Sette 4,
Nr. 41.
Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.
resbadrtter TagbiaLt.
-onntag, 25. Januar 1814.
— Das Bildungskino i» Wiesbaden. Am Freitagabend fand eine gemeinsame Sitzung der verschiedenen Interessenten. resp. der Vertreter der in Frage kommenden Volksbildungskörperschaften im Restaurant „Wartburg" zur Vorbesprechung der nunmehr zur Durchführung gelangenden Idee itatt, der auch Polizeirat Wels beiwohnte. Es wurden die einzelnen Fragen des Problems lebhaft erörtert und dann beschlossen, das Bildungskino insofern durchzusühren, als an den beiden Tagen Freitag und Samstag einer jeden Woche in einem hiesigen Privatkino das Reformprograinm gegeben werden wird. Gewählt siird diese beiden Tage, in denen die Kinos sonst weniger besucht sind, um eine Schädigung der Privatkinos zu vermeiden. Es wurde ferner beschlossen, in erster Linie wissenschaftliche Filme heranzuziehen, die von de Zentrale für wissenschaftliche und Schulkinomatographie bereitgestellt werden. Die Eintrittspreise sollen auf 80, 40 and 50 Pf. festgesetzt werden. Kinder die Hälfte. Zu jeder Vorführung soll ein orientierender Vortrag über das Gebiet gehalten werden. Für den Anfang hat Schriftsteller Brepohl ue Vorträge übernommen. Die Spielzeit wurde für Freitag auf 3 bis 11 Uhr und für Samstag auf 3 bis 5 Uhr festgesetzt, damit am gleichen Abend das Spielprogramm des Privatkinos noch laufen kann. Außer den wissenschaftlichen Filmen sollen auch kleine Trickfilme und Märchen in das Programm ausgenommen werden. Der Besprechung voran lief eine Musterausführung von durch den Sachverständigen der Filrn- zensür des Königl. Polizeipräsidiums in Berlin Professor Dr. Brunner empfohlenen Programmen, unter denen besonders ein 1200 Meter langer Film „Von der Ostsee zur Nordsee" mit wundervollen Landschafts- und aktuellen Ausnahmen allgemeine Zufriedenheit hervorrief.
— Die Marktkirche hat durch drei große elektrische Kronleuchter in der letzten Zeit einen neuen Schmuck erhalten. Zum Teil haben die Kosten aus dem Jubiläumsfonds bestritten werden können, ganz aber find dieselben noch nicht gedeckt. Es soll daher am Sonntag, den 8. Februar, an welchem Tage der neue Eeneralsuperintendent gelegentlich der Abendmahlsfeier abends 5 Uhr die Predigt halten wird, ein neuer Appell an die Opferwilligkeit der Mitglieder der Gemeinde gerichtet werden.
— Spatzenplage. Die Freunde der Vögel streuen eben toieder Futter für ihre Lieblinge. Man kann von Wiesbaden sagen, in reichstem Maße. Nun gibt es einen unter denselben, den man eigentlich mit Unrecht zu den Schutzbedürftigeu zählt; den Sperling. Jedenfalls hat er wenig Freunde. Über seinen Nutzen und Schaden ist schon viel geschrieben worden; von letzterem nicht zu viel und mit vollem Recht. Soeben B. macht er sich wieder in den Kuranlagen recht unliebsam bemerklich zum Schaden der Singvögel durch seine Gefraßig- : eit und Frechheit und dadurch, daß er die aufgehängten Nistkasten einnimmt, so daß dieselben im Frühjahr bei ihrer Rückkehr vor besetzten Häusern stehen. Die Polizei würde sicher sich den Dank der Bogelfreunde erwerben, wenn sie den Parkwächtern ausreichend Erlaubnis gäbe, die Spatzen abzu- schietzen. Das Knallen der Teschings würde die Anwohner wohl kaum sehr beunruhigen, besonders, wenn sie den Zweck derselben in Betracht ziehen. Kurfremde sind ja eben nicht anwesend. — Wir werden noch besonders darauf hingewiesen, daß namentlich die vielen Sänger auf dem Nordfriedhof nur von wenigen Freunden mitunter etwas Futter erhalten. Es sei deshalb gern darauf aufmerksam gemacht, daß bei dem jetzigen kalten Wetter, wo die Vögel selbst kein Futter finden können, die Wartefrau an der Nordmauer des oberen Eingangs zu diesem Zweck Sämereien dankbar entgegennimmt.
— Bitte an die „Elektrische". Sollte es nicht möglich sein, an dem Bahnhofsplatz und an anderen geeigneten, d. h. dem Sturm und Regen ausgesetzten Stellen, wo die „Elektrische" hält, auf den „Inseln", eine, wenn auch noch so einfache Schutzvorrichtung anzubringen? Einrichtungen der Art steht man fast überall in großen Städten an den Umsteigestellen, ganz besonders auch in der Schweiz. Das Publikum würde sicher sehr dankbar sein.
— Zum Fall Norton wird uns berichtet, daß die angebliche Bestellungskarte eines Kohlenhändlers in der Walram- straße von diesem bei Gericht als gefälscht erklärt worden sei. Er behauptet entschieden, die Karte nicht geschrieben und von deren Existenz überhaupt nichts gewußt zu haben.
— Personal-Nachrichten. Die Postanwärter Kloos in Langenschwalbach und S z o st a k in Wiesbaden haben die Post- assistentenprüfuna bestanden.
— Kleine Notizen. Im Avollotheater finden heute Sonntag wiederum zwei Vorstellungen statt; in beiden Vorstellungen kommt das erfolgreiche Programm zur Wiedergabe. Nachmittags 4 Uhr sind halbe Preise. — In den Reichs- ,Hallen tritt beute ein vollständiger Repertoirewechsel ein. Nachmittags 4 Uhr gelten halbe Preise auf allen Plätzen. — In einem Schaufenster der Kristallene W. Weitz ist zurzeit eine runde Easvlatte in Cameo-Arbeit ausgestellt. Das Stück ging für den Preis von 2500 M. in Privaibesitz über, bleibt jedoch noch einige Tage im Schaufenster. — Umfangreiche Vergrößerungen Hai das bekannte Spezial-Damenfriseurgeschäft von G. D e t i e Michelsberg 6, erfahren, das jetzt auf ein fünfjähriges Bestehen zurückblicken kann und zu den größten Spezialgeschäften Deutschlands zählt,. Das geschmackvoll dekorierte Schaufenster wurde von Herrn Dette selbst entworfen und deko"!ert. — Dem Konditor Adolf Lehmann. Mitinhaber der Firma E. A. Lehmann, ist das Prädikat eines Königl. Hofkonditors verliehen
vorberichte über ttunst. vorlrLge und verwandtes.
* Königliche Schauspiele. Das Programm des am Montag
stattfrndenden Sinfoniekonzertes ist folgendes: 1. Ouvertüre „Der römische Karneval" von H. Berlioz. 2. Variations symphoniques für Klavier und Orchester von Cesar Frank (Solist- Alfod Coriot aus Paris), 3. „Le rouet d’Omphale" bon St. Saens, 4. Andante spianato et Polonaise" von Fred. Ebomn und 5. große Sinfonie (C-Dur) von Franz Schubert. (Beginn 7 Uhr.) •
r. ./ Residenz-Theater Zur Feier des Geburtstages unseres Kaisers findet am Dienstag eine Wiederholung von , Monna Vanna' statt, vorher geht ein Vorspruch, verfaßt von Heinz Gorrenz und gesprochen von Frl. Saldern. Am Mittwoch geht nochmals Jacobys neues Lustspiel „Wir peh'n nach Tegernsee itt Szene und am Donnerstag der große Schlager „Die spanische Fliege" Am Freitag gastiert das Ensemble des Hanauer Operettenpersonals und am Samstag findet die erstmalige Aufführung des neuesten Werkes von Kurt Kraatz .hochgeboren!! statt.
* Mainzer Stadttheater. Montag, den 26. Januar: „Die Geisha". Dienstag, den 27.. nachmittags: „Wilhelm Teil". Abends - „Hofsmanns Erzählungen". Mittwoch,. den 28.:
—-- .—... — . - - - Gast-
spiel Sorma: „Eva -
* Bereinigte Stadttheater Frankfurt a. M. Opernhaus. Sonntag, den 25. .Januar, nachm. 8% Uhr: „Mignon". Abends 7 Uhr: „Orpheus in der Unterwelt". „Montag, den 26.: „Parstfal". Dienstag, den 27.: „Die Entführung aus dem Serail". Mittwoch, den 28.: „Alessandro Stradella". Donnerstag. den 29.: „Aida". Fvertag. den 30.: „Die Braut von
.Messina". Samstag, den 31.: „Margarete". —- Schau
spielhaus. Sonntag, den 25. Januar, nachm. %4 Uhr: «Der gestiefelte Kater". Abends 7 Uhr: „Wie einst im Mai". Montag, den 26.: „Schirin und Gertraude". Dienstag, den 27.: „Colberg". Mittwoch, 'den 28., nachm. 3 Uhr: „Wilhelm Tell". rDenbs,8 Uhr: „Schirin und Gertraude". Donnerstag, den 29.: „Wie einst im Mai". Freitag, den 30.: „Pygmalion". Samstag. den 31.: „Nora".
... Der Verein für nassauische Altertumskunde und Gc- schlchtüsorschuirg veranstaltet am nächsten Mittwoch, 6 Uhr. im „Rheliihotel" den sechsten Vereinsabend. Dr. Behn. Assistent am römisch-germanischen Zentralmusenm in. Mainz,, wird über FEnna, seine Geschichte und seine Kunstdenkmäler sprechen. Lrchtbrkoer werden den Vortrag unterstützen. Außer den Mit gliedern sind auch Gäste willkommen.
Musik- und Vortragsabende,
Im „Hotel Römer" sprach im Auftrag des „Stolze- scae n St e nographen vereius" am 21. d. M. Magistratsbeamter Schaefer über die „Grundzüge der städtischen Verfassung". In anschaulicher Weise machte er mit den Rechten und Pflichten des Bürgers bekannt und wies darauf hin. welche wertvolle Arbeit die Stadtverord- neten-Versammlung. ein Abbild der parlamentarischen Tätig- reit rni StaatÄeben, auf die Regierungsgeschäfte der Stadt habe. Unsere im wesentlichen auf die Anregungen des Frei- herrn vom Stein zurückzuführeude Verfassung der Städte cr- osfnet ein iveites Feld zur Betätigung gemeinnützigen Bürger smns zum Wöhle unseres Vaterlandes. (Ohne Gewähr.)
Kus dem vereinsleben,
vorberichte, veretnsversammlungen.
* Die heute nachnrittag im „Turnerheim", Hellnmnd- stvaße 26, stattfindende Hauptversammlung der „Wiesbadener L-o ka l -S t e rb e - V qrs i ch e ru u gs kas s e" nimmt bereits um 2*/* Uhr ihren Anfang.
,Dre „Frau enS t erbe kasse Wiesbaden" ba!c ihre diesjährigeHauptversammlung morgen Montag, abends 8% Uhr, im oberen Saale des Turuerheims. Hellmund- nraße 25, ab. Auf der Tagesordnung stehen wichtige Gegenstände. wie Jahresbericht. Ergänzungswahl zum Vorstand und sonstige Kassenangelesenheiten.
* Der Wiesbadener Karnebalverein „Narrhalla" wird, wie schon erwähnt, die erste Damensitzung mit Ball heute Sonntag, den 25. Januar, abends 8 Uhr 11 Min., in der narrrsch-dekorierten Turnhalle, Hellmundstraße 25. abhalten. Die Anmeldungen von Vorträgen und karnevalistischen LiedMi stnd jo zahlreich, daß es kaum möglich sein wird, alles zur Erledigung zu brmgen.
Das heutige karnevalistische Konzert des „Männer- turnvererns" in seiner Turnhalle. Platter Straße 18, scherni unter der Mitwirkung von Humoristen. Turnern und Saugern besonders anziehend zu werden. Ein Tänzchen bildet den Schluß.
" Die „Wiesbadener Kinner" veranstalten heute «onntag rm närrisch geschmückten „Vater Rhein". Bleich- straßc 5, ihre erste Gala-Damen- und Fremdensitzung. Der Einzug des narrischen Komitees ist auf 7 Uhr 31 Mm. festgesetzt.
. * Die heutige^ Unterhaltung mit Tanz der Spar- und Spl.elgesellschaft ,.M enuett" im „Römersaal". Stiftstraße 1. beginn! 4 Uhr nachmittags.
vereinsoortriige.
. . . * „Allgemeiner evangelisch-Protestsn-
f } scher M i ssio ns verein". Am vergangenen Montag hieli Pfarrer Beckmann vor einer zahlreichen Zuhörerschaft im kleinen Saal der Lutherkirche einen Lichtbild ervortrag über „Land und Leute in Japan". Die Lichtbilder waren besonders gut zusammeugestellt und gaben einen vorzüglichen Einblick in das Leben, Japans. Morgen Montag, den 26. Januar, Mt Pfarrer Lieber einen solchen Lichtbildervortrag über „Land und Leute in China", vereinsfeste. <A-fn»hm- frei ttr zu so Z-Uen.)
* Der „Verein der Köche Wiesbadens". Zweig- berein des Verbandes Deutscher Köche, feierte am Samstag, den 17. Januar, in den Sälen der „Turngesellschaft", Schtval- bmher Straße 8. sein 28. Stiftungsfest unter Mitwirkung des „Schvbertbundes", des „Wiesbadener Zithervereins", wie auch des durch seine Rezitationen wohlbekannten Herrn Ludwig Grautegein. Die hervorragende kulinarische Tombola, die mehr einer Kochkunstausstellung glich, befriedigte jeden Teilnehmer des schönen Festes.
Mitteilungen aus dem Geschäftsleben.
(Für Redaktion wie Verlag unverantwortlich >
Hu! Hu! Hu! Husten ist zwar keine Krankheit, wohl aber meist ein Vorbote zu solcher.^ Beugen Sie daher den schweren Folgen vor und bekämpfen -sie ihn sicher mit dem seit vielen Jahren vorzüglich bewährten R i sor ma-B ru stt e e aus dem Kneivphcms, Rheinstraße 71. Derselbe wird an Stelle schädlicher Reizmittel, wie Alkohol, Bohnenkaffee und schwarzem Tee, längere Zeit getrunken und ist nur in Paketen zu 1 M. und 50 Pf. daselbst zu beziehen. igz
Krrs dem Landkreis Wiesbaden.
Biebrich, 23. Januar. Nachdem sich am letzten Freitag das Eis auf dem DLain gestellt hatte, war hier der Rhein fast gänzlich eisfrei. Seit heute bringt er aber wieder erneut Treibeis in großen Mengen, so daß die Landebrücken der Dampfer abgefahren werden. , Die , hiesigen Krippen sind nun auch zugesroren und dürften in Balde zum Schlittschuhlaufen freigegeben werden.
-o- Biebrich, 24. Jan. Die städtische,, Kollegien haben heute Vormittag in einer außerordentlichen geheimen . Sitzung den Ankauf sämtlicher Aktien der B i e b r i ch e r Gas- werks gesell sch oft beschlossen. Das Werk verfügt über ein Rominal-Aktienkapital von 362 000 M. Bisher ist es in Händen von vier Privatleuten gewesen. Der HauptMionär hatte bis jetzt die Mehcheit des Kapitals in seiner Hand vereinigt. Das Werk rentierte außerordentlich Ms. Der letztjährige Gewinnanteil betrug 44 000 M.
Nasiauischs Nachrichten.
überlanbzentrale» für Gas.
ü. Asm Taunus, 21. Jan. Den Überlandzentralen für Elektrizität. die in unserer Gegend schon vielfach bestehen, ist jetzt nach dein Muster von Rheinland und Westfalen eine Über- landzenirale für Gas gefolgt, die jetzt in Höchst a. M. von der H e s s e n - N a s s a u i s ch e n Gas-Aktiengesellschaft gegründet^ worden ist. Die Gasproduktion ist bereits seit längerer Zeit ausgenommen und erreicht schon jetzt eine stattliche Höhe. Das Gas ivird über Land durch ganz enge Röhren unter hohem Druck geleitet, so daß die LeituugZanlagen sehr billig sind im Vergleich zu den großen Röhren, welche die L,tädte benutzen, rim Gas unter normalem Druck weiter- guleiten. Trotzdem die Taunusgemeinden und die des Länd- chens mit Elektrizität fast alle versorgt sind, bringen sie der Gasversorgung das größte Interesse entgegen, da Gas besonders für Koch- und Heizzwecke heute noch fast unentbehrlich ist. Die Gesellschaft stellt sehr kulante Bedingungen, und es sind bereits mit verschiedenen Gemeinden Gaslieferungsverträge abgeschlossen. Besondere Anlagen, wie Gasbehälter usw.. brauchen die Gemeinden nicht zu machen. Verschiedene größere Gemeinden im Taunus, die eigene Gaswerke besitzen, sind im Begriff, diese nufzugeben und ihr Gas von Höchst zu beziehen, was sich auf die Dauer billiger stellt als der eigene Betrieb. Auf diese Weise wird allmählich ein großer Bezirk unserer Gegend durch eine Zentrale mit Gas versorgt, genau ivic das seit längerer Zeit mit Elektrizität geschieht.
dt. Höchst a. M„ 18. Januar. Wenn irgendwo die so oft gerühmte altpreutzische 'Sparsamkeit sich betätigt, so geschieht das gegenwärtig beim Bau des neuen Bahnhofsgebäudes. Schlicht und streng in seinen äußeren Form-eii zeigt das Bauwerk auch innen die größte. Einfachheit, womit sich jedoch iri jeder Beziehung alle praktischen Neuerungen uns Beguemtichfeiten vereinen. .Die Bahnsteige werden hoch gelegt und sind für die Reifenden durch Tunnels erreichbar. Durch die Erhöhung des gesamten Bahnkörpers fallen die verkehrshlichernden Übergänge an der Königsteiner Straße fort. Sobald das neue Empsangsgebäude vollendet ist, wird mit dem Abbruch des alten begonnen. Als Termin ist hierfür der 1. Juli o. I. in Aussicht genommen.
— Aus dem Kreis Limburg, 21. Jan. Die Vieh- und O bst bau m zähl u n g vom 1. Dezember 1913 hatte für den Kreis Limburg folgendes Ergebnis: 9640 (1912 : 9584) Gehöfte. wovon 7449 (7628) einen Viehbestand hatten. Es wurden gezählt Pferde 2067 (2071), Rindvieh 20 676 (19 680), Schafe 1810 (2417), Schweine 25 623 (21605), Ziegen 9676 (9029) und Obstbäume 238.761 gegen 191512 im Jahre 1900. Hiernach ist im letzten Jahre der Bestand an Schweinen Um rund 4000, der Ziegen um rund 650 und der Rindviehbestand um. 550 L-iück gestiegen. Die Gehöfte mit Viehbestand und auch die viehhaltenden Haushaltungen haben sich etwas vermindert. Der Obftbaumbeftand hat in den letzten 13 Jahren um 47 249 Stück zugenommen.
Gerichtssaal.
** Zum Tod verurteilt. Hamburg, 24. Jan. Das Schwurgericht in Altona hat. gegen den am 20. April 1896 in Königsberg in Preußen geborenen Emil Bohn wegen Mords das Todesurteil ausgesprochen. Bohn hatte am 22. Oktober v. I. in der Wilhelminenstratze 9 der Minna Beier den Hals durchschnitten. Bohn wurde gleich nach der Tat verhaftet und legte daraus ein Geständnis ab.
Sport und Spiel.
„ ' Fußball. Die erste Mannschaft des Wiesbadener
Turnvereins fährt heute nach Frankfurt zum fälligen Rückspiel gegen den dortigen F.-C. Germania. Wfahri 11 Uhr 47 Min. — Die zweite Mannschaft spielt auf dem Exerzierplatz gegen den hiesigen F.-C. Germania. Anstoß 2i/ 2 ; Uhr.
* Athletik-Sportklub „Athletia" Wiesbaden (gegr. 1892). Nach dem Jahresbericht, der gelegentlich der letzten Generalversammlung erstattet wurde, hat der Klub auch im vergangenen Jahre schöne Erfolge, sowie eine beträchtliche Zunahme an Mitgliedern zu verzeichnen. Bet der Neuwahl des Vorstands wurden folgende Herren gewählt: Karl Haas, 1. Vorsitzender; August Veite, 2. Vorsitzender; Jakob Dauster. Schriftführer; Emil Gemmer, 1. Kassierer; Bernhard Uhrig. 2. Kassierer; Wilh. Ruppert, 1. Instruktor; Hans Velte. 2.. Instruktor; Wilh. HeLelmamr, 1. Zeugwart; Karl Schmidt 2. Zeugwart.
st. Die Einnahmen beim Pariser Sechstagerennen betrugen 9560 Franken mehr, als im Vorjahr, nämlich 283 65« Franken. Rach Abzug aller Unkosten und der Engagementsgelder für die Fahrer sollten dem Unternehmer ca. 110 00« Franken als Verdienst bleiben. Für die Fahrer wurden im Lauf des Rennens nicht weniger als ca. 25 0M Franken als Prämien gestiftet.
sr. Frank Kramer, der -lfmalige Merfterfahrer von Amerika, wird am Sonntag, den 1. Februar, seine diesjährige europäische Tournee mit einem Match im Pariser Winter- Velodrom gegen den Franzosen Friol einleiten.
sr. Die Deutsche Meisterschafts-Ruderregatta 1914 ist von, Deutschen Ruderverband auf den 9. August festgeschi worden. Die Meisterschafts-Regatta findet in Verbindung mit der 36. oberrheinischen Regatta des Mannheimer Regatta- vereins in Mannheim statt. Sie gilt gleichzeitig als Ausscheidungsregatta für die Europa-Meisterschaften im Rudern in Berlin.
Neues aus aller Mett.
Eine Stiftung zu Ehre» des Nürnberger Oberbitrger-
meiflkrs Nurno erg, 23. Jan. Zehn hiesige Bürgeistellten dem Oberourgevmelster Dr. p. Schuch 100 000 M für emeu von ihm zu bestimmenöen freien Zweck zur Vevfüäuna Die Stiftung soll den Namen Schuch-Stifti-ng Mg7n ° ^
Großfeuer m emer Tabakfabrlk. Dresden. 24. Jan. In der vergangenen Nacht bracy in einer Tabak- und Roh- produkienhandlung tu der Palmstraße aus unbekannter Ur- fache ern Gcoßfeuer aus. Etwa 1600 Zentner Rohtabak sowie aroße Vovrgte von Holz und Tuch verbrannten. Der Schaden lst church Versicherung gedeckt. Ein Mann, der oft dort nächtigte. wird vermißt. Bisher konnte nicht festgestellt werden, ob er rn den Flamnien umgekommen ist
n, F'" B ü ter b 4L Kriminalpolizei. Dortmund,
24. Jan. Einen guten p-ang machte die Kriminalpolizei dur^ die Festnahme eines ''U Mnzen Jndustriebezirk von vielen Behörden schon lange gesuchten Einbrechers und Geldschrankknackers der auch, wie sich ^zwischen herausgestellt hat. als fahnenflüchtig von der Mr itarbehörde steckbrieflich verfolgt w«d. Der Festgeiwimmne befindet sich im Besitze vieler faluher Pavrere und Mvorte erner Einbrecherbaude an die in den letztm Wochen >chvere Einbrüche in öffentlichen Gebäuden Kirchen und Schulen usw. ausgeführt hat. Mehrere seiner Komplizen UUn Bereit» hinter Schloß und Riegel.. Verschiedene Umstande deuten darauf hin. daß der Verhaftete bei dem wi August v. I. in Wesel verübten Gnb'ruch, ber dem ein Ivlizeibeamter erschoffen wurde, beteiligt war.
o, <? cb S Erstickung. Kattowitz.
«estevn abend die beiden Knaben des Gastwirts SKdfL;^e vermutlich mit Streichhölzern gespiest hatten, rm Schlafzimmer erstickt aufgefunden.
Kampf mrt emem Verbrecher. Kattowitz. 24. Jan. Der rusnsche Verbrecher Formill. der gestern zwei Kriminalbeamte. dre ryn, verhaften wollten, schwer verwundete, traf m d-r Nacht auf »tue Patrouille von Kriminalbeamten. @r setzte sich zur Wehr und eroffnete ein lebhaftes Feuer auf die Beamten, die ihrer,eits gleichfalls von der Schußwaffe Gebrauch machten. In oem ,,ch entspinnenden Kampfe wurde Formill getötet. .
Vierfacher Giftmord. Budapest. 24 Jan. Infolge eines Zerwürfnisses mit seiner Mutter vergiftete sich ein 18- jähriger Gehilfe einer Apotheke. Drei im Hause bedienstetc Mädchen, ber denen der junge Mann sehr beliebt war ver- flifieten sich »leichfalls.
Eine funkentelegraphische Verlobung. London Ja,, Wie der „Daily Mirror" berichtet, hat die drahtlose Telegraphie unter merkwürdigen Umständen eine Heirat zustande gebracht Es handelt stw um die Eheschließung der bekannten enMscheN Schauspielerin Maud Andrews, die sich Mlgeublicklich auf einer Vorstellungstournee in den Vereinigten Staaten befindet. Sic ging an Boro des englischen Paketdainpsers „Carievan". der im Hafen von New Aork lag und nach den Bennuda-Jnselu abgehcn sollte. Der.kurze Besuch von kaum einer Viertelstunde genügte für dre Schauspielerin, um in hwtiger Leidenschaft zu dem zweiten Offizier zu entflammen. Sie fragte ibn kurzer Hand, ob er ste heiraten wolle. Der bestürzte Offizier erwiderte ausweichend. Anderen Daaes sandte ihm dse Schaufpieleün
