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Nr. 36.

Donnerstag, 22. Januar 1914.

WieslmdMer TaAkM.

Abend-Ausgabe, 1. Blatt.

Seite 8.

liner TagMatt" erfährt, von den Polizeiinspektoren und Kommissaren, die im Prozesse gegen den Redakteur Soll­mann (Köln) bloßgestellt wurden, keiner aus dem O s f i - zierstande hervorgegangen; unter 52 Inspektoren und Beamten der Kölner Polizeiverwaltung befinden sich über. Haupt nur 4, die aktive Offiziere waren oder Reserveoffiziere sind. Von den 430 Polizeiinspektoren und Kommissaren, die in den Provinzverwaltungen tätig sind, soll kaum der zehnte Teil aus dem Ofsizierstande hervorgegangen sein.

* Der Ärztekonflikt in Königsberg beigclegt. Der Ärztc- konslikt in Königsberg i. Pr. wurde beigelegt. Ein den Wünschen der Ärzte entsprechendes Honorar ist festgesetzt wor­den. Die Ärzte nehmen bereits heute ihre kassenärztlikhe Tätigkeit wieder auf.

* Ein neues Verbot dänischer wissenschaftlicher Verträge

in Schleswig. Der Regierungspräsident in Schleswig unter, sagte dem Direktor für das Kopenhagener Rettungswesen Sofis F a l cf. einen Vortrag in dänischer Sprache in den dänischen Versammlungshäusern NordschleswigS, und zwar in Möxltondern und Rurnp, zu halten. Eine Begründung für das Verbot ist dem Antwortschreiben des Regierungspräsi- denftn nicht beigefügt. Direktor Falck hatte als Thema für die Vorträge gewählt: „Die Fliegenplage und ihre Be­

kämpfung".

* Eine Richtigstellung des Rechtsanwalts Burger. Rechts- anwclt Burger in Straßburg i. E. erklärte die Mekdung, es se angeblich wegen seiner Auslassungen über die Zaberner Vorgänge gegen ihn eine Untersuchung als Reserveoffizier eingeleitet worden, für vollkommen unrichtig und grundlos.

* Ablehnung einer städtischen Arbeitslosenversicherung. Die Stadtverordneten-Versammlung in Düsseldorf hat den Antrog auf Einrichtung einer städtischen Arbeitslosenversiche­rung ruf freiwilliger Grundlage abgelehnt.

pmilamontKEGe«.

Tie Beschlüsse der Konkurrenzklausel-Kommission. Der

12. Ausschuß des Reichstags (Konkurrenzklausel), der gestern die zweite Lesung des Gesetzentwurfes zur Änderung der Paragmphen 74, 75, 76 Absatz 1 des Handelsgesetzbuches be­endet satte, und der Erhöhung der Gehaltsgrenze, bis zu der das Wettbewerbsverbot nichtig sein soll, van 1600 auf 18st0 Mark zugestimmt hatte, trat gestern vormittag zusammen, um die iKesaintabstimmung über den Entwurf vorzunehmen. Infolge Widerspruchs der Sozialdemokraten wurde von der Gesamtabstimung abgesehen und die in der Ausschußsitzung festgestellte Fassung der einzelnen Paragraphen dem Plenum überwiesen. Von der Regierung wurde keine Erklärung zu den Beschlüssen des Ausschusses abgegeben.

Ein Zentrumsantrag, betr. geheime Wahl bei den Ge­meinderatswahlen. Die Zentrumsfraktion des preußischen Abgeordnetenhauses ersuchte die Staatsregierung, einen Ge­setzentwurf vorzulegen, durch den für die Stadtverordneten. Wahlen m Preußen und für die Wahlen der Gemeindevcr- ordnetcn der preußischen Landgemeinde die geheime Wahl eingekühri wird.

Zu de» Unterzeichnern der Zabern-Rrsolution in der

r e i ch s l ä n d i s ch e n Ersten Kammer, die, wie be­richtet, mit 33 gegen 3 Stimmen bei zwei Enthaltungen an­genommen wurde, gehörte nach dem Stenogramm der Ver­handlung auch der frühere Reichstagsabgeordnete H ö f f e I, der Zabern als Mitglied der Reichspartei vertrat. Höffel nimmt also eine wesentlich andere Stellung zu diesen Vorgängen ein, als seine früheren Fraktionskollegen im Reichstag und Abgeordnetenhaus.

Der Wortlaut des elsäisischen Antrages. Die Abgeord­neten D e l s o r und Genossen haben folgenden Antrag im Reichstag eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen: In

Anbetracht 1. deS durch daZ Vorgehen des Obersten v. Reuter in Zabern entstandenen Konflikts zwischen der Militärbehörde und der Zivilverwaltung, 2. der Meinungsverschiedenheit zwischen der Militärbehörde und der Militarzustiz ernerzen- nrrd dem Nnterstaatssekretär des Innern im Ministerium für Elsaß-Lothringen andererseits «er die Gültigkeit ocr preußischen Kabinettsorder von 1820 in Estaß-Lochr.ngen, 3. der Gefahren, welche für die öffentliche Sicherheit und Rechtsordnung, für die persönliche bürgerliche Frechen aus dieser Rcchtsungewitzheit sich ergeben, die um ;o größer ist, als für die in Elsaß-Lotbringen stehenden bayerischen Truppenteile andere Vorschriften gelten, den Reichskanzler zu ersuchen, baldigst einen beschleunigten Ge­setzentwurf cinznbringen, welcher die Befugnis der be­waffneten Macht zur Ausübung der staatlichen Zwangsgcwalt für das Reich einheitlich rege» und der' Rcchtsauffassnng Geltung verschafft, daß das Mili­tär nur auf Requisition der Zivilbehörde zu polizeilichen Zwecken verwendet werden darf.

Die Verwendung des Militärs zu Polizeizwecken in Württemberg. Gestern nachmittag nahm der Landtag seine Sitzungen wieder auf. Im Einlaufe befindet sich u. a. eine Anfrage des Zentrums und der Volks- p artet mit folgendem Wortlaut: Sind Sie, Siaatsmrnrster deS Innern und des Kriegswesens, in der Lage, die auf Grund deS Gesetzes vom 28. August 1849 betreffs Aufgebot der bewaffneten Macht sich ergebenden staatsrechtlichen An­nahmen zu «bestätigen, daß in Württemberg bei inneren Un­ruhen ein Eingreifen des Militärs nur nach voransge» gang euer Aufforderung der zuständigen Zollbe­hörden erfolgen darf? Ist Vorsorge getroffen, daß die zu­ständigen Organe über diese Rechtslage fortlaufend unter­jochtet sind?

k^eer und Siofte.

Personal Veränderungen Stieler. Motor «. D. zu-

irnt Hmiptm und Konw -Chef im 2. Oberrhein. Inf-Regt, Nr 99 znrn Bez.-Offiz. berm Landw.-Bez. Soest errmnnt. * f-w-t!>er Gen. Leut, und Ins» der 3 Bion.-Jnsp., * e 11 c ' Gen -Mai. und Kom der Fuß Art -Bria . b o n » fl T (f r e 1t t D Oberst und Kam des Feld Art Reatr von HRvendo ff < 1 . Mein.) Nr. 8. unter Verleihung des CbarakterZ <rT* Gen.-Maior * v -R e n hell. Oberst und Kom. des Huf.» Beats v Scknll (1 Schlei). Nr. 4. in Gcnebmignna chre.- Ab. sch,.>drqes»che mit der gesetzlichen Pension zur Diso, gestellt.

* B r o e l e Hanvtm nt der 4 Ing. Jnsp , mit der Erlaub­nis zum Trogen der m des I Nass Pion -Bats. Nr. 25 der Abschied mit dm gesetzlichen Pension bewilligt. * Von Henning in Berlin. zuletzt Kommandant von Prllau mjs

der Erlaubnis zum ferneren Tragen der Uniform des Gren.- ReatS. König Wilhelm. I. .(2. Westpr.) Nr 7, der Abschied mit Pension bewilligt. ^..P".:nz tyt 1 e b r t cf> Wilhelm b 0 n .Hessen. Hoheit. Fähnrich im Tbur, Ulan.-Regt. Rr. 6. z,,m Leut mit Patent vom 22. 1912 befördert * v Tschudi,

Portevee-Unterofs. und Abiturient der Haupt-Kadetkenanstalt als Leut, in der Armee und zwar im Fils Regt von

GerSdo ff (Kurheff) Nr. 80. Dresler Hauptm der Res. des 2. Nass. Feld-Art.-NeqtS. Nr. 63 Frankfurt (Wiesbaden).

der Abschied mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniforiii bewilligt. * Latz. Oberleut, der Res. des 2. Unter» elfäff. Feld-Art.-Regts Nr. 67 iWiesbaden), der Abschied mit der Erlaubnis zum Tragen der Landwehr-Armee Uniform be­willigt. * Mücke l (Höchst), Hauptm. der Zandiv.-Jnf. 2 Auf­gebots. "Pietsch. Leut, der Landw.-Kav. 1. Aufgeb. (Höchst), der Abschied bewilligt. * I)r. Scholz e. Gen.-Arzt und Korps- arzt des 2 Armee-Korps, unter Verleihung des Charakters als Ob.-Gen.-Arzt der Abschied mit der gesetzlichen Pension be­willigt " K öfter 3 ; Obcrstabsveterinär beim 1. Nass Feld» Art.-Regt. Nr. 27 Oranten, mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt. * v. Eine m e r. Hauptm. in der Schutz» truppe für Deutsch-Ostafrika scheidet am 7. Februar 1914 aus dieser aus; gleichzeitig ist demselben behufs Übernahme in den Zivildienst des Schutzgebietes Deutsch-Oftafrika mit der Erlaub­nis zum Tragen der bisherigen Uniform unter Verleihung des Ckaiakters als Major der Abschied bewilligt. * Eckhard. Stabsarzt in der Schutztrupve für Kamerun, behufs Übertritts zur Zrvilvernxutunq des Schutzgebietes Kamerun mit der Er- laubms zum Tragen der bisherigen Uniform der Abschied bewilligt.

Schiffsbewegungen. S. M. S. „Geier" am 20. Jan. in Aden eingetroffen. Der AblösungSdampfer „Patricia" mit der Ablösung für das Kiautschou-Gebiet auf der Ausreise am

20. Jan. in Malta.

Kurland.

Gftsrreich-Ungmm.

Die österreichische Personalcinkommensteucr. Wien,

21. Jan. Das Abgeordnetenhaus hat nach kurzer Debatte den Bericht der gemeinsamen Konferenz beider Kammern über die Personaleinkommensteuer, zunächst ohne Steuerskala, an­genommen und den Abänderungsantrag der Slowenen und Christlich-Sozialen aus Beibehaltung der bisherigen Steuer­sätze für Einkommen von 1800 bis 10 000 Kronen mit 268 gegen 77 Stimmen abgelehnt. Darauf lehnte es auch den christlich-sozialen Eventualantrag, die Steuererhöhung auf die Einkommen über 4800 Kronen zu beschränken, sofern der Er­trag der Pauschaleinkommensteuer 130 Millionen erreicht, ab. In namentlicher Abstimnrung nahm die Kammer die Stener- skala gemäß dem Antrag der gemeinsamen! Konferenz und der Beschlüsse der gemeinsamen Konferenz in dritter Lesung und damit die Personaleinkommensteuer übereinstimmend mit den Herrenhausbeschlüssen an. (Lebhafter Beifall.) Darauf wur­den Jmmunitätsangelegenheiten verhandelt.

Frankreich.

Bezeichnende Kommentare zum Empfang auf der Pariser deutschen Botschaft. Paris, 21. Jan. Die hiesige Presse kommentiert den gestrigen Besuch des Präsidenten PoincarZ. aus der deutschen Botschaft nur sehr spärlich. Die offi­ziellen Blätter zeigen ganz offen das Bestreben, die Ange­legenheit als eine rein private Sache zu betrachten und bringen die Nachricht fast sämtlich unter der Rubrik „Aus der Gesellschaft". Auch die unabhängige Presse ist durchaus nicht geneigt, dem Besuch politische Tragweite beizumessen, sie be­grüßt den Besuch nur als ein Zeichen des guten Einver­nehmens, das augenblicklich zwischen Deutschland und Frank­reich herrscht. Die nationalistischen Blätter natürlich sind mit diesem Staatsstreich PoincarLs sehr unzufrieden und die „Libre Parole" macht dazu verschiedene unhöfliche Be­merkungen.

Das Staatsbegräbnis für General Piequart. Paris,

22. Jan. Da die Neffen des Generals Picquart nach ihrer Unterredung mit dem Ministerpräsidenten und dem Kriegs- minister ihre. Weigerung betreffs Veranstaltung eines natio­nalen Leichenbegängnisses zurückgezogen haben, wird der Ver­storbene übermorgen in feierlicher Weise vom In valid en- Hause aus zu Grabe getragen werden. — Gestern vormittag fand in Amiens die Trauerfeier für General Picquart statt, welcher Ministerpräsident Doümergue, Kriegsminister Noulens, Clemenceau und andere ehemalige Minister und zahlreiche Senatoren, Deputierte und Generale sowie Ange­hörige der wissenschaftlichen, künstlerischen und literarischen Kreise beiwohnten. Eine zahlreiche Menschenmenge folgte dem Zuge, dem militärische Ehrenbezeigungen erwiesen wur­den. Nach dem Vorbeimarsch der Truppen wurde der Sarg nach dem Bahnhof verbracht, um nach Paris übergeführt zu werden.

Die nordatlantische Konferenz beendet. Paris,

21. Jan. Aus der Atlantischen Konferenz, welche ihre Arbeiten heute beendete, wurden folgende Mitteilungen ausgeqeben: Die Anträge der Hamburg-Amerika-Linie wurden von der Atlantischen Konferenz eingehend erörtert, aber es wurde nicht als möglich erachtet, sich über eine Verlängerung der Übereinkommen aus einer Grundlage zu verständigen welche den von der Hambnrg-Amerika-Linie angekündigten Anschauungen entsprechen wurde. Demgemäß werden 'alle gegenwärtig zu Kraft bestehenden Konventionen der Atlanti­schen Konferenz am 31. d. M. erlöschen. Zwischen den anderen Gesellschaften wurden Abmachungen getroffen, wonach die Bureaus der Konferenz f« statistische Zwecke ihre Tätigkeit fortsetzen und die Tarife dieser Gesellschaften in Zukunft von den Umständen bestimmt werden sollen. Die Vertragsparteien werden, so weit es die Verhältnisse zulassen, im Einvernehmen borgehen.

Reue deutsche Opfer der Fremdenlegion! Paris,

22. Jan. Wie der „Excelsior aus Luneville meldet, haben sich gestern vier Deserteure der. deutschen Armee bei dem dortige» Bureau der Fremdenlegion gemeldet, um sich an­werben zu lassen.

LmMnd.

60 Prozent Überlegenheit. London, 22. Jan. Der erste Whip der liberalen Partei, der Wgeordnete Illing- wort h, der am 20. d. M- m der Umgebung von Stratford sprach, sagte, es sei ein akzeptiertes Axiom der liberalen Partei, daß eine Flotte erhalten werden müsse, die zum Schutze der britischen Inseln ausrerche, aber nichts mehr. Es würde allgemein angenommen, daß der Standard, den die britische Flotte an Schlachtschiffen erhalten foHtc, 60 Prozent höher wäre als der der nächst starken Seemacht. Im Ausland werde dieser Standard nicht als provozierend angesehen. Außerdem sei tue Regierung für die Sicherung der Dominions verant- wörtlich. — Der Staatssekretär für Schottland, Mac Kinnon W.o 0 d, sagte am 20. d. M- in einer Rede in Edinburgh, die Flotte muffe so stark erhalten werden, daß sic die britischen Inseln und den Handel schützen könnte. Jede weitere Ver­mehrung halte er für falsch. Man wünsche keine Vermehrung der Rüstungen, um andere Länder herauszufordern. — Auch der Handelsminister Buxton betonte in einer Rede, die er in Bermondsey hielt, dass die Regierung den vollständigen Schutz der englischen Küste sicher zu stellen verpflichtet sei. Zu

diesem Zweck müsse sie ein Schlachtschiffgeschwader zur Ver­fügung haben, das gegenüber der nächststarken Seemacht eine Überlegenheit von 60 Prozent aufweise.

VenizeloS in London. London, 21. Jan. Der griechische Ministerpräsident VenizeloS besuchte heute in Begleitung des griechischen Gesandten Gennadrns nachmittags 4 Uhr Sw Edward G r e h im Auswärtigen Amte. Er blieb eine Stunde bei Greh und besprach mit ihm einige Fragen, betreffend die Balkanangelegenheiten; darauf besuchte er die Vertreter einiger fremder Mächte.

Die Auffindung des „A 7". London, 22. Jan. Nun­mehr ist es den verzweifelten Anstrengungen der englischen Marine gelungen, das vor einigen Tagen vor Plymouth ge­sunkene Unterseeboot „A 7" ausfindig zu machen. Die An­nahme, daß das Boot von der starken Strömung von dem Fundort fortgcriffen worden ist, hat sich nicht bestätigt. Das Boot wurde, in einer Tiefe von 200 Fuß liegend, ausgefunden. Infolge der großen Tiefe erscheint es mehr als zweifelhaft, daß es jemals gelingen wird, den Rumpf des Schisses an Ketten zu befestigen und so eine Hebung des Schiffes zu be­werkstelligen.

Der Wahnwitz der Suffragetten. London, 22. Jan. Die Suffragetten hielten gestern eine stürmische Versammlung ab, in der sie erklärten, daß sie die kriegerische Methode wieder aufnehmen würden. Das Jahr 1914, so wurde versichert, solle in der Geschichte «der Suffragettentaten zu einem historischen werden. Die Suffragetten erklären, daß sie sämtliche Staats» gebäude in die Luft sprengen würden, wenn man ihren For­derungen nicht stattgebe.

Ein »euer Kohlenträger- und FuhrmannsauSstaud in London. London, 22. Jan. Der ausgesprochene Streik umfaßt sämtliche Gruppen von Arbeitern im Kohlentransport. Die Arbeiter hatten eine Lohnerhöhung gefordert, und als sich die Verhandlungen zerschlugen, legten die Leute einer großen Kohlenfirma die Arbeit nieder. Von hier aus dehnte sich der Streik nach den anderen Stadtvierteln aus. Der Streik wurde ohne Genehmigung der Gewerkschaft begonnen, von dieser aber nachträglich gutgeheitzen.

Spanien..

Der Bürgermeister von Madrid als Opfer des Schnees. Madrid, 21. Jan. Der Bürgermeister von Madrid hat wegen der in der gesamten Presse zum Ausdruck ge­kommenen scharfen Kritik über die von ihm zur Wegschaffung dcr^ Sckmeemassen getroffenen Maßnahmen, die fast völlig versagten, seine Entlassung eingereicht.

Italien.

Ein Diner zu Ehren der deutsche» Mittelmcerdivision im Quirinal. Rom, 21. Jan. Heute abend gab das Königs­paar zu Ehren der Offiziere der deutschen Mittelmeerdivision em Diner, an dem der deutsche Botschafter mit Gemahlin, der Minister des Äußern di San Giuliano, der Marineminister Millo, der erste Generaladjutant des Königs Brusati, der Minister des königlichen Hauses Mattioli-Pasqualini sowie d:e Mitglieder der Botschaft teilnahmen.

Albanien.

Die griechischen Truppen im Süden. Athen, 21. Jan. Die^ Nachricht, daß die griechischen Truppen die Stadt Korytza geräumt haben, ist unrichtig. Die Meldung ist darauf zu- rückzufnhren, daß die Truppenkörper verschiedener Armee­korps eine gewisse Dislozierung erfahren haben.

Norscnnerlk«.

Zur Lage in Mexiko. Mexiko. 22. Jan. Meldungen au^ Veracruz zufolge haben die mexikanischen Rebellen der

MitLelamerika.

Vom Panamakanal. Panama, 21. Jan. Oberst Goethals erklärte, daß im Culebra-Einschnitt, wo kürzlich folgte, das Wasser 30 Fuß tief sei. Ein großer Ozeandampfer könne den Kanal durchfahren. Er beabsichtige, sendm ^^ einen Dampfer durch den Kanal zu

Japan.

Zur Einwanderung nach Kalifornien. Tokio, 21. Jan. Das Abgeordnetenhaus trat heute wieder zusammen. Der Minister des Äußern erklärte in bezug auf die kalifornische Frage. Amerika habe auf Japans dritten Protest nicht ge­antwortet. wie früheren Antworten seien unbefriedigend gewesen. Andere Pläne zur Erledigung der Frage, auf'die er zurzeit nicht eingehen könne, seien in der Ausarbeitung begriffen. — Die japanische Regierung teilte der ameri»ani scheu Bundesregierung mit. daß ihre Erklärungen über die Behandlung der Japaner ungenügend seien.

Südafrika.

Der Generalstreik beendet. I 0 h a n n e s b u r g, 21 Jan Wie verlautet, hat ein neuer Ausschuß des Gewerkschaftsver­bandes heute nachmittag in geheimer Sitzung beschlossen, den Generalstreik vom 22. Januar ab bis auf weiteres für be­endet M erklären. Diese Meldung wird durch ein dem Londoner Reuterschen Bureau zugegcmgenes Telegramm be-

r 1 iirt e o! ii S ilttCtt ^ l,,,te im Randgebiet. Johannes- Die Verluste, die der Rand, abgesehen von I beS Belagerungszustandes, durch den Streik er- ^ 2 aK;iaiünen Mark pro Woche geschäht. Nach t?t em Brertel der Bergwerke am Rande noch auger Betrieb. Der dadurch verursachte Verlust an Gold- sorderung werde auf 3,6 Millionen Mark pro Woche, und der Verlust an Löhnen auf 1 Million angegeben. Nach bei den Gruben angestellten Anfragen hält die Besserung der Lage an.

Luftfahrt.

„Z. 14" auf dem Flug Berlin-Dresden. Dresden

21. Jan. Das Militärluftschifs „Z. 14", das heute vormit tag 1/26 Uhr in Berlin-Reinickendorf unter Führung de- Hauptmanns von Jena aufgestiegen war, ist heute mittax 12 Uhr aus dem Kaditzer Flugplatz glatt gelandet. Das Lust! schiss bleibt mehrere Tage in Dresden.

Tödlicher Absturz eines Milttärflugfchülers. München 21. Jan. Auf dem Flugplatz Schleißheim ist heute vormitta- der Militärflugschüler Unteroffizier Alfred Schweizer a»e Nürnberg beim zu scharfen Nehmen einer Kurve mit seinen Otto-Doppeldecker aus 40 Meter Höhe abgestürzt und war aw der Stelle tot. Das Flugzeug wurde Zertrümmert.