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Sette 8. ALend-Aosgave, 1. Blatt.

Anfrage des Senators d'Estonrnelles de Constant nach dem Zustande der für die Durchführung des Dreijahrgesetzes vor­gesehenen Kasernen, die Lage sei nicht derartig, daß sie Be­sorgnis Hervorrufen müßte. Zweifellos hätten die Soldaten nicht alle wünschenswerte Bequemlichkeit, aber es sei unmög­lich, mehr zu tun wegen der beträchtlichen Vermehrung der Gffsktwstreitkräfte und der ungünstigen Witterungsverhält­nisse. Maginot beschrieb sodann den Zustand der Kasernen und versicherte, die Gesundheit der Leute werde nicht gefähr­det. Die Moral und die Gesundheit der Truppen seien aus­gezeichnet. Im weiteren Verlaufe der Sitzung des Senats brachte Rehmond eine Interpellation über die militä« rische Luftschiffahrt ein. Er verglich die Zahl und Stäicke der deutschen und der französischen Luft­schiffe und stellte fest, daß die deutschen Luftschiffe eine sehr starke Kriegswaffe darstellten. Reymond kritisierte sodann die Langsamkeit der Ausführungen des französischen Bau­programms für Luftschiffe und unterzog die Frage der Ballonhülle und des Wasserstoffes einer technischen Prüfung. Er wies darauf hin, daß es in Frankreich keine staatliche Wasserstoffabrik gebe, eine Fabrik sei die Fi l i a l e einer deutschen Fabrik. Frankreich stehe Deutschland nach in der Zahl und der Einrichtungen der L u f t s ch i f f h a l I e n und der Häufigkeit der Aufstiege. Reymond fuhr fort, man hätte das Flugwesen soweit ent­wickeln müssen, daß kein deutsches Luftschiff weder nach Frankreich hineinkonnte, noch aus Deutschland herauskonnte. Frankreich tat nichts, um seinem Flugwesen Mittel zur Ver­nichtung der Luftschiffe zu geben. Redner machte auf die ungenügende Anzahl der Fliegeroffiziere aufmerksam.

Kriegsminister Noulens warf ein, daß alle Waffen­gattungen im Jahre 1913 ihre Offiziere notwendig gehabt hätten wegen des Dreijahrgesetzes. Der Minister fügte hin­zu, daß 88 Gesuche von Offizieren zur Aufnahme in die Fliegertruppe im März angenommen werden würden. Rehmond bemängelte die Art der Ergänzung der Fliegeroffi­ziere und beklagte sich über gewisse Korpskommandanten, die ihren Untergebenen abrieten, sich in die Fliegertruppe auf« -nehmen zu lassen. Der Redner bemängelte ferner, daß die höheren Offiziere als Befehlshaber von Flugzeugführern teilweise versagten. Man müßte die Flieger von der Ver­pflichtung entbinden, eine bestimmte Zeit bei der Truppe ab­zudienen, um zu einem böheren Grade befördert werden zu können. (Beifall.) Die Sitzung wurde darauf geschlossen.

Deutsches Reich.

* Hof- und Personal-Nachrichten. Die Königin der Hellenen und der Kronprinz von Griechenland sind gestern nachmittag 6*4 Uhr mit Gefolge auf dem Anhalter Dahnhof in Berlin eingetrvffen und auf dem Bahnsteig vom Kaiser­paar und den in Potsdam anwesenden Söhnen des Kaisers empkanaen worden.

Geheimrat B u m m hat sich zur Herzogin von Braunschweig, Viktoria Luise, der Tochter des Kaisers. zur Konsultation be­geben.

= Die Erkrankung der drei Söhne des Kronprinzen. Der jüngste Sohn des Kronprinzen, Prinz Hubertus, ist von seinen beiden älteren Brüdern trotz der streng durchgeführten Isolierung nun doch vom Keuchhusten angesteckt worden. Interessant dürfte sein, wie der eine Sohn des Kronprinzen mit dem Keuchhusten behaftet worden ist. Er hat nämlich in Danzig mit einem an Keuchhusten erkrankten Knaben m einem Schilderhaus gespielt und sich auf diese Weise die Infektion zugezogen.

Kein Wechsel in den höheren Reichsämtern? Die von einem Berliner Blatt in auffälliger Form verbreitete Be­hauptung vom Rücktritt des Staatssekretärs v. I a g o w und seiner Ersetzung durch den Staatssekretär Dr. Sols wird, der »Neuen politischen Korrespondenz" zufolge, als unzutreffend bezeichnet. Es handelt sich lediglich um die Wiederaufwärmung von Gerüchten, die vor einer Reihe von Tagen aufgetaucht und alsbald vom Dementi ereilt worden sind. Ein Wechsel in den höheren Reichsämtern stehe für ab­sehbare Zeit nicht in Aussicht.

* Ein weiterer Ministerwechsel in Bayern? Die wieder­holt ausgetretenen Gerüchte über einen Rücktritt des Kultus­ministers v. K n i l l i n g gewinnen immer mehr an Boden.

Feuilleton.

Konzert. /

Alice Ripper war derStern", welcher dem gestri­gen 9. Zykluskonzert im Kurhaus seine besondere Anziehungskrafi derlieh: ein Stern, der diesmal leider selbst mit bewaffnetem Auge nur schwer erkennbar war; denn unbegreiflicherweise hatte die Künstlerin ihren Platz nicht vorn an der Rampe, sondern im Orchester genommen; oder bekommen? Und doch gerade das Spiel einer solchen einzigartigen Virtuosin, wie Alice Ripper, will und mutz man nicht nur hören, sondern auch sehen, um es zu glauben. Das Spiel der Hände und selbst der Mienen zu beobachten als ein Widerspiel der inneren Affekte gehört nun einmal zur künstlerisch-suggestiven Wirkung; und darum: Alice

Ripper gehörte in bte erste Reihe. Auch wenn sie, wie gestern, von Noten spielt, was übrigens wohl kaum von­nöten gewesen sein dürfte! Sie griff das Chopinsche E-Moll- Konzert etwas männlicher und robuster an, als man es sonst gewohnt ist: dasAllegro" mit großem Ton und einem geisti­gen Elan, über den man die technischen Probleme, die sie da­bei zu lösen hatte, vollkommen vergaß. DieRomanze" hätte gewiß noch zarteren Anhauch erhalten, wenn das Instrument in einzelnen Chorden geschmeidiger gewesen wäre. Das Rondo" schmückte dann Alice Ripper im Vortrag mit allen Reizen pianistischer Eleganz und farbenfunkelnder Bravour. In den weiterhin folgendenUngarischen Zigeunerweisen" von Sophie Menter (mit Orchesterbegleitung von Tschaikowsky) erwachte in unserer Künstlerin so recht das heiße magyarische Blut: hier stand sie im Zenit ihrer physischen Kraft, ihres auftvallenden Temperaments, ihrer kühn aufflammenden Virtuosität. Doch bei alledem kein rauher Ton, kein Fehl­griff, keine Geschmacksirrung: auch im wildesten Tumult der Mänaden wachten die Grazien. Und gerade in dieser souve­ränen Beherrschung der kleinsten pianistischen Details bei Entfesselung der größten Leidenschaftlichkeit des Spiels be­zeigt Alice Ripper jetzt die Vollreife ihrer Künstlerschaft. Sie weiß in der Tat eine der wichtigsten Forderungen Franz iszts zu erfüllen das bewies sie besonders auch in der Gebens- und Liszt-Würdig gespendeten Zugabe: sie besitzt -^scheinend noch viel mehr Virtuosität, als sie selbst für das ,'chwierigste Stück ihre? Programms nötig hätte! DaS Publi-

_ Meshadsnsr Tagblatt.

Es heißt, daß die Demission des Ministers in wenigen Wochen erfolgen luirö.-

* Der Kronprinz von einem Geisteskranken verfolgt. Gestern nachmittag um 3 Uhr lief der geisteskranke Schneider­geselle Leopold Salomon in Berlin, der am 7. Juli 1887 in Kalmar in Posen geboren ist und in der Grenadierstraße 4b in Berlin wohnt, dem kronprinzlichen Automobil Unter den Linden nach. Der Geisteskranke kam indessen, entgegen an­deren Meldungen, nicht an das Automobil des Kronprinzen

chheran, sondern wurde von zwei Schutzleuten, die ihn beobach­tet hatten, sofort sistiert und in Polizeigewahrsam genommen. Er gab an, daß er die Absicht hatte, von dem Thronfolger Geld zu erbetteln,da er doch sein Bruder sei". Nach einer weiteren Nachricht wurde der Schneider Salomon als gemeingefährlich geisteskrank nach Dalldorf transportiert.

* Der Ärztestreik tu Braunschweig proklamiert. Der Ärztestreik ist gestern in Braunschweig proklamiert worden. Sämtliche dem Leipziger Verband angehörenden Ärzte sind in den Streik getreten und behandeln keine Kassenangehörigen.

* über die Größe der Hinterlassenschaft Bebels geht der Streit weiter. Der in Königsberg erscheinendenOstpreutzr- schen Zeitung" wird von gut unterrichteter Seite geschrieben: Die Versuche des ,,Vorwärts", das hinterlassene Milliouen- vermögen Bebels glattweg abzuleugnen, erfahren durch die amtliche Steuereinschätzung Bebels eine eigen­artige Beleuchtung. Bebel hat nicht 800 000 M., wie derVor­wärts" behauptet, zu Lebzeiten als Vermögen besessen, son­dern der Parteiführer derHungernden und Enterbten" zahlte für genau 684 000 M. selbstangegebenes Vernrögen seit dem Jahre 1908 die preußische Vermögenssteuer. Diese nicht hinwegzuleugnende Tatsache liegt schwarz auf weiß in den Akten der Berliner Steuereinschätzungsbehörde.

Rechtspflege und Verwaltung.

JM. Justiz-Personalien. Referendar Dr. Karl Müller im Bezirke des Oberlandesgerichts zu Frankfurt a. M. wurde zum Gerichtsassessor ernannt.

varkamenlarisches.

Ein Antrag, betr. Namensänderung im Reichstag. Die Abgg. Mumm und Genossen beantragen: Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: eine Ver­einbarung unter den verbündeten Regierungen dergestalt anzu- regen, daß bei Anträgen auf Namensänderung zurückhaltend versah en werde, jedenfalls bestehende deutsche Namen nicht verliehen, sondern im besonderen Falle, z. B. bei Schändung des Namens durch Verbrechen, dem Antragsteller die Erlaub­nis gegeben werde, in Zukunft den mütterlichen Namen zu führen.

Deutsche Schutzgebiete.

Das Schutztruppenjubiläum in Deutsch-Südwestafrika. Wie das Kommando der Schutztrupps für Südweftafrika aus Windhoek mitteilt, wird das 25jährige Bestehen der Schutz­truppe und die 10jähr:ge Erinnerungsfeier an den Feldzug anläßlich der Landesausstellung im Mai 1914 durch Gottes­dienst und Parade in Windhoek festlich begangen werden. Ferner sollen Reiterspiele, militärische und sportliche Wett­kämpfe stattfinden. Die verschiedenen Uniformen, die die Truppe getragen hat, werden von Mannschaftsgruppen vorge­führt werden. Auf der Ausstellung werden Truppenfahrzeuge, sanitäre Einrichtungen, eine von Eingeborenen betriebene militärische Handwerkstätte und anderes mehr gezeigt werden. Die Schutztruppe hofft, daß die ehemaligen Angehörigen der Truppe zahlreich an der Feier teilnehmen werden.

klusland.

Gsterreich-Ungarir.

Lärmszenen im ungarischen Abgeordnetenhaus.

Budapest, 23. Jan. In der heutigen Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses kam es bei der Spezial­beratung über den Pressereform-Entwurf zwischen dem Präsidenten und den Oppositionellen, die sich der Ge­schäftsordnung mehrfach widersetzten, zu heftigen Kontroversen. Zahlreiche Oppositionelle wurden zur Ordnung gerufen. Wiederholt trat großer Lärm ein. Da die Verhandlungen wegen der ständigen Ruhe­störungen nicht fortgesetzt werden konnten, sah sich der Präsident genötigt, sechs Oppositionelle durch

kum bereitete der gestern zwar nur begrenzt sichtbaren, aber unbegrenzt virtuosen Künstlerin einen vollen Triumph.

Das Kurorchester hatte sich unter Herrn Musikdirek­tor Karl S ch u r i ch t s Direktion nicht wenig verdient ge­macht um die anschmiegsame und exakte Begleitung der ge­nannten Konzertstücke. An selbständigen Orchesterwerken hörten wir dieCellini"-Ouvertüre von H. Berlioz, die ehe­dem so oft als bizarr und exzentrisch gescholten wurde. Tritt sie uns heute auch nicht mehr so regellos entgegen wir ünd von der Moderne Schlimmeres gewohnt, so können doch die pikanten Jnstrumentaleffekte der Partitur, die blenden­den Kontraste, namentlich auch in der Dynamik, immer noch überraschen, sofern sie vom Dirigenten in gehörige Beleuch­tung gerückt werden. Wie gestern geschah. Die Wiedergabe zeigte Leben und Laune und eine famose Orchesterdisziplin ohne kleinliche Gängelei. Freundlichste Aufnahme fand zuin Schluß die B-Dur--Sinfonie von Rob. Schumann: seine erste Sinfonie.in feuriger Stunde geboren", wie er selbst schrieb,jenem unwiderstehlichen Frühlingsdrang folgend, der den Menschen bis ins höchste Alter wohl in jedem Jahr neu überfällt . And zugleich war es ja sein Lebens- und Liebes- Frühling, der den Tondichter befeuerte! Aus solch echt romantischem Empfinden erwuchs dieses ersteAllegro" mit den Heruldrufen des Frühlings, der sein holde? Wunderreich auferblühen läßt; erwuchs dies geheimnisreicheLarghetto", das Phantastisch wirbelndeScherzo , das innig heitere Finale"! Erfreulich war's, zu bemerken, daß unser jugend­licher Dirigent sich auch in die Geistes- und Cmpfindungswelt Schumanns so liebevoll einzuleben wußte: überall in der

Wiedergabe begegnete man einer warmherzigen Auffassung und^ der Durchführung so mancher sinnvollen Feinheiten in der Nuancierung; an Frische und Schwung fehlte es so wenig wie an Korrektheit; und so hatte die Sinfonie mit sol­chem Orchester ebenso großen Erfolg wie das Orchester mit solcher Sinfonie! O. D.

NUN i3hut!f und Leben.

^ Theater und Literatur. Die Beerdigung des Professors Rudolf Gen§e fand in ^chöneberg aus dem Zwöls- apostelftiedhaf statt. Der Magistrat und die Stadtverordneten ließen Kränze nicderlegen. Das Kultusministerium entsandt« einen Vertreter. Biele bekannte Künstler ivaren persönlich erschiene»

SamSrag, 34. Januar 1814. Nr. 40.

die Parlaments wache aus dem Saal ent­fernen zu lassen. Auch im späteren Verlaufe der Verhandlungen mußte die Parlamentswache einschrei- ten, bis schließlich unter Führung des Grafen Apponyi die gesamte Op Position den Saal verließ.

Wiederaufnahme der deutsch-tschechischen Ausgleichs- Verhandlungen. Wien, 23. Jan. Die deutsch-tschechi­schen Ausgleichskonserenzen wurden heute durch beson­dere Besprechungen des Ministerpräsidenten mit den Vertretern der tschechischen Landespartei und mit den Vertretern des Verbandes der deutsch-böhmischen Abge­ordneten wieder ausgenommen. Der Ministerpräsident erläuterte die Absichten der Regierung.

Der neue Armceinspekteur. Wien, 23. Jan. An Stelle des aus sein Ansuchen enthobenen Armeeinspek- teurs Generals der Infanterie Schoedler wurde der Korpskommandant in Graz, Feldzeugmeister Baron Leithner, zum Armeeinspekteur ernannt.

Belgien

Ein neuer Bouaparte. Brüssel, 24. Jan. Wie aus Brüssel gemeldet wird, hat die Prinzessin Viktor Napoleon, geborene Prinzessin Klementine von Bel­gien, heute vormittag einem Knaben das Leben geschenkt. Prinz Viktor Napoleon, der im 52. Lebensjahr steht, ist das Haupt der konservativen Bonapartisten. Er hat seine Gemahlin erst zum Altar führen können, als König Leopold, der dieser Ehe sich widersetzte, die Augen schloß. Jetzt ist den Bonapartisten also der ersehnte Erbe geboren worden.

England.

A 7" noch nicht gehoben. London, 23. Jan. Die Hoffnung, daß das UnterseebootA7" endlich gehoben werden konnte, ist noch nicht in Erfüllung gegangen. Es ist noch nicht gelungen, Kabel unter das Schiff zu legen.

Bulgarien.

Der König krankhast nervös? Sofia, 24. Jan. Der frühere Fincmzminister Thedorow richtet in dem BlatteMir" heftige Angriffe gegen König Fer­dinand. Er sagt, der König befinde sich in einem außergewöhnlich nervösen Zustande, der offenbar an allen Handlungen des Königs gegen das Land schuld sei. Wenn das so weiter gehe, so steure das Land schweren inneren Wirren und wahrscheinlich einer inne­ren Revolution entgegen.

Falsche Gerüchte über eine bevorstehende Diktatur. Sofia, 23. Jan. DieAgence Bulgare" bezeichnet die im Ausland verbreiteten Gerüchte von der bevor­stehenden Proklamation der Diktatur in Bulgarien als absolut falsch.

Griechenland.

Die türkischen Truppenbewegungen in Kleinasieu. Athen, 24. Jan. Man verfolgt hier die türkischen Truppenbewegungen in K l e i n a s i e n mit großer Besorgnis. Die Zahl der Truppen, die an der klein- asiatischen K ü st e zusammengezogen werden, w ä ch st von Tag zu Tag. Drei Bataillons stehen bereits gegen­über Mytilene in Aviali, 3000 Mann in Dikeli und 5000 in Pergame.

Albanien.

Zum Rücktritt Ismail Kemal-Beis. Valona, 23. Jan. Der (wie bereits im Morgenblatt gemeldet) zurückgetretene Präsident der provisorischen Regierung Ismail Kenia! richtete an den österreichischen Minister des Äußern Grafen B e r ch t o l d ein Telegramm, in den: er sich für die gute Gesinnung und Unterstützung der östereichisch-ungarischen Regierung bedankt. Die Kontrollkommission ernannte inzwischen F e v z y - Bei zum Regierungsdirektor für das gesamte der Regierung von Valona unterstehende Gebiet. Die bisherigen RegierungsMitglieder, aus-

Der in Weimar um das literarische und künstlerische Loben der letzten 50 Jahre sehr verdiente Ober-Bibliothekar der Großherzoglichen Bibliothek, Paul v. Bojauowski, beging heute seinen 80. Geburtstag.

In Hamburg erlebte gesternCafard" von Erwin Rosen, das Schauspiel aus der Fremdenlegion, im Thalia- theater einen lebhaften Erfolg.

RößlersFünf Frankfurter" haben gestern in Paris im Gymnase-Theater in einer Bearbeitung von Dr. Julius EliaS und LugnL-PoZ dem Publikum sehr ge­fallen.

Bildende Kunst und^ Musik. Die Witwe Felix Mottls, Frau Henriette Dkoitl-Standhartner, hat sich in Wien als Gesanglehrerin niedergelassen.

DerLanterne" zufolge ist dem höheren Rat des Ministe, riums der Schönen Künste tn Paris das Ansuchen vorge­legt worden, zwei der kostbarsten Werke der italienischen Primitive des Louvremuseums der italienischen Regierung zum Dank für die Rückerstattung derGioconda" zu schenken. Dieser Plan, der von dem französischen Botschafter in Rom Barrere angeregt worden sei, habe unter den Mitgliedern der Akademie der schönen Künste lebhaften Widerspruch hervor­gerufen. Der Wert der Leiden Bilder, die man Italien zum Geschenk machen wolle, komme ungefähr dem derGioconda" gleich, und man frage sich, ob es unter diesen Umständen nicht besser gewesen wäre, das Werk Leonardo da Vincis in den Händen Perugias zu lassen.

Der berühmte französische Bildhauer Auguste Rodin ist an einer schweren Lungenentzündung erkrankt und muß das Bett hüteil. In Anbetracht seines hohen Alters 73 Jahre gibt fern Zustand zu großen Besorgnissen Anlaß.

Als Kandidaten für die Nachfolgerschaft Licht- w a r k s an der Hamburger Kunstschule werden D~. Wichert, feit 1909 Direktor der Mannheimer Kunsthalle, der beinah ein Wiesbadener Kind genannt werden darf, und Professor Dr. Pauli, der Direktor der Bremer Kunschalle, genannt.

Wissenschaft und Technik. Der seit 33 Jahren dem Lehr­körper der Marburg er Universität angchörende Professor der Philologie Dr. Paul N a t o r p begeht heute seinen 60.

Geburtstag.

Friedrich L«u, einer der bedeutendsten Lateinsorscher der Gegenwart, Professor der klassischen Philologie au der Universität G ö t t t n g e tt ist einem Herzschlag erlegen.