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Seite 2, Abend-Ausgabe, I. Blatt.

Wolffsche Telegraphen-Bursau" aufgestellt, die sich auf die Bildung eines Ringes mit ausländischen Agenturen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung sowie auf eine Bevorzugung des Bankhauses S. Bleichröder bei der Mitteilung der Depeschen des Bureaus beziehen. Alle derartigen Behauptungen sind, wie dasW. T.-B." versichert, vollständig aus der Luft gegriffen und haben niemals irgendeine tatsächliche Begründung gehabt.

* Die Verwaltungsreform in Württemberg. Die würt- tembergische Regierung xft nunmehr doch geneigt, einer Ver­waltungsreform unter Aufhebung der Kreisregie- r u n g e n näher zutreten. Die Ersatzbehörden für die Kreis­regierungen sollen jedoch nicht als ministerielle Abteilungen gedacht sein. Es ist geplant, die Kreisstädte für den Verlust der Kreisregierungen andererseits zu entschädigen.

' Das Gebäude für den Kslonialgerichtshof in Hamburg wird gestiftet. Herr Edmund I. A. S i e m e r s (Hamburg), der sich für die Verlegung des KolonialgerichtshofeS nach Hamburg bemüht, hat sich erboten, ein eventuell erforderliches G e b ä u d e für den Kolonialgerichtshof in Hamburg zu stiften.

* Auch ein Wiederaufnahmeverfahren im Prozeß Brandt. Der Verteidiger des Bureauvorstehers Maximilian Brandt hat, wohl infolge des unerwartet milden Urteils gegen die Zeugosfiziere Tilian und Genossen, das Wiederaufnahme­verfahren beantragt. Brandt tvar bekanntlich wegen Be­stechung zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden, die er auch verbüßt hat.

* Ein Ingenieur des Landesverrats verdächtig. In der Wohnung des Ingenieurs B. in der Sachsenwaldstraße in Steglitz erschien gestern ein Berliner Kriminalkommissar mit mehreren Beamten und nahm eine Haussuchung vor. Das Resultat tvar die Verhaftung des V. Es fall sich um den Ver­rat von im Interesse der Landesverteidigung geheimzu­haltenden Dingen handeln.

Rechtspflege und Verwaltung.

* Der Oberpräsident von Brandenburg gestorben. Der . Oberpräsident der Provinz Brandenburg, Dt. v. Sour ab,

ist gestern früh an der Riviera im 62. Lebensjahr gestorben, sein Gesundheitszustand war seit langem schlecht. Sein Amt hatte er am 15. Februar 1910 als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Herrn v. Löbell angetreten. Er trat im November 1875 in den JustiKdienst und im Jahre 1878 in den Verwaltungsdienst. Vier Jahre später wurde er als Regie­rungsassessor mit der Verwaltung des Landratsamts in Flatow betraut, dem er von 1884 bis 1866 als Landrat Vorstand. Im Jahre 1895 wurde er ins Landwirtschaftsministerium berufen. Von 1899 bis 1907 war er Regierungspräsident in Bromberg. Dann leitete er, zum Wirklichen Geheimen Oberregierungs­rat ernannt, die Reichskanzlei. 1904 wurde er als Unter­staatssekretär wieder ins Landwirtschaftsmintsterium berufen. In den- Jahren von 1888 bis 1899 vertrat er als Abgeordneter den Wahlkreis Flatotv im preußischen Abgeordnetenhause. Der Verstorbene war ein besonderer Vertrauensmann des Fürsten Bülow.

VarlamenteilvRckes.

Die Weiterberatung des Postetats in der Budgetkom­mission. Die Budgetkommission des Reichstags setzte gestern die Beratung des Postetats fort. Sie forderte auf den An­trag des nationalliberalen Berichterstatters die Regierung auf, die Besoldungsnovelle recht bald vorzulegen, weil davon die Besprechung der Beamtenfragen bei allen Etats abhängig sei. Bei einer späteren Vorlegung der Novelle würde die rechtzeitige Verabschiedung des Etats am 1. April unmöglich sein. Der Staatssekretär sagte Beschleunigung zu. Ein anderer Regierungsvertreter spricht über Apparate zur Ver­einfachung des Dienstes, denen die Verwaltung größte Auf­merksamkeit zuwendet. Die Briefmarken-Automaten seien wesentlich vermehrt worden, und man werde jetzt auch Ver­suche mit kleinen Automaten für Keine Postämter machen. Man werde sie auch auf Bahnhöfen, in Gerichtsgebäuden usw. ausstellen. Ein Problem sei noch, die Apparate wetterbestän­dig zu machen. Die Postanweisungsstempelmaschinen funk, iionierten gut, ebenso die Barfrankierungsmaschinen und die vorhandenen 22 Einschreibautomaten. Letztere werden aller­dings noch nicht genügend benutzt, weil das Publikum auf die Adresse in der Empfangsbescheinigung Wert legt. Nätional- lilberalck'und Fortschrittler beantragen eine Entschließung, die am Erhöhung der Tagegelder der nicht etatsmätzigen Post- an'd Telegraphenassistenten ersucht. Das Zentrum ergänzt sie durch die Forderung auf Erhöhung der Gehilfinnengehäl­ter. Ein Sozialdemokrat bittet, bei der Anstellung nicht bloß

des Meisters gesehen, die höher zu bewerten sind wie diese. Prof. Adolf H ö l z e l stellte vier interessante kleine Farbstudien aus, die wie Monologe anmuten, als habe man zusehen dürfen, wie der Künstler die Farbenprobleme zu lösen versuchte, wie er mit sich selbst sprach. Seine Dorfstraße und sein Schnee- bikd sind ihm ganz gelungen, wie überhaupt noch einige sehr schön? Schneebilder von anderen namhaften Künstlern gesandt wurden. Ich nenne da nur A. Weiße, Fritz O ß w a l d , Karl Keßler. Richard Kaiser versteht es, mit seinem Vorfrühlina zu fesseln. Ein ganz einfaches Motiv; im Vorder­grund mächtige, kahle Bäume und eine Wiese, auf der soeben der letzte Sckmee hinweggeschmolzen scheint, und O'L p n ch o f T o w n sandte wieder zwei seiner frischempfundenen, voll­wertigen Landschaften.

Edmund S t e p p e s ist mit drei interessanten Bildern vertreten, denen immer eine originelle Note anhaftet, und auch Prof. Urban verblüfft wieder durch das eigentümliche Kolorit feiner Werste. Alles so hell, fast weiß und doch nicht sonnig. Mit der Sonne beschäftigt-sich Eugen Wolfs gerne und mrt Erfolg. So warm liegt sie auf seinen Bildern, in breiten Schwaden ^nd Flecken. Allerdings vergißt er alles andere darüber, vernachlässigt so manches, und das stört doch -in wenia, hat man sich erst einmal an den blendenden Sonnenglanz gewöhnt. Ganz fern geht Rud. Steck dafür wieder ins Detail. SeinGärtchen im Vorfrühling" ist zwar nicht sehr malerisch gesehen, aber doch gut gemalt ein ge­waltiger Unterschied.

Einige prächtige Tierbilder hängen an den Wänden. Von oem berühmten K o e st e r ein vorzügliches Entenbtld, von Prof. I. D. Holz einige Kühe, und von Aug. Lübeck (Kleve) ebenfalls ein Kuhbild, die Tiere aber mehr der Land­schaft untergeordnet. Eine friedliche Stimmung löst dieses Werk aus.

August Hermann Allgäu malt seine Stilleben mit un­endlicher Liebe und Geduld, arbeitet sie aus bis ins kleinste und findet natürlich sein Publikum. Fehlt ihnen auch der

WresimdeMr TKgNatt.

die Beamtentöchter, sondern auch Mädchen aus anderen Familien zu berücksichtigen. Der Staatssekretär verteidigt das bisherige Verfahren und hält auch die Besoldung für aus­reichend. Ein Nationctlliberaler bittet den Staatssekretär, eine Erklärung zu Protokoll zu geben, daß die Tagegelder- frage geprüft und.neu geregelt werden solle, dann könne man auf die Resolution verzichten. Ter Staatssekretär erwidert, er könne keine, bestimmte'Zusage geben, da noch andere Ressorts in Betracht kämen. Die vom Zentrum ergänzte Resolution der Nationalliberalen und Fortschrittler wird angenommen. Der Unterstaatssekretär sagt eine Prüfung zu, ob die Mittel der Postverwaltung für Unterstützungen er­höht werden könnten. Bei dem geforderten Zuschuß für die freiwillige Krankenkasse der Unterbeamten fordert ein natio- nalliberaler Antrag die Erstattung eines Berichts an den Reichstag nach Ablauf des ersten Betriebsjahres der Kasse, ferner Maßnahmen zur Herbeiführung der Gesundung ein­zelner notleidender örtlicher Kassen. Der Staatssekretär ist einverstanden, Der nationalliberale Antrag wird einstimmig angenommen und die Besprechung dann abgebrochen.

Die Anträge über den Waffengebrauch des Militärs. Dem Reichstag ist ein Antrag Bassermann und Ge­nossen zugsgangen, den Reichskanzler zu ersuchen, daS Er­gebnis der Nachprüfung der Dienstvorschrift über den Waffengebrauch des Militärs von 1899 baldigst dem Reichstag bekanntzugeben. Das Zentru m beantragte, der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, bei den verbündeten Regierungen dahin zu wirken, daß die Voraussetzungen für ein Einschreiten -des Militärs in polizei­lichen Angelegenheiten übereinstimmend in einer die Selbständigkeit der Zivilverwaltung sichernden Weise geregelt werden. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags hat lautVorwärts" den Antrag eingebrtcht, den Reichskanzler zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzu- legen, durch den unter Aushebung der Militärge­richtsbarkeit Militärpersonen des aktiven Heeres und der aktiven Marine und die übrigen in § 1 der in der Mili- tävstrafgsrichtsordnung genannten Personen .der bürger­lichen Strafgerichtsbarkeit unterstellt werden.

Zur Frage der einheitlichen Regelung des Angestellten­rechts. Die Petitionskommisston des Reichstags verhandelte über Gesuche von Bureanangestellten um einheitliche Rege­lung des Angestelltenrechts. Die Regierungsvertreter be­merkten, für einzelne Gruppen sei schon jetzt die gesetzliche Regelung geschaffen, für andere, z. B. für die Gehilfen der Notare und Gerichtsvollzieher, sei sie nicht dringlich. Bezüg­lich der Anwaltsschreiber könnte eine gesetzliche Regelung leicht zur Erschwerung der schwebenden Tarisverhandlungen führen. Sollten diese versagen, so würde allerdings ein Ent­wurf vorgelegt werden. Die Petition der Rechtsanwalts- gehilsen wurde zur Berücksichtigung überwiesen, bei den übrigen Gesuchen wurde Erwägung empfohlen.

Aus der Reichstagsausschmückungskommission. Die Kom­mission zur Ausschmückung des Reichstagsgebäudes trat gestern zusammen. Sie beschloß, in der Frage des Ankaufs von Gobelins von dem gräflich Baudissin-Rantzcmschen Fideikommitz in Plön am 7. Februar dorthin zu reisen, um die Gobelins zu besichtigen und zu prüfen, ob sie für den Festsaal im Hause des Reichstagspräsidenten geeignet sind. Weiter wurde beschlossen, zur Ausfüllung der vier Nischen an der Ostseite des Plenarfitzungssaales figürliche Darstel­lungen in Bronze zu wählen, welche die vier Kardinaltugen­den: Weisheit, Tapferkeit. Gerechtigkeit und Mäßigung ver­körpern. Die Ausführung der Allegorien wurde dem Pro­fessor Fritz Klimsch übertragen.

Zur Frage des Ausbaues des Bundesamtes für das Hei- matweseu. Die Abgeordneten Bassermann und Ge­nossen haben tm Reichstag folgende Resolution einge­bracht: Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichs­

kanzler um Vorlegung eines Gesetzentwurfs über den Aus­bau des Bundesamts für das Heimatwesen zu einem Reichsamt für das Heimats- und Finanzwesen behufs Über­nahme der letztinstanzlichen Entscheidungen in Rechtsstreitig­keiten aus dem Wehrbeitragsgesetze und dem Besitzsteuer­gesetze zu ersuchen.

Der Etat der Gestütsverwaltuug. Die Budgetkom- mission des Abgeordnetenhauses bewilligte mit den Stimmen der Deutschkonservativen, der Freikonservativen und der Fortschrittlichen Volkspartei gegen die Stimmen des Zen­trums und der Nationalliberalen die in den Etat der Ge­stütsverwaltung eingesetzten 350 000 M. zum Ankauf von Grundstücken zur Errichtung eines staatlichen Vollblutgestüts in Altenfeld im Regierungsbezirk Kassel.

moderne Zug, so sind sie doch außerordentlich gut gemalt. Zwetschen" undNüsse" sind ihni besonders gelungen, während derHase und Fasan" wohl mehr eine Studie in Braun sein soll - wenn man bei diesen ausgeführten Bildern überhaupt von einer Studie sprechen darf und in der Komposition nicht, sonderlich anspricht. Julius Heß geht im Gegensatz zu Allgäu sehr scharf ins Zeug, malt hart und eigenwillig seine Blumen und Früchte, umrandet alles mit schwarzen Strichen und erzielt damit von ferne eine ganz gute Wirkung. Seine Bilder sind mehr interessant wie erfreulich, sind für den Sammler, aber nicht für das Wohnzimmer berechnet. Hans B e st sNelken" vevdienen besondere Erwähnung.

. Damit ist diese Elite-Ausstellung noch lange nicht er­schöpft. Bild hängt nn Bild und verlangt Beachtung, erzwingt sich Achtung, nicht zu vergessen eine Anzahl gelungener Plastiken, sind dabei hat auch im Nassauischen Kunst- verein ein ganzer Künstler, A. F e l b e r (Dachau), Land­schaften ausgestellt, die Anspruch auf hohes Lob baben, und der Kunstsalon Aktuarpus hat 450 Werke holländischer Meister zusammengebracht, die in nächster Zeit eingehende Würdigung finden sollen. Vor all dem Reick,tum kann man nur frohen Herzens, ausrufen: Es ist etwas Schönes, Großes um die Kunst!__ B- v- IST.

Krfrdenz-Theatrr.

Sonnet Stag, den 22. Jan.: Zweites und letztes

Gastspiel der Kgl. Schauspielerin Luise Willig vom Kgl. Schauspielhaus in Berlin:Es lebe das Leben". Drama

in fünf Akten von H. Sudermann.

War der erste Gastspielabend Luise W i l l i g s schon gut besucht, als sie die Manna Vamia spielte, so war das Haus gestern abend ausverkauft, als es galt, die Künstlerin in einer modernen Rolle zu sehen. Und doch wer den ersten Abend unterlebte. wird mehr Genuß gehabt haben als gestern. Luise Willig eignet sich ihrer ganzen Erscheinung, ihrer ganzen Veranlagung nach besser für klassische Rollen als zur

Freitag, 23 » Januar 1914» Nr. 38.

Ein Antrag, betr. Religionsunterricht in den Fortbrl. dungsschulen. Der Abgeordnete v. Pappenheim hat i» Abgeordnetenhaus folgenden Antrag gestellt: Das Haus dei

Abgeordneten wolle beschließen: Die Königliche Staatsregie­rung zu ersuchen, dort, wo auf Antrag der Gemeinden reli­giöse Unterweisung in den Lehrplan der Fortbildungs­schulen ausgenommen wird, die Genehmigung des Lehrplans lediglich aus diesem Grunde nicht zu versagen.

Deer aib Moire.

Ausscheiden eines siamesischen Prinzen aus dem deutsche« Heere. Prinz Mom Chow Prtditeppongse von Siam, der als Leutnant im 2. Brandenburgischen Feldartillerie-Regiment General-Feldzeugmeister Nr. 18 diente, ist aus dem Heer« wieder ausgeschieden.

Über die Folgen einer militärischen Übung, die an einem der letzten kalten Tage in der Nähe von Grimma Hei Leipzig stattgesunden haben soll, sind in Leipzig Gerüchte verbreitet. Man erzählt sich, daß etwa 100 Mann eines Regiments, das kürzlich zu einer Übung ausgerückt war, mit erfrorenen Gliedmaßen im Lazarett liegen. Angeblich habe man den Mannschaften nicht genügend Bewegung gestattet. Wir geben diese Gerüchte nur mit dem größten Vorbehalt wieder, halten es aber für nötig, daß die Militärbehörde sich dazu äußert.

Schiffsbewegungen. Einsetroffen: S. M. ©.Dresden" am 21. Jan in Vera Cruz. S. M. S.Tiger" am 21. Jan. ni Uenang (Malakka).

Post und Eisenbahn.

Die Betriebseinnahmen der Preußisch-hessischen Staats- eisenbahnen haben im Monat Dezember 1913 gegen den gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 0,4 Mil­lionen Mark, gleich 0,67 Prozent mehr, im Güterverkehr 1,7 Millionen Mark, gleich 1,25 Prozent weniger, insgesamt unter Berücksichtigung der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 0,04 Millionen, gleich 0,02 Prozent mehr betragen. Der Dezember des laufenden Etatsjahres hatte einen Werk­tag mehr und einen Sonntag weniger als der gleiche Monat des Vorjahres.

Deutsche Schutzgebiete.

Der Außenhandel Deutsch-Ostafrikas im Jahre 1913. Der Außenhandel Deuksch-Ostafrikas hat nach vorläufiger Feststellung trotz der Kautschukkrise im Kalenderjahr 1913 um fast 7 Millionen Mark zugenommen. Davon entfallen 4 Mil­lionen auf die Ausfuhr, obwohl der Wert der Kautschukaus­fuhr um 11/2 Million hinter dem Vorjahr zurückgeblieben ist. Der Gesamt Handel beträgt rund 881^ Million. In 1908 betrug er 36,6, in 1909 47, 1910 59,4, 1911 68,3 und 1912 81,7 Millionen.

Kurland.

Gsterreich-Ungarn.

Eine Interpellation zum Fall Hopf. Wien, 22. Jan. Im Abgeordnetenhaus brachte der Abgeord­nete Jro eine Interpellation, betreffend den Verkauf von Bakterien und Reinkulturen an den Giftmörder Hopf durch das Wiener Kalmuseum, ein.

Frankreich.

Deutsche Fürstlichkeiten in Nizza. Nizza, 22. Jan. Der Präsekt des Departements der Seealpen, Joly, und seine Gattin gaben gestern im Gebäude der Prä­fektur ein Frühstück zu Ehren der Prinzessin Charlotte von Sachsen-Meiningen und des Erbprinzen Bernhard. Der gesamte Magistrat Nizzas und mehrere Kapitäne der im Hafen von Toulon liegenden französischen Kriegsschiffe nahmen an dem Frühstück teil.

Die Konferenz der kontinentalen Amerika-Schiff- fahrtsgesellschaften. Paris, 22. Jan. Die heute ver­öffentlichte offizielle Mitteilung über die am 20. Januar abgehaltene Konferenz lautet: In

der Konferenz der kontinentalen, am Nord­amerika-Geschäft interessierten Schiffahrtslinien vom 20. Januar wurden die Forderungen der Ham­burg - A m e ri k a - L i n i e, die bedauerlicherweise da­von abgesehen habe, zur Vertretung ihrer Ansprüche zu erscheinen, eingehend besprochen. Die Linien waren einstimmig der Ansicht, daß die Forderungen weder durch die Vergangenheit, noch durch die tatsächlichen Verhältnisse begründet seien, daß sie im Gegenteil im

modernen Konversationsschauspielerin. Was am ersten Abend so glücklich überbrückt wurde, das Anpassen in das Ensemble, trat gestern störend m die Erscheinung. Die Künstlerin wirkte als Gast, nicht gehörig zu den anderen, alle überragend in ihrer imposanten Größe. Das Leichte, Spielerische, ja Kokette der ersten Akte liegt ihr nicht, erst als sie die Gesühls- seite anklingen ließ, als sie ihrem Manne Rechenschaft ab. legte, als sie mit dem Geliebten sich aussprach und schließlich, als sie von ihrem Töchterchen Abschied nahm, da hatte die Künstlerin viel zu geben und sie gab reichlich mit ihren reichen Mitteln. .

Die guten Leistungen der übrigen Mitwirkenden wurden bereits früher eingehend gewürdigt. Hermann Nessel- träger war auch diesmal ein Völkerlingk, wie man ihn sich besser nicht wünschen könnte. Die Nervosität, an der der Künstler litt, tat seinem Spiel keinen Abbruch, wirkte noch als besondere Note.

Der Gast wurde wieder mit herzlichem bedacht.

-- B. v. N.

An« Zunft und Letzen.

Theater und Literatur. In Wiener Burgtheatcr- kreisen verlautet, am Ende dieser Spielzeit werde Direktor Thimig die Leitung des Theaters nicderlegen., Zu seinem Nachfolger in der Direktion des Burgtheaters sei der General­direktor des Hofthcaters in Darmstadt, Dr- Egger, in Aus­sicht genommen.

An das Herzogliche Hoftheater in B r a u n s ch w e i g ist der bisherige Regisseur des Residenztheaters Hannover Julius C s e r lv > u k a (ein geborener Wiesbadener) Herbst d. I. als Regisseur des Schauspiels verpflichtet worden. .

Seite 105", ein neues Lustspiel von Alfred Holm und Robert S a u d e k, erlebt am Stadttheater zu Königs­berg seine Uraufführung.

Bildende Kunst und Musik. In Kopenhagen ist der Komponist und erste Kapellmeister an der Königlichen Over. Frederik Run g, gestern im 59. Lebensjahr gestorben.