 161900 M., das letztere mit einer Minderausgabe von 98 000 M. gegenüber dem Rechnungsjahr 1913. Die Mehrausgabe des Straßen- bauamts entsteht aus dem beschlossenen Umbau der Nikolas- stratze, der Wilhelm- und Taunusstraße und der Bahnhof­straße.

Auf Einzelheiten der Haushaltspläne wird nock zurück­zukommen sein. r

Todesfall. Am 24. d. M. verstarb hier der König!. Kaserneninspektor a. D. Lengen, der sich nach seiner Pen­sionierung von Düsseldorf vor einigen Jahren hierher zurück gezogen hatte.

Maskenball im Kurhaus. Der Wiesbadener Karneval wurde am Samstagabend rn dem mit den bunten Farben des närrischen Prinzen ausgeschmückten Saal des Kurhauses er­öffnet. Pflegt der Besuch sonst gelegentlich des ersten Kur­hausmaskenballs nicht allzu zahlreich zu sein, so war diesmal, wohl mit Rücksicht auf den spätgewählten Termin, schon eine recht flotte Beteiligung zu konstatieren. Der Saal und die an­schließenden Räume waren zwar noch nicht überfüllt und gaben damit den Anwesenden genügend Bewegungsfreiheit. Die Veranstaltung bot aber doch mit den zahlreichen Masken und der bald überall bemerkbar fröhlichen Stimmung jenes reizvolle und interessante Bild, das den karnevalistischen Ball­veranstaltungen im Kurhaus ihre Anziehungskraft gibt. Eine überraschende Fülle eleganter und farbenfroher Kostüme und eine nicht minder große Anzahl origineller Damenmasken, deren phantastische Aufmachung eine Deutung nur schwer möglich machte, vermittelten dem Auge des Zuschauers immer neue und interessante Eindrücke. Bemerkenswert war dabei, daß die elegante Note vorherrschte und Geschmacklosigkeiten fast gar nicht zu beobachten waren. Die Herren waren mit wenig Ausnahmen, und zu diesen gehörte auch ein Staats­anwalt mit einem Aktenfaszikel über Zabern, im Balldreß erschienen. Nach den Klängen zweier unermüdlich spielender Ballkapellen wurde mit Ausdauer getanzt: Boston, Onestep, Ragtime und nur wenig Walzer. Und die Paare, die sich hierbei fanden, besiegelten dann wohl die neue Bekanntschaft beim perlenden Sekt. Die fröhlichen Stunden fanden erst lange nach Mitternacht einen wirkungsvollen Abschluß. Beim Verlassen des Saals aber summten fast alle Teilnehmer noch lange die am meisten gespielte Melodie aus derKino­königin":Bei der Nacht, bei der Nacht. . ." g-.

Vorparade. Auf dem Platz vor dem Kurhaus fand heute morgen bald nach 8 Uhr die Vorübung für die morgen aus Anlaß des Geburtstags des Kaisers vor sich gehende Parade statt. Die Truppenteile der Wiesbadener Garnison nahmen in der Aufstellung wie bei der Hauptparade daran teil und kehrten später wieder mit klingendem Spiel in die Kasernen zurück.

Aus der Vorstandssitzung der Handwerkskammer. Der Vorstand unserer Handwerkskammer hat sich mit Rücksicht darauf, daß der Lehrplan der Pflichtfortbildungsschulen schon jetzt überlastet sei und den gewerblichen Unterrichtsfächern nicht genügend Rechnung getragen werden könne, gegen die Einführung des obligatorischen Turnunterrichts in den Lehr- plan ausgesprochen. Zur Förderung der Kurse für Eisen- betonbauten soll bedürftigen und würdigen Handwerkern die Hälfte des Unterrichtsgeldes von der Kammer zurückerstattet werden. Der Entwurf zum Kommunalabgabengesetz soll in seinem § 31 insofern bekämpft werden, als er die Erhebung von Gewerbesteuerzuschlägen für die Filialen ortsansässiger Betriebe verbietet. Als Vertreter der Kammer für die Vor­arbeiten zur Errichtung einer Beratungs- und Auskunftsstelle in Höchst wurden die Kammermitglieder Dienstbuch (Höchst), Krick (Soden) und der Ersatzmann Vogt (Höchst) gewählt. Für das Handwerker-Erholungsheim zu' Traben-Trarbach wurde aus dem Betriebsfonds der Kammer ein Betrag von 6000 M. gegen hypothekarische Eintragung und 4^ Prozent Zinsen dargeliehen.

Diekirchlich-positive Bereinigung" veranstaltete am 21. Januar wieder einen gut besuchten Besprechungsabend für Männer im Klubsaal derWartburg". Nach kurzen Refe­raten der Pfarrer Schüßler, Kortheuer und Grein über die drei Vorträge des Professors D. Dunkmann überdie Wahr- yeit der Religion",der lebendige Gott" undJesus" fand eine Aussprache über diese Vorträge statt. Der Meinungs­austausch berührte besonders das Verhältnis von Moral und Religion, die Würdigung des Idealismus, die sozialethische Begründung der Religion im Gegensatz zu dem Persönlich- keitsideal und die Bedeutung Jesu für das Gotteserlebnis. Der nächste Besprechungsabend wird am 19. Februar stattfin­den und das Thema behandeln:Landeskirche oder Frei­

kirche?", über das Pfarrer Kortheuer berichten wird.

DieNarrhalla" veranstaltete am Sonntagabend ihre erste großeD a m e n s i tz u n g" in der Turnhalle in der Hellmundstraße, die natürlich den üblichen karnevalistischen Schmuck trug. Den Vorsitz des närrischen Komitees führte Präsident Roßbach, der eine mit Beifall aufgenommene Be­grüßungsansprache hielt. Sofort nach Eröffnung der Sitzung wurde der närrische Rat der großen Karnevalsgesellschaft Mannheim empfangen und von dem Präsidenten begrüßt und willkommen geheißen, wofür der Präses derMannemer" dankte. Vorträge wurden gehalten von beit Narren Schnell ou§ Wiesbaden, von zwei Mainzern, die sich als die größten Lügner des Jahrhunderts bezeichnet«:, von einer Mann­heimer Schwiegermutter, einem Soldaten, der sich über die ^Schlacht von Zabern" äußerte, einem lustigen Ehenmnn, einem Mannheimer Stadtverordneten, einem bäuerlichen Ehepaar usw. rssw. Das Programm des Abends war beinahe zu um- fa^reich. Der Beifall war lebhaft, die Stimmung ausge­zeichnet. Der Besuch derDamensitzung" ließ gu wünschen übrig.

7" 3Jeue Ferienordnung für Wiesbaden. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 6. November 1913 sind die Ferien an den niederen und höheren Schulen gleichgestellt und für Wies­baden in folgender Weise geregelt worden: Ostern 1914 vom 4. bis 21. Aprrl, Pfingsten vom 29. Mai bis 9. Juni, Sommer vom 17. Juli bis 18. August. Herbst vom 3. bis 16. Oktober, Weihnachten vom 23. Dezember bis 8. Januar 1915 und Ostern 1915 vom 31. März ab.

Einbruch auf dem Eis. Der 12 Jahre alte Sohn des Telegravhensekretärs Reese von hier, der sich am Samstag­nachmittag mit Schlittschuhlaufen auf den sogenannten Krippen am Rhein bei Niederwalluf vergnügte, brach ein und verschwand in den Fluten. Dkehrere Schlittschuhläufer, dar­unter vor allem ein gleichaltriger Schulkamerad, brachten Hilfe urw retteten den Verunglückten unter eigener Lebens gefad-

Winterfreuden wurden gestern in besonderem Maße den Eisläufern zuteil. Die EisbahnenUnter den Eichen", am Kurhaus und besonders am Schiersteiner Hafen zählten die Sportlustigen nach vielen Hunderten. Daß auch Bob, Ski und Rodel zu ihrem Recht gekommen sein mußten, bewiesen die mit den Abendzügen zurückkehrenden Sportlustigen.

~7 Die Wettervorhersage der Frankfurter Wetterdienst­stelle für urorgen lautet ebenfalls auf eine veränderte Tempe­ratur. ^ Sie verkündet:Trübe, vorläufig nur geringe

Niederschläge, wärmer,, frische westliche Winde". Schon gestern machten sich die Anzeichen dieses Witterungswechsels bernerk- bar, wenn auch während der letzten Nacht noch die Kälte in ziemlich hohem Grad vorherrschte. Heute vormittag trat be­reits wesentlich milderes Wetter als in den letzten Tagen ein.

Erhebungen über Schulsparkassen. Die Königl. Regie­rung stellt zurzeit Erhebungen darüber an, an welchen Orten ^schulsparkassea bestehen, wie hoch sich die Einnahmen beliefen bis Ende 1913, und in welcher Weise die Einsammlung, Rotie- rung und Ablieferung der Sparkaffengelder erfolgt.

- Gerüchte von der Festnahme des Mörders der Frau Schweitzer in der Jahnstratze erhalten sich hartnäckig in der Stadt. Sie bestätigen sich jedoch nicht nach den von uns an- gestellten Ermittelungen.

Eine Schwindlerin. In verschiedenen hiesigen Ge­schäften, sprach in der letzten Zeit ein etwa 18 Jahre altes Mädchen wiederholt vor, das sich unter dem Namen Elsa KönigSfeld verschiedene Gegenstände zur Auswahl vor­legen ließ, ohne Bezahlung einen Teil davon mitnahm und dann nichts mehr von sich hören ließ. Nachforschungen er gaben dann, daß ihre Angaben nicht stimmten. Die Schwind­lerin ist mittelgroß, hat dunkelblondes Haar, rundes, frisches Gesicht und kleinen Mund. Sie trug ein grünes Jackett, kleinen grünen Hut mit schwarzem Samtband, unter dem Kinn gebunden und verschiedene Ringe, darunter einen mit Hirschzahn.

Pferdeschmindel. Der angebliche Pferdehändler M e y e r aus Seeligenstadt sprach dieser Tage bei einem hiesigen Ge­schäftsmann vor und erzählte ihm eine lange Geschichte, wo­nach ein Transport Pferde von ihm auf dem Bahnhof Brcbrich beim Rangieren verunglückt sei. Ein Pferd mußte geschlachtet werden und. an Tierarztkosten habe er größere Auslagen gehabt. Schließlich bat er um ein Darlehen von 40 M das ihm auch gewährt wurde. Mit demselben Trick hat der Schwindler übrigens auch vor einigen Tagen in Marburg gearbeitet, wobei ihm 100 M. in die Hände sielen. Der Pferdehändler" ist von mittlerer Staturs'hat kleines schwar­zes Schnurrbärtchen, trägt bräunlichen Paletot und hellgrauen Hut. Besondere Kennzeichen sind verschiedene Narben auf der Backe.

- Gefundene Handtäschchen. Wie uns von der Polizei mitgeterlt wird, wurden am 18. September v. I. ein Damen­täschchen mit 81 M. Inhalt und am 18. Dezember v. I. ein anderes Damentäschchen mit über 60 M. Inhalt hier gefun­den. Die Eigentümerinnen haben sich bis jetzt noch nicht oe- meldet.

- Fernsprechverkehr. Zum Fernsprechverkehr mit Wies­baden rst neuerdings zugelassen Waging. Die Gebühr für das gewöhnliche Dreiminutengespräch beträgt 1 M.

Fremdenverkehr. Der Prinz von Sachsen- zu Sachsen, ist hier angekommen und im Hotel Quisisana abgestiegen.

-- Kurhaus. Am Geburtstag des Kaisers urorgen Diens­tag fallen des nachmittags 2 Uhr im großen Saale des Kur­hauses stattfindenden Festmahles wogen die beiden Abonne­mentskonzerte um 4 und 8 Uhr aus. Das Kurhaus ist an mesem Taae der vormittags auf dem Kurhausplatze statt- fmdenden Parade wogen erst nach Beendigung derselben für dre Abonnenten und Kurtaxkarteninhaber geöffnet.

Kleine M-tizen. An Kaisers ^Geburtstag findet nach- «ntiogs und abends an der, S ü d e i s ba h n Konzert und Mittwochabend das dritte Eis fest statt. Der städtische Seefisch verkauf wird morgen Dienstag auf dem Markt wieder stattfinden.

Talmund Thvra - Verein Wiesbaden, Nerostraße 16. DienStagmorgen 8 Uhr Festgottesdienst,

vorberichte über rrunst, Vorträge und verwandtes.

. * Königliche Schauspiele. Zur Feier von Kaisers Goburts-

tm gelangt morgen die OperDie Königin von Saba" im Abonnement A zur Ausführung. Vorausgeht C M von D^bers ^Jubel-Ouvertüre". In den Hauptpa'tien der '.Over sAstarai^EN Engkert (Königm). Frick (Sulamith). Krächer /ra.^ urw die Herren Ecka-rd (Hohepriester) von Sckenck l^^Hanan). Schilp (König Salomo). Schubert (Assad) be-

. ^ F"» Mainzer Stadttheater finden am 28. Januar des Um 5 m Engend. Aufführungen

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

-a- Biebrich, 26. Jan. Zum Ankauf des Gaswerks Lurch die Stadt erfahren wir noch: Die Stadt hat mit der Übernahme des Gaswerks ohne Zweifel ein gutes Geschäft gemacht. Sie mutzte das Werk laut Vertrag im Jahre 1924 ohnehin ankaufen, und zwar zu einem Preise, der den gegen­wärtigen gewiß überstiegen hätte. Durch den Kauf ist sie jetzt Uschi nur alleinige Besitzerin der beiden Produktionsanstalten für Lichtzwecke (Elektrizitäts- und Gaswerk) und dadurch in der Lage, die Preisfestsetzungen im Interesse der Einwohner­schaft zu treffen, sondern sie hat damit auch ein Unternehmen gewonnen, das eine mehr als ISprozentige Verzinsung ab­wirft. Von Wichtigkeit ist außerdem, daß in den. Kauf auch die Konzession für die alleinige Gaslreferung in Schierstein einbeschlossen ist. Die notarielle Beurkundung des Kaufes er­folgt noch rn dieser Woche. Die Höhe der Kaufsumme wird nicht genannt; sie dürfte sich zwischen 400- bjZ 500 000 M bewegen.

Nassauische Nachrichten.

n. Brcmthal, 26. Jan. In der Gastwirtschaft von Ernit kehrte vor einigen Tagen abends ein_ etwa 55 Jahre alter Handwerksbursche ein. Es wurde ihm ein Strohlager in einem Raum hinter dem Kuhstall angewiesen. Am anderen Morgen war der Mann tot. Man nimmt an, daß ex [ n j, em kalten Raum erfroren ist.

= Alsbach, 25. Jan. Diese Nacht verschied plötzlich Pfarrer Hümmerich von hier, der mehr als 30 Jahre als Geistlicher tätig war.

5lus der Umgebung.

stk. Frankfurt a. M., 26. Jan. Bor dem Domcaf« wurde nachts der Eisenbahnaffistent A r n d t von einer unbekannten Person überfallen utrd durch mehrere Messerstiche lebens­gefährlich verletzt. w. Dem Vernehmen nach hat Karl Hopf gegen das Todesurteil, dessen Einspruchsfiist am 24. d. M. ab- aelaufen ist, keine Revision eingelegt.

rmk. Darmstadt, 25. Jan. Ein schwerer Unfall er- eignete sich gestern, gelegentlich einer militärischen Übung bei Großkarben-Rodheim usw. Kurz vor Beendigung derselben trat die 63. Artillerie aus Frankfurt rwchmals in Tätigkeit und ein Kanonier beging dabei die große Unvorsichtigkeit, in Entfernung von 2 Meter vor einer Geschühmündung vorüber­zulaufen, als gerade eine Kartousche abgeprotzt wurde. Der Mann wurde von einem Teil der Ladung getroffen und schiver verletzt. Er wurde bewußtlos nach dem Lazarett ver­bracht.

7-- Gießen, 26. Jan. Der dieser Tage verstorbene langjährige Redakteur desGießener Anzeigers", Herr Ernst Heß, hatte ein Alter von nur 42 (nicht 62) Jahren erreicht.

v. Wetzlar, 25. Jan. Heute früh 5% Uhr wurden in Wetzlar wie in den Nachbargemeinden Erschütterungen, verbunden mit donnerartigem Geräusch, wahrgenommen. Die Erschütterungen und das Geräusch waren so stark, daß die Leute besorgt die Betten verließen. Wie es sich später herauS- stellte, handelte es sich um eine Explosion auf der den Budcruswerken gehörigen Sofienhütte, die dadurch ent­standen war, daß glühendes Eisen in das Kühlwaffer gelaufen war, ein nicht seltener Vorgang, der diesmal mit besonderer Heftigkeit auftrat, so daß die Explosion stundenweit gehört und verspürt wurde. Verunglückt ist niemand; auch ist kein Schaden angerichtet worden.

v. Marburg a. d. L 25. Jan. Wie dieOberhess. Ztg." meldet, verschied heute nacht der Seniorchef und Begründer des Frankfurter und Marburger Bankhauses gleichen Namens Baruch Strauß im Alter von 72 Jahren.

Ns- .Kassel, 25. Jan. Der frühere Polizeikommiffar Hermann Pape hatte heute morgen in der Dunkelheit das Ungliick, eine ziemlich steile und hohe Treppe herabzustürzen. Er trug dabei sehr schwere Verletzungen am Kopf davon und wurde in sehr bedenklichem Zustand ins Landkrankenhcms transportiert.

Schnee und Ratte.

Die niedrigste Temperatur in der Rheinebette. .Karlsruhe. 24. Jan. In der Rheinsbene zeigte das Thermometer heute nacht 17 Grad unter Null, die nied'-igste Temperatur in diesem Winter, während in den höheren Lagen die Temperatur bis nahe an den Nullpunkt stieg. Zahlreiche Schwarzwaldfiüsse führen Treibeis.

Ein Mann erfroren.

Bingen. 24. Jan. Am Friedhof in Rheinböllen wurde ein Korbmacher aus der Nähe von Rheinböllen erfroren aufge­sunden

Eis auf dem Bodensee.

Friedrichshafen, 25. Jau. Durch die andauernde Kälte ist der Bodensee au verschiedenen Stellen zugesroren. Der Unter­see. der Kleine See bei Lindau und auch die Wasserburger Bucht sind vereist. Bei Friedrichshafen ist längs des Ufers eine große Eisbahn entstanden.

Wölfe in französischen Wäldern!

Paris, 25, Jan. Die ungeheure Kälte der letzten Tage dauert an. Die Seine ist in ihrem unteren Teile fast unschiff- bar geworden. Im Wälde von Bavbillon wurden Wölfe ge­sichtet. Eine Treibjagd nach ihnen hat keinen einzigen zur Strecke bringen können. Auch aus anderen Ortschaften im Norden Frankreichs kommen Nachrichten von plötzlichem Er­scheinen von Wölfeit. Der Bevölkerung hat sich große Erregung bemächtigt.

Opfer von Schnee ,tnd Kälte in Rußland.

Petersburg. 24. Jan. Die letzten Schneestürme im Bott­nischen Meerbusen haben zahlreiche Menschenleben als Opfer gefordert. In Kronstadt. Oranienbaum. Peterhof und anderen Küstenstädten werden zahlreiche Einwohner ver­mißt. die augenscheinlich während der Stürme erfroren sind. Die Umgebung wird Tag für Tag von Soldaten, die von Hunden begleitet sind, durchsucht, um die Leichen aufzuspüren. An einem einzigen Tage wurden allein 40 Erfrorene auf- gesunden.

BcrkehrSstörungen.

Brüssel, 24. Jan. Da infolge des Eises die Schiffahrt auf der Schelde zwischen Gent und Antwerpen unterbrochen ist. wird die Lage im Hafen von Antwerpen täglich schwieriger, so daß weitere Verkehrsunterbrechungtzn unausbleiblich sind, wenn die Kälte noch andauert.

Riss. 26. Jan. Durch den EisbrecherJermak" sind 13 Dampfer eingebracht worden. Von diesen wurden 5 in den Hafen eingeschleppt. die anderen wurden durch den Wind in südwestlicher Richtung wieder abgetrieben. Heute sind den EisbrechernJermak" undHerkules" 10 Dampfer zu Hilst: gekommen, und sie versuchen gemeinsam zu den 8 Dampfern zu gelangen, die durch Treibeis nach Neubad und Pernow abgetrieben wurden. Die Arbeit der Eisbrecher ist durch Treib­eis und Regen sebr erschwert.

Letzte Orahtberichte.

Der Besuch venizelos' in Berlin.

S ; r 26 -. ^, (Eig. Drahtbericht) Del

griechische Ministerpräsident Venizelos ist auf seiner Rundreise durch Europa heute morgen aus Paris m Berlin eingetroffen. Fux den Aufenthalt Venizelos' in Berlin find.drei £,a ge in Aussicht genommen, die

durch zahlreiche politische und vielleicht auch finanzielle Konferenzen sowie Veranstaltungen zu Ehren des Ministerpräsidenten und durch die Teilnahme des Ministerpräsidenten an den Hoffestlichkeiten zu Ehren des Geburtstags des Kaisers voll ausgefüllt sind. Schon im Laufe des heutigen Vormittags hatte Venizelos eine längere Unterredung mit dem Staatssekretär des Aus­wärtigen Herrn w^agow. Mittags nimmt er an eineni Frühstück bei der rumänischen Gesandtschaft teil, das durch die (ungeladenen Persönlichkeiten poli­tisch interessantist. Der Einladung werden u. a. folgen der rumänische Thronfolger Kronprinz Ferdinand mit seinem ältesten Sohne, dem Prinzen Carlo, der vor einigen Tagen zum Zwecke seiner mili­tärischen Ausbildung heim 1. Garderegiment zu Fuß eingetreten rst, ferner der heute früh in Berlin einge­troffene ältere Bruder des rumänischen Thronfolgers, Fürst von Hohenzollern, mit seinem ältesten Sohne, Herr Venizelos, der hiesige griechische Geschäftsträger Theotoky, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts Herr v. Jagow und Unterstaatssekretär Zimmermann. Am Abend wird Venizelos an der Galatafel zur Feier des Geburtstages des Kaisers teilnehmen. Wahrschein, lich wird er auch schon vorher Gelegenheit haben, den ^ a i s e r zu sprechen.

Der Abschluß einer Anleihe?

8. Berlin, 26. Jan. (Eig. Drcchtbericht.) Wie uns von unterrichteter Stelle versichert wird, ist num